Beiträge von Soulshadow

    Zwei Sorten von Marken sind dort im Einsatz. Hayato meinte nicht ganz...
    >>"Wir haben am ersten Tag ja nur Marken für die Cafeteria bekommen, da wir die Aktion zum Unterrichtsschluss durchgezogen haben", setzte Rika auf die direkte >>Frage an.
    >>"Davon sind noch ein paar übrig!" wandte Akuma-san ein


    In der großen Pause hatte Yuki ja ihren Klaufuchs durchgezogen, die Marken sind für die Cafeteria, die sie später mit dem Schmuck ertauscht hatten ;)

    Kein Ding, Ryoki ;) RL ist nun mal eben vorne.
    Dann könnten wir nun also einen kleinen Sprung zur Cafeteria machen, auch wenn Kenichi die Art der Marken wohl missverstanden hat.
    Hauptsache, es ist nicht verboten, sich während des Unterrichts in der Cafeteria zu versorgen xD

    Die zweite OVA wurde angekündigt!
    Die offizielle Webside der Serie hat die neue 2-teilige OVA angekündigt.
    Suisei no Gargantia -Meguru Kōro, Haruka- startet mit dem ersten Teil am 27.09.2014 in den japanischen Kinos. Der zweite teil der OVA soll dann im April 2015 gezeigt werden.
    Der Handlungsrahmen liegt 6 Monate nach dem Ende der Anime-Reihe.
    Auf Blu-Ray soll die erste Folge dann am 21.11.2014 in Japan erhältlich sein. Gefolgt von der zweiten Folge am 27.05.2015. Die Blu-Rays sollen auch gleich englische Untertitel enthalten.


    Quelle: ANN

    OVA Episode 11.5 "Kara Sawagi"


    Mit dem Erscheinen der neuen Blu-Ray/DVD Box 2 kommen nicht nur die letzten sieben Folgen, sondern auch die OVA Episode 11.5 "Kara Sawagi" (nach Shakespeares "Viel Lärm um nichts (engl. Much Ado About Nothing)") auf den Markt.


    Die beiden Boxen werden in Japan am 30. Juli und 24. September erscheinen.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:02 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    "Haben wir noch Marken übrig, oder sind die alle schon weg?" Yuki hatte sich tapfer um die Kleinigkeit der bereits geplanten Aktion herum geredet.
    "Wir haben am ersten Tag ja nur Marken für die Cafeteria bekommen, da wir die Aktion zum Unterrichtsschluss durchgezogen haben", setzte Rika auf die direkte Frage an.
    "Davon sind noch ein paar übrig!" wandte Akuma-san ein, bevor Rika noch weiter sprechen konnte.
    Leopold-san schien von dieser Information recht angetan, auch wenn Rika nicht wusste, ob man am Vormittag überhaupt zur Cafeteria gehen konnte.
    Eigentlich versorgten sich die Schüler ja im Schulgebäude an den Ständen. Und die Marken waren auch nur für diesen Zweck zu gebrauchen.
    Bei den Automaten in der Cafeteria brauchten sie die anderen Essensmarken!
    Rika wurde sich bewusst, dass sie nicht unbedingt in der großen Pause schon den Tauschhandel abschließen sollten, da sie sonst nur Snacks oder Bentos damit bekommen würden. Da musste dann wohl so etwas wie eine Anprobe- und Testvorführung her, damit sie für die Tauschartikel auch die richtigen Marken bekamen.
    Da jeder Schüler auch nur die notwendigen Marken bekam, war die Auswahl zur großen Pause auch geringer.
    Nur brauchten sie ja auch mal was für Zwischendurch, wenn das Frühstück mal ausfiel.


