09. Oktober – 19:52 Uhr - Kōchi-shi - Marunouchi - Präfekturpolizei Kochi
Hirake Togusa hatte der Szenerie nach seinem Eintreten eine Weile schweigend zugeschaut. Jeder von den dreien hatte ein Tier bei sich, dass wohl bei Bedarf eine Art von Totemform annehmen konnte. Alleine diese Tatsache, verbunden mit einigen weiteren Informationen, ließ die Blutraub-Morde in einem neuen Licht erscheinen.
Leider nicht gerade in einem besseren!
Das dann Cale auch noch fragte, was es mit den verschiedenen Speisen auf sich hatte, ließ ihn unwillkürlich die Augen verdrehen. Warum nur kamen Leute in sein Land, die mit einer derartigen Unwissenheit in Bezug auf Speisen und gesellschaftlichen Regeln?
Sicher, sie besaßen Fähigkeiten, die niemand hier in der Präfekturpolizei hatte. Aber gerade von einem Mann aus Schottland, deren Highländer über deren Landesgrenzen hinaus bekannt waren, hätte er irgendwie etwas mehr Einfühlungsvermögen erwartet.
"Es könnte hierzulande etwas schwierig werden, Haggis zu schätzen, da unsere Küche mehr dem Fisch zugeneigt ist", entfuhr es ihm mit einer Spur von Sarkasmus, was Hirake bewies wie angegriffen auch sein Nervenkostüm inzwischen war.
Lardo trug zwei Schwerter, was auch nicht gerade zur Beruhigung seiner Sinne beitrug. Außerdem waren die Reaktionen des Jungen mehr als ungewöhnlich gewesen.
Einigen seiner Worte hatte er entnehmen können, dass er versuchte in der Welt der Erwachsenen mit Wissen zu glänzen. Dem Schluss des Gespräches beim Eintreten, welches sich irgendwie um Gut und Böse bei Menschen und Taten gedreht haben musste, schien auch in diese Richtung geprägt gewesen zu sein.
"Onigiri sind Reisbälle, die mit verschiedenen Füllungen versehen wurden und in ein Blatt aus Tang gewickelt wurden. Rohen Fisch sollten sie auch in ihrem Land kennen, auch wenn sie ihn dann kochen oder braten. Da es aber kein bestimmter Fisch ist, wird es Sashimi und nicht Sushi genannt. Diese anderen in Teig gebratenen Teile sind Gemüsestücke und werden Tempura genannt..." kam er dann der Aufforderung zum Beschreiben der Speisen nach. Dabei drängte sich ihm wieder ein Wort gedanklich auf, das mit Langnasen zu tun hatte.
"Da das offene Führen von Waffen hier im Land inzwischen nicht mehr gestattet ist, was Lardo-san offenbar bekannt ist, möchte ich sie eindringlich bitten, sich daran zu halten. In Bezug auf ihre erscheinenden Tiergefährten möchte ich sie meinerseits um Aufklärung bitten."