Beiträge von Soulshadow

    Ich finde diese Serie ausgesprochen gut, allein schon der langsame Anstieg der Herausforderungen...
    Auf diese Weise die Kraft des Willens darzustellen, aufzuzeigen wie leicht man sich selbst Grenzen setzt und doch die Kraft finden kann über sie hinauszuwachsen!


    Und ich hoffe doch, dass alle bei der letzten Folge auch noch nach dem Abspann den Rest angeschaut haben :D

    Mit dem Manga sieht die Sache so aus, dass er vergriffen und nicht mehr erhältlich ist.
    Selbst Sigma kann nur noch teilweise in englisch über einen französchischen Verlag bezogen werden...
    Daher noch einmal der Aufruf an alle, die den Manga besitzen oder kennen!

    Tag 2 - 16:10 Uhr - In der Simulationskuppel


    Ricarda blickte verdutzt auf Yuna Sakeiba. Manchmal fragte sie sich, wie alt die Schüler hier waren.
    "Äh, fang du doch einfach mit einem Angriff an und dein Gegenüber versucht zu kontern. Und dann lasst euch auf das Spiel ein und seht zu, ob ihr den jeweils anderen überraschen könnt!" sagte sie langsam. "Und denkt dabei daran, dass es hier nicht um Verletzung des Anderen geht, nur um die Beherrschung!"


    In einem Privatjet über dem Pazifik
    "Meldung von der Insel. Ein Agent der GLA hatte sich bei der letzten Schiffsladung eingeschlichen. Die Direktorin hat den Transportweg dicht gemacht!" sagte der uniformierte Stabsoffizier, der gerade aus dem Nachrichtenraum des Flugzeuges gekommen war.
    "Verdammt! Schon wieder die GLA!" Der Mann in dem gut sitzenden Anzug mit dem unauffälligen Allerweltsgesicht war alles andere als erfreut.
    "Da hat doch bestimmt einer lauthals damit geprahlt, das er zur Abunai geht! Und den haben die sich gegriffen! Das mit der plastischen Anpassung des Aussehens ist heutzutage ja kein Problem mehr."


    "Meldung an alle Sammelstellen! Vorerst werden keine Transporte zur Insel vorgenommen. Die Suchtrupps bleiben im Einsatz, aber die gefundenen Mutanten bleiben vorerst in ihrem Umfeld. Bis auf weiteres dürfen auch keine Extraktionen durch andere Geheimdienste vorgenommen werden!" ordnete der Mann dann an.
    "Wir müssen einen komplett neuen Weg zusammenstellen und dabei auch gleich die Kontrollen verstärken!"

    Auf dem Gelände der Akademie

    Marcella Cardellini lauschte, wie wohl auch die meisten anderen in der Gruppe, nur mit einem halben Ohr den Ausführungen zu ihrem Schulbeginn hier auf der Abunai Akademie. Es war nicht einmal die Direktorin, die die Einführungsrede hielt. Sie wurde, wie man es ausgedrückt hatte, zur Zeit an anderer Stelle gebraucht. Da sie dem Wortlaut der Rede auch nur zum teil ffolgen konnte, schaute sie sich etwas um. Im Anschluß an die Rede würden sie im Wohnheim ihre Zimmer beziehen, dann sollte noch eine Führung erfolgen, das hatte sie zumindest mitbekommen.


    Victor hatte wohl gleich noch Bekanntschaft mit einem anderen Mädchen geschlossen, die er ihr als Cuja Mari vorgestellt hatte.

    Hagen fing die Gedanken von Mai deutlich auf. Außerdem bekam er eine gewisse Aufregung aus dem Kontrollraum mit, wo man wohl gerade die Meßwerte aus ihrem Anzug empfangen hatte.
    "Es liegt nicht daran, dass du stärker geworden bist, Mai Tsukamoto! Deine Fähigkeit hat sich nur ein wenig weiter entwickelt. Dein Körper kann bedeutend mehr Energie kanalisieren, als du sie darin erzeugen kannst!" sandte Hagen seeine Gedanken aus. Da ihr Bruder ja ebenfalls ein Telepath war, dürfte sie damit keine Probleme haben.
    "Du nimmst aus anderen Quellen verbrauchte Energie wieder auf, wie jetzt gerade eben aus Haruka Takahasi. Heute morgen hast du wohl mich angezapft. Deine Freundin scheint aber eine bedeutend bessere Energiequelle zu sein!"


    Direkt neben Mai flimmerte kurz die Luft, dann entstand ein Hologramm der Direktorin.
    "Ich muss diese kleine Vorführung kurz unterbrechen!" kam dazu ihre Stimme wieder aus den versteckten Lautsprechern. "Die letzten Datensätze aus den Anzügen von Mai Tsukamoto und Haruka Takahashi haben eine ungewöhnliche Entwicklung gezeigt! Daher möchte ich die beiden jungen Damen bitten, sich zur Hauptschleuse zu begeben. Dort wird ein Lehrer sie erwarten und zu einem kurzen Check zum Krankenhaus begleiten!"
    Ohne weitere Erklärungen verblasste das Hologramm wieder.

