Ein Japan-Zimmer entsteht ....

  • Ein Japan Zimmer entsteht:

    <Ich hab das jetzt hier gepostet, da ich auch gerne Ideen und Anregungen von euch einfließen lassen möchte ...>



    Nach all den Inspirationen durch Animes habe ich letztes Jahr gedacht, ich könnte es doch mal versuchen, japanische Wohnkultur bei mir zu Hause einzubringen und daraus ist ein Projekt entstanden, das ich euch hier nun auf Wunsch einiger Forumuser und Teammitglieder vorstellen möchte:

    Was macht einen Japanischen Wohnraum aus?

    Japanische Wohnräume im klassischen Sinn strahlen eine außergewöhnliche Ruhe und Harmonie aus. Wände und Boden sind von geraden Linien geprägt und vermitteln eine luftige Leichtigkeit. Die niedrigen Möbel lassen selbst Räume mit geringer Deckenhöhe größer wirken, zumal man ja auch vornehmlich auf dem Boden sitzt.
    Das ist nun eine wichtige Voraussetzung bei der Entscheidung: Man sollte gerne auf dem Boden sitzen.
    Um einem Raum das typische Aussehen zu verleihen, müssen Wände und Boden gestaltet werden. Die Wandverkleidung besteht aus einem Holzgitter, das mit dem Original Soji-Papier hinterklebt ist. Der Boden selber wird mit Tatami Matten ausgelegt. Die Soji-Wandverkleidung setzt sich an den Kleiderschränken fort. Das Mobiliar anzupassen ist ebenfalls nicht sonderlich schwer und ist mit preiswerten Lösungen von Ikea leicht zu erreichen (dazu noch später).

    Welche Räume eignen sich?

    Alle! – Bei mir ist es ein Dachzimmer mit allerlei schrägen Wänden (Horror!), aber lösbar.

     

    Ein rechteckiger Raum ist natürlich wesentlich einfacher,
    Aber es muss ja auch nicht gleich ein ganzes Zimmer sein. Eine Raumecke mit zwei Wänden, oder selbst die Rückwand hinter einem Bett, oder der Gästebereich im Wohnzimmer lässt sich so leicht bearbeiten und vermittelt japanischen Flair und unterstreicht ganz deutlich unsere Begeisterung für das Land und seine Gebräuche.
    Wichtig ist ein Minimum an Ordnung. Vollgestopftes Chaos raubt dem Raum seine Zen-Wirkung, die jeder, der nach der Arbeit geschafft nach Hause kommt, sehr zu schätzen lernen wird.

    Kann ich das auch selber bauen?

    Ja! Ich bin kein gelernter Schreiner, noch Innenausstatter. Man braucht in erster Linie Geduld und zwei gute Werkzeugmaschinen: Hier kann ich euch gleich meine besten Freunde vorstellen:

    Die Gehrungssäge und den Tellerschleifer.
      




    Dazu eine kleine Armee von Klammern und eine Flasche Holzleim.
    Eine detailliertere Materialliste füge ich am Ende noch an.
    Wie gesagt, aber das Wichtigste ist Geduld. Die Arbeit dauert (ich habe ungefähr 14 Arbeitstage in diesen Raum investiert). Genaue Schnitte zu machen und sauber zu verkleben ist keine reine Frage der Geschicklichkeit, sondern des genauen Arbeitens.

    Erst die Wände, dann den Boden!

    Ich habe mir überlegt, den Boden leicht anzuheben. Eine Tatami Matte höherer Qualität hat eine Höhe von 5,5 cm. Da mir dies für eine Stolperschwelle zu hoch und eine Stufe zu niedrig erschien, habe ich beschlossen, den Boden auf insgesamt 10 cm anzuheben. Das ist nicht unüblich.
    Also beginnt meine Wandverkleidung 10 cm über dem Boden.
    Die Kassetten des Gitters können verschiedenartig sein. Bei mir sind es 27cm in der Höhe und 35 cm in der Breite (das ergab sich aus der Raumhöhe). In Emiya Shirous Esszimmer weisen die Wände weit größere Felder auf. Das geht auch. Die Felder können aber nicht größer sein, als die Breite des Soji-Papiers, das ihr verwendet! Anstückeln geht nicht!

