Telepathin

  • Telepathin

    Kapitel 1: Geburt

    Nachts, wenn der Himmel sich verdunkelt und es Zeit wird schlafen zu gehen, liege ich oft wach und frage mich, warum ich nicht wie ein normales Kind hätte groß werden können. Denn diese Kindheit, von den Eltern beschützt und Geborgenheit zu bekommen, hatte ich leider nie erlebt.
    Eigentlich fing alles schon im Mutterleib an, es war kurz vor meiner Geburt – meine Mutter lag in den Wehen. Ich sollte jeden Moment das Licht der Welk erblicken, doch dem war nicht so. Bis heute weiß ich leider nicht wieso, aber genau in dem Moment, indem ich den schützenden Bauch meiner Mutter entkam, ich den ersten Atemzug gemacht hatte, hörte mein Herz auf zu schlagen.
    Die Ärzte versuchten alles, doch mein kleines Herz blieb still. Und in diesem Moment, indem ich hätte sterben sollen, hörte ich eine Stimme, die mir zuflüsterte: „Lebe weiter. Du musst weiterleben“.
    Die Krankenschwester wollte meinen kleinen, leblosen Körper mit einem weißen Tuch zudecken, als ich plötzlich anfing zu schreien - mein Herz schlug wieder.
    Bis heute weiß ich nicht wer diese Stimme ist, konnte sie auch keinem zuordnen. Aber immer wenn es mir schlecht geht und ich das Gefühl habe ich kann nicht mehr, höre ich immer wieder diese Stimme in meinem Kopf die leise flüstert: Lebe weiter. Du musst weiterleben.

    Ich drehte mich auf die Seite, kuschelte mich in die Decke und schloss die Augen. Wollte mich ausruhen, da ich seit Tagen kaum geschlafen hatte. >>Schlafe meine kleine, schlafe. Ich werde dafür sorgen, dass du heute Nacht keinen einzigen Traum hast. Ruhe dich aus, denn bald wird sich dein Leben erneut verändern. Schlafe.<<

    Ob ich mir diese Stimme nur eingebildet hatte wusste ich nicht. Doch als ich am Morgen aufwachte, konnte ich mich an keinen Traum erinnern. Meinem Körper und meiner Seele tat es gut. Mir ging es besser und ich wusste, ich würde auch diesen Tag überstehen.

    Kapitel 2: Traum

    Blasse Haut, den Teddybär in der einen Hand, die andere in das pink-weiße Kleid gekrallt, stand das kleine Mädchen da und sah die vielen, viel zu großen Gesichter der Gäste. Ihr dritter Geburtstag. Auf dem Tisch, weit hinten im Saal, stand ihr Geburtstagskuchen mit drei angezündeten Kerzen und verzierten rosa Marzipanblumen. Das Mädchen hörte die Gäste leise flüstern: „Ist das nicht das Kind, das erst zwei Wörter sprechen kann?“. Oder: „Ich hätte das Kind schon längst ins Heim gegeben. Was wollen die Eltern mit so einem Kind?“. „Warum lassen sie es nicht einfach verschwinden? Es kann doch sowieso nicht sprechen“. „Aus diesem Kind wird nie etwas werden“.
    „Dieses Kind ist mir unheimlich, wir sollten uns von ihr fernhalten“.

    „Ich kann sehr wohl reden“, schrie das kleine Mädchen, doch kein Laut kam über ihre Lippen. Eine einzelne Träne kullerte über ihre Wange. Die Gäste fingen an zu lachen, ihre Gesichter wurden größer und größer. „Hört auf, hört auf zu lachen. Es tut so weh“. Das Mädchen drückte den Teddybär ganz fest an sich und fing an zu weinen. „Bitte hört auf, bitteeee“. Ganz langsam wurde es schwarz um sie herum und die Gesichter lösten sich auf und auch das Lachen erstarb. Es war still. Totenstill.

    Erschrocken wachte ich auf und stellte fest, dass ich auf dem Sofa eingeschlafen war. Doch das war nicht mal ansatzweise so schlimm, wie der Traum, den ich einfach nicht verdrängen konnte, egal wie sehr ich es auch versuchte. Mein Körper zitterte, obwohl es Sommer war. Die Sonne stand hoch am Himmel, nur wenige Wolken waren zu sehen und die Klimaanlage gab ihr bestes, damit es in der kleinen Wohnung, die ich mir mit meiner besten und leider auch einzigen Freundin teilte kühl blieb. Ein warmer Tee würde mich bestimmt beruhigen.

    Auch die Küche war klein, dafür aber gemütlich eingerichtet. Nachdem das Wasser aufgesetzt war, goss ich noch Pflanzen und setzte mich dann, mit der schönen heißen Tasse Tee an den schmalen Esstisch.

    Kapitel 3:

    „Sora, steh endlich auf sonst kommst du zu spät zur Arbeit“, rief Maya von der Küche aus. Die junge Frau saß schon fertig angezogen am Tisch und trank wie jeden Morgen ihren Kaffee. „Ich bin ja schon wach“, gähnte Sora und verschwand im Bad. Warum musste ihre Freundin immer so ein Theater veranstalten? Sie waren doch noch nie zu spät auf die Arbeit gekommen. Sie kamen immer auf die Minute genau. Warum also so ein Stress am frühen morgen?

    Eine dreiviertel Stunde später saßen die beiden Freundinnen im Bus und waren auf dem Weg zur Arbeit. Maya arbeitete in einem Friseursalon und musste deshalb zwei Haltestellen vor Sora raus. Sie verabschiedeten sich, wünschten einander einen schönen Tag und schon fuhr der Bus weiter. >>Auch sie kann es nicht lassen. Sie versucht es vor mir zu verbergen, aber sie kann es nicht. Ich fühle es, ohne es zu wollen. Warum kann ich es nicht verhindern das es immer und immer wieder geschieht?<< Der Bus hielt an und Sora stieg aus. Ein kurzer Blick zum Himmel genügte ihr um zu wissen, dass heute wieder ein heißer Tag werden würde.

    Sie half in einem kleinen Blumenladen aus, den eine alte Dame leitete. Denn seit ihrem Autounfall vor zwei Jahren, saß sie im Rollstuhl. Die alte Dame behandelte Sora nicht so wie viele andere abweisend, versuchten sie zu ignorieren und redeten hinter ihrem Rücken über sie. Deshalb mochte sie die alte Dame so sehr und half gerne aus, obwohl ihr Gehalt gerade so reichte, um über die Runden zu kommen.
    „Guten Morgen“, begrüßte sie die alte Dame, öffnete die Fenster und trug die Blumen ins Freie. „Sora könntest du meiner Katze nicht Milch aus dem Kühlschrank bringen?“, fragte die alte Dame. „Aber natürlich“. Im hinteren Teil des Ladens hatte die ältere Dame einen Kühlschrank stehen der voll mit Milchpackungen war. Sie bestand darauf, dass ihre Katze jeden Morgen ihre Milch bekam.

    Der heutige Tag verlief ganz ruhig, nur wenige Kunden waren da gewesen und so sorgte Sora dafür, dass jede Blume genug Wasser bekam. Als die Sonne nun nicht mehr zu sehen war, schloss Sora den Laden zu, verabschiedete sich von der alten Dame und machte sich auf den Weg nach Hause.

    >>Bald ist es soweit. Es wird nicht mehr lange dauern, gib auf deine Freundin gut Acht Sora. Sonst wirst du sie verlieren – für immer.<<

    Kapitel 4: Unfall

    Endlich war Wochenende. Sora und ihre Freundin hatten sich fest vorgenommen, den Nachmittag am See zu verbringen. Die Taschen waren gepackt, die Getränke lagen in der kleinen Kühlbox, es konnte also losgehen.
    Der Fußweg zum See dauerte etwa eine halbe Stunde. Sie fanden einen gemütlichen Platz unter einer Eiche und breiteten ihre Handtücher aus. Kinder tobten ausgelassen im Wasser, während die Erwachsenen aufpassten, dass ihre Kinder nicht zu weit raus schwammen. Verliebte Pärchen lagen im Gras und unterhielten sich lachend. „Komm wir gehen ins Wasser“, forderte Maya ihre Freundin auf. Sora schüttelte den Kopf, doch das interessierte Maya nicht besonders. Sie nahm ihre Freundin am Arm und zog sie mit zum Wasser. „Stell dich nicht so an, es ist doch nur Wasser“. Maya lächelte. Ja, so war ihre Freundin, immer fröhlich und versuchte alles positiv zu sehen.

    Die beiden verbrachten viel Zeit im Wasser. Spielten Wasserball oder spritzten sich nass. Maya war froh, dass es Sora gefiel. Es kam wirklich selten vor, dass Sora lachte.
    „Wollen wir uns hier etwas zu essen holen oder lieber zu Hause essen?“, fragte Maya.
    „Such du es dir aus. Du hattest ja auch die Idee gehabt hierher zu kommen“, antwortete Sora.
    „Gut, dann essen wir heute mal hier, ja“. Die beiden packten ihre Taschen und machten sich auf den Weg zum Imbisswagen auf der anderen Straßenseite.

    Ein Windstoß kam und blies den Hut von Sora zurück zur Wiese. „Mein Hut. Warte Maya ich hol nur schnell meinen Hut“. Sora drehte sich um und rannte ihrem Hut hinterher. „Ich geh schon vor und warte am Imbisswagen auf dich“, rief sie und überquerte die Straße.
    Reifen quietschten, Menschen schrieen auf und dann ein lauter Knall.
    Erschrocken drehte Sora sich um, denn im gleichen Moment, in dem der Knall zu hören war, spürte sie für einen kurzen Moment einen stechenden Schmerz in ihrer Brust. >>Maya<< Sie ließ ihre Tasche fallen, den Hut noch in der Hand, rannte sie zu der Menschenmenge, die sich in der kurzen Zeit angesammelt hatte. Sie drängte sich durch die Menschenmenge und sah ihre Freundin auf der Straße liegen. Ihr Körper lag in einer Blutlache. Nein, das konnte nicht sein. Nicht ihre Freundin. „Maya“, rief sie und rannte gleichzeitig auf den leblosen Körper zu. Sie kniete sich hin und hatte tränen in den Augen. In der Ferne hörte man schon die Sirene des Krankenwagens.
    Doch das alles bekam Sora gar nicht mir. Auch achtete sie nicht auf den Autofahrer, der nur mit einer Platzwunde am Kopf aus seinem Auto stieg. Keine Gedanken. Gar nichts. Ihr Kopf war leer.

    Kapitel 5: Beerdigung

    Mit geschlossenen Augen lag ich auf dem Bett meiner besten Freundin. >>Warum? Warum hat sie mich verlassen? Warum?<< Fragte ich mich immer und immer wieder. >>Sie war nicht mehr da, ich war alleine, was sollte ich jetzt tun? Sie hatte meinem Leben einen Sinn gegeben. Hatte es geschafft, mich zum lachen zu bringen, wo meine Eltern gescheitert waren. Was sollte ich jetzt ohne sie machen?<< Langsam öffnete ich meine Augen.
    Ich war es ihr wenigstens schuldig auf ihre Beerdigung zu kommen. Das konnte ich als einziges noch für sie tun. Die Uhr auf dem kleinen Nachtisch zeigte mir, dass die Beerdigung in einer Stunde beginnen würde.

