Beiträge von Soulshadow

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:42 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum

    Rika sah das Verstehen in Yukikos Augen, obwohl etwas ihr scheinbar trotzdem noch nach hing. Wahrscheinlich war es wegen der Maßnahmen gegen aufdringliche Jungs.
    "Was wir tun wollen... ka? Ne, Senpai... Weißt du, anfangs dachte ich wie Akuma-senpai. Dass diese Welt eine reine Hölle wäre, konzipiert um uns immer wieder den Tod durchleben zu lassen... Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ne, vor meinem Tod war ich mehrere Jahre lang nicht ich selbst... Mir wurden Drogen und Medikamente verabreicht..."
    Schlagartig verstand Rika einen Großteil von Yukikos zögerlicher Art. Man hatte sie wohl wie ein Werkzeug eingesetzt, dass zu bestimmten Anlässen nett heraus geputzt zu erscheinen hatte, um irgendwelche Bonzen bei Laune zu halten.
    "Selbst zu handeln... Oder gar zu denken war mir völlig fremd. Ich hatte es einfach verlernt... Und als ich gestern in dieser Welt aufwachte, dachte ich nicht. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass sich nichts geändert hatte. Dass ich einem weiteren Gefängnis gelandet bin. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich einfach nur sterben. Für immer mit allem abschließen und endlich Ruhe finden.
    Aber jetzt? Trotz dieser Ibuki kann ich diese Welt kaum noch als böse empfinden. Selbst mit der Tatsache, dass man den Tod unendlich oft durchleben kann... Mir sträuben sich noch immer jegliche Härchen wenn ich daran denke, wie mir Ibuki einfach mal so das Genick gebrochen hatte. Ich erinnere mich noch genau daran, wie es sich anfühlte... Auch wenn es noch eine harmlose Art war zu sterben.
    "
    Auch ihre weiteren Ausführen vertieften diesen Eindruck. Rika konnte sich nur teilweise vorstellen, wie so ein Leben aussehen könnte. Ihr war ihr eigenes Denken und der freie Wille immer sehr wichtig gewesen. So wichtig, dass es kaum jemand verstanden hatte.
    "Was ich damit sagen will... Ich weiß nicht, ob ich den Gott dieser Welt überhaupt gestürzt sehen will... Vielleicht klingt es komisch, aber trotz Ibuki, trotz Inugami-senpais Unverschämtheit, trotz meiner anscheinend völligen Unwissenheit was Verhalten an normalen Schulen angeht... Ernsthaft, es ist als würde ich in einer völlig anderen Gesellschaft leben, und trotz der Gefangenschaft in dieser Welt, war heute der glücklichste Tag seit sehr langer Zeit. Nicht zuletzt dank dir, Rika-senpai... Vielen Dank, dass du dich um mich kümmerst."
    Ehrliche Freude durchströmte Rika bei diesem Bekenntnis. Viel zu selten hatte mal jemand so offen mit ihr gesprochen. Und das Yukiko ebenfalls nichts gewaltsam an dieser Welt verändern wollte, gab ihr auch ein gutes Gefühl.
    "Jedenfalls hast du Recht, was die normalen Schüler angeht. Als ich heute in der Sporthalle war, hatten so viele Schüler ihren Spaß... Was auch immer wir tun, ich möchte nicht, dass diese Welt ein Ort wird, an dem sich das ändert. Ich möchte kein Kriegsgebiet kreieren, was sie in Gefahr bringt. Und ich habe im Gefühl, dass diese beiden genau das hervorrufen würden... Mir ist gar nicht wohl dabei, wenn ich mir das vorstelle."
    Mit ihren abschließenden Worten rundete Yukiko das Bild noch etwas mehr ab. Rika hatte am heutigen Tag keine Nachforschungen wegen der anderen Schüler angestellt, da sie mit der Forschung viel zu sehr beschäftigt gewesen war. Aber Yukiko hatte noch ein paar Beobachtungen gemacht.


    "Ich kann mir dein vorheriges Leben nicht mal ansatzweise vorstellen, Yukiko. Aber es freut mich, dass es dir ebenfalls heute Spaß gemacht hat. Solche Basteleien sind meine Leidenschaft und ich kannte kaum Personen, die daran auch so viel Spaß hatten. Ich habe meinen freien Willen immer als wichtigsten Bestandteil meiner selbst verstanden, deshalb kamen die Jungs da nicht so gut mit klar. Es wäre wahrscheinlich leichter gewesen, wenn mein Körper sich nicht so entwickelt hätte..." setzte Rika erfreut und gut gelaunt an. leider kamen bei ihren letzten Worten wieder die Bilder in ihren Kopf, was ihre Stimme leiser werden ließ. Sie riss sich entschlossen zusammen und drängte die Vergangenheit zurück.
    "So weit ich es immer wieder vorgefunden habe, hat alles seine Regeln. So wird es auch in dieser Welt sein. Innerhalb dieser Funktion lassen sich bestimmte Freiräume ausnutzen, aber ich stimme dir zu, dass ein Kriegsgebiet oder mittelalterliche Inquisition nicht dazu gehören. Es wird einen Weg geben, den auch wir nicht Angepassten nehmen können. Leider werden wir nicht einfach danach fragen können, denn so einfach war es auch im Leben davor nicht. Mit den Mitteln für Tauschaktionen werden wir ohne jede Gewalt an Essensmarken kommen. Und es gibt bestimmt auch weitere, die friedliche Methoden vorziehen. Jedenfalls habe ich heute noch jemanden mit der Gabe gefunden, der mir bereits im Labor geholfen hat."
    Rika schaute Yukiko direkt in die Augen.
    "Ich finde, wir sollten uns die nächste Zeit möglichst still verhalten, was meinst du? Allerdings würde ich den Unterricht weiter meiden wollen, denn ich weiß noch nicht, ob und wie sich das auf den freien Willen auswirkt..."


    [Takeshi Okamura]
    Am steinigen Ufer entlang hatte es länger gedauert, als er oben auf den Wegen gebraucht hätte, aber nun war er über den steilen Pfad wieder hoch zum Wohnheim gekommen und hatte sein Zimmer erreicht.
    Nach den letzten Erfahrungen wollte er mit diesem Programm, dass man ihm zur Verfügung gestellt hatte, noch ein paar Programme erstellen, die ihm mehr Unterstützung verschaffen würden. Takeshi hatte bei dem Zusammentreffen nicht nur die schmerzhafte Erfahrung einer durchstoßenen Leber gemacht, sondern auch die Tatsache verifiziert, dass einige der Schulschwänzer bewaffnet waren.
    Die anderen Schüler durften nicht in irgendwelche Kämpfe hinein gezogen werden, so dass Takeshi sich selbst helfen musste. Er griff nach dem Buch und suchte ein paar Einträge, die ihm so etwas wie einen Lichtbrechungseffekt verschaffen konnten. Außerdem wäre etwas mehr Schutz auch notwendig, damit so ein Angriff aus dem Hinterhalt nicht noch einmal vor kam. In dieser Welt war er also wieder auf sich allein gestellt. Eine Erfahrung, die ihm keineswegs neu war.
    Ibuki Nukui und Hayato Akuma setzte er für sich auf eine Liste mit dem Attribut gefährlich. Sie konnten zu einer Gefahr für die anderen Schüler werden. Takeshi hatte schon genügend wie diese kennen gelernt. Jester hatte sich auch nicht mehr blicken lassen, so dass Takeshi sich von nun an nur auf sich selbst verlassen würde. Dieses Buch mit dem Laptop würden seine Unterstützung sein.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:42 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum

    "W-was m-meinst d-du d-damit?" Yukiko lief bei der Antwort schon wieder rot an. Rika wurde dabei bewusst, dass sie wahrscheinlich genauer auf das "ignorieren" hätte eingehen müssen. Yuki schien sich gerade auszumalen, dass der Typ sie anfassen durfte.
    "Wie kommst du darauf, dass ich einem von ihnen näher kommen will? Leo-san macht mir mehr Angst als alles andere nach den heutigen Ereignissen und eine Trophäe will ich auch nicht werden!" Rika erkannte an ihrer Pose alleine schon, wie groß der Unterschied in den Erfahrungen bei ihnen beiden war.
    "Ich hatte zwar noch nie einen Freund... Aber so verzweifelt bin ich nicht..." Diese Worte von ihr waren gerade so zu verstehen, so leise kamen sie über Yukikos Lippen. Ihr Leben war ein vollkommen anderes gewesen. Freie Wahl und die Entscheidung, mit wem man was unternahm schien ihr fremd zu sein. Aber sie wirkte bereits wieder entschlossener, als sie in normaler Lautstärke fort fuhr.
    "Jedenfalls... Ich soll Inugami-senpai ignorieren? Wie soll ich das machen? Ich meine, er verhält sich so vertraut! Als ob wir in einer B-b-beziehung wären! Für mich ist es unmöglich da ruhig zu bleiben. Ich glaub ich sollte ihm dann einfach aus dem Weg gehen. Sollte nicht so schwer sein, wenn ich sowieso nicht zum Unterricht gehe. Oder Senpai? Wie kann ich Inugami,senpai vertreiben? Und wenn ich dabei noch gleich die Gerüchte loswerde, ist es umso besser!"
    Rika hielt den Blickkontakt, obwohl gerade ein Kichern in ihrer Kehle aufstieg. Yukiko seufzte nach dieser Aussage und sammelte sich für den nächsten Punkt.
    "Es wird nicht plötzlich sein, Senpai. Ich glaube seit dem Vorfall gestern, werde ich noch lange Zeit dauerhaft in Ibukis Schusslinie stehen. Wenn Leo-san sich ihr anschließt, wird es nur einer mehr sein, der es auf mich abgesehen hat. Das ändert nur wenig."
    Yukiko hatte sich dazu bereits ihre eigenen Gedanken gemacht. Rika sah die Sache mit Ibuki Nukui ähnlich. Welche Hirnmaden auch immer deren Denkweise bestimmten, sie schien sich wie in einem Action-Movie zu fühlen, wo sie jeden Gegner ausschalten musste. Nukui-san schien gegen den Rest der Welt eine Vendetta zu führen.
    "Es sind die Feinde, die man nicht erwartet, die am gefährlichsten sind." kam es von Yukiko, die dabei ein schwaches Lächeln zeigte. Aber diese Weisheit schien sie an etwas anderes zu erinnern, denn ihr Blick wurde traurig bevor sie fort fuhr.
    "Na ja, uns bleibt wohl nichts übrig, als abzuwarten. Auch wenn Ibuki es vielleicht tun wird, werde ich mich nicht auf ihr Niveau begeben und Leo-sans Gefühle benutzen, um ihn für mich einzuspannen."
    Rika musste bei Yukikos Worten zustimmend lächeln.
    "Entschuldige, aber du hast mich da wahrscheinlich nicht richtig verstanden", setzte sie dann an. "Wenn man einen Typen ignoriert heißt das nicht, dass er einen anfassen darf! Dafür gibt es einen auf die Nase. Nein, es geht mehr um seine Faseleien, die man einfach überhört. Körperkontakt ist ohne Erlaubnis immer tabu!" Diesen Punkt wollte sie erst einmal klarer definiert haben, um die Unruhe in der Hinsicht aus Yukiko heraus zu bekommen.
    "Er mag vielleicht aufdringlich sein, aber auch jemand wie Inugami-san wird die Schulregeln nicht zu weit beugen. Der Schülerratspräsident soll in der Hinsicht nicht gerade nachsichtig sein und sich solche Schüler zur Seite nehmen."
    Damit sollte der Zusammenhang für Yukiko etwas klarer geworden sein.
    "Und was nun Nukui-san und ihre Eroberungspläne für diese Welt angeht... Darauf sollten wir uns entsprechend vorbereiten! Wie auch immer man die Gedanken dieser speziellen Dame auch deuten mag, sie will hier ihr eigenes Ding durchziehen. Hat wahrscheinlich früher auf der Straße gelebt und dabei ihren Knacks bekommen. Wie ja eigentlich jeder von uns hier nicht aus einer glücklichen Familie stammt und ein zufriedenes Leben geführt hat."
    Rikos Stimme wurde bei dem Thema automatisch härter, denn die Erinnerungen kamen sofort wieder hoch. Falls jetzt jemand hier auch wieder den Wilden spielen wollte, so würde sie das nicht tatenlos geschehen lassen.
    "Ich weiß nicht, wie du darüber denkst, aber wir haben hier ein paar Leute mit echten Problemen. Akuma-san glaubt sich in der Hölle und Nukui-san wird ähnliche Erklärungen für sich gefunden haben. Beide wollen aktiv gegen diese Welt vorgehen! Nur werden sie es nicht zusammen tun, da sie sich nicht ausstehen können." Zumindest in diesem Punkt war sie sich zu mehr als 90 Prozent sicher.
    "Warum auch immer diese Welt geschaffen wurde, die meisten der Schüler hier scheinen mit dem Ganzen zufrieden zu sein. Und wer auch immer die Kontrolle hat, wird hier keine wilde Sau dulden. Deshalb sollten wir uns entscheiden, was wir selbst zun wollen. Ich, für meinen Teil, werde mich keinem der beiden anschließen, da ich ihnen nicht traue. Auf der anderen Seite haben wir etwas, dass diese beiden nicht haben..."


    [Hayato Akuma]
    Nachdem er sich etwas zu Essen in der Cafeteria besorgt hatte, wobei sein geringer Vorrat an Essensmarken weiter zusammen schmolz, hatte Hayato weiter nachgedacht.
    Derzeit liefen die Dinge absolut nicht gut!
    Er konnte die Leute von gestern kaum auftreiben, so dass von gemeinsamen Aktionen nicht die Rede sein konnte.
    Außerdem war da die Sache mit Okamura. Da man nicht so einfach an ihn heran kommen würde, hatte Hayato seine Vernunft etwas über Bord gehen lassen. Der Angriff hatte ihm zwar tatsächlich eine gewisse Befriedigung verschafft, aber weiter hatte er keinen Vorteil daraus geschlagen.
    Leo-san war bei der Zicke geblieben. Yukiko hatte er wieder aus den Augen verloren, nachdem er sie zusammen mit der Rothaarigen gesehen hatte.
    Im Augenblick stand er wohl eher alleine da. Und deshalb wollte er sich lieber noch einen kleinen Vorteil verschaffen, denn Leo würde bestimmt den momentanen Zugangscode an die Zicke verraten. Dem waren wohl die Hormone übergekocht...
    An dem Punkt seiner Überlegungen angekommen, hatte sich Hayato auf den Weg gemacht.
    So war er nun wieder beim Lehrerwohnheim und nannte den Passierspruch.
    Mit einem raschen Blick überzeugte er sich davon, dass der Raum leer war. Erst dann schritt er auf den Schreibtisch zu, auf dem noch immer der Laptop stand.
    Ohne zu Zögern machte er sich daran, dass Passwort für das Zimmer des Direktors zu ändern. Damit hatte er zumindest eine sichere Basis, in die selbst Okamura nicht so einfach rein kam.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:41 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum

    "Senpai, ist Inugami-senpais Verhalten normal für Schulen wie diese? Ich... Ich habe so was nur ein einziges Mal vorher erlebt. Und das war ein Racheakt eines Kerls, um ein Mädchen zu diffamieren... Aber es war klar, dass Inugami-senpai nichts dergleichen bezwecken wollte."
    Das Yukiko einfach so damit raus platzte war der beste Beweis dafür, wie sehr sie die ganze Sache beschäftigt hatte. Aber es war wohl nicht der einzige Punkt, der sie bedrückte, denn es sprudelte weiter aus ihr heraus. Dabei bemühte sie sich um eine möglichst ruhige Stimme.
    "Ich hab noch nie jemand so dreistes kennengelernt. Und dann nennt er mich auch noch bei meinem Spitznamen! Als wäre es das selbst verständlichste auf der Welt! Und wenn ich sage, dass er damit aufhören soll, grinst er nur dämlich und nennt mich weiter so! Selbst die Jungen, die ich kennengelernt habe, haben sich so etwas in der Öffentlichkeit nicht getraut... Zwar wurde ich dann als Konsequenz ausgeschimpft oder bestraft, aber immerhin haben sie um ihr Gesicht zu wahren damit aufgehört. Aber dieser Kerl! Es ist als würde er sich einen Dreck darum kümmern!"
    Rika hatte sich schon vorher zusammengerechnet, das Yukiko in ganz anderen Kreisen aufgewachsen war, sonst wäre es spätestens jetzt aufgefallen. Typen wie Inugami-san waren ihr durchaus geläufig. Sie traten meist in kleinen Gruppen auf, wobei einer immer der Oberst war, während er noch zwei bis drei Leutnants um sich hatte. Je mehr sie sich aufregte, desto länger machte es Spaß sie aufzuziehen. Aber in den höheren Kreisen schienen bereits die gesellschaftlichen Regelwerke stärkeren Einfluss zu haben, so dass man nicht einfach mal rumprobieren durfte. Da war es wohl mehr eine Slalomfahrt, bei der man die Regelpfeiler nicht berühren durfte. Das Yukiko dabei sogar Scham zeigte, hob ihre Verbundenheit zu den Regeln nur noch mehr hervor. Als sie dann auch noch Rika direkt anschaute, während sie fort fuhr, konnte sie Yukikos Mimik noch besser sehen.
    "Ne, Senpai, du kennst dich doch bestimmt mit solchen Typen aus, oder? Ich glaube nicht, dass ich ihn so schnell wieder loswerde, nachdem was passiert ist. Ahhh, hätte ich ihn bloß nie herausgefordert! Das war eine selten dämliche Idee! Ne, was soll ich tun? Ich glaub kaum, dass 'Lass mich in Ruhe!' bei ihm helfen wird."
    Ob Yukiko wohl merkte, wie sich bei ihren Ausführungen die Wangen leicht erröteten? Kein Wunder, dass Inugami-san nicht aufhören konnte sie zu trietzen. Es musste sie in seinen Augen noch viel attraktiver gemacht haben! Und das sie darauf hoffte, jemanden einfach nur auffordern zu müssen...
    Nach einer kurzen Pause wechselte sie die betreffende Person.
    "Und wie um Gottes Willen, soll ich mit Leo umgehen? Er scheint mir plötzlich unberechenbar und dass er anscheinend in mir interessiert ist, macht die Sache nicht leichter."
    Der plötzliche Themenwechsel zu Leopold-san ließ wieder ein ungutes Gefühl in Rika aufsteigen. Sie hatte sein rasch wechselndes Verhalten schon von Anfang an suspekt gefunden. Eigentlich hatte sie nur wegen Yukikos Bitte da etwas Ruhe gegeben. Mit dem Jungen stimmte etwas nicht. Es war, als ob er verschiedene Personen in seinem Körper hätte. Je nachdem welche gerade oben war, fielen seine Reaktionen aus. Und das ließ ihn hochgradig unberechenbar werden.
    "Ne Senpai, du kennst dich doch bestimmt mit Männern aus? Kannst du mir nicht mit einem Rat aushelfen? Ich weiß nicht, was mit den beiden Hohlköpfen machen soll..."
    Ihr Blick war nun eindeutig flehend. Sie wollte tatsächlich von Rika einen Rat!
    Damit hatte sie in dieser Form nicht gerechnet. Ihre Gedanken wirbelten kurz durcheinander, als die Bilder von Ereignissen auf ihrer alten Schule wieder an die Oberfläche gespült wurden. Nibutani war nicht der einzige aus ihrer Klasse, der versucht hatte an sie heran zu kommen. Aber das Interesse der Jungen auf der einen Seite hatte den Hass der Mädchen zur Folge...
    "Also, Yuki", begann sie, während sie ihre Gedanken noch ordnete. "Typen wie Inugami-san kommen relativ oft vor. Meist haben sie noch ein paar Begleiter, die ein wenig ausgleichend auf dessen Charakter einwirken. Solche Leute sind nicht den Regeln verbunden, die du gerade erwähnt hast. Sie begegnen einem sozusagen auf Augenhöhe, da gibt es keinen Familienruf oder Stand. Ihre Stärke ist der Antriebsmotor, den sie in der Schule noch voll auskosten. Bei Inugami-san wird ein "lass das" nur dazu führen, das er weiter macht. Es macht dich in seinen Augen nur interessanter! Und nebenbei gesagt, deine geröteten Wangen werden ihn auch nur angeregt haben."
    Die bereits vorbereiteten Worte, die Rika während Yukikos Wortschwall formuliert hatte, verschafften ihr noch etwas Zeit.
    "Es wird einfacher sein, sein Interesse sich totlaufen zu lassen. Wenn du versuchst, ihn von seinem Interesse abzuhalten, wird es nur länger dauern. Du darfst ihm nur auf keinem Fall noch Mut machen, sonst wirst du ihn nie los!"
    Sie blickte Yukiko die ganze Zeit direkt in die Augen, wie sie es bei ernsten Gesprächen immer machte.
    "Leopold-san ist ein ganz anderes Problem... Du weißt, dass ich ihm und seiner Art von Anfang an nicht getraut habe. Er kommt mir vor, als würde er verschiedene Seelen in seiner Brust haben, die völlig unberechenbar die Kontrolle übernehmen. Ich kann mich in seiner Gegenwart nicht entspannen. Er erinnert mich eher an Ibuki Nukui... Die ist auch nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Was du mir von der Krankenstation erzählt hast... was wenn Leopold-san auch auf Nukui-san steht?"
    Die Überlegung ließ eine Welle des Unwohlseins durch ihren Körper strömen. Gleich und Gleich gesellt sich gern, hatte Takamita-san gerne gesagt.
    "Falls die den Jungen auch für sich beansprucht, könntest du plötzlich wieder in der Schusslinie stehen!"
    Damit war sie dann doch bei Yukikos letzter Bitte angekommen.
    "Yuki, so weit ich mich mit Männern auskenne, hab ich mich von solchen Typen fern gehalten. So Schüler wie Inugami-san haben immer wieder mal versucht, mit mir ihre Trophäen-Sammlung zu erweitern, aber sie waren nie wirklich interessant. Leider habe ich mehr Erfahrung darin, dass die Jungen eher an meinem Körper interessiert waren. Weshalb ich mehr davon verstehe, solche Kerle zu vertreiben, als mit ihnen umzugehen.
    Willst du denn mit einem von ihnen näher zu tun haben?"

    Und jetzt bekommt Haganai auch noch einen Live-Action Film!

    Auf der offiziellen Web-Site des Livefilms ist der erste Trailer zu dem Film online gestellt worden.
    Zu der Besetzung sind folgende Rollen schon bekannt gemacht:

    • Kōji Seto als Kodaka
    • Kie Kitano als Yozora
    • Mio Otani als Sena


    Takurō Oikawa schrieb das Drehbuch und führt auch Regie bei der Produktion. Nach seiner eigenen Ankündigung wird der Film eine eigene Geschichte erzählen und nicht die Handlung aus der Light Novel. Herauskommen soll der Film Anfang 2014.


