[Geschichte] Angel Beats! Again

  • Yukiko war noch so sehr von den plötzlich auftauchenden Informationen in ihrem Kopf eingenommen, dass sie erschrocken zusammen zuckte, als Hayato sie ansprach.
    "Kommst du Sakamato-san?", fragte er.
    Hastig nickte Yukiko und bevor sie ihm folgte, verbeugte sie sich noch einmal dankend vor Rika, die wohl ihren eigenen Weg gehen würde. Dann glitt ihr Blick über das blonde Mädchen, das bis jetzt kein Wort gesagt hatte. Sie lächelte ihr freundlich zu, sprach sie aber nicht an. Yukiko wollte sie nicht drängen. Vermutlich war sie nicht weniger verunsichert als sie selbst.
    Während sie hinter Hayato herging, sagte sie:
    "Entschuldige... Aber ich habe Probleme, das so einfach zu glauben. Ich meine, es ist so, die Informationen erscheinen einfach in meinem Kopf, aber das dürfte eigentlich nicht möglich sein. Wir dürften nicht mal hier sein. Und doch sind wir es. Wir sind gestorben und doch leben wir..."
    Sie machte eine kleine Pause und fragte dann zögernd:
    "Akuma-sempai, glaubst du, dass unsere Existenz hier einem bestimmten Zweck dient? Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier grundlos gelandet sind."

  • 'Das Büro des Direktors befindet sich Lehrerwohnheim. Aus dem Gebäude raus, links halten.' wiederholte Ibuki, um sich den Weg besser merken zu können und nicht noch einmal nachfragen zu müssen. Ansonsten würde die durchgeknallte Schnepfe wieder aufdringlich und was noch schlimmer war, sie würde sich wieder die Stimme von diesem Idioten anhören müssen. Irgendwas gefiel ihr an diesem Typen überhaupt nicht, vielleicht war es einfach ihr erster Eindruck oder die Tatsache, das er peinlich korrekt auf seine Kleidung zu achten schien. Sie wollte nicht länger als unbedingt notwendig bei diesen Freaks herumstehen müssen, weshalb sie ohne ein Wort zu sagen sich umdrehte, dem Mädchen, welche allem Anschein nach mehr als nur eine Freundschaft im Sinn hatte, unsanft gegen die Schulter rempelte und zur Tür hinaus verschwand.


    Als sie die Eingangstür hinter sich zufallen ließ, atmete sie tief durch um sich wieder zu sammeln. Wenn sie das jedes Mal durchziehen müsste, um an irgendwelche Informationen zu kommen, würde sie es doch vorziehen alles auf eigene Faust herauszufinden. Sie wollte sich gerade wieder darauf konzentrieren, den Direktor zu finden, als sie sah wie sich der Junge mit der Silbersträhne von der kleinen Gruppe ablöste. Er ging zwar bis jetzt nur ein paar Schritte vorwärts, man konnte aber eindeutig sehen, das er ebenfalls links an der Schule vorbei wollte. Wieder machte sich ein ungutes Gefühl in ihr breit. Erst vorhin ist sie von der Trulle losgekommen und nun würde sie zwangsläufig neben diesem Spinner rumlaufen müssen. Nun musste sie sich entscheiden ob sie hier stehen bleiben wollte, was sehr seltsam wirken würde, oder einfach versuchen würde schneller im Rektorenzimmer zu sein als der Idiot. Da sie sicher sein konnte, das sie ihn auf den Rückweg dann sehen müsste, wollte sie versuchen kurz ins Rektorenzimmer zu hüpfen und danach gleich wieder abzuhauen, bevor sie den Deppen begegnen musste. Ihre ersten Schritte waren noch recht langsam und, was ihr am wichtigsten war, leise. Sie wollte nicht durch die Gegend stapfen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, denn das war das Letzte was sie wollte. Gut, das war zu übertrieben, das Mädchen mit den Zöpfen war um Längen unangenehmer als alle Gespräche, die sie mit Silbersträhnchen würde führen können.


    Als sie ein paar Meter weiter gelaufen war beschleunigte sie ihren Gang und als sie sich sicher sein konnte, nicht mehr von dem Grüppchen erkannt zu werden, rannte sie schließlich. Erst jetzt sah sie ihr Ziel, das Lehrerwohnheim, an und urplötzlich hallte ein Stimme durch ihren Kopf, welche ihr alle Informationen, die es über das Gebäude zu wissen gab, verriet. Sie blieb abrupt stehen, während sie sich wunderte, was gerade geschah. Sie wusste alles über dieses Gebäude, den Standort aller einzelnen Räume, die genauen Längen der Flure, einfach alles. Sie vergaß jedoch kurzerhand was geschehen war um sich wieder voll und ganz ihrem Ziel zu widmen, dem Rektorenzimmer. Sie rannte wieder wie von der Tarantel gestochen los und befand sich kurz danach vor der Eingangstür des Lehrerwohnheims. Kurz schaute sie über ihre Schulter um sich zu vergewissern, das Silbersträhnchen und Co nicht hinter ihr waren. Als sie niemanden sah, atmete sie wieder kurz durch, schloss ihre Augen und drücke die Klinke der Tür, womit sie geistig dem Direktor zum greifen nah war.
    Ein schmales, wölfisches Lächeln zierte ihr Gesicht, verschwand aber nur Sekunden später um ihrer gewohnt ernsten Miene zu weichen.

  • [Takeshi Okamura]
    08:26 Uhr - Schulgebäude A - Mittleres Treppenhaus


    Nachdem das Mädchen mit den braun-schwarzen Haaren wieder gegangen war, hatte Takeshi die Treppe zum zweiten Stock recht schnell hinter sich gebracht. Lacrime-san war hinter ihm zu hören, während er kurz im Klassenzimmer vorbei schaute, um den Lehrer zu informieren, dass sie zuerst noch ins Schülerratsbüro gehen würden.
    Die Lehrer würden die Fehllisten der Schüler erst einmal dem Schülerrat präsentieren, damit dieser sich im Rahmen der Selbstverwaltung um die schwarzen Schafe kümmerte.
    Mit anderen Worten, die Verfolgung und Ahndung von Verfehlungen blieb an ihnen hängen...
    Soweit es die Informationen betraf, die Takeshi seit seinem Erwachen in dieser Welt besessen hatte, wurde in dieser Welt niemand in das Lehrerzimmer bestellt. Die gesamte Last der Einhaltung der Schulregeln lag hier beim Schülerrat.
    Als er die Tür zum Büro erreichte, erschien ihm diese vertraut. Aber er wusste, dass er sie gerade zum ersten mal sah.
    Was für ein Leben sollten sie hier führen?
    Auf dem Schreibtisch lagen einige Mappen, die jede für sich Schülerakten enthielt. Ohne sie aufgeschlagen zu haben, war sich Takeshi sicher, dass die Gesichter derjenigen, die vor dem Haupteingang am Boden gesessen hatten, in diesen Akten zu finden waren.


