Beiträge von Soulshadow

    Da wir gerade angefangen haben mit dem RPG ist das kein Problem.
    Und so allzu förmlich sind wir hier nicht... höchstens bei der Rechtschreibung (Wofür einige mich bestimmt in die 7 Kreise der Hölle verwünschen^^)


    Ein Charakter hast du ja schon erstellt... Handlungsrahmen ist die heutige Zeit, Ort ist Kochi, eine Hafenstadt in Japan...
    Der Name deines Char klingt nun nicht gerade Japanisch, weshalb du dir etwas ausdenken musst, wie er dorthin gekommen ist...
    In so jungen Jahren wäre eine Schiffsreise an Bord eines Frachters nach Kobe oder Osaka möglich... und vielleicht will er dort auf einem der kleinen Fischkutter anheuern, um sich erst mal seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Gruppe: Mensch
    Name: Ravencloud
    Vorname: Athena
    Alter: 29
    Größe: 1,81
    Gewicht: 68kg
    Fähigkeit: keine
    Aussehen/Kleidung: langes schwarzes Haar, braune Augen, Trenchcoat, angefertigte Lederhose
    Geschichte: Indianischer Herkunft. Hat sich auf das Studium der Kriminalistik verschrieben. Besitzt eine hervorragende Auffassungsgabe, so dass sie bei der Erstellung von Täterprofilen sich schnell einen Namen machte. Arbeitet inzwischen freiberuflich als Profiler und wurde von einem Studienfreund nach Japan gerufen, um bei den Ermittlungen zu helfen.
    Charakter: Tritt anderen Menschen offen entgegen, vertraut sich aber nur engen Freunden an


    Stärken: Analytischer Verstand. Ist im Umgang mit Schusswaffen ausgebildet.
    Schwächen: Glaubt nicht an das Mystische und will alles wissenschaftlich erklären.

    Athena Ravencloud blickte aus dem Fenster, während sich das Taxi sich der eigentlichen Stadt näherte. Die Burg Kochi würde auf ihrer erhöhten Position von Scheinwerfern angeleuchtet, so dass man sie gut erkennen konnte. Für das ungeschulte Auge sah das Leben an und um die Straßen der Stadt ganz normal aus, aber Athena spürte selbst jetzt das Misstrauen.
    Anhand der Informationen, die man ihr hatte zukommen lassen, waren die Überfälle auf die Menschen keinem bestimmten Schema unterstellt. Die unterschiedlichen Auswirkungen, wie auch die Vorgehensweisen konnten niemals auf eine einzelne Person zutreffen.
    Athena ging im Kopf noch einmal die verfügbaren Informationen durch, wobei sie eine Strähne ihres langen schwarzen Haares über die Lippen bewegte. Eine Angewohnheit, die ihr inzwischen nicht einmal mehr bewusst auffiel, die aber immer wieder die Blicke der Männer auf sich zog.
    Isamu schien selbst auch nicht alle Informationen weiter geleitet zu haben, denn es waren deutliche Auswirkungen auf den Verkehr von und nach Kochi festzustellen.
    Ausgehend von den bisher zur Verfügung stehenden Informationen, zusammen mit den Fakten hier vor Ort, schien eine Gruppe die Kontrolle in dieser Gegend ergreifen zu wollen. Allerdings wollte ihr kein Grund einfallen, warum die Regierungs- und die Polizeibehörden nicht dagegen vorgingen.
    Die Unsicherheit, die diese Situation bei den Einheimischen auslöste, war wohl eine direkte Auswirkung, die von Athena wahrgenommen werden konnte.

    Aus den Zonen der Puppenspieler kann nichts nach draußen gelangen, Elogan. Sie sind so eine Art von persönlicher Lebensumgebung in der sich dann nur die magischen Waffen der Splitter aktivieren lassen.
    Du müsstest es schon umdrehen, so dass Gegenstände aus der wirklichen Welt von Karten in der jeweiligen Zone verfügbar werden.


