Beiträge von Soulshadow

    Also...
    nach meinen Informationen läuft die Animuc vom 25.04. - 27.04.2014 im Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Das wäre das WE nach Ostern.
    Außerdem müsste Sawada den Ostersamstag gemeint haben, weil ich Osterfeuer nur am Samstag kenne...


    Wir haben derzeit also zwei Vorschläge:

    • 23. März (wenn auch nur unter Vorbehalt von Sawada)
    • Osterwochenende im April

    Okay, so langsam sollten wir mal wieder einen Termin für eine Marathon-Sitzung finden ;)
    In acht Wochen ist bereits wieder Ostern, da wird die Gastronomie wieder Vollzeit-Einsatz haben.
    Also, Leute... welches Wochenende ließe sich von euch einrichten?


    Unsere beiden Gastronomen mal bitte einen Vorschlag in die Runde werfen xD

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:57 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    Rika konnte förmlich spüren, wie Yuki in Gedanken mit sich rang. Da die Leute gerade mal etwas offener miteinander sprachen, fand sie es bestimmt plötzlich nicht mehr richtig, die bereits vorbereitete Tauschaktion vor allen geheim zu halten. Damit hatte sie bislang keinerlei Probleme, denn sie konnte den anderen bislang kein wirkliches Vertrauen entgegen bringen.
    Nur weil sie alle hier in dieser Welt gelandet waren, hatten sie noch lange nicht das gleiche Ziel vor Augen! Rika war sich relativ sicher, dass Akuma-san eine Art von Widerstandszelle plante. Bei Miss "Eisenhart" war es wahrscheinlich noch eine Nummer extremer. Ihr würde sie glatt so eine "Beherrscherin der Schulwelt"-Nummer zutrauen, da die Kamikazeterroristin immer gerne wie eine Gossen-Ratte reagierte.
    Solche Leute hatte sie als eher hinterhältig kennen gelernt, als man ihr von der Schule aus eine kleine Lektion erteilen wollte. Nur war sie eben kein Püppchen gewesen, das sich leicht aufmischen und verschrecken ließ.
    Am Meisten hatte die kleine Bande gewurmt, dass Rika ihnen ihr Fahrzeug auseinander genommen hatte.
    Als Ishiguro-san sich wieder zu Wort meldete, fragte sich Rika einmal mehr, aus welcher Ecke er wohl kam. Erneut verband er seine Analyse mit neuen Fragen. Er fasste die von ihm verstandenen Fakten zusammen und stellte dann seine Fragen, als ob sie alle hier zum Sozialkonvent zusammen gekommen waren. Damit wurde er in ihren Gedanken zu "Watson".
    Wenigstens schien er kapiert zu haben, das sie hier noch keine Gruppe von engen Freunden waren und seine Verwendung von den Vornamen etwas außerhalb des Umgangstons gelegen hatte. Als er sich entschuldigte, musste Yuki blinzeln. Rika fand, dass er den Zeitpunkt aber schon wieder verpasst hatte.
    "Ishiguro-san, ich weiß nicht einmal genau wann du hier angekommen bist. Jedenfalls sind wir auch nur ein, höchstens zwei Tage länger hier als du." sagte Yuki dann zu ihm. Rika war sich ziemlich sicher, dass es höchstens ein Tag war.


    [Hayato Akuma]
    Hayato folgte dem Verlauf des Gespräches mit ausdruckslosem Gesicht. Er hatte diesen Ishiguro-san gestern Abend auf der Brücke gesehen, als er den grünäugigen Teufel mit der Stange angegriffen und über die Brüstung geworfen hatte.
    Ob er vorher den Angriff von Leo auf den anderen in der Cafeteria mitbekommen hatte, wusste er nicht. Schließlich war er selbst auch ziemlich in einer Ecke gewesen. Jedenfalls hätte er mit seiner Ansprache am ersten Tag vielleicht besser gepasst, als jetzt jeden anzuschauen und den Gedanken nahe zu legen, sie mögen doch alle ihr Wissen in einen Topf werfen.
    Auch wenn wohl jeder hier wieder weg wollte, so hatte sich gezeigt, dass niemand den gleichen Weg nehmen wollte. Die Ruhe, die zwischen Yukiko und der rothaarigen Kurvenbraut herrschte, deutete für ihn auf eine Zusammenarbeit hin, die auf Vertrauen beruhte. Und genau das herrschte zwischen dem Rest hier nicht!
    Die Zicke blickte immer wieder von einem zum anderen. Wahrscheinlich versuchte sie ihre Chancen einzuschätzen, wie sie am besten Kapital aus der Situation schlagen konnte. Nachdem Leo ihr die Kombination zum Zimmer des Direktors gleich in den Schoß gelegt hatte, war sie sich bestimmt schon auf dem Zielpfad vorgekommen. Nur leider machte der Schöpfer dieser Welt es nicht so einfach. Durch die Änderung der Kombination hatte Hayato sich zumindest eine Verhandlungsposition geschaffen.



    ***ANGEL PLAYER 2.1.7.***
    ***Wartungsfunktion wird ausgeführt***
    Kontrolle der Datensätze...
    ***Veralteten Datensatz im Nebenspeicher entdeckt***
    Aufruf des Datensatzes...
    ***Fehler***
    Konstruktionsmatrix des ursprünglichen Systems gefunden...
    ***Korrupte Daten im System***


    Ein leichtes Flimmern in der Luft gleich unter der Decke des Agrarraumes wurde von niemandem bemerkt. Erst als sich eine Gestalt von oben herab auf den immer noch schweigenden Yoshio fallen ließ, wurden die übrigen Anwesenden aufmerksam.
    Allerdings bekamen sie als erstes einen ziemlich harten Aufprall zu sehen, der den getroffenen Yoshio augenblicklich ins Land der Träume schickte. Auf ihm kam ein anderer junger Mann zu liegen, der auch eine Schuluniform trug. Nur war die Jacke aus einem hellen Stoff und mehr wie ein Blazer geschnitten. Sie hatte außerdem einen Aufdruck am Oberarm des linken Ärmels, das wie ein Wappen mit einem Banner darunter aussah. Innerhalb des Wappens waren drei schräg gestellte Buchstaben zu erkennen und auf dem Banner stand ein Text. Shinda Sekai Sensen
    Die blonden Haare wurden von einem roten Tuch gebändigt, das ziemlich tief über die Augen hing. Als sich der seltsame Gast erhob, tat er es in seltsamen rhythmischen Bewegungen, wobei er so etwas wie Takte summte.

