Von der Subjektivität des Seins.

  • Moin,


    Der 'normale' menschliche Primat ist ein ganz entzückendes Wesen; Zur Verbesserung des menschlichen Kollektivs läuft er jeden Tag durch selbiges und bewertet alles, was er sieht. Dabei funktioniert er auf einem bestimmten Wertekodex, der ihm durch Eltern und Umwelt (wobei Eltern ja zur Umwelt gehören) mitgegeben wird. Sieht er also einen Menschen, der, sagen wir, auf den Bordstein kotzt, so bewertet er dies Verhalten mit 'schlecht' oder 'eklig', sieht er dagegen jemandem, der einem hilfsbedürftigen etwas Geld gibt, so ist das in seinem Kopf 'gut' und 'redlich'.


    Lustigerweise übersieht der menschliche Primat dabei völlig, dass die Werte, die er benutzt, nicht objektiv sind; der Primat aber benutzt sie, als wären sie objektiv. Für ihn sind sie objektiv, obwohl sie rein subjektiver Art sind. 'Das macht man doch nun wirklich nicht!' ist ein von ihm wohlgeschätzter Spruch; es gebe einen 'man', der etwas zu tun habe, und wer sich nicht danach richtet, ist ein schlechter Mensch.


    Dabei lässt sich eine bestimmte Orientierung feststellen. So wird altruistisches Verhalten eher als 'gut' bewertet, egoistisches dagegen eher als 'schlecht'. Dabei übersieht das Individuum erneut, dass Egoismus und Altruismus letztlich dasgleiche sind; denn der Mensch ist ein Teil des Kollektivs, und was für ihn gut ist, ist somit auch für das Kollektiv gut. Stirbt der Mensch, stirbt ein Teil des Kollektivs; etwas, was die menschlichen Primaten ganz schrecklich finden. Sie trauern ergo um ihre toten Verwandten und werden nicht müde, ihnen die aus ihrer Sicht 'besten' Absichten zu unterstellen.


    Es ist ein wundervolles Leben, in dem wir da leben, sind wir doch in der Lage, das Kollektiv gleichzeitig von außen wie von innen zu betrachten. Denn wir alle sind Teil dieses schönen Kollektivs, das so viel 'Schlechtigkeit' hervorbringt. Denn erst in unserer kollektiven Identität fangen wir an zu rauchen, nehmen Heroin, kiffen, und töten sogar andere Menschen. Doch auch erst in unserer kollektiven Identität bauen wir Häuser, Schiffe oder Flugzeuge.


    Du bist das Kollektiv, werter Freund, der Du das liest, und alle Menschen sind Deine Brüder und Schwestern. Gräme Dich nicht, sondern erkenne den kollektiven Kontext.


    :)


    Gruß,
    Leo

  • Der Mensch ist mit seinem kollektiven System wohl innerhalb unserer Atmosphäre einzigartig komplex. Schon von früh an konditioniert der Mensch sich selbst um im Kollektiv zu dienen und die ihm zugedachte Rolle in der Gesellschaft wahrzunehmen. Dabei wird schon jetzt jeder nach seinen Bedürfnissen und Qualitäten ausgewählt; er wählt sich selbst aus.
    In jeder Generation wird dabei erneut der Wertekanon der vorigen Generation in Frage gestellt, teilweise übernommen und teilweise verworfen, wenn nötig sogar mit Gewalt. Dieses Rebellieren der neuen Generation ist lediglich eine Fortführung der natürlichen Selektion, der Evolution, in der auch bei jeder Generation das Erbgut erneut geprüft wird.


    Dies im kleinen; im großen werden dadurch ganze Systeme geprüft, verworfen oder fortgeführt. Letztes Beispiel ist der Sozialismus, der die Menschen als System weniger effektiv organisiert hat als der Kapitalismus und deshalb von selbst verschwunden ist. Oder der Nationalsozialismus; ein kleines Teilkollektiv baut ein höchsteffizientes System auf, das den Mangel hat, dass es auf dem Wahnwitz weniger begründet ist und ein kleines anderes Teilkollektiv für jegliche Probleme verantwortlich macht.
    Trotz großer Unterschiede schließen sich kapitalistische wie sozialistische Systeme zusammen, also das ganze Restkollektiv, und vernichtet den Auswuchs. Schon kann das vorher nationalsozialistische Deutschland wieder im ganzen Kollektiv aufgehen.


