Wenn du meinst, Dissi ![]()
In einer wörtlichen Rede, selbst wenn er es zitiert, würde ich trotz allem "ist" statt "war" setzen!
Hätte er es in Gedanken nachvollzogen, könnte man es auf "war" setzen...
Aber deine Entscheidung...
Wenn du meinst, Dissi ![]()
In einer wörtlichen Rede, selbst wenn er es zitiert, würde ich trotz allem "ist" statt "war" setzen!
Hätte er es in Gedanken nachvollzogen, könnte man es auf "war" setzen...
Aber deine Entscheidung...
Der Empfang kann durch das Erlernen von speziellen Techniken erschwert werden, aber drei Meter wirken sich da nicht so störend aus.
Als Nichttelepath wird er keine absolute Abschirmung aufbauen oder erlernen können!
Andererseits werden die Telepathen ohne Grund nicht tief in sein Bewusstsein eindringen. Wie eben auch zu lesen war!
Materie behindert Energie in diesem Falle nicht, also Mauerwerk oder so was ist Nonsens. Bei mehreren Kilometern ist es etwas anderes, aber Meter sind nur für schwache telepathen ein Problem.
Sie werden ihn in Ruhe lassen, so lange er nicht den großen Macker markiert.
Aber wenn sie reinwollen, wird er sie niemals aufhalten können! Thema: Tiefenscan!
Tag 28 - 18:04 Uhr – Verwaltungsgebäude der Akademie - Speisesaal
Sean Cuttlass grinste breit, als er die Versuche von Metro, seine Gedanken hinter auffälligen Bildern und Erinnerungen zu verbergen, wahr nahm. Er wusste scheinbar nicht viel über Telepathen! Sicher gab es schwache Telepathen, die sich von oberflächlichen Gedanken ablenken ließen, aber auf der Insel gab es schon andere Kaliber.
Der Junge war offensichtlich zu lange ohne richtige Herausforderungen durch das Leben gewandert, so dass er sich inzwischen für nahezu unangreifbar hielt!
Sean blickte nicht einmal in seine Richtung und konnte durchaus den Ansetzen von Metro folgen. Sein Ansatz einen starken Gegner lieber zu töten entsprach durchaus dem Gesetz der Straße, aber so etwas würde man ihn hier nicht ausführen lassen! Der Junge hatte noch nicht viel von der Insel mitbekommen und war deshalb in seinem bisherigen Denkmustern geblieben.
Metro wusste nicht einmal was ein telepathischer Tiefenscan war! Sean wünschte ihm durchaus, dass er dies auch niemals erfahren würde.
Jedenfalls schienen den beiden Schwertkämpfern durchaus an einem Kräftemessen gelegen zu sein. Sean würde trotzdem abwarten, bis einer von ihnen das Duell offiziell meldete.
Er ging nicht davon aus, dass die Direktorin den Einsatz der Fähigkeiten bei einem Schwertkampf zulassen würde. Sie würden sich wenn, dann auch nur mit ihrem Können bei den Schwertern messen. Das hieß, das Metro seine Äon-Schwerter gleich weglassen konnte!
Sollte er innerhalb des Kampfes versuchen die regeln nach seinem eigenen Vorstellungen zu verändern, würde er die unangenehme Seite einer Insel voller PSI-Talente mitbekommen! Ganz zu Schweigen von der Subpressordroge, die ihn dann für einige Stunden kalt stellen würde, nur um dann furchtbare Kopfschmerzen zu verursachen.
Das er seine gedanklichen Überlegungen in tiefere Bewusstseinsebenen verlegte war für Sean zwar kein Hindernis, aber schließlich war das hier keine Diktatur! Somit überließ er Metro seine tieferen Gedanken ohne sie auszuwerten. An verbale Kommunikation gewöhnte Leute verwechselten oft die Länge eines Gedankenganges mit einem endlos gesprochenen Satz, aber Gedanken brauchten längst nicht so viel Zeit wie ein Wort. Deshalb war Metros Ansatz eher ein Grund zur Belustigung.
Sean nahm sich einen Apfel, den er als Nachtisch mitgenommen hatte, und begann diesen zu schälen.
Moin Dissi!
Das Auffangen von Gedanken hat nichts mit Sprachen zu tun! Telepathie funktioniert über alle Sprachen hinweg und kann teilweise sogar Tiere verstehen.