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    [Hayato Akuma]
    Tag 3 – 09:56 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude

    Scheinbar war noch jemand der Meinung, dass es nicht so einfach zu sehen war.
    "Ein Gefängniswärter hat auch keinen Grund Leute zu töten, die brav in ihren Zellen sitzen." kam es von der Zicke, die sich dabei einen langen Blick in Richtung der beiden anderen Mädchen gönnte. Es wirkte fast schon so, als würde sie eine längere Analyse ihrer Einleitung folgen lassen, aber sie schüttelte nur ihren Kopf.
    Stattdessen wandte sie sich ihm zu.
    "Und, Akuma-senpai, was meinst du?"
    Mal abgesehen davon, dass sie gerade recht vernünftig sprach und in den letzten Minuten auch niemanden verbal attackiert hatte, wirkte sie ein wenig besorgt.
    Er hatte sich schon seit gestern gedanklich mit der Situation auseinander gesetzt, aber einfach keinen passenden Ansatz gefunden. Ihnen allen war klar, dass sie gestorben waren. Nun saßen sie, aus welchem Grund auch immer, in diesem Schul-Fluch-Szenario fest, in dem man zwar getötet werden konnte, aber nicht tot blieb.
    "Ich bin auch der Meinung, dass er eine Funktion in dieser Welt hat", setzte er an, um seine Gedanken etwas zu ordnen. "Aber er ist nicht der Schöpfer dieser Welt!"
    Es gab einfach zu viele Dinge hier, die nicht in einen direkten Zusammenhang mit dem grünäugigen Teufel gebracht werden konnten. Auch wenn man ihn nicht anbeten sollte, da man gar nicht wusste wer er war, hatte der Gott dieser Welt seine Regeln aufgestellt. Und wie Götter nun mal gerne waren, zogen sie Folgsamkeit dem Widerstand vor.
    "Warum auch immer wir in dieser Welt über einen freien Willen verfügen, es ist nicht der Wille des hiesigen Gottes! Der wollte wohl lieber die NPC, die alle brav machen, was er von ihnen verlangt." fuhr er fort. "Er hat sich einen Tenchi geschaffen, der hier seinen Willen durchsetzen soll. Dieser Erzengel ist wohl der Schülerratspräsident! Auch wenn wir nicht in einer Zelle sitzen, so ist diese Welt ein Ort, den wir nicht verlassen können. Wir können zwar dem Unterricht fern bleiben, aber bekommen im Gegenzug dann auch keine Essensmarken. Wie man es auch dreht und wendet, unser derzeitiges Hauptproblem ist die Ernährung!"

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:55 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude

    Rika hatte die Bemerkung von Miss "Eisenhart" nicht so interessant gefunden, wie ihren leicht verkniffenen Blick auf den Aushang. Für einen kurzen Moment hatte sie den Eindruck, als hätte das Mädchen Probleme mit dem Lesen. Noch während sie diesen Gedanken verfolgte ergriff Ishiguro-san das Wort.
    Im ersten Moment erinnerte sie sich daran, dass sie ihn im Krankenzimmer wegen des Vorfalles auf der Treppe hatte stehen lassen. Für einen Augenblick hörte sie in der Erinnerung die Stimme ihrer Großmutter, die sie ermahnte es gegenüber anderen nicht an Aufmerksamkeit und Höflichkeit mangeln zu lassen. Aber der Junge redete bereits fleißig weiter...
    Im nächsten Moment war die mangelnde Höflichkeit vergessen und sie wollte ihm eher einen Takt mit der Maschinenpistole verpassen. Doch er war längst noch nicht fertig.
    Es war eine ziemliche Talfahrt der Gefühle, die Rika mit jedem Satz von Ishiguro-san erlebte. Was bildete der sich nur ein? Er tat gerade so, als wären sie schon seit Ewigkeiten in dieser Welt, dabei waren sie gerade mal einen Tag länger da. Als er am Schluss dann noch eine Bemerkung an Miss "Eisenhart" richtete, erinnerte sie sich an ihren eigenen Eindruck. Allerdings wäre sie niemals auf die Idee gekommen, es wie ein Dozent vor allen anderen herauszustreichen.
    Kaum das er fertig gewesen war, hatte Yukiko ihn schon einmal angepfiffen. Und während sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse weiter gab, hatte Rika Zeit die Gesichter der anderen zu beobachten.
    Akuma-san wirkte noch verschlossener als vorher, wollte aber auch den Redefluss von Yukiko nicht unterbrechen. Allerdings hätte er wahrscheinlich auch nur ein paar bildhafte Ausdrücke verwendet, um zu umschreiben wohin sich Ishiguro-san seine Meinung schieben könnte.
    Rika bemerkte, dass Yuki den Part mit dem Erschaffen nicht in ihre Aufzählung einfließen ließ. Außerdem hatten sie beide bislang auch keinen Ton von der geplanten Tauschaktion ausgeplaudert, was Rika auch vorerst so beibehalten wollte.
    "Das sollte das Wichtigste gewesen sein. Falls ich etwas vergessen haben sollte, könnt ihr mich gerne ergänzen oder verbessern." kam Yuki schließlich zum Abschluss ihrer zweiten Ansprache.
    Sie waren inzwischen über den Beginn der Pause hinweg, aber hier im Agrarbereich bemerkte man davon nichts. Dass sich die Kamikazeterroristin bislang nicht eingemischt hatte, schien auch bei ihr an einer Form von Fassungslosigkeit zu liegen.


