Tag 29 - 16:25 Uhr - Gelände der Akademie – Zwischen den Felsen im Norden
Hagen atmete tief und langsam während sich die Bilder in seinem Kopf formten. Er saß mit Blick auf das Meer oben auf der Klippe, auf der Haru ihn abgesetzt hatte. In seinem Kopf sah er ebenfalls die Akademie, aber die Gesichter wirkten älter…
Schülerinnen und Schüler rannten auf dem Platz beim Brunnen durcheinander, Sirenen heulten. Am Himmel tauchten irgendwelche Objekte auf, die sich nicht genau erkennen ließen. Scheinbar waren die Erinnerungen daran zu ungenau.
Von einem Augenblick zum anderen begann es zu regnen… Aber es war kein Regen. Es war die Masse, die da vom Himmel herab auf alle fiel!
Schreie gellten auf, als die Masse einfach dort haften blieb, wo sie auf den Körper traf. Und wie es Hagen bereits zu einem anderen Zeitpunkt gesehen hatte, breitete sich diese Masse auf den Körpern aus.
Das Prasseln vom Himmel wurde schlimmer, aber es wurden auch Gegenmaßnahmen getroffen. Kinetische Schilde hielten in einigen Bereichen die Masse auf, bevor sie auf Schüler treffen konnte. Dann sah Hagen sich selbst, wie er seine Pyrokinese einsetzte.
Am Himmel explodierten Dinge.
Das konnte er niemals alleine vollbracht haben!
Mehrere Schüler waren von der Masse umhüllt worden. Ihre Augen waren extrem weit aufgerissen, die Gesichter verzerrt. Von einem Moment auf den nächsten begannen sie andere anzugreifen. Wind, Eis und andere Kräfte wirkten plötzlich als feindliche Kräfte auf die übrigen Schülerinnen und Schüler ein.
Inmitten des entstehenden Chaos endeten die Bilder. Hagen seufzte erleichtert, als deren Intensität ihn aus den Klauen ließ. Die andere Yuna musste furchtbares erlebt haben. Nur anhand der Bilder und Informationen, die Hagen jetzt zur Verfügung standen, ließ sich nicht festlegen, wie weit dieses Ereignis in der Zukunft lag. Offenbar war die andere Yuna irgendwie in der Zeit zurück gegangen, um alle vor dem Geschehen zu warnen.
Leider war das nur ein Bruchteil der Informationen gewesen, die sie Hagen mit Gewalt übermittelt hatte. Trotzdem war es genug, um sich wirklich Sorgen zu machen!
Tag 29 - 17:25 Uhr - Gelände der Akademie – Zwischen den Felsen im Norden
Nachdem Hagen die Eindrücke einigermaßen verarbeitet hatte stand er langsam wieder auf und wandte sich der Tiefer stehenden Sonne zu. Seine Sinne nahmen die Umgebung in ihrer Gänze wahr und ließen ihn die Abwesenheit von technischen Geräuschen genießen.
Hagen war nach den Fragmenten von Informationen inzwischen sicher, dass die ruhigen Tage an dieser Akademie gezählt waren. Die Mächte im Hintergrund würden ihre Züge nicht mehr lange hinauszögern, das war ihm nach seinen Erfahrungen nur zu bewusst.
Genau wie hier auf der Insel waren da draußen viele Personen, die erst einmal ihre Bedürfnisse betrachteten und entsprechend handelten.
Automatisch begannen die Narben auf seinem Rücken zu jucken, als er an die Behörden dachte, die sich seiner vorher schon bedient hatten. Hagen bezweifelte, dass diese Gruppierungen sich aus den Geschehnissen heraushalten würden.
Nach dem Vorfall mit Lena Kurnikowa war eher zu erwarten, dass noch weitere Schülerinnen und Schüler irgendwie manipuliert sein könnten.