    Franka Milagrosso trat zu der Gruppe der Heiler. Von gelangweilt bis hin zu angesspannt war eigentlich jeder Gesichtsausdruck vertreten.
    Diejemigen unter ihnen, die gleich wieder mit dem Schlimmsten rechnen, darf ich zuerst beruhigen. Es ist nicht vorgesehen, hier Blut zu vergießen, nur um ihre Kräfte in Aktion zu sehen!" sprach sie die Gruppe an.


    "Eines der Hauptprobleme bei der Zellenregeneration und der Biogruppierung ist der unterschiedliche Ansatz ihrer Kräfte an sich! Einige Heiler unter ihnen können direkt auf Verletzungen einwirken und diese mit Hilfe ihrer Kraft heilen, andere übertragen die Verletzungen auf sich selbst, da sie nur ihren eigenen Körper heilen können. Es ist daher nicht möglich, das diese Unterschiede auf die gleiche Art trainieren können!" Franka blickte in die Runde und sah eine Menge Verwirrung.


    "Diejenigen unter ihnen, die direkt auf einen anderen Organismus einwirken können, folgen bitte Tanabe Asuno. Sie werden ihre Kräfte an Pflanzen trainieren. Es wurden dafür extra Pflanzen ausgewählt, die auch über ein Gefäßsystem verfügen, damit sie entsprechend üben können. Die anderen folgen mir bitte zum Strand. Wir werden dort einige Versuche starten, wie wir ihre Kräfte aktivieren ohne gleich den Übertragungsprozess auszulösen!" führte sie weiter aus.


    Akim Sokolow hatte gesehen, wie Mai wieder bewusstlos wurde. Noch ehe er bei dem Mädchen ankam, war ein anderes Mädchen hinzugesprungen.
    "Nicht anfassen!" erklang eine scharfe Warnung in seinem Kopf. Akim bremste seinen Lauf ab und blieb überrascht stehen.
    Hagen stand in einiger Entfernung und sah ihn an.
    "Sie hat gerade einen direkten Energietransfer ausgeführt, Sergeant Major!" informierten Hagens Gedanken weiter. "Deshalb könnte es im Augenblick ungesund sein, sie anzufassen! Dieses andere Mädchen, Haruka, kommt damit klar, keine Angst. Sie verfügt über eine andere Quelle in ihrem Körper!"
    Schon rappelte sich Mai wieder auf und blickte überrascht in die betretenen Gesichter einiger Gruppenmitglieder. Als sie Akim entdeckte entschuldigte sie sich sofort dafür, dass sie sich übernommen hätte.
    "Es ist ja nichts weiter passiert!" antwortete Akim automatisch.


    Senri musste schwer an sich halten, nicht loszulaufen, als Mai in dem Energiekubus zusammenbrach. Alles in ihm drängte danach an ihre Seite zu eilen! Als das andere Mädchen gleich bei ihr war und Mai wieder auf die Beine half, beruhigte ihn ein wenig. Er wusste, wie müde Mai nach einer solchen Energieabgabe sein würde. Um so erstaunter war er, als sie gleich wieder zum Ausbilder lief und sich bei diesem entschuldigte.
    "Wollen wir dann vielleicht auch einmal anfangen?" erkundigte sich jemand aus der Telepathengruppe bei ihm.
    Senri musste sich zusammenreißen und konzentrierte sich auf seine Aufgabe hier.


    Heitani hatte zwei andere Schüler für eine Traningsrunde eingeteilt. Jetzt vor den anderen hier große Reden zu schwingen, würde nicht viel bringen! Deshalb ließ er den Vorfall an sich auf die anderen einwirken, die bei der nächsten Runde auch gleich vorsichter agierten.
    Da einige in der Gruppe einen allzu gelangweilten Eindruck machten, teilte er gleich weitere zu Übungen ein, so dass seine Gruppe dann in der Mitte von vier Übungskämpfen stand.

    Tag 2 - 16:08 Uhr - In der Simulationskuppel


    Heitani Ichiru hatte nach seiner kleinen Ansprache die Gruppe der Elementarfähigkeiten übernommen. Innerhalb dieser Fähigkeiten hatten sie nach Wasser und Luft aufgeteilt.
    Während er die Gruppe Luft übernahm, war Ricarda Montenegro mit der Gruppe Wasser weiter nach hinten in die Kuppelhalle gegangen, wo der kleine See war.


    Heitani hatte einen Jungen, der nach seinen Daten Robert Craven hieß gleich als erstes zur Vorführung herausgenommen. Dieser hatte innerhalb der Gruppe recht laut von seinem "Windy Punch" gesprochen, so dass Heitani ihm gerne die Gelegenheit gab, diesen Vorzuführen. Yamiro Takashi, der ebenfalls Winde in Stürme verwandeln konnte, wurde von Heitani als Trainingspartner ausgewählt.


    Der Name, den dieser Craven für seine Attacke ausgewählt hatte, war durchaus zutreffend, denn der sich bildende Windstoß wirkte tatsächlich wie eine Faust.
    Aber auch Yamiros Gegenreaktion konnte sich sehen lassen, denn er ließ eine Windhose entstehen, die einen Richtungswechsel des "Windy Punch" bewirkte.
    Ein Mädchen, das nicht zu seiner Gruppe gehörte, und sich scheinbar etwas gelangweilt durch die Kuppel bewegte, geriet so in den Pfad der Attacke.