    "Es mag ja harsch erschienen sein, Ishiguro-san, dass sich bislang niemand die Zeit genommen hat, dir deine Fragen zu beantworten. Allerdings drängt sich mir die Frage auf, weshalb du der Meinung bist, dir stünde eine vollständige Aufklärung zu", musste Rika dann erst einmal ihrer Stimmung Luft machen. Es kam ihr immer noch so vor, als wäre eine fremde Person an eine Klasse auf Schulausflug herangetreten und hätte gefordert, alle Zusammenhänge des Klassenverbundes zu erfahren. Vielleicht war sie auch einfach nur wütend, dass er sie so vertraulich angesprochen hatte.
    Tatsächlich hatte Yukiko wohl zum ersten Mal die Erfahrungen der letzten beiden Tage zusammengefasst, so dass alle es einmal hörten.
    "Außerdem ist die grundsätzliche Annahme, dass der Schülerratspräsident hier nur rumschleicht, um uns abzumurksen, schlicht falsch!" stieg sie dann zu einem anderen Punkt um, damit ihre innere Wut sie nicht zu viel anderes ausplaudern ließ. "Er hat bislang nicht angegriffen, wenn wir innerhalb der Regeln gehandelt haben. So zum Beispiel beim Essen. Oder auch bei dem Angriff von Leopold-san auf Inugami-san. Deshalb sollten wir wirklich warten, was die beiden zu sagen haben, anstatt einfach Behauptungen aufzustellen!"
    Sie wandte sich Nukui-san zu.
    "Auf keinem Fall wäre es der richtige Weg, sich mit Gewalt Zugriff verschaffen zu wollen, denn dann reagiert er auf jedem Fall aggressiv!"


    [Hayato Akuma]
    Nachdem er schon mit dem anderen Jungen hier schweigend herumgestanden hatte, ergab sich auch weiterhin keine Möglichkeit, sich einmal sinnvoll einzuschalten. Hayato fand es schon eine ziemliche Nummer, dass der Typ hier über zwanzig Minuten neben ihm wie ein Zaunpfahl gestanden hatte, um dann auf einmal den Redefluss zu bekommen.
    Und dann machte er mit seiner komischen altmodischen Sprache auch noch Andeutungen, als wäre jeder hier im Raum verpflichtet, sich zum Wohl aller anderen zu öffnen und einzubringen. Außer welcher Welt kam der Typ nur? Sein komischer Appell in Hayatos Richtung ließ ihn nur noch weniger Lust verspüren überhaupt etwas zu sagen.
    Irgendwie waren hier einige Leute so was von weltfern, dass es eigentlich wehtun musste. Die Zicke blickte auch mit einer gewissen Ungläubigkeit von einem zum anderen. Hayato sah eine mögliche Zusammenarbeit noch immer nur unter schwierigen Verhandlungen möglich. Auf keinem Fall wollte er hier als Frontmann für jemanden die Zielscheibe spielen.
    Als die Rothaarige dann auch noch davon anfing, dass der grünäugige Teufel doch gar kein Monster sei, wollte er im ersten Augenblick wütend aufbrausen, aber dann standen die Bilder der letzten Begegnung wieder vor seinen Augen. Obwohl er ihn gestern Abend angegriffen hatte, war der Höllenwächter ihm gegenüber nicht aggressiv geworden. Obwohl Hayato ihn angegriffen hatte, war er nicht von dieser seltsamen Waffe nieder gestreckt worden.
    Nicht das er dem Typen irgendwas verzeihen wollte, aber könnte es möglich sein, dass er nicht der Drehpunkt in dieser Welt war?

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:46 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    "Und das Sekretariat wäre dann wohl gleichzusetzen mit dem Schülerpräsidenten..." kam es kaum hörbar von Yukiko. Rika hatte ihren fragenden Blick gesehen und sich den richtigen Reim darauf gemacht. Yuki hatte nicht vor, den anderen hier die Idee frei Haus zu liefern. Das war Rika nur recht, denn bislang hatten die meisten anderen nichts getan, um ihnen Vertrauen entgegen zu bringen. Es schien viel mehr so, als ob sie am liebsten andere dafür einsetzen würden, um ihr Ziel, aus dieser Welt zu entkommen, zu erreichen.
    Bei Miss "Eisenhart" war sich sich dieses Umstandes inzwischen ziemlich sicher. Das sie ausgerechnet Leopold-san ausgewählt hatte und nach eigener Aussage auch schon auf dessen Zimmer gewesen war, würde bei ihr nicht bedeuten, dass sie sich Hals über Kopf verliebt hatte. Wahrscheinlich war er nur am Leichtesten zu überzeugen gewesen, in seiner sprunghaften Art.
    Rika war sich darüber im Klaren, dass sie als Leidensgenossen eigentlich alle zusammenarbeiten sollten. Aber ohne jemandem trauen zu können, war ihr das einfach nicht möglich. Es wäre zu ermüdend, wenn sie die Kamikazeterroristin immer im Blick behalten müsste.


    [Hayato Akuma]
    "Nicht ganz. Im Sekretariat neben dem Lehrerzimmer sitzt Frau Shimitzu, die alle Meldungen von den Schülern entgegen nimmt." bewies auch er gute Ohren. Da er nach dem Frühstück nichts anderes zu tun gehabt hatte, war er der Anweisung auf dem Aushang bis zum Sekretariatszimmer gefolgt. Dort saß tatsächlich jemand, der reagierte, wenn man eintrat. Hayato hatte ihr erzählt, dass er für seine Klasse noch etwas genauere Informationen bezüglich des Aushanges benötigen würde. Und Frau Shimitzu hatte ihm diese auch tatsächlich gegeben.
    "Sie nimmt jede Meldung aus der Schülerschaft auf und sortiert sie gleich nach dem Betreff. Wahrscheinlich übernimmt sie somit tatsächlich den Job einer Sekretärin. Das alles Informationen schließlich beim grünäugigen Teufel landen, glaube ich allerdings auch."

