Beiträge von Soulshadow

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:14 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria


    Inugami-san hatte sich scheinbar gut gehalten, auch wenn er seine Schmerzen etwas herunter spielte. Takeshi wandte sich daraufhin wieder Leopold-san zu, der noch immer vorgebeugt dastand.
    "Da deine Handlung eine vollkommene Überreaktion gegenüber einem anderen Schüler darstellt, wirst du mich zum Schülerratsbüro begleiten. Damit du dir über die Reichweite deiner Handlung klar werden kannst, wirst du in den nächsten Tagen entsprechend Zeit bekommen. Deine Bewegungsfreiheit wird vorerst auf die direkte Verbindung zwischen Wohnheim, Cafeteria und Schule beschränkt!" sprach er dann mit leicht angehobener Stimme, damit die anderen Schüler ihn auch verstehen konnten.


    [Rika Sumiyoshi]
    Yukiko hatte sie bemerkt und sich kurz umgeschaut. Bei ihrem dankbaren Blick wusste Rika, dass sie richtig gehandelt hatte.
    "Was wird jetzt von mir erwartet?" flüsterte Yuki ihr zu.
    "Nichts in diesem Moment. Die Angelegenheit läuft derzeit nur unter den Jungs, so dass alles andere außen vor bleibt."
    Ihre Antwort war gerade so laut, dass Yukiko sie verstehen konnte, aber niemand sonst.
    Rika wunderte sich nur, dass wieder kein Lehrer aufgetaucht war. Sie hatten in dieser Welt offenbar keine Funktion außerhalb des Schulgebäudes. Demnach lag wohl alle Verantwortung für die Einhaltung der Schulregeln bei dem Schülerratspräsidenten.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:14 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria

    Nach dem Ausbruch von Gewalt hatte sich Leopold-san scheinbar wieder im Griff. Takeshi sah die Tränen, die dem Schüler herunter liefen, während er sich tief verbeugt hatte.
    "Es tut mir aufrichtig Leid, Okamura-sama! Ich werde jede Strafe annehmen, die Sie als angebracht betrachten!"
    Takeshi blickte zu Sakamato-san, die von der gesamten Situation etwas überfordert zu sein schien. Wahrscheinlich überschlugen sich ihre Gedanken. Dann ließ er den Blick weiter wandern und schaute nach Inugami-san, der immer noch auf dem Tisch saß.
    Seine Hand strich noch immer über den Nacken, weil er wohl noch Schmerzen hatte. Außerdem schien noch etwas anderes nicht zu stimmen.
    "Alles soweit in Ordnung, Inugami-san?" fragte er den Schüler.


    [Rika Sumiyoshi]
    Die anderen Schüler starrten noch immer auf das Geschehen, um das sie inzwischen einen geschlossenen Kreis gebildet hatten. Rika trat langsam vor und blieb zwei Schritte hinter Yukiko stehen, damit diese ihre Anwesenheit spüren konnte.


    [Hayato Akuma]
    Als Hayato die Stimme von Leopold-san hörte, wusste er sofort, dass die Situation mehr als angespannt war. Der Junge bemühte sich zwar, sein Verhalten an die hiesige Gesellschaft anzupassen, aber etwas in ihm brachte immer wieder Abweichungen zustande.
    Hayato ließ sein Geschirr rasch auf dem Laufband zurück und ging nun ebenfalls auf die Menschentraube zu. Als er dann die Stimme des grünäugigen Teufels hörte, beschleunigte er seine Schritte noch. Aber die Gaffer hatten sich inzwischen dicht gedrängt, so dass er nicht so schnell voran kam, wie er gerne wollte.
    Möglicherweise könnte er den Kaishaku vor allen Anwesenden bloß stellen...