    Die Worte des Pfarrers nahm ich gar nicht war. Konnte nicht denken, wollte nicht denken. Die weiße Rose in meiner Hand sah so einsam aus.
    Ich trat als letzte ans Grab, legte die Rose behutsam ab und drehte mich ohne ein Wort zu sagen um. Was sollte ich ihr auch sagen?

    Ich lief einfach los, irgendwohin. >>Ich will nicht mehr. Vielleicht ist es besser, wenn auch ich sterbe.<< Am Straßenrand sah ich eine zerbrochene Flasche liegen. Wie betäubt hob ich eine der Glasscherben auf und betrachtete sie eine Weile, bis ich sie schließlich an mein Handgelenk hielt. Ich wollte nicht mehr leben. Sah keinen Sinn darin, weiter zu leben. >>Es ist besser so. Mich wird sowieso keiner vermissen.<< Ich wollte zudrücken als: >>Hör auf. Lass die Scherbe fallen,<< hörte ich wieder diese Stimme. „Warum sollte ich?“ >>Lebe. Du musst leben. Geh nach Hause und ruhe dich aus. Du brauchst ruhe. Lebe weiter. Du musst weiterleben, Sora.<< So schnell die Stimme in mir erklungen war, so schnell war sie auch wieder verblasst. Ich ließ die Glasscherbe fallen – als würde mich eine unbekannte Macht davon abhalten mir das Leben zu nehmen – und machte mich auf den Heimweg.

    Kapitel 6: Ankunft

    Das Flugzeug war vor wenigen Minuten gelandet und die ersten Passagiere verließen das Flugzeug. Als einer der letzten, stieg ein junger Mann aus: braune Schuhe, eine schwarze Hose und einen grünen, offenen Mantel, darunter ein weißes Hemd. Ein junges Gesicht mit smaragdgrünen Augen. Seine Haut weiß und orange Haare, die im Licht der Herbstsonne zu leuchten schien. Er atmete tief ein. >>Wieder zu Hause. So lange ist es schon her,<< dachte er und ging langsam die Stufen hinunter.

    Das Taxi hielt vor einem Drei-Sterne-Hotel. „Na toll, drei Sterne, wenn ich zurück bin wird Er erstmal was zu hören bekommen, “ schimpfte er und betrat das Hotel.
    Das Zimmer, welches man ihm zugeteilt hatte, war klein und bestand aus zwei Zimmern. Dem Bad und dem Schlafbereich. Nicht gerade das was er gewöhnt war, aber es würde reichen. Immerhin hatte er nicht vor, länger als nötig hier zu bleiben. Er zog den Vorhang zurück und blickte hinunter in einen schönen Garten. „Wenigstens etwas.“ Er zündete sich eine Zigarette an. Soviel Zeit musste einfach sein. Sein Job würde ihm schon nicht davon laufen, dafür hatte er gesorgt.

    Ein Gewitter zog auf, als der junge Mann das Hotel verließ. An einen Regenschirm hatte er natürlich nicht gedacht. Er war schon am überlegen zurück ins Hotel zu gehen, um sich einen Regenschirm zu leihen, entschied sich dann aber dagegen. Er schlug den Kragen seines Mantels hoch und machte sich auf den Weg.

    Kapitel 7: Begegnung

    „Lassen Sie, ich mach das schon“, sagte Sora zu der alten Dame. Sie nahm den Strauß und stellte ihn in die Vase. „Meine Liebe, du solltest jetzt Feierabend machen. Du arbeitest viel zu viel seit deine Freundin gestorben ist.“ „Das geht schon in Ordnung. Es macht mir nichts aus“. Sora versuchte zu lächeln, doch es gelang ihr nicht wirklich.
    Das kleine Windspiel, welches sie an die Tür gehängt hatte, erklang und ein junger Mann betrat den Laden. „Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?“ fragte Sora. „Ja, ich denke schon“. Der Mann schaute sich einen Moment um ehe er sich wieder zu Sora drehte. „Ich hätte gerne eine gelbe Rose“. Sie nickte und zeigte ihm die verschiedenen Rosen. Sie wollte gerade fragen, welche der Rosen er gerne haben wolle, als dieser meinte: „Suchen Sie doch bitte eine für mich aus“. „Gerne“.

    Sora wollte die Rose schon einpacken, als der Mann sie davon abhielt. „Das brauchen Sie nicht“. Er lächelte und ihre Blicke trafen sich. Smaragdgrüne trafen auf Tiefblaue. >>Ich schenke sie dir, Sora<< Er schob ihre Hand von sich, die ihm die Rose geben wollte. Mit einem erneuten Lächeln auf dem Gesicht verließ er den Laden. Verdutzt und unfähig zu reagieren, stand sie einfach nur da. „Warum hat er denn nicht seine Rose mitgenommen?“, fragte die alte Dame. Es dauerte einen Moment, bis sie die Worte der alten Dame trafen und sie registrierte, dass der Mann sie in Gedanken angesprochen hatte – sein Mund hatte sich nicht bewegt. Sie erschrak. Konnte das sein? Sie rannte aus dem Laden auf die Straße und sah sich nach dem Mann um. Doch er war verschwunden. >>Kann es sein das...? Nein, dass ist unmöglich! Aber diese Stimme?<<
    Ein Windhauch kam und wehte ihr die Harre ins Gesicht.

    Kapitel 8: Kopfschmerzen

    Die Wolken hatten sich vor den Vollmond gezogen, weshalb mein Gesicht nun im Dunkeln lag. Ich stand auf dem Balkon, den Morgenmantel fest zugezogen. Ich konnte einfach nicht schlafen. Immer wieder musste ich an den Mann mit den orangen Haaren denken. Und seine Stimme, die mir so vertraut war und ich doch nicht kannte. >>Wer bist du?<< Plötzlich bekam ich Kopfschmerzen. So schlimm wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Und wieder hörte ich diese vielen verschiedenen Stimmen in meinem Kopf, konnte sie nicht abstellen. Es war als würden hunderte Stimmen gleichzeitig auf mich einstürzen. „Bitte lasst mich in Ruhe, geht weg“. Die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer. Doch ich schaffte es zurück ins Zimmer, schloss schnell die Balkontür und legte mich aufs Bett. „Verschwindet, lasst mich in Ruhe“, schrie ich, doch die Stimmen wurden immer lauter. >>Woher? Woher kamen diese vielen Stimmen?<< Mein Körper fing an zu zittern. In diesem Moment wollte ich gar nicht mehr wissen, woher die Stimmen kamen. Wollte nur, dass sie endlich verschwanden, mich in Ruhe ließen.
    Ich konnte nicht mehr und dann merkte ich, wie es plötzlich schwarz vor meinen Augen wurde und die Stimmen in weite Ferne rückten.

    Kapitel 9: Telefongespräch bei Nacht

    Der Mann mit den orangen Haaren stand am geöffneten Fenster und zog genüsslich an einer Zigarette. Das Licht des Mondes erhellte das ansonsten dunkle Zimmer. Seine Augen waren geschlossen. >>Obwohl ihre Kräfte so stark sind, hat sie sie nicht unter Kontrolle. Wenn sie nicht bald lernt, damit umzugehen, könnte es richtige Probleme geben.<< Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als das Telefon plötzlich läutete. So spät konnte nur einer anrufen. Noch einmal zog er an der Zigarette, bevor er diese im Aschenbecher ausdrückte und den Hörer abnahm.
    „Entschuldigen Sie bitte die späte Störung. Aber ich habe hier jemanden am Telefon für Sie. Einen Namen wollte er nicht nennen“, hörte er sogleich die Stimme der Empfangsdame. „Ist schon gut, geben Sie her“. Die Empfangsdame legte auf und schon konnte er die Stimmer seines Leaders hören. „Und, wie läuft es?“.
    „Solltest du das nicht am besten wissen?“, knurrte der Mann zurück. Stille. Schließlich seufzte der Mann mit den orangen Haaren. „Ihre Kräfte sind wirklich stark, aber damit umgehen kann sie noch nicht“.
    „Was willst du tun?“
    „Das kommt auf die Situation an. Ich habe hier unerwarteten Besuch bekommen.“
    „Dann pass auf. Noch mehr Schwierigkeiten können wir im Moment nicht gebrauchen.“
    „Geht klar und ...“
    „Was ist?“
    „... wenn ich zurück bin, müssen wir uns mal über diese Sache mit dem Hotel unterhalten“.
    „Was ist damit?“
    „Was damit ist. Das ist ein Drei-Sterne-Hotel, das ist doch lächerlich. Ich ...“
    „Reg dich nicht auf, erstens war dies das einzige Hotel in der Gegend und zum anderen fällst du so nicht allzu viel auf.“
    Der Mann mit den orangen Haaren hatte schon eine Erwiderung auf der Zunge, kam aber nicht dazu, da sein Leader bereits aufgelegt hatte. Er legte den Hörer zurück aufs Telefon und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen.

    Kapitel 10: ein zweiter Besuch

    Als Sora aufwachte, war es bereits mittags. Zum Glück war heute Samstag und sie musste nicht im Laden aushelfen. Die alte Dame hatte darauf bestanden, dass sie sich heute frei nahm, um sich zu erholen. Erst wollte Sora nicht, doch jetzt war sie froh, dass sie mal ausschlafen konnte. Seit dem Tod ihrer Freundin hatte sie kaum noch geschlafen. Ihre langen braunen Haare waren zu einem Zopf zusammen gebunden. Gähnend stand sie auf und nahm erst mal eine heiße Dusche. Das würde sie sicher auf die Beine bringen.
    Nachdem sie geduscht hatte, nahm sie die Wohnungsschlüssel und machte sich auf den Weg zum See.

    Mit geschlossenen Augen saß sie auf der Bank und musste an die Zeit mit Maya denken. >>Maya ohne dich ist es so langweilig. Mir macht nichts mehr Spaß. Warum bin ich nicht bei dir?<< >>Weil du leben musst. Lebe weiter Sora.<<
    Sie öffnete die Augen, als sich ein Schatten über ihr Gesicht legte. >>Hallo Sora. Du hast lang geschlafen. Fühlst du dich jetzt besser?<< Hörte sie die Stimme des Mannes in ihrem Kopf.
    „Wer sind Sie und...“ Der Mann mit den orangen Haaren lächelte. „Ich kenne dich schon eine ganze Weile“ antwortete er und setzte sich neben Sora auf die Bank. „Sie können einfach so in Gedanken zu mir sprechen? Wie machen Sie das?“.
    „Ich bin Telepath und auch du bist eine Telepathin“. Sora sah ihn an als hätte sie einen Geist gesehen. >>Ich soll Telepathin sein? So was gibt es doch nur im Fernsehen, aber doch nicht ...<< Diesen Gedanken wollte sie gar nicht zu Ende denken. Der Mann lächelte, denn er hatte ihre Gedanken mitverfolgt. „Doch es ist war Sora. Du kennst so vieles noch nicht, aber ich kann dir helfen diese Kraft richtig einzusetzen“. Der Mann stand auf. „Warten Sie, wo gehen Sie hin?“.
    „Ich habe noch etwas zu erledigen, ruf mich einfach, wenn du dich entschieden hast“. Damit hob er die Hand zum Abschied und machte sich auf den Weg.

