[Hayato Akuma]
15:46 Uhr - Cafeteria (2) - Speisesaal
Hayato spürte seinen Zorn von heute Morgen wieder in sich aufsteigen, als diese Stellvertreterin den Namen Ibuki aussprach. Seine Augen verdunkelten sich, als die Gefühle eines gebrochenen Versprechens und der Sinnlosigkeit der Tat wieder hoch kochten. Der Rotschopf war da ja weggelaufen, was er ihr nicht verübeln konnte, aber auch sie schien diesen Namen zu kennen.
Als dann auch noch ein Vortrag von Verständnis und Einhelligkeit von diesem Weibstück vorgetragen wurde, dass ihm bei dem eindringlichen Friedenston schon fast schlecht wurde. Seine Augen wurden schmal, als er das Drängen der Augen bei diesem Mädchen bemerkte. Solche manipulativen Gestalten waren ihm schon öfter begegnet, die mit Hilfe von Stimme und Blick die leicht beeinflussbaren in eine bestimmte Richtung drängen wollten.
"Ich werde diese Ibuki nicht anlügen. Ich werde ihr nicht vergeben, weil es nichts zu verzeihen gibt. Ich habe sie umgebracht und sie mich. Ich brauche keine Entschuldigung und will sie auch nicht. Wenn sie wirklich fühlt, als müsse sie etwas tun, dann soll sie sich von mir fernhalten. Das können Sie ihr ausrichten, wenn Sie unbedingt wollen, Jester-sempai." brachte Yukiko schließlich hervor. Hayato hielt sich zurück, obwohl diese joviale Art ihn ankotzte. Yukiko sammelte sich, um dann noch etwas zu sagen:
"Ich möchte Ihre Einschätzung nicht anzweifeln Sempai, aber diese Ibuki wird nicht durch erlogene Vergebung aufhören so zu sein, wie sie ist. Es braucht mehr als einen Tag, damit sich ein Mensch ändern kann... Und deswegen halte ich es auch nicht für sinnvoll Ihrem Vorschlag nachzukommen... Außerdem würde ich Sie bitten mich los zulassen."
Ihre letzten Worte waren dann wohl sein Stichwort!
Ohne seinen Zorn nach außen hin zu zeigen stand er langsam auf.
"Ihre Worte wurden vernommen, Jester-san. Und sie haben auch ihre Antwort bekommen. Nun möchte ich sie bitten, uns unseren Freizeitbeschäftigungen zu überlassen, da die Schule für heute beendet ist!"
[Rika Sumiyoshi]
Irgendwie war sich Rika nicht sicher, was sie da eben gehört hatte. Meinte diese Jester tatsächlich, dass man einen Mord in einem friedlichen Gespräch klären konnte?
Als sie dann aber den Wechsel von Stimmlage und Betonung bemerkte, wurde ihr sofort deren manipulativer Charakter deutlich. Diese Jester versuchte Yuki zu beeinflussen!
Was war das denn für eine Schülervertretung? Dieses Mädchen schien viel mehr ihren eigenen inneren Antrieben nachzugehen, als sich an die Schulagenda zu halten.
Sicher, sie hatte das heulende Häufchen Elend im Keller mit eigenen Augen gesehen, aber warum sollte hier nun ein Gespräch notwendig sein?
Das ganze erinnerte sie eher an ihre Großmutter, die auch immer versucht hatte, alle Streitigkeiten in der Familie durch Gespräche zu klären. Aber im Endeffekt war es darauf hinaus gelaufen, dass die Jüngeren klein beigeben mussten und ihren brennenden Zorn runter schluckten! Es hatte schlussendlich nur noch mehr Unstimmigkeiten herauf beschworen.
Rika fragte sich, wieso dieses Mädchen meinte, dass alle Schüler hier gut miteinander auskommen mussten. War sie auf einer Schule gewesen, wo man so etwas oberflächlich erzwungen hatte? Ihr selbst war nur zu gut bewusst, dass sich auf der Schule niemals alle einig waren. Zu viele Interessengruppen, die ihre Reviere verteidigten, führten schon von ganz alleine zu Unstimmigkeiten. Sicher, den Lehrern wurde davon nichts mitgeteilt, aber der Schülerrat konnte doch nicht so blind sein.
Als Akuma-san aufstand und das Wort ergriff, bemerkte Rika den interessierten Blick bei Honoka. Scheinbar genoss sie die gerade bestehende Situation.