[Geschichte] Angel Beats! Again

  • [Yukiko Sakamato]
    Tag 3 – 10:59 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    "Kenichi-kun, Hayato-senpai hat Recht. Wir können und sollten uns nicht derart direkt mit dem Schülerpräsidenten anlegen. Es bringt uns nicht weiter", redete schlussendlich auch Yukiko auf ihn ein. Für einen Moment hielt er ihrem Blick stand und seufzte dann resignierend, worauf sich Yukiko gleich erleichtert entspannte.
    "In Ordnung, in Ordnung. Ihr habt ja Recht. Hab nicht so weit gedacht", gab er nach.
    "Also bevor wir nicht die Möglichkeiten gefunden haben es mit dem Schülerpräsidenten aufzunehmen im Sinne von die Operationen mit nahezu garantiertem Erfolg abschließen zu können, gibts von mir keine direkte Herausforderungen... Sollte sich für mich aber die Möglichkeit bieten es mit ihm im Einklang mit unseren Zielen aufzunehmen, werde ich die nicht einfach ignorieren. Wie Hayato-kun bereits sagte. Eine richtig eingesetzte Keule kann Wunder wirken."
    "Du kannst aber nicht gewinnen! Wieso würdest dir das freiwillig antun?", platzte es dann aus Yukiko heraus. Sie verstand nicht, wie er den Tenchi, der im Kampf mehr ein Monster als ein Engel war, freiwillig herausfordern konnte. Sie hielt ihn nicht für dumm genug aus freien Stücken wieder und wieder wie ein Lemming in seinen Tod zu rennen.
    Kenichi sah sie überrascht an. Doch statt zu antworten, stellte er eine Gegenfrage:
    "Viel lieber würde mich interessieren, warum ihr dem Tod so viel Bedeutung zu misst. Man kann zwar sterben, aber der Tod holt einen nicht. Klar, die Schmerzen und so sind da, aber jeder von euch ist doch schon mindestens ein Mal gestorben, oder?"
    Yukiko zuckte darauf zusammen, als Bilder von ihrer Gefangenschaft vor ihrem geistigen Auge aufblitzten. Kenichis Mundwinkel zuckte, als er das bemerkte und sagte:
    "Jedenfalls sehe ich es als Herausforderung. Der Typ ist stark. Stärker als ich. Also ist es für mich Zeit zu lernen und wieder der Stärkste zu werden. So einfach ist das."
    Langsam schüttelte Yukiko den Kopf. Zum einen um ihre Erinnerungen loszuwerden und zum anderen, um ihren Unmut über Kenichis einfach nur dummen Erklärung Ausdruck zu verleihen.
    "Typisch Mann...", murmelte sie, was bei Kenichi ein kleines Lächeln auslöste. Der wandte sich dann aber von ihr ab und sah Ibuki an.


    "Würdest du jemanden vertrauen, den du gerade eben erst kennengelernt hast, der dir Lügen auftischt, deinen Fragen ausweicht und ganz offensichtlich von allen anderen Anwesenden nicht gemocht wird? Mein Eindruck ist nicht, dass du derart vertrauensseelig sein würdest. Und wie gesagt. Ich weiß noch immer nicht, was du mir überhaupt beibringen willst."
    Nach einer kurzen Pause, in der er überlegte, ob er seine Gedanken aussprechen sollte oder nicht, sah er sie noch einmal prüfend an. Dann entschied er sich dafür und meinte:
    "Mädchen, ich habe nichts gegen dich. Aber wenn du mir gegenüber diese Art beibehältst, dann wird sich das ganz schnell ändern. Ich lass mich nur ungern benutzen. Schon gar nicht von Fremden."


    Dann wandte er sich noch an Hayato und meinte beiläufig:
    "Kannst mich auch einfach nur Kenichi nennen. Meinen Familiennamen mag ich nicht so sehr."


    Wieder an Yukiko gewandt, flüsterte er:
    "Jetzt verstehe ich warum ich dich bis jetzt fast nur mit Rika-senpai zusammen gesehen habe. Wirklich harmonisch sind deine Freunde nicht."
    Traurig lächelte Yukiko und tuschelte hinter vorgehaltener Hand zurück, wobei sie sich auf die Zehenspitzen stellte:
    "Die Situation ist nicht gerade leicht. Für keinen von uns."
    Er bedachte sie nur mit einem gedankenverlorenen Blick. Als er nichts erwiderte und lediglich den Blickkontakt hielt wurde sie stutzig und fragte:
    "Alles in Ordnung?"
    Doch statt zu antworten, grinste er, legte ihr erneut sanft die Hand auf den Kopf und streichelte ihr Haar. Doch diesmal reagierte sie schnell und gefasst genug um unter seiner abzutauchen und sie mit sanfter Gewalt wegzuschlagen. Allerdings verhinderte es nicht, dass ihre Ohren erneut anfingen zu brennen. Jedoch konnte sie ihm direkt böse Blicke zuwerfen, die wie Blitze ihr Ziel fanden. Doch Kenichis Grinsen breitete sich nur aus und er wandte sich nach einem kurzen Blickaustausch wieder der Unterhaltung zu.


    Yukiko starrte verunsichert sein Seitenprofil an. Für das nächste Mal nahm sie sich fest vor ihm eine Ohrfeige zu geben. Sie war doch kein kleines Hündchen, dass seine Streicheleinheiten Schwanz wedelnd hinnahm. Das nächste Mal würde er bereuen!

  • [Leo Leopold]
    Tag 3 – 11:00 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Nach einigen Wortwechseln wurde Leo langsam aber sicher hungrig, sein Magen knurrte gerade laut genug, dass dies im ganzen Raum zu hören war.
    "Naja, wie mir nun, leider etwas spät, klar wird, sollten wir uns erstmals um einen 'regelgerechten' Weg kümmern um an Essen zu kommen. Akuma-san, da du mir schon mehrfach mit deinen Worten geholfen hast, denke ich dass du vielleicht eine Idee hast!" Mit grossen Erwartungen richtete Leo diese Worte an Hayato. Er ergänzte seine Worte durch den Satz: "Auf jeden Fall denke ich, das jeder hier lieber im Kampf stirbt als zu verhungern!"
    Leo hatte Angst, dass er etwas zu forsch gewesen sei, und machte einige Schritte zurück.