    Das Gitter:



    Klassisch verwendet man quadratische Holzstäbe. Kiefer ist gut und relativ preiswert. Laubhölzer, oder gar Kirsche sind rausgeschmissenes Geld. Der Japanische Schreiner beherrscht es natürlich aus der linken Hand, die Nuten passgenau in die Stäbe einzuschneiden und auszustämmen. Wer das nicht gelernt hat, kann das vergessen!
    Also habe ich einen einfacheren Weg gefunden: Ich habe halbe Stäbe (2 cm breit x 1 cm hoch) genommen und überkreuz gelegt. Die jeweiligen Zwischenräume werden mit entsprechend geschnittenen Stäben gefüllt. Das funktioniert ganz großartig und ist enorm stabil. Die Montageklammern sind unerlässlich. Bei angelegter Klammer kann man die Leisten ca. 5 min lang verschieben. Austretenden Kleber gleich feucht abwischen!
    Auf den Bildern seht ihr, wie so was entsteht:
          


    Oberfläche:
    Nun werdet ihr schnell merken, dass es nicht immer 100%ig wird. Der Leim tritt zwischen den Leisten aus (gleich feucht abwischen nach dem Klammern!) und hier und dort ist ein Spalt oder eine Kante. Kleberreste und Kanten werden nach dem Trocknen mit dem Tellerschleifer eingeebnet. Spalte füllt man, indem man das Sägemehl mit etwas Leim zu einer Paste mischt und in die Spalte streicht. Der Endschliff mit 160er Schleifpapier auf der Maschine liefert ein Ergebnis, über das man dann richtig staunen kann!

    Farbe:
    Lasieren – also mit einer Farbe bestreichen, die die Holzstrukturen sichtbar lässt (oder verstärkt) ist unüblich, aber keineswegs verboten – ist letztendlich Geschmackssache! Aber Vorsicht! – Klebestellen werden dabei sichtbar hell!
    Holzlacke sind besser. Farbe: schwarz, alle Brauntöne, oder Bordeauxrot – wie man es gerne hat. Ich habe ein helles fuchsbraun (seidenmatt) genommen, das an Kirschholz erinnert. Zum Auftragen eine kleine Rolle – das geht schneller – zum korrigieren ein Pinsel.
    Nach dem ersten Farbauftrag wird das Holz rau – da müsst ihr mit 160er Papier drübergehen und einen zweiten Anstrich machen. Wer es ganz toll haben will, der schleift dann noch mal mit 320er in der Maschine und sehr vorsichtig, damit der Lack glatt, aber nicht entfernt wird und lackiert mit Klarlack drüber – also das hab ich mir gespart.^^
     


    Soji-Papier:
    Dieses Papier ist unglaublich! Es fühlt sich ganz klasse an, sieht mit der leichten Struktur super aus und lässt sich mit dem Originalleim total easy verarbeiten:
    Leim drauf – mit dem Finger bisschen verstreichen – Papierrolle anlegen, ausrichten und unter leichtem Druck/Zug drüberrollen. Mit dem Teppichmesser abschneiden und fertig! Keine Panik, wenn es leichte Wellen macht – die gehen raus!
           


    Montage an die Wand:
    Um die Soji-Rahmen an die Wand zu bringen, empfehle ich, eine Dachlatte vorher an die Wand zu schrauben und den Rahmen dann mit Drahtstiften (40 mm Nägel mit besonderes kleinem Kopf) anzunageln. So sieht man von vorne keine Schraubenköpfe. Verwendet so wenige Nägel wie möglich, damit ihr den Rahmen im Falle einer Reparatur wieder abhebeln könnt!

    Ein Highlight – die Beleuchtung
    Soji-Papier lässt sich wunderbar hinterleuchten! Bei einem kleinen Raum, wie bei mir wirken dann am Abend die Wände viel weiter.
    Schwierig? Nein! Da es mittlerweile überall Leuchtdioden als Lichtschlauch billig gibt. Ich habe ein Strip-Light verwendet und auf den unteren Holzrahmen aufgeklebt. Die Dachlatte ist 2,5 cm breit und bietet genügend Distanz. Bitte keine Glühlichter nehmen! Ihr habt Holz und Papier – das mag Hitze garnet!^^

       



    Der Boden ist nicht nur zum drauf rumlaufen da!