    [Rika Sumiyoshi]
    Die Brücke, auf der sie gerade stand, war einfach nur über die Kluft des weiter unten fließenden Baches gespannt worden. Die andere Brücke, die sie ein Stück weiter oben sehen konnte, besaß hingegen Treppen, die zum Flussbett hinunter führten. Der Anblick verschaffte ihr keine besonderen Informationen, so dass sie weiter in Richtung der Cafeteria ging, um sich dort umzusehen.
    Die Geschichte mit den Automaten für die Speisen, die ihr beim Anblick des Gebäudes übermittelt worden war, hatte einen Unterpunkt, der ihr nicht gefiel. Die für die Ausgabe von Speisen notwendigen Essensmarken!
    Viele der übermittelten Informationen waren wie eine Schüleragenda. Was man hier zu tun und zu lassen hatte. Und eben auch, dass die Essensmarken nur an Schüler ausgegeben wurden, die auch am Unterricht teilnahmen.


    Zu viele Dinge beruhten für sie derzeit auf reiner Vermutung. Andere waren ihr einfach, wie falsche Erinnerungen, aufgepfopft worden. Rika glaubte jedenfalls nicht, dass sich jemand für eine Hölle so viel Mühe gegeben hätte. Also musste all das hier einem anderen Zweck dienen...
    Die Bedingungen dieser Welt und ihr eigentlicher Zweck waren erst einmal ihr vorrangiges Ziel. Erst wenn man wusste, womit man es hier zu tun hatte, konnte man geeignete Maßnahmen ergreifen.
    Sie blickte zurück, die Straße hoch. Einige Schüler waren auf dem Weg zum Lehrerwohnheim. Einige andere bewegten sich in die andere Richtung. Obwohl einige versuchten so etwas wie eine Gruppe aufzubauen, schienen doch genügend erst einmal, ähnlich wie sie, zuerst einmal selbst ein paar Antworten finden zu wollen.
    Rika war sich ziemlich sicher, dass diejenigen, mit denen sie gesprochen hatte, alle erst einmal in Richtung Lehrerwohnheim gegangen waren. Dieser Akuma Hayato versprach sich dort wohl Antworten.
    Ob sie die anderen Schüler noch wahrgenommen hatten, konnte Rika auch nicht sagen. Irgendwie schien das Blickfeld am Anfang von den falschen Informationen beeinflusst worden zu sein. Sie konnte von ihrem jetzigen Standort noch mindestens 10 weitere Schülerinnen und Schüler sehen, die sich vom Haupteingang wegbewegten.
    In ihrer Erinnerung konnte sie sich aber nicht daran erinnern, dass diese Leute auch schon dort gewesen waren, als sie selbst mit der anderen Gruppe gesprochen hatte.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

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  • 8:26 - Weg zum Lehrerwohnheim


    "...glaubst du das unsere Existenz hier einem bestimmten Zweck dient?" hörte er sie letztendlich Fragen.
    Mit einem Schulterzucken ging er weiter in Richtung Lehrerwohnheim. Er hatte zwar schon ein paar Ideen, was das hier sein könnte, aber keine festen Beweise, die das bestätigen könnten. Nur eines war klar. Alle hier waren eigentlich tot. Als er zum Lehrerwohnheim blickte, sah er eine Gestalt durch die Tür verschwinden. Leider konnte er nicht genau erkennen wer es gewesen war. Hoffentlich nicht Ibuki. Er konnte sie nicht Leiden, aber sie dachte vermutlich dasselbe.
    "Wenn es wirklich so ist, willst du dann brav den Richtlinien folgen? Bitteschön! Ich werde dich nicht aufhalten... vielleicht wirst du dann ja wieder geboren! Als Spinne... oder als Schabe! Wer weiß das schon? Ich werde mir ganz sicher nicht seine Regeln aufdrängen lassen. In meinem anderen Leben hat er mir alles genommen..." Schnell schüttelte er den Kopf. "Gott ist einfach nur ein makaberer Puppenspieler, der uns hier nur weiter foltern will, anstatt uns einfach Ruhe zu geben. Das ist alles."
    'Verdammt.' schoss es ihm durch den Schädel. Warum hatte er ihr das jetzt erzählt? Es ging sie einen feuchten Dreck an und er posaunte es raus. Mit einem leichten Tritt stieß er die Tür auf und hielt sie auf bis Yukiko eingetreten war. Warum war er überhaupt so nett zu ihr? Irgendwo in seinen Erinnerung schien sich etwas zu verstecken. Es bezog sich zwar nicht auf sie, aber sie war der Person wohl sehr ähnlich.

    Yami Ryu

    "You want to know what real Pain is? So follow my Path!"


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  • 8:27 Uhr - Lehrerwohnheim


    "Gott ist einfach nur ein makaberer Puppenspieler, der uns hier weiter foltern will, anstatt uns einfach Ruhe zu geben. Das ist alles."
    Fragen brannten Yukiko auf der Zunge, die sie aber dank ihres schlechten Gewissens herunter schlucken konnte. Hayato war wegen seines vorherigen Lebens ganz offensichtlich nicht gut auf diese Welt zu sprechen.
    "Danke", sagte sie, als er ihr die Tür aufhielt. Durch die Informationen gingen sie gleich zur Treppe, um in den zweiten Stock zu gelangen. Nach einigen Schritten auf dem oberen Flur, immer noch begleitet von einem unangenehmen Schweigen, erwiderte sie schließlich:
    "Sempai, ich war mein ganzes Leben lang eine Puppe. Ich weiß, wie es sich anfühlt von oben herab behandelt zu werden. Und ich weiß wie es ist, wenn jemand mit einem spielt und einem jede Bewegung diktiert. Nur dass es bei mir nicht Gott war, der das zu verantworten hatte."
    Unbewusst griff sie nach ihrem Halsband und lächelte zaghaft ohne Hayato anzusehen. Dann errötete sie leicht und sah zu ihm auf.
    "Jetzt sind wir quitt", murmelte sie verlegen, sah wieder auf ihre Füße und atmete einmal tief durch. Bevor er antworten konnte, sagte sie:
    "Und hier sind wir. Das Büro des Rektors... I-ich hoffe er ist nicht sauer, weil wir nicht beim Unterricht sind... Antworten sind jetzt wichtiger...", murmelte sie mehr zu sich selbst, als zu Hayato. Sie schluckte, klopfte und drückte nach ein paar Augenblicken die Klinke nach unten.


    Was Yukiko im Büro vorfand, ließ sie verdutzt blinzeln. Der Raum war, bis auf eine Person, völlig leer. Doch war das nicht der Direktor, sondern das Mädchen mit dem sich Hayato gestritten hatte und das offenbar auf eigene Faust ins Schulgebäude gegangen war. Das Mädchen sah sie an und Yukiko hatte den Eindruck, dass sie nicht sonderlich erfreut darüber war, sie hier zu sehen. Sie gewann ihre Fassung wieder, verbeugte sie sich hastig und murmelte stotternd:
    "Hallo, eto, der Direktor ist nicht hier?"
    Sie betete darum, dass sie sich auf ein Gespräch mit ihr einlassen würde. Mit Hayato in ihrem Rücken hatte sie eine böse Vorahnung, dass sie schon bald zwischen zwei äußerst feindseligen Fronten stehen würde.