Da die Denkvorgänge innerhalb eines Gehirns nichts mit Sprache zu tun haben, ist keinerlei Vorkenntnis der Sprache notwendig! Die sprachabhängige Umwandlung wird nur durch das Sprachzentrum für die akustische Umsetzung vorgenommen.
Allerdings kann ein Telepath jemandem helfen, die notwendigen Anpassungen für eine andere Sprache vorzunehmen ![]()
Dadurch, dass jemand seine Gedanken bewusst auf etwas konzentriert, wird sogar die leichte Abschirmung durchbrochen. Man kann es sich Vorstellen als würde der Telepath laut angesprochen!
Starke emotionale Gedanken können manchmal sogar Schmerzen bei Telepathen auslösen.
Tag 28 – 18:05 Uhr – Gelände der Akademie - Außerhalb des Speisesaals
Hagen blickte kurz vom Essen auf, als die starken Gedankenwellen auftrafen. Da er ihre Schwingungsstruktur bereits kannte, konnte er sie auch mühelos zuordnen.
Lena Kurnikowa schien einige Prinzipien der PSI-Kräfte nicht zu verstehen, oder sie ignorierte sie kontinuierlich!
Wusste sie denn nicht, dass sie einem Telepathen ihre Gedankengänge förmlich aufdrängte?
Milena wollte noch etwas auf der Insel herumlaufen, so dass er einen kleinen Imbiss zusammengestellt hatte, den er mit ihr dann am Strand teilen wollte. Trotzdem hatte er sich noch ein Stück Fleisch gegönnt. Da er mit dem Steak auch soweit fertig war, nahm er das Tablett auf und brachte es zum Sammelband im Speisesaal.
Beim Reingehen kam ihm Samirall entgegen, der auch ziemlich angespannt wirkte.
Lügen um zu schützen, wenn er dann meinte. Hagen enthielt sich jedes Kommentars und ging einfach weiter.
Mit einem leisen Klappern schob er das Tablett auf das Band und ging dann mit dem Korb aus dem Speisesaal.
[Alex]
Z-Day - 17:41 Uhr - Takatsu Bezirk - Das Haus am Fluss
"Dann bin ich wohl dran!" warf ich nach Risas Information in den Raum. "Das mit dem Hund dauert ja eh noch etwas, oder? Ich habe nämlich vor zu baden!"
Im Vorbeigehen warf ich einen Blick in die Küche, wo Risa ein Katana mit einem feuchten Lappen reinigte. Ich konnte nur hoffen, dass sie daran dachte, es nach dem Kontakt mit Wasser auch wieder ordentlich zu ölen! Der japanische "Engelsstahl" war da auf beständige Pflege angewiesen.
Ich schaute kurz im Schlafzimmer vorbei und griff mir ein paar Handtücher. Da ich auch einen Yukata fand ließ ich meine schmutzige Wäsche auch gleich in der Waschmaschine.
Mit dem MP3-Player und frischen Klamotten aus meinem Rucksackschloß ich mich im Bad ein und ließ heißes Wasser in die Wanne.
Die Pistole legte ich aus reiner Gewohnheit in Griffreichweite ab.
Dann schrubbte ich mich auf einem der Plastikhocker kräftig ab und wusch mir die Haare, bevor ich in das heiße Wasser der Wanne stiegt. Ein kleines Handtuch legt ich mir gefaltet auf den Kopf und obendrauf kam der MP3-Player. Mit einem entspannten Seufzen lehnte ich mich zurück und streckte die Beine aus. Der kleine Stick begann zu spielen und bekannte Klänge ließen mich leise mitsummen.
[Alex]
Z-Day - 17:37 Uhr - Takatsu Bezirk - Das Haus am Fluss
"Der kommt aber verflucht schnell angedonnert...", wunderte sich Obergefreiter Mahlstedt und deutete auf den Pkw, der auf die Straßensperre zufuhr.
Die ortsansässigen Polizisten begannen wild mit den Armen zu fuchteln, so dass allen Soldaten am Kontrollpunkt schlagartig klar war, das hier etwas absolut daneben lief!
"Attentäter!" gellte der Ruf über sie hinweg.
Das metallische Schnappen eines Gewehrverschlusses klang in der danach entstandenen Stille auf. Nur einen Lidschlag später ratterte das Maschinengewehr los...
Mit einem Ruck setzte ich mich wieder auf.
Mist! War wohl doch kurz weggenickt... Irgendwie forderte der Tag wohl doch so langsam seinen Tribut.
