Beiträge von Soulshadow

    Kaum waren die beiden außer Sichtweite, als sich das Verhalten des Weißkittels veränderte. Milani spürte die Welle der Abneigung, die plötzlich von der Person ausging. Überrascht beobachtete sie weiter.
    „Die Ungläubigen werden langsam unruhig. Wir müssen unsere Pläne schneller vorantreiben. Wir sind hier einfach zu wenige!“ sagte der Weißkittel laut. Milani zuckte geschockt zusammen, als eine weitere Person zwischen den Tanks auftauchte. Sie hatte nicht das Geringste gespürt!
    „Die Behälter sind noch nicht hier. Sie sind immer noch auf dem Schiff“, antwortete die neue Person mit modulationsloser Stimme.
    „Wir müssen sie herschaffen!“ ordnete der Weißkittel an. „Nur wenn wir all diese verblendeten Kinder zu unseren Brüdern machen, können wir gegen den Widerstand siegen.“
    Milani veränderte ihre Augen etwas, um die Personen besser erkennen zu können. Während der Weißkittel einen ziemlich normalen Eindruck machte, war die zweite Person von einer merkwürdigen Schicht bedeckt.
    „Die GLA hier?“ durchzuckte es sie. Diese seltsame Masse, die auch gegen die Schwerkraft einen Körper umhüllte, konnte einfach nichts anderes sein. Aber alleine ihr Hiersein bedeutete eine weitaus größere Gefahr, als es die Soldaten und Geheimdienstler je darstellen könnten.
    Offenbar hatte die GLA bereits einige Bereiche unterwandert.
    Und dass die Methoden der GLA sich sehr verändert hatten, zeigte auch die geheime Vorgehensweise hier vor Ort.
    „Wenn sie den Schleim über die Pumpstation in die Zylinder leiten, dann haben sie alle Schüler übernommen, ohne eine Patrone abzufeuern. Sie haben einfach Zwietracht gesät und die Geheimdienste die Dreckarbeit übernehmen lassen!“ So ein Plan ließ sich nicht in wenigen Tagen aufstellen, da musste die GLA wohl sehr langfristig geplant haben. Deshalb waren einige Vorfälle so ganz aus dem Raster gefallen.
    Die schleimbedeckte Gestalt war genauso spurlos wieder zwischen den Zylindern verschwunden, wie sie zuvor aufgetauchte. Der Weißkittel schaute sich noch einmal um und ging dann langsam wieder zurück.
    Milani zwang sich still zwischen den Leitungen am Zylinder zu verharren. Die Gefahr war gerade um ein Vielfaches gestiegen. Also hatte Direktorin Amasowa schon im Vorfeld etwas von der Infiltration geahnt. Möglicherweise hatten sie sogar noch etwas länger warten wollen.
    Hagen hatte wegen der Abschottung der Insel und der gesonderten Untersuchung des Personals eine ähnliche Vermutung gehabt. Aber diese Abschottung konnte die langfristigen Pläne der GLA etwas durcheinander gebracht haben.
    Dieser Schleimregen, den Hagen aus den Visionen von der zweiten Yuna gesehen hatte, war vielleicht der eigentliche Plan gewesen. Die GLA hätte einfach genügend von der Masse über der Insel abgesprüht…
    Jetzt war es unbedingt notwendig, die anderen wieder aus den Zylindern zu bekommen. Solange der Schleim noch nicht von dem Schiff entladen war, dass in dem Gespräch gerade erwähnt wurde, hatten sie noch eine Chance. Wenn die Schüler erst einmal infiziert waren, dann war die Insel verloren.
    Milani bewegte sich extrem vorsichtig und nahm die Leitungen in Augenschein, die zu den einzelnen Zylindern führten. Sie musste nach oben zu den Zuleitungen, um von dort aus etwas zu unternehmen. Der schmale Zwischenraum zur Wand ermöglichte ihr mit dem Katzenkörper ein paar Sprünge, die sie nach oben auf die Schienen brachte, die einen Teil der Schläuche hielten.
    Direkt über Hagens Zylinder nahm sie ihre andere Gestalt an und begann die Anschlüsse von Kabeln und kleinen Schläuchen zu lösen. Die größere Zuleitung von der Flüssigkeit, in der die Körper schwammen, konnte sie nicht alleine abnehmen. Deshalb würden die kleinen Zuleitungen genügen müssen.
    Einige der schmalen Schläuche schienen Medikamente zu befördern. Sie musste zeitgleich einige Warnmeldungen unterdrücken, die wegen der gelösten Leitungen aufleuchteten. Dabei war sie so konzentriert, dass sie die schleimbedeckte Gestalt nicht bemerkte, die lautlos zwischen den Zylindern auftauchte und sich ihr näherte…

    Na dann sei herzlich Willkommen beim AFB!
    Wir haben hier zwar durchaus verschiedene Interessen rund um Anime und Manga, so dass man auch mal auf was Neues gestoßen wird ;)
    Vielleicht haben wir neben den, ich nenne sie mal "Standart-Serien", ein paar andere, die dein Interesse finden könnten.
    Außerdem gibt es ein paar RPG, eine Zeichenecke und so einiges mehr zum Schauen und mitmachen.
    Erst einmal viel Spaß hier!


    Solltest du noch zu etwas Fragen haben, dann einfach per PN oder Pinnwand stellen. Fragen zu bestimmten Themen bitte in die, wenn vorhanden, Threads packen ;)

    [Takeshi Okamura]
    11:30 Uhr - Gelände der Schule - Oberhalb Schulgebäude C


    Wie war es soweit gekommen, dass dieser Schüler hier noch vor Beginn der Pause herumgelaufen war? Takeshi ließ die Klinge wieder verschwinden und blickte auf den blutenden Körper hinab, dessen gebrochene Augen ihn anklagen anstarrten.
    „Du hättest gar nicht hier sein dürfen…“, sagte er langsam.
    Auch wenn es in dieser Welt keinen endgültigen Tod gab, so war es doch jedes Mal eine Erfahrung, die man nicht unbedingt machen wollte.
    Er war doch extra ein ganzes Stück von der Schule weggegangen, um gar nicht in der Nähe von Schülern zu sein. Auch wenn dieser Schüler nach einiger Zeit wieder aufstehen würde und seine Wunden verschwunden wären, so war es etwas, dass Takeshi nachdenklich machte.
    So lange die Schüler sich an das System dieser Welt hielten, war es äußerst unwahrscheinlich dass ihnen solche Unfälle zustoßen konnten.
    Also war es für alle Beteiligten am besten, wenn sie auch am Unterricht teilnahmen!
    Auch wenn Takeshi ihnen einige Zeit zur Orientierung geben wollte, so war es doch gefährlich für diese Schulschwänzer. Sie hatten doch nach der Schule noch Zeit genug für irgendwelche Aktivitäten.
    Verwarnung für erneute unentschuldigte Abwesenheit in Akte des Schülers übertragen“ tauchte eine Information des Systems in seinem Kopf auf.
    Verwarnung? Der Schöpfer dieser Welt hatte merkwürdige Definitionen…
    Scheinbar sah das System dieser Welt durchaus auch Strafen vor. Aber auch wenn der Tod hier kein Endgültiger war, so fand Takeshi es doch ziemlich übertrieben, wie dieser Unfall eingestuft wurde.
    Nach einem letzten Blick auf den Körper straffte er entschlossen die Schultern. Es war besser für alle Bewohner dieser kleinen Welt, wenn sie sich an die vorgegebenen Strukturen hielten. Deshalb würde er alles daran setzen, um diesen Leuten zukünftig solche Schmerzen wie gerade eben zu ersparen.