    Die Puppenspieler sind ja eigentlich Einzelgänger, so dass es in ihren Zonen nichts besonderes gibt, da sie alle bestehenden Gegenstände aus der wirklichen Welt dort benutzen können. Die Energie dieser Zonen ermöglicht ihnen auch ihr langes Leben und scheinbar brauchen sie das Blut, um diese Energie auch weiterhin erzeugen zu können.
    Für einen Splitter funktioniert z.B. ein Auto in der Zone nicht, deshalb besitzen sie spezielle Waffen, die nur durch die Energie der Zone funktionieren.

    19:39 Uhr – Gelände der Schule – Umgebung des Haupttores


    Hikaru blickte zu der kleinen Gruppe, die sich gerade irgendwohin begeben wollte.
    „Es sind nur etwa zwanzig Minuten bis zu dem vereinbarten Treffen am Haupttor“, rief er ihnen zu, da Kohana dann ja am Tor gebraucht wurde.
    Noch immer waren die Beteiligten untereinander misstrauisch bis ablehnend eingestellt…
    Yume Tsuyu kam zu ihm und blickte ihn an.
    „Welchen Plan haben wir denn nun ersonnen, um den bekannten Treffpunkt zu nutzen?“ fragte sie etwas von oben herab. Eigentlich wollte sie gar nicht so klingen, aber in ihrem Inneren ging alles durcheinander, so dass sie es unbewusst tat.
    Hikaru reagierte gar nicht auf ihren Ton und erwiderte ruhig ihren Blick.
    „Wenn es uns gelingt Sousuke rechtzeitig abzufangen, dann tauschen wir ihn aus. Die Tante wird ihn nicht kennen, so dass sie einfach nur einen Schüler erwartet. Da wir nicht wissen, was genau ab dem Punkt passieren wird, sollten die besten Kämpfer sich bereit halten.“
    Yume nickte langsam.
    „Vergiss den Kodex nicht…“, meinte sie nach einem kurzen Moment.
    „Habe ich nicht!“ erwiderte Hikaru. „Sollte ein Vampir oberhalb Level E gefährlich werden, wird Tori Yamada das Übernehmen. Es wäre nur schön, wenn ihr sie unterstützen könntet.“
    Yume sagte einen weiteren Moment nichts, während ihr verschiedene Gedanken durch den Kopf gingen. Das eine Hunterin vor ihren Augen einen Adligen angreifen könnte, war gelinde gesagt irritierend für sie. Andererseits agierten diese Adligen gegen sie und für sie würde das ein erzwungenes Leben mit Tian bedeuten…
    Nachdem sie nun aber schon einen anderen geliebt hatte würde sie niemals in einen solchen Käfig hinein passen. Sie hatte die Freiheit der Entscheidung genossen und wollte nicht mehr in den Gehorsam zurück kehren!
    „Höchstens Ablenkungsmanöver!“ presste sie hervor, um die Gefühlsaufwallungen in ihrem Inneren nicht heraus zu lassen.
    Hikaru nahm zwar das Vibrieren in ihrer Stimme wahr, überging es aber.
    „Einverstanden!“ stimmte er zu.
    Am Tor hielten sich, wie immer, zwei Wachposten auf, die ihre Aufmerksamkeit aber nach außen richteten. Noch immer war keine Spur von Sousuke zu sehen.

    Ah, Sica... Welchen Menschenjungen hat Corvin denn nun vor sich stehen?
    Da soll ja um 20 Uhr Sousuke am Tor erscheinen...
    Dabei taucht dann auch die Tante auf, und gibt eine Spur zum ersten Hintergrundspieler...