    Tatamis sind in Japan nicht nur ein Bodenbelag, sondern ein Flächenmaß. Eine Wohnung wird traditionell in „Tatamis“ gemessen (1 tatami = 180 x 90 cm). Es gibt zwei Qualitätsstufen: Standard ist etwas dünner und nachgiebiger. Die Innenpolsterung ist weniger dicht und der Reisstrohbelag etwas lichter. Das Material ist wunderbar geeignet, wenn keine Punktbelastungen (z.B. Möbelfüße) auftreten, oder die Matten direkt auf einer glatten Unterlage liegen, die nicht kalt ist (also kein Steinboden).

    HQ Matten kosten nicht nur etwas mehr, sondern wiegen satte 37 Kilo, sind stabiler und isolieren besser.

    Ich habe unter die Matten einen Lattenrost aus preiswerten Dachlatten gelegt, um die 10 cm Höhe zu erreichen. Hier kann man nebenbei alle Kabel verschwinden lassen, die sonst so rumliegen.
      




    Maße:
    Standard für Europa ist 100 x 200 cm. Darüber hinaus wird 90 x 200, 80 x 200, 70 x 200 und 60 x 200. Die japanischen Maße mit 180 x 90 und 90 x 90 bekommt man ebenfalls. Manche Zulieferer bieten Sonderanfertigungen mit beträchtlichen Lieferzeiten an. Dass diese mehr kosten, muss ich net sagen.

    Also ist erst Messen und dann pusseln angesagt. Traditionell werden die Matten paarweise längs und dann eine dazu quer gelegt. Habt ihr sicher schon in den Animes gesehen.^^
    Falls es sich um 5 – 15 cm im Raum nicht ausgeht, dann kann man außenherum gehobelte Holzbretter passend zur Soji-Rahmen Farbe als Randabschluss legen. Das sieht sehr schön aus.

    Möbel:


    Wer einen Schrank im Zimmer hat, der kann es sich überlegen, die Türen gegen Soji-Schiebetüren zu tauschen. Diese Schiebetüren lassen sich, wie die Wände selber herstellen – ist alles nur eine Frage des genauen Arbeitens! Unten und oben müsst ihr eine Holzschiene herstellen und an den Schrank schrauben - zwei Abschlussleisten an den Seiten – fertig!. Wenn ihr die Kanten schön glatt macht, dann gleiten die Türen ohne Rollen wunderbar, wenn man sie ein wenig mit warmem Schiwachs einreibt.

    Japanisches Mobiliar zu kaufen, ist natürlich schick, aber teuer. Ich habe hierzu einen Ikea Tisch für 19 Euro genommen und die Beine gekürzt. Da noch eine große Decke draufkommt (Da informiere ich euch, wie ich an die rangekommen bin im nächsten Post ^^), sieht man vom Tisch ohnehin nichts mehr. Unter dem Tisch befestige ich dann später noch eine Heizdecke und habe dann einen wunderbaren „Kotatsu“ – wer Azumanga Daioh gesehen hat, weiß, wie sich jeder über so einen Tisch freut!

    Schlafen:


    Der Futon, besonderes der klassische Japanische Rollfuton sind natürlich etwas für die Freaks. Wer ein kleines Zimmer hat, kann den am Morgen zusammenrollen und im Schrank verstauen (siehe Chobits - ´Hidekis Appartment) – aber man muss es mögen, relativ hart zu liegen).

    Dicke Futons lassen sich nicht so leicht rollen, bieten aber wesentlich mehr Komfort. Am Anfang genügt auch die vertraute Matratze, die man auf den Tatami legt, oder man besorgt sich einen Futon-Bettrahmen, der entsprechend niedrig ist, oder gar keine Füße hat. (Dann muss man auf den geliebten Lattenrost auch nicht verzichten)

    Noren:
    Diese Vorhänge sind dafür gedacht, dass sie in der Tür hängen, oder den Schlafbereich abtrennen. Hier habe ich mir zwei aus USA bestellt, da man bei uns nur teuer und in wenigen Ausfertigungen bekommt. Infos folgen …

    Letzte Aktion des Ausbaus:
    Habe ich schon was zu den Falten in den Wänden gesagt? Wenn alles montiert ist, nehmt ihr eine Sprühflasche und füllt sie mit Leitungswasser. Befeuchtet nun das Soji Papier damit und: Alle Falten sind weg! – faszinierend! XD


    Hier noch n paar Shots vom aktuellen Stand - aber da fehlt noch viel .... to be continued ^^

      



    So nun noch eine Kostenübersicht:

    Tatami: 200 x 100 Standard : 90 -110 Euro
    Tatami: 200 x 100 HQ : 120 -145 Euro

    Japanwelt | Tatami
    Tatami - Preisblatt

    Soji Papier: 15 Meter, 95 cm breit (taffTop Unryu) 92 Euro
    Spezialleim (unerlässlich) 4 Euro

    Shoji-Papier - Bespannung für japanische Schiebewände

    Holz:
    Dachlatte 2 Meter (2,4 x 4,8 cm) ca. 0,85 Euro
    4kant Stab 10 x 20 mm, 2 m lang, Kiefer: 2,20 Euro
    Abschlussbrett 10 mm x 100 mm, 2m Lang, Fichte gehobelt: 5,60 Euro

    Preise aus OBI – Baumarkt – also das geht billiger - also Preise im Netz vergleichen, da ihr von den 4kant Stableisten echt ne Menge braucht

    Möbel

    Japanwelt | asiatische Möbel

    Noren:

    Japanese Noren Curtain

    Kotatsu-Decke (aber da habe ich vielleicht einen billigeren Importeur gefunden)


    Kotatsu Table, Kotatsu Heater, Kotatsu Futons


    Wer nun noch Fragen hat – oder Anregungen – oder Diskussionsbedarf – Postet mal fleißig - ^^

    Ich halte euch weiter auf dem Laufenden …

  • Wow - vielen Dank für diesen Einblick. Ich bin zwar nicht handwerklich begabt und habe für so etwas momentan auch überhaupt nicht die Möglichkeiten, aber vielleicht eines Tages ja doch =D


    Jedenfalls ein großes Lob für dieses tolle Zimmer. Bist du denn selber zufrieden damit? und was sagt die Familie dazu? ;)


    So einen Heiztisch für die kalten Winter Tage musst du dir da aber auch noch rein stellen. Ansonsten fehlt da einfach etwas am Idyll.

  • Zitat

    Bist du denn selber zufrieden damit?

    Es fehlt noch n bisschen die Wohnlichkeit, aber die kommt noch mit den Dekoartikeln, den Noren und natürlich dem DVD Regal :D.


    Es ist unheimlich entspannend auf dem Boden zu sitzen. Die Tatamis sind quasi eine riesige Liege. Es ist auch ein ganz anderer Raumeindruck, wenn du aus deinem Bett auf niedrige Möbel schaust und diese so sehr zierlich wirken - hat so ne Art Leichtigkeit. ^^


    Neuer Ausbau:


    Heute hat die Deckenlampe Einzug gehalten. Da Sami so begeistert von LEDs ist, habe ich gleich ein ganzes Feld davon auf eine Aluplatte geklebt und an die Decke geschreubt - man bedenke - meine Decke hier hat grad mal 2,15 m.
    Dank der LEDs ist die Lampe sehr flach.


    Die Abdeckung ist aus 1 x 1 cm Stäben geleimt und dann mit Soji Papier ausgeklebt. Die Leisten an der Unterseite sind ganz dünn und reine Deko.


    Da die Haube sehr leicht ist - schätze so 80 Gramm, habe ich mir die Schrauben gespart und die Haube mit Spiegeltape (das ist so ein dickeres Doppelklebeband) direkt an die Decke geheftet.


    Die LEDs haben 20 Watt - mein aktiver Beitrag zum EU-Energiesparprogramm ^^



       

  • oh wow hast du gut hinbekommen oO
    ich finde den jap stil bei sowas schon fast zu steril, aber das ist ja geschmackssache^^
    wie fühlt es sich denn so an "japan zuhause" zu haben? xD
    du könntest ja vllt noch iwo so eine art 'schriftrolle' oder so kram aufhängen, wenn du iwo platz hast.
    mit zwei schrägen ist es aber schon etwas unpraktisch, oder? und wo ist dein ganzer krempel hin? xD
    alles im schrank verstaut?^^
    aufjedenfall ist es gelungen würde ich mal sagen^^

  • THX - Sato


    Steril - jap - korrekt.
    Da fehlt ja noch so die Deko.
    Und Bilder an die Wand - wo es zumindest geht - und dann muss da auch noch die AnimeSammlung hin.


    Aufn Tisch kommt noch ne Decke und ne Heizung drunter (Kotatsu)
    und in die Tür ein Noren - die Dinger hab ich aus Japan geordert aber das dauert.