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:13 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria


    Rika glaubte ihren Augen nicht zutrauen, als sie den Auftritt von Leopold-san sah! Der Typ kam hier tatsächlich wie ein selbsternannter Rachengel herein gestürmt und griff dann auch noch völlig unprovoziert einen anderen Schüler an.
    Noch schlimmer fand sie seine Verwandlung danach, als er wieder wie ein Dackel vor der Herrin herumhüpfte und scheinbar auch noch auf Lob wartete.
    Sicher, jeder von ihnen hatte in seinem Leben vor diesem einiges durchgemacht, aber Leopold-san schien dabei ein sehr wechselhaftes Gemüt bekommen zu haben. Und diesmal hatte Yukiko den Wandel seines Gemütszustandes von "kochend vor Wut" zu "Freundlich, devot" selbst miterlebt.
    Diese Veränderung bei dem Jungen gab Rika von vorne herein ein ungutes Gefühl. Er war bestimmt kein Norman Bates, aber trotzdem verhinderte dieser rasche Gemütswechsel, dass man sich in seiner Nähe entspannen konnte.
    Das er dann auch noch einen Kniestoß als Angriff geführt hatte, der seinem Gegenüber leicht auch schlimmste Verletzungen hätte zufügen können, war ein weiterer Grund Leopold-san mit Vorsicht zu nehmen... Hätte er einen Faustschlag in seiner Wut ausgeführt, so hätte es eher zu jemendem gepasst, der außer sich war. Aber er hatte stattdessen einen möglicherweise tödlichen Angriff gewählt. Womöglich hatte jemand ihn in Kampfsport ausgebildet, ohne dabei den sprunghaft wechselnden Gemütszustand zu kennen.


    Yukiko hatte ihr erzählt, dass Leopold-san wegen einen starken Sonnenbrandes zusammengebrochen war. Wenn er also noch nicht wirklich sicher auf den Beinen war, erschien es noch verwerflicher, wenn man ohne Grund einen potentiell tödlichen Angriff führte.
    Interessanterweise erwies sich Inugami-san als bedeutend gefestigtere Person. Seine Mutmaßungen lagen so genau im Zielgebiet, wie Rika an den leichten Verfärbungen bei Yukiko sehen konnte, dass er eine bedeutend bessere Auffassungsgabe bewies.
    Rika hielt sich selbst am inneren Rand der Menge, um gegebenenfalls Hilfe geben zu können. Yukiko hatte begonnen, sich zu verändern. Da wollte Rika nicht beeinflussend eingreifen, aber auf Wunsch zur Stelle sein.


    [Takeshi Okamura]
    Als der laute Schüler plötzlich, ohne von seinem Gegenüber mit mehr als Worten bedacht worden zu sein, einen Kniestoß gegen das Kinn führte, stand Takeshi nun doch auf. Diese Art der Gewaltausübung hatte nichts in der Cafeteria zu suchen! Ohne dass er die anderen Schüler auf sich aufmerksam machen musste, wichen diese vor ihm zur Seite und öffneten eine Gasse zum Ort des Geschehens.
    Einige Stimmen hinter ihm murmelten "Der Schülerratspräsident!"
    Takeshi sah den fremden Jungen vor Sakamato-san stehen, während der andere auf einem Tisch saß und sich den zweifellos schmerzenden Nacken rieb. Takeshi bekam die Schulakten-Daten zu dem Schüler, so als würde er gerade in den Ausdruck schauen. Kenichi Inugami... Kampfsport-Club. Offenbar hatte er die Art des Angriffs identifiziert und etwas entgegen halten können. Er war aber unübersehbar am Kinn getroffen worden, wo sich eine Rötung ausbreitete. Durch den Kniestoß war auch die Nackenmuskulatur betroffen worden.
    Der unbekannte Schüler war jetzt voll in seinem Sichtfeld.
    "Leopold-san. Ich bin Okamura Takeshi, der Präsident des Schülerrates. Du hast da eben einen unprovozierten Angriff auf einen anderen Schüler ausgeführt. Und das innerhalb der zu den Sozialräumen gehörenden Cafeteria. Das ist ein klarer Verstoß gegen die Schulagenda, von den hiesigen Schulregeln einmal abgesehen!" sprach er den Schüler an, dessen Name ihm jetzt zur Verfügung stand.
    Normalerweise hätte jetzt ein Lehrer die Verantwortung über das weitere Vorgehen übernommen, doch in dieser Welt waren die Lehrer nicht dafür vorgesehen. Diesen eklatanten Gewaltausbruch in aller Öffentlichkeit musste Takeshi ganz alleine bewältigen!