  • 8:27 Uhr - Lehrerwohnheim

    Als Ibuki das Zimmer des Direktoren betrat, wollte sie ihren Augen nicht trauen. Hier war nichts, zwar ein paar Fenster damit die Fensterreihe in diesem Stock durchgängig war, aber keinerlei Möbel oder andere Anzeichen, dass dieser Raum jemals benutzt wurde. Nur ein karger, weißer Raum. Sie ging ein paar Schritte hinein, wohl wissend, dass sie dort nichts finden würde. Schon nach dem ersten Schritt schlug ihr ein geruchsloser Hitzeschwall ins Gesicht.
    Nun stand sie da, mitten in diesem nutzlosen Raum, doch sie konnte das Gefühl nicht loswerden, dass hier etwas war. Sie schlenderte kurz durch den stickigen Raum zur Wand und schlug ein paar Mal mit der flachen Hand dagegen. Möglicherweise war hier noch etwas versteckt, was ihr weiterhelfen könnte. Aber ihre Suche nach einer hohlen Stelle oder einem Geheimfach in der Wand war erfolglos. Überall hatte die Wand einen soliden Ton von sich gegeben.
    Enttäuscht, dass ihre Theorie sich nicht bestätigte, ging sie zum Fenster und sah über den Platz. Auf der Treppe, auf der sie vorhin noch gelegen hatte, war mittlerweile keiner mehr zu sehen. Der Sportplatz war ebenfalls wie leer gefegt. Als sie über die restlichen Gebäude hinweg sah, rasten wieder die Gebäudebeschreibungen durch ihren Kopf, wie bei dem Lehrerwohnheim. Sie sah die Bibliothek und am Rand des Fensters auch noch die Beete. Es war zwar hilfreich all diese Informationen sofort zu wissen, dennoch war es ihr äußerst suspekt und ihr wäre es so viel lieber, wenn es aufhören würde. Sie musste sich zwangsweise fragen, wie ein Wildfremder es schaffen sollte ihr diese Info zu geben und vor allem, aus welchem Grund. Es schossen ihr ein paar Gedanken durch den Kopf, aber keiner war auch nur ansatzweise logisch oder verständlich.
    In dem Moment öffnete jemand die Tür, welche sie geistesabwesend hatte zufallen lassen. Dort standen das zierliche Mädchen mit den schwarzen Haaren und, wer hätte es gedacht, das Arschloch.
    Das Mädchen verbeugte sich und fragte, ob der Direktor nicht hier sei. Ibuki hätte vor Frust am liebsten in den nächstbesten Tisch gebissen, Gott sei Dank, das hier keiner war. Konnte das Mädchen nicht anhand des vollkommen leeren Raumes erkennen, das es hier keinen Direktor gab? Vielleicht war sie auch nur ein Dutzend Mal auf den Kopf gefallen, wofür sie vollkommen Verständnis hätte. Mit Gravitation ist nicht immer gut Kirschen essen.
    Während sie sich bildlich ausmalte, was alles der Grund für ihre Dummheit war, und sie hatte einen Heidenspaß daran, starrte der Idiot sie in mittlerweile bekannter grimmigen Miene an.
    "Nein Winzling." Ibuki ließ nun vom Fenster ab und ging langsam auf die beiden Gestalten in der Tür zu. Sie hielt in einer verständnisvollen Geste die Schulter des nur Zentimeter kleineren Mädchens fest.
    "Aber er kommt gleich, er stellt gerade eine heiße Kanne Tee auf und holt Zucker aus der Küche." Sie erhob warnend den Zeigefinger vor dem Mädchen, als würde sie ihr gleich eine Predigt halten.
    "Und wenn du ganz lieb bist, dann gibt er dir sogar etwas von seinem Lieblingsgebäck aus seiner Schreibtischschublade ab, welches seine Frau jedes Wochenende für ihn macht."
    Ob auf den Kopf gefallen oder nicht, nun musste sie einfach erkennen, dass es hier keinen Direktor gab. Ibuki löste ihren Blick vom den zierlichen Mädchen und ging durch die Tür. Aber da sie ja ein sehr nettes und wohlwollendes Persönchen war, bekam auch das Arschloch was es verdiente. Sie rempelte, oder besser ausgedrückt, sie schlug mit ihrer Schulter gegen die Seine und hoffte innig, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Leider war dem nicht so, er wankte nur kurz. Doch wie jeder Viertplazierte in den Olympischen Spielen es ausdrücken würde: 'Es hat Spaß gemacht und es war auf jeden Fall eine Bereicherung es wenigstens versucht zu haben.' . Doch eine Reaktion ließ nicht lang auf sich warten.

  • Zuerst zuckte Yukiko unter dem unerwarteten Körperkontakt zusammen. Sofort schwappte eine Welle der Angst über sie, die dafür sorgte, dass sie sich einen Moment lang unter ihrem Griff verkrampfte. Dann aber begann die junge Frau ihre Predigt, worauf Yukiko sich langsam wieder entspannte. Währenddessen war ihre einzige Reaktion ein ungläubiges Blinzeln. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr Gegenüber nicht in der Lage war die Nuance in der Formulierung zu erkennen, die eine Frage zu einer indirekten Feststellung werden ließ. Vielleicht wusste sie ja nicht, was eine rhetorische Frage war?
    Dann löste ihr Gegenüber den ihren Griff, ging an ihr vorbei und rempelte Hayato provokativ mit der Schulter an.


    Yukiko schluckte und schob den Gedanken das Missverständnis aufzuklären sofort beiseite. Das würde wahrscheinlich nur noch mehr Öl ins Feuer gießen. Stattdessen schob sie sich zwischen Hayato und die jungen Frau in der Hoffnung die drohende Eskalation zu verhindern, auch wenn sie wusste, dass die Chancen dafür sehr gering waren. Für einen Moment sah sie flehend zu Hayato hinauf, dann wandte sie sich wieder der Fremden zu.
    "Sempai, danke für den... Hinweis", sagte Yukiko bemüht ruhig zu bleiben und aufrichtig zu klingen.

  • [Takeshi Okamura]
    08:27 Uhr - Schulgebäude A - Büro des Schülerrates


    Die Akten ließ er erst einmal wie sie waren auf dem Tisch liegen. Nachrichten aus dem Lehrerzimmer waren nicht im Eingangskorb zu finden.
    Damit lag auch kein Grund vor, sich länger als unbedingt nötig im Büro des Schülerrates aufzuhalten.
    "Tja, scheint zumindest ein ruhiger Tagesbeginn zu sein!" meinte er in Richtung seiner Stellvertreterin, die vor der Tür geblieben war. Takeshi war sich nicht ganz sicher, aber er meinte sie Kichern gehört zu haben.
    Er schloss die Akten in den Schrank ein und verschloss dann das Büro wieder, bevor sie beide auf den Weg zum Klassenzimmer machten.
    Sie würden zumindest pünktlich zum Unterrichtsbeginn dort sein.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • Als er den leeren Raum sah, wunderte es ihn nur wenig. Es war ja klar wer hier der Direktor sein würde, wenn es denn wirklich eine von Gott geschaffene Welt war. Doch als er Ibuki erblickte, wurde ihm auch schon ganz anders zumute. Das konnte man schon an seinem Gesichtsausdruck erkennen. Und wie sie auf die eindeutige Feststellung von Yukiko reagierte, zeigte nur wie dämlich sie war. Obwohl ihre Antwort recht witzig war. Er hätte vermutlich ähnlich reagiert. Doch er ließ es sich nicht anmerken. Diesen Sieg würde er ihr nicht gönnen. Dann rempelte sie ihn auch noch völlig grundlos an. Am liebsten hätte er sie aus dem Fenster gestoßen, doch Yukiko sah ihn flehend an. Er ballte kurz die Faust, ließ es dann aber doch bleiben.
    "Wenn du unbedingt dein eigenes Ding durchziehen willst, bitteschön! Hoffentlich wirst du als Kröte wiedergeboren. Das passt irgendwie zu deinem Charakter... und deinem Gesicht."
    Sein Gesicht blieb ausdruckslos. Er konnte sie nicht ausstehen aber Yukiko's Reaktion war berechtigt. Sie waren alle hier gestrandet und mussten wohl auch alle lernen miteinander aus zukommen. Doch sie wäre er am liebsten einfach nur losgeworden.
    "Ich wünsch dir dann viel Spaß beim Fliegen fangen. Spiel schön nach seinen Regeln, dann bist du bestimmt ganz schnell weg hier."
    Ohne sie weiter zu beachten, betrat er trotzdem das Zimmer des Direktors. Auch wenn es leer war, wollte er es erkunden, denn immerhin hatte er keine Erinnerungen an diesen Raum. Demnach wollte der, der ihnen die Erinnerungen zukommen ließ, nicht das dieser Raum besucht wurde. Dies waren neue Erkenntnisse, die nicht aus dieser Welt stammten. Dieser Raum schien frei, ungenutzt und nicht beachtet. Perfekt.