    Wenn alle Bestellungen klappen, dann poste ich euch die ganzen Links, falls der eine oder andere auch etwas möchte.


    Ach - so ne winkende Katze hab ich auch schon (bin jetz zu faul, die in Originaljapanisch den Namen zu googeln, aber irgendwas mit neko) steht schon aufm Regal.


    Die ganzen Sachen hab ich in den Schrank verstaut, einiges auch entsorgt ^^
    So ein Zimmer wirkt finde ich immer nur, wenn es ordentlich ist.


    Wichtiges Utensil: Wasserkocher zum Tee machen, oder ne Flasche Sake drin auf Temperatur zu bringen.:D

  • Es gibt Neuigkeiten


    Die Tischheizung und die Kuscheldecke sind aus Japan gekommen! XD



    Jetz is er fertig, mein Kotatsu - bis auf den 110 Volt Trafo - den muss ich jetz noch anklemmen.^^


    So - und hier mal n paar Infos für alle, die auch so ein Teil haben wollen:


    Ein Original-Kotatsu ausJapan kann bis 1000 Euronen kosten- dazu kommt dann noch Einfuhrumsatzsteuer (19%), eventuell Zoll und ein irre teurer Transport - das mal vorab.
    Bei michan-shokaikann man sich einen einfachen Tisch komplett mit Heizung für 160 Pfund = 250 Euro schicken lassen. Da ist der Versand dabei, aber auf die 100 Pfund, die der Tisch kostet kommen noch 19% Umsatzsteuer drauf und eventuell noch Zoll.


    Aber es geht auch anderes:

    Erst mal der Tisch selber:
    Man nehme einen Couchtisch - z.B. von IKEA (19,90€), 90 x 55 cm
    kürze die Beine auf 33 cm (nicht weniger für den ersten Versuch - denn kürzen geht immer noch)


    Je einfacher der Tisch ist, desto besser geht es. In jedem Fall sollten die Beine des Tisches ganz an den Ecken sein, da ihr mit den Füßen ja unter den Tisch passen solltets - Design ist unwichtig, da ja ohnehin eine große Decke drüber kommt.


    Über die Decke kommt eine zweite Tischplatte. Das kann man auf drei Arten lösen:
    1. Der Tisch ist so billig, dass ich einen zweiten kaufe und die zweite Tischplatte oben drauf lege.
    2. Ich tausche die Originaltischplatte gegen eine Sperrholzplatte aus (man sieht sie ja ohnhin nicht) und verwende die Originalplatte oben drauf.
    3. Ich finde eine passende Glasplatte für oben drauf, oder lasse mir eine beim Glaser machen (meine Lösung)


    Nun zur Heizung:
    Ich wollte zuerst ne Heizdecke nehmen, aber das ist mit den Tischbeinen blöd und man muss sie ja unterm Tisch befestigen, was net jede Heizdecke (Kabel drin!) toll findet.


    Aber dank WWW kann man an das Originalteil rankommen:


    michan-shokai bietet das Heizgerät zum kostenlosen Versand für ca. 78 Euro an. Leider muss man sich dazu einen Spannungswandler von 220Volt auf 110 Volt mit 500 Watt zulegen - da führt kein Weg vorbei und der kostet dann leider nochmal 70 Euro extra.


    Nun noch die Decke:
    Wer ein Original aus Japan haben möchte tut sich schwer, wenn es günstig bleiben soll - ich hab da lange gesucht und schließlich diese hier bei michan-shokai erworben. Im Original sind die Farben wesentlich schöner, als aufm Foto.


    Es geht jedoch auch eine herkömmliche gefütterte Tagesdecke, die man bei uns im Kaufhaus bekommt- ist eben Geschmackssache, was einem gefällt. Das Original ist halt mit Daunen gefüllt und hat ein Maß von ca. 1,80 x 1,80 m.


    Den Ebay-Händler kann ich guten Gewissens empfehlen. Die Lieferung hat eben mal zwei Wochen gedauert. Die PayPal Zahlung ging problemlos und die Ware ist absolut in Ordnung und gut verpackt gewesen.