    Inzwischen ist die Serie bei Band 5 angekommen, der jetzt im Handel erhältlich ist.
    Das wahre Ausmaß der Seuche ist noch immer nicht erfasst, Nachrichten und Fernsehen läuft tatsächlich auch noch.

    [Takeshi Okamura]
    11:30 Uhr - Gelände der Schule - Oberhalb Schulgebäude C


    Takeshi war doch noch etwas weiter gelaufen und hatte die Straße beim Schwimmbad überquert. Zwischen den Bäumen auf der anderen Seite sollte er außer Sicht jedes Schülers sein, um in Ruhe etwas auszuprobieren. Als er eine kleine Lichtung erreicht hatte, hörte er die Schulglocke zur Pause.
    Mit einem Grinsen stellte er sich in eine stabile Grundstellung.
    "Wächter-Fertigkeit: Balmung!" sprach er laut aus.


    Hayato war die letzten paar Minuten an dem Schülerratspräsidenten dran geblieben und hatte dabei weiter seinen Gedanken nachgehangen. Warum ging der so kurz vor der Pause vom Schulgebäude weg? Es hatte kurz so ausgesehen, als ob er schon zwischen den Bäumen neben dem Schulgebäude etwas machen wollte. Dann hatte er sich wohl doch anders entschieden. Wahrscheinlich war die Möglichkeit, an dem Platz doch entdeckt zu werden, ihm zu groß erschienen. Hayato war nun noch mehr überzeugt, dass hier etwas vor sich ging, dem er unbedingt auf den Grund gehen musste.
    Als er zum zweiten Mal anhielt, waren sie bereits oberhalb des Schulgebäudes.
    Hayato war jetzt etwas dichter an ihm dran, um besser beobachten zu können. Als der Kerl sich mit einem Grinsen im Gesicht aufstellte, war Hayato schon in Bewegung. Nur lenkte ihn die Schulglocke einen Moment ab.


    Takeshi blickte fasziniert auf seine Hand, in der sich das Schwert bildete. Er hatte mit Schwertern des westlichen Stils trainiert und war von Anderthalbhändern besonders angezogen worden. Deshalb hatte er für diese Klinge auch einen Sagennamen gewählt, der zu dieser unschlagbaren Lichtklinge passte, die sich nun oberhalb seines Handrückens bildete.
    Als es vor ihm zu rascheln begann blickte er überrascht auf. Einer der Schüler, die er gestern schon an der großen Treppe gesehen hatte, einer der Problemfälle, stürmte aus dem Unterholz.
    Die Wahrnehmung der Zeit schien sich für Takeshi zu verlangsamen. Deutlich erkannte er, wie der andere Junge leicht zur Seite blickte. Noch deutlicher sah er die wachsende Klinge, die genau auf die Brust dieses Jungen gerichtet war.
    Das Programm, dass er mit dem Buch in seinem Zimmer erarbeitet hatte, verlangte eine Menge Parameter, während er es entwickelte. Aber mit keinem Gedanken hatte er daran gedacht, wie es sich in einem solchen Notfall schnell wieder abschalten ließ.


    Hayato hatte gehört, dass er etwas gesagt hatte. Er hatte auch was von Wächter verstanden. Also hatte er Recht gehabt! Dieser Bursche war ein Handlanger Gottes in dieser Welt. Jetzt würde er seinen Beweis bekommen.
    Der scharfe Schmerz, der plötzlich seine Brust durchdrang, kam völlig unerwartet. Mit leichter Irritation blickte er an sich herab und sah die leuchtende Klinge, die immer tiefer in seine Brust eindrang.
    Der Mistkerl hatte ihn doch bemerkt. Und jetzt machte er kurzen Prozess!


    Takeshi bewegte seine Hand, was dazu führte, dass die Klinge des Schwertes durch den Körper des anderen glitt. Die Leichtigkeit war unvorstellbar. Weder Fleisch noch Knochen bremsten die Lichtklinge ab. Knapp oberhalb der Schulter trat die Klinge aus dem Körper wieder aus. Takeshi sah die Augen seines Gegenübers brechen. Er war tot, noch bevor er anfing umzufallen.

    Es ging tatsächlich in den Korridor hinein, den sie wegen der vielen Sicherheitssysteme nicht erkundet hatte. Milani huschte dicht hinter den beiden Personen her, um ihre Anwesenheit so gut wie möglich zu verschleiern. Da die Anlagen ja bereits von den beiden Leuten aktiviert worden war, hatte sie bei ihrer geringen Größe gute Chancen, erst gar nicht wahrgenommen zu werden.
    Als die beiden Personen vor einer Tür ankamen und plötzlich stoppten, wäre sie beinahe in einen gelaufen. Gerade noch rechtzeitig brachte sie sich zum Stehen.
    Über ihr piepte etwas, aber sie konnte nicht sehen, ob es ein Zahlen- oder ein Kartenschloss war. Vor ihr schien die ganze Wand zur Seite zu weichen, was nicht nur an der Perspektive zu liegen schien.
    Aus der entstehenden Öffnung kam ein kühler Lufthauch, der ihre Schnurrhaare vibrieren ließ.
    Die beiden Personen setzten sich wieder in Bewegung, als sich der Zugang weit genug geöffnet hatte.
    Ihr feines Gehör vernahm ein Klacken in der Wand.
    Offenbar war diese Tür so gesteuert, dass sie nur einen kurzen Zeitraum geöffnet blieb.

    Selbst für Menschen musste die Halle dahinter eine ziemliche Größe haben. Für Milani war es mehr wie ein gewaltiger Dom, als sie mit den beiden Menschen den Raum betrat. Rechts gab es eine Sicherheitsstation, die auch von drei Agenten in gepanzerter Schutzkleidung besetzt war. Links befand sich eine kompliziert aussehende Pumpenstation die ein tieftönendes Brummen aussandte, was die Menschen wahrscheinlich gar nicht bemerkten.
    Aus dem Raum kam eine weitere Person auf die beiden zu, die einen weißen Kittel trug. Milani wich zur linken Seite aus und schlüpfte zwischen die Rohrelemente der Pumpenstation.
    „Warum kommen Sie denn persönlich hierher?“ rief die Gestalt im Kittel den beiden anderen entgegen.
    „Wir wollen sofort zu Ookamis Zylinder! Hagen Kosaka. Und kommen sie mir nicht mit Kompetenzen!“ schnappte der Verantwortliche in einem gewohnheitsmäßigen Befehlston.
    Milani peilte aus dem Schatten der Rohrverbindungen zu der kleinen Versammlung.
    Die Erwiderung der Kittelgestalt konnte sie nicht verstehen, da etwas innerhalb der Rohre gluckerte.

    Die Reihen der Zylinder erstrecken sich scheinbar endlos. Auf jeder Seite des Mittelganges stand eine Doppelreihe dieser gefüllten Zylinder. Die Doppelreihe war in regelmäßigen Abständen unterbrochen, so dass man in einen Kontrollgang zwischen den beiden Reihen gelangen konnte. Über den Zylindern verliefen Rohre und Schläuche, die sie wohl mit der Pumpenstation verbanden.
    Milani folgte der kleinen Gruppe in dem Freiraum zwischen Wand und der ersten Reihe. Sie hoffte, dass in diesem Bereich keine zusätzlichen Kontrollsensoren angebracht waren.
    Die drei Personen bogen plötzlich in den kleineren Kontrollgang ein und blieben vor einem der Zylinder stehen.
    „Da wären wir. Hagen Kosaka. Kontrollmonitor zeigt vollkommen normale Werte“, leierte der Kittel herunter. Offenbar war er mit dem Eindringen der anderen nicht einverstanden. Der Verantwortliche blickte trotzdem selbst auf die Anzeigen.
    „Das sieht mir viel zu normal aus!“ knurrte er. Offenbar hatte er schon vorher mit Hagen zu tun gehabt. Milani wusste aus eigenem Erleben, wie sehr sich Hagen gegen die ihm aufgezwungenen Regeln gewehrt hatte. Er hatte es nie den Leuten leicht gemacht, die ihn für seine Missionen einteilten.