    Kapitel 11: Entscheidung

    Sora saß auf dem Sofa im Wohnzimmer, die Beine im Schneidersitz, mit einer Schüssel Trauben in der Hand. Schon den ganzen Nachmittag hatte sie sich darüber Gedanken gemacht, ob sie diesem Mann vertrauen konnte. Andererseits, vielleicht, nein sehr wahrscheinlich, war er der einzige der ihr helfen konnte und sie verstand. Ihr blieb also keine andere Wahl, oder doch? Aber selbst wenn er ihr helfen konnte, wie sollte sie ihn erreichen? „Ruf mich einfach“ hatte er gesagt. Aber wie sollte sie das machen? Sie hatte keine Ahnung. Mit einem Seufzer schloss sie die Augen. „Rufen. Wie soll ich dich rufen? Soll ich schreien oder vielleicht in Gedanken rufen?“, fragte sie in den Raum hinein. Konnte es sein, dass er das damit gemeint hatte. In Gedanken rufen. Aber wie sollte sie das anstellen?

    Sie versuchte sich genau zu Erinnern, wie der Mann aussah. Seine orangen Haare, die smaragdgrünen Augen, die weiße Haut und seine Stimme. >>Wo bist du? Wie soll ich dich finden? Ich weiß ja noch nicht einmal, wie ich das anstellen soll.<<
    >>Sei nicht so ungeduldig. Du musst erst noch lernen deine Kräfte richtig einzusetzen,<< hörte sie die Stimme in ihrem Kopf. >>Ich hab´s geschafft, ich habe Sie gefunden<< freute sich Sora.
    >>Ja, aber deine Art mich zu finden ist viel zu kompliziert und das verbraucht zu viel Kraft. Das wiederum schwächt deinen Körper.<<
    >>Aber ich fühle mich gut.<<
    >>Jetzt noch, aber sobald du deine Augen öffnest, wirst müde sein und kaum die Augen offen halten können. Und hast du dich entschieden?<<
    >>Ja, bitte bringen Sie mir bei, wie ich meine Kräfte kontrollieren kann,<< bat Sora.
    >>Also gut. Wir treffen uns morgen Mittag am See. Ruh dich jetzt aus Sora.<< Damit war die Stimme aus ihrem Kopf verschwunden. Sora wollte die Augen öffnen, doch sie war viel zu müde und schlief sofort ein.

    Kapitel 12: Abflug am Gate 3

    Die bunten Blätter der Bäume, die langsam zur Erde fielen und die Herbstsonne, ein schönes Bild. Wie auf einem Gemälde. Und es würde für sehr lange Zeit das letzte Mal sein, dass Sora diesen Anblick, hier in Deutschland, ihrer Heimat, erleben würde. Der Mann mit den orangen Haaren, hatte sich vor wenigen Minuten mit ihr getroffen und ihr mitgeteilt, dass er ihr nur helfen könne, wenn sie bereit wäre ihn nach Japan zu begleiten. Das musste sie erstmal verdauen. Er hatte ihr bis heute Abend Zeit gegen sich zu entscheiden, denn um 23.45 Uhr würde das Flugzeug starten. Im Grunde hatte sie sich schon längst entschieden. Hier hielt sie nichts mehr. Doch noch einmal wollte sie die alte Dame im Blumenladen besuchen und an das Grab ihrer Freundin gehen.

    Sie packte den Kulturbeutel in ihren Koffer, kontrollierte noch einmal, ob sie alles hatte und wollte diesen schließen, als ihr Blick auf dem kleinen Wohnzimmerschrank hängen blieb. Dort stand noch, ein kleiner silberner Bilderrahmen, mit einem Foto, welches die beiden Mädchen zeigte, wie sie in die Kamera lachten. Mit einem lächeln auf dem Gesicht packte sie auch dies noch in den Koffer, bevor dieser endgültig geschlossen wurde. „Nimm nur mit, was du unbedingt brauchst, alles anderen werden wir dort besorgen“, hatte der Mann zu ihr gesagt. Und in diesem Moment erkannte sie, dass sie den Mann noch immer nicht nach seinem Namen gefragt hatte. Sie nahm sich vor dies sobald wie möglich nachzuholen. Mit der Handtasche und dem Koffer, stieg sie in das Taxi und fuhr zum Flughafen.

    Sie erkannte den Mann sofort und trat auf ihn zu. „Ich freue mich zu sehen, dass du mitkommst“. Sie checkten ein und stiegen anschließend ins Flugzeug. „Sora wenn du möchtest, darfst du gerne am Fenster sitzen“. „Dankeschön“. Sie legte ihre Handtasche unter den Sitz und lehnte sich zurück. „Sie haben mir noch gar nicht ihren Namen verraten“. Sora sah dem Mann in die smaragdgrünen Augen. „Schuldig. Ich heiße Schuldig“.
    „Schuldig. Das ist ein ungewöhnlicher Name, “ sprach sie und schloss die Augen.

    Kapitel 13: Epilog

    Endlich wusste ich wie der Mann hieß, der mir vor 20 Jahren das leben rettete.
    Ich hatte ihn zwar noch nicht darauf angesprochen, aber ich war mir ganz sicher. Diese Stimme, dass konnte nur er sein. Im Moment traue ich mich noch nicht ihn zu fragen. Vielleicht später. Und jetzt, jetzt sitze ich hier im Flugzeug und bin auf dem Weg nach Japan. Was mich dort erwartet weiß ich nicht. Aber ich werde offen für neues sein, denn mein altes Leben habe ich jetzt hinter mir gelassen. Jetzt beginnt mein neues Leben.

    Ende Teil 1 (tbc)

    Zwielicht
    [SIGPIC][/SIGPIC]
    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

  • jop sehr nette story
    wär halt interessant zu wissen, wie viel dir davon selbst eingefallen is und wie viel du von einem anime adaptiert hast

    bis auf ein paar rechtschreibfehler und holprigkeiten im ausdruck schon gut. wie gesagt, macht lust auf mehr.

    vielleicht solltest du bei zeiten die einzelnen kapitel noch ein bisschen ausbauen, kann man sicher noch mehr daraus machen ;) weiter so

  • Hi Magi, die Story ist mir selbst eingefallen. Die Chara sind -auser Sora- bis jetzt vom Anime.
    Freue mich, wenn euch die Story gefällt. Zweiter Teil ist bereits in Arbeit :).

    Zwielicht
    [SIGPIC][/SIGPIC]
    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

  • [FONT=Informal Roman, cursive][B]Die Geschichte der Telepathin[/B][/FONT]




    [B]Kapitel: 1 Epilog[/B]

    Mit geschlossenen Augen stand ich unter der Dusche und ließ das lauwarme Wasser an meinem Körper hinunter laufen. Ein halbes Jahr ist nun vergangen, seit ich Deutschland verlassen habe. Hier in Japan hatte mein neues Leben angefangen. Am Anfang war es schwer für mich gewesen, doch mittlerweile habe ich mich eingewöhnt. Schuldig hatte mir beigebracht, wie ich eine Blockade errichten konnte, um mich vor fremden Gedanken zu schützen. Meine Kräfte konnte ich jetzt auf jeden Fall besser kontrollieren als vorher. Aber Schwierigkeiten habe ich immer noch ein bisschen. Üben. Das war das einzige was ich dagegen machen konnte. Ich drehte das Wasser zu und wickelte mich in eines der weichen Handtücher. Gerade hatte ich die Tür geöffnet und wollte auf mein Zimmer gehen, als Schuldig plötzlich vor mir stand. Schweigend und mit einem Lächeln auf dem Gesicht, musterte er mich von oben bis unten, nur um dann zu sagen: „Du weißt, das wir spätestens in einer halben Stunde los müssen“.
    „Ja, bin gleich fertig. Gib mir zehn Minuten“, damit verschwand ich in meinem Zimmer.

    [B]Kapitel 2: der Auftrag[/B]

    Schuldig saß auf dem Sofa und blickte zum x-ten-mal auf die Uhr. 10 Minuten vorbei … 15 Minuten vorbei … 20 Minuten vorbei … 25 Minuten vorbei …
    „Entschuldige, aber ich konnte mich nicht entscheiden, was ich anziehen soll“, sagte Sora und trat ins Zimmer.
    „Sag mal weißt du eigentlich, wie lange du gebraucht hast?“ Schuldig war kurz vorm explodieren.
    „Du sagtest doch, spätestens in einer halbe Stunde. Und wir haben… noch vier Minuten“. Schweigend stand Schuldig auf, verließ die Villa und stieg in seinen Wagen. „Das gibt nur wieder Ärger. Crawford wird mich umbringen“.
    „Das hat er schon öfters gesagt“, meinte Sora und schnallte sich an. Schuldig schaute Sora von der Seite an, ließ seine Gedanken aber unausgesprochen. Er wusste nicht, wie viel er ihr schon verraten konnte. Außerdem hatte er nicht die Erlaubnis seines Leaders. Er musste also warten.

    Eine knappe halbe Stunde später hielt der rote …Wagen vor einem der Regierungsgebäuden. Die beiden stiegen aus. Ohne auf die Leute zu achten, die sich nach ihnen umdrehten, betraten sie das Regierungsgebäude und stiegen in den Fahrstuhl. „Ich gebe dir einen gut gemeinten Rat. Egal was gesagt wird, halt den Mund“. Sora nickte. Das war das erste Mal, dass sie auf ein Geschäftstreffen mit durfte. Innerlich war sie aufgeregt, aber sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Der Fahrstuhl öffnete sich und die beiden stiegen aus. Sie betraten einen weißen Flur, mit vereinzelten Bildern an der Wand und einen Boden aus weiß-schwarzem Marmor. Jeder Schritt den sie machten, hallte ihnen nach. Sora sah sich fasziniert um. >>Ich wusste gar nicht, dass ihr für die Regierung arbeitet.<<
    >>Tun wir auch nicht.<< Sora sah Schuldig fragend an. Was suchten sie dann in einem Regierungsgebäude? Doch bevor sie die Frage weitergeben konnte, erblickte sie Crawford. Wie immer in einem makellosen Anzug mit Krawatte. „Ihr seit spät dran“, war die einzige Begrüßung die er gab, bevor er an die Tür klopfte und eintrat. Sora folgte und zum Schluss Schuldig.

    Neugierig, aber so, dass man es ihr nicht ansah, ließ Sora den Blick durch das Büro wandern. Ein großes Büro, auch hier mit weißen Marmorfliesen. Vor ihr ein Schreibtisch aus Buche. Links und rechts je zwei Regale. Drei davon waren mit Büchern voll gestellt. In dem Vierten standen lauter Bilderrahmen, doch sie konnte nicht erkennen, wer darauf zu sehen war. Die hintere Wand bestand nur aus Fenstern. Ein guter Blick auf die ganze Stadt, wären nicht die Jalousien unten, um die Sonne fernzuhalten. Schräg neben dem Schreibtisch stand ein kleines Sideboard mit verschiedenen Flaschen Alkohol.

    „Ah, da sind Sie ja“. Der Mann hinter dem Schreibtisch sah sie kühl an. „Wie ich bereits hörte, waren Ihr Vorbereiten erfolgreich“.
    „Ja, Herr Kakuji. Darf ich Ihnen vorstellen, das ist Sora“. Crawford schaute kurz zu Sora und diese trat auf ihn zu, da sie mit Schuldig etwa zwei Schritten weiter hinten stehen geblieben war als ihr Leader. „Sie kommt aus Deutschland und besitzt die gleichen Fähigkeiten wie…“ „Ja, aber ist sie auch soweit und kann den Auftrag ausführen?“ fiel Herr Kakuji Crawford ins Wort. Einen Moment herrschte Stille. >>Was meint er Schuldig?<< fragte Sora in Gedanken. Doch sie prallte an eine Wand. Schuldig lies sie nicht in seine Gedanken.
    „Ja, das ist sie“, antwortete nun Crawford.
    „Gut, dann gehen Sie. Sie bekommen Ihre Anweisung so bald es mir möglich ist“. Crawford nickte und die drei verließen das Büro.

