Beiträge von Soulshadow

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - Speisesaal
    18:25 Uhr

    Heitani Ichiru erhob sich von seinem Platz, an dem er gerade noch gegessen hatte und trat etwas nach vorne. Die kleine Markierung auf dem Boden fiel einem unaufmerksamen Beobachter nicht auf, aber hier stand er im Fokus einer Verstärkeranlage.
    "Wenn ich einen Kurzen Augenblick um ihre Aufmerksamkeit bitten dürfte?!"
    Die Geräusche innerhalb des Speisesaales verebbten und viele Schüler schauten überrascht in seine Richtung. Durch die versteckten Lautsprecher war er überall bestens zu verstehen.
    "Im Anschluss an das Abendessen werden wir für sie eine Führung über die Insel durchführen, damit sie sich morgen schon zurecht finden können!" fuhr er fort, als er sich der allgemeinen Aufmerksamkeit sicher war. "Wir werden sie in Gruppen herumführen, so dass sie sich ab 18:45 Uhr auf dem Vorplatz einfinden können! Die Lehrer werden farbige Fahnen mit sich führen, an denen sie sich orientieren können. Wenn sie sich einmal einer Gruppe angeschlossen haben, sollten sie auch in dieser bleiben. Danach ist für den Rest des Abends Freizeit bis 22:00 Uhr. Zu dieser Zeit sollten sie alle wieder auf ihren Zimmern sein. Morgen früh gibt es ab 07:00 Uhr Frühstück hier im Speisesaal. Um 08:15 Uhr findet draußen vor dem Verwaltungsgebäude die Morgenversammlung statt und ab 08:30 Uhr beginnt der Unterricht. Sollten sie noch Fragen haben, wenden sie sich während oder nach der Führung an die Lehrkräfte."

    Zusammen mit den anderen Lehrern verließ er nach der Ansage den Speisesaal. Die Direktorin war noch nicht wieder aufgetaucht und daher wohl mit anderen Dingen beschäftigt.

    Valentina Amasowa blickte auf die Gestalt von Ryu, der nach der Kletterwand nun einen Stangenparcours mit dem erhöhten Körpergewicht absolvieren musste. Dabei war die Aufgabe, auf den Enden der etwa zwei Meter hohen Stangen zu laufen.
    Deutlich sah sie den Trotz in seinem Gesicht und den Willen sich keinesfalls klein kriegen zu lassen. Andererseits würde er eine Aufgabe, die nicht seine ganze Kraft kostete, oder jede Form von Mitgefühl als Schwäche auslegen. Sie dachte daran, dass sie hier eine ganze Akademie zu leiten hatte und nicht die Zeit dafür haben würde, für Ryu passende Herausforderungen zu finden. Da würde sie sein Interesse schon auf einige Teile der Anlage verlagern müssen, damit er sich beschäftigen konnte. Nach einem kurzen Blick zur Uhr wurde auch das Knurren ihres Magens für sie nachvollziehbar.

    In Japan ist das Abendessen die Hauptmahlzeit des Tages, so dass es dann auch einiges an Auswahl gibt.

    Generell kann man sagen, das Reis das Hauptnahrungsmittel ist, dazu gibt es viel Gemüse und viel Fisch, aber auch Fleisch. (Erst danach kommt Tofu usw.)

    Udon (sehr, sehr, dicke weiße Weizennudel)
    Somen (sehr dünne Fasernudeln, die oft auch kalt gegessen werden)
    Soba (dünne, mal weiße und mal braune Buchweizennudel)
    Ramen (aus dem chinesischen stammende Nudelsorte)

    Yakisoba - gebratene Soba mit einer worcestersaucenähnlichen Sauce, Fleisch, Kohl usw. angemacht.
    Tempura - frittiertes Gemüse und Meeresfrüchte -> eines der wenigen fettigen Gerichte
    Kare - Curry. Auch wenn es wenig außer dem Gewürz mit anderen Grichten diese Namens zu tun hat.
    Norimaki - In Algenpapier (nori) eingerollter Reis mit Füllung (Fleisch, Gemüse, Meeresfrüchte)
    Nikuman - gefüllte Teigtaschen (ursprünglich chinesisches Gericht)

    Fleisch in verschiedenen Sorten:
    gyniku= Rind
    butaniku= Schwein
    toriniku= Huhn
    karno / aigamo= Ente
    inoshishi= Wildschwein
    shika= Reh

    Fisch
    Sashimi - einzelner roher Fisch (verschiedene Fischsorten)

    dazu noch
    dashi - eine Art Brühe aus Fisch, Pilzen usw.
    shoyu - relativ dünne Soyasoße
    miso - Bohnenpaste