    „Wir überwachen hier neben den Körperfunktionen auch die Gehirnwellen. Damit können wir sofort feststellen, wenn der Proband sich gegen die Matrix wehrt“, kam es von dem Weißkittel. Milani war jetzt hinter Hagens Zylinder angekommen und versuchte auch den Rest zu verstehen.
    „Dieser hier hat an einigen der ersten Testphasen teilgenommen und könnte daher bemerken, dass es eine künstlich eingegebene Welt ist!“
    „Wir hatten ein paar Ausschläge, dass ihm einige Unstimmigkeiten aufgefallen sind. Aber die Medikation wurde sofort erhöht, so dass er wieder in dem Glauben ist, gerade Mittag zu essen“, kam sofort die Antwort.
    „So sicher waren die damals auch, Doktor. Aber er hat alle getäuscht und wäre fast noch entkommen!“
    „Das waren alles Erfahrungen außerhalb der Zylinder. Das verfeinerte Verfahren sorgt für eine sichere Trennung von der Umgebung“, fuhr der Weißkittel fort.
    „So etwas wie Sicherheit gibt es bei diesen PSI-Begabungen nicht, Doktor. Einige der Schüler hier könnten sie in der Luft zerreißen, ohne sie überhaupt anzufassen! Ihre Selbstsicherheit ist absolut fehl am Platz. Seien Sie sich weniger sicher und üben sie mehr Vorsicht!“
    Die Wut war dem Verantwortlichen deutlich anzumerken. Er hielt in Bezug auf die Mutanten nichts als gegeben vor, was er eindeutig durch eigenes Erleben erlangt hatte. Aber der Doktor schien besondere Befugnisse für diesen Bereich zu besitzen, da er nicht einlenkte.
    Nach einem abschließenden Blick auf die Kontrollen wandten sich der Verantwortliche und sein Begleiter von dem Tank ab und marschierten den Weg zurück, den sie gekommen waren. Milani blieb erst einmal wo sie war.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 11:28 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt


    Auf dem Tisch standen 12 geladene Patronen vor Rika, die von Kouta Nemura funktionsbereit gemacht worden waren. Er schien auch sehr geschickt mit Dingen zu sein.
    "Wegen der Zusammensetzung der anderen Mittelchen werde ich mir diese noch mal ansehen", meinte Kouta mit einem interessierten Gesichtsausdruck. Scheinbar fühlte er sich mit einer Aufgabe in seinem Interessengebiet viel wohler. Jedenfalls sah er seit dem Moment, wo er etwas zu tun hatte, gar nicht mehr nervös aus.
    Er stand auf, ohne auf eine Antwort von Rika zu warten, und ging aus dem Raum.
    Rika nahm die Patronen einzeln und lud sie in das Magazin der Beretta. Jetzt war es auch wirklich eine Waffe.
    Obwohl sie eigentlich auf einem Schulgelände gar keine Waffe brauchen würde. Aber sie dachte an den Tod von Yuki. Es gab auch hier Leute, die ihr Leben über das von anderen stellten. Und genau für solche Leute brauchte man Waffen!
    Ganz tief in ihr drin war noch ein anderer Grund vorhanden, warum sie diese Waffe bei sich hatte. Etwas, dem sie sich früher oder später würde stellen müssen. Aber in dieser Welt konnte sie es noch hinauszögern, denn der Tod war nicht von Dauer. Die Anwesenheit scheinbar schon...
    Mit einem metallischen Klicken rastete das volle Magazin in der Waffe ein. Jetzt würde sie auch Ersatzmagazine und mehr Patronen erschaffen, da es nun einen Zweck hatte.
    Mit einem schmalen Lächeln schob sie sich die Beretta wieder unter die Weste und ging Kouta nach, der in das andere Schullabor gegangen war, wo sie mit der Make Up Aufgabe beschäftigt war. Und genau damit wollte sie jetzt fortfahren.

    Noch einmal zu den Zeiten...
    Wenn ihr mit jemandem direkt kommuniziert und im selben Zeitabschnitt seid, dann kann nicht plötzlich eine Minute vergangen sein, wenn ihr etwas aus der Minute davor beschreibt.
    Die Zeitangabe ist immer die, mit der man den Post auch anfängt! Nicht etwa mit der er endet ;)
    Bei Gesprächen fiel mir auf, dass manchmal eine Minute vergeht, obwohl direkt geantwortet und auch keine Pause erwähnt wird.
    Ebenso kann in einem Post am Schluss ja auch stehen (wie bei Ryoki kürzlich) dass mehrere Minuten vergehen, darauf sollte bei Antworten, die an diesem Handlungsstrang teilnehmen besonders geachtet werden.

    Milani huschte wieder unter die Konsole, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Eine Katze, die interessiert auf Anzeigen schaute, würde irgendwann Misstrauen erzeugen. Nun wusste sie zwar, was man mit den Schülern gemacht hatte, aber wo diese samt der Zylinder waren, hatte sie noch nicht erfahren.
    Der besonders gesicherte Korridor war mit hoher Wahrscheinlichkeit der Zugang zu der Halle, die auf den holografischen Anzeigen dargestellt wurde. Leider gab es für sie keine Möglichkeit an all den Überwachungssystemen vorbei zu kommen.
    Vorsichtig schlich sie näher an den Bereich mit den meisten besetzten Konsolen, um zumindest weitere Informationen zu bekommen.


    „Wir haben derzeit nur wenige Mutanten, die der künstlichen Umgebung Misstrauen entgegen bringen, Sir. Es ist dabei ein Zusammenhang mit den Kräften der Telepathie und der Suggestion erkennbar. Offenbar sind diese PSI-Begabungen dem Verfahren so ähnlich, dass es den jeweiligen Personen auffällt. Fumiko Yoshida zeigte dabei die stärkste Reaktion. Deshalb haben wir sie erst einmal aus dem System genommen, da sonst der Schaden an ihren Hirnbereichen zu groß geworden wäre.“ Nachdem etwas vorgefallen war, hatte sich wohl jemand genötigt gefühlt einen Bericht abzugeben. Milani konnte das nur Recht sein.
    „Es hat ja vor einiger Zeit die ersten Feldversuche innerhalb der Organisationen gegeben, da wird Yoshida wohl eine Probandin gewesen sein!“ schloss eine entspannte Stimme daraus. Diese Person war offenbar so etwas wie ein Verantwortlicher hier.
    „Nein, Sir. Der einzige Telepath, der als Proband an einem solchen Projekt teilgenommen hat und sich hier auf der Insel befindet ist Hagen Kosaka.“
    „Ookami? Wie sind seine Kontrollwerte?“
    Milani spürte selbst eine Anspannung, obwohl es mehr eine freudige bei ihr war. Der Verantwortliche wirkte ziemlich beunruhigt, was dafür sprach, dass er Hagen kannte.
    „Er hatte ein paar stärkere Ausschläge, aber im Augenblick ist er wohl nur etwas irritiert“, kam nach einem kurzen Moment, wo die sprechende Person wohl den aktuellen Stand abgelesen hatte, die Antwort.
    „Das kann ich kaum glauben! Dieser Bursche war immer eine wandelnde Komplikation, seit wir ihn für die Organisation eingesetzt haben.“ Der Verantwortliche schien zu dem teil der Organisation zu gehören, die Hagen für ihre Kommandoeinsätze benutzt hatten.