    Das erstaunliche am menschlichen Körper ist dabei seine Anpassungsgabe. Der Mensch ist in der Steinzeit ein ebenso erfolgreiches Modell wie in der Smokmetropole Mexico City, als Indianer macht er sich ebenso die Umwelt zunutze wie als Inuit.
    Er ist sogar in der Lage, Schiffe und Flugzeuge zu bauen und somit Biotope zu erschließen, für die er eigentlich gar nicht „geschaffen“ wurde. Selbst seinen Planeten kann er verlassen und somit das Weltall erschließen. Er kann seine Umwelt in solchem Maße umbauen, dass er Konstruktionen schafft, die eine höhere Rechenleistung haben als er selbst.


    Das Kollektiv funktioniert dabei nicht so, dass jeder im Makrokosmos leben würde und stolz auf die Leistungen der Menschheit herabblicken würde. Nein, denn so würde das Kollektiv sich nicht mehr weiter entwickeln. Vielmehr sehen alle Menschen „Schlechtes“ und „Böses“ in ihrer kleinen Welt. Dabei ist häufig egoistisches und selbstsüchtiges Verhalten „schlecht“, altruistisches Verhalten, das dazu geeignet ist, das Kollektiv zu fördern, „gut“. Für Menschen sind das Werte, die nicht in Frage gestellt werden können – jeder teile sie, so denkt zumindest fast jeder Mensch. Der Mensch merkt gar nicht, dass alle seine Werte lediglich subjektiv sind, also nur im subjektiven Kontext des Kollektivs Sinn machen, nicht aber darüber hinaus. Er merkt ebenso wenig, dass er ein Tier ist wie jedes andere Tier, dass lediglich versucht, möglichst gut und sinnvoll in seiner Umwelt zurechtzufinden. Für fast alle Menschen ist der Mensch ein von der Natur losgelöstes Konzept, dass mit seinen Wurzeln nicht mehr viel gemein hat. Dass sie lediglich ein Teil der Natur sind, von der sie sich losgelöst sehen wollen, merken sie nicht.


    Dabei ist es sinnvoll, dass jeder Mensch auch „Schlechtes“ und „Böses“ in der Welt sieht.


    Die einzelnen Individualteile des menschlichen Kollektivs sind sich nur im seltensten Falle bewusst, dass sie da, während sie im vordergründig bewussten auf „eigenen Zweck“ zuarbeiten, auch kollektive, also gemeinsame Ziele der Natur erst möglich machen. Schlägt der Mensch dabei übers Ziel hinaus und zerstört durch zu engagiertes Nutzbarmachen seiner Umwelt Teile seines Biotops, so begehrt wiederrum ein Teil des Kollektivs auf; erst einzelne, dann viele, und weil solche Entwicklungen sinnvoll sind, schließlich fast alle.


    Dabei wird, wie von Karl Marx gefordert, jeder nach seinen individuellen Fähigkeiten gefordert. War es im Mittelalter noch so, dass die Menschen den Beruf ihres genetischen Vorgängers zu dem eigenen gemacht haben und die Hälfte des Kollektivs, der „weibliche“ Teil, nur die kollektive Funktion der Mutter wahrnahm, so sind diese Umstände heute bereits großflächlig aufgehoben und jeder einzelne wird, wenn auch mit zahlreichen Mängeln, von früh an in Elterhaus, Schule und Umwelt darauf vorbereitet, genau die Funktion zu erfüllen, die am besten auf dieses individuelle Teil des großen Puzzles passt.


    Diese Prozesse werden stets optimiert. Man kann dabei zusehen, wie sich das Kollektiv stets von selbst revolutioniert.