    "Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters" lautet ein Sinnspruch, der zu diesem Thema ein gute Aussage macht.
    Der Wunsch, dass die Wahrheit absolut ist, macht den Kernpunkt von so mancher Streitigkeit aus. MEINE Wahrheit, DEINE Wahrheit... Beide Personen sind von der Richtigkeit ihrer wahrgenommenen Grundfeste überzeugt.
    Ich sehe es so, das DIE Wahrheit so gut wie überhaupt nicht existiert, denn bei vielen blutigen Kämpfen sind beide Seiten davon überzeugt, dass ihre Sicht der Ereignisse die Wahrheit darstellt. Natürlich gibt es ein paar Ausnahmen, in der sich eine tatsächlich bewiesene Ablaufkette für alle nachvollziehbar darstellt, demnach könnte das dann eine Wahrheit sein. Das Leben ist endlich! Dieser Aussage kann man grundsätzlich nichts absprechen. Aber trotzdem ist das, was nach dem Leben stattfindet, niemals stichhaltig belegt worden.
    Im Endeffekt schaffen wir uns, so ist meine Meinung, durch unser eigenes Erleben, unsere Erfahrungen und ausgewählten nachweisbaren Gesetzmäßigkeiten eine Wahrheit, die Bestand hat. Natsu hat es ähnlich ausgedrückt, daher könnten wir dasselbe meinen... oder ist das eine andere Wahrheit? ^^

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:13 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria

    Dieser Inugami war wirklich sehr von sich überzeugt, fand Rika. Diese Art sich aufzudrängen hatten oft Leute von höherer Herkunft, die sich die gesellschaftlichen Regeln zunutze machten. Man hatte ja gefälligst die Wünsche der höher gestellten zu respektieren… Was für ein Bullshit!
    Als Yukiko dann auch noch unabsichtlich die Tauschaktion für Essensmarken erwähnte, machte Rika ihr hinter Inugami-sans Rücken eine abwehrende Handbewegung. Dieses Thema sollten sie nun wirklich nicht gegenüber normalen Schülern ansprechen. Besonders nicht vor jemandem wie diesem Inugami, der so eine Information bestimmt für seinen Vorteil würde ausnützen wollen.
    Da Yukiko noch von Inugami-san abgelenkt wurde, verpasste sie wohl die ersten Worte, die ziemlich laut in der Cafeteria erklangen. Rika erkannte die Stimme sofort und hätte sich am liebsten mit der flachen Hand vor die Stirn geklatscht.
    Hatte Leo-san denn immer noch nicht begriffen? War er dermaßen selbstfixiert, dass er wieder in seine westliche Verhaltensweise zurückfiel?
    Jetzt hatten sie nicht nur Inugami-san, sondern auch noch einen verliebten Schreihals im Raum, der mit Sicherheit einen Kampf provozieren würde. Und schon seine nächsten, diesmal unüberhörbar geschrienen Worte gaben ihr Recht.
    "KEN-CHAN, DU ELENDER FEIGLING, ZEIG DICH!"

    [Takeshi Okamura]
    Nachdem er den Körper des Schülers an Ort und Stelle gelassen hatte, war Takeshi zum Schulgebäude zurückgekehrt. Während er in Gedanken weiter überlegte, wie er zukünftig alle Personen in dieser Welt vor weiteren unbeabsichtigten Toden beschützen konnte, sorgte er für die Essensmarken.
    Im Unterricht fiel es ihm schwer, dem Stoff zu folgen, da er die Situation auf der kleinen Lichtung immer noch vor Augen hatte. Deshalb war er froh, als der Unterricht endlich zu Ende war. Nachdem er sich kurz davon überzeugt hatte, dass keine Anfragen an den Schülerrat vorlagen, war er ganz auf die Klippe über dem Fluss hochgestiegen. Dort hatte er, diesmal völlig ungestört, erneut die Lichtklinge ausprobiert.
    Gegen 17 Uhr machte er sich auf den Rückweg, da inzwischen auch viele der Klubaktivitäten ihr Ende gefunden hatten. Als er an der Cafeteria eintraf fiel ihm sofort eine gewisse Unruhe unter den anwesenden Schülern auf. Es wurde über einen Schüler aus einer der Kampfsportgruppen getuschelt, der offenbar einen Kampf gegen ein Mädchen verloren hatte.
    Das gehörte erst einmal noch nicht zu seinem Aufgabenbereich, deshalb schon er sich an den tuschelnden Schülern vorbei, um an die Automaten zu gelangen.
    Hinter ihm entstand erneut Unruhe und Takeshi vernahm:
    Wo ist dieser Bastard Ken? Niemand behandelt Sakamato-san so schmutzig!“
    Da ihm der Schüler mit den eher europäischen Gesichtszügen so noch nicht bekannt war, wandte er sich diesem zu. Offenbar hatte er sich einen schlimmen Sonnenbrand geholt, denn die Verbrennungen waren deutlich zu sehen. Derzeit schien der aufgeregte Schüler sie aber gar nicht wahrzunehmen. Stattdessen brüllte er eine Herausforderung.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:12 Uhr - Gelände der Schule - Eingangsbereich der Cafeteria