    Seit dem Tag, an dem Hagen in das Haus ihrer Eltern gekommen war, lag inzwischen fast schon drei Jahre zurück. Milena war damals vierzehn Jahre alt gewesen und Hagen gerade mal ein Jahr älter. Ihr Vater, der sich vollkommen auf seine Arbeit konzentrierte, war wohl einigen Dingen auf die Schliche gekommen, die von den Geheimorganisationen nicht bekannt gegeben werden sollten. Durch die Möglichkeiten der PSI-Begabten hatten diese Organisationen, wie auch andere, ihre Attentäter fast ohne Spuren einsetzen können. Sie selbst fühlte sich von der Familie im Stich gelassen, als die ihre neu hervorgetretene Begabung aus den Augen der Öffentlichkeit fern halten wollten. Während sich ihre Schwester in die Musik vergraben hatte, um den Beanstandungen der Eltern zu entgehen, war Milani von dem Hausmädchen unterstützt worden. Ihre damaligen Schulfreundinnen hätten es wahrscheinlich kaltschnäuzig gefunden, dass ihr das Leben dieses Hausmädchens wichtiger war, als das ihrer Familie. Den Zwang der Gesellschaft hatte sie bereits kennen gelernt, als ihre Eltern sie zu einem bestimmten Verhalten gezwungen hatten. Ihre Mutter hatte sich dabei ganz andere Freiheiten genommen, die sie wohl meinte gut verborgen zu haben. Und ihr Vater…
    All dies war an dem Tag von ihr abgefallen.
    Als man Hagen mit ihr in Katzenform wieder eingesammelt hatte, waren die Agenten nicht begeistert. Aber er hatte ihr Bleiben durchgesetzt. Nach dem Bericht, den er ablieferte, war sie genau so tot wie der Rest ihrer Familie. So wurde aus Milena dann Milani, die Katze. Und entgegen einer normalen Katze, hatte sie immer mit Hagen in Kontakt gestanden.


    „Das will ich mir persönlich ansehen!“ riss die Stimme des Verantwortlichen sie aus den Erinnerungen. Ohne eine Erwiderung abzuwarten setzte sich der Mann in Bewegung. Milani setzte sich auch sofort in Bewegung. Vielleicht war das die einzige Chance zu Hagen zu kommen.

    [Takeshi Okamura]
    11:26 Uhr – Gelände der Schule – Zwischen Schulgebäude (1) und Turnhalle (8)

    Wer auch immer diese Welt angelegt hatte, räumte der Natur einen angenehm großen Stellenwert ein. In Richtung auf die Sporthalle gab es neben dem Schulgebäude einen bewaldeten Bereich, der neben Bäumen auch Buschwerk aufwies und damit einen guten Sichtschutz darstellte. Takeshi freute sich auf die Möglichkeit etwas trainieren zu können und wollte deswegen möglichst wenig Zeit auf den Weg aufwenden. Die Pause würde in knapp zwei Minuten beginnen, da würde er dann noch einmal aufpassen müssen, ob Schüler auch in diesen Bereich kamen.
    Soweit er gestern beobachtet hatte, hielten sich die Meisten der Schüler, die ihre Pause im Freien verbrachten, vor dem Schulgebäude, auf der großen Treppe und in dem kleinen Säulenbau, der auch Bänke zum sitzen besaß, auf.
    Sollten sie doch auch den Schatten der Bäume benutzen, würde er weiter nach Norden in den Bereich neben dem Schwimmbad ausweichen müssen.

    [Hayato Akuma]
    Es war schon ziemlich komisch, dass der Schülerratspräsident einfach so ins Unterholz abgebogen war.
    „Hat er da seinen brennenden Busch, an dem er seine Befehle erhält?“ dachte er mit spöttisch verzogenen Mundwinkeln. Was auch immer der Gott dieser Welt den unfreiwilligen Insassen antun wollte, er musste seinen Handlangern ja irgendwann Befehle erteilen!
    Die Lehrer waren hier wohl nur Marionetten, die monoton ihre Aufgaben erfüllten. Aber dieser Schülerratspräsident und seine Vertreterin waren etwas anderes.
    Hayato wusste nicht, ob dieser grünäugige Mistkerl auch so etwas wie Hypnose einsetzte, wie ihm das bei dem Streifenhörnchen mit den Ohrringen aufgefallen war.
    Dass er die anderen noch nicht zu einer Gruppe hatte verbinden können wurmte ihn noch zusätzlich. Wenn es hier eine Chance geben sollte, dass sie diesem Schulfluch entkommen konnten, dann war es nur möglich, wenn alle auf dieses Ziel hin arbeiteten.
    Leider schienen alle ihre eigenen Ziele zu verfolgen.
    Nachdem er heute Morgen einen Lauf am Ufer des Flusses entlang absolviert hatte, war er auch im Büro des Direktors gewesen. Dieses war noch genauso gewesen, wie sie es verlassen hatten. Durch den Zutrittscode würde auch niemand ohne Schwierigkeiten dort hinein gelangen können. Allerdings war das Fenster wieder heil und alle Blutspuren verschwunden gewesen.
    Um die anderen überzeugen zu können, musste er unbedingt ein paar Beweise in die Finger bekommen…

    [Takeshi Okamura]
    11:24 Uhr – Gelände der Schule – Schulgebäude A – Büro des Schülerrates

    Sein Blick wanderte zur Uhr, als Sakamato-san das Büro verließ. Diese sprang gerade um und es waren nur noch sechs Minuten bis zur Pause.
    Ihre Reaktion war zwiespältig gewesen. Etwas schien sie dabei mehr zu belasten, als der eigentliche Umfang erklären würde. Ihre Nachfrage, ob diese Strafe ab sofort gelten würde, hatte er nur bejahen können. Ihre Verbeugung war eine gewohnheitsmäßig höfliche Geste, die sie wohl auch in tiefer Trauer hinbekommen würde, ohne dabei eine gefühlsmäßige Reaktion zeigen zu müssen. Er wusste nicht, was in ihrem Leben vor diesem alles passiert war, aber die sichtbaren Auswirkungen deuteten einiges an.
    Sein eigenes Leben hatte, da er für sich selbst gestanden hatte, ebenfalls Auswirkungen. Eine davon war die Beobachtungsgabe, bei der auch kleinste Änderungen der Mimik wahrgenommen wurden. In der japanischen Gesellschaft war das Tragen einer „Maske“, Tatemae genannt, in der Öffentlichkeit vollkommen normal. Da er nicht, wie sein Vater und sein Bruder, diesen Traditionen gefolgt war, hatte er stets besondere Aufmerksamkeit auf sein Gegenüber richten müssen, um durch diese Maske zu schauen und die wahren Beweggründe zu erkennen.
    Dieses tiefe Durchatmen hatte wohl einen Entscheidungspunkt gekennzeichnet, bevor sie nachgefragt hatte. Welche Überlegungen sie auch immer gemacht hatte, konnte Takeshi nicht nachvollziehen. Er hatte nur erkannt, dass ein Aspekt sie sehr belastete, ohne diesen zu kennen.

    Nun, jetzt war diese Angelegenheit vorerst gelaufen und er zwang seine Gedanken in eine andere Richtung. Da gleich die Pause beginnen würde, konnte er die Chance nutzen, um etwas mit den neuen Möglichkeiten zu trainieren.
    Dank seiner detaillierten Erinnerung hatte er mit dem Computerprogramm eine ganz interessante Anwendungsmöglichkeit gefunden, die sich sonst nicht in dieser Welt hätte verwirklichen lassen. Natürlich war das nichts, was die anderen Schüler zu sehen kriegen sollten. Mit einem wissenden Lächeln verließ er das Büro und schloss hinter sich ab.