    [B]Kapitel 3: Antworten[/B]

    Sora saß auf dem Sofa in der Schwarz-Villa, mit einer Tasse Tee in der Hand. Ihr gegenüber Schuldig und Crawford. Beide sahen sie ernst an und hatten die ganze Fahrt über kein Wort mit ihr gesprochen. Sie wollte ein paar Antworten und sie würde nicht eher aufstehen, bis sie welche bekommen hatte. Was für ein Auftrag sollte sie ausführen und wieso hatte Schuldig gesagt, sie arbeiteten nicht für die Regierung, obwohl sie doch bei einem der Politiker waren, auch wenn sie noch nie von diesem Mann gehört hatte. In die Gedanken von Schuldig konnte sie nicht eindringen. Er hatte sie schon die ganze Zeit abgeblockt.

    „Könntet ihr mir jetzt endlich erzählen, was los ist?“ Sora sah beide fragend an.
    „Es gibt einen Grund, warum du noch am Leben bist“, begann Schuldig. Mit einem kurzen Blick zu seinem Leader fuhr er weiter: „Ich bin der Grund, warum du als Baby nicht gestorben bist“.

    „Das habe ich mir gedacht, als ich deine Stimme zum ersten Mal hörte“, unterbrach Sora ihn. „Ja, das ist schon richtig, aber lass mich zu Ende erzählen Sora“. Schuldig sah sie an. „Damals, ich war gerade 6 Jahre alt, als Crawford mich von Rosenkreuz gerettet hat, war nicht nur ich, sondern auch mein Körper so ausgemagert, dass kaum noch die Hoffnung bestand, dass ich überlebte. Crawford erzählte mir später, dass ich mehrere Tage im Fieber lag und kaum Flüssigkeit zu mir genommen hatte, bevor ich auf dich gestoßen bin. Schon damals waren meine Kräfte außergewöhnlich stark, als ich in weiter Ferne eine schwache Kraft wahr nahm. Ich spürte sie. Zwar nur ganz schwach, doch ich merkte, dass wir uns gar nicht so unähnlich waren und ich dich unbedingt kennenlernen wollte. Deshalb habe ich dich davon abgehalten, zu sterben.
    Ich wollte dich kennen lernen. So rettete ich dir das Leben und fand gleichzeitig die Kraft, selbst weiter zu leben. Man kann also sagen, du bist mein Anker gewesen und hast mir neue Kraft und neuen Mut gegeben, um weiterzuleben“. Stille. Sora wusste nicht, was sie sagen sollte.
    „Also immer, wenn ich nicht mehr konnte, nicht mehr weiterleben wollte, warst du es, der mich davon abhielt? Die ganze Zeit?!“ Schuldig nickte. „Und du wusstest die ganze Zeit, wo ich bin?“.
    „Nein. Sonst wäre ich viel früher in dein Leben getreten und hätte dir so Manches an Qualen erspart. Aber selbst mit Crawfords Fähigkeiten, in die Zukunft zu sehen, konnte er uns nicht helfen, dich zu finden. Bis vor einem halben Jahr.
    „Wie?“ war das Einzige, was sie fragte.
    „Nagi, ebenfalls ein Mitglied von uns, hatte sich in den Computer von Rosenkreuz gehackt, um uns Informationen zu beschaffen – was hiermit nicht das Geringste zu tun hat – und durch Zufall ist er auf eine Datei gestoßen, die Informationen über eine Telepathin enthielt. Crawford beauftragte mich, der Sache nachzugehen und das tat ich auch.
    Den Informationen zufolge, sollte die Person in einem kleinen Blumenladen aushelfen. Als ich den Laden betrat und deine Gedanken las, wusste ich, dass du das Mädchen bist, das mir damals half. Du warst das Baby, dem ich das Leben rettete und das Kind, was ich unzählige Male davor bewahrt habe, sich das Leben zu nehmen“.
    „Das ist ja alles schön und gut und ich freue mich auch, dass du mir das endlich erzählst, aber was hat das alles mit dem Auftrag zu tun? Und wieso sagst du, arbeitet ihr nicht für die Regierung? Wir waren doch in einem der Regierungsgebäude. Da kommt man nur hinein, wenn man dort arbeitet“. Erneut wechselte Schuldig einen Blick mit Crawford.
    „Es ist schon spät. Wir reden morgen früh weiter“, meinte Crawford und stand auf. Für ihn war das Gespräch beendet. „Schuldig du kannst doch nicht...“ „Das Gespräch ist beendet. Du solltest jetzt in dein Zimmer gehen“. Crawford sah Sora mit einem kühlen Blick an. Stur erwiderte sie diesen, stand dann jedoch auf und ging in ihr Zimmer.

    [B]Kapitel 4: neue Fragen[/B]

    Der Vollmond schien und erleuchtete mein Bett, das direkt unter dem Fenster stand. Ich lag auf dem Bett, die Arme hinter den Kopf verschränkt und ließ noch einmal alles Revue passieren, was Schuldig mir vor wenigen Minuten erzählt hatte. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass er derjenige war, der mir vor 20 Jahren das Leben rettete. Doch ich sollte sein Anker gewesen sein, als es ihm schlecht ging? Das konnte ich nicht glauben. Es konnte ja sein, dass es stimmte. Aber warum erzählte er es mir jetzt? Und was hat das mit dem Auftrag zu tun? Ich hatte keine Ahnung. Um mich abzulenken, nahm ich einen Schluck aus der Wasserflasche, die neben meinem Bett stand.
    Da fiel mir plötzlich ein, was Schuldig noch gesagt hatte, nachdem er mir mitteilte, er könne mir helfen. Er sagte, er hätte noch einen Job zu erledigen. Hatte es etwas damit zu tun? Ich wusste es nicht. Aber darauf würde ich ihn morgen früh ansprechen. Genauso, warum Crawford das Gespräch plötzlich beendet hatte, als ich nach dem Auftrag fragte. Da musste doch ein Zusammenhang bestehen. Was verheimlichten sie mir?

    [B]Kapitel 5: der Vorfall[/B]

    Als Sora am Morgen aufwachte, merkte sie, dass etwas nicht in Ordnung war. Es roch nicht, wie jeden Morgen, nach Kaffee und auch sonst war es viel zu still. Sie schlug die Decke zurück, stand auf und verließ ihr Zimmer. Vielleicht hatte sie sich das ja auch nur eingebildet, doch dem war nicht so. Totenstille. Sie rannte die Treppe hinunter in die Küche, die sich im Erdgeschoss befand. Am Türrahmen blieb sie wie versteinert stehen. Kein frischer Kaffee, kein Crawford und kein Schuldig, die sich zankten. „Nagi bist du da?“, rief Sora. Doch sie erhielt keine Antwort. „Was ist hier los?“, fragte sie sich. Sie rannte wieder nach oben und bleibt vor der Tür zu Crawfords Büro stehen. Sie holte tief Luft, klopfte an und wartete. Keine Antwort. Vorsichtig öffnete sie die Tür und trat ein. Niemand war da. Sie wollte schon wieder gehen, als sie sah, dass der Laptop an war. >>Den hat er noch nie angelassen, wenn er weg ist.<< Langsam trat sie hinter den Schreibtisch und blickte auf dem Bildschirm. Ein kleines Fenster in der Ecke zeigte ihr, dass eine E-Mail gekommen war. >>Soll ich sie öffnen oder ignorieren? Wenn Crawford mich erwischt gibt es Ärger. Andererseits er ist ja nicht da.<< Sie ließ sich auf dem Stuhl nieder und öffnete die E-Mail.

    Der Auftrag wurde geändert. Um 5.00 Uhr am Hafen B3.
    Dort wartet ihr Informationspartner.

    Sora verstand nicht. Was hatte diese E-Mail zu bedeuten? >>Was heißt, der Auftrag wurde geändert?<< Sora las sich erneut die Mail durch. Was hatte das zu bedeuten? 5.00 Uhr, es war bereits 8.00 Uhr vorbei. Solange konnte doch kein Auftrag dauern. „Hafen B3“, merkte sich Sora und ging wieder zurück in ihr Zimmer.

    Zur gleichen Zeit am Hafen B3:
    „Wir haben Ihnen die Informationen gegeben, die sie wollten. Also ist unser Auftrag erledigt“. Crawford sah die Männer an. Immer noch hielten sie ihre Waffen auf sein Team gerichtet. Es wäre ein Leichtes für sie, diese Männer auszuschalten, doch sie wollten wissen, wer sie in die Falle gelockt hatte. Also mussten sie warten. >>Crawford, ich spüre eine weiter Person, die sich uns nähert<< hörte der Leader die Stimme von Schuldig in seinem Kopf.
    >>Wer ist es?<<
    >>Kann ich nicht sagen>>
    >>Gut, dann warten wir<< Kaum merklich nickte Schuldig.
    „Geben Sie uns, was wir wollen Herr Crawford und wir ziehen uns zurück ohne, dass jemandem etwas passiert“, sprach ein kleiner, dicker Mann in einem blauen Anzug. Crawford schwieg einen Moment. „Sora wollte nur mit ihnen kommen?!“ lächelte er.
    „Sie gehört uns. Niemand, außer unserer Organisation, hat Anspruch auf ihre Kräfte“.
    „Sie hatte sich bereits entschieden, als sie ins Flugzeug einstieg. Sie gehört Ihnen nicht. Sie wird, wenn dann für uns Arbeiten“.
    „Herr Crawford. Wir wissen doch beide, dass Sie Sora nicht die ganze Wahrheit gesagt haben. Sie haben Angst, dass sie sich gegen Sie wendet und für uns entscheidet“. Crawford schwieg.

    „Ich gehöre niemand. Meine Entscheidungen treffe ich alleine. Niemand bestimmt mein Leben“, hörten sie plötzlich eine Stimme. Die Männer, mit den Waffen in der Hand, drehten sich um. Doch es war zu spät. Mit Kopfschmerzen, die sie noch nie hatten, ließen sie ihre Waffen fallen und krümmten sich auf dem Boden. Schuldig drehte sich in die Richtung aus der die Stimme kam. >>Sora was machst du hier?<< fragte er, doch sie blockte ihn ab.
    „Habe ich nicht das Recht selbst zu entscheiden?“, fragte sie und ging weiter auf den kleinen, dicken Mann zu. Dieser wollte wegrennen, doch er konnte sich nicht bewegen. Keinen Millimeter.
    „Sora was tust du da. Hör auf!“ mahnte Crawford, doch Sora ignorierte ihn. Mit zitternder Hand zog der Mann eine Pistole hervor und hielt sie sich an die Schläfe.
    >>Sora lass das! Wir wollen wissen, wer uns in die Falle gelockt hat!<< Schuldig versuchte in ihre Gedanken einzudringen. Doch noch immer blockierte sie ihn. „Sora nicht“, doch es war zu spät. Der dicke Mann drückte ab. Peng. Leblos sackte der Körper in sich zusammen und eine Blutlache breitete sich auf dem Boden aus. Erst jetzt gelang es Schuldig ihre Barriere zu durchbrechen. >>Warum hast du das gemacht?<<
    „Warum verratet ihr mir nicht die Wahrheit? Was soll ich nicht wissen, was macht euch solche Angst?“, fragte Sora.
    „Das reicht. Bring sie zum Schweigen Schuldig“, gab Crawford die Anweisung. Schuldig nickte und zwang Sora zur Bewusstlosigkeit. Doch bevor sie auf den Boden fallen konnte, fing er sie auf.
    „Es wird Zeit für Erklärungen sein, wenn sie wieder zu sich kommt“, meinte Schuldig und sah seinen Leader an. Crawford sah ein das es an der Zeit war, Sora alles zu erzählen.