    [Hayato Akuma]
    Bevor er auch hier noch mit dem Notwendigen zurückhielt, hatte Hayato die noch vorhandenen Marken sozusagen in den Ring geworfen.
    "Für die Sache mit dem Passwort muss ich mir den richtigen Augenblick aussuchen", dachte er leicht angespannt.
    Die Sache mit dem Vertrauen war eine sehr fragile Geschichte, aber trotzdem hatte er lieber geschwiegen. Im Augenblick war das Büro auch nicht im Fokus.
    Jetzt ging es eher auf die große Pause zu.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 11:01 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    Der Abgang von „Miss Eisenhart“ war schon fast bühnenreif, mit ihrem schweren Seufzer im Vorfeld. Wahrscheinlich war sie davon überzeugt, dass alle außer ihr einfach nicht sehen konnten, wie sehr sie sich bemühte. Ihren Blicken nach zu urteilen hatte sie die Anwesenden bereits in Schubladen verfrachtet, die das Lochraster für alle weiteren Entscheidungen bildeten.
    Rika und Akuma-san waren wohl schon als nicht weiter manipulierbar abgebucht worden, wenn man ihre Einschränkung bei den Personen und der offenen Tür nach urteilte.
    Rika war es ziemlich egal, was dieses Mädchen von ihr dachte. Sie würden eh nie miteinander auskommen. Es erinnerte sie viel zu sehr an die Bestrebungen in ihrer alten Klasse, wo die Interessen aller auf bestimmte Punkte festgelegt wurden, die wiederum von der Führungs-Clique ausgewählt wurden. Diese Spielchen hatten ihr schon da nicht gefallen.
    Wahrscheinlich wäre ein weniger attraktives Aussehen für sie angenehmer gewesen, weil man dann weniger Interesse an ihr gehabt hätte.
    Das Magenknurren von Leopold-san unterbrach kurz ihre Gedanken.
    Von der Uhrzeit her war es bald Zeit für die große Pause, aber da würde es keine großen Gerichte geben. Das war ja eher die Zeit für Brötchen, Sandwich und kleine Snacks. Ob er davon satt werden würde?
    Die kleine Vorführung zwischen Yuki und Kenichi-kun war da doch bedeutend amüsanter.

    [Hayato Akuma]
    Das Leo ihn direkt ansprach, wegen Ideen zum Beschaffen von Essensmarken, war zum einen ja schmeichelhaft, aber irgendwie hatte er gerade keine wirkliche Idee.
    Um den derzeitigen Hunger zu bekämpfen, konnte er ihm ja noch von den Marken geben, die sie bei der Tauschaktion zusammengetragen hatten.

    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:59 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Das die Zicke ihn nun schon wie einen engen Freund ansprach, stieß Hayato gleich ziemlich sauer auf. Und wie sie dabei mit ihren "Fähigkeiten" protzte, ohne wirklich etwas außer hinterhältigen Mord an Ahnungslosen gezeigt zu haben, machte es auch nicht gerade besser.
    "Wie schön, dass wenigstens die Erkenntnis deiner teilhaftig geworden ist", meinte er kalt lächelnd. "Da du gerade von deinen eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken wünscht, bitte. Ich würde mich eher als Strategen einstufen, der für die Planung von Aktionen seine Rolle findet. Auch wenn ich nicht der Typ Anführer bin, weiß ich mir zu helfen! Und so leicht, wie die Hau-Drauf Truppe lässt sich das wohl nicht einstufen, Ibuki." Ihren Vornamen sprach er über deutlich langsam aus, vielleicht wurde ihr ja bewusst, dass sie einfach so ein fremdes persönliches Umgebungsgelände betreten hatte.
    "Das Losrennen und irgendjemandem was an die Backen zu donnern der absolut einfache Teil ist, sollte doch allen klar sein. Damit will ich nicht die Wirksamkeit eines Knüppels herab würdigen, trotzdem sollte er optimal eingesetzt werden. Und dieses Optimum bezieht sich dann auf die Auswirkungen für alle, nicht nur für wenige Auserwählte!" Auch wenn er selbst nicht gerade das beste Beispiel abgab, konnte er die Spitze in Richtung der Zicke einfach nicht für sich behalten. Deshalb blickte er sie auch bei den letzten Worten direkt an.
    Für ihn gehörte sie zu dem Typ Mensch, der sich durch Schmeicheln, Täuschung und Bestechung die fehlenden Qualifikationen bei anderen Menschen einholte, um ein persönliches Ziel zu erreichen.
    Er selbst war durch seine Intelligenz gegenüber anderen zu überheblich geworden, dass hatte er in der Zeit im Rollstuhl nur zu klar begriffen. Dadurch, dass kaum jemand mit ihm mithalten konnte, hatte er sich von allen entfernt. Aber wenigstens hatte er andere nicht benutzt, wie er es der Zicke zutraute.
    "Und aus diesem Grund hab ich auch schon begriffen, dass es viel zu früh ist, schon von Barrikadestaffeln und anderen Gruppen zu sprechen. Seht euch doch um! Wir sind viel zu wenige für eine solche Aufteilung!"
    Er wies auf die umstehenden Personen.
    "Deshalb sollte auch ein weiteres Ziel nicht vergessen werden... Wie uns Inugami-kun bewiesen hat, gibt es noch andere in dieser Welt. Einige waren bereits einige Zeit mit uns zusammen..." Er dachte kurz an Honoka, die plötzlich verschwunden war.
    "Die anderen haben mit einer ganzen Musikband ein Ablenkungsmanöver durchgeführt, das waren schon fünf Personen, plus die technische Unterstützung. Dann gab es eine Barrikadestaffel, um den Tenchi aufzuhalten. Sagen wir noch einmal fünf Leute. Dazu noch welche die Essensmarken einsammeln. Und nicht zu vergessen diejenigen, die einen solchen Einsatz koordinieren! Das ging bestimmt nicht auf Zuruf."
    Er blickte nacheinander jeden im Raum an.
    "Meint jemand hier im Raum, dass wir das alles schon gewährleisten können?"