    Trailer:



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    Quelle: ANN

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:31 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria

    Yukiko wirkte etwas erschöpft, während sie antwortete.
    "Das ist eine gute Idee. Wo wollen wir denn hingehen?"
    Rika hatte die Blicke der anderen Schüler durchaus bemerkt und war sich auch der bemühten Lauscher bewusst, die über das Ziel des neuesten Klatsches noch ein paar Einzelheiten erhaschen wollten.
    Diesen Leuten wollte Rika natürlich nichts von den Aktivitäten auf die Nase binden, die sie den ganzen Tag verfolgt hatte.
    "Ich würde mal sagen, dass wir einen kleinen Gang zu unserem letzten Experiment machen", verhüllte sie das Labor im alten Gebäude etwas vor den Lauschern. Ob und wie sie eine solche Aussage in die Gerüchte einbauten, interessierte sie erst einmal nicht.
    Jetzt wollte sie Yukiko lieber zeigen, was sie den Nachmittag noch geschafft hatte.
    Sie blinzelte Yukiko grinsend zu, als diese überrascht aufblickte.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:31 Uhr - Gelände der Schule - Cafeteria


    Rika hatte das Katsudon ziemlich gut geschmeckt, zumal es heute ihre erste Mahlzeit darstellte. Sie hatte im Labor zwar Wasser getrunken, so dass sie nicht besonders durstig war, aber an Essen hatte sie nicht gedacht.
    Inugami-san hatte sich mit einem Becher Tee zu ihnen gesetzt. Rika bemerkte, dass er immer noch eine Schonhaltung einnahm, wenn er sich unbeobachtet glaubte. Aber er neckte Yukiko nicht mehr, die ebenfalls an einem Becher Tee nippte. Rika überlegte, ob Yuki heute schon etwas gegessen hatte. Wahrscheinlich war sie durch die Geschichte in der Krankenstation und ihr kleines Turnier gegen Inugami-san so sehr beschäftigt worden, dass sie es ebenfalls vergessen hatte. Aber das ihr die Szene auf den Magen geschlagen war, konnte Rika nachvollziehen.
    Sie beschäftigte sich hauptsächlich mit ihrem Essen, dass sie mit eingelegtem Rettich ergänzte, und beobachtete die Umgebung. Inugami-san schien nach den letzten Ereignissen auch nicht mehr so forsch heraus zu platzen, so dass es eine stille Atmosphäre am Tisch war.
    Da niemand ein Gespräch startete, war Inugami-san nach etwa 10 Minuten aufgestanden, hatte sich überraschend höflich entschuldigt und sich dann zurückgezogen. Yukiko blickte ihm nach, während er in der Menge verschwand. Sie fühlte wohl immer noch eine gewisse Schuld. Rika überließ sie ihren Gedanken, bis sie ihre Mahlzeit beendet hatte.
    "Das scheint ja ein ziemlich aufregender Tag gewesen zu sein!" wandte sie sich dann an Yukiko. "Wir sollten aber nicht unbedingt hier darüber reden, da sonst zu viele lange Ohren nur weitere Gerüchte verbreiten, meinst du nicht?" Mit den Worten stand sie auch schon auf und ergriff das Geschirr, um es am Transportband abzulegen.


    [Takeshi Okamura]
    Er lag zwischen ein paar Felsen, als Takeshi wieder richtig zu Bewusstsein kam. Dunkel schwebte ihm vor Augen wie er sich aus dem Fluss gezogen hatte. Er war auf den felsigen Uferstreifen hoch getaumelt und hatte dann das Metallstück aus seinem Körper gerissen. Der Schmerz war so groß gewesen, dass ihm nach einer grellen Lichterscheinung die Ohnmacht übermannt hatte. Als er nun an seine Seite griff, waren die Löcher in seiner Haut verschwunden.
    "Wenigstens etwas Gutes", murmelte er und setzte sich auf. Keine Schmerzen mehr in seinem Inneren. Leber und Nieren waren wohl auch wieder ganz. Hätte man nun auch seine Klamotten repariert, dann wäre von dem Vorfall nichts mehr zu sehen gewesen.
    So stand er auf und machte sich auf den Weg am Ufer entlang wieder den Fluss hinauf. Wenn er bei seinen Übungen am Vormittag richtig beobachtet hatte, dann gab es weiter oben einen steilen Felsenpfad. Schließlich wollte er mit seinen zerrissenen Klamotten nicht von den anderen Schülern gesehen werden. Das Blut war während des Aufenthaltes im Wasser größtenteils ausgewaschen worden, so dass er sich deswegen nicht zu große Gedanken machen musste.

    [Hayato Akuma]
    Tag 2 - 17:19 Uhr - Gelände der Schule - Brücke B

    "Du bist ja immer noch da. Ich hatte ja viel von dir erwartet, Hayato-sama, aber Mord? Na ja, wenigstens kannst du das so gut, wie du starrst."
    Was wusste diese Messer-Tusse schon über ihn? Hayato hatte während seiner Zeit im Rollstuhl viel Zeit gehabt, über sein Verhalten vor dem Unfall nachzudenken. Ob es im Unterricht oder im Sport gewesen war, er meisterte es mit links. Die Lehrer sahen in ihm einen der wichtigsten Aktivposten der Schule, da er bei Inter-High Wettbewerben immer wieder seine Qualitäten als Gewinner bewiesen hatte. Und er gewann so regelmäßig, dass es schon fast eine Gewissheit gewesen war. Zumindest bis zu dem verhängnisvollen Abend...
    Sein Vater hatte die Familie wegen eines guten Geschäftsabschlusses zum Essen ausgeführt und eigentlich hätte es ein schöner Abend werden sollen. Aber seine Mutter hatte von einem Mädchen aus seiner Klasse von seinem Benehmen erfahren. Und auf dem Rückweg platzte ihre Empörung aus ihr heraus. Seinem Vater waren vor allem die Ergebnisse wichtig, aber seine Mutter wollte Hayatos Hochnäsigkeit gegenüber anderen nicht durchgehen lassen...
    Nach dem Unfall war er plötzlich alleine auf der Welt. Und er sah auch die Argumente seiner Mutter in einem anderen Licht. Einigen der Krankenpfleger ging er auch am Arsch vorbei, genau so, wie er davor andere behandelt hatte.
    Hayato blickte zornig auf das Mädchen, dass noch immer mit der anderen am Boden hockte und gerade ebenfalls wieder zu ihm schaute.
    "Und woher kennt ihr beiden Hübschen euch?" fragte sie.
    Leo-san warf Hayato einen Blick zu und begann dann zu stottern. Bei seinem zweiten Ansatz brachte er zumindest einen zusammenhängenden Satz heraus.
    "Als er tot war habe ich ihn mit Yukiko-san in Sicherheit gebracht!"
    "Ist schon eine komische Sache mit dem Tod in dieser Afterlife-Hölle...", setzte er mit erstaunlich ruhiger Stimme an. Nachdem er seine Wut in dem Angriff als Quelle benutzt hatte, war er innerlich wieder im Gleichgewicht.
    "Der grünäugige Teufel hat ein paar ziemlich heftige Tricks drauf! Als ich ihm heute nach bin, um seine Kontaktmöglichkeiten herauszufinden, hat er etwas aus dem Nichts geschaffen und mich damit zerhackt, bevor ich überhaupt wusste, wie mir geschah!" fuhr er dann entschlossen fort. Auch wenn er die Kuh nicht leiden konnte, so mussten sie doch einen Weg aus dieser Hölle finden!
    "Du hast doch auch schon versucht, hinter die Struktur dieser Welt zu kommen. Es ist zumindest nicht statisch, so viel weiß ich inzwischen. Als du gestern aus dem Fenster geflogen bist, warst du fast sofort wieder da. Danach hat es plötzlich länger gedauert, so als ob eine Korrektur vorgenommen worden wäre. Während meines ersten Todes tauchte wohl Leo-san hier auf."