    Heitani erkannte in dem Mädchen Rena Murasaki, die scheinbar nicht so recht wusste, was sie hier sollte. Aber sie wusste sich durchaus zu helfen! Ihre Gestalt wurde plötzlich unscharf, als sie ihre Körperdichte änderte. Die Windattacke glitt harmlos durch ihren Körper hindurch.
    "Damit haben wir auch gleich eindrucksvoll demonstriert bekommen, das wir hier keine Spielchen betreiben! Passt bitte auf, was ihr anstellt! Beide Auswirkungen waren gut, aber ihr müsst sie besser beherrschen! Robert, du hättest deine Attacke auflösen können, anstatt ihr hinterher zu starren!" sprach er seine Gruppe und besonders die beiden Trainingspartner an.


    Ricarda Montenegro hatte mit ihrer Gruppe den See erreicht und deshalb nichts von dem kleinen Vorfall mitbekommen.
    "Wir werden hier auch immer zu zweit mit den Fähigkeiten trainieren, die ihr beherrscht. In dieser Anfangsphase geht es, wie man euch schon mehrmals gesagt hat, um die bessere Kontrolle eurer Kräfte! Wenn dann zwei von euch einmal anfangen wollen? Wir üben erst einmal Angriff und Verteidigung!" erklärte sie ihrer Gruppe noch einnmal und bat dann die ersten Trainingspartner nach vorne.


    Kayalyn Rivet hatte die bislang wenigen Eis-Fähigkeiten übernommen und war ebenfalls ein gutes Stück von den anderen Gruppen weggegangen.
    "Ok, Leute. Die heutige Aufgabe besteht darin, dass ihr eure Fähigkeiten manifestiert und dann zu Angriff oder Verteidigung umfunktioniert. Damit ihr untereinander die Fähigkeiten des anderen besser einschätzen könnte, solltet ihr vielleicht Einzeln eure Kräfte demonstrieren!" forderte sie ihre Gruppe auf.


    Senri Tsukamoto hatte die Gruppe der Telepathen übernommen, da er durch spezielle Ausbildungen den anderen Telepathen noch ein paar Tricks beibringen konnte. Aber er war nicht ganz bei der Sache...
    Mai hatte sich am Vormittag bereits verausgabt und war ohnmächtig geworden! Sie wollte unbedingt mit allen anderen mithalten und bedachte dabei niemals, das sie ihre Körperenergie rapide abbaute!
    Die anderen Schüler blickten ihn an, denn er hatte seinen Gedankenschirm nicht voll ausgebildet.


    Kontrollraum über der Simulationskuppel
    Valentina blickte auf den Monitor, auf dem Ryyu auf dem Sniper-Plateau zu sehen war. Ein Guardian hatte die fließende Kraft bemerkt und sie informiert, so dass sie den unglaublichen Schuss auf dem Monitor gesehen hatte.
    "Er kann seine Fähigkeit offenbar auch noch anders nutzen!" dachte sie überrascht.

    Tag 2 - 16:07 Uhr - In der Simulationskuppel


    Akim Sokolow trat jetzt vor die Gruppe der Aktivkräfte. Hier waren die meisten roten und gelben Farben vertreten.
    "Ich bin als Ausbilder für die aktiven Fähigkeiten eingeteilt worden, weil meine eigenen Fähigkeiten mich vor den meisten Gefahren schützen können! Alle die unter euch, die ihre aktiven Fähigkeiten schon etwas beherrschen, wissen auch, was sie damit anrichten können! Einige unter euch wissen es sogar zu gut!" begann er seine Rede. "Das führt oft dazu, dass diese Fähigkeiten unterdrückt werden! Eine Teilaufgabe dieser Tranings ist, dass diese Ängste überwunden werden."


    Sein Körper begann sich vor den Augen der Anwesenden zu verändern. Die Haut nahm eine leicht gräuliche Färbung an und schien ihre Flexibilität zu verlieren.
    "Ich kann meinen Körper superhart verdichten, so dass Kugeln und Geschosse davon abprallen. Auch einige Energieformen kann ich so absorbieren, ohne Schaden zu nehmen!" sprach er weiter. "Jetzt werden wir sehen, was eure Fähigkeiten, die ihr zum Teil ja schon bei den Einstufungstests gezeigt habt, wirklich anrichten können!"


    In dem Teil der Kuppel hinter Akim begann sich ein leuchtender Würfel zu bilden.
    "Das ist ein Energiekäfig, in dem wir die derzeit mögliche Maximalleistung eurer Kräfte testen wollen! Um euch die Art des Vorgehens zu demonstrieren, wird euer Mitschüler Hagen Kosaka eine Kostprobe der Pyrokinese geben!" Akim deutete auf Hagen, dessen Anzug als einzige vollkommen schwarz war.


    Hagen horchte auf, als schon wieder sein Name fiel.
    "Bin ich hier jetzt Hilfsausbilder, oder was?" fragte er sich in Gedanken.
    "Das nicht, aber die absichtliche Beschädigung einer so teuren Schutzbekleidung muss ja irgendwie geahndet werden!" erklang eine andere Stimme in seinem Kopf.
    Hagen sah Senri Tsukamoto in einiger Entfernung stehen und ihn anblicken.
    "Was im Leben hat keinen Preis?" sandte Hagen zurück und trat an den Energiekubus heran.