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  • [Ibuki Nukui]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Ibuki seufzte lautstark. Momentan konnte sie es keinem Recht machen, selbst jetzt, wo sie es doch schon nach besten Wissen und Gewissen versuchte. 'Weshalb sollte ich mir dann überhaupt die Mühe machen? Das alte Ehepaar wird mich ohnehin nie akzeptieren. Und je länger ich nicht aufgenommen werde, desto mehr werde ich die Rolle des Antichristen geschoben. Kann ich wohl nur hoffen, dass Kenichi ernst meint was er sagte, dann besteht möglicherweise doch noch ein bisschen Hoffnung.' Mittlerweile merkte Leo an, dass er hungrig war, was wahrscheinlich eine Kettenreaktion auslösen würde. Ibuki vermutete, dass daraufhin Rika und Yukiko sich unterhalten würden, um zu entscheiden ob sie Leo etwas zu Essen geben wollten und möglicherweise, ob sie dem Rest der Gruppe auch etwas holen sollten, wobei Ibuki hundertprozentig ausgeschlossen werden würde. Sie sah niedergeschlagen zu den kurzen Jungen vor ihr, wobei sie eher an im vorbei sah.


    "Ich kann dich verstehen Kenichi, ich würde mir wahrscheinlich selbst nicht trauen." Sie biss sich auf ihre Unterlippe, während sie überlegte, was sie nun sagen konnte. Sie musste einen Seiltanz zwischen Kraftvoll und Ergeben durchführen, ohne dabei dem Wachhund eine Unmenge an Gründen zu geben misstrauisch zu werden.


    "Wie wäre es damit? Wenn es dir klug erscheint, mit mir zu sprechen, kannst du mich in meinem Zimmer besuchen kommen. Leo wird dir schon sagen, wo du es finden kannst. Kannst auch gerne Yukiko mitnehmen, wenn sie nichts dagegen hat. Ich werd für euch beide die Tür offen halten." Sie sah aus den Augenwinkel Rika und Hayato an.


    "Momentan würde ich aber lieber allein gelassen werden. In der Zeit kannst du dich ja mit den anderen unterhalten und die etwas besser kennen lernen."
    Es quälte sie zwar, ihm gerade geraten zu haben erst mit den anderen über deren Meinung zu ihr zu reden, aber er hätte unmöglich irgend einem anderen Vorschlag zugestimmt. Der einzige Vorteil an diesem Schachzug war, dass er, falls er überhaupt kommen sollte, aus eigener Überzeugung kommen würde. Wahrscheinlich würden dabei dann Sachen aufkommen wie 'Ich hab gehört, du hast nach deinem ersten Tod Yukiko umgebracht, weshalb sollte ich dir trauen?'. Wie sollte sie so etwas beantworten? Schließlich konnte sie ihm doch nicht einfach die Wahrheit sagen, er würde sie entweder für Verrückt oder eine schlechte Lügnerin halten. Sie würde sich wohl oder übel auf solche Fragen vorbereiten müssen, für einen Rückzieher war es jetzt ohnehin zu spät.


    Nachdem sie Kenichi ihren Vorschlag gemacht hatte, ging sie, ohne auf eine Antwort oder einen Einwand zu warten. Sie wartete auch nicht auf Leo, denn sie wollte vorerst nur für sich sein. Momentan wäre es ohnehin für sie besser, wenn Leo sich eher mit den anderen anfreunden würde, da er möglicherweise herausfinden konnte, was sie tun musste um bei den wenigen, bei denen sie noch eine Chance hatte, gut zu stehen.

  • [Yukiko Sakamato]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Ihr flatterten die Ohren, als sie den ersten Teil von Ibukis Vorschlag hörte. Yukiko starrte Ibuki für ein paar wenige Momente fassungslos an. Hatte das Mädchen denn gar keine Scham oder Skrupel? Oder war sie einfach nur verzweifelt und klammerte sich jetzt an die letzten Strohhalme? Als dann auch noch Yukikos Name fiel, verstand sie die Welt nicht mehr. Ihr war völlig unklar, was sie damit zu bezwecken versuchte. Wenn sie Kenichi für sich gewinnen wollte, musste sie doch wissen, dass es nicht gerade zuträglich war, wenn sie dabei war. So hätte sie einen Teufel getan und sich dazwischen geschaltet. Natürlich hätte es sie gestört, wenn Kenichi ihr auf den Leim gegangen wäre, aber es war seine Entscheidung. Sie hatte da wenig zu sagen, geschweige denn konnte sie ihm befehlen keinen Kontakt zu Ibuki aufzubauen.


    Deswegen sah Yukiko ihr auch nur wortlos hinterher, als sie den Raum verließ.



    [Kenichi Inugami]


    Ibukis Einlenken ließ die die negativen Nuancen seines ersten Eindrucks verblassen. Doch als er dann ihren Vorschlag hörte, zeigte sich auf seinem Gesicht pure Überraschung und Verwirrung. Er warf einen Blick zu Leo und da war Ibuki dann auch schon aus der Tür verschwunden. Einen Moment lang überlegte er ihr zu folgen, um die Ernsthaftigkeit ihres Vorschlags noch einmal zu bestätigen. Dann überlegte er es sich jedoch anders und wandte sich stattdessen an Leo.
    "Leo-kun, hat sie das ernst gemeint? Geht ihr regelmäßig in ihr Zimmer?"
    Er machte eine kurze Pause, in der er Augenkontakt suchte, um seinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen:
    "Ich bin noch ganz im Klaren, was die Situation angeht, aber ihr solltet damit aufhören. Nicht weil ich euch die Zweisamkeit nicht gönne, sondern weil das geradezu danach schreit den Schülerpräsidenten inklusive der ganzen Lehrerschaft auf den Plan zu rufen. Es überrascht mich, dass ihr, wenn ihr das schon länger macht, noch keine kreischenden Mädchenhorden aufgescheucht habt. Irgendwie ironisch, dass sie mir vorhin noch eine Predigt darüber gehalten hat, nicht den Zorn des Schülerpräsidenten auf mich zu ziehen."