    Er schaute zu dem immer noch nervös wirkenden Jungen, der offenbar auch was mit der Zicke angefangen hatte. Irgendwie pendelte er zwischen allen möglichen Leuten hin und her und schien seinen Platz weder in der Welt davor noch in dieser zu kennen.
    "Ich habe nicht gerne offene Rechnungen, dass zumindest scheinen wir gemeinsam zu haben. Trotzdem muss ich mich jetzt entschuldigen... Leo-san, kommst du mit?" sprach er sie noch einmal direkt an und blieb dabei so diplomatisch, wie es ihm nur möglich war. Ohne auf Leopold-sans Reaktion zu warten, wandte er sich ab und marschierte zurück zur Cafeteria.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:18 Uhr - Gelände der Schule - Brücke B

    Takeshi spürte den Aufschlag in das Wasser, Luftblasen wirbelten um ihn herum. Das Licht war irgendwo über ihm, während er tiefer sank. Die Strömung riss dabei an seinem Körper. Sein Blick trübte sich.
    Bilder stiegen aus seiner Erinnerung auf...


    Der Aufprall des Busses auf der Wasseroberfläche hatte im Inneren ein Riesenchaos verursacht. Die Schülerinnen und Schüler waren von ihren Plätze gerissen und nach vorne in den Fahrerraum geschleudert worden. Takeshi hatte sich hinter der Rückenlehne des Vordersitzes fest klemmen können, so dass er von diesem Schicksal verschont blieb. Weiter hinten hatten auch einige sich festhalten können.
    An den Seiten der Tür drang sofort Wasser ein, während die gerissene Frontscheibe vorerst noch standhielt. Schmerzensschreie gellten aus dem Knäuel, zu dem die nach vorn geschleuderten Passagiere zusammen gequetscht worden waren.
    "Wir sind abgestürzt!" schrie jemand.
    "Wir sind im Wasser!" ergänzte eine andere Stimme.
    Im vorderen Bereich, wo die meisten gelandet waren, drang das Wasser sehr schnell ein, so dass schon alles bis zum Armaturenbrett voll gelaufen war. Wer auch immer sich unterhalb der Wasseroberfläche befand, hatte schon jetzt kaum noch eine Chance.
    "Wir müssen aus dem Bus raus! Nehmt die Nothämmer!" übertönte Frau Minakawa, die Vertrauenslehrerin das Stimmengewirr. Der Bus neigte sich immer weiter nach vorne, wo das eingedrungene Wasser das Gewicht erhöhte.
    Klirrende Scheiben zeugten von einer Reaktion auf ihre Worte und die Schüler aus dem hinteren Bereich sprangen durch die herausgeschlagenen Scheiben aus dem Bus.
    Takeshi konnte die felsige Küstenlinie dicht bei dem Bus sehen. Sie waren tatsächlich durch die Leitplanke der Küstenstraße gedonnert und ins Meer gestürzt. Seine rechte Seite schmerzte höllisch und verbreitete ein sengenden Pochen.

    Wieder wirbelte sein Körper herum, aber nun war er auf dem steinigen Grund eines Flusses, nicht im Bus. Seine Seite schmerzte und etwas steckte darin. Takeshi stieß sich vom Boden des Flusses ab und wurde von der Strömung an die Oberfläche gerissen. Als sein Kopf die Oberfläche durchstieß, war er schon unter der zweiten Brücke durch. Jemand hatte ihn angegriffen! Der Junge von heute morgen, den er in der Pause versehentlich mit der neuen Klinge durchbohrt hatte.


    [Hayato Akuma]
    Die Schnepfe schien die ganze Angelegenheit wirklich ausgesprochen witzig zu finden. Das Gelächter, das sich von einem Kichern bis hin zu fast überkippender Stimmlage gesteigert hatte, drückte wohl ihre Zufriedenheit aus. Hayato stand neben dem Geländer und verfolgte ihre kurzen Ansprachen.
    Dabei wurde ihm bewusst, dass sie auch schon mit Leo-san Kontakt hatte. Scheinbar wollte das Weib ihre eigene Truppe zusammen stellen, was nun gar nicht nach seinem Geschmack war. Sie hatte zwar mit den anderen Leuten gesprochen, ihn aber, wie schon am Vortag ignoriert.
    Egal, er konnte sie auch nicht ausstehen!
    Nur würden zu viele Gruppen in dieser Hölle nicht gerade effektiv sein. Andererseits konnte er sich nicht vorstellen, mit der Tussi gemeinsame Sache zu machen. Die hatte einen an der Waffel!
    Nach ihrer Ansprache verschwand der eine Junge, der offenbar ein Neuling war, von der Brücke. Dem war das alles wohl zu viel geworden.
    Das Mädchen, deren Klamotten recht schlotterig saßen, so mager war sie, stammelte irgendwas, dass er nicht verstehen konnte. Dann brach sie plötzlich zusammen und fing an wie eine Irre zu schreien.
    Hayato blickte Leo-san an, der offenbar nicht nur hinter Yukiko her war, sondern auch Interesse an der Messer-Tusse hegte. Er überlegte, ob er den Jungen auffordern sollte mit ihm von hier zu verschwinden.

    Wir sollten ihn irgendwie in eine Beschäftigungsschleife schicken, ohne ihn dabei groß mitzuschleifen.
    Die Situation auf der Brücke irgendwie erst mal auflösen, dann fahre ich mit Ryoki in der Cafeteria fort. Dann können sich die anderen Chars irgendwie versammeln, so dass Yoshio vielleicht erst einmal nachdenken geht ^^
    Da er ja schon kurz angedeutet hat, dass er seinen Tod erst gerade richtig gerafft hat, wäre das eine plausible Erklärung um sich eine Zeit zurück zu ziehen.

    Da in der letzten Situation die Begriffe wie "beschuldigen" unisono von mehreren verwendet wurden, hier einmal die Aussagen, die Takeshi in dem Zeitraum gemacht hat:


    "Dürfte ich erfahren, was dieser Aufstand zu bedeuten hat?"


    "Nukui-san, der Fairness halber teile ich dir mit, dass mir bekannt ist, dass dieser Junge und das Mädchen hier erst vor wenigen Minuten in dieser Welt angekommen sind"
    "Möchtest du also weiterhin behaupten, dass dieser Junge hier die Augen aufschlägt und sofort einen Annäherungsversuch gestartet hat, nur um dann im vollen Lauf zu verschwinden und dann hier auf der Brücke von dir angesprungen zu werden?"


    "Ich glaube nun mal nicht nur aufgrund von Tränen eine solche Geschichte. Wenn du das als gemein bezeichnen möchtest, Mai-san, dann steht es dir frei! Eine Entscheidung zu treffen, ohne alle Fakten offen gelegt zu haben, ist nur behelfsmäßig und nicht ziel führend. Um aber alle Fakten zu erhalten, ist nicht nur die Aussage dieses Mädchens ausreichend. Deshalb werden wir wohl alle zum Schülerratsbüro gehen müssen"
    "Kennt jemand von euch zufällig den Besitzer dieses Messers?"


    Wo wurde innerhalb dessen etwas beschuldigt? Wo wurde eine Tat vorgeworfen?
    Er glaubt ihr nicht, also könnte es einer als "der Lüge beschuldigen" auslegen, was dann aber absolut nicht zu Yoshios Vortrag passt.
    Könnte es sein, dass sich da wieder welche als Gedankenleser betätigt haben und seine unausgesprochenen Gedankengänge gegen ihn verwenden?
    Überlegt einmal, was euch zu dem Punkt "beschuldigen" gebracht hat.