    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:58 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude


    Hayato sah sich jetzt doch gehalten, an dem Gespräch teilzunehmen, denn der Punkt mit dem Tenchi war von ihm ja ähnlich betrachtet worden.
    "Wenn es noch nicht bekannt sein sollte, mein Namen ist Akuma Hayato", begann er eingedenk der Äußerung in Richtung der Zicke. "Ich habe bereits ähnliche Erfahrungen mit dem Präsidenten gemacht und danach auch versucht, ihn auszuschalten, Kenichi-kun. Aber damit war ich trotz des Überraschungsmomentes nicht wirklich erfolgreich. Nukui-san und Leo-kun waren gestern auch auf der Brücke und haben den Angriff gesehen, ebenso wie dieser Junge dort, der wohl gestern erst in dieser Welt aufgetaucht ist. Sonst war da noch ein weiteres Mädchen, aber diese habe ich heute nicht mehr gesehen."
    Hayato stellte sich gerade hin, denn die Erinnerung brachte ihm nicht gerade Freude mit.
    "Das er vor zwei Stunden mehr als nur einmal die Gelegenheit hatte, mich zu erstechen wie er es bereits mit euch oben auf der Treppe gemacht hatte, ich aber vor euch stehe, ohne gerade erwacht zu sein, lässt mich eine Aussage treffen... Dieser Typ ist nicht unbedingt so nachtragend, wie wir es gegenüber ihm sind!"
    Er hob beschwichtigend die Hände, als er eine gewisse Ablehnung bei Inugami-san bemerkte.
    "Ich will mich damit bestimmt nicht auf seine Seite stellen, sondern nur anmerken, dass er uns in vielen Fällen auch in Ruhe lässt. Zumindest jetzt noch! Wenn man ihn ständig abnervt, indem man eine Privat-Fehde gegen ihn führt, könnte sich daran schnell etwas ändern. Das sollte jeder hier bedenken. Wissen wir, ob er nicht die Zimmer kennt, die uns in dieser Welt zugewiesen wurden?"

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 10:58 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) – Agrargebäude

    Das sich „Miss Eisenhart“ gleich mal in eine Führungsposition erhob, war bei ihren bisherigen Bemühungen, sich wichtig erscheinen zu lassen, eigentlich zu erwarten gewesen. Trotzdem war diese direkt hingeworfene „Feststellung“ eher ein Schlag ins Gesicht. Noch besser kam da gleich dazu, dass sie der Meinung war, anderen etwas beibringen zu können.
    Rika hatte noch deutlich das Bild vor Augen, wie „Miss Eisenhart“ ihr Messer wie eine liebgewonnene Puppe an sich presste, als sie erwarten musste auf den Präsidenten des Schülerrates zu treffen.
    An den überraschten Reaktionen hatte Inugami-san wohl auch gleich erkannt, dass da nicht unbedingt eine Gruppenentscheidung als festlegender Faktor zugrunde gelegt war.
    "Rika-senpai, sollte auch auf sich aufpassen können, daher würde es mich auch nicht überraschen, wenn sie dabei ist", wandte sich Inugami-san während seiner Reaktion auch an sie.
    Allerdings störte Rika bei ihm, wie auch schon bei „Miss Eisenhart“, dass sie darauf fixiert waren, den Tenchi anzugreifen. Als Inugami-san dann auch noch deutlich aussprach, dass er sich nicht mit Hinhaltetaktiken zufrieden geben wollte, wendete sich die Meinung zur Barrikade-Staffel hin zu einer Art von Auslöschungskommando.
    Das solche extremen Attacken in dieser Welt nur von minimaler Wirksamkeit sein würden. Außerdem sah sie nicht die Notwendigkeit, den Tenchi um jeden Preis anzugreifen. So lange sie nicht direkt gegen Schulregeln verstießen, würde er gar nicht aktiv werden.
    „Nein, das war wohl eher ein Vorstoß von ihrer Seite, sich einen möglichst angesehenen Posten zu sichern!“ antwortete Rika auf die abschließende Frage zuerst. „Allerdings ist bei euch beiden entschieden zu viel Bestreben, sich mit dem Präsidenten anzulegen. So leicht, wie er bislang die Oberhand gehabt hat, solltet ihr nicht in den Glauben verfallen, ihn einfach so erledigen zu können.“
    Sie blickte den Jungen an.
    „Kenichi-kun, was hast du vom Präsidenten gewollt auf der Treppe? Kannst du dich daran noch erinnern?“ wandte sie sich dann direkt an ihn und benutzte dabei ebenfalls die vertrautere Anredeform.