    [Hayato Akuma]
    Es hatte gar nicht so lange gedauert, wie Hayato vermutet hatte. Yukiko war recht schnell wieder aus dem Büro gekommen. Ihr Gesicht zeigte einen merkwürdigen Ausdruck, während ein leidendes Stöhnen aus ihrem Mund kam. Ihre langsame Drehung setzte sich mit einem zügigen Gehen fort, so als wäre ein Befehl aktiviert worden.
    Hayato war sich ziemlich sicher, dass dieser grünäugige Gefängniswärter irgendetwas mit ihr gemacht hatte. Sie hatte gestern doch so offen gelächelt und nun schien sie unter einer dumpfen Depression zu leiden. Es war doch fast wie diese traurigen Schatten von Schülern in dieser Hölle. Gott wollte sie hier in eine Schablone pressen, ohne dabei das Wissen daran zu unterdrücken! Jeden Tag würde es einem bewusst sein, dass man hier wie eine Marionette den Unterricht besuchte. Das war dann wohl einer der Kreise der Hölle…
    Als kurz drauf der grünäugige Wärter dieses Höllenkreises aus dem Büro kam, sah Hayato das zufriedene Grinsen auf seinem Gesicht, das seine schlimmsten Befürchtungen nur bestätigte. Wenn er nicht auch ein Opfer werden wollte, musste er diesem Kerl folgen, um herauszufinden, woher dieser seine Anweisungen bekam. Für Yukiko konnte er im Augenblick nicht mehr tun, deshalb folgte er dem Schülerratspräsidenten, der scheinbar das Gebäude verlassen wollte.
    Vielleicht würde er ihn ja zu Gott führen…

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 11:26 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt

    Rika war überrascht, wie schnell der Junge namens Kouta sich auf die Situation eingestellt hatte. Er konnte, wie sie, Dinge, die er detailliert kannte, erschaffen. Und sein Interesse schien eher im Bereich der Chemie zu liegen. In nicht einmal zwei Minuten hatte er den Zündkanal in einer Patronenhülse präpariert und nur wenig von diesem Kordit eingefüllt und das Ganze mit einer Plastikkappe verschlossen.
    Rika zog die Beretta hervor und legte die „Platzpatrone“ in die Kammer. Kouta starrte auf die Pistole und schien sie am liebsten selbst nehmen zu wollen.
    Rika ließ den Schlitten zuschnappen und legte den Daumen an den Sicherungshebel, ohne ihren Zeigfinger schon auf den Abzug zu legen.
    „Dann wollen wir mal probieren…“, murmelte sie und hielt die Waffe auf den Flur hinaus. Obwohl nur wenig Kordit in der Patrone war ließ der Knall ihre Ohren klingen.
    „Ich hab eine Menge mit solchen Dingen geübt“, meinte Kouta, der noch immer an dem Labortisch saß. „Deshalb sind Zündmechanismen und Auslöser hier für mich kein Problem. Und wenn ich erst einmal das Zellulosenitrat hinbekomme, dann wirst du nicht mehr so viel putzen müssen.“
    Rika war der stechende Geruch in die Nase gestiegen und sie wusste, dass der Lauf durch diesen Test ziemlich verschmutzt worden war. Sie würde die Beretta möglichst schnell reinigen müssen. Aber im Augenblick war es viel wichtiger für sie, dass die Waffe einen praktischen Nutzen bekommen hatte. Wenn Kouta so gerne mit chemischen Verbindungen arbeitete, würde er vielleicht auch bei den noch offenen Problemen einiger Bestandteile des Make Up-Sets helfen können.

    Der Artikel zu Sakurasou no Pet na Kanojo ist soweit abgeschlossen und steht in der Wiki bereit.


    [WIKI]Sakurasou no Pet na Kanojo[/WIKI]


    Außerdem wurde ein Artikel zu Shingeki no Kyojin, oder auch Attack on Titan begonnen.

    Milani hielt kurz an der Rampe an, die plötzlich unter den großen Teich führte. Die beiden Frauen waren bereits am unteren Ende angekommen und bogen nach rechts um eine Ecke. Milani beeilte sich, diese unerwartete Wendung für sich zu nutzen und erreichte mit ein paar Katzensprüngen die untere Ebene, bevor die Rampe wieder hochfuhr.
    Ihre Schnurrhaare vibrierten, als sie die neue Umgebung aufnahm. Dass es unter dem Platz noch eine Ebene gab, hatte wohl kaum jemand gewusst.
    Milani folgte dem Korridor, der von der Zugangskammer am unteren Ende der jetzt wieder verschwundenen Rampe weiter in die Tiefe führte. Sie hielt sich eng an der Wand und identifizierte die Kameras bevor diese sie erfassen konnten. Auf lautlosen Pfoten schlich sie sich an den Überwachungssystemen vorbei. In der Ferne hörte sie noch die Stimmen der beiden Frauen.
    Der Korridor mündete in einen Verteilerknoten, von dem aus fünf weitere Gänge abgingen. An der Decke gab es außer Kameras auch noch Bewegungsdetektoren, die den Bereich des Knotens abdeckten.
    Bei diesen Sicherheitsmaßnahmen konnte sie nur richtig sein!
    Vorsichtig glitt sie um die Ecke und schlich in den nächsten Korridor hinein. Die Stimmen der Frauen waren inzwischen verklungen, so dass sie einfach erkunden musste, was es hier unten gab.
    Es gab verschiedene Türen, die mit Kartenschlössern gesichert waren, rechts und links in diesem Gang. Milani konnte in ihrer jetzigen Form nicht durch diese Türen gelangen, selbst wenn sie eine Karte besessen hätte. Aber die Sicherheitseinrichtungen, wie zum Beispiel Feuerlöscher, gaben ihrer kleinen Gestalt genug Deckung.


    Nachdem in dem ersten Gang offenbar nur gesicherte Türen in irgendwelche Bereiche führten, machte sich Milani an die Erkundung des nächsten Ganges. Auch hier gab es wieder diese Kartenschlosstüren. Nur dass ihre feinen Sinne diesmal Personen hinter den Türen ausmachen konnten. Der dritte Gang hatte nur drei Türen, die ebenfalls verschlossen waren.
    Bei dem vierten Gang konnte sie noch mehr Sicherheitssysteme erkennen, so dass sie diesen erst einmal ausließ. Je länger sie unbemerkt hier unten blieb, desto mehr Informationen würde sie erhalten. Der fünfte Gang lief in einem Bogen von dem Verteilerkreis weg. Milani konnte auch keine Türen erkennen. Der Korridor war etwa doppelt so lang wie die ersten drei. An seinem Ende gab es eine elektrische Tür mit einem Bodenkontaktschalter.
    Diesen konnte sie mit einem kühnen Sprung auf die Platte gerade so aktivieren. Die Tür glitt mit einem leisen Zischen zur Seite. Dahinter lag ein großer dunkler Raum, der von vielen Anzeigen matt erleuchtet wurde. Milani huschte in den Schatten der nächsten Operatorstation, die überall im Raum verteilt standen. Aus der Deckung der im Augenblick unbesetzten Station beobachtete sie die Umgebung.