    Dabei benutzt der Mensch ein bestimmtes Zeichensystem, um sich zu verständigen; dieses System wird immer weiter vereinfacht. So ist, um ein Beispiel zu nennen, heute mittlerweile englisch die überall akzeptierte Weltsprache und Rechner benutzen nur noch einen Binärcode; 0 und 1. Die Menschheit wächst durch diese Vereinfachungen immer weiter zusammen und agiert zunehmend als ein einheitliches Kollektiv, welches zwar noch immer stark fragmentiert ist (Nationalstaaten), sich aber bereits in einem rasanten Prozess der eigenen Defragmentierung befindet. Auch die in der Vergangenheit fragmentierend wirkenden Faktoren wie Hautfarbe oder Schädelform fallen aufgrund der immer einheitlicheren Art des Menschen durch Vermischung immer weiter weg.


    Das Zeichensystem findet sich von früh an im Gehirn des Menschen. Er wird damit erzogen und lernt schnell Sprache und Schreiben. Wie eine Prägung setzt sich dieses System in das hochkomplexe Gehirn des Menschen, welches über Elektrik und neuroleptische Bahnen ähnlich dem Motherboard eines Computers funktioniert.


    Der Mensch lernt schon im Stadium eines Kleinkindes dem Kollektiv, der Gesellschaft also Dienste zu erweisen, kümmert sich um Tiere wie Menschen aber auch um andere Tiere und hilft den voll ausgewachsenen Menschen bei ihrer Tätigkeit. So sehr der Mensch dies muss, so sehr will er es auch; doch es gibt immer noch etwas effizienter zu gestalten. So läuft der Mensch, weil er dies lernt, den ganzen Tag durch sein Kollektiv und bewertet alles. Das sei gut, das sei schlecht. Dabei übernimmt er teilweise die Bewertungsschablonen der genetischen Vorgänger, revolutioniert selbige aber auch durch sich selbst teilweise.


    Somit wird der Mensch von früh an Teil des Systems; einerseits wirkt er am System mit, andererseits hinterfragt er es. So entwickelt sich ein neues dynamisches Untersystem, welches sich selbst immer wieder neu revolutioniert; schon Platon bemängelte die Sittenlosigkeit der jüngeren Generation.


    Letztlich führt das dazu, dass alle Menschen miteinander aber eben auch immer gegeneinander arbeiten. Somit ist jeder selbst sein größter Kritiker und wird nichtsdestoweniger noch von allen seinen Mitmenschen kontrolliert, wodurch dem Kollektiv schädigendes Verhalten schnell ausgerottet werden kann. Dabei verschwindet dieses Verhalten selbstverständlich nicht gänzlich. In der Pubertät brennt der Mensch darauf, die alten Konstrukte zu hinterfragen und zu rebellieren. Dabei kommt für den Menschen konstruktives und destruktives bei raus.


    Geht das Individuum dabei „zu weit“, wird es durch das Kollektiv sanktioniert, im äußersten Fall gar entsorgt (Gefängnis, Todesstrafe). Die Sanktionierung fängt dabei schon beim Nächsten an; ungebührliches Verhalten wird mit bösen Blicken bestraft, der Mensch „schämt“ sich. Das Konzept der Scham lernt er von früh an durch einfache Beobachtung bei seinen Mitmenschen; Monkey see, monkey do. Das Individuum kann nur in Ausnahmefällen, fügt es sich nicht gesellschaftliche Schablonen, ein „ordentliches“ Leben führen, kann es kein „ordentliches“ Leben fühlen, ist es angehalten sich zu schämen. Es ist ein „Loser“, kein Gewinner.


    Das System von Belohnung und Bestrafung, dass das menschliche Verhalten häufig so undurchschaubar erscheinen lässt, geht so weit, dass die Menschen sich durch sich selbst belohnen oder bestrafen; das Konzept des „Gewissens“. Begeht jemand einen Mord, kann er meist kaum noch „mit sich“ leben. Selbst der übelste Rowdy hat ein schlechtes Gewissen, schlägt er einen Wehrlosen. Dem Menschen scheinen bei Gewissensentscheidungen Teufelchen und Engelchen auf den Schultern zu sitzen; er weiß nicht, ob er das, was er selbst als „gut“ oder das, was er selbst als „schlecht“ empfindet, tun soll.