    Erst nach einer kurzen Weile die er im Raum stand, blickte er gedankenlos aus dem Fenster. Er erblickte die Kantine, woraufhin eine schreckliche Erkenntnis folgte. Essen. Ohne Unterricht gab es keine Lebensmittelmarken, ergo kein Essen. Brauchte man als Toter überhaupt was zu Essen? Sein knurrender Magen gab Aufschluss darüber. Doch wie würde er an Marken kommen, ohne am Unterricht teilzunehmen? Er fing an darüber nachzudenken. Vermutlich würde es etwas sein, was dem Schülerrat an dieser Schule nicht gefallen würde, doch störte ihn das am wenigsten.

    Yami Ryu

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  • 08:30 Uhr - Büro des Direktors


    Zuerst spiegelte sich in Yukikos Gesicht offenkundige Überraschung wieder. Nie hätte sie erwartet, dass Hayato diese Gelegenheit nicht direkt am Schopf ergreifen würde, um seinen Streit mit der Fremden zu einem ganz bestimmten Ende zu bringen.
    Sie sah ein, dass sie ihre Meinung von ihm einmal gründlich überdenken müsste.
    Erst das Ertönen der Schulglocke riss sie aus ihren Gedanken. Damit waren sie wohl alle zu spät zum Unterricht. Nicht dass sie dort hätte aufkreuzen wollen. Sie hoffte nur, dass es keine üblen Konsequenzen nach sich ziehen würde. Immerhin schien diese Welt nur aus dieser Schule zu bestehen. Es war bestimmt nicht im Sinn des Erschaffers, dass die Ankömmlinge nicht den Unterricht besuchen würden.


    Sie riss sich von ihren Gedanken los, wandte sich von Hayato ab und wieder der Fremden zu, die noch immer in der Tür stand. Solange sie hier war, würden weitere Provokationen nicht lange auf sich warten lassen. Yukiko sammelte ihren Mut und setzte ein freundliches Lächeln auf. Dann ging sie auf die Fremde zu, wobei sie nach dem Türknauf griff. Dabei sagte sie freundlich und sanft:
    "Sempai, wenn der Direktor gerade in der Küche ist und Zucker holt, solltest du dich sputen. Sonst nimmt ihn seine Frau noch mit nach Hause und dann findet ihn keiner von uns mehr."
    Yukiko begann die Tür zuziehen und musste sich beherrschen keinen Sarkasmus in ihre Stimme zu legen. Das Ergebnis war eine übertriebene Freundlichkeit süßer als türkischer Honig.
    "Und wenn du ihn gefunden hast, Sempai, sag ihm doch bitte, dass wir hier in seinem gemütlichen Büro auf ihn warten."


    Dann schloss sie die Tür und wartete einige Augenblicke, um eine eventuelle Reaktion des Mädchens abzufangen.

  • ANGEL PLAYER 2.1.7
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    Programm ALTERIEREN
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    Nachdem diese Schriftzeichen auf einem Bildschirm erschienen waren, erschien das Bild der Grinsekatze und verblasste wieder, bis nur noch der grinsende Zahnhalbmond zu sehen war.


    Im Gebäude der Lehrerwohnheimes wurden einige der Daten umgeschrieben, so dass im Inneren des Direktorenzimmers plötzlich zwei Sofas, ein Schreibtisch und ein Sessel dahinter vorhanden waren. Diese Daten stammten aus einer früheren Version des Programms und waren entsprechend neu angepasst worden. Aber der Programmierer hatte noch etwas ganz anderes im Sinne gehabt, als er diese Veränderung der Raumparameter vorgenommen hatte...
    Als das Mädchen mit den schwarzen Haaren die Tür verschloss, aktivierte sie damit auch einen anderen Mechanismus.


    Ibuki starrte gerade noch mit langsam größer werdenden Augen auf die vor ihrer Nase geschlossene Tür, als etwas über ihrem Kopf klickte. Noch ehe sie sich wirklich auf das Geräusch einstellen konnte, klappte ein Teil der Deckenverkleidung beiseite und ließ einen riesigen Hammer sichtbar werden, der mit unglaublicher Wucht nach unten raste.
    Ibuki spürte den Aufprall nur ganz kurz, dann wurde ihr zerschmetterter Körper aus dem Fenster am Ende des Korridors geschleudert und stürzte wie eine kaputte Gliederpuppe in die Tiefe. Der eigenartig feucht klingende Aufprall am Boden drang sogar bis an das Fenster, an dem Hayato noch stand.


    Im Flur selbst wurde der Hammer durch einen federgelösten Kurbelmechanismus wieder eingezogen und verschwand in der Decke. Mit der wieder davor geschobenen Verkleidung war alles wie vorher und nichts deutete auf das Vorhandensein dieser Falle hin.



    An einem anderen Ort im Unterkunftsbereich der Jungen erschien gleichzeitig ein Buch, dass sich auf einem bestimmten Schreibtisch ablegte.


    [Rika Sumiyoshi]
    Das Klirren der zerbrechenden Scheibe wandte Rikas Aufmerksamkeit wieder in Richtung des Lehrerwohnheims. Sie blickte rechtzeitig hin, um einen Körper aus dem obersten Stockwerk fallen zu sehen. Nur einen Lidschlag später hörte sie das Aufschlaggeräusch.
    "Was ist denn da passiert?" flüsterte sie leise und setzte sich ohne einen bewussten Gedanken in Bewegung.
    Die Glocke zum Unterrichtsbeginn hatte doch erst vor wenigen Augenblicken ihren Klang über das Schulgelände gesandt.
    War diese Welt doch nicht so friedlich, wie sie erschien?
    Der Körper, den sie unterhalb des Fensters am Boden erblickte, war blutüberströmt. Hatte jemand Selbstmord begangen?