    "Zuerst ein Püppchen, das mich herausfordert und dann eine Mechanikerin, die mich bedroht? Was kommt als nächstes? Eine Mannweib Furie, die jegliches Leben hasst und deswegen alle umbringen will?"
    Das Bürschlein hielt sich wohl für den absoluten Obermacher. Das er bei ihr gleich auf eine Mechanikerin geschlossen hatte, konnte an den Handschuhen liegen. Aber dass er auch noch diese Ibuki Nukui umschrieb war schon etwas seltsam. Seinem Grinsen nach fand er das auch amüsant.
    Als er Yukiko dann auch noch eine seiner Essensmarken in die Hand drückte und sein "Ich lade dich ein. Sieh es als Siegerprämie" dazu abließ, hätte sie ihm am Liebsten da weh getan, wo er es auch richtig gespürt hätte.
    Yukiko wirkte dem Angebot gar nicht so abgeneigt, als sie ihre Frage an Rika stellte:
    "Ist das für dich in Ordnung, Senpai?"
    Wenn Rika ehrlich zu sich selbst war, dann hätte sie sich lieber mit Katzenminze getränkt in ein Tierheim für Katzen begeben. Dieser Typ war augenscheinlich einer dieser kampfbesessenen Sportler, der inzwischen keine angemessenen Gegner mehr fand und deshalb alle anderen Schüler von oben herab betrachtete.
    "Falls Inugami-Kouhai seine Wünsche etwas besser im Zaum halten kann. Seinen dritten Wunsch könnte man ihm schließlich auch erfüllen", antwortete sie ruhig. Die kleine Spitze auf das Zweitsemester hatte sie sich einfach nicht verkneifen können, denn seine Stufe war an der Uniform klar erkennbar.
    Auch wenn sie nicht unbedingt begeistert war, so bemerkte sie den Wunsch bei Yukiko. Und so lange er nur den Begleiter spielte...

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:12 Uhr - Gelände der Schule - Eingangsbereich der Cafeteria

    Rika beeilte sich, da sie doch etwas spät dran war. Bei den Arbeiten im Labor hatten sie in den letzten zwei Stunden richtige Fortschritte gemacht. Die ersten Früchte dieser neuen Möglichkeiten hatte sie bereits in die Taschen ihrer Weste gesteckt, um wegen der Essensmarken was zum Tauschen zu haben.
    Kouta hatte noch immer nicht genug von seiner Treibmittelforschung und war im Labor geblieben.
    Im Eingangsbereich herrschte ein kleines Durcheinander, als sie dort eintraf. Hier schien gerade etwas durch die Menge gedrängelt und dieses Chaos verursacht zu haben. Da die Schülerinnen und Schüler sich aber bereits wieder zu zerstreuen begannen, musste das auslösende Ereignis bereits beendet sein.
    "Inugami-senpai!", hörte Rika plötzlich eine bekannte Stimme aufbegehren
    "Außer du gewährst mir eine Revanche und treibst es mir aus." war eine fremde Stimme in der gleichen Lautstärke zu hören.
    "Das ist unfair!" rief Yukiko wieder.
    "Du bist es selbst Schuld." bei diesen Worten war sie hinter dem Schüler angekommen. Wilde, schwarze Haare, die auf einem ungefähr 4cm größeren Körper thronten. Ein Arm versperrte Yukiko den Weg und die Haltung drückte Überlegenheit aus.
    Da Rika keine Schuluniform trug, konnte sie nicht mit dem Jahrgang kommen. Aber sie hatte nicht umsonst ein Leben außerhalb von Cliquen geführt.
    "Du wirst selbst Schuld an allem weiteren sein, was noch passieren kann!" sagte sie mit einer etwas dunkleren Stimme, die keinen Hauch von Unsicherheit enthielt. Sie schob sich dabei auf die Seite, an der sein Arm den Weg versperrte und legte ihre linke Hand auf diesen.