Da Yui noch immer auf den Bildschirm starrte, musste ich ja nicht unbedingt hier rumliegen. Eigentlich war mir mehr nach einem Bad. Das die Japaner eher badeten als duschten kam mir sehr gelegen.
"Hast du was dagegen wenn ich duschen gehe, oder willst du zuerst?" hörte ich am unteren Ende der Treppe die Stimme von Risa.
Also doch nicht baden... Ohne ein Wort zu sagen ging ich in die Küche und nahm mir eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Noch mehr Bier wäre eher kontraproduktiv.
Pocari Sweat wäre mir lieber gewesen...
Ich öffnete die Tür zum Garten und setzte mich in die offene Tür.
Sonntag - 12:00 Uhr – Irgendwo in der Stadt
Durch die zugezogenen Fenster wirkte der Ort ziemlich dunkel. Auch die Fenster waren alle geschlossen, da niemand außerhalb des Raumes etwas über die besprochenen Themen etwas mithören sollte.
Das obere Ende des langen Tisches lag einmal mehr im Dunklen, so dass die dort sitzende Person nicht zu erkennen war. Die anderen Männer, die sich an der Tafel gegenüber saßen, blickten sich in die Gesichter.
Alle entstammten großen Adelsfamilien und vereinten große Macht in sich.
Das sie trotzdem zusammen an dieser Tafel saßen hatte für jeden andere Gründe.
„Mit dem Anbruch des heutigen Tages beginnt unser Spiel, meine Herren! Die Spielfiguren sind gesetzt und das Spielfeld ist bereitet!“ ließ sich die Stimme aus dem Dunkel vernehmen. Er war der Einzige in dieser Runde, dessen Gründe nicht aufgedeckt worden waren.
Shinji Toyotomi wippte unruhig mit dem rechten Knie. Diese Art von Spiel war so anders, das er ein Gefühl der Aufregung erfuhr. Chinatsu einfach aus der Akademie herauszuholen wäre fast schon einer Kriegserklärung gleichzusetzen, aber durch dieses Spiel war sie zu einem Preis geworden, den er erringen konnte.
„Störende Faktoren wurden durch geschicktes Taktieren entfernt und durch den aktivierten Bann haben wir von den übrigen auf der Akademie keine Einmischung zu befürchten. Die Verträge werden somit eingehalten!“ erklang es wieder aus dem Dunkel.
Verträge… Tian fragte sich, warum einige Verträge schwieriger durchzusetzen waren, als andere. Sein Preis in diesem Spiel war Yume. Obwohl sie ihm versprochen war, hatte sie sich widersetzt! Dann war dieser Nebenbuhler auch noch aufgetaucht, dem sie ihr Herz geschenkt hatte. Doch bevor der Bund der Herzen zu stark geworden war, hatte man ihn von ihrer Seite reißen können! Jetzt galt es nur noch, dieses Spiel zu gewinnen und der Preis würde ihm gehören!
Der dritte im Bunde der sichtbaren Gesichter hatte bislang noch kein Wort gesagt, aber man kannte sein Gesicht. Eine Adelsfamilie, die sich schon seit Jahrhunderten Wissenschaft und Forschung verschrieben hatte.
[Alex]
Z-Day - 17:26 Uhr - Takatsu Bezirk - Das Haus am Fluss
"Na, mal schauen, was der Laptop inzwischen gefunden hat", dachte ich, während ich wieder in das Arbeitszimmer des ehemaligen Hausherrn ging. Das mit den Klamotten war nun wirklich nicht meine Sache.
Da das Internet noch funktionierte, waren auch ein paar Unentwegte dabei, es mit Fakten und Zahlen zu füllen! Allerdings wollte mir die daraus resultierende Gesamtübersicht nicht wirklich gefallen.
Die Seuche war weltweit ausgebrochen und hatte sich rasend verbreitet! Nach den zusammengetragenen Informationen waren allen Großstädte inzwischen zu Sperrgebieten ernannt worden, weil die Zahl der Untoten die der Lebenden überstieg. Ähnlich wie wir es hier erlebt hatten, war die zweite Welle, die von den Gebissenen in den Krankenhäusern und Lazaretten ausgelöst worden war, fast noch verheerender gewesen!
Zu den unterschiedlichen Inkubationszeiten schrieb niemand etwas. Also setzte ich die Frage in eines der Foren. Jetzt konnten die sich erst einmal die Köpfe heiß reden!
Ich ging wieder runter ins Wohnzimmer, wo Yui noch immer vorm Fernseher saß. Und der Sender zeigte stumpf weiter eine Folge nach der anderen.