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

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  • Yukiko hoffte inständig, dass die Fremde sich mit dieser Entwicklung zufrieden geben würde. Mit der Hand an der Klinke wartete sie, doch dann ertönte plötzlich ein dumpfer Schlag, dessen Wucht sie an ihrem eigenen Körper zu spüren glaubte. Nur einen Wimpernschlag später hörte sie das Splittern von Glas. Ihre Augen weiteten sich. Mit einer schnellen Bewegung riss sie die Tür auf mit der Erwartung das höhnische Gesicht der Fremden zu sehen. Doch war sie nicht da. Yukiko hielt die Luft an und sah sich im Flur um.


    Links entdeckte sie nichts außergewöhnliches. Ihr Blick glitt über den Boden. Dort entdeckte sie ein paar Blutspritzer, die ihren Beinen fast jegliche Kraft raubten. Erst als sie nach rechts in den Flur sah, stockte ihr der Atem und jegliche Farbe wich aus ihrem Gesicht. Das Fenster am Ende des Flurs war völlig zerstört. Das musste das Klirren gewesen sein, das sie gehört hatte. Was ihr jedoch eine Heidenangst einjagte, war die rötlich glänzende Flüssigkeit an den Überresten des Fensters. Erst langsam, als würde sie noch im Halbschlaf sein, machte sie ein paar unsichere Schritte auf das Fenster zu. Dann aber beschleunigten sich ihre Schritte, bis sie rannte. Sie stürmte bis zum Fenster und blickte voller Horror auf das Bild herab, das sich vor ihr ausbreitete.
    Das Mädchen, das sie provoziert hatte, war zu weit entfernt um genaueres erkennen zu können. Dennoch reichte der Anblick der in unnatürlichen Winkeln abstehenden Armen und Beine aus, um Yukiko jegliches Gefühl aus dem Körper und jeden Gedanken bis auf einen aus dem Kopf zu treiben.
    'Es ist meine Schuld', dachte sie. Der Gedanke war so einnehmend, dass sie nicht einmal Rika bemerkte, die den Vorfall ebenfalls beobachtet hatte und nun zu dem verstümmelten Körper der jungen Frau ging.


    Nach einem letzten Augenblick der Bewegungslosigkeit riss sie sich los, stürmte sie die Treppe hinunter, verließ das Gebäude und rannte atemlos zu dem Körper der Frau.
    Rika war mittlerweile auch schon in der Nähe, als Yukiko dazu stieß. Atemlos wurde sie langsamer und kam wenige Schritte vor dem regungslosen Körper zum Stehen. Und da brach die Wahrheit über sie herein. Als sie die Tür geschlossen hatte, musste etwas passiert sein. Sie würde nicht springen. Weder war sie dazu der Typ gewesen, noch würde es die Blutspritzer vor der Tür erklären.
    Wie gelähmt sank Yukiko vor der Leiche auf die Knie. Zitternde Hände streckte sich ohne ihr bewusstes Zutun nach dem verstümmelten Körper aus, stoppten jedoch bevor sie ihn berührten. Vereinzelt liefen Tränen über Yukikos Wangen, die durch die Anstrengung von einem fahlen rot waren. Dann stoppte ihr Zittern. Die Hände sanken zurück auf ihren Schoß und ohne den Blick von der Leiche abzuwenden, sagte sie völlig tonlos, als würde sie sich selbst einen Fakt darlegen:
    "Ich habe sie umgebracht... Die Tür... Irgendwas ist passiert, als ich die Tür geschlossen habe. Ich bin eine Mörderin."


    Über ihre Augen legte sich ein kalter Schleier und nahm ihr jeglichen Ausdruck.
    'Er hatte recht... Ich bin nicht anders...'

  • Jester lief in Gedanken neben Takeshi entlang, bis er an einer Tür halt machte. Sein Klassenzimmer, in dem er dem Lehrer Bescheid gab, falls er sich verspäten solle, was der Grund dafür war. Sie musste sich auch abmelden, was Jester auch direkt tat. Dann gingen die beiden zum Büro des Schülerrates und da Takeshi nicht sprach, driftete sie schnell in Gedanken ab. Sie wusste, dass sie gestorben war und sie wusste auch, dass dieser Tod einen Grund hatte. Doch diese ganze Welt wirkte auf sie nicht so wie ein Leben nach dem Tod. Auch, dass sie keinerlei Erinnerungen an den Direktor hatte, schlug ihr ein wenig aufs Gemüt. Die Funktion des Aufpassers schien an erster Stelle Takeshi und sie zu betreffen. Ihre Gedanken wurden immer verwirrter und ließen nur noch mehr Fragen als sie beantworteten. Dann betrat Takeshi das Büro des Schülerrates.


    Jester hatte Takeshi allein ins Büro gehen lassen, da sie sich noch nicht sicher war, was sie von der ganzen Situation und auch von den anderen Leuten halten sollte. Da fiel ihr dieses Mädchen wieder ein, welches so verstört auf sie reagiert hatte. Ohne es zu merken, kicherte sie leise und grinste über das ganze Gesicht. Plötzlich riss Takeshi sie aus ihren Gedanken. "Tja, scheint zumindest ein ruhiger Tagesbeginn zu sein!" Er schien alles zu haben, was er gesucht hatte und schloss die Tür des Büros ab. Beide beschleunigten ihren Schritt leicht, um nicht zu spät zu kommen und Takeshi schwieg wieder. Doch eine Frage brannte Jester unter den Fingern und doch traute sie sich kaum, sie zu stellen. Sie wandte sich zu Takeshi und versuchte etwas in seinen Augen zu lesen, aber er war ein Buch mit sieben Siegeln. Auf halbem Weg zu den Klassen tippte sie ihm auf die Schulter und setzte verlegen zu ein paar Fragen an, allen voran die Frage, die sie so interessierte.


    "Was weißt du eigentlich über mich, Takeshi? Wie soll ich dich überhaupt anreden? Hast du einen Schimmer, was hier vor sich geht? Bist du auch gesto-" Jester hielt sich den Mund zu. Sie hatte ihn nicht so löchern wollen und sie merkte, wie ihre Wangen rot wurden. Den Blick gesenkt, vermutete sie, dass Takeshi sie bestenfalls gerade belächelte, wenn er sie nicht als nervtötend oder gar anstrengend empfand. Wenigstens dass er auf die ein oder andere Frage antwortete, erhoffte sie sich, und, dass er ihr es nicht so übel nehmen würde. Ihr fiel aber partout keine Bemerkung ein, mit der sie die Situation hätte auflockern können.