    Anbei jetzt noch der erweiterte Lageplan der Insel!
    Und noch ein kurzer Blick in die Kontrollzentrale der Simulationsarena (Im Vordergrund die Rektorin Valentina Amasowa)

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - Speisesaal
    18:00 Uhr

    Kayalyn Rivet schob ihr Tablett auf der Schiene weiter und blickte auf die Auslage.
    "Einmal die Soba-Nudeln mit Ente und einen Sham-Shin-Salat!" teilte sie der Bedienung ihre Wünsche mit.
    Die große Suppenschale wurde gefüllt und frisch gebratene Stücken Entenfleisch oben aufgelegt. Gleich darauf reichte man ihr die Schale mit dem Salat ebenfalls.
    Der Duft der frischen Lebensmittel ließ ihr bereits das Wasser im Mund zusammen laufen.


    Für die Lehrer waren in einer Ausbuchtung des Speisesaales runde Tische aufgestellt worden, wohin sich jetzt auch Kayalyn begab. Einer ihrer Kollegen saß bereits an einem Tisch und sie setzte sich dazu.
    Hanagata Kanazawa blickte von seinem Mahl auf.
    "Sie scheinen einen guten Appetit zu haben, Miss Rivet. Gab es an ihrem bisherigen Betätigungsort etwa nichts zu essen?"
    "Da war meist Junk-Food oder Dosenfutter angesagt. Kein Vergleich zu diesem Essen!" erwiderte sie und setzte die Suppenschüssel an die Lippen, um schlürfend einen Schluck zu trinken.


    Hanagata Kanazawa war doch etwas erschrocken über die Umgangsformen der jungen Frau. Sie war ganz offensichtlich Amerikanerin! Von den Geboten der Höflichkeit hatte sie wahrscheinlich nie etwas gehört und auch seine bewusste kleine Spitze hatte sie vollkommen ignoriert.
    Für einen kurzen Moment überlegte er, ob er sich einfach an einen anderen Ort teleportieren sollte, aber diese Art der Flucht wäre seiner unwürdig gewesen.
    Somit beförderte er weiter Reis mit den Stäbchen in seinen Mund und bemühte sich ansonsten ihr Verhalten zu ignorieren.

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - 1. Stock
    17:45 Uhr

    Franka Milagrosso blickte aus dem Fenster hinunter auf die Treppe. Dort kamen die Schülerinnen und Schüler größtenteils schon in ihren neuen Schuluniformen hinauf gelaufen.
    "Wissen die Kinder da unten wirklich, was man von ihnen erwartet?" fragte sie halblaut.
    Ricarda Montenegro drehte sich in ihrem Sessel herum.
    "Wollen sie ihnen das jetzt schon an den Kopf werfen?" stellte sie eine Gegenfrage.
    Franka blickte sie kurz an und schüttelte dann den Kopf.
    "Nein, es wäre nicht fair!" sagte sie dann leise.


    Heitani Ichiru lehnte an der Wand und blickte auf Senri Tsukamoto herunter.
    "Das gilt besonders für sie!" brummte er mit ernstem Blick. "Wie gut auch immer ihr Verhältnis zu ihrer Schwester ist, Senri, dieser Punkt ist indiskutabel!"
    "Ja, ich habe die Direktorin klar und deutlich vernommen!" gab Senri mit schmerzvollem Blick zurück. "Ich werde meiner Schwester die Hintergründe nicht vor der Zeit eröffnen!"


    "Was ist jetzt eigentlich mit diesem Hagen?" fragte Ricarda von ihrem Sessel her.
    "Damit haben wir ein ganz besonderes Früchtchen", erwiderte Heitani langsam. "Hagen Kosaka wurde zu vielem ausgebildet und nichts davon war das Dasein eines Schülers!"
    "Er ist doch in einem Waisenhaus aufgewachsen, oder?" hakte Ricarda nach.
    "Wenn er nicht gerade wieder abgehauen war, ja", bestätigte Heitani mit einem schmalen Grinsen. "Erst als ihn die inoffiziellen Schattenmächte in die Finger bekamen, wurde er richtig gefährlich! Vorher hat er nur Leute beeinflusst, um seinen Willen zu bekommen oder ihnen das Geld abzunehmen. Doch plötzlich wurde er für politische Attentate trainiert und eingesetzt."


