Z-Day +1 – 10:50 Uhr - Präfektur Kanagawa
Aber die Menschen versteckten sich nicht nur in ihren Häusern, es gab auch andere Reaktionen auf die untoten Gestalten…
Eine Gruppe von jungen Leuten hatte sich während der Nacht einen LKW mit einem Maschinengewehr besorgt, mit dem sie in den Morgenstunden in das Ortszentrum fuhren, wo sich die meisten wankenden Körper aufhielten. Angelockt von dem Krach des schweren Motors hatten sich die Massen bereits in Bewegung gesetzt. Während drei der jungen Männer auf der Ladefläche des LKW blieben, um das MG zu versorgen und zu bedienen, verteilten sich die übrigen um das Fahrzeug herum. Die langsam näher kommenden Schlurfer stellte so noch keine große Gefahr dar. Sie ließen sich problemlos von der Außengruppe mit ihren Knüppeln und Schlagwerkzeugen abwehren. Da zu dem Zeitpunkt auch der Motor des LKW nicht mehr lief, wurden die Bewegungen auch schon wieder langsamer.
Dadurch fühlten sich alle in ihrer Meinung bestätigt, dass sie mit der Plage zurechtkommen würden. Dann hatten sie das Maschinengewehr bestückt und waren bereit. Das scharfe metallische Geräusch des Verschlusses ließ die Untoten wieder reagieren, aber der Strom an Kugeln, die gleich darauf den Lauf der Waffe verließen, sägte wie eine Sense durch die Masse. Die drei auf dem LKW johlten vor Vergnügen, während der Lauf langsam über die Front der heran wankenden Schlurfer bewegt wurde. Kugeln durchschlugen die Körper und warfen sie zurück. Einige Schlurfer wurden regelrecht zerteilt. Auch die anderen um das Fahrzeug herum schrien ihre Schmähungen heraus. Je begeisterter sie waren, desto lauter wurden sie. Und das wiederum zog immer mehr der grausigen Menschenreste an, die sich wider die Natur bewegten.
„Damit machen wir sie alle fertig!“ schrie einer aus der Gruppe am Maschinengewehr. Im nächsten Augenblick schlug der Schlagbolzen auf eine leere Kammer, da der ganze Gurtkasten bereits durchgelaufen war. Mit einem lästerlichen Fluch zog er den Verschluss zurück und wandte sich nach den anderen beiden um. Diese hatten in dem kurzen Schreck einen Gurtkasten umgeworfen und hantierten hektisch am nächsten. Währenddessen strömten die Untoten unbeirrt weiter auf das Fahrzeug ein. Die anderen Mitglieder schrien, dass sie sich gefälligst beeilen sollten.
Endlich war der Kasten ausgetauscht und der neue Patronengurt eingelegt. Wieder eröffnete das MG das Feuer. Diesmal war die Masse der Untoten aber schon viel dichter zusammengerückt, so dass die Kugeln zwar weiterhin die Körper durchschüttelten, aber diese nicht mehr zurückwerfen konnten.
„Idiot, schieß auf die Köpfe!“ schrie einer von der Bodentruppe. Diese mussten ihre Waffen inzwischen unermüdlich schwingen, da immer mehr Untote auf sie einstürmten.
Je dichter die Schlurfer an den LKW heran kamen, desto geringer wurde der Streuwinkel des Kugelhagels.
Als hinter ihnen ein Schrei aufgellte, stellten die Gruppenmitglieder fest, dass sie umzingelt waren! Als sich einige aus der Abwehrgruppe umwandten, um auf die Ladefläche des LKW zu steigen, wurden sie von unzähligen Händen zurück gerissen. Weitere Schreie von namenlosem Grauen erschollen, als die erbarmungslose Masse der Schlurfer ihre Körper in Fetzen riss.
„Wir müssen hier weg!“ schrie einer der Männer auf der Ladefläche. Aber es war niemand am Steuer des Lastwagens sitzen geblieben. Schon brandete die Masse der untoten Körper gegen den LKW. Noch immer schickte das Maschinengewehr seinen Strom an Kugeln aus, aber am anderen Ende kletterten die Schlurfer bereits auf die Ladefläche. Die von überall zuschnappenden Hände erfassten die letzten aus der Gruppe und rissen die Schreienden in die geifernde Masse. Als die Hand vom Abzug des Maschinengewehrs gerissen wurde erstarb auch dessen Feuer. Nach einigen letzten Schreien wurde es wieder still…