    Er konzentrierte sich kurz, als er durch die kleine Öffnung getreten war, und seine Arme standen bis zu den Schultern in Flammen.
    "Eine kleine Vorführung... kommt sofort!" murmelte er und hob die brennenden Arme. Diese Art des Angriffs hatte er noch nie an einem lebenden Objekt angewandt.
    Mit einem Mal schossen meterlange Flammenlohen aus seinen ausgestreckten Armen und brandeten gegen die Energiemauern des Würfels. Nach wenigen Sekunden ließ er seine Arme kreisen und schleuderte dabei brennende Kugeln in die selbe Ecke des Würfels. Dann senkte er seine Arme ruckartig, wobei die Flammen wieder erloschen. Die Panzerung zischte etwas.
    "Das sollte wohl genügen, oder?" fragte er Akim Sokolow, nachdem er den Würfel wieder verlassen hatte.


    "Na ja, etwas dürftig, aber zur Ansicht geeignet!" stimmte Akim zögerlich zu.
    "Nachdem wir euch so gezeigt haben, das der Würfel nichts heraus lässt, möchte ich als nächstes Haruka Takahashi bitten, ihn zu betreten. So können wir jetzt deine Energieblitze testen!" forderte er dann das braunhaarige Mädchen auf.


    Oberhalb des Schießstandes


    Thoralf führte Ryu über einen schmalen Pfad auf die Felswand herauf. Oben gab es ein kleines Plateau auf dem drei nebeneinander liegende Schießplätze lagen.
    "Dort drüben sind sieben kleine Felsspitzen im Wasser. Unterschiedliche Entfernungen und jedes hat an die zwanzig verschiedene Ziele. Hier oben herrschen teilweise starke Seitenwinde, also kannst du in Ruhe sehen, wie du es am Besten anstellst, die kleinen Dinger zu treffen!" erklärte er dem Jungen während er auf die kleinen Felsnadeln deutete, die weitab vom Ufer aus dem Wasser ragten.

    Thoralf hob eine Augenbraue:
    "Das Scharfschützengewehr? Hab ich auch ein paar von auf Lager!" antwortete er dem Jungen. "Warte einen Moment."
    Er ging durch die Sicherheitstür hinter dem Ausgabeschalter, hinter der sich der eigentliche Lagerraum für Waffen befand. Zielstrebig lief er auf eines der Regale zu und griff sich die Heckler & Koch heraus. Auf dem Rückweg nahm er ein Magazin aus einem Munitionsregal und zwei Packungen Munition mit.

    Wieder im Gitterkäfig der Waffenausgabe angekommen, schob er alles zu Ryu durch.
    "Sollte für ein Gewöhnungstraining reichen. Wenn du dir sicher bist, dann komm wieder und ich bringe dich oben auf die Felswand zur Sniperbahn. Bei den Seitenwinden dort oben kannst du dann weiter üben!"

    Tag 2 – 16:05 Uhr – Vor dem Verwaltungsgebäude der Akademie

    Valentina Amasowa überblickte die Menge der neu Eingetroffenen. Es waren weniger als die Hälfte der gestrigen Truppe. Nachdem die anderen Schülerinnen und Schüler alle in der Simulationskuppel versammelt waren, hatten sich die Neuen auf dem Platz vor dem Verwaltungsgebäude versammelt.
    Durch die rasche Umschichtung der Zimmerbelegungen hatten bereits alle einen Schlafplatz zugeteilt bekommen.
    Diesmal war die Planung etwas straffer gehalten, so dass bis zum gemeinsamen Abendessen die offiziellen Führungen bereits abgeschlossen sein würden. Dadurch erhielten die beiden Gruppen für den Rest des Abends die Möglichkeit, sich kennen zu lernen.

    In der Simulationskuppel

    „Nachdem es alle geschafft haben, sich hier einzufinden…“, Heitani Ichiru blickte sich kurz um. „Möchte ich ihnen allen zuerst die Funktion der Anzüge, die sie tragen, näher bringen. Die Damen werden sich bestimmt über den etwas unvorteilhaften Effekt bestimmter Anzugpartien aufregen. Es handelt sich bei diesen speziellen Trainingsanzügen um eine Schutzbekleidung, die mit einer Ablativen Panzerung ausgestattet wurde. Das ist eine aufgeschäumte Panzerhülle, die beim Auftreffen von Geschossen oder anderen Kräften abschmilzt und dadurch einen Großteil der kinetischen und thermischen Wirkung in sich aufnimmt!“

    Die Blicke der Meisten drückten nicht gerade Begreifen aus.
    „Es dient hauptsächlich ihrem Schutz!“ fuhr er mit einem unhörbaren Seufzer fort. „Sie werden innerhalb der Kuppel ihre Fähigkeiten einsetzen und dabei haben sie alle unterschiedliche Grade der Beherrschung dieser Kräfte gezeigt. Um nun möglichen Unfällen bei den Trainingseinheiten die Verletzungsgefahr zu nehmen, wurden ihnen die Anzüge verpasst! Die Beschichtung hat eine gewisse Regenerationsfähigkeit durch eingebrachte Nano-Partikel. Das heißt einfach nur, dass sie nicht gleich unbrauchbar wird!“