    Tag 29 - 16:05 Uhr - Gelände der Akademie – Simulationskuppel

    Hagen blickte auf die kleine Gruppe, die sich an seiner Position gesammelt hatte. Die meisten von ihnen kannte er etwas besser. Also hatte tatsächlich eine Gruppenmentalität bei vielen Fuß gefasst. Durch den Windschild, den Takashi um die Position errichtet hatte, waren sie erst einmal vor den Geschossen geschützt, so dass eine Gegenwehr formiert werden konnte.
    Von oben schwebte Rena Murasaki in den Schutzkreis hinunter. Mamoru Tamura war kurz zuvor herein gelaufen.
    Aber inzwischen hatten die Angreifer auch den letzten Zweiflern klar gemacht, dass ein Einzelkampf gegen eine so große Zahl von Angreifern nicht durchgehalten werden konnte. Somit hatten sich auf der verfügbaren Fläche Gruppen gebildet, die Widerstand leisteten. Nun konnten sich die Angreifer aber auch auf weniger Zielpunkte konzentrieren.
    „Ziemlich hektische Sache“, lachte Rena und ließ ihre leer geschossenen Waffen verschwinden.
    Zwischen den Hügeln tauchte eine weitere Welle von schwarzen Gestalten auf. Tabetha und Kaori feuerten im Hockanschlag gezielt in die Menge, aber stoppen konnten sie die Massen damit nicht.
    Hagen spürte den Funken, der im Sein der Einzelnen um ihn herum aufleuchtete. Obwohl ihm bewusst war, dass die Akademieleitung diesen Vorgang mit dieser Übung gezielt forciert hatte, wusste er auch, dass es nicht anders ging.
    Der strahlend helle Raum war ihm schon bekannt, als er diesmal hinein glitt. Die Funken der einzelnen Schülerinnen und Schüler im direkten Umkreis wurden zu leuchtenden Bändern, die sich im Zentrum vereinten. Schlagartig vervielfachte sich seine Sicht, als er gleichzeitig durch die Augen der anderen schauen konnte.
    Marcella Cardellini war dicht genug herangekommen, so dass sie auch in die Verbindung gezogen wurde. Der Schutzwall flackerte kurz, bevor er durch Eis verstärkt wurde. Neun Gedankensphären fanden sich zusammen und bildeten eine Einheit.

    „Energieausschlag!“ meldete einer der Kontrolltechniker, die das ganze Spektakel in der Simulationskuppel überwachten. Valentina wandte den Kopf und blickte auf den entsprechenden Schirm.
    „Wie viele?“ fragte sie dabei automatisch. Es war den Schülerinnen und Schülern gegenüber nicht fair, sie so zu einer Verbindung zu zwingen, aber die Zeit lief ihnen einfach weg. Die individuellen Vorstellungen gingen bei vielen dieser jungen Leute noch immer sehr weit auseinander. Sie waren es in der Welt der Normalen gewohnt, alleine klar zu kommen. Entsprechend meinten sie auch hier, dass sie alles alleine durchstehen konnten.
    „Neun!“ keuchte der Techniker.
    Valentinas Kopf wandte sich ihm ruckartig ganz zu. Bislang waren Pentagramme nur von maximal sechs Leuten gebildet worden! Hier auf der Akademie hatten sie nur vier Personen verbinden können.
    „Ist das bestätigt?“
    „Ja, Direktorin. Diese Verbindung enthält neun Einzelpersonen…“, erwiderte der Techniker.
    Valentina schob ihn etwas zur Seite und sah sich die Daten genauer an.
    „Schau an… Okami“, murmelte sie und richtete sich wieder auf.
    „Wir gehen in Stufe 2 des Programms!“ ordnete sie an.

    In der Simulationshalle war nur der verstärkte Schutzwall für andere Beobachter sichtbar, da dieser keinen Blick ins Innere mehr zuließ. Aber zu den Waffenprojektilen kamen nun auch noch Eis und Feuergeschosse, die einen Sicherheitskreis in die Massen der Angreifer fraßen.
    Doch nun erschienen auch noch Kampfjets am Himmel, die ebenfalls mit Bordwaffen und Clusterbomben auf die Schülerschaft einstürmten. Auch wenn die Explosionen nicht wirklich Körper durch die Gegend schleuderten, so wurden die Anzüge im Wirkkreis sofort versteift. Das Donnern der Explosionen übertönte nun auch die Schreie. Die noch irgendwie dazwischen befindlichen Schülerinnen und Schüler konnten nur noch versuchen, eine der Gruppen zu erreichen. Der Kraftaufwand, den die Fähigkeiten den Einzelnen abverlangten, wirkte sich immer mehr auf die Personen aus.