    [B]Kapitel 6: die ganze Wahrheit[/B]

    Mit Kopfschmerzen wachte Sora auf und fand sich angezogen in ihrem Bett wieder. Wie lange sie Bewusstlos gewesen war, konnte sie nicht sagen. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Doch als sie aus dem Fenster schaute, war es bereits dunkel. Sie setzte sich auf und wartet bis das Schwindelgefühl nachgelassen hatte, bevor sie hinunter ins Wohnzimmer ging. Wieder einmal herrschte Stille.
    Als sie das Wohnzimmer betrat, saßen dort bereits Crawford, Schuldig und Nagi. Sie redeten nicht ein Wort miteinander. Ohne ein Wort zu sagen, setzte sich Sora in einen der schwarze Ledersessel. Sie wusste genau, was vorgefallen war und wer sie in die Bewusstlosigkeit getrieben hatte.
    „Es ist Zeit, dir die ganze Wahrheit zu erzählen, Sora“. Crawford sah Sora an und hoffte, dass sie seinem Blick erwidere. Doch sie starrte zu Boden.
    „Was sollte das am Hafen? Wer waren diese Leute?“
    „Sie gehören zu Rosenkreuz. Wie ich bereits sagte, hatte Crawford mich vor Ihnen gerettet als ich 6 Jahre alt war. Und nachdem sie heraus fanden, dass es eine weitere Telepathin gibt, versuchten sie, an dich heranzukommen. Du warst noch unerfahren und das ist es, was Rosenkreuz will. Deine Kräfte für sich beanspruchen. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht.
    Als ich nach Deutschland kam und dich beobachtete, merkte ich, dass auch Rosenkreuz dich beobachtete. Ich musste etwas dagegen unternehmen“.
    „Und was hast du gemacht?“
    „Sie getötet“, antwortete Schuldig kalt. Sora zuckte unmerklich zusammen und erinnerte sich, wie die den Mann dazu zwang, sich zu erschießen.
    „Wir arbeiten nicht für die Regierung. Wir sind Auftragskiller. Und dieser Besuch im Regierungsgebäude war nur ein Job. Eigentlich solltest du den übernehmen, doch nach Crawfords Vision beschlossen wir, alleine zu gehen. Ohne dich. Du warst noch nicht so weit“. „Hättet ihr mir das früher gesagt, hätte ich doch selbst entscheiden können. Aber dazu ist es jetzt zu spät. Warum aber, habt ihr nicht zugelassen, dass mich Rosenkreuz bekommt? Nur wegen meinen Kräften?“.
    „Wenn Rosenkreuz dich in die Finger bekommt, werden sie mit dir Experimente machen, dich quälen, so wie mich. Solange, bis dein Widerstand gebrochen ist und du ihnen dienst. Das sind ihre Methoden“.
    „Und eure? Warum habt ihr mich zu euch geholt? Damit ich für euch arbeite, für euch töte?“
    „Wir wollten nur nicht, dass du Rosenkreuz in die Hände fällst…“, mischte sich nun auch Crawford in das Gespräch ein. „…Sobald du deine Kräfte kontrollieren konntest, wollten wir dir alles erzählen und dich fragen. Doch nachdem du hierher gekommen warst, änderte sich alles. Du bist so froh gewesen, deine Kräfte nicht verstecken zu müssen und hast „fast“ wie ein normaler Mensch gelebt. Du hast gelacht, dich gefreut und deine Trauer vergessen. Als wir dies sahen, wussten wir, wenn wir dir alles erzählen würden, würdest du dein Lächeln verlieren und das wollten wir nicht. Keiner von uns“.

    [B]Kapitel 7: vergangene Zeiten[/B]

    Wieder einmal war so eine beschissene Nacht, wo ich auf dem Bett lag und nachdachte. Das tat ich in letzter Zeit ziemlich häufig. Warum taten mir immer dann die Leute weh, wenn ich anfing, ihnen zu vertrauen? Ich lag auf der Seite und weinte leise. Seit langer Zeit weinte ich mal wieder. Immer hatte ich versucht, stark zu sein, doch jetzt konnte ich meine Tränen nicht länger zurück halten. Wollte es auch nicht. „Weine ruhig Sora. So kannst du dich abreagieren, ohne Andere zu verletzten“, hatte Maya einmal zu mir gesagt. Ich erinnerte mich noch genau, wie Maya mich damals in die Arme genommen hatte – wie ein kleines Kind – und mich mit ihren sanften Worten beruhigt hatte. Doch jetzt wollte ich alleine sein. Ich hatte eine Blockade errichtet, um mich vor allen Gedanken zu verstecken. Wenigstens für einen Moment.

    [B]Kapitel 8: der Verräter[/B]

    Nagi und Schuldig saßen Crawford in seinem Büro gegenüber und schwiegen sich schon eine geschlagene Minute an. „Warum sollte ausgerechnet Er uns in die Falle locken? Was hat er davon?“ brach Nagi endlich das Schweigen.
    „Das weiß ich auch nicht, aber es würde einen Sinn ergeben, wenn er für Rosenkreuz arbeiten würde“, warf Schuldig ein.
    „Hier herum zu sitzen und zu diskutieren, bringt uns auch nicht weiter. Wir werden Ihm einen kleinen Besuch abstatten“. Crawford sah die beiden an. Diese begriffen, worauf ihr Leader hinaus wollte und standen schweigend auf.

    Schuldig stand vor Soras Tür und wollte gerade klopfen, als er leises Schluchzen vernahm. Mitten in der Bewegung hielt er inne. >>Sora<< versuchte er es in Gedanken, doch er stieß auf eine Blockade. Leise seufzte er. „Sora wir müssen noch mal weg, sind aber bald wieder da“, sprach er nun. Doch Sora antwortete ihm nicht. Da Schuldig auch nicht mit Gewalt ihre Blockade durchbrechen wollte, beließ er es dabei und verließ, ohne einen weiteren Versuch die Villa. Sein Leader und Nagi saßen bereits im Auto und warteten auf ihn.

    Das schwarze Auto hielt auf dem Parkplatz vor dem Regierungsgebäude in einer Ecke, die nicht beleuchtet war. Drei Personen stiegen aus. „Es wird kein Problem sein, an den beiden Wachmännern vorbei zu kommen. Schuldig, du kümmerst dich um sie. Nagi, du machst dich auf den Weg zum Sicherheitsbüro und vernichtest die Aufzeichnungen der Überwachungskameras“, gab Crawford seine Anweisungen.
    Sie betraten das Regierungsgebäude und trennten sich. Nagi blieb im Erdgeschoss, während sich die anderen beiden auf dem Weg ins oberste Stockwerk waren.

    Lautlos sackte die Wache vor Herr Kakujis Büro zusammen. Ohne anzuklopfen wurde die Tür geöffnet und Crawford und Schuldig traten ein.
    „Was soll das?“, fragte Herr Kakuji und drehte sich zu der Tür um. Als er die beiden Männer sah, wurde sein Gesicht ganz blass.
    „Ich habe Sie nicht hierher bestellt. Also verlassen Sie auf der Stelle mein Büro“, schrie der Mann. >>Aber wir wollen nicht gehen<< hörte er Schuldigs Stimme in seinem Kopf. >>Wir wollen uns mit Ihnen unterhalten.<<
    „Crawford sagen sie Ihrem Telepathen dass er augenblicklich aus meinen Gedanken verschwinden soll“.
    „Beantworten Sie uns ein paar Fragen“, meinte dieser nur kühl und ignorierte die panische Stimme seines Auftraggebers. „Warum haben Sie versucht uns in eine Falle zu locken?“
    „Ich weiß nicht wovon Sie reden. Ahhh. Herr Kakuji presste die Hände an seinen Kopf. >>Sind Kopfschmerzen nicht etwas Schönes?!<< Schuldig grinste.
    „Sie arbeiten für Rosenkreuz“. Die Worte von Crawford ließen Herrn Kakuji zusammenzucken. Dieser fing plötzlich an, panisch zu werden und schrie: „Sora gehört Rosenkreuz. Ihre Kräfte gehören Rosenkreuz. Und Sie werden sie bekommen und dann werden sie euch vernichten“. Peng. Glassplitter fielen zu Boden und nur Sekundenbruchteile später lag Herr Kakuji leblos auf dem Boden.
    „Er hat uns in die Falle gelockt und Rosenkreuz hat ihn zum Schweigen gebracht, damit er ihre Pläne nicht verrät“. Schuldig sah seinen Leader an. „Gehen wir, Nagi wartet schon am Auto auf uns. Hier gibt es nichts mehr zu tun“. Die beiden Schwarz drehten sich um und verließen das Regierungsgebäude.

    [B]Kapitel 9: Projekt Sora[/B]

    Ein dunkler Raum, doch jeden Schritt, den die Person machte, hallte an den Wänden wieder. „Wie konnte das passieren. Herr Kakuji hatte lediglich den Auftrag gehabt, Sora an den Hafen B3 zu locken. Dort hätten wir, Rosenkreuz, sie erwartet und Sora wäre jetzt in unserem Besitz. Aber nein. Dieser Dummkopf war noch nicht einmal in der Lage, diesen einen Auftrag auszuführen“, regte sich die Person auf. Sie ließ sich auf den Schreibtischstuhl nieder und schloss die Augen. >>Sora gehört uns. Nur wir haben das Recht, ihre Kräfte zu besitzen. Sie wird uns gehören. Ich werde wohl jemand anderen beauftragen müssen, sich um das Projekt Sora zu kümmern. Jemand, der zuverlässig ist. Jemand, der Soras Kräften gleichgestellt ist.<<

    Leise wurde die Tür geöffnet und eine Frau mit langen Haaren trat ein. Auch ihr Gesicht lag im Dunkeln. „Du kommst gerade recht Mika. Du kannst mich bestimmt ablenken“, sprach die Person in einem etwas sanfterem Ton.
    „Das habe ich bis jetzt immer geschafft. Doch du solltest dich jetzt ausruhen. Denk an dein Herz, es braucht Ruhe.“ Die Frau trat von hinten an die Person heran und umarmte diese von hinten. „Ich verspreche dir. Sora wird bald in unseren Händen sein. In den Händen von Rosenkreuz. Und dann werden wir in die nächste Phase des Projekts Sora eintreten können. Das wird mein Geschenk für dich sein“. Ein kühles Lächeln spiegelte sich auf dem Gesicht der Person wieder.