    Eine weitere hochinteressante Funktion im menschlichen Kollektiv ist die Religion. Biologen bezeichnen sie als „evolutionären Vorteil“. Sie ermöglichen einer ganzen Gruppe starken Glauben an einen dedizierten Wertekodex zu entwickeln, wodurch sie stark zusammengeschweißt werden. Das Konzept der Religion ermöglicht erst das Konzept eines in sich geschlossenen Wertekodex und somit jeder Moral. Das Judentum hält sich seit Tausenden von Jahren als kleines, eigenständiges Unterkollektiv. Die Ägypter haben ihr Staatssystem und Schriftsystem durch das Prinzip der Religion bekommen.


    Dabei lässt sich in den Werten ein klarer Verlauf, ein stetiger Kampf sehen. Offenheit und Freiheit für jeden gegen Totalitarismus, die Herrschaft weniger gegen die Herrschaft aller. Beide Systeme haben große Vorzüge für die Menschen, die in ihnen leben und beide Systeme haben ihre Daseinsberechtigung. Ein System, in dem wenige über alle herrschen kann sehr effektiv sein, gleichzeitig aber höchst fehleranfällig, wogegen ein System, in dem alle herrschen sehr langsam und schleppend vorangehen kann.


    Es gibt stets dem Kollektiv dienliche und parasitäre Menschen. Konstruktives und destruktives Verhalten. Doch erst durch den parasitären kommt der konstruktive nicht zur Ruhe und versucht das Kollektiv stets besser und sinnvoller zu gestalten. Das Verhältnis von Konstruktivismus und Destruktivismus ist stets ein reziprokes, das eine kann ohne das andere gar nicht bestehen. Wenn es für die gesellschaftliche dienliche Menschen gibt dann auch für die Gesellschaft schädigende. Ohne Menschen, die das „schlechte“ im Wertekodex erfüllen gäbe es niemanden, der sich für das „Gute“ in der Welt stark macht.


    :)


    So ist alles eins und nicht ist alles; gut ist schlecht und böse gut. Eklig ist köstlich und schwarz ist weiß.

  • Schön =) Bin froh hier mal sowas lesen zu können!


    Zitat

    Denn erst in unserer kollektiven Identität fangen wir an zu rauchen, nehmen Heroin, kiffen, und töten sogar andere Menschen. Doch auch erst in unserer kollektiven Identität bauen wir Häuser, Schiffe oder Flugzeuge.


    Das musst du mir aber bitte erklären!

  • Schön =) Bin froh hier mal sowas lesen zu können!




    Das musst du mir aber bitte erklären!


    Dieses Drogennehmen ist ein interessantes Phänomen. Erst durch die Gemeinschaft fangen wir überhaupt an, uns für so etwas zu interessieren; meist in der Trotzreaktion in der Jugend. So gut wie keinem schmeckt das erste Bier, und doch wird weitergetrunken. Niemand schmeckt die erste Zigarette, und doch wird weitergeraucht, niemand mag Weed, und doch wird es geraucht.


    Erst dadurch, dass sich der Mensch in der Gemeinschaft findet und dort Dinge wie Drogen für 'schlecht' erklärt, sieht man sich gezwungen, sie zu nehmen, da man sieht, dass vieles von der Gesellschaft als 'schlecht' deklarierte einfach wundervoll ist. Der Mensch kreiert einen Gegensatz und fängt an, nicht nur das 'Gute', sondern auch das 'Schlechte' auszutesten; das ist natürlicher Teil seiner Selbstwerdung. Und manch einer bleibt drauf hängen.