    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:56 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    Irgendwie glaubte Hayato gerade, im falschen Film zu sein. Leo schien noch immer keinen Weg gefunden zu haben, sich mit seiner Umgebung passend auseinander zu setzen. Er reagierte wieder nur auf eine Herausforderung, ohne sich dabei Gedanken zu machen, wie seine Worte im restlichen Umfeld aufgefasst wurden.
    Nicht das Hayato selbst ein guter Teamspieler gewesen wäre, aber er hielt sich dabei noch entsprechend zurück. Leo war gerade dabei, die Brücken hinter sich abzureißen, auch wenn es ihm wohl nicht wirklich bewusst war. Seine Blicke zur Zicke hatten Hayato zur Genüge bewiesen, dass er vor ihr wirken wollte. Damit konnte sie ja zufrieden sein.
    Allerdings sah Hayato auch das Funkeln in den Augen der Rothaarigen, was in keinster Weise Bewunderung ausdrückte. Sie hatte von Anfang an nicht viel von Leo gehalten, weil seine Stimmungsumschwünge ihr wohl Beweis genug für seine Unzuverlässigkeit waren. Trotzdem war sie ziemlich neutral geblieben, was vielleicht auf Yukikos Einfluss zurückzuführen war. Mit seinem letzten Ausbruch hatte sich Leo aber keinen Gefallen getan.
    Von den Ereignissen in der Cafeteria hatte er genug mitbekommen, um den Fehler auf Leos Seite zu sehen. Natürlich war Inugami-san auch kein unbeschriebenes Blatt, denn seinen Kampfgeist hatte er mehr als bewiesen. Das beide scheinbar gerne anderen Vorschriften machten, ließ die Gesamtsituation auch nicht leichter werden.
    Hayato traute seiner eigenen Stimmung auch nicht genug, um in der plötzlich wieder angespannten Situation etwas zu sagen. Überraschenderweise war er sich des Gewichtes der Pistole in seiner Jacke überdeutlich bewusst.
    Im Augenblick würde die Zicke ihren kleinen Welpen an ihre Seite ziehen und das Gebäude verlassen können. Allerdings würde der damit angerichtete Schaden für eine Zusammenarbeit dann irreparabel sein! Yukiko konnte sie sowieso nicht ausstehen, die Rothaarige war ihr auch nicht gerade aufgeschlossen gegenüber und er selbst...
    Ohne dass es ein Vorzeichen gegeben hatte, war die Stimmung im Raum auf einen eigentümlichen Spitzenpunkt gelangt. Die falschen Worte würden den brüchigen Frieden zwischen den Anwesenden zerspringen lassen.