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:45 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    Tatsächlich waren sie ohne jedes weitere Wort hierher zurück gegangen. Miss "Eisenhart" hatte keine weiteren Fragen mehr gestellt und auch keine sonstigen Bemerkungen gemacht. Sie wirkte die ganze Zeit über nur ziemlich angefressen.
    Wahrscheinlich hatte sie mit einer anderen Reaktion gerechnet, was schon einiges über ihren Umgang im Leben davor aussagte. Ihre teilweise ziemlich plumpen Versuche waren ihr wohl eher geschickt erschienen. Möglicherweise hatte sie damit ja auch in ihrem früheren Umgang Erfolge verzeichnen können. Auf Rika wirkte sie zeitweilig eher einsam. Die Abwesenheit einer entspannten Atmosphäre im Elternhaus trieb so manchen hinaus, aber man musste nicht unbedingt diesen Weg nehmen.
    Akuma-san und Ishiguro-san schienen in der Zwischenzeit nichts gemacht zu haben, denn ihre Positionen im Gebäude waren noch sehr ähnlich zu denen, als die Mädchen aufgebrochen waren. Yukiko räumte ihren teil der Putzsachen als erste weg und begann den beiden dann von ihrer Arbeit zu berichten. Rika ließ der Kamikazeterroristin auch beim Einräumen den Vortritt und bemerkte deren wachsende Verstimmung. Hier im Raum mit den anderen schien sie sich noch weniger Chancen auszurechnen.
    "Und was nun? Wie... gehen wir nun mit den neusten Entwicklungen um?" fragte Yuki zum Abschluss ihres kurzen Berichtes alle im Raum.


    [Hayato Akuma]
    Nach der Zeit der Stille und dem kurzen Bericht zur erfolgreichen Beseitigung der Blutspuren kam wieder eine dieser Fragen.
    Hayato schaute Yukiko an, die sich scheinbar wegen dem Schülerratspräsidenten mehr Gedanken machte, als er es tat.
    "Wir sind immer noch in der Situation, dass wir an die Essensmarken herankommen müssen. Und wir wissen inzwischen definitiv, dass keine drastischen Mittel verwendet werden dürfen", setzte er ruhig an. "Irgendein Trottel hat es gestern für besonders toll gehalten, dass er einige Schüler bestohlen hat. Daraufhin sind heute diese Aushänge an den schwarzen Brettern erschienen."
    Hayato legte den einen Aushang, den er im Nebengebäude abgenommen hatte auf einen freien Tisch, damit ihn sich die anderen ansehen konnten.
    Der Aushang warnte die Schüler vor unlauteren Methoden, ohne den Diebstahl von Essensmarken direkt zu nennen. Auf alle Fälle wurden alle geschädigten Schüler aufgefordert, ihren Verlust im Sekretariat zu melden.

    Hagen hielt sich noch immer in dem Abstellraum versteckt, da sein Körper bereits vor der Verabreichung des Aufputschmittels vom System getrennt worden war und selbst mit den Medikamenten fertig werden musste. Milani blieb dabei an seiner Seite, da es auf den Korridoren bedeutend lauter geworden war.
    Hagen hatte sich bei Sergeant Dombrowski gedanklich eingeklinkt, so dass dieser nicht nur eine Meldung absetzen konnte, sondern auch noch mit den meisten seiner Männer den Sprühern entkommen war. Die Ausrüstung der GLA hatte Hagen zuletzt auf dem U-Boot gesehen, wo man versucht hatte, dieses Zeug auf sie zu spritzen.
    Durch seine Meldung hatte der Sergeant dem Kontrollraum die nötigen Sekunden geliefert, um die Notschaltung zu aktivieren, die alle anderen Schülerinnen und Schüler aus den Tanks geholt hatte. Sobald diese einigermaßen beieinander waren würden sie sich in die Simulation zurückversetzt fühlen, die ihnen von der Direktorin verpasst worden war. Sie hatte offenbar ein Szenario wie dieses geahnt und den Schülern diesen Schock verpasst.
    Diesmal würde es nur keine Simulation sein!
    Hagen spürte die Gedanken der Schülerinnen und Schüler, die bei der letzten Verbindung zu einem Pentagramm dabei gewesen waren, sehr viel deutlicher als die der Übrigen. Die Ausbilder hatten von einem solchen Nebeneffekt nichts zu erzählen gewusst, aber die Größe eines Pentagramms, wie sie es kannten, war dabei überschritten worden.
    Haruka, Rena, Tabetha, Mamoru, Takashi, Kaori, Marcella und Mai waren für ihn wie kleine Leuchtfeuer zu erkennen, die heller strahlten als die Geister der anderen. Obwohl ihre Gruppe größer war, als jedes vorher gebildete Pentagramm, gab es eine stabile Verbindung zu allen acht. Durch die Medikamente waren bei allen die PSI-Kräfte in den letzten Tagen unterdrückt worden, so dass sie mit voller Stärke zur Verfügung standen.
    Hagen sah durch die Augen von anderen, dass sich die Einheiten der GLA an einen der Zugänge zur halle der Zylinder vorgearbeitet hatten. Noch während einer der gelüberzogenen Personen den Zugang geöffnet hatte, löste er die Pentagramm-Bildung aus. Durch seine geistige Verbindung zu Rena ließ er sich und Milani in die Halle zurückholen, während die anderen bereits in die Blase gezogen wurden. Mit Milani waren zehn Einzelpersonen in die Verbindung gezogen worden, deren Kraftwelle die Einheiten der GLA zurückschob.
    Obwohl die Halle ziemlich groß war, mussten sie die Sphäre klein halten, um nicht die übrigen zu gefährden. Der kurze Bruchteil eines Moments, in dem die Verwirrung der einzelnen noch anhielt, wurde von dem Informationsaustausch in der Verbindung schnell überwunden. Die von Hagen gesammelten Informationen standen allen anderen zur Verfügung, so dass sie im Bilde waren.