Ich streckte mich auf dem Sofa aus und schloss die Augen. Das Essen hatte gesättigt und der Adrenalinspiegel war wieder auf normal gesunken...
[Alex]
Z-Day - 17:25 Uhr - Takatsu Bezirk - Das Haus am Fluss
"Nein, das ist nicht notwendig!" erwiderte ich auf ihre Frage. "Das gesamte Grundstück ist von einer fast zwei Meter hohen Mauer umschlossen. Und hier sind derzeit eh keine ranzigen Schlurfer in der Nähe. So lange wir hier keinen Krach machen, werden auch keine herkommen!"
Ich drehte mich etwas, um aus einem der Fenster zu deuten.
"In dieser Nacht sind wir ziemlich sicher. Nur größere Zusammenrottungen von den Dingern sind eine echte Gefahr! Wir werden an den möglichen Hauszugängen noch ein paar Klingeldrähte anbringen, aber den Schlaf sollten wir uns nicht nehmen lassen. Wer weiß, was in den nächsten Tagen noch alles passiert?!"
Ich wandte mich wieder vom fenster ab und blickte die Treppe empor.
[Alex]
Z-Day - 17:25 Uhr - Takatsu Bezirk - Das Haus am Fluss
Als die Mädchen wieder reinkamen stand ich gerade aus dem Sessel auf. Kōri machte sich wohl auf den Weg nach oben. Yui starrte noch immer auf den Fernseher und hatte wohl beschlossen ihre Umwelt vorerst zu ignorieren.
Mir fiel ein, dass wir uns wegen den Schlafgelegenheiten noch Gedanken machen mussten. Auch wenn die Welt gerade dabei war unterzugehen, würden die japanischen Mädchen nicht mit einem Fremden in einem Zimmer schlafen wollen!
Wahrscheinlich machten sie sich eher Gedanken um bequeme Klamotten... Ich selbst hatte da bereits wieder zur Schützengrabenmentalität zurückgefunden.
Um es mit dem alten Pfadfinderspruch auszudrücken: "Allzeit bereit!"
Wenn irgendwer oder irgendwas in der Nacht die Bude stürmte, würden wir nicht viel Zeit haben! Schon jetzt hielt ich die Waffen in meiner Nähe.
Nach einem weiteren Blick auf Yui ging ich in den Flur. Sollten wir in diesem Land bleiben, würde ich mir die Sprache wohl besser auch angewöhnen! Gespräche auf Umwegen konnten schließlich auch zu Problemen führen.
"Kōri? Kannst du, wenn du schon mal oben bist, mal schauen, wie wir die Zimmer aufteilen?" rief ich nach oben.
Risa stand noch etwas unentschlossen im Flur herum.
"Wir sollten uns ein paar Gedanken um die nächsten Tage machen!" sagte ich zu ihr. "In der Stadt sollten wir auf keinem Fall bleiben!"
[Alex]
Z-Day - 17:20 Uhr - Takatsu Bezirk - Tama Fluss
Vor meinem inneren Auge sah ich den Kontrollposten und die Männer am Boden... Würden diese Träume jetzt wiederkommen?
"Na, was ist los? Möchtest du mal raus?" hörte ich Kōri mit dem Hund sprechen. Kurz darauf war ihr leises Schluchzen zu vernehmen.
Risa war wohl noch in der Küche beim Essen...
Ich öffnete meine Augen wieder und nahm noch einen Schluck Bier.
Heute Nacht würden wir wohl sehen, wie gut wir mit der momentanen Situation klar kamen!
Tag 28 - 18:02 Uhr – Verwaltungsgebäude der Akademie - Speisesaal
Sean Cuttlass hatte sich inzwischen wieder gesetzt und mit dem Essen angefangen. Noch waren die Dinge in gewissen Bahnen.
Da für ihn bewusste Gedanken wie laut gesprochene Worte waren, hatte er auch den Auftritt von Lena Kurnikowa komplett mitbekommen.
Die verschiedenen Sichtweisen einer stattfindenden Situation waren dabei äußerst deutlich geworden.
Warum der blasse Junge so reagiert hatte und die schon an Unerträglichkeit grenzende Selbstsicherheit des anderen Neuen.
Nun, solange es nicht zu einem Duell kam, hatte er keinen Grund einzuschreiten...
Die Termine stehen hier im Convention-Thread, Anemonta.