    Leise Stimmen teilten irgendwelche abgelesenen Werte an andere Stationen mit. Es waren nicht einmal die Hälfte der im Raum vorhandenen Stationen besetzt, aber an diesen herrschte hektisches Treiben. Aus ihrem Bodenwinkel konnte sie nicht sehen, was auf den holografischen Projektionsflächen dargestellt wurde. Ähnlich wie bei bestimmten Plasmabildschirmen war auch hier eine Darstellung nur aus einem bestimmten Winkel vorgesehen.
    In der leisen Art einer Katze sprang sie über den Stuhl auf die Arbeitsstation, die ihr zurzeit als Deckung diente. Von dort aus konnte sie zumindest bei einigen Projektionen erkennen, was sie gerade darstellten.
    Während einige dabei verwirrende Wellenlinien und andere Werte anzeigten, konnte sie auf einem die Darstellung einer riesigen Halle sehen. Dort standen unzählige Zylinder, die mit einer Flüssigkeit gefüllt waren. Und innerhalb konnte sie die Körper von Schülern erkennen, die über Elektroden und ein merkwürdiges Kopfgeschirr mit dem oberen Deckel des Zylinders verbunden waren.
    Sie hatte die vermissten Schüler gefunden!
    Nur leider konnte sie nicht genau sagen, wo diese im Augenblick waren. Aber jetzt konnte sie sich besser auf die leisen Informationsaustausche konzentrieren, die an den besetzten Stationen stattfanden.


    „Diese Telepathen machen Schwierigkeiten!“ hörte sie aus einer Übermittlung heraus.
    „Wir haben das Mädchen erst einmal aus dem System getrennt“, kam es zurück. Milani zuckte aufgeregt mit dem Schwanz.
    „Die Matrix ist weiterhin stabil, aber wir haben auch weiterhin Widerstand. Die induzierten Erinnerungen werden bei vielen nicht akzeptiert, auch wenn wir sie aus bestehenden Erinnerungen erstellt haben.“
    „Halten sie die Dosierung vorerst auf diesem Level und geben sie ihnen Zeit sich an die Matrix zu gewöhnen. Wir haben fast sechs Tage für die Vorbereitungen gebraucht, da sollten wir es jetzt nicht überstürzen!“


    Milani verstand nun zumindest, was diese Leute hier versuchten zu realisieren. Hagen hatte ihr von den Experimenten erzählt, die sie an ihm durchgeführt hatten. Dies hier war offenbar eine Weiterentwicklung.
    Die Schüler befanden sich in den Zylindern mit der Flüssigkeit, die sie von der Außenwelt isolierten. Über diese Gerätschaften wurde ihnen eine künstliche Welt aufgezwungen, die für sie gerade wirklich erscheinen musste. Man wollte sie dabei manipulieren, damit sie bestimmte Änderungen an der Realität akzeptierten. So hofften die Auftraggeber anscheinend auf eine friedliche Anpassung, bevor sie die Schüler wieder aufweckten. Und dazu hatten sie die letzten Tage gebraucht, um alle heute ihren ersten Tag in der künstlichen Umgebung erleben zu lassen.

    Von Natsu:
    Soo, ich finde das unser Projekt im Moment keinen Sinn ergibt.
    Meine Idee mit Tipps von tsubaron, wenn die anderen RPG vorbei sind kann man hier nochmal neu ansetzen.
    Ich hoffe ihr versteht meinen Entschluss, denn dieses RPG ist nur noch ein Platzfüller im Forum =P

    Es fing gut an und ich hoffe wir werde eines Tages unsere Feenschwänze finden.

    Liebe Grüsse Natsu

    (An Soul, das RPG 'Fairy Tail New Age' ist somit offiziell beendet)


    Damit mache ich es zu!

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 11:22 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt
    Als Yuki so pünktlich losgezogen war, hatte Rika noch gar nicht festgestellt, wie viel sie bereits erschaffen hatte. Die Analyse war scheinbar der schwierigste Teil, wenn man das Erschaffen bereits beherrschte. Rika bezweifelte inzwischen, dass die Gabe jedem in dieser Welt zur Verfügung stand. nach ihren Vorführungen gestern hatte sie es bereits vermutet, aber jetzt schien es ihr ziemlich gewiss zu sein.
    Inzwischen hatte sie ihr Grundmaterial aufgebraucht und musste, wenn sie weitermachen wollte, neues beschaffen. Es war kurz nach Elf gewesen, als sie sich auf den Weg machte. Dabei entdeckte sie jemand anderen, der nur ein paar Räume entfernt in einem Chemielabor beschäftigt war.
    Der Junge war ziemlich erschrocken, als sie so plötzlich vor ihm stand. Und er schien sie auch zu kennen.
    "Was machst du hier?" fragte Rika rundheraus.
    "Ich... äh, Ich bin... Ich heiße Nemura Kouta", brachte er heraus. Rika entdeckte vor ihm einiges an Materialien auf dem Labortisch. Er hatte offenbar kurz vorher eine kleine Menge in einem Metallschälchen verbrannt und Rika bekam den Geruch in die Nase.
    "Mein Name ist Sumiyoshi Rika", stellte sie sich automatisch auch vor. "Hast du da Schießpulver gemacht?"
    Der Geruch war dem, den sie von einem Schießstand her kannte recht ähnlich.
    "Äh, nein. Es ist Kordit, was ich da verwendet habe. Du weißt, dieses Zeug, was sie in den Filmen so gern erwähnt haben", Kouta blickte sie an und war offenbar in seinem Element, als er zu der Erklärung ansetzte. "Es wird zwar schon länger nicht mehr verwendet, aber es ist eben weniger rauchstark als Schwarzpulver. Dabei entwickelt es aber gut sechsmal mehr Druck in einer Patrone."
    "Du meinst, dass man damit Patronen für eine Schusswaffe füllen könnte?" hakte Rika nach, die sich sofort wieder an die bislang recht nutzlose Beretta erinnerte.
    "Na ja, es ist besser als Schwarzpulver, aber eigentlich versuche ich Zellulosenitrat herzustellen!" erwiderte Kouta sofort.
    Rika griff in eine der Taschen von ihrer Weste, in der die Messinghüllen und die Kugeln waren, und legte sie auf den Labortisch.
    "Funktioniert es mit diesen Patronenhülsen?" wollte sie von ihm wissen.
    Der plötzlich gar nicht mehr so unsicher wirkende Junge griff nach einer Hülse und schaute sie sich genauer an.
    "Der Zündkanal ist drin, aber da braucht es auch noch das Anzündhütchen", meinte er dann mit einem langsamen Nicken. "Hast du dafür auch etwas, mit dem man sie Abfeuern kann?"

    Achtet bittet mehr auf Zeitangaben, wenn ihr mit neu erwachtem Elan losschreibt, Leute!
    Da läuft gerade ein Gespräch, dass ihr nicht einfach übertimen könnt!!!
    Natsu, gleich mal 4 Minuten weiter zu springen, ist absolut nicht drin. Das Gespräch dort ist wichtig wegen der Einstellung und den nächsten Missverständnissen. Also bitte auf der Bremse bleiben und auch beachten, was ich am 19.06.13 etwas weiter oben geschrieben habe.
    Solltet ihr da etwas längeres planen, dann sprecht es mit mir über PN ab.

    Rückblick:
    Milani Gabrielle D’Annunzio war seit Tagen wieder eine Katze. Als die Flieger am Abend des 11.05.2010 ihre Fracht über der Insel abgeworfen hatten, war sie gerade wieder in der Form gewesen. Als die Menschen anfingen umzufallen, hatte sie einen Sprung ins Gebüsch gemacht…
    Da sie die Katzenform mit dem weißen Ohr auch schon über lange Zeit verwendet hatte, war ihr Körper nicht in die menschliche Form zurückgekehrt, als sie gleich darauf das Bewusstsein verlor.
    Wie lange sie danach bewusstlos unter den Büschen gelegen hatte, wusste sie nicht.
    Als sie wieder zu Sinnen gekommen war, hatten fremde Männer die Insel bevölkert.
    Milani hatte vorsichtig das Gelände erkundet.
    Von den bewusstlosen Schülern hatte sie dabei nichts mehr gesehen. Aus einigen Gesprächsfetzen, die sie auf der Erkundung auffangen konnte, hatte sie erfahren, dass man sie irgendwohin gebracht hatte.