    :)


    Mit den Häusern ist klar? Der Mensch kann ja alleine gar kein Haus bauen, außer er ist ein sehr erfahrenes Individuum. Doch beim Schiff wirds noch deutlicher, niemand kann die MS Deutschland oder die Bismarck alleine bauen, das ist schlichtweg nicht möglich.

  • Und wofür der ganze Zirkus?


    Ohne Sinn und ohne Grund. Jeder sucht nach dem Grund, den es nicht gibt.


    Wir sind verdammt zu einer völlig sinn- und zweckfreien Existenz, die gleichzeitig jeden Tag im täglichen Leben einen Sinn und einen Zweck erfährt; durch unsere kollektive Identität bekommen wir diesen Sinn und diesen Zweck, wir arbeiten, wir zeugen Kinder, gleichzeitig aber können wir uns genauso gut gleich umbringen, denn einen 'Sinn dahinter' gibt es nicht und wird es nie geben.


    Ein Riesen Zufall und zugleich überhaupt kein Zufall; anders kann es ja nicht kommen.


    :)

  • 1. Das hier ist ein Forum und nicht dein persönlicher Blog
    2. Du machst es einem ziemlich schwer überhaupt anzusetzen, weil keine ordentliche Fragestellung angegeben ist.


    Zitat

    Von der Subjektivität des Seins.

    Ich will dich ja nicht irgendwie angreifen aber wenn du schon deine persönliche Weltanschauung, die vor lauter argumentativer Lücken bald zusammenkracht meinst niederschreiben zu müssen, dann definiere doch bitte wenigstens deine Hauptbegriffe, z.B. das Sein. Als ich den Titel gelesen habe, da habe ich eher Kant erwartet als einen Stapel von Behauptungen, die den Erwartungen, welche durch den Titel geweckt werden leider nicht gerecht werden. Ich find's faszinierend wie du völlig überlegen vorgibst den Menschen erklären zu können um dann mit einem halben "Sapere aude" und den Worten Freund zu enden.
    Freilich, vielleicht liegt's ja auch an mir, denn ich kann's nicht leugnen, dass so manche Schriften, von denen man denkt man könne sie selbst ohne weiteres verfassen durchaus zu den guten zählen, nicht immer aber manchmal zumindest.

    Zitat

    [...] sind wir doch in der Lage, das Kollektiv gleichzeitig von außen wie von innen zu betrachten.

    Echt? Das scheint für mich auf die Subjekt-Objekt-Spaltung hinauszulaufen, irren kann ich mich natürlich auch.

    Zitat

    Denn erst in unserer kollektiven Identität fangen wir an zu rauchen, nehmen Heroin, kiffen, und töten sogar andere Menschen. Doch auch erst in unserer kollektiven Identität bauen wir Häuser, Schiffe oder Flugzeuge.

    1. Wenn nach Drogen plötzlich Mord kommt, dann frage ich mich was diese "kollektive Identität" denn alles umfasst.
    2. Bist du dir absolut sicher, dass Nietzsches Figur des Zarathustra, der in seinem "Also sprach Zarathustra" 10 Jahre allein in den Bergen verbracht hat, Tätigkeiten, die dein Begriff der "kollektiven Identität" umfasst nicht auch ohne selbige getan hat oder hätte tun können?

    Zitat

    Dabei übersieht das Individuum erneut, dass Egoismus und Altruismus letztlich dasgleiche sind; denn der Mensch ist ein Teil des Kollektivs, und was für ihn gut ist, ist somit auch für das Kollektiv gut.

    Der Utilitarist würde dich für diese Behauptung in der Luft zerreissen.
    Zwar haben sowohl Egoismus als auch Altruismus trotz ihres antagonistischen Verhältnisses Gemeinsamkeiten aber sind in ihren Folgen grundsätzlich verschieden. Der Altruismus ist für das Kollektiv doppelter Gewinn, Egoismus hingegen gleicht den Gewinn des Individuums als Teil des Kollektives schon allein durch die negativen Folgen für das Kollektiv aus, nicht selten wirkt sich das durchaus negativ auf das Miteinander aus, die Essenz des Kollektivs, die Bilanz wird negativ.