    Er kratzte sich am Kopf und überlegte sich eine Alternative. Doch ehe er zu einer formulierten Antwort kam, fragte Yukiko mit einer offensichtlich mühevoll beherrschten Stimme:
    "Überlegst du, ob du gehen sollst?"
    Ihr Tonfall in Kombination mit ihrer kompletten Körperhaltung, die man wortwörtlich mit "sich zusammen reißen" beschreiben konnte, brachte ihn zum grinsen. Es war so offensichtlich, dass ihr der Vorschlag alles andere als gefiel.
    "Nein tue ich nicht", erwiderte er amüsiert, während er beobachtete wie ihre Schultern sich erleichtert senkten.
    "Bei euch ist das vielleicht anders, aber ich habe eine ganze Zeit lang unter den Schülern gelebt und ich schwöre euch, wenn mich die ein oder andere Mitschülerin im Mädchenwohnheim sehen sollte, werde ich den nächsten Tag trotz automatischer Wiederbelebung nicht mehr erleben."
    Als Yukiko darauf ein völlig verständnisloses Gesicht aufsetzte, unterdrückte er ein Lachen, was in einem kurzen Prusten endete. Sie lief darauf erneut rot an, ging aber nicht weiter darauf ein, sondern fragte stattdessen:
    "Also gehst du nicht?"
    "Nein, allerdings würde ich trotzdem gerne mit ihr reden... Und deswegen...", er wandte sich dabei wieder an Leo und sagte:
    "Solltest du ihr das ausrichten. Du bist anscheinend der einzige, der das kann. Von Rika wollte sie wahrscheinlich nicht, dass sie es erfährt, und ich habe das Gefühl, dass sich nur ungern alleine in ihrer Nähe befindet, geschweige denn alleine in ihrem Zimmer."
    Yukikos Reaktion darauf war eindeutig. Sie senkte beschämt den Kopf und zog die Schultern zusammen. Kenichi interpretierte das als deutliches Zeichen dafür, dass die Vorstellung mehr als nur einfach unangenehm für sie war.
    Nach einem trockenen Lachen fügte er dann noch hinzu:
    "Ich bete, dass du wenigstens noch diese eine Kamikaze Mission überstehen wirst, Leo-kun."

  • [Leo Leopold]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Durch Ibukis Ansage an Kenichi ging Leos Frage unter. Dies kümmerte ihn jedoch herzlich wenig.
    Als Kenichi ihn dann noch fragte wie das zwischen Leo und Ibuki aussah, war er wieder ganz bei der Sache.
    Zugleich riet Kenichi Leo davon ab, Ibuki erneut im Mädchenwohnheim zu besuchen.
    "Hmm... ich war bisher nur einmal bei ihr... Klingt vernünftig, Dude, ich nehms mir zu Herzen!" antwortete Leo während er etwas beschähmt zu Kenichi sah. Langsam bekam er ein anderes, besseres, Bild von Kenichi. Nun bat Kenichi ihn, Ibuki auszurichten, dass er mit ihr reden möchte. Darauf antwortete Leo "Kamikaze ist inzwischen mein täglich Brot!". Er hielt kurz inne und musste grinsen. "Ich mach mich gleich nach dem Essen auf den Weg!" fuhr er dann mit knurrendem Magen fort.

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  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    Der Abgang von „Miss Eisenhart“ war schon fast bühnenreif, mit ihrem schweren Seufzer im Vorfeld. Wahrscheinlich war sie davon überzeugt, dass alle außer ihr einfach nicht sehen konnten, wie sehr sie sich bemühte. Ihren Blicken nach zu urteilen hatte sie die Anwesenden bereits in Schubladen verfrachtet, die das Lochraster für alle weiteren Entscheidungen bildeten.
    Rika und Akuma-san waren wohl schon als nicht weiter manipulierbar abgebucht worden, wenn man ihre Einschränkung bei den Personen und der offenen Tür nach urteilte.
    Rika war es ziemlich egal, was dieses Mädchen von ihr dachte. Sie würden eh nie miteinander auskommen. Es erinnerte sie viel zu sehr an die Bestrebungen in ihrer alten Klasse, wo die Interessen aller auf bestimmte Punkte festgelegt wurden, die wiederum von der Führungs-Clique ausgewählt wurden. Diese Spielchen hatten ihr schon da nicht gefallen.
    Wahrscheinlich wäre ein weniger attraktives Aussehen für sie angenehmer gewesen, weil man dann weniger Interesse an ihr gehabt hätte.
    Das Magenknurren von Leopold-san unterbrach kurz ihre Gedanken.
    Von der Uhrzeit her war es bald Zeit für die große Pause, aber da würde es keine großen Gerichte geben. Das war ja eher die Zeit für Brötchen, Sandwich und kleine Snacks. Ob er davon satt werden würde?
    Die kleine Vorführung zwischen Yuki und Kenichi-kun war da doch bedeutend amüsanter.

    [Hayato Akuma]
    Das Leo ihn direkt ansprach, wegen Ideen zum Beschaffen von Essensmarken, war zum einen ja schmeichelhaft, aber irgendwie hatte er gerade keine wirkliche Idee.
    Um den derzeitigen Hunger zu bekämpfen, konnte er ihm ja noch von den Marken geben, die sie bei der Tauschaktion zusammengetragen hatten.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • [Yukiko Sakamato]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    "Gut, dann drück ich dir die Daumen", sagte Kenichi an Leo gewandt, wobei er leicht die Stirn runzelte. Für Yukiko sah es so aus, als hätte er nicht alles verstanden, was Leo gesagt hatte. Ihr erging es ähnlich. Das Wort "Dude" hatte sie bis jetzt auch noch nicht gehört. Zum Schul und Geschäftsenglisch, das ihr beigebracht worden war, gehörte es jedenfalls nicht.
    Das Ibuki sich mit einem nett inszenierten Abgang verabschiedet hat, ließ sie ein wenig entspannen. Trotzdem blieb da noch immer das Problem, das Kenichi nicht wusste, worauf er sich da einließ. Sie warf ihm einen heimlichen Blick zu, der aber prompt von ihm bemerkt und mit einem fragenden Gesichtsausdruck erwidert wurde. Für einen Moment hielt sie den Blickkontakt, brach ihn aber schnell wieder ab und sah zu Boden. Kenichi war zwar sein eigener Herr, aber etwas in ihr wollte einfach nicht, dass er sich mit Ibuki einließ. Auch wenn es ihr Bauchschmerzen verursachte, sollte sie ihn vielleicht begleiten. Nur um sicher zu gehen, dass sein Bild von ihr nicht auf Lügen basieren wird.
    Allerdings verschwendete sie auch nicht all zu viele Gedanken daran, denn Leos Frage blieb noch immer unbeantwortet. Kein Wunder, denn Hayato wusste ja auch nichts von ihren Plänen. Verstohlen lugte Yukiko deswegen zu Rika rüber. Leo war noch hier, weswegen sie ungern die geplante Tauschaktion in der Krankenstation ansprechen wollte. Ibuki sollte erst davon erfahren, wenn sie die zumindest einmal durchgeführt hatten und nicht schon davor. Ihr war unwohl bei dem Gedanken, dass sie sich wieder in das Projekt hineinzwängen würde, wie sie es bei der Barrikadenstaffel versucht hat.
    Deswegen fragte sie Rika lediglich:
    "Haben wir noch Marken übrig, oder sind die alle schon weg?"