    19:05 Uhr - Cross Akademie - Auf einer kleinen Lichtung


    Wie aus dem Nichts war der schwarzhaarige Mann aufgetaucht.
    "Was machst du hier?" herrschte er Ryoko an, die noch immer mitten in einer Kata war. In der Dämmerung hatte sie ihre Haare entflochten und ließ diese mit ihren Bewegungen um sich fließen. Ihre Klingen bewegten sich dabei schnell genug, um auch dem erfahrenen Auge zu entkommen.
    Sie hatte nach dem Mittag sich noch etwas umgesehen, dann ihr neues Zimmer aufgesucht. Ihre Zimmergenossin schien zu den Eliteschüler-Verehrern zu gehören, denn sie sprach von nichts anderem. Ryoko hatte ihre Sachen ausgepackt, war duschen gegangen und hatte sich in für sie bequeme Trainingskleidung umgezogen, da war ihre Zimmergenossin noch immer bei den Vorzügen einiger Eliteschüler.
    Nach den Erlebnissen auf ihrer letzten Schule wollte sie sich erst gar nicht mit anderen beschäftigen. In der bewaldeten Umgebung war es nicht sehr schwer gewesen, eine ruhige Lichtung zu finden...
    Ohne sich von dem aggressiven Ton des Mannes aus der Ruhe bringen zu lassen, beendete sie ihre Übung und schloss die Kata ab. Ihr Haar floss mit den letzten Bewegungen wie ein Mantel um sie.
    "Ich absolviere mein Training, sensei", erwiderte sie dann mit ruhiger Stimme.
    "Du gehörst bestimmt zu den neuen Schülerinnen...", begann er in leicht abfälligem Ton. "Mein Name ist Toga Yagari und ich unterrichte Ethik hier auf der Akademie." Der zweite Teil seiner Vorstellung war auch vom Klang her bedeutend höflicher. Sein Haar schien mit Absicht die rechte obere Hälfte seines Gesichts zu verbergen.
    "Eine interessante Technik", wechselte er überraschend das Thema. "Ich habe sie schon einige Jahre nicht mehr gesehen."
    "Ryoko Kamigoro", stellte sie sich im Gegenzug vor. "Heute in die erste Klasse der Oberstufe hier an der Cross Akademie gewechselt, Yagari-sensei!"
    Ihr Gegenüber nickte knapp.
    "Die Guardians beginnen ihre Runden, da sollten alle DayClass Schülerinnen sich im Wohnheim befinden, Kamigoro-san", erklärte er ihr ganz ruhig. "Es ist nach Anbruch der Dunkelheit nicht gern gesehen, wenn man sich hier draußen rumtreibt. Soweit ich von einigen anderen Schülern erfahren habe, solle es auf dem Dach einige ganz passable Trainingsplätze geben. Ich muss sie nun bitten, sich zurück ins Wohnheim zu begeben!"
    Ryoko nickte knapp. Bei Typen wie diesem Lehrer, der alleine durch seinen wuchtigen Körper schon Gewalt ausstrahlte, sollte man nicht ohne Grund Wiederworte richten.
    "Ich werde mich dorthin zurück ziehen und auf dem Dach nach einem Ausgleich suchen!" Mit diesen Worten wandte sie sich ab und ging.