    [Hayato Akuma]
    Da er so nicht rumlaufen konnte, hatte Hayato doch noch einmal sein Zimmer aufgesucht und sich eine frische Uniform angezogen. Dann war er in Richtung der Cafeteria aufgebrochen, um dort von den verbliebenen Essensmarken etwas zu essen. Da er mit den anderen reden wollte, war dort wahrscheinlich der beste Platz, um sie abzupassen. Tatsächlich hatte er niemanden von den anderen gesehen.
    Es war bereits kurz vor 17 Uhr gewesen, als er dort eintraf. Wie schon am Tag vorher herrschte in der Cafeteria ein dauerndes Kommen und Gehen. Er besorgte sich ein Tablett und wählte seine Mahlzeit aus.
    An der Geschwindigkeit, mit der er alles verputzt hatte, merkte Hayato erst wie hungrig er gewesen war. Er blieb mit seinem leeren Tablett am Tisch sitzen und beobachtete seine Umgebung.
    Als im Eingangsbereich eine gewisse Unruhe entstand und laute Stimmen nur undeutlich ins Innere drangen, wollte er erst aufstehen. Aber was auch immer die armen Gefangenen dieser Welt da veranstalteten, es war für seine Mission nicht von Bedeutung.
    Wenn er erst einmal Gott gestellt hatte, dann würden alle Anwesenden befreit werden.


    Etwas unterhalb der Cafeteria auf der Oberen Brücke sank eine leuchtende Kugel herab und verwandelte sich beim Aufsetzen in ein Mädchen mit blonden Haaren. Weiter unten beim Schulgebäude sank eine zweite Leuchtkugel herab und nahm vor dem Schulgebäude A an der großen Treppe die Gestalt eines Jungen an. Beide sanken wie Marionetten ohne Schnüre zusammen, als sie vollständig in der Welt materialisiert waren.

    Der Zeitpunkt für den Einstieg der neuen Charaktere steht nun beinahe bevor. Wir haben noch einen Post, bevor wir auf eine Uhrzeit von 17:10 Uhr springen.
    Zu dem Zeitpunkt werden dann die beiden neu angemeldeten Chars an zwei verschiedenen Punkten auftauchen.
    Der Unterricht ist zu ende und es finden noch Clubaktivitäten statt.
    In der Cafeteria sind immer wieder Gruppen von Schülern, die sich dort was zu Essen besorgen.
    Gleichzeitig sind auch einzelne Personen überall auf dem Gelände unterwegs...

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 15:05 Uhr - Gelände der Schule - Altes Schulgebäude (16) - Labortrakt


    Yukiko war gerade einmal ein paar Minuten weg, als Kouta wieder auftauchte.
    Rika hatte sich etwas in der Art bereits gedacht, als er so kommentarlos verschwunden war.
    "Könntest du mir mit dieser Wimperntusche behilflich sein?" fragte sie, ohne von der Lupe aufzublicken, durch die sie gerade ihr letztes Produkt begutachtete.
    "Deine Bekannten sind mir etwas zu merkwürdig", meinte er, während er zu dem Labortisch ging.
    "Jeder hier hat wohl so seine eigenen Päckchen zu tragen", erwiderte sie, ohne ihrer Stimme einen anderen Klang zu verleihen. Wahrscheinlich hatte er die anderen uns sie bereits gestern beobachtet.
    "Das Mädchen gerade... ich glaube sie hat mich gestern beklaut!" druckste Kouta herum. "Sie hat deswegen jetzt ja auch ne Strafe bekommen, also sollte das soweit erledigt sein. Aber die eine mit den Braun-schwarzen Haaren ist ne ganz andere Nummer..."
    "Yukiko ist in Ordnung. Das war nur wegen dieser Essensmarken!" warf Rika ein.
    "Schon klar! Aber heute haben wir doch auch keine Marken bekommen..."
    "Dafür arbeiten wir hier ja an diesen Utensilien. Gestern hatten wir Haarspangen zum Tauschen, heute wird es Make Up. Da es damit wohl nicht so schnell geht, werden wir die Tauschaktion wohl direkt in der Cafeteria machen müssen", erklärte Rika ruhig.
    "Ah! Dann arbeiten wir hier also für das Essen? Das ist in Ordnung!" Kouta schien der Sache damit gleich viel mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
    Seine größeren Kenntnisse in der Chemie und Stoffkunde halfen der Sache auch schnell auf die Sprünge. Neben der Wimperntusche würden sie wohl auch ein ziemlich gutes Schminksortiment zusammen bekommen...