    Und zur Klarstellung: Der Tenchi ist nicht tot! Das System wird seine Heilung beschleunigen, so dass er nur kurze Zeit durch den Aufprall betäubt ist und irgendwo unterhalb von Brücke A wieder ans Ufer kommt.
    Auch wenn es kein richtiger Tod in der Welt ist, so würde das System ihr ausführendes Organ nicht 2 Stunden im off halten. Derzeit ist die Zeit bis zur Wiederbelebung auf 2 Stunden eingestellt.

    [Hayato Akuma]
    Tag 2 - 17:18 Uhr - Gelände der Schule - Brücke B

    Hayato hatte es, nachdem die Menge sich angefangen hatte aufzulösen, aus der Cafeteria hinaus geschafft. Ein Stück entfernt, auf der Brücke konnte er den grünäugigen Teufel stehen sehen, der dort scheinbar mit weiteren Schülern sprach. Leo-san hielt sich dabei immer hinter dem Schülerratspräsidenten, wie er sehen konnte. Hayato hatte sich aus einem der Müllbehälter, die draußen angebracht waren, ein Stück Flacheisen heraus gebrochen, denn er wollte nicht noch einmal so leicht getötet werden. Das dieser Diener ihn so schnell bemerkt hatte, dass er Hayato mit dem Schwert durchbohren konnte sobald er aus den Büschen war, würde er nicht noch einmal passieren lassen.
    Mit dem Flacheisen in der Hand war er hinter ihnen her gelaufen, bis er eine bessere Sicht am Geländer vorbei bekommen hatte. Dabei hatte er diese Zicke erkannt, die schon am Vortag nichts als Ärger machte. Offenbar war sie bei einer ihrer Aktionen direkt dem grünäugigen Teufel vor die Füße geraten. Als dieser dann ein Messer aus der Jacke zog, gab Hayato noch einmal richtig Gas.


    [Takeshi Okamura]
    Ishiguro-san schien vom Planeten der Ritter in goldener Rüstung zu kommen... Takeshi fragte sich, was er nun mit seiner Litanei erreichen wollte, die er da ab ließ. Hatte er irgendeine Anklage erhoben? Hielt der neue Junge das Messer für eine Drohung?
    Dann sprang das Mädchen mit den mageren Gesichtszügen Ishiguro-san bei.
    Jedenfalls hatte er innerhalb seiner Verteidigungsrede auch seine Sicht der Dinge dargestellt, was zu dem Ereignis auf der Brücke geführt hatte. Da er als Schüler keinerlei Anklage gegen Nukui-san erhob, war damit auch sein Eingreifen nicht weiter notwendig. Schließlich hatte Takeshi nur wissen wollen, was vorgefallen war.
    Das Messer mit Nukui-sans Namen drauf hatte zumindest ihre Scharade beendet und sie vorerst schweigen lassen.
    "Da du dich als Auslöser bekannt hast, Ishiguro-san, gibt es eigentlich nichts weiter zu besprechen. Und was die Einhaltung der Schulregeln angeht, so sind Waffen in keiner Form erlaubt, ob sie nun mit diesem Ereignis in Zusammenhang stehen, oder nicht!" setzte Takeshi an. Woher die beiden Schüler ihre Ansicht einer Anklage genommen hatten, war ihm auch beim nochmaligen Durchgehen seiner Aussagen nicht einleuchtend. Er hatte nur dem Auftritt von Nukui-san keinerlei Glauben geschenkt, sie aber nicht wegen etwas beschuldigt.
    "Wegen dieser Waffe, Nukui-san..." Auch wenn er ihr nicht absichtlich hier begegnet war, so hatte die Waffe als "Klappe" für ihre Aufführung ihre Wirkung erzielt. Er wandte sich bei den Worten schon leicht zur Seite, als etwas von hinten auf Höhe der Nieren in seinen Körper eindrang. Dem reißenden Schmerz nach zu urteilen, war es ein stumpfer Gegenstand, der mit hoher Geschwindigkeit in seinen Körper gerammt wurde. Takeshi sah explodierende Sonnen vor den Augen, als der reißende Schmerz seine Leber erreichte.



    Hayato hatte sich trotz der hohen Geschwindigkeit möglichst lange neben dem Asphalt bewegt, so dass seine Schritte nicht so hallten. Bei den letzten Metern brachte er das Flacheisen nach vorne und rammte es, als Ausgleich für seine Tötung, aus vollem Lauf oberhalb der Hüfte in den Körper des grünäugigen Teufels. Blut lief ihm dabei über die Hände, als er seine Bewegungsenergie nutzte, um den Körper gegen das Brückengeländer zu drängen.
    Das Messer, dass der Gottesdiener in der Hand gehalten hatte, flog dabei aus dieser und rutschte über den Boden auf die Schnepfe zu, die noch immer ziemlich bedröppelt am Fleck stand.
    Leo-san erkannte ihn erst jetzt, als er durch die Bewegung in dessen Gesichtsfeld aufgetaucht war. Außerdem waren noch zwei andere Schüler auf der Brücke, die Hayato noch nie vorher gesehen hatte. Aber vorerst ließ er sich nicht von seiner Rache ablenken.
    Mit einer Drehbewegung ermöglichte er dem Flacheisen den Durchstoß aus der vorderen Bauchdecke und hob den grünäugigen Teufel gleichzeitig am Geländer hoch.
    "Das ist dafür, dass du mich erstochen hast!" brüllte er seinen Zorn hinaus und kippte den Körper über das Geländer. Ohne einen weiteren Laut fiel der Drecksack in die Tiefe und klatschte ins Wasser. Hayato hatte sich am Geländer fest geklammert und starrte dem Stürzenden hinterher, bis dieser ins Wasser tauchte.
    Mit einem zufriedenen Seufzer richtete er sich wieder auf und blickte kurz in Richtung Cafeteria. Dort hatte niemand etwas von diesem Ereignis mitbekommen. Scheinbar waren alle noch von dem anderen Vorfall abgelenkt gewesen.
    "Auch wenn diese Welt die Hölle ist, brauchen wir uns ja nicht alles gefallen zu lassen!" meinte er dann zu den anderen auf der Brücke.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17: 17 Uhr - Gelände der Schule - Brücke B