Vielleicht sollten hier auch gleich mögliche Mitfahrgelegenheiten eingestellt werden, so wie es letztes Jahr auch schon passiert ist ![]()
[Alex]
Z-Day - 17:19 Uhr - Takatsu Bezirk - Tama Fluss
Nachdem das Tor wieder gesichert war hatte der kleine Erkundungsgang auch keine weiteren Gefährdungen ergeben. Die Umgebung war hier bis auf einige Tierlaute wirklich still. Da würden die Schlurfer nichts zum reagieren wahrnehmen. Sollte mir recht sein!
Ich beendete den Rundgang und ging durch die Tür wieder ins Haus zurück. Nachdem ich die Stiefel wieder ausgezogen hatte, ging ich in die Küche.
Den Spruch mit den Lebensmitteln bekam ich gerade noch mit, als ich wieder eintrat.
"Danke für das Angebot!" erwiderte ich noch vor Kōri. "Aber wir haben hier einen gut gefüllten Kühlschrank übernommen, der noch viele Frischwaren enthält. Das Dosenfutter sparen wir uns vorerst noch auf, denn die frischen Lebensmittel werden längst nicht so lange verfügbar sein!"
Ich nahm mir noch eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank und ging dann weiter in Richtung Wohnzimmer, wohin mir Yui wie selbstverständlich folgte.
Als sie mit der Fernbedienung den Flachbildschirm einschaltete, lief dort tatsächlich noch ein Kinderprogramm. Wahrscheinlich war der Ablauf durch Computer geregelt und zeigte einfach weiter das vorgegebene Programm.
Während Yui sich auf den Boden legte, um dem Anime zu folgen, ließ ich mich in den Sessel fallen und nahm einen Schluck aus der Flasche.
Im Augenblick könnte man fast meinen, dass alles in bester Ordnung war. Aber das war wohl eher der Wunsch nach Normalität!
Nach dem, was wir heute zu sehen bekommen hatten, würde es mich wundern, wenn es diese Nacht erholsamen Schlaf geben würde!
Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen.
Hast da keinen Typ "Fels in der Brandung", anemonta?
[Alex]
Z-Day - 17:17 Uhr - Takatsu Bezirk - Tama Fluss
Als das Mädchen mich dann auf Englisch ansprach musste ich bei dem Gedanken grinsen, dass ich nun wirklich nicht wie ein Japaner aussah. Wie die meisten Japaner wechselte sie ins Englische, auch wenn ich kein Amerikaner und auch kein Engländer war. Da der Duft vom Essen in der Luft lag, hörte man den Magen des fremden Mädchens laut knurren.
"Stimmt, ich bin nicht von hier!" beantwortete ich ihre erste Frage. "Du kannst mich Alex nennen. Die aufmerksame junge Dame dort ist Kōri und hinten an der Tür siehst du Yui. Wir haben sie erst hier am Haus getroffen und sie ist wohl als Einzige von den Bewohnern übrig. Wie man hören kann, war heute der Speiseplan wohl eher karg..." Ich machte eine einladende Bewegung in Richtung der Küche.
"Kōri? Bist du so nett und zeigst ihr, wie sie zu etwas zu Essen kommt? Ich sehe noch einmal nach dem Tor und in die Umgebung!" wandte ich mich an meine bewaffnete Begleiterin.
Danach überließ ich die Mädchen erst einmal dem Essen, während ich einen weiteren Kontrollgang am Zaun des Grundstückes machte.
[Alex]
Z-Day - 17:16 Uhr - Takatsu Bezirk - Tama Fluss
Ohne Licht einzuschalten war es bei der tief stehenden Sonne im Inneren dunkel, so dass man von draußen nichts sehen konnte.
Eine junge Frau stand auf der Auffahrt und in ihrer Nähe lehnte ein Fahrrad, mit dem sie wohl gekommen war.
Sie hatte das Öffnen der Tür bemerkt und war stehen geblieben.
Jetzt sagte sie etwas.
Verdammt! den ganzen Tag hatte ich mit Kōri meist englisch sprechen können und nun sprach da draußen jemand japanisch.
Ihre Stimme klang eher unsicher und das Hallo hatte ich auch verstehen können...
Ich schob die Tür etwas weiter auf und senkte den Lauf der Waffe weit genug, um nicht direkt auf sie zu zielen. Dann hob ich meine linke Hand und winkte sie heran.
"Irassai!" sagte ich laut, was so viel wie "Komm rein" oder auch "Willkommen" heißen konnte.