    Hagen trat zwischen den anderen Schülern hervor und ging ein paar Schritte weiter in die Halle.
    Ein Teil des Kuppelhimmels verdunkelte sich und ein einzelner Blitz zuckte herunter. Da Hagen auf einen kleinen Hügel gegangen war, schlug der Blitz in seinen Körper ein.
    Die Außenfläche des getroffenen Anzuges zischte, während Hagen langsam wieder den Hügel herunter kam.
    „Das dürfte es anschaulich machen!“ meinte er und stellte sich wieder zu den anderen. Als kleiner Nebeneffekt waren die farblichen Elemente des Anzuges auch schwarz geworden.

    Heitani nickte langsam. Es schien tatsächlich diese Wirkung auf die Schüler zu haben.
    „Damit dürfte die Wirkung wohl verdeutlicht sein! Wir werden jetzt verschiedene Gruppen bilden, wobei die erste Aufteilung in aktive und passive Kräfte erfolgt. Die Elementarbeherrschung werden wir in den Gruppen Luft und Wasser unterteilen. Telekinese und Levitation bilden weitere Gruppen.
    Die Heiler werden sich ebenfalls in einer Gruppe zusammenfinden. Nach der Aufteilung werden wir mit dem Training beginnen!“ ordnete er dann weiter an.

    "Einverstanden, Ryu!" stimmte sie seinem Vorschlag zu. "Aber achte darauf, keinen der anderen Schüler versehendlich zu verletzen!"
    Sie griff in die Taschen ihren Mantels und reichte ihm acht Magazine für seine beiden Spezialanfertigungen.
    "Lass dir von der Wachmannschaft einen Kommunikator geben, damit du mit der Kontrolle in Verbindung bleiben kannst!" gab sie ihm noch mit auf den Weg.
    Die Entscheidung, das Ryu sich mit dieser Bedrohung auseinander setzen musste, war ihr nicht so einfach gefallen, wie es nach außen hin wirkte, Aber die Situation erforderte Maßnahmen! Und so blieb es erst einmal in der Familie.


    "Wir reden heute abend weiter!" verabschiedete sie sich von Ryu und schwang sich in den Humvee. Erst einmal mussten jetzt die Neuankömmlinge begrüßt werden!


    Auf dem Freiübungsgelände


    Akim Sokolow blickte über die schnaufende und schwitzende Schülerschaft, die jetzt den Parcours mehrfach durchlebt hatten.
    "Es ist gleich 15:30 Uhr. Eine halbe Stunde Körperpflege mag euch auf dem Stundenplan viel erschienen sein, aber ihr werdet feststellen, dass die Zeit schnell vergeht!" rief er über die gesenkten Köpfe.
    "Eure verschwitzten Sportsachen könnt ihr nach dem Duschen und Umziehen in den Wäscheschacht des Wohnheims werfen. Keine Angst, die Sachen haben alle einen Chip, so dass man sie auseinander halten kann! Auf euren Zimmern werdet ihr auch die neuen PSI-Anzüge vorfinden, die nach euren Einstufungstests programmiert wurden. Diese sind dann auch die Bekleidung für das Fähigkeitstraining! Sofern ihr während der Tests nichts anderes gesagt bekommen habt, findet ihr euch um 16:00 Uhr in der Simulationskuppel ein!"

    Valentina blickte auf Ryu, der wie ein Wilder herbeigerannt war.
    "Mir ist nichts passiert, Ryu. Es war nur ein Versuch der GLA einen ihrer Spione bei uns einzuschleusen!" antwortete sie ihm beruhigend.
    Die beiden Männer hatten den Toten auf der den Schülern abgewandten Seite des Humvee über die Kajenkante geschoben, wo er von anderen in einem kleinen Boot entgegen genommen wurde.


    "Ab jetzt sind die Patrouillenboote in ständiger Bereitschaft zu halten! Das wird nicht der einzige Versuch bleiben!" rief sie zu dem Kommandanten der Wachmannschaft.
    Sie wandte sich wieder Ryu zu.
    "Da ich weiß, dass es dir nichts ausmacht, Ryu... Wirst du mir helfen, diese verblendeten Narren von der Insel fern zu halten?"


    Sean Cuttlass hatte bei dem kurzen Gespräch mit der Direktorin schon einen Eindruck der Situation bekommen. Ihm waren die merkwürdigen Schwingungen an Bord auch aufgefallen, aber er hatte sie der Eigenschaft einer der Mitreisenden zugeordnet. Das die GLA ihnen schon so weit auf die Spur gekommen war, hätte er nicht für möglich gehalten!
    Er nahm einen der vorderen Busse und fuhr mit den anderen zum Verwaltungsgebäude.


    Marcella Cardellini folgte den anderen Schülern über die Gangway vom Schiff herunter. Die beiden weißhaarigen Geschwister liefen einige Meter vor ihr. Der Junge war eine düstere Erscheinung, die sie automatisch Abstand halten ließ. Da sie die englische Sprache nur ungenügend beherrschte und des Japanischen gar nicht mächtig war, hielt sie sich allgemein etwas mehr zurück.
    Victor Lukner, den sie auf dem Schiff kennen gelernt hatte, war als Österreicher auch im Stande italienisch zu sprechen, so dass sie sich erst einmal an ihn gehalten hatte.