  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:02 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    "Haben wir noch Marken übrig, oder sind die alle schon weg?" Yuki hatte sich tapfer um die Kleinigkeit der bereits geplanten Aktion herum geredet.
    "Wir haben am ersten Tag ja nur Marken für die Cafeteria bekommen, da wir die Aktion zum Unterrichtsschluss durchgezogen haben", setzte Rika auf die direkte Frage an.
    "Davon sind noch ein paar übrig!" wandte Akuma-san ein, bevor Rika noch weiter sprechen konnte.
    Leopold-san schien von dieser Information recht angetan, auch wenn Rika nicht wusste, ob man am Vormittag überhaupt zur Cafeteria gehen konnte.
    Eigentlich versorgten sich die Schüler ja im Schulgebäude an den Ständen. Und die Marken waren auch nur für diesen Zweck zu gebrauchen.
    Bei den Automaten in der Cafeteria brauchten sie die anderen Essensmarken!
    Rika wurde sich bewusst, dass sie nicht unbedingt in der großen Pause schon den Tauschhandel abschließen sollten, da sie sonst nur Snacks oder Bentos damit bekommen würden. Da musste dann wohl so etwas wie eine Anprobe- und Testvorführung her, damit sie für die Tauschartikel auch die richtigen Marken bekamen.
    Da jeder Schüler auch nur die notwendigen Marken bekam, war die Auswahl zur großen Pause auch geringer.
    Nur brauchten sie ja auch mal was für Zwischendurch, wenn das Frühstück mal ausfiel.


    [Hayato Akuma]
    Bevor er auch hier noch mit dem Notwendigen zurückhielt, hatte Hayato die noch vorhandenen Marken sozusagen in den Ring geworfen.
    "Für die Sache mit dem Passwort muss ich mir den richtigen Augenblick aussuchen", dachte er leicht angespannt.
    Die Sache mit dem Vertrauen war eine sehr fragile Geschichte, aber trotzdem hatte er lieber geschwiegen. Im Augenblick war das Büro auch nicht im Fokus.
    Jetzt ging es eher auf die große Pause zu.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • [Yukiko Sakamato]
    Tag 3 – 11:02 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    "Also ich könnte vielleicht meine...", Kenichi stockte kurz, als würde er mit dem Wort kämpfen, "Freunde fragen, ob die ein paar Marken übrig hätten für uns. Wobei sich das wahrscheinlich nur dann auf eine Kleinigkeit für jeden belaufen würden", meinte Kenichi. Mit einem Blick zu Leo fügte er noch hinzu:
    "Besser als nichts, wenn wir keinen Weg finden sollten uns Marken zu beschaffen... Außerdem denkt es sich mit komplett leerem Magen nicht gut."
    "Dann erweckst du den Eindruck durchgehend hungrig zu sein", rutschte es Yukiko in flüsterndem Ton heraus.
    "Was hast du da gerade gemurmelt?", fragte Kenichi mit skeptischem Blick. Doch statt ihm zu antworten, erwiderte sie seinen Blick und meinte dann in normaler Lautstärke zur Runde:
    "Dann würde ich sagen, dass wir einfach mal gucken wie weit wir mit unseren restlichen Marken kommen. Währenddessen können wir uns ja überlegen wie es dann weitergehen soll."



    [Kenichi Inugami]


    Als Yukiko verstummte, knuffte Kenichi sie in die Seite, was ihm einen bösen Blick einbrachte, den er aber geflissentlich ignorierte. Hartnäckig fragte er dann in einem ähnlich leisen Ton wie Yukiko ihn benutzt hatte:
    "Was hast du jetzt gesagt?" Doch sie ignorierte ihn nur weiter, worauf er anfing ihr mit dem Finger in Seite zu stupsen. Zuerst versuchte sie auch dies zu ignorieren, doch sobald er bemerkte, dass sie ihre Gesichtszüge nicht vollständig unter Kontrolle hatte. Getrieben von Trotz und Neugierde fing er an sie ein wenig zu kitzeln, worauf sie fast augenblicklich reagierte, in dem sie erschrocken zur Seite sprang. Doch Kenichi hatte bereits seine Hand in Position gebracht um sie auf Hüfthöhe abzufangen. Dann zog er sie zu sich, legte ihr bedrohlich die Finger auf die Körperseite und sagte mit einem gefährlichen Lächeln:
    "Also spucks schon aus. Was hast du gesagt?" Zuerst sah es aus, als würde sie antworten. Insbesondere da sie Kenichi einen Moment völlig fassungslos und mit hochrotem Gesicht angesehen hatte. Doch dann zog sie die Schultern hoch und trat ihm mit Schmackes auf den Fuß. Kenichi verzog das Gesicht, verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und ließ sie los. Sie warf ihm noch einen weiteren bösen Blick zu, den er jedoch trotzig erwiderte. Dann murmelte sie schließlich:
    "War nichts Wichtiges... Nur ein Kommentar über Personen, die ständig hungrig erscheinen."
    "Mmhhh", gab Kenichi von sich, während er ihr Seitenprofil mit einem Lächeln betrachtete.

  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:03 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    Somit war das Thema wieder komplett auf die Essensmarken zurück gekommen. Rika beobachtete das Mienenspiel der beiden, während sie ihre kleine Aufführung fortsetzten. Es war einer dieser Aspekte des Lebens, dass man aus dem Abseits eine Situation viel klarer erkennen konnte, als es den beiden beteiligten möglich war.
    Auch der Fußtritt hatte seine Berechtigung und wurde auch akzeptiert. Rika wusste dabei genau, dass sie diese Anziehungskraft nicht von sich aus bei Yuki ansprechen würde. Sie konnte die Dinge für sich klarer deuten, als sie diese anderen verständlich machen konnte. Es erinnerte sie augenblicklich an andere Vorfälle, bei denen solche Versuche übel ausgegangen waren. Meist kam sie mit den alten Leuten in solchen Momenten besser klar, da diese ihre Aussagen im richtigen Kontext interpretieren konnten.
    Wieder spürte sie den kleinen Stich, der jedes Mal mit der Erkenntnis einher ging, dass sie nur begrenzt zur menschlichen Interaktion fähig war. Ihr technisches Verständnis brachte ihr Denken einfach zu oft auf eine andere Ebene, die von anderen nicht nachvollzogen werden konnte.
    Sie schüttelten die dunklen Gedanken schnell wieder ab, denn sie wusste nur zu gut, wohin sie führten.
    "Dann sollten wir wohl besser jetzt gehen, denn die große Pause steht ja auch bald an!" meinte sie munter. "Vielleicht sollten wir ihn dort erst noch auf einen der Tische legen."
    Sie deutete dabei mit dem Kopf auf die stille Gestalt, der man das gebrochene Genick so gar nicht ansah. Er würde wahrscheinlich im gleichen Zeitraum wie die beiden anderen wieder erwachen.
    Akuma-san nickte zu ihrem Vorschlag und trat zu dem leblosen Körper. Leopolt-san und Inugami-san packten mit zu. Sie legten den Körper auf den Tisch, auf dem Inugami-san vorher gelegen hatte.
    Danach machten sie sich ohne weitere Worte auf den Weg zur Cafeteria, der sie ja wieder am Lehrerwohnheim vorbei führen würde. Der Weg über die untere Brücke war ja zu umständlich, und am Schulgebäude wollten sie auch nicht entlang laufen, da blieb nur der Naturstreifen zwischen dem Lehrerwohnheim und der Bachklamm.
    Rika nahm bei der Treppe die Spitze der Gruppe, so dass sie durch das Beobachten der Umgebung abgelenkt war. Im Bereich der Straße vor dem Lehrerwohnheim war die größte Gefahr, dass man sie zufällig bemerkte.
    Nachdem sie erst einmal rechts am Lehrerwohnheim vorbei zwischen den Bäumen angekommen waren, konnte man sie vom Schulgebäude aus nicht mehr sehen. Dabei war ja noch nicht einmal klar, ob der Tenchi die ganze zeit über wirklich dort blieb.
    Es war gerade erst der dritte Tag in dieser seltsamen Welt, aber der Weg durch die Bäume war ihr inzwischen schon richtig vertraut. Als sie auf der anderen Seite wieder auf die Straße traten, lag die obere Brücke und dahinter die Cafeteria bereits in Sicht.