    Samirall sah das Aufflackern einer Sphäre, die sich kurz über dem Boden bildete. Einige der Schülerinnen und Schüler, die sich gerade erst auf den Plattformen aufgerichtet hatten, wurden von der Sphäre angezogen. Ihre Körper leuchteten in einem sanften Licht auf und schwebten dann zu der Sphäre. Diese hatte bei einem Mädchen angefangen, bei der Samirall dann Hagen und ein weiteres Mädchen auftauchen sah, bevor das Licht zu hell wurde.
    „Ein Pentagramm?“ wunderte er sich, als seine Aufmerksamkeit auf einen der Zugänge gelenkt wurde. Dort war gerade eine Tür geöffnet worden, hinter der er Gestalten erkennen konnte, die in eine Masse gehüllt waren, die ihn sofort wieder an die Übung erinnerte. Schlagartig wurde ihm klar, dass all die Übungen nur eine Vorbereitung auf die Wahrheit gewesen waren. Diese in eine gelartige Masse gehüllten Personen waren diesmal keine Projektionen oder Geistsphären. Diesmal traten sie ihnen im Hier und Jetzt gegenüber.

    Valentina Amasowa setzte sich in ihrer Zelle auf, als die ersten Geräusche von den ausgebrochenen Kämpfen zu ihr durchdrangen. Obwohl sie mit einer Invasion durch Gruppen der Geheimdienste gerechnet hatte, waren diese erfolgreich gewesen. Ihr gegenüber hatte niemand etwas von Helfern auf der Insel erwähnt, aber die Aktion war sehr gut geplant.
    Offenbar hatte man mit dem Abwurf einer speziellen Schlafdroge die gesamte Insel binnen Sekunden flachgelegt, noch bevor die mit Truppen besetzten Flugzeuge in Reichweite der Türme gekommen waren.
    Dass die Einigkeit bei den Geheimdiensten nicht mehr so stabil war, hatte sich schon lange gezeigt. Aber das sich einige Gruppen intern gegen die Allgemeinheit verschworen hatte und ihre Aktion gegen jede Entdeckung mit äußerster Härte verhinderten, war nach dem Abschuss des Flugzeuges deutlich geworden. Valentina hatte bei all dieser Umtriebigkeit bereits vermutet, dass jemand oder etwas im Hintergrund an der Stellschraube der emotionalen Wahrnehmung drehte. Nur hätten die Organisationen eigentlich wissen müssen, zu was die Gegenseite imstande war.
    Dem Kampflärm, der sich jetzt von weiter oben vernehmen ließ, nach waren die Besatzer bereits von der GLA unterwandert worden.
    Ihre Wahrnehmung klärte sich zusehends, was darauf schließen ließ, dass jemand die Notfallschaltung aktiviert hatte, die sie im letzten Moment durchgesetzt hatte. Zwar wäre ihr damals nicht in den Sinn gekommen, dass sie selbst einmal davon profitieren würde, aber sie wollte sich bestimmt nicht beschweren.
    Das Aufputschmittel, was statt der Betäubungsmittel jetzt in den Körper geleitet wurde, war eine spezielle Entwicklung, die sie hier auf der Insel gemacht hatten. Einige Wirkstoffe waren direkt auf die Bereiche des Gehirns ausgerichtet, in denen die PSI-Fähigkeiten angesiedelt waren. Das Mittel würde sie binnen weniger Augenblicke einsatzbereit machen, was der Situation mehr als angemessen war. Mit der GLA direkt in der Anlage würden sie nur noch mit Pentagrammen bestehen!

    Mai Tsukamoto schniefte, als ihr etwas Flüssiges fast in die Nase lief. Hatte sie beim Essen etwa gekleckert? Ihre Augen öffneten sich und zeigten ihr eine vollkommen andere Umgebung, als sie gerade noch wahrgenommen hatte. Ihre Augenbrauen wellten sich als äußeres Zeichen ihrer Verwirrung. Der Untergrund, auf dem sie lag war noch ziemlich feucht, da die Flüssigkeit wohl gerade erst abgelaufen war. Sie hob ruckartig ihren Kopf, so dass Strähnen ihres Nassen Haares in ihr Gesicht klatschten. Mit einem missmutigen laut strich sie diese zur Seite und setzte sich auf.
    Hatte man sie in eine Fabrik geschafft? Das ganze Drumherum hier sah mehr nach so etwas aus. Aber eine solche Anlage hatten sie doch gar nicht auf der Insel!

    Haruka Takahashi hatte das komische Gefühl aus einer Art Wachtraum zu erwachen und setzte sich beunruhigt auf. Die Eindrücke vom Mittagessen verblassten in ihrem Kopf wie Nebelschwaden im Sonnenlicht. Ihre Beine schwenkten fast schon automatisch von der kleinen Plattform, auf der sie sich gerade befand. Da sie gerne mal etwas länger schlief, waren einige Bewegungen in Fleisch und Blut übergegangen. So strich sie sich die Haare aus dem Gesicht während sie sich aufrichtete. Die eigenartigen Maschinen um sie herum hatten eine kühle medizinische Ausstrahlung. Direkt vor ihr auf der nächsten Plattform setzte sich gerade Mai auf und schaute sie mit einem verwirrten Ausdruck an. Links von Mai entdeckte Haru dann Mamoru Tamura, der nach ihrer schnell verblassenden Erinnerung gerade noch mit ihr und Mai bei Essen am Tisch gesessen hatte.
    „Was geht denn hier ab?“ murmelte Haru leise.
    Irgendwo in der Nähe kamen wummernde Laute in einer ziemlich schnellen Frequenz auf. Musik war das nicht. Sie drehte sich langsam in die Richtung, aus der diese Geräusche kamen. Ihre Gedanken kamen wie ein hochdrehender Motor auf Touren, was mit einem warmen Gefühl einherging. Sie erkannte die Geräusche als Schüsse aus automatischen Waffen. War das hier eine neue Simulation?