    [Hayato Akuma]
    Obwohl er schon etwas länger wieder am Leben war, hatte Hayato die kleine Lichtung noch nicht verlassen.
    Als er aus dem Unterholz gestürmt war, hatte dieser Kaishaku ihn einfach mit dem Schwert niedergestreckt. Dem Zustand seiner Kleidung nach zu urteilen, war er von der Brustmitte bis zur Schulter zerteilt worden...
    Jetzt war von dieser Wunde nichts mehr an seinem Körper zu erkennen, aber die Kleidung war ein deutlicher Beweis.
    Leider hatte er nicht sehen können, wie lange er "tot" gewesen war, bevor er erneut durch diese Welt schreiten musste.
    Diese Art von perversem Spiel passte ziemlich genau zu den Vorstellungen dieses Gottes. Er ergötzte sich wohl an den Leiden der Personen, die in seiner Welt gefangen waren.
    Das es eine Art Strafe war, wurde schon alleine dadurch bewiesen, dass er noch immer den Schmerz fühlen konnte. Dieser war in seinem Geist noch immer vorhanden, obwohl er ja wieder lebte. Die Uhr hatte dann zwei Uhr geschlagen.
    Demnach waren es inzwischen wohl zwei Stunden, bevor man wieder erwachte.
    "Ich werde mich von dieser Welt nicht kleinkriegen lassen!" zischte er und streckte sie an Ort und Stelle aus.
    Gott bestrafte sie mit immer währender Schule. Außerdem ließ er nicht zu, dass sich jemand entkörperte, um dieser Welt zu entgehen. Also blieb ihm nur eine Möglichkeit... Er musste Gott selbst stellen!
    Als die Uhr plötzlich drei Uhr schlug, stellte Hayato fest, dass er im Sonnenschein einfach eingeschlafen war. Aber seine letzten gedanken waren immer noch klar vorhanden. Wenn sie Gott selbst stellten, dann würden sie vielleicht auch aus dieser Welt herauskommen.
    Einen seiner Handlanger hatte er ja identifizieren können...
    Nun musste er nur noch die anderen davon überzeugen können, dass sie sich gegen diese Welt auflehnen mussten.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 12:26 Uhr - Gelände der Schule - Altes Schulgebäude (16) - Labortrakt


    "Dann lass uns loslegen!" schlug Rika vor.
    Warum Yukiko allerdings um 15 Uhr, nach dem Ende des Unterrichts, noch einmal in das Schulgebäude wollte, konnte sie nicht direkt nachvollziehen. Hatte ihre Strafe auch etwas mit den Klubaktivitäten zu tun? Oder war heute eine Form von Nachmittagsunterricht angesetzt worden?
    Sie zog einen der hohen Laborhocker heran und setzte sich wieder an den Labortisch, um mit weiteren Untersuchungen fortzufahren.
    Eigentlich hätte sie jetzt gut die Hilfe von Kouta brauchen können, der bei den chemischen Dingen viel mehr Wissen hatte. Sie war immer eher an der Mechanik interessiert gewesen.
    Die kleinen Behälter mit den bürstenähnlichen Auftragehilfen waren daher kein großes Problem, aber die Zusammensetzung der Wimperntusche war etwas anderes. Wenn das Zeug zu sehr verklumpte, dann sah es grauenvoll aus!
    Während anderswo der Lehrstoff wieder aufgenommen worden war, wurde im Labor ein ganz anderer Prozess betrieben. Um etwas in dieser Welt erschaffen zu können, musste man den Aufbau dessen sehr genau kennen. Und um den Aufbau von der Wimperntusche kümmerten sie sich nun...