    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 11:18 Uhr – Gelände der Schule - Obere Brücke


    Hayato überlegte auf dem Weg weiter, wie er einen günstigen und vor allem passenden Zeitpunkt finden konnte, bei dem seine kleine Manipulation zur Sprache kommen konnte. Diese Gruppe war in dieser Welt wohl die einzige Chance etwas gegen die regeln des Schöpfers unternehmen zu können. Auch wenn es ihm sehr schwer fiel, die anderen einfach so zu akzeptieren. Dieses Rollendenken, das man in Japan sehr früh auf die Kinder zu übertragen begann, machte es später schwer, sich an andere Begebenheiten anzupassen.
    Er war nicht wirklich gut darin, sich an andere anzupassen. All diese anderen Meinungen, die berücksichtigt werden wollten! Es war wie der Versuch, eine Gleichung mit unendlichen Variablen lösen zu wollen.
    Hayato hatte aber auch gemerkt, dass diese anderen nicht einfach Befehlsempfänger waren oder etwa sein wollten. Besonders wurmte ihn die eigene Erkenntnis, dass er nicht der richtige Anführer für diese Gruppe war. Klar, die Zicke wollte sich auch krönen, aber sie hatte wohl noch nicht den Gedanken aufgegeben.
    Als sie in der Cafeteria ankamen, machte sich Leo gleich auf den Weg zu einem der Automaten. Hayato hatte noch immer nicht den passenden Moment gefunden und überlegte weiter. Sein Blick glitt zu der Uhr über dem Eingang. Es war gerade 11:20 Uhr geworden.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


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  • [Yukiko Sakamato]
    Tag 3 – 11:25 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria

    Der Weg zur Cafeteria war recht still gewesen. Yukiko hatte versucht ein Gesprächsthema zu finden, aber mittlerweile war bezüglich der Marken schon alles Wichtige gesagt worden und sonst konnte sie nur darüber nachdenken, was Kenichi jetzt von ihr dachte. Aber das wollte sie unter keinen Umständen vor den anderen besprechen. Aus irgendeinem Grund ließ allein der Gedanke daran sie erröten, weshalb sie die meiste Zeit zu Boden blickte. Ab und zu warf sie zögerliche Blicke zu Kenichi, der die ganze Zeit neben ihr ging. Ab und zu bemerkte er es und ihre Blicke kreuzten sich, worauf Yukiko schnell wieder zu Boden sah. Kenichi setzte nur einen fragenden Gesichtsausdruck auf, behielt seine Fragen aber für sich, was Yukiko erleichterte und in ihr zugleich eine seltsame Angst vor dem Gespräch unter vier Augen weckte.


    In der Cafeteria angekommen änderte sie an der Atmosphäre nicht viel. Yukiko hatte wegen ihrer Nervosität und Sorgen kaum Hunger, weshalb sie ihre Hände in ihrem Schoß vergrub und schweigend abwartete bis die anderen fertig waren. Ab und zu warf sie wieder Blicke zu Kenichi. Er aß gemütlich sein Reisgericht und erwiderte jedes Mal ihre Blicke mit einem mehr oder weniger verständnislosen Ausdruck. Sie wünschte wirklich, dass sie irgendwas hatte, womit sie das flaue Gefühl in ihrem Magen bekämpfen könnte. Aber nur dafür eine Marke zu verschwenden, kam nicht in Frage. Zumindest keine für ein größeres Gericht. Vielleicht hätte sie auf dem Weg einen Abstecher ins Schulgebäude machen sollen, um sich ein Brot zu besorgen. Dann hätte sie jetzt wenigstens etwas zu tun.

  • [Leo Leopold]
    Tag 3 – 11:25 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria


    Ohne Worte war Leo mit den Anderen zur Cafeteria gegangen. Dort angekommen rannte er sofort zu den Automaten, um sich ein Reisgericht zu holen.
    Stillschweigend saß er nun neben Kenichi und aß seine Mahlzeit. Keine zwei Minuten vergingen und schon war sein Teller leer.
    "So ich bin satt, ich suche mal Ibuki-tan und richte ihr dein Interesse aus!" sagte Leo, ohne den Fehler mit der Anrede zu bemerken, an Kenichi gewandt. Mit diesen Worten verließ er die Cafeteria in Richtung des Mädchenwohnheimes.

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  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:27 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria

    Irgendwie war im Augenblick jeder mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Weder Yuki noch sonst jemand brachte ein Gesprächsthema auf, so dass diejenigen, die zum Essen hergekommen waren, diesen Vorgang schnell erledigten.
    Leopold-san schien nur zu diesem Zweck mitgekommen zu sein, denn er schlang seine Mahlzeit regelrecht herunter und brachte dann einen Spruch, als wäre er zu hause am Tisch gewesen. Da eh niemand sprach, marschierte der Junge aus der Cafeteria, um sich zu "Miss Eisenhart" zu gesellen. Das er sein Geschirr dabei einfach auf dem Tisch stehen ließ, fiel ihm dabei wohl gar nicht ein. Vielleicht hatte man ihm sonst ja alles nach geräumt?
    "In einer halben Stunde müsste Yoshio wieder erwachen", meinte Akuma-san in die Stille. Rika nickte zustimmend.
    "Da wir im Augenblick nichts weiter zu besprechen haben, würde ich mich anbieten, dort auf sein Erwachen zu warten."
    Rika fand es sehr entgegenkommend, dass er dieses Angebot machte. Schließlich rückte die große Pause auch immer näher und Kouta war alleine im Krankenzimmer zurück geblieben. Er nickte noch einmal kurz in die Runde und verließ dann ebenfalls die Cafeteria.
    "Dann sollten wir wohl so langsam zum Krankenzimmer zurück kehren", meinte Rika zum verbliebenen Rest. Yuki war derzeit zu sehr mit ihren widerstreitenden Gefühlen beschäftigt und Inugami-san achtete mehr auf sie. Also würden die beiden wohl mit diesem Spiel der Blicke fortfahren, wo auch immer sie waren.
    Rika kannte die neutrale Position des Beobachters viel zu gut, als dass sie sich eingemischt hätte. Was für sie klar zu sehen war, erschien den Beteiligten einfach unmöglich. Sollte sie ihre Meinung einfach mitteilen, dann würde das nur Empörung hervorrufen, da soetwas ja niemals stimmen konnte.
    Sie übernahm also die Spitze der kleinen Prozession, während sie sich auf den Weg zum Schulgebäude A machten. Sie würden dann noch eine knappe Viertelstunde für die abschließenden Vorbereitungen haben, bevor die große Pause begann.
    Und sie wollte bestimmt nicht nur Brötchenmarken eintauschen, deshalb musste ein Großteil der Veranstaltung eher wie eine Modeshow aufgezogen werden, bei der die Ware nach Schulschluss abgeholt werden würde. Dann hätten die Schüler auch die richtigen Marken.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


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  • [Kenichi Inugami]
    Tag 3 – 11:27 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria


    Kenichi stutzte, als er hörte, wie Leo Ibuki mit 'tan' bezeichnete. An Yukikos Gesicht erkannte er, dass es nicht nur ihm so ging. Rika war jedoch weniger überrascht und schien dem kaum Bedeutung beizumessen. Also beließ er es nach einem kurzen Zögern auf sich beruhen. Ibuki würde ihm wohl schon sagen, was sie davon hielt, wenn er es ihr gegenüber verwenden würde.


    Als sich Hayato danach verabschiedete, ergriff Kenichi das Wort. An die beiden Mädchen gerichtet fragte er:
    "Dieser Yoshio, war der Junge, den wir zurückgelassen haben, richtig? Wie ist er eigentlich ums Leben gekommen?"
    Zuerst antwortete keiner, als er dann jedoch Yukiko auffordernd ansah, zog sie angespannt die Schultern hoch und sagte leise, um nicht von passierenden Schülern gehört zu werden:
    "Das war... eine Art Unfall. Jemand ist auf ihn gefallen und dabei hat er sich wohl das Genick gebrochen."
    Verdattert blinzelte Kenichi und wiederholte skeptisch:
    "Jemand ist auf ihn gefallen? Wie denn bitte das? Und wer? Leo-kun?"
    "Jemand... anderes."
    "Ja und wer?", fragte er noch einmal nach, wobei er diesmal skeptisch die Stirn runzelte. Darauf seufzte Yukiko und verbrachte den Rest des Weges zur Krankenstation damit ihn über die Begegnung mit TK und sein plötzliches verschwinden aufzuklären.


    Unter normalen Umständen hätte er ihr nur schwer glauben können, aber da er selbst vor wenigen Minuten noch tot gewesen war, kam er nicht drumherum die Geschichte so zu akzeptieren.
    "Und er hat Hayato wirklich eine Waffe gegeben?", fragte er.
    Langsam nickte Yukiko und konnte dabei nicht verbergen, dass ihr es alles andere als gefiel.


    Schließlich kamen sie bei der Krankenstation an und beim Betreten fiel Kenichi etwas ein, dass er schon länger hatte fragen wollen.
    "Entschuldigt übrigens, dass ich gedacht habe ihr würdet hier mit Drogen dealen wollen."
    Als er das sagte zuckte Yukiko unwillkürlich zusammen. Sofort verdrängte sie die aufkeimenden Gedanken, ohne zu bemerken, dass Kenichi sie dabei verwundert betrachtet hatte.
    "Drogen sind es natürlich nicht, aber was dann? Ich glaube kaum, dass ihr Aspirin gelagert hab."
    Wieder zögerte Yukiko. Sie sah einmal abwartend zu Rika, die jedoch damit beschäftigt war Kouta im Raum ausfindig zu machen. Nach einem weiteren Augenblick des unsicheren Zögerns klärte sie ihn schließlich auf.
    "Wir haben ein paar Dinge... zusammengebastelt und gemischt. So was wie Kosmetik und Kleidung", sie deutete dabei mit dem Blick auf ihre Bluse. "Wir wollen die Sachen dann gegen Essensmarken eintauschen. Zumindest ist das der Plan... Von dem Ibuki und Leo übrigens noch nichts wissen..."
    Er lächelte und sagte:
    "Verstehe. Falls sie versucht mich auszufragen, werde ich den Mund halten."
    Yukiko nickte erleichtert, worauf Kenichi den Raum betrachtete und Kouta entdeckte. Ein wenig überrascht sah er ihn an, lächelte dann aber und fragte Yukiko:
    "Und wer ist das?"
    Überrascht erwiderte sie seinen Blick und erwiderte:
    "Du hast ihn schon gesehen... Also du... Kurz bevor du auf den Schülerpräsidenten getroffen bist. Er war auch hier."
    "Oh..." An ihn gewandt, sagte er dann mit einer entschuldigenden Verbeugung:
    "Tut mir leid, für die Szene, die ich gemacht haben muss... Ich war nicht ganz ich selbst. Mein Name ist Kenichi Inugami. Kannst mich aber auch gerne beim Vornamen nennen."