    Sie hatte die Insel abgesucht, was sie einen ganzen Tag gekostet hatte. Dabei waren die Strände vollkommen leer. Die ganzen fremden Leute waren mit Transportschiffen gekommen, die am Anleger der Insel vertäut waren.
    Als Katze wurde sie zwar manchmal von den Leuten gesehen, aber niemand machte sich deswegen scheinbar Gedanken.
    Nachdem man sie nicht verschifft hatte und sie auch nicht in den übrigen Bereichen zu finden waren, hatte sie sich an die fremden Leute gehalten, um aus ihren Gesprächen weitere Informationen zu erhalten. Dabei erfuhr sie von der speziellen Landungsgruppe, die mit Fallschirmen als erstes abgesprungen waren, um den Erfolg ihres Blitzangriffes zu kontrollieren.
    Diese waren noch immer hier und Milani konnte auch welche ausfindig machen.
    So gelang es ihr, die Ereignisse einigermaßen nachstellen zu können, die am Dienstagabend abgelaufen waren. Der Blitzangriff hatte alle Lebewesen auf der Insel mit einem hochwirksamen Schlafgas ausgeschaltet, so dass die Fallschirmtruppen unbehelligt landen konnten. Nachdem sie das Gelingen des Planes bestätigt hatten, waren die auf offener See bereitliegenden Schiffe zur Insel gekommen und hatten begonnen, die bewusstlosen Bewohner einzusammeln.
    Dabei hatte es in der Küche beim Personal Verletzte gewesen, die sich am Herd verletzt hatten, als sie von dem Mittel umgehauen wurden. Einer der Wachleute war bewusstlos ins Wasser gestürzt und ertrunken.


    Die Fremden hatten einen Plan, wie sie sich die Fähigkeiten der Mutanten zunutze machen wollten. Dazu hatten alle Schüler an einen besonderen Ort gebracht werden müssen. Jetzt wurde es langsam interessant für Milani.
    Die Fremden waren alle Angehörige von Einheiten, die eigentlich zu dem Geheimdienstverbund gehörten, der auch die Akademie mit finanzierte. Dort hatten einige Gruppen wohl nach den letzten Übergriffen kalte Füße bekommen und wollten sich jetzt ihre „Aktiva“ sichern. Leider wussten auch diese Einsatzagenten nicht, was nun weiter mit den Schülern passieren sollte.
    Milani musste also einen neuen Ansatzpunkt suchen, um mehr über das Schicksal der Schüler zu erfahren. Aber dazu musste sie versuchen, auch jemanden zu finden, der dazu entsprechende Informationen hatte.
    Da auch die Geheimdiensttruppen sich im Speisesaal versorgten hatte Milani wenigstens einen Ansatzpunkt, um nach diesen Leuten suchen zu können. Dabei kam es ihr gelegen, dass es auch einige Katzenliebhaber unter den Besatzern gab, die sie schnell adoptierten.


    Hagen hatte sie niemals offiziell irgendwo gemeldet, so dass keine Unterlagen existierten, dass sie ebenfalls PSI-Kräfte besaß. Da er selber ein paar Nachforschungen angestellt hatte, wusste sie nun auch, dass ihre Fähigkeit einen dimensionalen Effekt hatte, so dass sie bei Wandelformen die kleiner waren Körpermaterie in eine Art Taschendimension, das ihr Gehirn anzapfen oder sogar erst erschaffen hatte, auslagern konnte. Deshalb wog sie jetzt auch nur so viel, wie eine Katze es auch tat. Sie ließ sich also streicheln und natürlich füttern, um bei Kräften zu bleiben.
    Nach fünf Tagen hatte sie noch immer keinen Hinweis bekommen, wohin man all die Schüler gebracht hatte. An diesem Montag wurden die Leute dann unruhiger und es wurden Bemerkungen zu einem Start einer Anpassungsphase gemacht. Milani hatte sich an diesen Aspekt geheftet und war so zwei Frauen gefolgt, die zu dem Thema noch etwas mehr zu sagen hatten.
    „Die ganzen Vorbereitungen waren der schiere Horror. Bei den ganzen Personen die Tanks vorzubereiten, ich sag es dir!“
    „Die Verkabelung war auch kein Pappenstiel, da wir andauernd individuelle Anpassungen vornehmen mussten!“
    Die beiden Frauen unterhielten sich weiter über Arbeiten, die eindeutig mit den vermissten Schülern zu tun hatten. Dabei waren sie aus dem Verwaltungsgebäude gegangen und über den Vorplatz gelaufen. Milani wusste nicht, was die Leute weiter vorhatten und fühlte sich auf dem großen Platz nicht wirklich wohl. Noch irritierender fand sie es, als die Frauen plötzlich kleiner zu werden schienen. Es dauerte einen Moment, bis sie begriff, dass diese eine Rampe hinunter liefen. Doch eigentlich war hier doch gar keine Rampe…

    Tag 36 - 13:32 Uhr – Verwaltungsgebäude - Speisesaal

    Fumiko kaute schweigend einen Bissen, während sie Ryu zuhörte. Auf der anderen Seite hörte auch Kazumi den Ausführungen zu.
    Allerdings beschäftige Fumiko noch etwas anderes.
    Schon seit dem Aufwachen hatte sie ein merkwürdiges Gefühl, dass sie sich nicht erklären konnte. Und jedes Mal, wenn sie sich damit befassen wollte, traten Kopfschmerzen bei ihr auf. Sie hatte sich noch nie in ihrem eigenen Denken beschränkt gefühlt, bis sie heute Morgen erwacht war.
    Die ganzen Soldaten in taktischer Panzerung wollten auch irgendwie nicht in das Bild passen, das sie in ihrer Erinnerung hatte. Aber etwas legte sich wie ein Schleier über diese Eindrücke.
    Dazu kam noch eine ungewöhnliche Störung ihrer Telepathie.
    Die Schmerzen, die jedes Mal kamen, wenn sie sich mit diesen Dingen befasste, folgten eindeutig einem Muster. Weder Ryu noch Kazumi schienen aber damit Probleme zu haben.
    Fumiko hatte sich in ihrem Bewusstsein durch jahrelanges Training eine Art Kammer geschaffen, in der sie von äußeren Einflüssen abgetrennt war. Während ihr Körper ganz automatisch weiter die Nahrung zu sich nahm, zog sie sich dorthin zurück.

    Es war, als würde sie aus einem Bereich mit starken Winden, gegen die sie anlaufen musste, plötzlich in einen windstillen Bereich gelangen!
    Da sie selber auch die Gabe der Suggestition besaß, wusste sie auch gleich, was da um sie herum passierte. Jemand beeinflusste auf eine narkomechanische Art und Weise die Gedankenwelt der Schüler auf der Insel. Diese ganzen Soldaten gehörten überhaupt nicht hierher!
    Die Drogen verschleierten für den Geist die Beeinflussung, die kontinuierlich auf jeden Einzelnen einwirkte. Man wollte ihnen eine verzerrte Welt aufzwingen, in der die Soldaten und auch die fremden Gesichter am Lehrertisch als völlig normal einsinken sollten.
    Dieser Direktor Grady war auch ein Fremder, denn eigentlich hieß die Direktorin Amasowa. Leider konnte Fumiko dieses Wissen nicht nach außen kommunizieren, denn die beständige Beeinflussung ließ es nicht zu.
    Seltsamerweise konnte sie sich nicht an die letzten sechs Tage erinnern. Das letzte, was ihr noch bewusst war, schien ein kampfbereiter Ryu zu sein. Da war es Abend gewesen…
    Als Ryu sie direkt ansprach, musste Fumiko wieder in ihr Bewusstsein zurück und verspürte augenblicklich einen starken Kopfschmerz, der gleich darauf von einer wattigen Wolke bedeckt wurde, die sie ohnmächtig werden ließ.