    09. Oktober – 19:05 Uhr - Kōchi-shi - Stadtzentrum

    Skarm’vat Choa hatte sich einen bequemen Platz an einer Haltestelle der Straßenbahn gesucht, von wo aus er die Aktionen seiner neuesten Nashiko weiter steuerte. Die leuchtende Kugel in seiner Hand, die Masao Ichimuras Seele für einen gewissen Zeitraum verwahrte, verband ihn gleichzeitig mit dem Körper, der sein Jisaiku trug. Mit einem Vergnügen, das nur ein anderer Puppenspieler nachvollziehen konnte, leitete er seine Puppe an. All die mühsam zusammengesuchten Fakten und Daten wurden nun von den gleichen Händen unter dem Blick der jetzt gleichgültigen Augen wieder vernichtet.
    Allein nur die Begrenzung, die den Zeitraum der Verwahrung und die Anzahl der zu beherrschenden Nashikos festlegte, störte jeden von ihnen. Obwohl sie weder Kasten noch andere gesellschaftliche Bindungen pflegten, gab es doch eine Rangfolge. Die niedrigste Stufe, zu der auch Skarm’vat Choa zählte, konnten nur ein bis drei Nashikos beherrschen. Die nächste Stufe hatten dann vier bis sechs Puppen unter ihrer Kontrolle. Diese stellten so etwas wie den Adelsstand dar. Und dann wahren da noch die Meister…
    Der Furaizu meldete eine Störung, die Skarm’vat Choa als kurzes Aufflackern von Farben wahrnahm.
    Jemand war in seine Zone eingedrungen!
    Diese Fähigkeit besaßen nur die verabscheuungswürdigen Geteilten, die sich selbst Splitter nannten. Alarmiert sprang er auf, als er eine nahe Präsenz verspürte. Aber im gleichen Augenblick drang ein glühender Schmerz durch seinen Körper, als der Geteilte ihm eine weißblau strahlende Klinge hinein stieß. Skarm’vat Choa wandte unter Schmerzen den Kopf und blickte in dunkelgraue Augen.
    „Grüß dich, Blutlutscher!“ zischte der Mann mit den silberweißen Haaren. Der Puppenspieler riss seine Augen noch weiter auf. Die fast wie Mondlicht leuchtenden Haare des Mannes verrieten ihm dessen besonderen Stand.
    „Fluch über dich, Sennin“ keuchte der Puppenspieler. Deshalb hatte er also so warnungslos angegriffen… Dieser Mann war kein Splitter, sondern ein Sennin, nachdem sein Tier getötet worden war!
    „Ihr habt mich längst verflucht!“ gab der Mann ohne jedes Gefühl zurück und zog die Klinge innerhalb des Körpers hoch. Skarm’vat Choa fühlte, wie das Leben aus ihm wich und die Kugel entfiel seiner kraftlosen Hand. Nach zwei kurzen Aufprallern zerplatzte die Kugel und entließ die gefangene Seele wieder. Eine Wolke aus Licht, die an einer goldenen Nabelschnur die Verbindung zu ihrem Körper hielt. Die farblose Umgebung der Furaizu schien sich wie unter unspürbaren Windböen zu wellen. Ihre Ausdehnung schrumpfte zusammen.
    Der Mann zog die Klinge aus dem sterbenden Körper und trat auf die Außenwölbung der Furaizu-Zone zu. Noch bevor sie ganz kollabierte, trat er wieder in die normale Welt zurück, wo sein gerade noch glühendes Schwert nur ein harmloser Griff in seiner Hand war.

    Tag 29 - 16:03 Uhr - Gelände der Akademie - Simulationskuppel


    >>3... 2... 1... Simulation – Start!<<

    Das Halbdunkel innerhalb der Simulationskuppel erhellte sich nur leicht und in einer Himmelsrichtung verfärbte sich der Himmel. Sonnenaufgang.
    Aus den Büschen und Hügeln erhoben sich unzählige dunkle Gestalten, die Waffen auf die versammelten Schülerinnen und Schüler richteten.
    „Überfall!“ schrie eine Stimme, dann begannen die Waffen zu feuern.
    Was es mit den synchronisierten Anzügen bei dieser Übung auf sich hatte, merkten einige Anwesende dabei sehr schnell. Dort, wo die simulierten Kugeln auftrafen, wurde durch den Anzug ein entsprechender Effekt auf den Schüler weiter geleitet, so dass einige von ihnen zuckend zu Boden gingen. Überraschte Schreie begleiteten diesen ersten Eindruck.
    Aber die Schülerinnen und Schüler hatten innerhalb der letzten vier Wochen bereits viel gelernt!