    Tag 2 – 15:20 Uhr - Gelände der Akademie - Schiffsanleger

    Als das Schiff am Anleger vertäut worden war, begannen die Männer auf dem Anleger damit, die Gangway anzulegen. Gleichzeitig öffneten Besatzungsmitglieder der Vingt et un die Seitenluke des Schiffes. Hinter ihnen begannen sich die Schüler zu versammeln, um die Insel zu betreten.
    Auf dem Anleger kam ein Humvee vorgefahren und die Direktorin stieg mit zwei Männern des Sicherheitsdienstes aus. Der kleine Ohrstecker, über den sie mit dem Koordinator in Verbindung stand, war unter dem Haar kaum zu sehen. Ein ständiger Strom von Informationen erreichte so ihr Ohr.

    Bei der Vingt et un kamen die ersten Schüler über die Gangway hinunter und wurden zu den Bussen gelenkt. Für diese Art der Ankunft waren extra die großen Elektrobusse auf die Insel gebracht worden.
    Die Schülerinnen und Schüler blickten sich neugierig um, während sie in die Busse stiegen. Alles schien abzulaufen, wie bereits bei der ersten Ankunft von Schülern.

    Als die Direktorin plötzlich ihre Hand an den Ohrstecker nahm, begann ihr Auge zu funkeln. Mit ihrer telekinetischen Kraft griff sie hinaus und erfasste eine Person auf der Gangway. Der so erfasste junge Mann wurde in die Luft gerissen und über den Anleger zum Humvee transportiert.
    Steif wie ein Ladestock sank er in wenigen Metern Entfernung zu der Direktorin wieder auf den Boden.
    „Sie gehören nicht hierher!" sagte Valentina Amasowa gerade so laut, das der Mann sie verstehen konnte. Die Schülerinnen und Schüler waren überrascht stehen geblieben und blickten in die Richtung des Geschehens.
    Eine plötzliche und kurze Windböe wirbelte Sand und Staub auf, so dass sich alle kurz abwenden mussten.

    „Es war ja nicht schlecht vorbereitet, aber ihre Auftraggeber denken einfach zu konventionell!" fuhr die Direktorin im Schutz des Windstoßes fort. Die Augen des Mannes weiteten sich. Ohne ein weiteres Wort zog sie eine Pistole aus dem Mantel und schoss dem Mann mitten zwischen die Augen.
    Als die Schülerinnen und Schüler wieder etwas sehen konnten, wurde jemand von zwei anderen Männern, die ihn in die Mitte genommen hatten, weggeführt. Was hinter dem Humvee passierte, konnten sie nicht mehr sehen.

    Sean Cuttlass, der auch schon von Bord gegangen war, trat näher heran. Die Direktorin blickte ihm entgegen.
    „Die Organisation der Gegenseite wird besser!" erklärte Valentina auf seine telepathische Frage. „Sie haben den eigentlichen Schüler getötet und durch ihren Mann ersetzt. Dieser war sogar mit dem richtigen Gesicht ausgestattet worden. Deshalb kam er an der Kontrollstelle durch." Sie wandte sich den Bussen zu, die sich langsam füllten.
    „Dabei ist diese Globally Lifeforce Agitation nicht mal die eigentliche Bedrohung!" sie schnaubte unwillig. „Ich habe den Schülerinnen und Schülern versprochen, dass sie nicht gegen Menschen kämpfen müssen. Dieses Versprechen werde ich nicht brechen!"

    Sie tippte kurz gegen den Ohrstecker und sprach in das Mikrophon am Kragen.
    „Der Transportweg über Tokyo ist kompromittiert, die nächste Abfahrt wird gecancelt! Wir müssen einen anderen Reiseweg finden, da die GLA schon dran ist. Information an die entsprechenden Stellen! Sollen die sich den Kopf zerbrechen!"
    Sie beendete die Verbindung und blickte über das japanische Meer. Das Geheimnis war also keins mehr! Ab jetzt durfte man mit Angriffen dieser verbohrten GLA- Aktivisten rechnen.

    Tag 2 - 14:48 Uhr - Freiübungsplatz


    Akim blickt auf den schnaufenden Ryu und klopfte kurz dessen Schulter, wobei er die Gewichtsauflage löschte.
    Der Major hatte ihm eingeschärft, dass er die Knochen und Muskulatur des Jungen nicht zu stark schädigen durfte. Da Ryu immer dazu neigte, trotz Mehrfachbelastung volle Geschwindigkeit zu laufen, wurden seine Muskelfasern weit über die Maximalwerte belastet. Ein Spiel, das der menschliche Körper nicht auf Dauer mit sich machen ließ.
    "War ne gute Zeit für das Gewicht!" antwortete er.