    "Warum hat man ihn dann hierher gebracht?" fragte Franka direkt.
    "Nur hier sind die Kinder noch eine Zeit lang sicher!" warf Senri ein, der hier ja nicht mit seinem Wissen hinter dem Berg halten musste.
    Alle sahen sich kurz in die Augen und senkten dann betroffen den Blick. Es blieb so schrecklich wenig Zeit und doch mussten sie alle das Spiel mitmachen!
    "Genug davon! Lassen sie uns runter gehen und mit den Neuzugängen essen. Und nicht vergessen... Freundliche und zufriedene Gesichter da unten!"

    Wir hatten ja schon mal darüber gesprochen, Robin. Ist kein so großes Hindernis, da ja recht viele Schüler da sind.
    Wir sind gespannt auf deinen Char!
    Also, willkommen in der Runde ;)

    Ich habe es mal eine Zeitlang gespielt.
    Die Engine war zu denen, die man davor benutzt hatte, eine wahre Freude (heute gibt es schon wieder Neue!)
    Durch die Instanzen und die Queste war man von Anfang an gut beschäftigt und es gab immer was zu tun.

    Problematisch wurde es dann nur, als die Sache mit "Du musst dies..." und "unebedingt dann..." losging. Auch wenn ich gerne mal daddel, aber es gibt auch anderes zu tun - z.B. Anime schauen ;)

    Tja, und plötzlich war man ausrüstungstechnisch weit hinterher und damit aus dem Rahmen raus. Seit dem hat sich das erledigt!

    Ich denke mal, dass du dein Hauptaugenmerk bei den Anime etwas genauer umschreiben solltest, damit man dir die richtigen Tips geben kann ;)
    Eureka Seven könnte da schon in den Rahmen passen, aber wie gesagt, so ist es schwierig, den Rahmen abzuschätzen.

    Vielleicht magst du deine wichtigsten Punkte für Anime mal aufzählen?

    Ich lege dann noch mal nen Grundriss vom Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes dazu ;)

    Damit auch jeder weiß, wo es was zu futtern gibt!

    Salat und Obst wird an einem Buffet angeboten, ebenso wie verschiedene kalte und warme Getränke.

    Auswahl zwischen drei Gerichten aus der Küche.
    Das Essen kann dann an einem Tresen, der die Verbindung zwischen Küche und Speisesaal darstellt, abgeholt werden.
    Ob ihr Stäbchen, oder Besteck nehmen wollt, müsst ihr schon selbst wissen.
    Und ja, Tabletts sind vorgeschrieben! Damit man das schmutzige Geschirr über das Förderband wieder abgeben kann.
    Und wer beim nächsten Mathetest verreißt, der muss ne Woche Geschirr spülen :D

    *und falls jemand die Treppe nach oben vermisst, stellt sie euch einfach hinter dem Empfang vor!*

    Ein herzliches Willkommen hier im AFB.
    Schreibende Zunft, und du hast schon mal eingestellt ;)


    Falls du hier Lust hast, wir schreiben auch an RPG.
    Einfach mal reinschauen, ob es was ist...

    Tag 1 - Gelände der Akademie - Freiübungsplatz
    17:35 Uhr


    Mit einer geübten Bewegung verließ die Direktorin das Fahrzeug und blickte über den Platz, der sich vor ihr erstreckte.
    "Das nennen wir den Freiübungsplatz, Ryu. Hier können alle möglichen Trainings und Übungen durchgeführt werden. Du wirst ihn bestimmt auch wegen der Schießbahnen mögen! Aber heute wirst du ihn auf eine andere Art kennen lernen." ihre Stimme ließ bereits erahnen, dass es keinen großen Spaß machen würde.

    Akim Sokolow trat aus dem Schatten einiger Bäume und grüßte die Direktorin erneut auf die militärische Art und Weise.
    Eigentlich war er der Einzige hier, der das tat, denn sie war ja nicht mehr in der Armee.
    "Wir hatten uns kurz über eine geeignete Maßnahme für Ryu unterhalten, Akim", begann sie nach einem kurzen Nicken.
    "Gewichtserhöhung auf das Zweieinhalbfache, bevor er die Kletterwand angeht!" bestätigte der Angesprochene sofort.

    Mit einer Berührung von Ryus Schulter veränderte Akim Sokolow die Schwerkraft für den Jungen. Er war übergangslos der 2,5fachen Erdschwerkraft ausgesetzt!
    "Jetzt beginnst du mit der Kletterwand, Ryu!" sagte Valentina Amasowa ruhig und deutete auf eine steile Felswand mit winzigen Kletterhilfen.