    Zitat

    Der Mensch als evolutionär sinnvolles Konzept.

    Zitat

    Er merkt ebenso wenig, dass er ein Tier ist wie jedes andere Tier, dass lediglich versucht, möglichst gut und sinnvoll in seiner Umwelt zurechtzufinden. Für fast alle Menschen ist der Mensch ein von der Natur losgelöstes Konzept, dass mit seinen Wurzeln nicht mehr viel gemein hat. Dass sie lediglich ein Teil der Natur sind, von der sie sich losgelöst sehen wollen, merken sie nicht.

    Heh, wenn du statt "merken sie nicht" "können sie nicht eingestehen" geschrieben hättest, dann hätte ich dir zumindest hier mal in vollem Umfang zustimmen können. Den Punkt deiner dilettantischen Anthropologie kann ich trotzdem nicht erkennen.

    Zitat

    [...] Dabei wird, wie von Karl Marx gefordert, jeder nach seinen individuellen Fähigkeiten gefordert.

    Hahaha, ich nehme mal an das "jedem nach seinen Bedürfnissen" hast du bewusst weggelassen, weil's traurigerweise nicht stimmt.

    Zitat

    Ohne Sinn und ohne Grund. Jeder sucht nach dem Grund, den es nicht gibt.

    Wir sind verdammt zu einer völlig sinn- und zweckfreien Existenz, die gleichzeitig jeden Tag im täglichen Leben einen Sinn und einen Zweck erfährt; durch unsere kollektive Identität bekommen wir diesen Sinn und diesen Zweck, wir arbeiten, wir zeugen Kinder, gleichzeitig aber können wir uns genauso gut gleich umbringen, denn einen 'Sinn dahinter' gibt es nicht und wird es nie geben.

    Ahja, ich bin zwar auch kein Anhänger eines Historizismus aber ich kann deiner Behauptung nur bedingt was abgewinnen. Vielleicht gibt's auch einfach keinen Sinn, weil Sinn ein menschlicher und kein Begriff der Natur ist. Natürlich können wir uns auch einfach umbringen, nur ist das ziemlich bescheuert. Nur weil etwas sinnlos scheint ist es nicht wertlos, der Tod kommt sowieso, wieso nicht lieber mit Blick auf die eigene Spur in der Geschichte sterben?


    Nimm's mir nicht übel aber es kommt mir einfach so vor als müsstest du dich hier profilieren. Ich weiß, der Drang zu schreiben ist groß und der Drang seine Gedanken zu veröffentlichen kann unaufhaltsam sein, aber ich glaub' es wäre durchaus angebrachter das mit einer Frage anzufangen und dann deine Ansichten dazu zu erläutern, damit auch andere Leute ihre Ansichten preisgeben können. Ich meine du bist noch nicht wirklich so weit dein eigenes Buch schreiben zu können, finde deine Ansichten zwar durchaus nicht uninteressant aber du scheinst dich zu überschätzen. ;)

  • 1. Das hier ist ein Forum und nicht dein persönlicher Blog


    Wahrlich; und was sagt uns das nun?


    Zitat

    2. Du machst es einem ziemlich schwer überhaupt anzusetzen, weil keine ordentliche Fragestellung angegeben ist.


    Ich schreibe lediglich über das Sein des Menschen. Falls Du Fragen brauchst: Was ist der Mensch? Wie funktioniert er?


    Zitat

    Ich will dich ja nicht irgendwie angreifen aber wenn du schon deine persönliche Weltanschauung, die vor lauter argumentativer Lücken bald zusammenkracht


    Schreib sie auf, dann diskutieren wir drüber.


    :)


    Zitat

    meinst niederschreiben zu müssen, dann definiere doch bitte wenigstens deine Hauptbegriffe, z.B. das Sein. Als ich den Titel gelesen habe, da habe ich eher Kant erwartet als einen Stapel von Behauptungen, die den Erwartungen, welche durch den Titel geweckt werden leider nicht gerecht werden. Ich find's faszinierend wie du völlig überlegen vorgibst den Menschen erklären zu können um dann mit einem halben "Sapere aude" und den Worten Freund zu enden.