    [Rika Sumiyoshi]
    Während sie auf das Erwachen der beiden gewartet hatten, war es ziemlich still im Raum geblieben. Rika fühlte sich fast an Schülertreffen erinnert, die kein gemeinsames Thema hatten. Niemand hatte etwas zu sagen, oder wollte einfach nur nicht das falsche sagen.
    Das sie im Augenblick überhaupt eine gemeinsame Richtung akzeptiert hatten, war für sie eine erfreuliche Wendung der Ereignisse.
    Obwohl sie alle Schüler gewesen waren, kannte sich niemand. Es war wie ein Schulanfang mit einer missglückten Begrüßungsfeier…
    Als sich dann Leopold-san als erster rührte, klappte er hoch wie ein Sprengring. Seine Augen huschten durch die Umgebung ohne diese wirklich zu erfassen. Offenbar war er noch von den Eindrücken gefangen, die zu seinem Ableben geführt hatten. Seine geballte Faust ließ auf Kampfbereitschaft schließen. Dann schien er die Situation zu erfassen und sprang fast auf die Beine. Obwohl er noch etwas wackelig wirkte, beugte er sich über den anderen Schüler, Inugami-san. Dieser erwachte in dem Moment, ohne dass er von einem Gefühlssturm belastet wurde.
    Sein Kommentar zu der Nähe des anderen Jungen war schon fast trockener Humor, während er Leopold-san zurück schob.
    Als sich Inugami-san dann direkt an Yuki wandte, die aufgesprungen und an ihn herangetreten war, kam sich Rika für einen Moment wie in einer Schnulze vor, die ihre Oma immer so gern gesehen hatte. Irgendwie wußten wohl beide nicht so wirklich, wie sie reagieren sollten. Das er dann auch noch die Hand nach ihr ausstreckte, hatte eine beinahe komische Wirkung, denn Yuki verzog das Gesicht und blies sogar ihre Wangen auf vor Empörung. Daraufhin zuckte Inugami-san fast zurück. Er stellte sich den anderen gegenüber noch einmal vor und Yuki erklärte ihm in einem kurzen Umriss die Situation.
    Seine Reaktion war ziemlich gefasst für jemanden der gerade wieder bewusst auf die Umgebung reagierte. Yuki hatte ihn und auch Leopold-san um ihre Mithilfe gebeten. Seine plötzlich wieder herausfordernde Art konnte man auch als Drohung auffassen, was auf der Seite von Leopold-san wohl auch so passierte. Seine Reaktion erinnerte an seine Aufwallungen, die Rika vorher bereits erlebt hatte. Dass er sich erst mal nicht in einem Wettstreit sah, war ja in Ordnung, aber der zweite Teil gefiel ihr dann nicht so sehr. Ganz besonders nicht, da er es wohl gemacht hatte, um bei „Miss Eisenhart“ Eindruck zu schinden. Jedenfalls ließen sich seine Blicke so deuten.
    Dabei wechselte er dann teilweise in seine Muttersprache, die offenbar Inugami-san wieder Probleme bereitete. Yuki fungierte als Dolmetscherin und daraufhin kam es zu einer Warnung in Richtung Leopold-san, die nicht missverstanden werden konnte.
    Aber auch Inugami-san hatte wohl die Fixierung auf „Miss Eisenhart“ bemerkt und warf dieser einen Blick zu, ohne sie jedoch direkt anzusprechen. Rika gingen dazu auch verschiedene Gedanken durch den Kopf, die ihre Augen belustigt funkeln ließen. Aber sie hielt ebenfalls vorerst den Mund, um der anderen die Möglichkeit zu geben, auf dieses andienende „Zu-Gefallen-sein“ Gehabe von Leopold-san reagieren zu können.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 10:32 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude

    Als Yuki bei Shakespeare den Tod feststellte, war dessen längeres Schweigen durchaus klar. Eigentlich hätte er, nachdem der merkwürdige Junge auf ihn gestürzt war, nicht so lange weg sein dürfen. Aber andererseits hatte sie der Sache auch bislang nicht sehr viele Gedanken gewidmet. Da waren bereits genügend andere Dinge...
    Von "Miss Eisenhart" kam dazu eine Bemerkung, die Rika beinahe zum Lachen gebracht hätte. Sie traute dem Jungen nicht? Den anderen hier im Raum traute sie doch auch nicht!
    "Wenn es einen Zeitrahmen für die Wiederbelebung gibt, dann dürfte er eh noch länger brauchen, als die anderen. Da wir wohl kaum hier den ganzen Tag bleiben wollen, sollte das also nichts ausmachen", meinte sie knapp dazu.
    Tatsächlich hatten sich die Wunden bei den beiden Jungen auf den Tischen bereits geschlossen, so dass nur noch das Blut an der Kleidung auf die ehemals tödlichen Verletzungen hinwies.
    Rika zog sich einen dreibeinigen Schemel unter einem der Tische hervor und ließ sich in der Nähe der beiden Tische darauf nieder. Dabei achtete sie darauf, nicht zu dicht neben einem der beiden leblosen Jungen zu sitzen, um nicht irgendwelche Revieransprüche auszulösen.
    "Warten wir doch einfach das Erwachen der beiden ab", meinte sie im Sitzen.