    Eine Klappe in der Zellentür wurde geöffnet und ein Tablett mit der Gefängnisversion der Abendessens hineingereicht. Hagen stand langsam auf und nahm das Tablett aus der Hand des Sicherheitsmannes. Dieser warf nur einen kurzen Blick auf ihn und schloss die Klappe wieder.
    "Wenigstens ist uns hier ein ruhiger Abend beschieden, Milani!" sagte Hagen und erlaubte sich ein schmales Grinsen.
    Die Katze mit dem weißen Ohr tauchte unter der Pritsche auf und richtete ihre gelben Augen auf ihn.

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - Treppe zum Vorplatz
    17:28 Uhr


    "Bringen Sie das Mädchen rüber in das Wohnheim!" forderte Valentina Amasowa den Wachmann auf.
    Nekomi würde bestimmt einige Zeit brauchen, um sich mit der Situation zurecht zu finden. Trotzdem würde ein weiterer Aufenthalt in der Zelle dabei nicht behilflich sein.
    Sie dachte an Ryu.
    Anpassung war nun wirklich nicht seine Stärke. Und zum Soldaten taugte er auch nicht! Für ihn zählte nur seine eigene Auffassung.
    Langsam ging sie die Treppe hinunter und schlug den Weg zum Bunker ein.


    Sie kannte den Jungen nun wirklich lange genug! Die Zelle würde seine Ansichten nicht ändern und auch seinen Zorn nicht besänftigen.
    Er wollte nur seine geliebten Waffen wieder haben...
    Sie zog eine der beiden Pistolen aus der Tasche des langen Mantels, den sie sich übergeworfen hatte. Das waren einfach nur Werkzeuge. Das, was in seinem Inneren eingeschlossen war, würde weitaus machtvoller sein als eine Schusswaffe.


    Die beiden Wachmänner in der Kontrollstation standen auf, als sie den Bunker betrat. Trotzdem behielten sie ihre Stationen im Blickfeld.
    "Major?" fragte der Wachhabende.
    "Ich werde Ryu mit nach hause nehmen!" teilte sie ihm mit. Nicht mehr.
    Der Mann nickte und schritt in den Zellentrakt. Er schloss die Zellentür auf und ließ den Jungen heraustreten.


    "Mach dir nur keinen falschen Hoffnungen, Ryu. Noch ist es nicht ausgestanden. Aber die Zelle bringt bei dir nichts! Also komm!"
    Die Pistole hatte sie längst wieder im Mantel verschwinden lassen.
    Ihr würde etwas besseres einfallen, als ihn hier faul in der Zelle hocken zu lassen!
    Sie wandte sich um und ging los.

    Derzeit dürften etwa 200 Neuankömmlinge auf der Insel eingetroffen sein. Also wird es da eh noch nicht zur Vollbelegung kommen.
    Die Nächsten werden dann bald angekarrt werden.

    Ryu hat sich ja schon sein Einzelzimmer im Haus der Rektorin zugelegt, der ist schon mal nicht im Wohnheim.
    Vielleicht zieht Mamoru ins Kraankenhaus um?
    Lasst uns erst einmal den Einstieg erledigen, der Rest kommt dann schon ;)

    Für Kurzbesucher sind im Verwaltungstrakt ein paar Zimmer.
    Unten beim Anleger ist eine Wacheinheit in den beiden Blöcken beim großen Tor untergebracht.
    Vorerst sind im Krankenhaus drei Ärzte und sechs Schwestern, da auch dort noch keine volle Belegschaft vorhanden ist.

    Lasst uns hoffen, dass die Küche wenigstens voll bestückt ist :)

    Hier noch mal etwas zur Verbesserung der Vorstellung. Einen Etagen- und einen Zimmeranhalt :D

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - Büro der Rektorin
    17:06 Uhr

    Valentina Amasowa lehnte sich etwas zurück und ließ das Mädchen erst einmal reden.
    Niemand hatte ihr die Hintergründe erzählt und sie war auf offener Straße von den Agenten des chinesischen Geheimdienstes ergriffen worden.
    „Nekomi, bitte!“ warf sie, mit für ihre Verhältnisse sanfter Stimme ein. „Ich verstehe deine vollkommene Verwirrung. Und ich kann auch nachvollziehen, dass du nicht kämpfen willst…“ Sie ließ ihre Worte einen Moment lang wirken, um sich der Aufmerksamkeit des Mädchens gewiss zu sein.
    „Es gibt auf der ganzen Welt nicht gerade viele Menschen mit Fähigkeiten, wie sie die Schülerinnen und Schüler an dieser Schule haben!“ fuhr sie dann fort. „Auch wenn es für dich vielleicht nicht nachzuvollziehen ist, aber außergewöhnliche Fähigkeiten ziehen auch eine Verantwortung nach sich. Dabei wird niemand von uns gefragt, ob wir diese nun haben wollen, oder eben nicht!