    Faszinierend, nicht wahr? Es ist einfach und schwierig zugleich.


    :)


    Zitat

    Freilich, vielleicht liegt's ja auch an mir, denn ich kann's nicht leugnen, dass so manche Schriften, von denen man denkt man könne sie selbst ohne weiteres verfassen durchaus zu den guten zählen, nicht immer aber manchmal zumindest.


    Wahrlich weise, was Du da schreibst. Jeder Mensch hätte diesen Text verfassen können, doch keiner tut es; was sagt uns das?


    Zitat

    Echt? Das scheint für mich auf die Subjekt-Objekt-Spaltung hinauszulaufen, irren kann ich mich natürlich auch.


    Tatsächlich ist Subjekt und Objekt letztlich dasselbe; wir sind ein Haufen Objekte, die sich für Subjekte halten.


    :)



    Zitat

    1. Wenn nach Drogen plötzlich Mord kommt, dann frage ich mich was diese "kollektive Identität" denn alles umfasst.


    All unser Sein selbstverständlich. Wir werden durch andere geboren, durch andere aufgezogen, durch andere zu dem gemacht, was wir sind. Andere geben uns Arbeit, andere sagen uns, was wir zu tun haben, was 'man' macht und was nicht usw.


    Und das lustigste: Wir selbst sind die anderen.


    :)


    Zitat

    2. Bist du dir absolut sicher, dass Nietzsches Figur des Zarathustra, der in seinem "Also sprach Zarathustra" 10 Jahre allein in den Bergen verbracht hat, Tätigkeiten, die dein Begriff der "kollektiven Identität" umfasst nicht auch ohne selbige getan hat oder hätte tun können?


    Nun, der Einsiedler verlässt das Kollektiv, befindet sich aber immer noch im Überkollektiv, der Natur. Wir sind aus der Natur entstanden und werden wieder in sie eingehen; ebenso ist es beim Kollektiv.



    Zitat

    Der Utilitarist würde dich für diese Behauptung in der Luft zerreissen.
    Zwar haben sowohl Egoismus als auch Altruismus trotz ihres antagonistischen Verhältnisses Gemeinsamkeiten aber sind in ihren Folgen grundsätzlich verschieden. Der Altruismus ist für das Kollektiv doppelter Gewinn, Egoismus hingegen gleicht den Gewinn des Individuums als Teil des Kollektives schon allein durch die negativen Folgen für das Kollektiv aus, nicht selten wirkt sich das durchaus negativ auf das Miteinander aus, die Essenz des Kollektivs, die Bilanz wird negativ.


    Nimm doch mal diese einfache Denkübung. Altruistische Handlungen sind Handlungen, die für das Kollektiv geschehen. Egoistische Handlungen sind Handlungen die für das Individuum geschehen.


    Das Individuum ist Teil des Kollektivs.


    :)


    Zitat

    Heh, wenn du statt "merken sie nicht" "können sie nicht eingestehen" geschrieben hättest, dann hätte ich dir zumindest hier mal in vollem Umfang zustimmen können.


    Das ist doch schön.


    Tatsächlich merkt der Mensch nicht, dass er ein Tier ist, weil ihm das Kollektiv das Gefühl gibt, mehr zu sein. Von der Steinzeit in die Postmoderne; immer dasgleiche.


    :)


    Zitat

    Hahaha, ich nehme mal an das "jedem nach seinen Bedürfnissen" hast du bewusst weggelassen, weil's traurigerweise nicht stimmt.


    Aber natürlich stimmt das. Denk doch noch mal drüber nach.


    Zitat

    Ahja, ich bin zwar auch kein Anhänger eines Historizismus aber ich kann deiner Behauptung nur bedingt was abgewinnen. Vielleicht gibt's auch einfach keinen Sinn, weil Sinn ein menschlicher und kein Begriff der Natur ist.