  • [Kouta Nemura]
    Tag 3 – 11:47 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer

    Nachdem die anderen so schlagartig aufgebrochen waren, hatte Kouta sich alleine um die Verstecke gekümmert, so dass von den Waren nichts mehr irgendwo auf die Schnelle entdeckt werden konnte.
    Da er trotzdem noch einiges an Zeit übrig hatte, war sein Interesse wieder zur Chemie gewechselt. Nachdem er am ersten Tag ziemliche Probleme mit Kopfschmerzen gehabt hatte, hatte er sich genau die Medizin dafür mal genauer angeschaut. Aber leider waren die genauen Zutaten nicht heraus zu finden, so dass er seine Versuche aufgeben musste.
    Das die anderen sich wegen dem Jungen Sorgen gemacht hatten, der eine ziemliche Szene hier im Raum aufgeführt hatte, war Kouta durchaus bewusst, aber er konnte sich nicht so einfach auf ihm fremde Leute einlassen.
    Überhaupt, war er nicht unbedingt gerne unter vielen anderen Leuten. Selbst zu hause hatte er mehr in seinem kleinen Labor gewerkelt, als dass er mit Gleichaltrigen unterwegs gewesen wäre.
    Außerhalb der Chemie war er auch sehr durchschnittlich in der Schule, was ihm wenigstens den Ruf als Streber erspart hatte. Es war auch so schon schlimm genug gewesen...
    Trotz seiner Experimente behielt er die Uhr im Auge, denn die Aktion sollte ja zur großen Pause starten. Als dann wieder Schritte auf dem Flur erklangen, hatte er sich in eine nicht sofort einsehbare Ecke des Krankenzimmers verzogen, wo er notfalls einen auf unwohl machen konnte.
    Als die Tür geöffnet wurde, setzte er sich schon mal vorsorglich auf das Bett, dass hinter einer Stellwand verborgen war.
    "Kouta?" fragte eine Stimme, die er sofort erkannte.
    Er stand wieder auf und kam um die Stellwand herum. Rika kam ihm schon entgegen und hinter ihr erkannte er Yukiko und den Jungen, der die Szene aufgeführt hatte.
    Rika fragte ihn mit gesenkter Stimme, ob die Artikel alle entsprechend untergebracht waren. Kouta bestätigte ihr das. Während sie ihm lächelnd dankte, kam der andere Junge näher.
    "Tut mir leid, für die Szene, die ich gemacht haben muss... Ich war nicht ganz ich selbst. Mein Name ist Kenichi Inugami. Kannst mich aber auch gerne beim Vornamen nennen." stellte er sich mit einer Verbeugung vor.
    Kouta reagierte automatisch ebenfalls mit einer Verbeugung.
    "Es war halb so wild für mich", versicherte er dabei. "Mein Name ist Kouta Nemura. Freud mich, dich kennen zu lernen, Kenichi."


    [Rika Sumiyoshi]
    Rika hatte die Entschuldigung von Kenichi mit einem Kopfnicken zur Kenntnis genommen, bevor sie weiter in den Raum gegangen war. Kouta hatte sich einen guten Platz ausgewählt, stellte sie anerkennend fest, als dieser auf ihren Ruf hinter einer Stellwand auftauchte.
    "Hast du alles an Ware entsprechend unserer Vorplanung unterbringen können?" fragte sie ihn mit gesenkter Stimme. Sie stand dicht genug an der Wand, um die Stimme eines Lehrers aus dem benachbarten Klassenzimmer hören zu können.
    Kouta bestätigte ihr, dass alles untergebracht war. Damit waren erst einmal größere Verluste, falls "Miss Eisenhart" etwas abzweigen wollte, minimiert.
    Während sie mit Kouta sprach, unterhielt sich auch Yuki mit Kenichi. Und diesmal konnte sie nicht mehr drum herum reden, was hier passieren sollte.
    Nachdem sich die beiden Jungen bekannt gemacht hatten, erklärte sie:
    "Wir wollen hier in der großen Pause so etwas wie eine kleine Verkaufsshow machen. Das heißt, wir müssen die Schülerinnen ansprechen, sie hierher bringen und ihnen dann das Angebot unterbreiten, das wir bislang zusammenstellen konnten.
    Da es ja erst die große Pause ist, werden sie nur Essensmarken für die Verkaufsstände unten im Erdgeschoss haben, die gerade ihre Auslagen aufbauen. Deshalb wollen wir nicht gleich alles an den Mann bringen, sondern erst einmal Interesse wecken.
    In die Klasse könnten sie sowieso nichts mitnehmen, also richten wir es ein, dass sie nach Unterrichtsschluss wieder herkommen und dann mit Essensmarken für die Cafeteria ihre Waren tauschen. Dabei könnten natürlich einige versuchen, ohne Marken was abzugreifen... Dabei würde dann eine Aufsicht gebraucht. Interesse?"
    Bei ihrer letzten Ausführung blickte sie Kenichi direkt in die Augen.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

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  • [Kenichi Inugami]
    Tag 3 – 11:47 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer


    "Mir ist es ebenfalls ein Vergnügen dich kennen zu lernen, Kouta."


    "Gern", erwiderte Kenichi, nachdem Rika irhen Vorschlag unterbreitet hatte.
    "Allerdings gibt es da vielleicht ein kleines Problem... Wobei es vielleicht auch ein Vorteil sein könnte."
    Er zögerte, um eine passende Formulierung zu finden, während alle anwesenden ihn fragend ansahen.
    "Mein Ruf ist... Ich bin eher als rauer Kerl bekannt. Insbesondere bei den Mädchen... Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass sie Angst vor mir haben. Also die besonders ängstlichen. Könnte also sein, dass meine bloße Anwesenheit die Begeisterung ein wenig dämpfen würde... Wobei es dann garantiert niemand wagen würde, was Dummes anzustellen... Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass die normalen Schüler das überhaupt tun würden."
    Mit einem entschuldigen Lächeln sagte er dann:
    "Eure Entscheidung."

  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:47 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer


    Rika hob bei seinem Einwand erstaunt eine Augenbraue. Das er sich selbst so gut einschätzen konnte und dies auch noch ehrlich vertrat gefiel ihr. Sie blickte kurz zu Yuki, deren Blick aber eher auf Kenichi gerichtet war.
    "Ich empfinde es, ehrlich gesagt, nicht als Problem. Es gibt der ganzen Sache vielmehr den "Piratentouch", den wir derzeit gut gebrauchen können. Die Zögerlichen werden so oder so zögern, ob nun ein "rauer Kerl" oder etwas anderes der Grund ist.
    Unsere Schwachstelle ist derzeit eher, dass wir noch gar nicht wirklich organisiert sind. Der Tenchi wird, meiner Ansicht nach, bei Tauschgeschäften nicht gleich sein Schwert zücken. Aber falls jemand hier einen Aufstand macht, dann könnte er sich trotzdem gezwungen sehen, einzugreifen.
    Durch deinen Ruf halten wir also diese Gefahr auf einem Minimum."
    Nachdem sie ihre Ausführung beendet hatte, trat sie auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen.
    "Willkommen bei den Schminke-Piraten!" meinte sie lächelnd dazu. An Yukis leichter Rötung des Gesichts nahm sie dabei deren Freude wahr.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • [Kenichi Inugami]
    Tag 3 – 11:47 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer


    "Schminke-Piraten?", Kenichi musste bei dem Namen breit grinsen, "In Ordnung. Dann spiel ich gerne den Aufpassen. Aber nur solange ihr nicht auf die Idee kommen solltet mich schminken zu wollen."
    Er ergriff ihre Hand und gab ihr einen festen und ehrlichen Händedruck.
    "Mein Job ist es also dann für Ruhe zu Sorge, eventuelle Streitereien um die letzten Döschen Schminke zu schlichten und eventuell, falls etwas furchtbar schief laufen sollte, den Tenchi davon abzuhalten alles auseinander zu nehmen... Hört sich gut an. Und was ist mit Ibuki? So wie es aussah, war niemand wirklich gut auf sie zu sprechen. Soll ich sie versuchen rauszuschmeißen, wenn sie hier auftauchen sollte? Aus welchen Gründen auch immer?"