    "Woher soll ich denn bitte wissen, wie es in dem Kopf eines Perversen wie ihm vorgeht? Wieso glauben sie mir denn nicht?"
    Ihre Reaktion, die äußerlich sehr überzeugend rüber kam, erinnerte ihn an eine andere. Noriko hatte sich bei einem Besuch im Hause Okamura ziemlich gelangweilt, weil Vater und Bruder noch mit geschäftlichen Dingen beschäftigt waren. Takeshi hatte für eine Prüfung lernen müssen und war konzentriert am Lernen, als im Haus plötzlich Lärm ausbrach.
    "Hier ist überhaupt nichts los!" vernahm er die Stimme von Kusine Noriko.
    Irritiert wegen dem Krach war er die Treppe runter gekommen und sah das eine Vase im Flur zerbrochen auf dem Boden lag. Noriko stand direkt daneben und schaute ihn wütend an. Ehe er auch nur einen Ton sagen konnte, waren seine Tante und sein Vater aufgetaucht. Takeshi sah direkt in Norikos Gesicht, als dieses sich vollkommen veränderte. Plötzlich rollten Tränen über ihre Wangen und als ihre Mutter wegen der kaputten Vase aufschrie, brach sie in Tränen aus. Aber es war nicht Scham, sondern etwas anderes...
    "Takeshi hat mich so erschreckt, als er plötzlich die Treppe runter kam", jammerte Noriko. "Ich hatte gerade die Vase angehoben und sie ist mir dann vor Schreck aus der Hand gefallen."
    Takeshi konnte kaum glauben, was da vor ihm gerade abging. Aber Tante und Vater waren gleich voller Mitgefühl... Natürlich verzieh man dem armen Mädchen. Sie wandte ihm kurz das Gesicht zu und streckte ihm die Zunge raus. Da die Erwachsenen den Tränen Glauben schenkten, wurde Takeshi dazu verdonnert, die kaputte Vase zu ersetzen.
    "Ich habe eben ein cholerisches Temperament. Ich arbeite ja auch daran, dass ich nicht mehr so ausraste... wie eben gerade. A-Aber sie können doch nicht von mir verlangen, dass ich vollkommen ruhig bleibe, wenn..."
    Die Mischung mit Tränen, Stimme und den Körperbewegungen war sogar besser als die von Noriko, aber Takeshi vertraute seinem inneren Gefühl, dass ihn vor diesem Mädchen warnte.
    "Wieso glauben sie mir nicht?! Ich flehe sie an! Ich weiß, ich bin in keinster Weise perfekt, weit entfernt davon sogar, aber er ist ein Monster und sie lassen ihn einfach so gehen!? Einfach so!?"
    Nein, dieses Mädchen war bestimmt kein Opfer! Sie hinterließ Opfer! Situationen, in denen der Schuldige einfach nur schweigend dastand oder auch nur ein knappes Wort des Dankes von sich gab, ohne sich zu rechtfertigen, waren eher die Ausnahme. So stark, wie Ishiguro-san hatte Husten müssen, war er nicht gerade leicht gewürgt worden. Trotzdem wandte er sich eher dem anderen Mädchen zu, die in ihrer Schuluniform ziemlich dünn wirkte. Kein Abstreiten von irgendetwas, kein Lamentieren.
    "Das ist doch nicht gerecht. Bitte..."
    Dieses Mädchen hingegen hatte viele Worte gemacht und noch mehr Tränen dazu vergossen. Takeshi griff auf das Informationssystem zu. Es waren zwar keine Sperren gegen Gewalt zu finden, aber ein Sexualtäter, der wie sie ihn darstellte zwanghaft war, würde nicht durch das Raster kommen! Ebenso wenig, wie ein Selbstmörder hierher gelangen konnte.
    Diese Welt sollte einen friedlichen Schulalltag ermöglichen, mit einem eher beschaulichen Drumherum. Dabei waren die Schulschwänzer eher eine Regelabweichung. Und damit waren sie eher sein Problem, als dass ein notorischer Grapscher in dieser Welt gelangen konnte.
    Je länger er Nukui-san zuhören musste, desto überzeugter war er, dass sie bei näherer Untersuchung wohl eher die Gewaltanwenderin sein würde. Dafür sprach ein gewisses Beweismittel. Noch während er ausdruckslos seinen Gedanken nach hing, trat das magere blonde Mädchen vor.
    "H-hey, d-du! Warum bist du so gemein zu ihr?" fragte sie mit zittriger Stimme.
    Gemein? Weil ihn ihre Tränen nicht sofort in einen will fahrigen Trottel wie damals seinen Vater verwandelten? Takeshi glaubte, sich verhört zu haben. Hätte das Informationssystem in seinem Kopf jetzt noch hämisch gelacht, dann wäre er sicher gewesen, dass man ihn hier mit Absicht verarschte.
    Wäre er ein Polizist gewesen, dann würde er nun einknicken müssen. Aber hier ging es nicht um Vorgesetzte... Wofür die Lehrer hier in dieser Welt eingesetzt waren, war ihm inzwischen bekannt. Hier gab es nur ihn, der sich um Abweichungen im Alltag zu kümmern hatte.
    So wie damals auch Noriko, vertraute Nukui-san auf den Glauben an das Gute, was die meisten Menschen dazu brachte, das Richtige zu tun. Richtig natürlich in ihrem Sinne! An der Reaktion des Mädchens war der Erfolg dieser Masche auch deutlich bewiesen worden.
    Da er auch noch Leopold-san hinter sich stehen hatte, der eine starke Unruhe ausstrahlte, wollte er nicht unbedingt noch weitere Schüler auf diese Situation aufmerksam machen.
    Ishiguro-san war unter 1,60m groß, Nukui-san hingegen fast 1,70m wie auch das magere Mädchen. Der kleine Schüler mit der mittelalterlichen Aussprache wirkte ihr gegenüber nicht wirklich überlegen.
    "Nein, ich verdrehe mich nicht!" dachte er.
    "Ich glaube nun mal nicht nur aufgrund von Tränen eine solche Geschichte. Wenn du das als gemein bezeichnen möchtest, Mai-san, dann steht es dir frei! Eine Entscheidung zu treffen, ohne alle Fakten offen gelegt zu haben, ist nur behelfsmäßig und nicht ziel führend. Um aber alle Fakten zu erhalten, ist nicht nur die Aussage dieses Mädchens ausreichend. Deshalb werden wir wohl alle zum Schülerratsbüro gehen müssen", äußerte er sich dann laut.
    Da er Nukui-san nur gefragt hatte, ob sie bei ihrer Aussage bleiben wollte, was einen weiteren Wortsturm mit Schluchzen ausgelöst hatte, war Takeshi neben seinem Gefühl nun auch noch misstrauisch. Wenn sie es so beschämend fand, dann machte sie entschieden zu viele Worte darum. Dann spielte er noch eine Trumpfkarte aus, die ein Schüler zu ihm gebracht hatte, nachdem er den Gegenstand gefunden hatte.
    "Kennt jemand von euch zufällig den Besitzer dieses Messers?" fragte er, während er eine Klinge aus seiner Jacke zog. Es war eine schwarze, einschneidige Klinge aus N695 in dessen Klinge ein Name eingraviert war.

    Nachdem ich schon mal einige Zeitangaben für Wegstrecken im ersten Post nachgetragen hat, war nun auch noch mal eine Info zu dem Daten-System notwendig, da hier immer wieder Eigeninterpretationen auftauchen.
    Die Schüler bekommen die Infos als Orientierungshilfe eingespielt, aber es funktioniert nicht wie ein ständiges Navigationssystem. Eher so, dass man weiß wo welches Gebäude ist und wozu es dient. Grundrisse mit allen Räumen werden nicht übermittelt.
    Auch bekommt niemand außer Takeshi Informationen über Schülernamen. Da muss sich jeder selbst vorstellen ;)
    Beim Schülerratspräsidenten, der ja alles im Rahmen halten soll, macht eine solche Ausnahme als Erleichterung Sinn, da er merkwürdig wirken würde, wenn er jeden Schüler nach dem Naamen fragen müsste.
    Die Informationen des Systems werden einmal gegeben und setzen sich dann wie Erinnerungen fest.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:16 Uhr - Gelände der Schule – Brücke B


    Die plötzliche Nummer mit den Tränen war schon eine wirklich gute Inszenierung, musste Takeshi zugeben. Hätte man nicht ihre Worte während des Kampfes gehört... Dieses Mädchen war schon am ersten Tag auffällig gewesen. Sie war im Schulgebäude von Jester aufgehalten worden, aber ihrer Körperhaltung nach hatte sie zu dem Zeitpunkt ihn an der Schulter greifen wollen.
    Von "Hat dir jemand ins Hirn geschissen" zu "Bitte helfen sie mir" war es gewöhnlich ein himmelweiter Unterschied.
    Wäre Takeshi ein ganz normaler Schüler, aufgewachsen in einer netten Familie, hätte er diesen Sinneswandel vielleicht akzeptiert, aber dem war nicht so.
    Ibuki Nukui hatte das große Pech, dass sie der Mentalität einer Kusine so ähnlich war, dass es kein Zufall sein konnte! Sie wusste, dass sie gerade bei Gewaltanwendung erwischt worden war und versuchte nun die "armes kleines Mädchen"-Nummer durchzuziehen, die Noriko auch immer verwendet hatte.
    Meinte sie tatsächlich, dass der Sprung aus vollem Lauf in den Rücken eines Jungen, in Verbindung mit den Worten, die sie am Boden verwendet hatte, sich so einfach vermischen ließen. Möglicherweise hatte sie auch den Effekt der Felsenklamm unterschätzt, der teilweise wie ein natürlicher Verstärker wirkte.
    Eine weitere Fähigkeit, die Takeshi in seinem früheren Leben gelernt hatte, war das Lesen von Ausdruck und Haltung. Und diese sagte ihm, dass Nukui-san ihn überhaupt nicht leiden konnte.