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:38 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - große Treppe


    Das die Plackerei mit dem Wegmachen des Blutes nun endlich vorbei war, schien auch Rikas Rücken sehr positiv zu bewerten. Auch die Arme zeigten ein leichtes Ziehen, was von ihrer Zeit beim Wasser holen kam. Nicht dass sie jetzt ewig den Eimer neben der Treppe hinab gelassen hätte, um aus dem künstlichen Wasserlauf zu schöpfen, aber die Arbeit war ungewöhnlich genug für ihre Muskulatur gewesen.
    Was auch immer Miss "Eisenhart" zu Beginn vorgehabt hatte, sie setzte es nicht um. Die Schuluniform erwies sich als wenig geeignet für körperliche Arbeit, denn Rika war etwas ins Schwitzen gekommen. Sie war heilfroh dass sie nicht einen dieser von der Schule gestellten BHs trug, denn der hätte ein unangenehmes Gefühl erzeugt sobald er schweißgetränkt war. Die neue Bluse klebte ihr zwar unter der Jacke am Rücken, aber sie kühlte nicht so aus, wie bei dem Standartmodell.
    "Wollen wir dann wieder zurück? Ich möchte ungern von den Schülern ausgefragt werden, was wir hier tun." Diese Frage von Yukiko läutete den Schluss der Putzaktion ein. Sie hatten schon so weit alles wieder zusammengestellt.
    "Mehr gibt es schließlich nicht zu tun. Ach, da fällt mir grad' was ein, was ich dich schon vorhin fragen wollte. Kennst du eigentlich den Jungen der neben Leo liegt?" kam daraufhin von Miss "Eisenhart", die wohl ihre Chancen auf Informationen dahin siechen sah. Hoffte sie vielleicht, es wäre weniger offensichtlich?
    Rika verhielt sich dabei erst einmal still.
    "Warte bis er aufwacht und lass dich überraschen", kam es sehr knapp von Yukiko, die gleich danach ihren teil der Putzmittel aufnahm und die Treppe hinunter ging. Rika wischte sich eine Strähne von der Wange und nahm ihren teil mit einer Hand auf, so dass sie der Kamikazeterroristin auch weiterhin ihre Bereitschaft einzugreifen darstellte. Natürlich wartete sie, bis sich auch Miss "Eisenhart" in Bewegung gesetzt hatte, denn hinter sich wollte sie dieses berechnende Miststück bestimmt nicht haben.

    Auch dieses Jahr findet wieder der GRATIS-COMIC-TAG statt, diesmal am 10. Mai!
    Nur an diesem Tag wird es insgesamt 30 verschiedene Gratis-Comics von den Verlagen in Comic-Shops geben.


    Die Manga-Titel von CARLSEN MANGA werden sein:


    • ATTACK ON TITAN von Hajime Isayama
    • KLEINE KATZE CHI von Konami Kanata


    und:


    • TEMPEST CURSE von Martina Peters!



    Wobei TEMPEST CURSE als eine Art Vor-Premiere rausgegeben wird, denn der erste Band dieser neuen Miniserie erscheint erst im Oktober. Reinschnuppern kann man somit schon einige Monate vorher.


    Alle weiteren Infos zum GRATIS-COMIC-TAG und den Titeln findet Ihr auf der folgenden Website:
    Willkommen auf Gratis Comic Tag | Gratis Comic Tag

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:28 Uhr – Gelände der Schule - Schulgebäude A - große Treppe


    Sie hatten sich zwar nicht sonderlich beeilt, aber es war ohne einen Körper zu tragen doch wesentlich schneller gegangen. Nicht das Miss "Eisenhart" beim Zusammensuchen eine große Hilfe gewesen wäre. Aber die Spinde im Agrarraum waren neben dem Eingang gut zu sehen gewesen, so dass sie nicht groß suchen mussten. Der glatte Steinboden mit den Drainage-Rinnen war wohl direkt für Schmutzarbeit mit Erde angelegt worden, um ihn schnell wieder reinigen zu können.
    Da es direkt an der großen Treppe ja die künstlichen Wasserläufe gab, brauchten sie auch kein Wasser dorthin zu schleppen, da sie niemals mit nur einer Füllung auskommen würden. Und es war tatsächlich schon ziemlich geronnenes Blut, dass sie nun bearbeiten mussten.
    Mit einem Seil war eine von ihnen immer mit Wasserschöpfen beschäftigt, während die anderen beiden mit den Schrubbern den Absatz bearbeiteten. Noch hatten sie etwas Zeit, bis die nächste Pause beginnen würde.
    Da sich niemand mit dem Unterrichtsplan beschäftigt hatte, wusste jetzt auch keiner, ob eine Klasse PE haben würde. Trotzdem wollten sie diese undankbare Aufgabe so schnell wie möglich erledigen. Aber mit dem Wasser zum Einweichen breitete sich die rötlich-braune Färbung immer weiter über die Stufen nach unten aus.
    Um irgendwann auch mal zum Ziel zu kommen, wurde immer eine Eimerfüllung zum Schrubben und die nächste zum Stufen-spülen genommen. Niemand von ihnen sprach dabei.
    Rika überlegte, dass sie wohl aus der Ferne wie eine Gruppe bei einer Strafarbeit wirken mussten. Somit würde ihr Tun auch nicht so viel Aufsehen erregen, falls jemand aus einem Klassenraum mit Blickrichtung zu ihnen einmal her sah.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 09:14 Uhr – Gelände der Schule - Gemüsegarten (14) - Agrargebäude