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  • [Takeshi Okamura]
    08:30 Uhr - Schulgebäude A - Korridor im 2. Stock


    "Was weißt du eigentlich über mich, Takeshi? Wie soll ich dich überhaupt anreden? Hast du einen Schimmer, was hier vor sich geht? Bist du auch gesto-"
    Lacrime-san hatte offensichtlich eine Menge Fragen mit sich herum getragen. Takeshi hörte die Schulglocke, die zum Unterrichtsbeginn läutete. Da er sich bereits abgemeldet hatte, würde jetzt ein wenig Zeit nicht ins Gewicht fallen. Aus irgendeinem Grund sollte er den Schülern ja behilflich sein, sich in diese Welt einzufügen.
    "Wissen? Eigentlich nur das du meine Stellvertreterin bist und deinen Namen. Aber er scheint dir aus irgendwelchen Gründen nicht zugefallen. Deshalb habe ich bislang vermieden, ihn einfach zu benutzen. Der Schuluniform nach bist du in der ersten Klasse dieser Oberschule, während ich in der dritten Klasse bin", erwiderte er ruhig. Ihre Nervosität war deutlich spürbar und die Wangen, die von den Zöpfen teilweise verborgen wurden, wiesen eine andere Farbe auf.
    "Das wir alle gestorben sind, dürfte eine Gemeinsamkeit sein, die wir alle hier teilen. Aber warum wir hier sind, weiß ich auch nicht!"
    Wahrscheinlich war sie der Meinung, dass er wegen seine Ruhe mehr Informationen besaß. Aber diese rührte nur von einer Einsicht her, die er bereits in seinem vorhergehenden Leben erfasst hatte. Es bringt nichts, sich über etwas aufzuregen, an dem man nichts ändern kann!
    Die Situation hier war eigentümlich entspannt. Die Schüler in den Klassen schienen ihr Dasein einfach so zu genießen.
    "Diese Welt wurde für Seelen geschaffen, die in ihrem vorherigen Leben viel erdulden mussten. Hier soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, sich am Schulleben zu erfreuen und es unbeschwert zu genießen."
    Diese Information hatte er in viel kürzerer Form bei seinem Erwachen doch schon einmal bekommen. Warum wurde der Kontext jetzt noch einmal erweitert?
    "Wenn das Schulleben akzeptiert wird und bis zum Abschluss genossen wird, kann die Seele gereinigt einen neuen Zyklus beginnen. Aber das Leben war für viele sehr schwer und sie werden sich nicht einfach so einfügen. Deshalb wurde eine Sicherheitsfunktion installiert."
    Vor seinem inneren Auge erschien ein Gebäude, das weiter oben auf dem Hügel stand. Links lag das Mädchenwohnheim und rechts das der Jungen. Dort befand sich auch sein Zimmer. Und in seinem Zimmer befand sich etwas, dass ihm bei dieser Funktion behilflich sein sollte...
    Diese Art der Informationsübertragung war erschreckend. Und Takeshi war sich sicher, dass nur er diese Informationen bekommen hatte!
    "Entschuldige, ich war einen Moment abgelenkt", setzte er wieder an. "Du kannst mich gerne Takeshi nennen, wenn dir das nicht zu peinlich ist. Aber du solltest mir vielleicht eher sagen, wie ich dich nennen soll, damit ich in kein Fettnäpfchen trete!"


    [Rika Sumiyoshi]
    "Ich habe sie umgebracht... Die Tür... Irgendwas ist passiert, als ich die Tür geschlossen habe. Ich bin eine Mörderin."
    Rika hörte die Worte aus dem Mund von Yukiko Sakamoto, die ohne Betonung und flach ausgesprochen wurden. Sie blickte wieder zu dem Körper. Das ganze Blut erzeugte ein unangenehmes Ziehen in ihrem Nacken. Konnte man in diesem leben nach dem Tod so einfach sterben?
    Irgendwie ergab das Ganze keinen Sinn.
    "Mord ist es, wenn man es absichtlich getan hat" sagte sie leise, als sie hinter Yukiko zum Stehen gekommen war.

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • "Mord ist es, wenn man es absichtlich getan hat"


    Nur sehr langsam gelang es Yukiko ihren Blick von der Leiche zu reißen und Rika anzusehen. Ihr Gesicht erschien ihr unwirklich und seltsam fern. Als stünde sie hinter einer immer dicker werdenden Nebelwand.
    Tränen traten in ihre noch immer ausdruckslosen Augen und liefen in einem konstanten Strom ihre Wangen herab. Dann flüsterte sie:
    "Trotzdem ist es meine Schuld. Hätte ich die Tür nicht geschlossen, hätte ich nicht versucht sie loszuwerden..." Ihre Stimme wurde brüchig, bis sie nicht mehr war als ein leises Wimmern, die Schultern fingen an zu beben.
    "Ich hätte mit ihr reden sollen. Dann wäre ihr nicht passiert..."
    Ihre Stimme starb, dann schloss sie die Augen. Sie wusste, dass Rika alles andere als Unrecht hatte. Yukiko hätte nichts gegen ihren Tod unternehmen können. Bis jetzt wusste sie ja noch nicht einmal, was überhaupt passiert war. Trotzdem fühlte sie sich schuldig. Und das würde niemand ändern können. Unwissen schützt vor Strafe nicht, heißt es. Und so entbindet Unwissen einen nicht von der Verantwortung, die den Taten folgen. Das war eine der Lektionen, die sie in ihrer Erziehung verinnerlicht hatte.


    Langsam, noch leicht zitternd, aber gefasster als zuvor, stand sie auf und öffnete ihre Augen. Die Ausdruckslosigkeit war dem Ausdruck von Schuld und Akzeptanz gewichen. Sie wandte sich an Rika und fragte mit gesenktem Blick:
    "Ich kann ihren Körper hier nicht liegen lassen... Ihn zu verbrennen ist wohl nicht möglich, aber wenigstens begraben kann ich ihn. Weißt du vielleicht wo ich eine... Schaufel herbekommen kann? Oder weißt du an wen ich mich wenden könnte?"

  • Jester blickte Takeshi wieder an, als er ihr erläuterte, was er wusste. Seine Ruhe gab ihr auch ein wenig Rückhalt zurück, sodass sie ohne errötete Wangen antworten konnte, dass ihr wahrer Name ihr sehr peinlich sei.
    "Es ist kein Problem, wenn du das als Unsinn siehst, mir ist es wichtig, dass ich soweit wie möglich den Namen Jester tragen kann und von anderen auch so genannt werde." Sie lächelte ihn an. "Ich habe keine Ahnung von den Anreden in Japan, und außer mir scheinen auch alle Asiaten zu sein... Aber ob das ein Problem wird, sehen wir noch. Hab Dank, dass du Rücksicht auf mich nimmst, dass kenne ich eigentlich nicht..."


    Sie gingen in die Klassen, um am dortigen Unterricht teilzunehmen. Doch das einzige, was Jester in ihrer Klasse interessierte, war die Klassensprecherwahl, denn sie wurde ohne Gegenkandidaten einstimmig gewählt. 'Scheinbar vertrauen die Menschen hier auf die vorgegebenen Vertrauenspersonen, Unordnung oder Grund zum Zoff sind hier wohl nicht so oft gesehen... Das ist gut, aber auf Dauer langweilig...' Jester wurde vor die Klasse gebeten, um ein paar Worte an selbige zu richten und damit das neue Amt einzuweihen.


    "Ich freue mich... ähm... zur Klassensprecherin gewählt worden zu sein und hoffe, dass wir hier eine schöne Zeit haben. Ich möchte mit euch allen auf einer freundschaftlichen Basis aufbauen, damit die Klassengemeinschaft so genial und fest wie nur möglich wird. Aus diesem Grund würde ich euch allen anbieten, mich Jester zu nennen, den Namen, unter dem mich meine Freunde kennen. Vielen Dank, Freunde und Freundinnen."