    Rena Murasaki rief sich mit ihrer anderen Fähigkeit zwei Waffen herbei und levitierte über eine Gruppe von Angreifern. Sie hatte inzwischen eine effektivere Art zu schießen gelernt, so dass sie nicht mehr zu viel Munition auf ein Ziel verschwendete.
    „Auseinander!“ rief am Boden jemand, während die Schüler sich verteilten. Wie schon zuvor in den Gruppenübungen fanden sich auch hier einige zusammen, die bislang reibungslos miteinander ausgekommen waren. Windbarrieren hielten Kugeln auf, ebenso wie Eisschilde. Dahinter versammelten sich andere, die ihre Fähigkeiten zum Angriff einsetzten.
    Vom Nahkampf bis hin zum Feuergefecht fand alles gleichzeitig in dem entstandenen Getümmel statt.

    Tabetha hatte mit einer Beinschere einen Angreifer zu Fall gebracht und sich dessen Waffe angeeignet. Mit kurzen Feuerstößen aus der automatischen Langwaffe säuberte sie einen ganzen Sektor, der von den Schülern weg wies. Sie hielt sich erst einmal möglichst flach am Boden und rollte zu einem anderen Körper hinüber, wo noch eine geladene Waffe lag. Die leergeschossene ließ sie einfach liegen.
    Kaori hatte hinter mehreren Körpern Deckung gesucht und feuerte aus diesem Schutzwall auf Angreifer. Da es innerhalb der Kuppel keine Tiere gab, konnte sie ihre Fähigkeit nicht einsetzen.
    Ein Windstoß wirbelte eine ganze Gruppe von Angreifern davon, so dass diese in einen anderen Pulk geschleudert wurden.
    Ein Mitschüler, hinter dessen Körper unter anderem Kaori Schutz gesucht hatte, fluchte in einem langen Strom von Worten. Der Anzug blockierte seinen Körper, nachdem die Schadensüberwachung kritische Treffer und damit einen Totalausfall festgestellt hatte.
    „Tote sprechen nicht!“ zischte Kaori ihm ins Ohr und zog eine weitere Waffe zu sich heran.

    Die Schülerinnen und Schüler sahen sich einer wahren Überzahl an Gegnern gegenüber, die den Wiederstand von Einzelpersonen, selbst wenn diese mächtige Fähigkeiten besaßen, niederringen konnten. Sie waren durch die Schwere der Aufgabe gezwungen, sich zu Gruppen zusammen zu finden.
    Haruka Takahashi hatte sich gleich zu Beginn neben Nekomi Mao befunden, die gleich bei Eröffnung des Feuers reflexartig eine telekinetische Abwehr aufgebaut hatte. Haruka hatte schnell Körperkontakt hergestellt und war mit Nekomi an einen anderen Platz innerhalb der Kuppel teleportiert. Warum sie ausgerechnet in die Nähe von Hagen Kosaka gesprungen war, konnte sie sich bewusst auch nicht erklären.
    Die Position wurde von Takashi Yamiro durch einen Windschild geschützt, so dass keine gegnerischen Geschosse eine Gefahr darstellten.
    Hagen setzte neben seinen Pistolen auch Feuer gegen die Angreifer ein, die dann in einem hellen Aufflammen verschwanden.
    Trotzdem fand er Zeit über Telepathie kurz Kontakt aufzunehmen. Er zeigte Haruka die Position von Tabetha und Kaori, so dass sie direkt springen konnte und die beiden ebenfalls in die sichere Zone brachte.

    Die ist derzeit auch nicht auffindbar!
    Plan Jormungand ist aktiviert... da passiert halt noch einiges in nächster Zeit.
    Ryu ist halt derzeit kein Schüler, sondern im Sicherheitsdienst, also ist er auch nicht bei der Übung dabei.

