Kapitel 2
[Alex]
Z-Day +2 - 10:53 Uhr - Präfektur Kanagawa, Yamato, Atsugi Marineluftwaffenstützpunkt
Das heute Donnerstag war und wir den 08. April schrieben, machte irgendwie keinen rechten Sinn. Am Dienstag war die Welt, wie wir sie gekannt hatten, durch eine unbekannte Infektion in ein Tollhaus lebender Toter verwandelt worden. Seitdem war eine andere Welt geworden, die nicht mehr viel mit der bisherigen zu tun hatte...
Vor zwei Tagen erst waren Kory und ich auf dem Gelände dieses Luftwaffenstützpunktes gewesen, kurz nachdem die Untoten angefangen hatten um sich zu beißen. Da war es noch ein Militärstützpunkt gewesen! Was wir jetzt sahen, war eine Geisterstadt, in der die Schlurfer herrschten.
Nachdem wir gestern in Ikuta auf das Krankenhaus gestoßen waren, hatten wir tatsächlich noch Überlebende angetroffen. Eine Assistenzärztin hatte uns von dem labor unter dem Krankenhaus erzählt und Andreas war gleich Feuer und Flamme gewesen.
Er hoffte tatsächlich, dem Geheimnis der Schlurfer-Seuche auf die Spur zu kommen! Wir hatten also ein paar Stunden investiert und den Bereich erst einmal von dem Rest der Schlurfer gesäubert. Takuya war mit wahrer Begeisterung an die Sache ran gegangen. Yuko Wakizuno hatte uns dann den Zugang zum Labor gezeigt, das wohl so eine Art von Außenstelle der Seuchenbekämpfung darstellte. Die Anlage selbst war gut ausgestattet und noch nicht in Gebrauch gewesen. Wir hatten also erst einmal alle dort untergebracht. Risa Matsumoto war noch immer nicht erwacht und war nun in einem Krankenzimmer an Monitore angeschlossen.
Andreas und Yuko hatten sich ziemlich schnell im Labor nieder gelassen. Takuya schien ebenfalls geneigt zu sein, an diesem Ort zu bleiben.
Da wir durch die Aufräumaktion noch mehr Munition verbraucht hatten, war ich nicht der Meinung, dass es so gut war in diesem Bunker zu bleiben.
Trotzdem hatten wir erst einmal die Quartiere dort bezogen, das heiße Wasser benutzt und uns für die Nacht zur Ruhe begeben.
Am Morgen war dann wieder die Diskussion aufgekommen, die ich so gar nicht führen wollte. Kori schloss sich mir an und auch die Zwillinge Aya und Mayu Karuzawa sowie Hayato Sasaki wollten sich erst einmal richtige Waffen besorgen. Yui brauchte ich nicht groß zu fragen, denn sie folgte mir ohnehin aauf Schritt und Tritt.
So waren wir nach einem guten Frühstück aufgebrochen und hatten mit Kitsune den Weg zurück nach Yamato gewählt.
Die Zugangstore waren jetzt unbewacht und das Wachgebäude war niedergebrannt. Hier musste einiges abgegangen sein, nachdem wir mit dem Radpanzer das Gelände verlassen hatten. Ich erinnerte mich an den zweiten Ausbruch der Schlurfer aus dem stützpunkteigenen Krankenhaus. Wahrscheinlich war da drinnen kein lebender Mensch mehr gewesen!
Ich hatte Kitsune kurz nach der Zufahrt gestoppt und sah erst einmal auf das Gelände. Zu den Sozialgebäuden mussten wir nicht rüber, dort würden wir nicht finden, was wir hier suchten. Die Munitionsbunker waren reine Läger, dort dürfte sich kaum faulendes Fleisch rumtreiben. Aber unser Fahrzeug machte natürlich auch Krach, was wiederum die Schlurfer anlocken würde. Es würde also wieder ein Blitzzugriff sein müssen... schnell rein, möglichst viel greifen und wieder raus.
Da der Radpanzer auch einen Sockel für ein Maschinengewehr hatte, wollten wir uns auch nach sowas umschauen.
Die Teile waren zwar reine Munitionsfresser, konnten in einer verfahrenen Situation aber durchaus nützlich sein.
Die Hauptstraßen waren auf dem Weg hierher eigentlich mehr von Fahrzeugen blockiert gewesen, als von Untoten. Die hatten sich scheinbar immer an die Fersen der fliehenden Menschen geheften, oder waren von anderen Geräuschen fortgelockt worden. Jedenfalls hatten wir nicht allzu viele zu Gesicht bekommen. Nicht, das einer von uns deswegen böse war. Wie schon am Vortag waren nur Yui und Kori mit vorne in der Fahrerkabine, während die anderen hinten im Abteil saßen.
An einer Highwaytankstelle hatten wir Kitsune wieder bis zum Stehkragen aufgetankt, so dass wir die Ersatzkanister nicht in Anspruch nehmen mussten. Zwischen uns lag ein nagelneues Funkgerät, mit dem wir die anderen in dem unterirdischen Labor kontaktieren konnten.
"Tja, besser wird es wohl nicht werden!" meinte ich schließlich und ließ Kitsune wieder anrollen.
Hinten bei den Wohnblocks bewegten sich ein paar wankende Gestalten, aber sonst sah das Gelände ruhig aus. Ich fuhr die Hauptstraße hinunter und folgte den Hinweisschildern in Richtung der Munitionsbunker.