    Heitani musste unwillkürlich grinsen, als er die kleine Yuna so laut rufen sah.
    "Dann lass es erst mal sein!" rief er zurück ohne seinen Platz zu verlassen. Es waren eine Menge Schülerinnen und Schüler unterwegs, so dass man nur von bestimmten Aussichtspunkten den Überblick behalten konnte.
    Gino Damati war beim Himmelspfad bereits abgerutscht, konnte sich aber telekinetisch selbst abfangen, bevor er in die Tiefe stürzte.
    So langsam kamen auch die letzten Testläufer an der Mauer an. Einige blickten nur kurz das Hindernis an und gingen dann seitlich vorbei.
    "Okay, alle wieder beim Startpunkt einfinden. Jetzt wo jeder sich einen Eindruck von den zu meisternden Aufgaben gemacht hat, werden wir das ganze in Gruppen noch einmal angehen. Diesmal gilt aber nicht das Erreichen des Einzelnen, sondern das der ganzen Gruppe!"

    Akim Sokolow blickte auf den Jungen vor sich.
    Ryu hatte ihm mit voller Absicht beim Vornamen genannt, um seinen Zorn zu wecken. Aber jede kleine Spielerei schliff sich irgendwann einmal ab.
    Und da er gestern bereits mit 2,5 G den Parcour absolviert hatte, würde er heute wohl etwas mehr für sich verlangen.
    Aber Akim hatte auch noch ein paar kleine Tricks auf Lager.
    Statt den ganzen Körper mit zusätzlichem Gewicht zu beaufschlagen, erzeugte seine Fähigkeit diemal nur punktuelle Gewichteszunahmen.
    Ryu hatte jetzt die vierfache Erdschwerkraft auf den Händen und den Füßen ruhen.
    "Versuch es damit!" schlug Akim ihm vor und nahm seine Hände zurück.

    Tag 2 - 14:28 Uhr - Gelände der Akademie - Freiübungsplatz


    Tabetha blickte Hagen fragend an, als die auf die große Rasenfläche hinaus traten.
    "Das Ganze nennen die hier Freiübungsplatz!" erklärte er ihr telepathisch.
    Sie hatten einen Anstecher zum Schulgebäude gemacht, um sich in Sportkleidung umzuziehen. Milani war beleidigt unter dem Spind verschwunden und hatte Hagen nicht weiter begleitet.


    Das indianische Mädchen hatte ihre langen Haare zu zwei Zöpfen zusammengeflochten und blickte auf die ungewöhnlichen Bauten, die sich weiter hinten auf der Freiübungsfläche erhoben.
    "Anderswo würde man das wohl eine Rödelbahn nennen. Die haben hier verschiedene Parcours aufgebaut, die immer wieder unterschiedliche Fähigkeiten erfordern. Da drüben, in der Felswand, da ist eine Kletterstrecke mit kleinen Vorsprüngen. Deren Art von Freeclimbing hier!"


    "Du scheinst dir wenig Gedanken deswegen zu machen?!" Tabetha war selbst in Gedanken wortkarg. "Diese Parcours sind auf Geschicklichkeit und Durchhaltevermögen aufgebaut? Erinnert mich an die Aufgaben, die mein Großvater an mich gestellt hat!"
    "Nun, hier kann man auch seine Fähigkeiten einsetzen. Dagegen haben sie bei diesen Übungen nichts! Du könntest also ruhig die Felswand hochspringen. Und Gedanken mache ich mir wegen solcher Trainings schon lange nicht mehr. Dazu habe ich schon viel zu viele in der Art absolvieren müssen!"


    "Achtung, alle mal herhören! Wir beginnen jetzt mit dem ersten Ausdauertraining auf den Parcours des Freiübungsplatzes!" ertönte das laute Organ von Akim Sokolow. "Jeder macht den ersten Durchgang für sich alleine! Danach werden wir euch in Gruppen einteilen. Beim nächsten Durchgang gilt eure Zeit als Gruppe, nicht die des Individuums!"
    Seine Augen schwenkten wie Flakscheinwerfer auf Hagen.
    "Und du, mein Freund, wirst ihnen zeigen, was in den einzelnen Parcours erwartet wird!" fuhr er mit einem breiten Grinsen fort.
    Hagen schlug die Hacken zusammen und salutierte militärisch, während seine Augen spöttisch funkelten.


    Parcourpunkt Eins: Die Kletterwand!
    Ohne seinen Lauf abzubremsen sprang Hagen in die Felswand hinein und griff nach den erreichbaren Vorsprüngen. Flink und mit gleichmäßigen Zügen arbeitete er sich die Wand hinauf und blickte schließlich von oben herab. Hier gab es einen kleinen Pfad, der zur nächsten Übung führte.


    Parcourpunkt Zwei: Der Stangenpfad!
    Direkt von der Höhe der Felswand führten die verschieden hohen Bambusstangen in einem weiten Bogen wieder hinunter zur Wiese. Auch hier lief er einfach weiter und nahm die kleinen Auflageflächen der Stangen unter seinen vorderen Fußballen. Die beweglichen Bambusstangen schwankten, wenn sie mit seinem Gewicht belastet wurden, so dass er sich immer wieder ausbalancieren musste, Doch schließlich erreichte er wieder den Boden. Als nächstes waren die Tunnelröhren zu sehen.


    Parcourpunkt Drei: Die Tunnel.
    Vier Röhren mit einem Durchmesser von 1,20m führten in den kleinen Hügel hinein. Hier galt es nun auf allen Vieren hindurch zu kriechen.