[Alex]
Z-Day - 17:15 Uhr - Takatsu Bezirk - Tama Fluss
Als ich mich an den Tisch setzte, durchzuckte mich kurz ein komisches Gefühl. Hier saß ich nun mit einer Schülerin und einem kleinen Mädchen in einem fremden Haus beim Essen! Da beide in meine Richtung blickten, murmelte ich ein itadakimasu, woraufhin wir zu essen begannen.
Auch wenn wir auf dem Militärstützpunkt etwas zu essen bekommen hatten, war ich bereits wieder sehr hungrig. Auch das Bier schmeckte dazu richtig gut.
Ich mochte mit den Essstäbchen nicht gerade meisterlich umgehen können, trotzdem fand das Essen seinen Weg in meinen Mund. Da ich das Stippen in die verschiedenen Saucen nicht wirklich gewöhnt war, wanderte so manches Stück ohne Umweg in meinen Mund hinein. Es schmeckte ausgezeichnet!
Ein Gespräch wollte trotzdem nicht aufkommen. Die kleine Yui schaufelte ganz schön rein und verschaffte sich auch ohne Worte einen Nachschlag Reis. Orangensaft schien sie sonst nicht so oft zu bekommen, denn sie trank nur in kleinen Schlucken.
Draußen sank die Sonne auf ihrer Bahn langsam niedriger, aber es würde noch lange nicht dunkel werden. Trotzdem verspürte ich mir dem Erreichen eines gewissen Sättigungsgrades eine bleierne Müdigkeit in mir aufsteigen. Offenbar forderte der Tag so langsam seinen Tribut!
Die Umzäunung dieses Hauses würde die Schlurfer erst einmal fern halten, wenn welche hier auftauchen sollten. Um möglichst unauffällig zu bleiben, sollten wir wohl nur wenig Geräusche nach außen verursachen. Aber nach einer Party war bestimmt eh niemandem zumute!
In einer dünn besiedelten Gegend wie dieser hier war vorerst nicht mit Zusammenrottungen von Untoten zu rechnen. Trotzdem hatte ich den Fuchs mit den Heckklappen zum Haus hin abgestellt. So konnten wir im Notfall schnell hinein und direkt losfahren.
Wahrscheinlich sollten wir uns auch darüber unterhalten, wie wir die weitere Zukunft gestalten wollten. Besonders in welche Richtung wir uns wenden wollten!
Nach dem kurzen Blick in die Nachrichten wusste ich von Flüchtlingslagern, aber auch von der weltweiten Ausbreitung der Seuche, oder wie auch immer man dieses nennen wollte. Im Endeffekt gab es auf der ganzen Welt diese rumtorkelnden Post-Mortalen und es war fast egal, wohin man ging!
Nach dem bisher erlebten hielt ich die Überlebenschancen einer kleinen Gruppe für weitaus größer, als wenn eine große Ansammlung von Menschen versuchte einen sicheren Ort zu erreichen. Viel Menschen auf einem Haufen konnten einfach nicht leise sein.
Falls einige Überlebende sich in einem Kaufhaus einnisten wollten... Ja ja, wie in den Filmen! Dort würden sie jedenfalls nicht lange bleiben können. Noch funktionierten Strom und Wasser, aber das würde bestimmt nicht mehr lange so bleiben. Ohne die Wartung und Aufsicht war der Ausfall der Versorgung nur eine Frage der Zeit!
Da die Städte die höchsten Konzentrationen von Untoten aufwiesen, war es klar, dass wir dort nicht bleiben konnten. Lebensmittel würden auch bald weniger werden.
Was blieb also zu tun?
Etwas irritiert blickte ich auf die leere Flasche Bier. Ich hatte sie wohl während meiner Überlegungen ausgetrunken.
Plötzlich hörte ich das metallische Geräusch des Tores vorne vor dem Haus. Es war geöffnet worden!
Mit einem Schlag war die Müdigkeit wieder verschwunden und ich sprang auf die Füße. Trainierte Reflexe hatten mich zur Waffe greifen lassen und ich befand mich bereits im Flur des Hauses. Die anderen würden mir wahrscheinlich folgen. Da die Schlufer keine Türen öffneten, außer sie rannten sie durch schieren Massen ein, musste ein lebendes Wesen dort draußen sein! Ich signalisierte Kōri, die ebenfalls ihre Waffe gegriffen hatte, dass sie Deckung geben sollte. Das ich dabei in erlernte Zeichensprache des Militärs verfiel, hinderte sie hoffentlich nicht daran, es zu verstehen. Draußen näherte sich jemand der Tür...