    Du wurdest gegen deinen Willen hierher geschickt, dass ist dir gegenüber nicht fair. Aber niemand kann behaupten, dass das Leben fair ist! Was ich dir sagen kann, ist dass ihr Gruppen bilden werdet, wenn es um den Kampf geht. Du selbst wirst innerhalb einer solchen Gruppe deine anderen Partner mit deinen Kräften schützen. Diese Gruppen nennen sich Pentagramm. Innerhalb eines Pentagramms werden passive Fähigkeiten zur Verstärkung oder Verteidigung eingesetzt und die aktiven Kräfte führen den eigentlichen Angriff durch. Das ist eines der Ziele, die wir hier erreichen wollen.


    Vorher müssen eure Einzelfähigkeiten getestet und bewertet werden. Danach werden Ausbilder euch zeigen, wie man noch besser damit umgeht. Erst danach werden wir mit der Bildung von Pentagrammen beginnen. Du siehst also, dass es nicht deine vordringliche Aufgabe ist, zu kämpfen!“
    Der Blick ihres Auges musterte das Mädchen. Noch immer verharrte sie in Fluchthaltung.
    „Deinen Wunsch, wieder nach hause gehen zu dürfen, kann ich dir nicht erfüllen. Die Chinesen haben dich hier gemeldet, weil dein Vater es angeblich so gewollt hatte. Wir können das nicht widerlegen! Deshalb wirst du hier bleiben müssen!“

    Tag 1 - Verwaltungsgebäude der Akademie - Büro der Direktorin
    17:05 Uhr

    „Herein!“ drang eine Stimme klar durch das dicke Holz der Tür.
    Mit einer schnellen Bewegung öffnete der Mann die Tür und schob Nekomi einfach hindurch.
    In dem Büro, in das man sie auf diese Weise befördert hatte, erhob sich Valentina Amasowa hinter ihrem Schreibtisch und kam dahinter hervor.
    „Wie ich schon mal gesagt hatte, Nekomi Mao, wollen wir beide uns noch einmal in Ruhe unterhalten.“ Die Direktorin sprach ruhig und in freundlichem Ton.
    Ihr rechter Arm machte eine einladende Geste zu einer kleinen Sitzgruppe am Fenster des Büros.
    „Bitte setz dich doch, damit wir uns möglichst entspannt unterhalten können!“ forderte sie Nekomi auf. „Ach ja, auf die Telekinese solltest du verzichten, die beherrsche ich auch.“
    Ohne auf Nekomis Reaktion zu warten, setzte die Direktorin sich in einen der Sessel und schlug die Beine übereinander.

    Tag 1 - Auf der Insel - Der "Bunker"
    16:58 Uhr

    Missmutig blickte sich Hagen in der Zelle um. Die Wände um ihn herum wirkten merkwürdig. Wahrscheinlich würden sie Auswirkungen auf die Fähigkeiten der Insassen haben, aber da er bereits unter einer Unterdrückungsdroge stand, merkte er nichts davon.
    Die Übelkeit kam inzwischen in Wellen und beeinflusste seine Sehkraft.
    Wenn er jemals den Mistkerl in die Finger bekommen würde, der diese Subpressordroge entwickelt hatte!
    Von der Rede, mit der man die anderen Schülerinnen und Schüler hier in Empfang genommen hatte, war bei ihm nicht viel angekommen.
    Es war ja auch nicht so wichtig. Eine große Wahl hatte man ihm nicht gelassen!
    Pragmatisch gesehen würde ihm nichts anderes übrig bleiben, als sich vorerst mit der Situation abzufinden.


    Mit einer vorsichtigen Bewegung legte er sich auf die Pritsche, die an der Stirnwand fest angeschraubt war. Wegen der elenden Droge musste er aufpassen, dass ihm nicht das letzte Essen aus dem Gesicht fiel.
    Er hielt die Augen geschlossen, denn Zellen hatte er bereits genug von innen gesehen.
    In der Nachbarschaft hörte er das Weinen des Mädchens, die man mit Ryu und ihm hier in den Bunker gebracht hatte. Sie war ganz eindeutig auch nicht freiwillig auf die Insel gekommen. Allerdings schien es bei ihr vorher noch ein relativ ruhiges Leben gewesen zu sein.


    Seine Gedanken wurden von einem Maunzen unterbrochen. Milani war draußen vor der Zellentür. Sie fand ihn immer und überall! Nur das sie wegen seinem Sprung ins Wasser wahrscheinlich noch ziemlich ungehalten war. Wie fast alle Katzen hasste sie Wasser!