    [B]Kapitel 10: zurück nach Deutschland[/B]

    Die Nacht war hereingebrochen und dunkle Wolken verdeckten den Mond. Sora saß auf ihrem Bett und betrachtete das Foto von ihrer Freundin und ihr. Zu ihren Füßen lag ein gepackter Koffer. „Ich kann nicht hier bleiben. Es tut mir leid Maya. Am Tag meiner Abreise, nach Japan, war ich an deinem Grab und habe dir versprochen, dass hier mein neues Leben beginnen wird. Ein Leben, in dem ich nicht mehr alleine bin und mich vor den Menschen verstecke. Aber ich habe einen Menschen getötet. Durch meine Kraft, meine Gedanken ist ein Mensch gestorben. Seitdem habe ich Albträume und kann kaum noch schlafen. Es ist besser so“. Sora stand auf und legte den Brief den sie geschrieben hatte auf den Schreibtisch. Dazu eine gelbe Rose. >>Eine Rose, in derselben Farbe, wie du sie mir bei unserer ersten Begegnung geschenkt hast, schenke ich nun dir. Ein Abschiedsgeschenk für dich.<<

    Ein letzter Blick zum Mond, der noch immer von schwarzen Wolken bedeckt war. Sora schloss die Augen. Jetzt würde sie erst mal versuchen zu schlafen und wenn sie die Augen wieder öffnete, würde sie in Deutschland sein. >>Maya, ich komme zurück nach Deutschland.<<


    Ende Teil 2


    So das war der 2 Teil der FF,
    wünsche viel Spaß beim lesen,
    die Chara Sora, Maya und Herr Kakuji sind selbst erfunden, die anderen gehören net mir

    wann ein dritter Teil kommt, bleibt noch offen

    Zwielicht
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    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Soraya ()

  • Einen gaaanz lieben Dank bekommt auch noch Moo, weil er so lieb war und sich die Zeit genommen hat drüber zu lesen.

    Dankeschön, Moo

    Zwielicht
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    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

  • Ich dank dir Sora. Mach ich doch gerne :)


    Der 2. Teil ist dir aber auch wieder sehr gut gelungen. Gerade die letzten 2 Kapitel geben dem Teil einen würdigen und interessanten Abschluss.


    Macht echt Lust auf mehr, viel mehr :D

  • Dankeschön,

    ich freue mich, wenn die Story euch gefällt. *Verbeug*

    Leider müsst ihr auf den dritten Teil noch etwas warten, der ist gerade in Bearbeitung.

    Zwielicht
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    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

  • Telepathin III






    Kapitel 1: Friedhofsbesuch

    Ein kühler Wind wehte, ein grauer Himmel und die ersten Schneeflocken fielen auf die Erde. Ihren Mantel fest zugebunden und mit einem dünnen Schal um den Hals, lief Sora die fast, menschenleere Straße entlang. Es war später Nachtmittag, die Straßenlaternen waren schon angegangen und nur wenige Autos fuhren die Straße entlang. Obwohl es noch nicht gefroren hatte, trauten sich nicht viele auf die Straße. Doch Sora war es recht so. So konnte sie nachdenken, und musste nicht aufpassen, dass sie aus Versehen jemanden anrempelte. Ein Seufzer entrang sich ihrer Kehle. Immer noch konnte sie sich nicht mit dem Gedanken abfinden, dass sie einen Menschen getötet hatte. Jede Nacht dieser Albtraum, indem sie den Mann immer und immer wieder tötete. Und sie konnte nichts dagegen machen.
    Sie bog um die Ecke und lief den schmalen Weg zum Friedhof entlang. Fast jeden Tag kam sie hierher, manchmal nur ganz kurz, doch manchmal stand sie fast ein Stunde, wenn nicht sogar noch länger am Grab ihrer besten Freundin. Mit langsamen Schritten betrat sie den Friedhof. Als sie eine ältere Dame am Grab von Maya stehen sah, blieb sie abrupt stehen. Sie wollte nicht, dass sie jemand sah und hatte sich schon zur Hälfte umgedreht, als sie hörte wie die ältere Dame ihren Namen rief. Sie rührte sich nicht, doch da legte sich eine Hand auf ihre Schulter. Langsam drehte sich Sora um. Sie blickte der älteren Dame in die Augen. „Was machen Sie den hier, Frau Feder“, fragte Sora leise.
    „Maya besuchen. Genauso wie du. Na komm, sie wird sich bestimmt freuen“, lächelte die ältere Dame. Mit einem schwachen Nicken folgte sie Frau Feder zum Grab ihrer besten Freundin.

    Schweigend gingen die beiden Frauen die Straße entlang. „Sora, ich will dich ja nicht drängen, aber wo warst du die paar Monate? Ich habe mir Sorgen gemacht“. Sora blieb stehen und blickte zu Boden.
    „Es tut mir Leid Frau Feder, aber ich möchte nicht darüber reden“. Die ältere Dame blieb ebenfalls stehen und versuchte Sora in die Augen zu schauen, doch diese wich ihr aus. „Also gut“, sagte sie mit einem Seufzer, „aber wenn du reden willst, egal was es ist, du kannst jederzeit zu mir kommen“. Sora nickte. „Dann mach dir noch einen schönen Abend und wir sehen uns Morgen früh im Blumenladen“.

    Kapitel 2: die mysteriöse Frau I

    Eine schwarze Limousine hielt vor dem teuersten 5 Sterne-Hotel in der Stadt. Die Tür wurde geöffnet und eine Frau, Mitte dreißig stieg aus. Sie hatte gewellte lange schwarze Haaren, die ihr über die Schultern fielen und eine blasse weiße Haut. Dazu trug sie einen teuren Pelzmantel und schwarze Stiefel. Als sie das Hotel betrat, schlug ihr eine Wärme ins Gesicht, dass sie als allererstes ihren Schal lockerte. Ohne sich auch nur umzusehen, lief sie auf die Rezeption zu. „Guten Tag, wir haben Sie schon erwartet“, begrüßte die Rezeptionistin die Frau. Offensichtlich war sie hier bekannt. Denn ohne, dass die Frau etwas sagen musste, übergab die Dame ihr die Zimmerschlüssel. Ein Page kümmerte sich bereits um ihr Gepäck.

    Im obersten Stockwerk des Hotels, hatte die Frau ihr Zimmer. Das Zimmer bot einen wunderbaren Ausblick über die Stadt und einen riesiger Balkon. Die Frau legte den Zimmerschlüssel auf den Glastisch im Wohnzimmer und zog ihre schwarzen Handschuhe aus. Darunter kamen gepflegte Hände, mit langen Fingernägeln, zum Vorschein. Sie knöpfte ihren Mantel auf, hängte diesen über einen der Bügel im Flug und setzte sich auf das Sofa. Champagner war für sie bereitgestellt worden und davon genehmigte sie sich jetzt einen Schluck. Als der Page das Zimmer wieder verlassen hatte, ließ sie heißes Wasser in die Badewanne und holte ihr Handy aus der Tasche. Gerade hatte sie angefangen eine Nummer zu wählen, da überlegte sie es sich doch anders und legte es wieder zur Seite. Das konnte sie auch später machen. Sie würden sowieso auf ihren Anruf warten. Also zog die Frau ihren Bademantel aus, ließ ihn zu Boden gleiten und stieg in die Badewanne.

    Kapitel 3: 1. Dezember

    In einen Morgenmantel gehüllt, sitze ich im Wohnzimmer und kann nicht schlafen. Vor mir eine Tasse Tee. Wieder einmal wurde ich unsanft geweckt. Wieso konnte ich diesen Traum nicht einfach vergessen? Immer wieder töte ich den Mann. Egal wie oft ich es zu verhindern versuche. Ich schaffe es nicht. Töte ihn jede Nacht. Immer und immer wieder. Wieso kann ich nicht endlich vergessen? Ich habe Japan hinter mir gelassen. Dort konnte ich nicht bleiben, doch auch hier verfolgt mich der Traum. Lässt mich nicht los. Was kann ich dagegen tun? Wie kann ich vergessen? Kann man eigentlich vergessen? Ich weiß es nicht, doch ich würde es so gerne wissen.

    Eine einsame Träne findet ihren Weg über meine Wange. Mit einer einfachen Handbewegung lasse ich sie verschwinden. Warum nicht auch mit meinem Traum? Ich stehe auf und schaue auf die Uhr. Halb drei am Morgen. Ich sollte meinen Tee austrinken und versuchen, noch ein paar Stunden zu schlafen. Da fällt mein Blick auf den Adventskalender, den ich aus einer Laune heraus, als ich einkaufen war, mitgenommen habe.

    Nein, keine Laune. Maya hatte jedes Jahr für uns beide einen Adventskalender gekauft. Ihr war es nicht peinlich jeden Abend, vor dem schlafen gehen ein Stück Schokolade zu essen. Sie fand es lustig und hatte damit auch mich angesteckt. Und in diesem Moment, als ich im Supermarkt war und diesen Adventskalender gesehen hatte, musste ich an Maya denken und hatte ihn mitgenommen.

    Kapitel 4: Kontakt mit Schuldig

    Sora hatte sich nicht noch einmal hingelegt. Sie wäre nicht mehr eingeschlafen und wenn, dann hätte sie wieder diesen Alptraum gehabt. So saß sie also im Wohnzimmer, hatte ihren Tee getrunken und ihr physisches Schutzschild etwas gesenkt. Aber nur minimal. Sie wollte nicht wieder die Gedanken der anderen Menschen mitbekommen. Dazu hatte sie viel zu viel durchgemacht. Doch die Nacht über ging es, sodass sie ihren Schutzschild noch etwas weiter gesenkt hatte. Sie schaute auf die Uhr und stellte fest, dass es bereits nach sechs Uhr war. Gerade wollte sie ihr Schutzschild wieder schließen, als sie höllische Kopfschmerzen bekam und aufs Sofa zurück sackte.
    >>Jetzt sei nicht so stur und warte einen Moment Sora<< hörte sie die Stimme von Schuldig in ihrem Kopf. >>Schuldig?<< fragte sie verwirrt. >>Ja, wer denn sonst? Jetzt hör schon auf, dich zu wehren. Ich möchte mit dir reden<< Sora schwieg, doch sie ließ ihn gewähren. >>Kannst du mir bitte sagen, warum du mich die ganze Zeit abblockst? Ich versuche seit fast zwei Wochen an dich heranzukommen<< >>Ich wüsste nicht, dass es etwas zu reden gibt.<< >>Da bin ich anderer Meinung. Du hättest wenigstens mit uns reden können bevor du nach Deutschland zurückgeflogen bist<< >>Und warum? Nenne mir einen Grund, nur Einen!<< >>Weil wir uns Sorgen um dich machen<< >>Das glaube dich dir nicht. Außerdem habe ich jetzt keine Lust irgendeine Diskussion mit dir anzufangen. Ich muss arbeiten<< >>Glaubst du wirklich dass du das ganze so einfach verdrängen kannst, was hier passiert ist?<< Stille. >>Nein das kann ich nicht. Jede Nacht habe ich diesen Alptraum und töte diesen Mann immer und immer wieder. Es ist grausam. Und niemand kann mir helfen. Und jetzt entschuldige mich bitte. Ich muss arbeiten.<< Damit beendete sie abrupt das Gespräch und schloss ihr Schutzschild wieder, noch ehe Schuldig etwas erwidern konnte. Immer noch Kopfschmerzen, aber nicht mehr so schlimm wie vorher, stand sie auf und ging ins Bad. Es wurde Zeit, dass sie sich fertig machte. In einer dreiviertel Stunde musste sie auf der Arbeit sein.