    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:45 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    Nachdem sie wieder an diesen Ort zurück gekehrt waren, hatte Hayato sich erst einmal im Hintergrund gehalten. Scheinbar war die Sache mit dem Büro des Direktors ziemlich gut über die Bühne gegangen.
    Das nun die meisten hier nur auf die beiden warten wollten, kam ihm auch sehr entgegen. Auch wenn er nicht so negativ wie die anderen über den dritten Jungen dachte, war er im Augenblick eher ablenkend gewesen.
    Nachdem die Rothaarige sich auf den Schemel gesetzt hatte, hing jeder für sich seinen Gedanken nach. Hin und wieder blickte jemand auf die Uhr, denn es sollte nun nicht mehr lange dauern. In einigen Minuten sollten sich die beiden wieder zu regen beginnen.

    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:20 Uhr – Gelände der Schule - Lehrerwohnheim – Direktorenzimmer


    Obwohl sie mit der Frage einen wichtigen Punkt berührt hatte, schien sich die Zicke viel zu schnell wieder auf andere Gedanken zu verlegen. Was auch immer ihr wegen Leo durch den Kopf ging, schien wieder mehr auf irgendwelche territorialen Überlegungen hinaus zu laufen. Das sie deswegen auch gleich noch wütend wurde, spielte ihm in diesem Moment in die Hände.
    Falls sich die ganze Grundüberlegung zu einer Zusammenarbeit als richtig herausstellte, war er auch bereit, das richtige Passwort mit den anderen zu teilen. Aber im Augenblick war diese Information sein einziger Trumpf in einem Spiel mit vielen Unbekannten.
    Das Yukiko sich inzwischen auch gegen diese Angriffe wappnen konnte, bewies ihm schon ihre bewusste Übergehung der ersten Bemerkungen. Als sie dann auch noch zum Gehen aufforderte, war ihm das mehr als willkommen.


    [Rika Sumiyoshi]
    Das "Miss Eisenhart" auf den Punkt mit Leo so ansprang, obwohl Yuki nur ausgesprochen hatte, was alle hier bereits gedacht hatten, war wieder so ein Charakterzug, den Rika nicht einordnen konnte.
    Wollte die Kamikazeterroristin damit von Leo und dem Passwort ablenken? Oder war sie aus einem anderen Grund wütend, der mehr für sie selbst relevant erschien?
    Durch diese sprunghaften Wechsel schien sie jedenfalls gut zu Leo zu passen, da dieser ebenfalls nicht in sich selbst ruhte.
    "Wollen wir dann gehen? Oder gibt es noch etwas Wichtiges zu besprechen?" wandte sich Yuki dann wieder an sie und Akuma-san.
    Rika warf noch einen Blick auf den Rechner, der momentan auch keine weiteren Geheimnisse preisgeben wollte und betätigte mit der Maus den "Schließen"-Button des Managers. Damit wurde wohl auch gleich die Medienanwendung geschlossen und die Leinwand hob sich wieder.
    "Ich glaube, für den Anfang ist alles gesagt!" meinte sie dann und schritt um den Schreibtisch herum. Ohne einen weiteren Kommentar machten sich alles auf den Weg zur Tür, wo Akuma-san wieder etwas zurück blieb.
    Ob nun wirklich alles gesagt worden war, oder im Augenblick einfach die Fronten sich aufgebaut hatten, sie gingen alle schweigend die Treppe hinunter. Von den Fenstern des Treppenhauses schien die Sonne herein und wärmte die beschienenen Körperteile.
    Als sie auf dem Hof oder auch Parkplatz ankamen, wenn auch keine Fahrzeuge bislang zu sehen gewesen waren, hatte noch immer niemand gesprochen. Alle hingen ihren eigenen Gedanken nach.
    Nachdem sie die Straße überquert hatten, nahmen sie wieder die schmale Treppe hinunter zur Bibliothek, da dies der kürzere Weg war.
    Rika hatte den insgesamt erzielten Konsens zwischen den Anwesenden als positive Annäherung eingestuft, den zumindest hatten sie die meiste Zeit vernünftig miteinander gesprochen. Ob daraus nun wirklich eine Zusammenarbeit wurde, konnte nur die weitere Zukunft zeigen.
    Allerdings waren die Charaktereigenschaften einiger Personen eher auf Vorspiegelung ausgelegt, wobei sie sich nicht ausnahm. Schließlich hatte sie auch einige Tatsachen ohne mit der Wimper zu zucken weggelassen.
    Auch waren jetzt mehr Waffen im Umlauf, denn Rika war sich sicher, dass die Pistole in Akuma-sans Jacke geladen war. Er hatte auch beim Gehen die Jacke des seltsamen Jungen angezogen, was ihn von den übrigen Schuluniformen abhob.
    Es dauerte wieder einige Zeit, bis sie an der Bibliothek und dem Transformatorhaus vorbei in den Gartenbereich kamen. Somit erreichten sie dann auch wieder das Agrargebäude, in dem immer noch zwei unbewegliche Körper auf den Tischen lagen, während ein dritter Körper zusammengesunken am Boden lag.