    Parcourpunkt Vier: Das Gerüst!
    Ein aus Bambusstangen gefertigtes Gerüst bildete eine Griffkonstruktion an der man sich hängend über eine Wassergrube hangeln musste. Hagen hielt seinen Atem unter Kontrolle und hangelte sich Hand über Hand auch durch dieses Hindernis. Als er auf der anderen Seite angekommen war, konnte er bereits die nächste Übung sehen.


    Parcourpunkt Fünf: Der Pfad des Himmels!
    Vier Seile führten an der glatten Felswand empor nach oben zu galgenähnlichen Haltepunkten. Hier konnte man sich entweder am Seil hinauf hangeln, oder man lief die Felswand mit Hilfe des Seils hinauf. Oben angekommen erfolgte gleich der zweite Teil dieser Übung. Mit HIlfe einer Seilöse ein weiteres straff gespanntes Steil über einen kleinen Abgrund hinunter. Hagen grinste und sauste hinab. Unten angekommen folgte auch gleich die nächste Aufgabe.


    Parcourpunkt Sechs: Die Serpentine
    In engen Serpentinen war jetzt wieder eine Felswand hinauf zu laufen. Hier würde wohl beim Team ein Flaschenhals entstehen, da der Pfad gerade mal breit genug für eine Person war. Als er endlich auch diesen Aufstieg hinter sich gebracht hatte, sah er den Sandpfad.


    Parcourpunkt Sieben: Treibsand!
    Der Sandpfad verhielt sich wie Treibsand und versuchte die Füße festzuhalten. Wenn man nur mit Muskelkraft diesen Pfad entlang wollte, war es als ob dieser einem die Kraft aus den Beinen saugen würde! Hoch leben die Telekineten, dachte Hagen angespannt und stapfte weiter. Am anderen Ende führte der Weg über eine steile Rampe wieder hinunter. Wenn man dann richtig schön am Pusten ist, dann kommt diese elende Wand!


    Parcourpunkt Acht: Die chinesische Mauer!
    Mehr als 3 Meter ragte die Wand in die Höhe und forderte die Läufer, die die Rampe hinunter kamen, zu ihrer Bezwingung auf. Hagen sprang aus vollem Lauf ab und konnte den oberen Rand der Mauer greifen. Mit einem Klimmzug zog er sich nach oben und ließ sich auf der anderen Seite wieder hinunter. Ein kleines Stück des Weges stand dann auch schon wieder Akim Sokolow und grinste ihm entgegen.


    "Sehr schön, Kosaka. Jetzt haben alle gesehen, was zu tun ist. Die nächsten bitte auf die Bahn!"

    Tag 2 - 14:20 Uhr - Gelände der Akademie - Trampelpfad zur Quelle


    "Hagen Kosaka! Wo kommst du denn jetzt her?" donnerte eine Stimme unvermittelt los, als Hagen auf dem Rückweg von der heißen Quelle wieder an der Simulationskuppel ankam. Milani, die wieder auf seiner Schulter saß, zuckte bei der Lautstärke zusammen.
    "Ah, Sergeant Major Sokolow", Hagen erlaubte sich ein schmales Grinsen, als er mit seinen graauen Augen den massigen Mann musterte.
    "Hier gibt es keine Ränge mehr!" grollte Akim Sokolow zurück. Neben ihm stand ein gertenschlankes Mädchen mit langen schwarzen Haaren, die im Licht teilweise bläulich schimmerten.


    "Das ist Tabetha Ravenwood, sie ist eine reinrassige Crow von den American Natives!" stellte Akim das Mädchen vor, deren bernsteingelben Augen ihn musterten. "Da sie noch nicht so viele Sprachen spricht, soll sie vorerst in Begleitung eines Telepathen sein."
    "Und da komme ich wohl ins Spiel?" ergänzte Hagen und nickte dem Mädchen zu.
    Auf seiner Schulter erklang ein Fauchen, als Milani ihr Fell aufstellte und das Mädchen anfunkelte.


    "Ihr habt sowieso gleich Ausdauertraining auf dem Freiübungsplatz, also kannst du sie auch dorthin begleiten, oder?!"
    "Selbstverständlich. Sie kann ja nichts dafür, dass ich hier bin, oder?!" stimmte er zu. Akim Sokolow runzelte die Stirn. Dieser junge Bursche war einfach seltsam. Niemals hielt er sich an Regeln, die in der Gesellschaft galten, aber andererseits brach er niemals sein Wort!
    "Gut, dann ist das ja geregelt!" brummte er.


    "Entschuldige bitte die Art, wie man dich hier weiterreicht!" sandte Hagen seine Gedanken direkt in den Kopf des Mädchens. Das sie nur einen Muskel im Gesicht kurz zucken ließ, sprach dabei für sie. Viele Leute empfanden es als ausgesprochen gruselig, wenn plötzlich eine andere Stimme in deren Kopf erklang.
    "Es ist wohl unvermeidbar gewesen, da man mich hier kaum versteht!" antwortete sie ihm dann in ihren Gedanken. Hagen lächelte und machte eine einladende Geste, damit sie ihm folgte.