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 12:26 Uhr - Gelände der Schule - Altes Schulgebäude (16) - Labortrakt


    Die Reaktion von Yukiko war schon mehr als erfreut zu nennen. Wie sie schon einmal überlegt hatten, kamen in diese Welt wohl nur junge Leute mit einer "unerfreulichen" Lebensgeschichte die sehr früh geendet hatte. Offenbar war Yuki nie gestattet worden, mal etwas aus Spaß mit anderen zu unternehmen.
    Als sie dann zu den Sachen auf dem Tisch kam...
    "Können wir vielleicht versuchen ein wenig Wimperntusche... und Kajal herzustellen? Bitte?"
    Rika konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als Yuki danach fragte.
    "Da hat wohl jede von uns so ihre Schwerpunkte, was?!" meinte sie dann. Dass sie neben dem Make Up bereits in der letzten Nacht einen für sie viel wichtigeres Utensil zustande gebracht hatte, wollte sie aber nicht so direkt zur Sprache bringen. Es wäre viel zu direkt in einem Klassenzimmer davon anzufangen. Also verschob sie es auf später, wenn sich eine passendere Situation ergab.
    "Mit der Wimperntusche müsstest du mir dann aber helfen, die hab ich wegen der Arbeiten in der Werkstatt fast nie benutzt. Bei dem Kajalstift sollten wir ziemlich schnell etwas herstellen können..." ging sie dann auf die Frage ein. Das sie diesen teilweise für Zeichnungen an der Wand verwendet hatte, ließ sie dabei unerwähnt.


    Rika hatte nicht sehr viel Make Up verwendet, da dieses sonst nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sie gelenkt hätte. Trotzdem war sie im Umgang damit geübt, da sie nicht wie eines dieser Mann-Weiber rumlaufen wollte.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 12:25 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt


    Yukikos Reaktion auf die Waffe löste doch eine leichte Überraschung in Rika aus. Auch wenn Yuki die Dinger nicht mochte, so waren sie ihr scheinbar sehr geläufig. In Japan waren Waffen auch nur über behördliche Vorschriften zu bekommen, wenn es denn legal sein sollte. Als die Jungs anfingen immer aufdringlicher zu werden, hatte Rika schon etwas gebraucht, was diese abschreckte.
    Ihr Vorschlag zu einem Selbstverteidigungstraining war längst nicht so verkehrt, wie es Yukikos Gesichtsausdruck nach ihrer Meinung nach wirkte.
    Als sie nach der Überlegung mit der "Zelle" dann das Thema zum Make Up wechselte, ließ Rika sie gewähren.


    "Bislang haben wir schon einige Dinge zur Verfügung. Die Schminke selbst ist noch nicht ganz perfekt, aber sie deckt schon mal sehr gut ab", eröffnete Rika ihr grinsend und schob einige der fertigen Utensilien auf dem Labortisch näher an Yuki heran. Bevor Yukiko aber sich darauf ganz konzentrierte, wollte sie noch etwas loswerden:
    "Die Idee mit der Selbstverteidigung nehme ich gerne an! Eine Pistole ist nur so lange gut, wie sie auch schießen kann. Und man kann schließlich auch entwaffnet werden! Daher ist deine Idee sehr gut."
    Sie ließ dann ihre Worte erst einmal im Raum stehen, während Yukiko auf die Make Up Artikel schaute.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 12:25 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt


    Rika war so mit den Arbeiten beschäftigt gewesen, dass sie Yukiko erst bemerkte, als diese etwas sagte. Mit der Konzentration auf der noch laufenden Arbeit brachte sie auch nur eine ziemlich lahme Begrüßung zustande.
    Yukiko schien in einer ziemlich ernsten Stimmung zu sein, so dass Rika sich ihr erst einmal zuwandte.
    Als sie ihre Erlebnisse berichtete wurde in Rika wieder die Erinnerung an das Geräusch des brechenden Genicks wach. Diese Ibuki Nukui war eine ziemlich verkorkste Person.
    "Ich hoffe du kannst mir verzeihen, dich in meine Angelegenheiten hineingezogen zu haben. Natürlich werde ich alles tun, was in meiner Macht steht, um die Auswirkungen meiner Entscheidung so klein wie möglich zu halten. Ich... möchte nur, dass du in ihrer Gegenwart aufpasst. Sie ist wirklich gefährlich... Ich hab das Gefühl, dass sie sich für den nächsten Super-Yakuza des nächsten Jahrhunderts hält. Nur dass ihr die Chance nie gegeben wurde sich zu beweisen... Es ist möglich, dass sie das hier nachholen will. Auf unsere Kosten."
    Yukiko hatte diese Worte mit einem Kotau verbunden, der mehr als alles andere etwas über ihre Schuldgefühle aussagte. Rika spürte, während Yuki sprach, den Druck der Pistole unter ihrer Weste, die jetzt das volle Gewicht hatte, da sie geladen war.
    "Dann müsste ich mich aber auch bei dir entschuldigen, weil ich sie aus dem Raum im Keller rausgelassen habe, Yuki!" antwortete sie leise. "Dieses Mädchen scheint ein ziemliches Problem zu haben. Trotzdem war sie zu dem Zeitpunkt völlig fertig. Also ist diese Macho-Chick-Tour wohl ihr bevorzugtes Vorgehen im Umgang mit anderen. Aber wegen mir brauchst du dir keine Gedanken zu machen..."
    Sie ließ ihre Worte ausklingen und zog dabei die Pistole hervor, hob sie kurz hoch und schob sie dann wieder zurück.
    "An meiner Schule gab es ähnliche Personen", erklärte sie dazu. "Außerdem glaube ich nicht, dass diese Welt alles zulassen wird, was diese Frau vielleicht meint."