    Sie ging zu ihrem Platz und gerade, als sie dachte, dass solche öffentlichen Ansprachen mit viel Förmlichkeit nicht ihr Ding waren, blickte sie aus dem Fenster.
    Sie sah einige Schüler, anscheinend dieselben, die an der Treppe gelegen hatten, um einen roten Fleck herumstehen. Aus der relativ großen Entfernung, in der sich Jester befand, konnte sie nichts genaues erkennen, doch die Konstellation und Haltung der jungen Leute zeigte Betroffenheit... In dem Fleck schien etwas oder jemand zu liegen! 'Ist etwa jemand... Haben diese Leute jemanden umgebracht? Das muss Blut sein!' Sie drehte auf der Hacke um, erklärte der Lehrkraft in knappen Sätzen was sie gesehen hatte und dass Jester sich das genauer ansehen musste, entschuldigte sich für das Fehlen im Unterricht und rannte hinaus.


    Die ungewohnte Kleidung war eindeutig nicht für Sport geschneidert, doch Jester kam relativ schnell voran, was sie ihrem agilen Körper verdankte. Als sie dem Geschehen näher war, bewahrheitete sich ihre Befürchtung, dass jemand tot war. Das Mädchen, welches ihr kurz nach dem Erwachen in dieser Welt schon gefallen hatte, weil sie schnell Situationen missverstand, lag nun unmenschlich verdreht auf dem Boden, umringt von einer klebrigen, dunkelroten Lache Blut.
    "Was ist hier geschehen?" fragte Jester mit ernster Stimme, den Blick zu der jungen Dame gewandt, die so ausdruckslos vor sich hinstarrte.
    'Was ist das für eine Welt, in der Tote erneut sterben können?'

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  • Ein merkwürdig, klatschendes Geräusch erreichte seine Ohren und Yukiko rannte plötzlich ohne ein Wort davon. Was war da los? Als er sich umdrehte schaute er etwas verwirrt. Wo kamen plötzlich die Möbel her? Doch jetzt wirkte dieser Raum eher wie ein Besprechungsraum. Jetzt wollte er aber erst mal herausfinden was da draußen los war. Als er die Tür öffnete, sah er etwas Blut. Vereinzelte Tropfen an der Wand und auf dem Boden. Das zerstörte Fenster gab Aufschluss darüber, was wohl passiert war. Doch was hatte das verursacht? Sie würde sich wohl kaum selbst... Als er die Tür vollends verlassen hatte und hinter sich zuzog, hörte er plötzlich ein klicken über seinem Kopf! Instinktiv machte er einen Schritt zurück und sah einen gewaltigen Hammer herunter sausen. Dieser klappte allerdings nach kurzer Zeit wieder zurück. Das muss ein schmerzhafter Aufprall gewesen sein. Zumindest kurzweilig...


    Als er das Zimmer sicher verlassen hatte, machte er sich auf den Weg. Schon nach kurzer Zeit konnte er Yukiko und den Rotschopf sehen. Sie schienen miteinander zu reden. Das Yukiko sich nicht besonders gut fühlte, war ihr merklich anzusehen. Es kam noch eine weitere Person dazu. War sie nicht vorhin mit diesen komischen Typen unterwegs? Hayato ging nun näher heran und erblickte nun auch die Ursache des Geräusches. Ibuki lag in ziemlich verwinkelter Pose in eine roten Pfütze Blut. Offene Brüche, verdrehte Körperteile. Ein Satz schoss ihm spontan ins Gedächtnis. 'Sie ist tot,Jim.' Ein Grinsen musste er sich verkneifen. Auch wenn er sie nicht besonders mochte, war das definitiv nicht angebracht. Er trat näher heran und stellte sich neben Yukiko. Er legte ihr vorsichtig die Hand auf die Schulter und wollte ihr damit zeigen, das sie nicht alleine damit fertig werden musste. Dann wandte er sich an das Mädchen. Er nahm wieder die Hand von ihrer Schulter und schaute ernst zu dem Mädchen.
    "Ein Unfall... sie ist gestolpert und aus dem Fenster gestürzt."

    Yami Ryu

    "You want to know what real Pain is? So follow my Path!"


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  • Vor Ibukis Augen war es schwarz. Nichts außer alles verschlingender Schwärze. Aber nur wenige Augenblicke später konnte sie schon wieder ihre Augen öffnen. Jedoch öffnete sie sie nur einen Spalt weit, wie sie es gewohnt war. Sie fühlte sich, als hätte sie ein paar Stunden auf einen Haufen Steinen geschlafen. Ihr Rücken schmerzte und ihre Arme waren in wahllose Richtungen gestreckt, außerdem waren ihre Klamotten nass und klebten an ihr, als hätte sie sich gerade so noch aus dem Regen retten können. Während sie sich innerlich immer noch über ihre Situation beklagte, hörte sie eine Stimme flennen wie ein Kleinkind, dem man den Lolli geklaut hatte. Ein absolut nervtötendes Geräusch, wenn man Ibukis Meinung hören wollte. Aber statt weiterzuheulen fing sie an ganze Sätze zu bilden.
    "Ich kann ihren Körper hier nicht liegen lassen." Wovon redete das zierliche Mädchen? Plötzlich fiel es ihr wieder ein. Aus irgendeinem Grund hat sie ein riesiger Hammer vor der Tür des Direktors aus dem Fenster geschmissen. Den Aufschlag konnte sie unmöglich überlebt haben, geschweige denn den Sturz aus dem Fenster. Noch bevor sie aber das Mädchen anschreien konnte sprach sie weiter : "Ihn zu verbrennen ist wohl nicht möglich, aber wenigstens begraben kann ich ihn. Weißt du vielleicht wo ich eine... Schaufel herbekommen kann? Oder weißt du an wen ich mich wenden könnte?"
    Das Mädchen hatte tatsächlich vor sie zu begraben, weshalb Ibuki innerlich schon beinahe kotzen wollte.
    'Dieses Mädchen hat überhaupt kein Rückgrat und steht zu keiner ihrer eigenen Überzeugungen. Wenn sie mit dem Arschloch gemeinsame Sache machen wollte, bitte, aber dann auch richtig durchziehen und nicht von einer Seite zur anderen springen.'
    Langsam richtete sich Ibuki wieder auf, während sie mit einer Hand nach der des vorhin noch rumheulenden Mädchens griff. Sie zog sie grob an sich heran und hielt ihr mit einer Hand angeblich tröstend an den Hinterkopf und streichelte sie kurz, wie eine verschreckte Katze. Die Augen des Mädchens weiteten sich ungläubig, als die vorhin noch Todgeglaubte ihr plötzlich verständnisvoll ins Gesicht sah.
    Urplötzlich befand sich jedoch Ibukis zweite Hand nicht mehr in der Hand, sondern am Kinn der Schwarzhaarigen. Ibukis beide Hände umklammerten nun den Kopf des Mädchens und während sie ihren rechter Arm, dessen Hand den Hinterkopf festhielt, zu sich zog, drückte sie mit all ihrer Kraft gegen das Kinn der zierlichen Schwarzhaarigen. Folge war ein lautes Knacken ihres Halses und letztendlich der gewünschte Genickbruch.
    Während der nun leblose Körper des Mädchens aufschlug, stand Ibuki auf und ließ ein paar Gelenke in ihrem Nacken knacken.
    "Gott, endlich ist dieses Geflenne vorbei!" Sie sah mit ausdrucklosen Augen den Leichnam auf den Boden an.
    "Dass hast du davon, wenn du allen hier die ganze Zeit auf den Zeiger gehst!" Sie schaute nochmal kurz in die Runde, um zu wissen wer zu den Schaulustigen gehörte. Zu einem war da das Arschloch, welches das Busenwunder mit den roten Haaren gefummelte und zu ihrer rechten stand die von ihr verhasste Lesbe.
    "Ein Unfall... sie ist gestolpert und aus dem Fenster gestürzt." erklärte der Depp. Und das er so offensichtlich log wie Pinocchio war nun auch jedem klar. Sie wandte den Blick von ihm ab und sah nun wie das zopftragende Unglück den Mund öffnete.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Tsubaron () aus folgendem Grund: Rechtschreibung & Ich war zu schnell