    [Yukiko Sakamato]


    Zuerst hatte sie sich wirklich darüber gefreut, dass sich Kenichi dazu entschieden hatte sie zu unterstützen. Anfangs hatte sie versucht ihr Lächeln noch zu unterdrücken, was jedoch nicht lange gelang. Als er dann aber Ibukis Namen erwähnte, verschwand ihr Lächeln abrupt. Es war seltsam. Eine Zeit lang war ihr Ibuki völlig egal gewesen. Als sie sie in der Krankenstation getroffen hatte, hatte sie am Ende noch nicht einmal mehr Angst vor ihr gehabt. Viel mehr hatte sie es einfach als Fakt akzeptiert, dass sie kaum etwas gegen sie ausrichten könnte, aber auch nicht nachgeben wollte. Die einzige Möglichkeit war das miteinander zu verbinden war ihr gegenüber gleichgültig zu sein. Sollte sie doch machen was sie wollte, aber von ihren Plänen würde Ibuki sie nicht abbringen können. Doch jedes Mal wenn Kenichi ihren Namen erwähnte, fühlte es sich an, als würde jemand ihr eine Nadel in die Seite jagen.
    Trotz alle dem meinte sie beherrscht:
    "Wirklich rausschmeißen ist vielleicht ein wenig zu krass... Nur wenn sie versucht einen Aufstand zu machen. Wir können es eh nicht für immer vor ihr geheim halten, insbesondere da sie schon weiß, dass ich regelmäßig in der Krankenstation sein werde... Irgendwann wird sie bestimmt auf die Idee kommen mir einen Besuch abstatten zu wollen."
    "Ich dachte ihr könnt euch nicht leiden?"
    "Deswegen ja."
    "Versteh ich nicht."
    "Musst du auch nicht."
    "Würd ich aber gerne."
    Gereizt sah sie ihn an. Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich in die Ecke gedrängt.
    "Das ist eine lange Geschichte", sagte sie ausweichend, "Und wir müssen noch für die Pause vorbereiten."
    "Hmm... Okay..."
    Nach einem letzten Blick auf Yukiko, dem sie demonstrativ auswich, wandte er sich dann wieder allen zu und fragte:
    "Also was muss noch getan werden?"

  • [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:48 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer

    Rika hatte den festen Handdruck erwidert und musste bei dem Gedanken, den Kenichi ausgesprochen hatte, grinsen. Das gute, alte Gesicht-bemalen, ob nun mit einem Stift im Schlaf, oder dem Bearbeiten mit Schminke, war noch immer etwas, dass den harten Jungs Unbehagen bereitete.
    Als er "Miss Eisenhart" ansprach, war bei Yuki die Reaktion eindeutig verlaufen. Ihr kleines Streitgespräch verlief in geradezu vorhersehbaren Bahnen. Dieses Thema war und blieb ein ziemliches Problem.
    Auch wenn man es noch so oft versuchte, konnte man die Hintergründe dieses Mädchens nicht nachvollziehen. Auch ihr Versuch, über die Gegend in der sie aufgewachsen war, etwas mehr in Erfahrung zu bringen, war nicht erfolgreich verlaufen.
    Im Augenblick schien zumindest Akuma-san keine eigenen Pläne zu haben, auch wenn er sich mit etwas trug, dass ihm wohl Kopfzerbrechen bereitete.
    Bei "Miss Eisenhart" waren die Reaktionen eher die, als würde sie schlecht behandelt oder gar übervorteilt. Obwohl die Opferrolle nun gar nicht zu ihrem Gebaren passen wollte, passten die Reaktionen am Wahrscheinlichsten dazu. Deshalb würde ein Heraushalten aus diesen Aktionen nur wieder das wenige zerstören, was sie gerade an Einverständnis gefunden hatten.
    "Ich stimme Yuki zu, dass wir sie nicht rausschmeißen wollen", ließ sie daher nach seiner abschließenden Frage diese kurz außen vor. "Da sie ziemlich unberechenbar ist, müssen wir tatsächlich verhindern, dass sie einen Aufstand macht. Aber wenn wir sie ganz raus halten wollten, dann hätten wir uns vorher nicht die Mühe machen müssen. Sie wird so oder so von diesem Tauschhandel erfahren und sie soll auch ihren Anteil an Marken bekommen!"
    Rika atmete tief durch.
    "Im Augenblick können wir mit diesen friedlichen Methoden die Bedürfnisse decken, aber der Markt wird auch mal gesättigt sein. Und wir haben ja auch keine Produktionsstraßen, sondern müssen dass alles den Personen mit dieser Fähigkeit überlassen. Ich glaube zwar, dass jeder hier so etwas könnte, aber eben nicht hin bekommt, weil er niemals die Objekte bis in die Tiefe verstanden hat."
    Diese Fähigkeit war eine feine Sache, aber sie war etwas, dass ein sehr detailliertes Verständnis voraus setzte. Niemand, der nur den Anblick kannte, würde ein solches Objekt erschaffen können.
    "Und um auf deine Frage zurück zu kommen... Wir müssen unser Probierartikel jetzt hier noch platzieren. Wenn wir die Stellwände benutzen, können wir Umkleidebereiche einrichten. Außerdem brauchen wir drüben am Schreibtisch die Möglichkeit, sich die Schminke aufzutragen. Das sollte auch nicht direkt einsehbar sein..."

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • [Kenichi Inugami]
    Tag 3 – 11:48 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - Krankenzimmer


    "Alles klar, dann wollen wir mal Hand anlegen, richtig?", meinte Kenichi und begab sich an die Arbeit.
    Es dauert seine Zeit, bis sie die Stellwände positioniert und alles zweckmäßig eingerichtet hatten. Bei dem Schreibtisch musste sie ein wenig mehr Rücken, aber am Ende hatten sie auch für ihn eine Lösung gefunden.


    "Soweit so gut", sagte Kenichi, als er das fertige Werk betrachtete.
    "Vielleicht ein wenig eng, aber es sollte seinen Zweck erfüllen. Mit was für einem Ansturm rechnet ihr eigentlich? Vielleicht sollte ich dann auch darauf aufpassen, dass uns unsere Kunden nicht einfach überrennen."