    So - und hier noch n paar Fotos:




    Noch was so zum Kotatsu:


    Dieser Tisch ist in Japan unglaublich beliebt unter den Einrichtungsgegenständen für das Leben im klassisch Japnischen Stil. Man muss bedenken, dass Leute dort mit geringerem Einkommen sehr mit Energie haushalten müssen. Die Aircondition ist of die einzige Heizung im Winter und die frisst sehr viel Strom.
    Also ist der Kotatsu die billigere Version dazu, da hier nur eben der Sitzplatz aufgeheizt wird.
    Der Kotatsu ist oft der Mittrelpunkt einer Wohnung. Hier werden Besucher hingeführt, der Tee serviert, oder hier dürfen auch die Kinder ihre Hausaufgaben machen.
    Die Japaner legen sich, wenn es kalt ist auch komplett unter den Tisch und lesen so ihre Mangas - lol - das ist echt so!
    Auch Babies werden da unter die Decke gesteckt, dass nur der Kopf rausschaut.


    Jetzt klemm ich mal den Trafo an und dann guck ich mal, wie es ist, NGE untrem Kotatsu im Liegen zu lesen. ^^

  • Echt genial, danke das du das so toll beschreibst. Hab auch den Plan wenigstens ein Zimmer mal so einzurichten. Sobald ich mal etwas mehr Zeit hab wird das in die Realität umgesetzt. ^^

  • WoW


    sieht echt Schiq aus dein Zimmer


    Ich Finde das mit den Holz-Papierwänden auch sehr schön
    ich wollte mir irgendwann sowas auch machen und jetzt habe ich eine gute Vorstellung wie man es durchführen kann




    Gute Arbeit

  • Dein neues Zimmer schaut ja Hammer aus! Ich will auch so eins haben! Vielleicht überwinde ich mich in meiner neuen Wohnung in Bonn dann auch so ein tolles Zimmer zu machen. Also ich muss schon sagen, Respekt. Was mich noch interessieren würde ist, wie lange hast du an dem Zimmer zeitlich rumgebastelt? Hat bestimmt lange gedauert, oder nicht?

  • Das Ganze hat zwei Wochen gedauert - nun - ich musste ja auch noch arbeiten gehen. Wenn man frei hat, gehts aber sicher auch etwas schneller.
    Das Wichtigste ist, alles Material da zu haben. Wenn dir ein Teil fehlt und du es erst ordern musst, dann nervt das.
    Ich habe dreimal Leisten nachgekauft. Da man sie doppelt nimmt, gehen die weg wie nix.
    Wenn dir ein Kumpel zur Hand geht, insbesondere beim Malen der Gitter und Bespannen der Wände, dann gehts auch nochmal leichter und man hat Unterhaltung bei der Arbeit ^^


    Grüße nach Bonn^^

  • Danke, danke, danke


    Ich bin gerade dabei meine 2 Zimmer im Japanischem Stil einzurichten und hab deshalb im Inet gesucht und zufällig deine Posts gefunden.


    Dank dir habe ich nun nen guten Plan wie ich mir nen Kotatsu baue, etwa ne Vorstellung wie ich meine Schiebetür machen soll und weiteres.


    Es wird zwar jetzt nicht so japanisch aussehen wie bei dir, aber das will ich auch nicht.


    Vielleicht stell ich ein paar Bilder hier rein wenns fertig ist.

  • Ich haette da einige Fragen, und zwar sind hq Tatami Matten notwendig oder reichen auch die duenneren vom Sitz/Liegegefuehl.


    Wie viel Watt hat dein Kotatsu heater?

  • Die technischen Daten des Koatasu Heaters:


    Ratings : AC100V 510W 50-60Hz
    Heat source : Quartz tube heater X2
    Temperature adjustment : Changeability type of no stage of switch
    Safety device : Thermal cutout
    Power strip : With type 3.1m middle switch whole codes
    Size(mm) : width X height X length 290 x 290 x 43cm


    Und eine aktuelle Bezugsquelle:
    Google-Ergebnis für http://www.private-export.com/kotatsu/images/msf-500hk.jpg

  • @LoniLin Es kommt darauf an, welches Feeling du erzeugen möchtest. Wenn du Ryoukan- oder jap. Landhaus-Feeling erzeugen möchtest, würde ich zu qualitativ hochwertigen Tatami raten. Die riechen auch viel besser und sehen schöner aus. Außerdem: wenn du länger dort leben möchtest, wo das Zimmer sich befindet, würde ich sagen: jedenfalls hochwertige!


    Wenn's eher als Spielerei für die Studentenwohnung gedacht ist, bzw. du sowieso noch öfters wirst umziehen müssen, tun es auch billige.

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