"Hey du!" erklang eine Stimme.
Hagen blickte auf und sah einen anderen Jungen in Schuluniform in der Tür stehen.
Der leicht aufgebläht wirkenden Haltung nach zu urteilen, wollte er wohl einen auf wichtig machen. Hagen hatte das Gesicht noch nicht gesehen, es musste wohl einer von den Neuzugängen sein. Da alleine die Haltung schon auf Stress schliessen ließ, scheute sich Hagen auch nicht, eine oberflächliche Gedankenabtastung zu machen.
"Der Typ mit der Lederjacke ist bestimmt nen Außenseiter! An dem kann ich doch gleich mal meine Kräfte vor den Mädchen demonstrieren." Das war der vordergründigste Gedankenkomplex im Kopf des Jungen. Hagen schätzte ihn auf 19 oder 20 Jahre.
Plötzlich bekam dieser von hinten einen Stoß und fiel lang hin. Hinter ihm trat Tabetha Ravenwood dann über ihn hinweg und kam zu Hagens Tisch.
"Ich kann mich ja immer noch nicht mit den anderen unterhalten, daher dachte ich, wir könnten zusammen etwas essen!" erfasste Hagen ihre Gedanken.
Das sie den Typen mal eben lang auf die Bretter geschickt hatte, schien sie nicht weiter zu beschäftigen. Dem aus dem umliegenden Bereich des Speisesaals kommende Gelächter nach zu urteilen, hatten es aber genügend Andere mitbekommen! Es ließ den Jungen mit hochrotem Kopf wieder auf die Füße springen.
Während Hagen mit dem rechten Fuß einen Stuhl zurückschob, damit Tabetha sich setzen konnte, musterte er den Burschen.
Aber seine ursprüngliche Idee war aus dessen Kopf verschwunden! Das Auftauchen der großen Indianerin hatte ihn wohl aus dem Konzept gebracht.
"Man darf auch Bier trinken?" erkundigte sich Tabetha, nachdem sie mit ihrem Tablett Plattz genommen hatte.
"Die Direktorin hält es etwas internationaler, aber mehr als eins ist nicht! Normal trinke ich auch nicht oft Alkohol, aber heute war ja einiges außer der Reihe los, da war mir einfach danach!" erklärte er ihr telepathisch.
Sie lächelte nur und prostete ihm mit einem Glas kalter Milch zu.