    Kapitel 5: Schwarz

    „Wie kann man nur so einen Dickschädel haben“, fluchte Schuldig und stieg die Treppen zur Küche hinunter. Sein Leader saß bereits am Tisch und trank, wie jeden Morgen, seinen Kaffee. Wütend betrat Schuldig die Küche, murmelte: „Guten Morgen“ und schenkte sich ebenfalls eine Tasse Kaffee ein. Er setzte sich auf den Stuhl und zündete sich eine Zigarette an. Genüsslich nahm er einen Zug, bevor er anfing Crawford von dem Gespräch mit Sora zu erzählen.
    „Dann werden wir wohl oder über nach Deutschland fliegen müssen“, sagte Crawford kühl. Schuldig wollte schon etwas sagen, als Nagi, der Kleinste und Jüngste aus dem Team, die Küche betrat. „Ich bin diesmal nicht wirklich deiner Meinung“, gab Nagi zu bedenken und ließ sich neben Schuldig nieder. >>Er hat also unser Gespräch mitbekommen<< Die Beiden sahen Nagi neugierig an. „Ich habe mich bei Rosenkreuz eingehackt und habe da etwas Interessantes gefunden“. „Und was?“, fragte Schuldig. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber auf jeden Fall hat es etwas mit Projekt „Sora“ zu tun. Bitte lass mir noch etwas Zeit, um Genaueres herauszufinden“. Nagi blickte zu Crawford. Dieser schwieg einen Moment und meinte dann: „Okay, versuch dein Bestes. Aber sobald ich auch nur die kleinste Vision habe, dass wir Schwierigkeiten bekommen, dann ....“. „Ich werde aufpassen“, versprach Nagi. Er stand auf und ging wieder zurück in sein Zimmer. „Schuldig, du schaust dich ein bisschen in der Nähe von Rosenkreuz um. Ich will wissen, ob Sie noch da ist“. Schuldig nickte. Er wusste genau wen sein Leader meinte. Dabei lief ihm ein Schauer über den Rücken.

    Den grünen Mantel zugezogen und ein dicker Schal um den Hals gewickelt, ging Schuldig durch den Schnell und hinterließ dabei Fußabdrücke. Die Stadt hatte er schon lange hinter sich gelassen und die Bäume verdichteten sich langsam. Doch trotz allem war es besser zu Fuß weiter zu gehen, als mit dem Auto. Er kannte diese Gegend nur zu gut. Als er in der Ferne den Drahtzaun erblickte, ging er hinter den Büschen, die ebenfalls mit Schnee bedeckt waren, in Deckung und schlich sich leise und langsam näher an den Zaun heran.

    Kapitel 6: Überwachung

    Zwei Männer in schwarzen Anzügen saßen im Café gegenüber dem kleinen Blumenladen und beobachteten diesen. Und das jetzt schon volle drei Tage. Immer wieder machten sie heimliche Fotos von Sora, wenn diese auch nur einen Schritt aus dem Blumenladen trat. Einmal waren sie sogar verkleidet hineingegangen, hatten sich etwas umgeschaut, ohne etwas zu kaufen und waren dann wieder gegangen. Natürlich nicht ohne Bilder von Sora zu machen. Die beiden Männer saßen jetzt schon genau vier Stunden da, als eine Frau in einem teuren Pelzmantel hereinkam und sich zu den beiden Männern an den Tisch setzte. Der Kellner kam und sie bestellte sich einen Kaffee. Als Dieser wieder weg war, schob der Kleinere der beiden Männer einen braunen Umschlag quer über den Tisch. Die Frau nahm ihn entgegen. Doch noch öffnete sie ihn nicht. Sie wollte abwarten, was die Beiden zu berichten hatten. „Bis jetzt ist nichts Ungewöhnliches passiert. Sie macht ihre Arbeit, danach geht sie auf den Friedhof und dann nach Hause. Dass ist ihr Tagesablauf“. „Verstehe. Sonst ist nichts passiert?“. Die beiden Männer schüttelten den Kopf. Der Kellner brachte den Kaffee und bediente dann die anderen Gäste. Die Frau nickte und öffnete den Umschlag. Ein kurzer Blick genügte ihr, ehe sie ihn wieder schloss und in ihrer Handtasche verstaute. Nachdem die Frau ihren Kaffee getrunken hatte, verließ sie das Café wieder. Die beiden Männer würden ihr den Kaffee schon bezahlen. Dafür bekamen beiden ja auch genug Geld von ihr.

    Kapitel 7: 6. Dezember – Nikolaus

    Ich liege auf meinem Bett, die Decke über mich gelegt und die Heizung ist aufgedreht und trotzdem friere ich. Warum? Ist mir so kalt? Oder ist es noch etwas ,Anderes? Ich drehe mich zur Seite, und sehe wie der Schnee zur Erde fällt. Seit gestern Morgen hat es nicht mehr aufgehört zu schneien. Doch das ist nicht der Grund, warum mir kalt ist. Mir fehlt etwas. Ich fühle es, mein Herz schreit danach. Doch was ist es? Ich weiß es nicht. Ich habe Angst einzuschlafen. Wieder denselben Traum zu bekommen. Und auch spüre ich, dass Schuldig versucht mich zu erreichen. Trotz der weiten Entfernung, die zwischen uns liegt. Seine Präsenz ist stark. Einerseits möchte ich, dass er mich in Ruhe lässt, ich will nicht daran denken. Aber andererseits versteht er mich. Vielleicht kann er mir helfen, dass ich wenigstens eine Nacht ohne Alptraum sein kann. Nur was soll ich tun? Ich weiß es nicht. Ich schließe die Augen, versuche zu schlafen.

    Wie von selbst bewegt sich mein Körper, setzt sich auf und verlässt das Bett. Mein Geist ist wach, bekommt mit, dass mein Körper mir nicht mehr gehorcht, doch er währt sich nicht, lässt es geschehen. Er läuft weiter, quer durch die Wohnung.

    Als ich am Morgen aufwache, kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist. Doch ich kann es mir denken, nach alldem, was ich schon erlebt habe, könnte dies durchaus möglich sein. Eine andere Erklärung gibt es dafür nicht.

    Kapitel 8: Geschenk und Gefahr

    Sora stand auf. Es war Samstag, der 6 Dezember. Gähnend ging sie ins Bad und machte sich fertig. Als sie das Bad verließ und in den schmalen Flur trat, blieb sie abrupt stehen. Ihre Schuhe. Sie konnte ihren Augen nicht trauen. Jemand hatte ihr einen kleinen Nikolaus und eine Karte in den Schuh gesteckt. Aber wer konnte das gewesen sein? Niemand hatte einen Schlüssel zu ihrer Wohnung. Neugierig kniete sie sich hin und öffnete die Karte. Doch die Karte war leer, bis auf drei Namen. >Schuldig, Crawford, Nagi< Wie konnte das sein? Das wollte sie jetzt herausfinden. Sie senkte ihr Schutzschild und versuchte Schuldig zu erreichen. Es war schwer und es strengte sie an, doch sie schaffte es. >>Guten Morgen, na wie hast du die Nacht geschlafen?<< fragte Schuldig. >>Also eigentlich...<< jetzt erst fiel ihr auf, dass sie die Nacht keinen Alptraum hatte. >>Schuldig du? Aber wie hast du das gemacht? Und das Geschenk?<< >>Tja also, wie soll ich sagen, ich bin die Nacht in deine Gedanken eingedrungen und habe verhindert, dass du die Nacht etwas träumst. Das ist ja wirklich ein schrecklicher Traum. Aber gut, lassen wir das. Und das Geschenk. Nagi hat ganz schön viel Kraft verbraucht, bis das Geschenk bei dir war. Aber er hat darauf bestanden.<< Sora sah förmlich das Grinsen von Schuldig vor sich. >>Dankeschön<< >>Gern geschehen. Oh, entschuldige, aber ich muss jetzt los, sonst bekommt Crawford noch einen Anfall. Also genieß deinen Tag.<< Sora nickte und zog sich zurück.

    Trotz des Schneefalls, der nicht weniger werden wollte, waren heute viele Menschen unterwegs. Die Meisten wollten noch schnell Weihnachtsgeschenke kaufen gehen und so waren die Kaufhäuser überfüllt. Sora beschloss, trotz ihrer anfänglichen Sorge, es würde heute etwas Schlimmes passieren, einen kleinen Stadtbummel zu unternehmen. Die meiste Zeit schaute sie sich nur die Schaufenster an, doch hin und wieder konnte sie es sich nicht verkneifen, in eines der Geschäfte zu gehen. Gerade, als sie aus einem der kleineren Geschäfte wieder auf die Straße trat, rempelte sie zwei Männer an. „Entschuldigen Sie. Ich habe nicht aufgepasst“. „Nein das ist schon richtig so“, sagte einer der Männer und hielt Sora an der Schulter fest. „Hey was soll dass?“, fragte Sora und versuchte sich loszureißen. Doch als sie merkte, dass etwas gegen ihren Rücken drücke, wurde sie still. „Kein Murks, oder willst du, dass jemand verletzt wird?“. Sora schwieg. Doch nicht weil sie ruhig wurde. Sie konzentrierte sich und drang in den Kopf des Mannes ein, der die Pistole auf sie gerichtet hatte. Ohne Widerstand schaffte sie es, dass der Mann seine Waffe auf seinen Partner richtete und abrückte. Ein Streifschuss. Doch es reichte, um die Menschenmenge in Panik zu versetzten. Das nutzte Sora aus, riss sich los und tauchte in der Menschenmenge unter.

    Kapitel 9: Auf dem Weg

    Schuldig hatte den ganzen Flug über kaum ein Auge zu bekommen. Er wusste nicht, was es war, doch ein Gefühl in ihm, mahnte zur Vorsicht. Er versuchte schon zum x-ten Mal Sora zu erreichen. Doch er schaffte es nicht, spürte aber, dass ihr Geist verschreckt war. Das machte ihn ungeduldig. Crawford versuchte, das Beste aus der Situation zu machen. Doch auch ihm sah man die Anspannung deutlich an. Nagi dagegen hatte sein Laptop dabei und spielte Kartenspiele. In wenigen Minuten würde das Flugzeug zur Landung ansetzen.

    Crawford, Schuldig und Nagi verließen ohne ihr Gepäck, den Flughafen und stiegen in ein bereits für sie reserviertes Auto. Um das Gepäck brauchten sie sich keine Sorgen zu machen. Ein einziger Anruf hatte ausgereicht, um ihnen ihr Gepäck nach Hause liefern zu lassen. Schuldig schmunzelte. Nach Hause liefern lassen. Sie hatten hier eine Villa gekauft. „Nur für den Fall der Fälle“, hatte Crawford immer gesagt. Nun erwies sich dies als sehr nützlich. >>Und hast du Sora erreicht?<< fragte Schuldig, der mal wieder unerlaubt in Crawfords Gedanken eingedrungen war. >>Nein noch nicht. Ich weiß nicht, was mit ihr los ist. Es muss ihr etwas passiert sein.<< >>Nein, noch ist ihr nichts passiert. Das hätte ich gesehen<< >>Bist du sicher Crawford, das ....<< Schuldig verstummte. Er sah den Blick seines Leaders und konnte darin förmlich lesen „Meine Visionen haben mich noch nie im Stich gelassen“.

    Kapitel 10: Gefangen?