    Tag 3 – 10:31 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude

    "Die Wunden haben sich bereits wieder geschlossen, es kann nicht mehr lange dauern", informierte Rika die anderen, nachdem sie einen Blick auf die beiden auf den Tischen geworfen hatte. Da sie ihn bislang nicht bewusst wahrgenommen hatte, wollte sie jetzt auch kein Mitgefühl heucheln, indem sie den Shakespeare am Boden nun näher untersuchte. Bislang war er nur mit fordernden Fragen an sie heran getreten, ohne etwas im Gegenzug zu bieten. Außerdem analysierte er die Situation nur aus seiner Sicht der Dinge, wenn er hier die übrigen angesprochen hatte. Sie konnte nicht sagen, dass sie das mochte.

    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 10:19 Uhr – Gelände der Schule - Lehrerwohnheim – Direktorenzimmer


    Als dieses Thema aufgebracht wurde, musste Hayato all seine Kraft zusammen nehmen, um nicht deutlich seinen Widerwillen zu zeigen. Musste diese Zicke doch tatsächlich den wunden Punkt finden, den bislang noch niemand angesprochen hatte.
    Nachdem er den Zugang so geschickt geregelt hatte, dass niemandem aufgefallen war, dass sich die Eingabe verändert hatte, war nun seine einzige Trumpfkarte in Gefahr, für eine sinnlose Vertrauensgeste, verblasen zu werden. . Außerdem würde sie diese Information doch längst aus Leo heraus geholt haben, auf dem sie ja wie auf einem Klavier zu spielen verstand.
    Mitten in diesem Gedankengang bremste er seine Überlegungen. Im Augenblick war er ja schließlich der Einzige, der von dem Wechsel wusste. Niemand von den anderen hatte am vergangenen Tag diesen Raum aufgesucht.
    Wahrscheinlich hatten Yukiko und die Rothaarige sich ein anderes Quartier eingerichtet und benötigten diesen Raum nicht wirklich.


    [Rika Sumiyoshi]
    Beinahe hätte Rika über den kleinen Vertrauensnachweis gelächelt, den "Miss Eisenhart" da einforderte. Ihr war dieser Raum hier momentan ziemlich egal. Man hatte ihr direkt die Losung auch nicht mitgeteilt, da sie ja erst einmal ihren eigenen Weg gegangen war. Sie war sich bei allem aber ziemlich sicher, dass "Miss Eisenhart" das Passwort längst von Leopold-san bekommen hatte, womit diese Frage nur eine Art von Vertrauensbeweis darstellen konnte.
    "Ich kenne sie nicht, da musst du schon die anderen fragen!" sagte sie daher leicht hin. Dieser Punkt belastete sie nicht im Geringsten. Das sie bislang aber Kouta aus dem Ganzen hatte raushalten können, fand sie durchaus vorteilhaft. Auch war bislang kein Ton von der geplanten Aktion zur großen Pause eingeflossen, was derzeit auch nicht notwendig war.
    Rika war sich sicher, das die Tauschaktion kein Ablenkungsmanöver benötigte, da es nicht im Wortlaut und im Zweck gegen die Schulregeln verstieß. Allerdings war sie sich auch bewusst, dass solche Aktionen nicht endlos durchführbar waren, da sich eine gewisse Sättigung ergeben würde.
    Von dem Gesichtspunkt aus würde dieser Raum durchaus Sinn machen.