    Erst jetzt fiel ihr auf, dass Kouta gar nicht da war. Er hatte den Raum scheinbar verlassen, bevor Yuki ihn betreten hatte.

    Wie zum Wochenende bekannt gegeben wird Sentai Filmworks eine Anzahl von Sunrise Produktionen in Lizenz nehmen.
    Dabei sind:


    • Sacred Seven
    • The Big O
    • The Big O II
    • Argento Soma
    • Betterman
    • s-CRY-ed
    • Z-Mind
    • Zegapain
    • The Girl Who Leapt Through Space
    • Infinite Ryvius
    • Kurokami The Animation
    • Brain Powered
    • Overman King Gainer


    Diese Serien wurden schon mal von Bandai Entertainment lizenziert. Bereits im Mai waren Gespräche mit Sentai Filmworks und Funimation von Seiten Sunrise durch den Produzenten Masayuki Ozaki bekannt gegeben.
    Die Liste der Anime, die damit für den nordamerikanischen Markt erneut erscheinen wird, wurde noch einmal um einige Titel erweitert.


    Quelle: ANN

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 11:32 Uhr - Gelände der Schule – Altes Schulgebäude (16) – Labortrakt


    Rika war erstaunt über den Arbeitseifer, den Kouta an den Tag legte. Als sie in den anderen Laborraum nachging hatte sich dieser schon mit einer der Substanzen auseinander gesetzt. Offenbar war er einer der Typen, die mit Menschen nur bedingt umgehen konnten, aber in ihren Aufgaben Erfüllung fanden.
    Trotzdem schien ihm die Arbeit an den Patronen etwas mehr Spaß gemacht zu haben.
    "Wir sollten unbedingt wegen dem Treibmittel auch noch weiter arbeiten", meinte er, während er durch ein Mikroskop blickte. Das er ihre Anwesenheit auch ohne sie zu sehen gespürt hatte, fand Rika schon etwas beängstigend.

    Der Animations-Direktor Hiroshi Ogawa verstarb am Donnerstag, den 07.08.2013 im Alter von 62 Jahren an Magenkrebs.


    Der in Tokyo geborene Ogawa schloss 1976 die Tokyo Designer Gakuin College ab und arbeitete in verschiedenen Anime-Studios, unter anderem bei Tsuchida Produktion, Disney Japan und Shinei Animation (als freier Mitarbeiter). Er war auch einer der Mitbegründer von Studio 501. Seit 2006 unterrichtete er Animation an der Kyoto Seika Universität als Professor.


    Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehörte Shin-Chan, wo er als Character Designer und Chefanimations-Direktor die Serie und die Filme begleitete.

    Falls ihr längere zeit wegen Ferien (oder anderen Gründen die man nicht nennen muss) abwesend sein solltet, dann denkt bitte daran, uns einen kurzen Tipp zu geben. Für Elogan wurden wir gestern ja auch informiert, dass er einige Zeit nicht zum Schreiben kommen wird.


    Mit Yukinangel haben wir eine neue Mitschreiberin, die in das geschehen einsteigen möchte. Dazu haben wir den zeitraum zwischen 17-18 Uhr am aktuellen Tag in der Handlung abgestimmt. Dazu sollte auch ein zweiter Char von Elogan auftauchen.
    Um als Yukinangel nicht zu lange warten zu lassen, wollen wir ein paar kurze Zeitsprünge machen. Der nächste wird zum Ende der ersten Pause gehen, da dann noch etwas Handlung ansteht. Danach geht es dann eigentlich (so geplant) zu dem Einstiegspunkt der beiden neuen Chars.