    19:00 Uhr - Cross Akademie - Klassenwechsel


    Nachdem die neuen Schülerinnen und Schüler sich ein wenig umgesehen hatten, waren sich noch nicht viele begegnet. Kaien Kurosu blickte aus dem Fenster auf die sinkende Sonne. Am Tor auf der Brücke zum Mondwohnheim waren bereits wieder sehr viele Schülerinnen versammelt. Daran hatte auch die neu hinzugekommene erste Klasse nichts geändert. So ganz ohne andere Leut in seiner Nähe war sein Gesicht beinahe ausdruckslos, während er hinaus blickte.
    Auf dem Schreibtisch lagen die Akten der neuen Schülerinnen und Schüler, die er in den letzten Stunden durchgesehen hatte. Einige von ihnen würden jetzt erst in der Cross Akademie eintreffen.
    An seinem Wunsch hatte sich nichts geändert und er würde dieses Ziel auch weiterhin mit aller Kraft verfolgen.
    Das nun auch Ichiru, Zeros jüngere Zwillingsbruder, auf die Cross Akademie gehen würde, würde schon einige Dinge in Bewegung setzen. Aber auch bei den übrigen neuen Schülern waren genügend Elemente für Entwicklungen vorhanden. Nach einem weiteren tiefen Atemzug schloss er das geöffnete Fenster und setzte sich an den Schreibtisch.


    Mondwohnheim
    Kaname Kuran überwachte die Vorbereitungen innerhalb des Mondwohnheimes. Als Hausvorstand hatte er eine Begrüßungsfeier für die neuen Schüler inszeniert, um denen auch gleich noch einmal die Regeln des Hauses und allgemein auf der Cross Akademie in zwangloser Runde zu verinnerlichen.
    Takuma Ichijō kümmerte sich gerade in der Eingangshalle um die letzten Feinheiten. Dass dieser Hausempfang nur hier stattfand, gefiel den Genießern der Bewunderung bei den DayClass Schülerinnen zwar nicht so ganz, aber Kaname war dabei nicht zu überreden gewesen.
    Er sah es als seine erste Pflicht an, dass alle Bewohner des Hauses, ganz besonders die neu hinzu gekommenen, sich der Regeln des Paktes bewusst waren.
    Seine Verschlossenheit gegenüber den anderen hatte jede weitere Diskussion erübrigt. Inzwischen waren die Eingangshalle und die Galerie geschmückt und mit kostbaren Kerzenleuchtern zusätzlich erhellt. Ob die Neuzugänge nun schon im Haus waren, oder sich gerade erst auf das Gelände begaben, die Soirée würde mit einem kleinen Gong um 20 Uhr eingeläutet werden.
    Bis dahin würden dann Hanabusa Aido und die anderen vom Tor auf der Brücke zurück sein.

    Alle anderen, die mal wieder etwas mitmachen wollen, sollten ihre Chars in der Simulationskuppel haben!
    Der Countdown läuft...
    Die speziellen Trainingsanzüge sind diesmal absolute Pflicht und niemand, der verletzt ist, darf mitmachen.
    Ryu ist eh derzeit nicht im Klassenverbund und gerade an einem anderen Ort.


    Die Uhr tickt... ;)

    Ryoko hatte sich von dem kurzen Streit abgewendet und war zwischen den Säulen durchgetreten und hatte nun einen freien Blick auf die Essensausgabe.
    Auf großen Schildern über dem Tresen waren die Gerichte ausgehängt, die man sich dort bestellen konnte. Da noch nicht sehr viele Schüler hier waren konnte sie ohne Warten eines der Tabletts nehmen und auf der Edelstahlanrichte vorwärts schieben.
    Da sie keinen so großen Hunger hatte, nahm sie das leichte Gericht und bekam eine Schüssel Sobanudeln mit Ente und Gemüse. Dazu nahm sie sich noch eine Banane und einen Eistee mit, bevor sie sich an einen Tisch etwas abseits setzte.

    Tag 29 - 16:02 Uhr - Gelände der Akademie - Simulationskuppel


    Rena Murasaki schwebte gerade noch als Letzte durch die Doppeltüren der Zugangsschleuse, bevor diese sich wieder schlossen.
    Eigentlich hatte heute ja freies Training der Fähigkeiten sein sollen, aber die großen holographischen Anzeigetafeln hatten eine Änderung aufgezeigt.
    Alle sollten zum Training in die Simulationskuppel kommen.
    Im Inneren war es nur mäßig ausgeleuchtet, so dass man gerade eine wellige Landschaft mit Büschen und Gras sehen konnte.