    Man kam sich irgendwie vor, als wäre all dies Teil eines Kammerspiels. Rika hatte den kurzen Austausch zwischen Yukiko, die sich als Erste zum Putzen bereit erklärte und der Kamikazeterroristin, die plötzlich auch mithelfen wollte, mitbekommen.
    Ob da die Blickkontakte nicht auf verschiedene Art und Weise interpretiert wurden? Yuki benutzte den abschätzenden Blick nach Rikas Meinung nur, um ihrem Misstrauen gegenüber von Miss "Eisenhart" Ausdruck zu verleihen.
    Diese hatte im Gegenzug scheinbar die Innenseite ihrer Wangen bearbeitet, wie Rika die merkwürdigen Bewegungen nur erklären konnte, die Kiefer und Wangen gemacht hatten. Die Antwort hatte sie dann wieder in ihrer erzwungenen Art von sich gegeben, die sie bestimmt für beherrscht und cool hielt.
    Das Yukiko dann gleich noch einen Drauf setzte, ließ Rikas Mundwinkel zucken.
    "Dann fürchte ich, werde ich einen Bewacher brauchen. Ich will nicht wie die beiden enden und da du bereits bewiesen hast dazu in der Lage zu sein..."
    Den Rest ließ sie wohl absichtlich offen, damit die Vorstellungskraft ihre Wirkung bei jedem einzelnen erzielen konnte. Yoshio Ishiguro wusste scheinbar gar nichts mit der Situation anzufangen und begnügte sich weiterhin nur mit seinen Beobachtungen. Rika konnte dabei nur hoffen, dass er nicht zu viele Gedankenverbindungen knüpfte, ohne den Wahrheitsgehalt der Überlegungen zu prüfen.
    Akuma-san schien sich erst einmal aus allem raus halten zu wollen, denn er lehnte sich an einen der anderen Tische und sah dem Fortgang nur zu.
    "Dann übernehme ich den Bewacher, falls sich sonst niemand bereit erklärt", warf Rika ein, ohne dabei eine Anspannung zu verspüren. Das Miss "Eisenhart" das Messer nicht nur als Waffe brauchte, war ihr beim Eingang des Schulgebäudes aufgefallen.

    Ryu zuckte hoch, als die Wirkung der Aufputschmittel ihm wieder Zugriff auf seinen Körper gestattete. Hatte er nicht gerade eben noch auf einer Wiese gestanden und wollte sich mit Metro einen Kampf liefern? Er zwang seine Augen auf und erfasste die Umgebung in der er sich jetzt befand. Das Ganze erinnerte ihn mehr an einen Laborbereich.
    Um ihn herum standen noch jede Menge dieser Geräte, wie das, auf der er selbst gerade saß. Auf den anderen nassen Plattformen lag jeweils ein Schüler, der die gleiche Kleidung wie auch er trug. Über ihm schwebte eine durchsichtige Röhre, die nach oben verschlossen war und in der er verschiedene Schläuche und Drähte erkennen konnte.
    Ryu versuchte seinen Blick zu klären, da immer noch etwas von der Flüssigkeit von ihm abtropfte. Der Einfachheit halber aktivierte er einen Bruchteil seiner Fähigkeit und ließ die Hitze den Rest der Flüssigkeit verdunsten, so dass er endlich klar sehen konnte.
    Dabei fiel ihm auf, dass die Aktivierung seiner Kräfte bedeutend mehr Konzentration benötigte, als es normalerweise notwendig war. Hatte man ihn unter Drogen gesetzt?
    Die Kopfschmerzen, die normalerweise mit dem Einsatz der Suppressordroge einher gingen, verspürte er nicht, aber sein Denken war irgendwie in Watte gehüllt. Der warme Strom, den das Aufputschmittel in jeden Winkel seines Körpers trug, ließ diese Watte bereits verblassen. Ryu blickte sich um, wer sich in seiner Nähe befand.
    Dabei gelangten andere Geräusche in sein Bewusstsein, die von außerhalb dieser Halle kamen. Dort wurde scheinbar gekämpft. Kaum hatte er die Geräusche identifiziert, als Adrenalin seinen Körper endgültig aufweckte.

    Rena Murasaki setzte sich auf dem noch feuchten Untergrund ruckartig auf. Ihre nassen Haare klatschten ihr dabei ins Gesicht, so dass sie sich ihr Handtuch unbewusst herbei holte und sich damit abzutrocknen begann. In ihrem Kopf herrschte eine merkwürdige Leere, dabei war sie doch gerade eben noch beim Essen gewesen. Während sie sich die Haare noch trocken rubbelte, schaute sie sich etwas um.
    Diesen großen Raum kannte sie nicht. Trotz der schwerfälligen Gedanken war ihr das sofort klar. Es kam ihr auch nicht so vor, als würde sie aus einem Schlaf erwachen. Es fühlte sich mehr so an als wäre sie in einer kalten Nebelwand gewesen und würde jetzt von warmen Sonnenstrahlen gebadet.