    Das andere Mädchen, welches ebenfalls erst wenige Minuten in dieser Welt weilte, starrte nur auf die Szenerie. Ihrem Gesichtsausdruck nach kam sie mit der Situation überhaupt nicht klar.
    "Nukui-san, der Fairness halber teile ich dir mit, dass mir bekannt ist, dass dieser Junge und das Mädchen hier erst vor wenigen Minuten in dieser Welt angekommen sind", sagte er mit kalter Stimme. Das sie ihn wie einen gutmütigen Blödmann versuchte zu benutzen, ließ die Temperatur seiner Stimme und mehrere Grade fallen.
    "Möchtest du also weiterhin behaupten, dass dieser Junge hier die Augen aufschlägt und sofort einen Annäherungsversuch gestartet hat, nur um dann im vollen Lauf zu verschwinden und dann hier auf der Brücke von dir angesprungen zu werden?"

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:16 Uhr - Gelände der Schule – Brücke B - Cafeteriaseite

    Takeshi sah hinter der neuen Schülerin weitere Personen, die aus der Richtung des Lehrerwohnheimes in Richtung der Brücke gerannt kamen. Die vordere Person war ebenfalls ein neuer Schüler, während dahinter wieder jemand aus der Gruppe von gestern rannte. Das Mädchen mit dem verbissenen Gesichtsausdruck sprang dem fremden Schüler aus vollem Lauf in den Rücken und beide gingen in einer Abrollbewegung zu Boden.
    Das Mädchen, die er als Nukui-san identifizierte, nahm nach einer harten Landung den neuen Schüler in den Schwitzkasten.
    "Hat dir jemand ins Hirn geschissen?! Wenn dir dein kleines Leben etwas wert ist, dann wirst du mir antworten, klar?!"
    Ihre Worte waren laut genug, dass sie bis zum anderen Ende der Brücke zu verstehen waren.
    Die Reaktion des neuen Schülers fiel noch merkwürdiger aus, da er sich einer etwas antiquierten Ausdrucksweise bediente, und trotzdem eine spöttische Bemerkung zustande brachte.
    Das blonde Mädchen, das sich bereits auf der Brücke befunden hatte, war bei dem Sturz der beiden stehen geblieben und hatte sich zu dem Knäuel am Boden umgedreht.
    Der neue Schüler brachte es aus dem Schwitzkasten, in dem er gehalten wurde, fertig sich bei dem blonden Mädchen vorzustellen. Danach setzte er seine Verspottung in Richtung des ihn würgenden Mädchens fort.
    Takeshi fragte sich, warum so viele merkwürdige Charaktere in dieser Welt auftauchten.
    Hinter ihm wurde Leopold-san unruhig, da er Nukui-san offenbar auch kannte.
    "Dürfte ich erfahren, was dieser Aufstand zu bedeuten hat?" fragte er in Richtung des Knäuels.


    [Rika Sumiyoshi]
    Rika war sich nicht ganz sicher, was Yukiko da gerade vorhatte. Offenbar hatte sie sich wegen der Verletzung von Inugami-san Sorgen gemacht. Das Gespräch zwischen den Beiden schien sich dann nicht so zu entwickeln, wie sie es geplant hatte. Das sogar ihre Ohren rot wurden, ließ Rika vermuten, dass Yukiko gerade eine knallrote Bombe bekommen hatte.
    "Jo, Senpai, ich glaub kaum, dass ich heute noch etwas runterkriege. Willst du die Marke haben?"
    Rika konnte zwar nachvollziehen, dass Yukiko angeschlagen war, aber sie wunderte sich innerlich doch etwas über die Reaktion.
    "Warum nicht?!" antwortete sie und nahm die Marke. Dabei warf sie einen schnellen Blick auf die Zuordnung.
    "Katsudon hatte ich schon länger nicht mehr", fügte sie dann hinzu, als wäre dies der Grund für ihr Akzeptieren.

    Der erste September ja, aber wir starten dann pünktlich. Wenn du länger brauchst, dann schreiben wir schon mal los ;)
    Startzeitpunkt setzen wir 15 Uhr fest. Dann haben wir Zeit, falls noch was im Vorfeld zu besprechen ist.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 2 - 17:15 Uhr - Gelände der Schule – Eingangsbereich der Cafeteria

    „Erst einmal müssen wir von den anderen Schülern weg!“ dachte Takeshi, während er durch die Menge schritt, die sich wieder vor ihm öffnete. Derzeit folgte ihm Leopold-san ohne jeden Widerspruch. Aber Takeshi vergaß nicht, welchen seltsamen Gemütswandel er erst vor kurzem durchlaufen hatte…
    Er fragte sich, ob es diesem Schüler überhaupt bewusst war, wie sprunghaft dessen Psyche war. Ein Umschwung von kochend vor Wut zu gefasst nachdenklich war nicht gerade der normale Ablauf.
    Takeshi stellte sich vor, wie ein Fahrzeug von Tempo 200 in völliger Nullzeit zum absoluten Stillstand kam. Beharrungskräfte, Fliehkräfte… Es wirkten viele Faktoren mit, so dass Insassen eines solchen Fahrzeuges keine Überlebenschance hätten. Leopold-san hatte aber etwas vergleichbares vollzogen.
    Takeshi wollte lieber vorsichtig bleiben.

    Als sie den Vorplatz in Richtung der oberen Brücke überquerten, bemerkte er ein blondes Mädchen auf der Brücke, die sich gerade in seine Richtung in Bewegung setzte. Schon beim ersten Anblick wusste er, dass sie noch nicht lange in dieser Welt weilte.
    Was machte der Schöpfer dieser Welt nur? Obwohl er eine ursprünglich stabile Schulumgebung erschaffen hatte, tauchten ständig neue Variable auf.

    Nun hat Yukinangel auch ihren Charakter eingeführt und er bewegt sich ebenfalls gerade in Richtung Cafeteria.
    Auf der ersten Seite des Diskussions-Threads habe ich inzwischen ein paar Zeitangaben eingetragen, so dass Übersichtsplan und diese Daten zusammen bleiben.
    Nach der aktuellen Zeit wären Elogans Yoshio und Ibuki gerade auf Höhe des Lehrerwohnheimes. Bei Laufgeschwindigkeit könnten sie gerade oben an der Straße angekommen sein (zumindest Yoshio, der ja etwas Vorsprung hat), die auch zur oberen Brücke führt.
    Da sich eine weitere Auseinandersetzung mit Schülerauflauf nicht so ohne weiteres inszenieren lässt, wäre es für den Handlungsfluss besser, wenn Yoshio und Ibuki im letzten Abschnitt des Posts angepasst werden.
    Ibuki könnte ihn vielleicht an der Brücke schon einholen. Damit wären beide im Sichtbereich.

    Elogan und Tsubaron,
    macht ihr beiden euch bitte noch mal ein paar Gedanken, da wir ja scheinbar die Aufregung in der Cafeteria bereits aufgelöst haben.
    Da ihr ja den kurzen Weg über die obere Brücke (6) genommen habt, seid ihr dabei an Yukinangels Char vorbeigelaufen, ohne sie zu bemerken. Nun kommt da ja auch wieder Takeshi mit Leo an, denen ihr ja auch nicht begegnet seid.
    Im Endeffekt müsste ich jetzt einen anderen Aufregungspunkt erzeugen, um euren Post stimmig zu machen. Daher ist es vielleicht besser, wenn ihr editiert, um im Fluss zu bleiben ;)