    "In Abwandlung zu dem normalen Training steht für euch heute eine besondere Aufgabe auf dem Programm!" erklang Akaim Sokolows Stimme über die Lautsprecher. "Nachdem eure Fähigkeiten einen bestimmten Punkt der Entwicklung erreicht haben, wird dieser Test euch einige Möglichkeiten aufzeigen. Ihr sollt in der folgenden Simulation zusammenarbeiten. Aber eure Spezialanzüge sind entsprechend vernetzt. Der Gegner wird versuchen, euch in großer Zahl zu überrollen und ihr müsst ihn davon abhalten! Entgegen dem euch bekannten Verfahren wird es einen Countdown von einer Minute geben, nach dem die Simulation beginnt. Viel Glück!"


    "Was wird das denn jetzt für ne komische Nummer?" wunderte Daisuke sich. Über ihren Köpfen begann der Countdown...

    Ryoko hatte sich dann doch von dem Fenster fort bewegt, als einige Schülerinnen und Schüler etwas von Mittagessen redend an ihr vorbei gekommen waren. Wie alles in diesem Gebäude, war auch der Speisesaal recht großzügig gehalten, so dass sich die Leute fast darin verloren.
    Alleine das gab ihr schon einen Eindruck davon, wie viele Schüler sich eigentlich hier auf dem Gelände der Cross Akademie aufhielten. Nicht dass es nun mehr als an anderen Schulen waren, sondern wie sehr sie zwischen den Säulen verschwanden!
    Gebäude wie dieses boten mit Sicherheit eine Menge Orte an, an denen man ungestört sein konnte. Außerdem gehörte auch noch eine ziemliche Landfläche mit zum Besitz der Schule. Es sollte sich hier aushalten lassen...


    “Verfluchte Scheiße, kannst du nich aufpassen wo du hin rennst!”
    "Pass mal auf Freundchen, wenn du mit deinem Kopf irgendwo in den Wolken steckst und nicht guckst was um dich rum passiert, kann ich da auch nix dran ändern!"
    Ryoko blickte unwillkürlich in die Richtung, aus der diese Worte gekommen waren.

    Keitaro Kanno blickte kurz auf die bereits geschlossene Tür. Irgendwie roch dieser Akira Yamamoto anders...
    Wie auch vom Direktor angesprochen befand sich sein Gepäck bereits auf dem Zimmer. Dabei waren ihm gar keine Bediensteten aufgefallen. Er hob die kleinere der beiden Taschen auf das Bett und überprüfte den Inhalt. Niemand hatte etwas im Inneren berührt. Alles war noch so, wie er es vorbereitet hatte.
    Mit einem zufriedenen Brummen schob er die Tasche unter das Bett und sah sich den Schrank auf seiner Seite an, der wohl für die Kleidung gedacht war.
    Der Geruch des gut gepflegten Holzes war eine sehr angenehme Abwechslung.
    Keitaro hatte es nicht eilig und sortierte bedächtig seine Habe in den Schrank ein. Die Schuluniform vom Bett packte er auch auf einen Haken, da es heute keinen Unterricht geben würde.
    Nachdem alles verstaut war stellte er sich an das geöffnete Fenster und blickte hinaus. Es war wie eine andere Welt da draußen, mit dem vielen Grün und dem See. Die Gegend, die er kannte, bestand hauptsächlich aus Beton. Alleine die unzähligen Gerüche, die dort jeden Tag seine Nase malträtiert hatten, reichten normalerweise aus, um jeden Geruchssinn zu zerstören. Aber dieses Glück war ihm nicht beschieden gewesen...
    Seine Eltern waren eh mehr mit sich beschäftigt gewesen und dem was sie dem anderen gerade an den Kopf warfen, so dass er kaum einen Doktor gesehen hatte. Schon früh lernte er, für sich selbst zu sorgen. In der Mittelschule hatte er konzentriert auf eine gute Hochschule hin gearbeitet. Wieso ihn gerade diese Schule angenommen hatte, wusste er noch nicht. Aber er war aus eigener Kraft dem entkommen, was ihn sonst zugrunde gerichtet hätte!
    Mit einem zufriedenen Seufzer ließ er sich auf das Bett fallen und döste bei geöffnetem Fenster.