  • [Rika Sumiyoshi]
    08:35 Uhr - Lehrerwohnheim - Seitlich neben dem Gebäude


    Rika war überrascht, als sich die gerade noch Tote wieder bewegte. Aber was sie tat, das widerte sie an!
    Das Knacken des Genicks, dass sie Yukiko gebrochen hatte, war erstaunlich laut gewesen.
    Voller Abscheu wich sie zurück.
    Auch wenn es scheinbar doch keinen Tod in dieser Welt gab, so konnte sie eine solche Art niemals gut heißen. Wie bereits in ihrem Leben vorher, begann sie sich in der Nähe dieser Personen unwohl zu fühlen.
    Ohne einen Ton von sich zu geben rannte sie zurück zur Brücke und überquerte diese. Sie rannte einfach die Straße weiter hinauf.
    Was auch immer diese Welt von ihnen wollte, sie würde ihren eigenen Weg gehen!

    Nicht immer ist das, was wir sagen auch das, was wir meinen. Doch wenn wir sagen, was wir


    meinen, kann man immer noch falsch verstanden werden.

  • Jester blickte ungläubig auf den vermeintlichen Leichnam, der sich gerade erhob. Die eben noch Totgeglaubte griff nach dem Kopf der jungen Dame, die Jester gerade angesprochen hatte. Ein Knacken ertönte und der Kopf des schwarzhaarigen Mädchens wurde ruckartig nach links gerissen. Der Körper des zierlichen Mädchens sackte zusammen und blieb ohne weitere Regung im Dreck liegen. Jester vergaß einen Moment, welche Position sie in dieser Welt hatte und sprach die Auferstandene auf ihr Tun an.


    "Da hast du anscheinend schon wieder einem Mädchen den Kopf verdreht, mein Meerschweinchen. Das geht bei dir aber schnell!"
    Mit deutlich ernsterem Ton und einer viel autoritäreren Haltung sprach Jester weiter. "Natürlich kann ich ein solches Verhalten hier nicht dulden." Sie überlegte kurz, ob sie Erinnerungen an einen passenden Raum besaß, welche ihr prompt in den Kopf schoss. Ein Raum wie eine Arrestzelle, die anscheinend für ähnliche, wenn auch nicht ganz so drastische Fälle geschaffen war. Dort würde das Mädchen Zeit haben, sich wieder einzukriegen.
    "Du wirst mir deinen vollen Namen nennen und dann wirst du mir folgen, Mädchen. Ich bin der Meinung, dass du vielleicht ein wenig über deine Taten nachdenken musst." Doch statt der erhofften Einsicht, reckte das Meerschweinchen Jester den Mittelfinger entgegen.
    "Fick dich!"
    Mit diesen Worten verließ das Meerschweinchen den Schauplatz und begab sich in die Richtung der Bibliothek. 'Hm, dass war nicht anderes zu erwarten.' Ein Geistesblitz schoss Jester durch den Kopf. 'Vielleicht kann ich sie aber dennoch umstimmen...' Dem Mädchen still folgend, kamen die beiden bald aus der Hörweite des Trauerspiels. Als Jester sie eingeholt hatte, unterbreitete sie ihr aus sicherer Distanz grinsend ein neues Angebot.
    "Nun gut, du scheinst nicht ohne Gegenleistung zu agieren. Wie wäre folgendes: Du kommst freiwillig mit und du wirst eine Zelle für dich allein bekommen. Wenn ich zu anderen Mitteln greifen muss, werden wir uns eine Zelle teilen, mein Meerschweinchen."
    Sichtlich genervt kam der Gegenvorschlag der Mörderin.
    "Machen wir es so, du übersiehst die nächsten paar Ausrutscher, die mir vorkommen könnten und du besorgst mir einen Schneider, damit ich diese grotesken Klamotten loswerde! Dann komme ich mit."
    Jester schloss kurz die Augen. 'Sie ist überhaupt nicht auf ihren eigenen Vorteil aus, nein... Hach, dieses Mädchen denkt in keinster Weise rational! Außer dem Problem mit der Kleidung, das kann ich nachvollziehen...'
    "Also pass mal auf, Süße!", entgegnete sie zu der Egoistin, "So läuft der Hase hier nicht! Ob freiwillig oder unfreiwillig, ich kann die Arrestzeit nach meinem Bemessen festlegen und ändern, wenn ich der Meinung bin, dass du dich nicht geändert hast! Solltest du mir deinen Namen verraten und kooperieren, werde ich dich nicht lange deinen Gedanken hingeben, sodass du noch bei klarem Verstand bist, wenn ich dich zu einem Schneider bringe!"
    Nun hatte sich Jester deutlich genug ausgedrückt und konnte nur hoffen, dass in dem wirren Mädchen noch ein Restverstand war, der wusste, wie man Rationalität einsetzte. Stattdessen grinste ihr Gegenüber nun wie eine Bekloppte.
    "Zwei Tage." Es war zwar dreist von dem Mädchen, jetzt noch etwas zu fordern, doch Jester sah es als Verhandlungsbasis.
    "Machen wir es so. Wir sehen, wie schnell du wieder auf die Schule losgelassen werden kannst, ohne, dass ich deshalb weitere Opfer zu beklagen habe. Ich möchte doch nicht, dass mein Meerschweinchen noch Falten bekommt, bevor wir Spaß miteinander erleben können."
    Nun grinste auch Jester.
    "Wie lang genau?"
    Jester wägte es kurz ab und antwortete dann. "Ich denke, vier Tage sollten reichen, falls du aber wieder irgendetwas so drastisches machst wie eben gerade, glaube ich nicht, dass ich dich noch einmal um deine Mithilfe bitten werde. Und dann wirst du auch keine Schonungszeiten erwarten können, okay?"
    Das Meerschweinchen verringerte nun den Abstand zwischen den beiden, ein Grinsen auf den Backen und ging erhobenen Hauptes auf Jesters letzten Vorschlag ein.
    "Drei Tage, ich bekomme meinen Schneider und ich werde brav sein, wie ein gottverdammtes Lämmchen."
    Dieses Mädchen streckte Jester die Hand so voller Stolz entgegen, als hätte sie gerade einen Kleinwagen für 50 Cent erstanden.
    "Dein voller Name?" Das Meerschweinchen verdrehte die Augen und sagte knapp
    "Ibuki Nukui."
    Noch ein kurzer Blick in ihre dunkelbraunen Augen und Jester schlug ein.


    Da realisierte Jester, dass diese Diskussion doch mehr Zeit verschlungen hatte, als sie erwartet hatte und so führte sie das Meerschweinchen in den Raum, den sie dafür gesucht hatte und verschloss die Tür des fensterlosen Raumes im Heizkeller mit den Worten: "Keine Angst, ich werde dir Essen bringen, mein Meerschweinchen."

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