    Sora rannte immer weiter, bis ihr die Lunge schmerzte und sie kaum noch laufen konnte. Sie wusste nicht, wer diese Typen waren, geschweige denn, was sie von ihr wollten. Doch sie wusste, instinktiv, dass es nichts Gutes zu bedeuten hatte. Sie versteckte sich in einer Seitengasse und lehnte sich an die bröckelnde Mauer. Erst einmal musste sie sich beruhigen, ehe sie wieder auf die offene Straße ging. Sie wollte nach Hause. Hoffte nur, dass die Männer nicht wussten, wo sie wohnten. Doch das hatte sie nicht herausgefunden, dafür waren die Gedanken des Mannes, in die sie vorhin eingedrungen war, viel zu durcheinander. Langsam beruhigte sie sich wieder. Vorsichtig schaute sie um die Ecke. Als sie keinen der beiden Männer sah, trat sie um die Ecke und machte sich auf den Weg nach Hause.

    Mit einem leisen „klick“ schloss Sora die Tür auf und trat in ihre Wohnung. Es war angenehm warm. Sie wollte schon den Schal ausziehen, als sie diesen komischen Geruch bemerkte, der in der Luft lag. Wie angewurzelt blieb sie stehen und lauschte. Vorsichtig ließ sie ihren Geist frei und tastete damit die Umgebung ab. Niemand war in ihrer Wohnung. Das war gut, doch es gefiel ihr nicht, es war viel zu ruhig. Sie blickte ins Wohnzimmer und erschrak. Alles war durchwühlt worden. In ihrem Zimmer, sowie im Bad und in der kleinen Küche war ebenfalls alles durcheinander. „Waren dass die Leute, von vorhin? Was haben sie gesucht? Ich besitze nichts, was von Wert ist“, fragte sie sich selbst. Ein Knistern in der Ecke erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie drehte sich um und erschrak. Über ihrer Eingangstür war eine Kamera angebracht. Sie hatte Sora genau im Visier. Sora schüttelte den Kopf. Was ging hier vor? Sie wollte nur raus hier. Weg von hier. Hier war sie nicht mehr sicher. Sora rannte zur Tür und wollte sie aufreißen. Doch in dem Augenblick in dem sie den Türgriff berührte, durchfuhr ein Stromschlag ihren Körper. Sie schrie auf und wich zurück. >>Verdammt die haben die Tür unter Strom gesetzt!<< Sora schaute sich um. Es musste doch eine Möglichkeit geben, hier herauszukommen.

    Kapitel 11: die mysteriöse Frau II

    Die Frau saß auf dem Sofa, ein Glas Champagner in der Hand, und das Handy neben ihr auf dem Tisch liegen. Schon seit einer geschlagenen Stunde wartete sie auf den Anrufer. Doch dieser kam immer noch nicht. Langsam machte sich die Frau Sorgen. Sie stellte das Glas ab und lief im Zimmer herum. Da! Das Handy hatte gerade einmal geklingelt, da nahm die Frau auch schon ab und hielt gespannt den Atem an. „Es tut uns sehr Leid, aber Sora ist uns entkommen“.
    „Ihr Idioten“, fuhr die Frau den Mann an. „Bringt mir Sora!“.
    „Und wo sollen wir suchen? Nach Hause wird sie bestimmt nicht gegangen sein“.
    „Da wäre ich mir nicht so sicher. Schaut bei ihr nach. Ich werde mich auf den Weg machen“. Die Frau legte auf und schmiss das Handy auf das Sofa. „Sora, schon bald wirst du mir gehören. Mir und Rosenkreuz“. Die Frau lächelte und nahm eines der Bilder in die Hand, die auf den Tisch verstreut lagen. Die einzige Person, die auf den Fotos zu sehen war, war Sora. Sie nahm ihre Handtasche und eine kleine schwarze Tasche und verließ ihr Zimmer.

    Die Frau wollte kein Risiko eingehen und beschloss deshalb, diesmal nicht mit der Limousine zu fahren. Als sie das Hotel verließ, wartete bereits ein schwarzes Auto auf sie. „Wollen Sie wirklich selber zu Sora fahren?“, fragte der Fahrer und blickte in den Rückspiegel.
    „Ja. Früher oder später wird es sowieso unausweichlich sein, dass wir uns gegenüber stehen. Also warum das ganze unnötig hinauszögern?“. Der Fahrer schwieg. Es war besser, ihr nicht zu widersprechen. Nicht, wenn man keinen Ärger haben wollte.

    Kapitel 12: Wehrlos

    Sora hatte mittlerweile die Tür auf bekommen und rannte das Treppenhaus hinunter ins Freie. Ohne groß zu überlegen, rannte sie die Straße entlang, egal wohin, nur weg von hier. Sie bog um die nächste Ecke, ohne daran zu denken, dass dies eine Sackgasse war. Erst, als sie vor der Mauer stand, erkannte sie ihren Fehler. Sie drehte sich um wollte schnell wieder weg, doch es war zu spät. Die beiden Männer hatten sie eingeholt und versperrten ihr den Weg. Sie ließ ihren Geist frei und drang in den Kopf von dem kleineren der beiden Männer ein. Doch sie schaffte es nicht seine Gedanken zu kontrollieren. „Das ist Zwecklos“, sprach der Mann. „Vorhin hast du uns damit zwar überrascht, doch jetzt nicht. Siehst du das hier?“, er zeigte auf das schwarze Etwas, das an seinem Ohr hing und lächelte. „Es verhindert, dass du unsere Gedanken kontrollieren kannst. Nicht schlecht, was?“. „Was wollt ihr von mir?“. Sora blickte die beiden Männer abwechselnd an.
    „Wir wollen, dass du zu Rosenkreuz kommst“.
    „Niemals“.
    „Schade, wir dachten du wärst kooperativer. Dann müssen wir wohl zu anderen Mitteln greifen“. Die beiden Männer lächelten. Ein schwarzes Auto fuhr in die Sackgasse und hielt schließlich an. Doch niemand stieg aus. Sora wich zurück, bis sie mit ihrem Rücken die Mauer berührte. Die beiden Männer näherten sich ihr immer mehr. Was sollte sie tun? Wie konnte sie sich gegen diese Männer wehren? Sie waren stärker als sie. Und ihre einzige Waffe, ihre telepathischen Fähigkeiten, halfen ihr nicht weiter. „Lassen Sie mich los“, Sora versuchte sich gegen den Mann zu währen, der sie an die Mauer gedrückt hielt, doch er war stärker. Der andere Mann holte etwas aus seiner Innentasche, was sie aber nicht erkennen konnte. „Komm freiwillig mit uns und dir wird einiges an Schmerzen erspart bleiben“. „Niemals gehe ich freiwillig zu Rosenkreuz!“. Kaum hatte Sora dies ausgesprochen, da spürte sie eine Nadel in ihrem Hals. Sie wollte sich zur Seite drehen um zu wissen, was der Mann ihr gespritzt hatte, doch ihr Körper bewegte sich nicht. In Sekundenbruchteilen sackte ihr Körper zusammen und sie fiel auf den kalten, vereisten Boden. Langsam verschwamm die Sicht und sie sah nur noch vereinzelte Konturen.

    Die Tür des Autos ging auf und die Frau stieg aus. Langsam lief sie auf Sora zu, die vor wenigen Minuten zu Boden gefallen war. „Nicht schlecht. Ihr habt gute Arbeit geleistet. Dafür, dass euer erster Versuch sie zu fangen ein Fehlschlag war“. Die beiden Männer schwiegen. Die Frau kniete sich hin, zog Sora an den Haaren hoch und blickte ihr für wenige Sekunden in die Augen, ehe sie Soras Haare losließ und ihr Kopf wieder auf dem Boden aufschlug. „Bringt sie in den Wagen. Ich werde sie persönlich zu Rosenkreuz bringen“. Die Frau lief zum Auto zurück.

    Kapitel 13: Das kann nicht sein

    Ich fühle den Aufschlag auf den kalten gefrorenen Boden kaum. Mein Körper ist taub, meine Sicht schwindet. Ein dumpfer Schlag, mehr spüre ich nicht. Die Zeit scheint stillzustehen. Ich sehe eine verschwommene Gestalt, die langsam auf mich zukommt. Sie kniet sich hin, zieht mich an den Haaren hoch, bis sich unsere Blicke treffen. Nur Sekundenbruchteile, schlägt mein Kopf erneut auf dem Boden auf. Aber dieser Blick. Das kann unmöglich sein. „Ma......“ mehr kann ich nicht sagen, mein Körper ist müde. So müde. >>Schuldig hilf mir<< sind meine letzten Gedanken, bevor ich in das schwarze Nichts übergehe.



    Ende Teil 3

    Zwielicht
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    Trenne dich nie von deinen Träumen. Wenn sie verschwunden sind wirst du weiter existieren, doch aufgehört haben zu leben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Soraya ()

  • Da dachte ich, dass jemand vor mir ein Kommentar abgibt, aber nix is...


    Na dann doch wieder ich^^




    Erstmal Glückwunsch Sora. Was du da leistest ist nicht Ohne (ich weiß, wovon ich rede). Und wir dürfen uns ja auf mindestens einen weiteren Teil freuen :)
    Hast es wieder geschafft, Fragen zu klären und Neue und auch Interessante aufzuwerfen.


    Mir gefällt die Geschichte. Warte auf mehr von dir. Lass uns nicht so lange warten^^


    €: Juhu mein 200ster Post.

    "Die wirklich guten Fahrer haben die Fliegen auf den Seitenscheiben"


    Walter Röhrl

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Moody ()

  • Wenn ich richtig gezählt habe 4 kleine Fehler.
    Also wäre es vielleicht gut es sich nochmals durchzulesen.
    Du schreibst immer "währen" statt "wehren" wird das bei euch so geschrieben oder isses doch ein 2x Fehler?

    Zitat


    Sora versuchte sich gegen den Mann zu währen,



    Gut war es auf jeden Fall aber ich persönliche fände es besser unnötige Dinge weguzlassen wenn man sowieso nicht weiter darauf eingeht.
    In diesem Fall nun die Sache mit der Tür unter Strom.
    Wie soll das bitte funktionieren wenn sie doch auch von aussen reingekommen ist? Zwar sind Kameras im Haus installiert aber niemand hat sie anscheinend benutzt da weder die Frau,noch die 2 Männer wussten dass sich Sora im Haus aufhielt,zumindest zu diesem Zeitpunkt nicht.
    Naja ich bin eigentlich ein bisschen davon abgekommen was ich eigentlich sagen wollte. -.-
    Also wenn du schon sowas einbaust wie eine Situation in der sie eingesperrt ist , dann fände ich es gut auch ein bisschen detaliierter zu berichten wie sie denn nun entkommen ist.
    In deinem Fall steht da einfach nur dass sie es geschafft hat zu entkommen und von daher kommt mir das eher wie ein unnötiger kleiner Filler vor.


    Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Teil 4. ;)

  • Erstmal dankeschön für die Kommis.

    Ja, das sind leider ein paar Rechtschreibfehler hineingeraten, sorry. Versuche auf jedenfall beim nächsten Teil noch weniger einzubauen *grins*

    Mit der Tür hast du Recht, PassionofAnime, das hätte ich entweder weglassen oder genauer beschreiben sollen. Werde mir deinen Ratschlag zu herzen nehmen.

    hmmm.... wie lang ihr auf den 4 Teil warten müsst kann ich noch net genau sagen, Moo, angefangen hab ich zwar aber ich häng im Mom. noch beim 3Kap. fest. Also... bitte noch ein bisschen geduld. :)

    Zwielicht
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