    Schon mal dran gedacht, dass der Mensch Teil der Natur ist? Dass somit jeder Begriff des Menschen ein Teil der Natur ist?


    Zitat

    Natürlich können wir uns auch einfach umbringen, nur ist das ziemlich bescheuert. Nur weil etwas sinnlos scheint ist es nicht wertlos, der Tod kommt sowieso, wieso nicht lieber mit Blick auf die eigene Spur in der Geschichte sterben?


    Warum ist Dir die Spur in der Geschichte wichtig? Spricht da ein klein wenig Eitelkeit aus Dir?


    Zitat

    Nimm's mir nicht übel aber es kommt mir einfach so vor als müsstest du dich hier profilieren. Ich weiß, der Drang zu schreiben ist groß und der Drang seine Gedanken zu veröffentlichen kann unaufhaltsam sein, aber ich glaub' es wäre durchaus angebrachter das mit einer Frage anzufangen und dann deine Ansichten dazu zu erläutern, damit auch andere Leute ihre Ansichten preisgeben können. Ich meine du bist noch nicht wirklich so weit dein eigenes Buch schreiben zu können, finde deine Ansichten zwar durchaus nicht uninteressant aber du scheinst dich zu überschätzen. ;)


    Ich kann mich gar nicht überschätzen, wie das niemand kann.


    Alles Illusion.


    :)

  • Ich seh hier nur jemanden, der zu viel Zeit hat und daher ganz spontane oder auch nicht spontane Überlegungen über den Menschen als Individuum und/oder im Kollektiv in einem Animeforum postet.
    Dabei verwendet er wohl absichtlich eine wohl nach seinem Empfinden sehr professionelle Sprache, die ihn als kompetenten und gut informierten sowie nachdenken Gesellen erscheinen lassen.


    Nichts gegen dich, aber wenn du dein "Weltbild" mit anderen teilen willst, solltest du wirklich in einem Blog tun, oder in entsprechenden Foren.
    Wenn du willst, dass eine Diskussion zu Stande kommt, so solltest du zumindest eine Fragestellung angeben, oder nach Meinungen Fragen.


    Tja, womöglich habe ich nun einen bzw. DEN zukünftigen Philosophen/(Quer-)Denker der Neuzeit schlechtgeredet.
    Aber wenn ich darüber nachdenke...nee, da sind Kant, Nietzsche, Freud und andere Denker und Philosophen mir lieber, die versuchen da wenigstens Struktur und Halt in die Argumentation reinzubekommen.

  • Danke für Deinen Post.


    Wahrlich; meine Beiträge sind nicht gerade dazu geeignet, andere zur Diskussion anzuregen, außer sie sind sowieso schon in der Materie. Ich schreibe übrigens nicht nur hier, sondern auch in verschiedenen anderen Foren, in denen die Reaktion auch anders ausgefallen ist.


    Ich schreibe lediglich gerne Beiträge in lustigen Internetforen. Das ist alles.


    Übrigens waren alle von Dir genannten Philosophen noch in der 'typischen' menschlichen Denkart gefangen, also nicht verrückt. Ich fand schon immer die verrückten Philosophen am interessantesten.


    :)

  • Na, wenigstens ist splidtt unerschütterlich und hat dann nicht auch gleich so nen beleidigenden Ton drauf...



    Dabei verwendet er wohl absichtlich eine wohl nach seinem Empfinden sehr professionelle Sprache, die ihn als kompetenten und gut informierten sowie nachdenken Gesellen erscheinen lassen.


    Damit kannst du schon einen Treffer landen, aber dir auch ebenso selbst das Genick brechen! Du sprichst dabei ja über nichts anderes, als über DEIN Empfinden und gehst somit zu sehr von dir selbst aus und setzt eben dieses subjektive Empfinden mit seinem gleich, mal hoffen, dass das nicht schief geht. Damit sagst du aber auch eine Menge über dich, wie ich finde :P


    Dizzler, aber ich denke ich kann dich verstehen.

    Looking into the night sky makes me wonder and forget all questions at the same time

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