    Hagen schaute gerade in dem Augenblick an den anderen Tisch, als das Mädchen mit den langen weißen Haaren plötzlich flackerte, so als würde einem Hologramm die Energie ausgehen. Im nächsten Augenblick war sie verschwunden. Im beeinflussten Teil seines Bewusstseins war das vollkommen normal und auch die Schülerinnen und Schüler am Tisch machten sich deshalb keine Gedanken, sondern unterhielten sich ganz normal weiter.
    „Das ist nicht echt!“ stellte er für sich fest.

    Tag 36 - 13:30 Uhr – Verwaltungsgebäude - Speisesaal

    Obwohl der Anblick der Schülerinnen und Schüler ziemlich normal wirkte, waren doch immer wieder ein paar abwesende Gesichter darunter. Die Tische waren alle gut besetzt, ohne dass sich dabei bestimmte Gruppen gebildet hatten.
    Der Schuldirektor legte großen Wert darauf, dass alle Schüler an diesem Ort ganz korrekt miteinander umgingen. Dazu gehörte für ihn auch, dass man sich dorthin setzte, wo gerade ein Platz frei war. Anders als beim Frühstück kamen jetzt aber die Schüler gemeinsam zum Essen.
    Den teilweise abwesend wirkenden Gesichtern sah man die Gedanken nicht an, die dahinter abliefen.
    Wie schon zuvor wunderten sich die Meisten über einige Dinge, die nur scheinbar ins Bild passten.

    Hagen hatte das unbestimmte Gefühl, sich zwischen all den anderen Schülern nicht wirklich wohl zu fühlen. Dabei sollte er das doch schon seit über einem Monat so erleben. Da hätte sich doch eigentlich eine Gewöhnung einstellen müssen. Aber die ganze Umgebung wirkte auf ihn mehr wie eine Bildüberlappung. Natürlich stellten sich sofort wieder die Kopfschmerzen ein, als er in diese Richtung weiter dachte.
    Trotz der stärker werdenden Kopfschmerzen konnte er diesmal einen mentalen Sperrblock errichten, nachdem er am Morgen schon gewisse Vorbereitungen eingeleitet hatte.

    Etwa ein Jahr früher…
    Man hatte ihn nach dem letzten Auftrag wieder einem Forschungsprojekt innerhalb der Behörde zugewiesen. Die ganzen Weißkittel waren mit einer ganzen Batterie von medizinischen Geräten aufgetaucht und hatten ihn verkabelt. Natürlich hatten sie dabei nicht vergessen seine Mithilfe durch die Bombe am Spinalkanal sicher zu stellen.
    Da Drogen sich nachteilig auf seine Fähigkeiten auswirkten, versuchten sie etwas Neues. Ihre ersten Versuche hatten gar nichts gebracht, aber sie hatten ihm Kopfschmerzen beschert. Aber je mehr die Wissenschaftler ihre Einstellungen verfeinerten, begannen sich Auswirkungen zu zeigen. In seinem Kopf erschienen Bilder.
    Hagen erkannte, dass sie an seiner Wahrnehmung herumexperimentierten. Dabei wendeten sie ein Schmerz und Belohnungsverfahren an, um ihn zugänglicher zu machen. Allerdings zeigte es ihm auch, dass sie die Natur der PSI-Kräfte noch immer nicht richtig erfasst hatten. Mittels seiner Suggestion verschloss er sein Selbst vor dem Experiment und konnte diesem nun wie ein Zuschauer folgen.
    Da er keinen richtigen Widerstand leistete, begannen die Wissenschaftler mutiger zu werden.
    „Wenn wir die Wahrnehmung des Testsubjekts so weit beeinflussen, dann lassen sich die Erinnerungen verändern. Damit könnte man dann auch die Grundeinstellung des Individuums verändern und im Sinne der Organisation verändern!“ sagte einer der Weißkittel ein paar Tage später. Scheinbar waren ein paar hohe Herren zu Besuch, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.
    „Sie sollten bei diesen PSI-Freaks lieber vorsichtig bleiben, Doktor. Dieser dort würde ohne den Sprengsatz an seinem Rückenmark liebend gerne seine Vorgesetzten in grunzende Tiere verwandeln!“ antwortete eine Stimme, die Hagen schon vorher einmal gehört hatte.
    „Sie würden bestimmt lieber eine dauerhafte Lösung anstreben, oder?“ fragte jemand anderes.
    „Das steht nicht zur Debatte, da wir diese PSI-Freaks brauchen, wenn wir der Bedrohung erfolgreich gegenüber treten wollen.“ Das war wieder die bekannte Stimme.
    „Das haben sie gut erkannt! Mit normalen militärischen Mitteln hätten wir keine Chance gegen die Bedrohung. Da der Gegner die Menschen beeinflussen kann, müssen wir entsprechende Gegenmaßnahmen treffen!“ meldete sich noch jemand zu Wort. Hagen war durch die Anlagen in seiner Position fixiert, so dass er nicht nachsehen konnte, wer diese Leute waren.
    „Nach der letzten großen Auseinandersetzung wissen wir, dass selbst einzelne PSI-Freaks keine Chance haben. Wir brauchen die Verbindung zu den Pentagrammen! Leider sind die Meisten dieser PSI-Freaks ziemlich Individualisten.“
    „Und der Gegner weiß, dass wir sie haben und genau zu diesem Zweck trainieren wollen! Deshalb hat er ja die amerikanische Anlage in Alaska weggeblasen!“
    „Und eben deswegen versuchen wir, die Zusammenarbeit dieser Individuen etwas zu beschleunigen“, wandte der Doktor ein. „Deshalb haben wir ja ein Testsubjekt wie diesen Burschen dort ausgewählt, der ein ausgeprägter Individualist ist!“
    „Ookami ist einer der begabtesten Telepathen, die bislang vom System aufgespürt wurden“, meldete sich wieder die bekannte Stimme. „Leider ist er ein Egoist und gewissen Notwendigkeiten gegenüber gar nicht aufgeschlossen. Er könnte dem System so viel besser dienen, wenn er auch daran glauben würde!“
    „Wenn wir dieses Experiment erfolgreich abschließen, wird genau das der Fall sein!“ Wieder der Doktor. Und damit hatte Hagen endlich den Zweck des Experiments erfahren. Die Maschinen, an die er angeschlossen war, beeinflussten seine telepathischen Kräfte, so dass er Schmerzen erlitt, wenn er sie einsetzen wollte. Und die Schmerzen konnten dann wieder von anderen Sensoren erfasst werden und warnten die Leute. Aber gegen normales Zuhören halfen die Sensoren nicht, da sie davon ausgingen, dass sein Bewusstsein ruhte.

    Aus dieser Erfahrung heraus hatte Hagen seine Maßnahmen abgeleitet und auch diesmal seine weniger bekannte Suggestitionskraft angewendet, um einen Teil seines Geistes abzukoppeln. Auf diese Weise konnte er seine Überlegungen vor der Überwachung verstecken, die offenbar sein Denken beeinflusste.