    Samirall Satoshi wirbelte nach dem ersten Zucken seines Körpers herum und stand neben der Plattform noch ehe er richtig wach geworden war. Statt seiner gewohnten Kleidung steckte er in einem enganliegenden Anzug. Seine Reflexe waren nicht wie gewohnt und auch seine Wind-Fähigkeit benötigte nach dem ganzen Training wieder mehr Konzentration. Samirall wunderte sich über dieses schon fast taube Gefühl in seinem Körper, während die Luft um ihn herum zu einem warmen Luftzug wurde, der alle Feuchtigkeit abtrocknen ließ.
    Wo ist mein Schwert? Er hatte es doch gerade noch beim Essen bei sich gehabt. Aber das hier war auch nicht der Speisesaal. Diese Plattformen mit den durchsichtigen Röhren darüber schienen eher so etwas wie Zylinder zu bilden, in denen sie sich offensichtlich wohl befunden hatten.
    Obwohl er doch gerade beim Essen gewesen war, befand er sich nun an diesem Ort. Außerdem fiel ihm die Szenerie der versammelten Schülerinnen und Schüler ein, bei der gerade ein Kampf starten sollte.
    Samirall war verwirrt. Hier stimmten so viele Dinge nicht. Während sich um ihn herum immer mehr Personen bewegten, vernahm auch er die Geräusche von außerhalb der Halle.

    Nach dem Eingang der Funkmeldung von Sergeant Dombrowski war im Kontrollraum eine Woge des Schreckens durch die Anwesenden gezogen. Das die GLA bereits hier innerhalb der Einrichtung war hatte sich die Einsatzleitung nicht träumen lassen.
    Noch schlimmer war die Erkenntnis, dass die Aktion „Inselübernahme“ dem Gegner Tür und Tor geöffnet hatte, anstatt Sicherheit zu bringen. Dem Schichtleiter wurde schlagartig klar, dass die Direktorin Amasowa mit ihrer Politik der Isolation den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Die Organisationen hatten sich in ihrem Bestreben die Kontrolle zu erhalten längst von der GLA unterwandern lassen, die damit ihr Interesse voran treiben konnte.
    Nun hatten sie ihnen sozusagen ihre letzte Verteidigung auf dem Silbertablett präsentiert. Die ganzen Tanks, in denen die PSI-Schüler steckten, waren durch die zirkulierende Flüssigkeit ein idealer Angriffspunkt!
    Noch während aus dem Funkempfänger das Knattern von Automatischen Waffen drang, hatte der Schichtverantwortliche die Situation erfasst. Die Kamerasysteme hatten einen Teil der Szene erfasst, wobei man die Gestalten in den Schutzanzügen sehen konnte, die ihre Tankrohre eine zähe Flüssigkeit verspritzen ließen.
    Die anderen, in eine gallertartige Masse gehüllten, Personen verdeutlichten dabei den Sinn dieser Flüssigkeit mehr als gut. Zum anderen wurde auch eine weitere Fähigkeit dieser Flüssigkeit offenbar, denn die Kugeln aus den Waffen der Soldaten blieben in dieser stecken, ohne die Leute im Inneren erreichen zu können.
    Der Schichtleiter ließ seine Hand auf eine Schaltung sinken, die er niemals hatte verwenden wollen.
    Bevor die ganzen Schüler in den Tanks ein leichtes Opfer für die GLA werden würden, musste er diese nun einsetzen!
    Eine bruchsichere Abdeckung fuhr über einem Schalter zurück, als an zwei Zugängen zum Kontrollraum Leute in den Schutzanzügen mit Tanks erschienen. Sie richteten die Sprührohre einfach in den Raum und ließen die Masse unter Druck aus den Behältern.
    Noch bevor die ersten Tropfen ihn berühren konnten, hatte der Schichtleiter den Schalter mit Kraft in die Fassung gepresst.

    In der großen Halle der Zylinder waren mehrere dumpfe Geräusche zu vernehmen, als die große Verteileranlage von versteckten Sprengladungen außer Kraft gesetzt wurde. Diese ziemlich am Schluss der Planung geforderte Notprävention hatte irgendwie keine Eintragung in die Unterlagen gefunden. Nachdem die Hauptpumpenanlage mit den Sprengungen effektiv ausgeschaltet war, öffneten sich gleichzeitig die Notablassventile an den Bodenhalterungen durch die alle Flüssigkeit aus den Zylindern abfloss. Die Schülerinnen und Schüler wurden dabei durch Aufputschmittel aus ihrem bisherigen Dämmerzustand gerissen.

    Noch ein Stockwerk tiefer lag eine andere Räumlichkeit, die dem Bunker an der Oberfläche entsprach. Hier wurden die Lehrer und Ausbilder festgehalten, die man entsprechend mit der Suppressordroge „entschärft“ hatte.
    Die vor Ort anwesende Wachmannschaft hatte noch nichts von dem Chaos mitbekommen, das nur ein Stockwerk über ihnen ausgebrochen war. Die GLA hatte diesen Inhaftierungsblock als nicht so wichtig eingestuft, da man die festgesetzten Personen ja auch zum Abschluss einsammeln konnte. Nun waren die Pläne einer „stillen“ Übernahme durch den Ausbruch eines Schülers hinfällig geworden. Die Einheit des galaktischen Bruders, die direkt am Zylinder vernichtet worden war, hatte den Ausbruch noch entsprechend an das Kollektiv weiter gegeben, so dass diese sich im handlungszwang sahen.
    Die Einheiten der GLA traten deshalb überall in der Anlage offen hervor und griffen die Menschen an. Jetzt konnte nur noch die gewaltsame Übernahme zum Ziel führen!
    Noch während sie sich mit den Truppen in der Anlage auseinander setzten, waren die Zylinder in der großen Halle schon geleert.
    Die Anschlüsse der Kontroll-Einheiten hatten sich mit der Notfall-Schaltung ebenfalls gelöst, so dass die Schülerinnen und Schüler in den Zylindern auf deren Böden gesunken waren. Aber die zuletzt verabreichten Aufputschmittel taten bereits ihre Wirkung und brachten die ersten auf die Beine.
    Die letzte Funktion der Notfall-Schaltung zog die durchsichtigen Zylinder mit den oberen Anschlusshalterungen hoch, so dass der Sockel mit den darauf liegenden Personen frei lag.
    In der Halle waren sonst keine Einheiten der GLA mehr, da diese alle zu den Auseinandersetzungen gerufen worden waren.