Beiträge von Soulshadow

    Aus dem Nichts heraus entstand eine eiskalte Böe, die Rena einhüllte und sie zur Seite driften ließ. Die Kälte war so stark, dass sich eine Gänsehaut auf ihrer Haut bildete.
    Heitani beobachtete sie, würde sie ihre Konzentration halten können?


    Auf dem Sportplatz:
    Akim Sokolow blickte in die Richtung, aus der die Mädchenstimme erklungen war.
    In ersten Moment konnte er niemanden sehen, dann erinnerte er sich daran, wo er war und senkte den Blick.
    "Hm? Beginne mit 20 Situps und dann noch einmal 20 Rumpfbeugen, junge Dame. Deinen Spurt hast du ja wohl vom Schulgebäude hierher schon gemacht! Hast du vorher schon mal einen Mannschaftssport betrieben?"

    Tag 2 - 08:26 Uhr - Gelände der Akademie - Sportplatz


    Akim Sokolow hatte die Schülerinnen und Schüler gerade zu Situps vergattert, als Senri Tsukamoto mit seinem Prüfling wieder zurück kam.
    Nachdem er den Jungen auch auf eine Aufwärmrunde geschickt hatte, deutete Senri auf den hüpfenden Ryu.
    "Da er noch keine Bestimmung seiner tatsächlichen Fähigkeit zulässt, soll der bei Thoralf Haegeson am Schießplatz seine Präzision beim Schießen vorführen!"
    erklärte Senri ihm.
    Akim brummte etwas unverständliches und ging zu Ryu hinüber. Mit einer kurzen Bewegung ließ er die Belastung von 3G wieder verschwinden.
    "Du hast Glück! Schießstand. Melden bei Thoralf Haegeson und dann darfst du deine Kunst mit deinen Lieblingen vorführen. Zur nächsten Stunde wirst du aber spätestens wieder hier sein, sonst verweichlichst du mir noch!" knurrte er den Jungen an und wandte sich dann wieder von ihm ab.


    In der Simulationshalle:
    Als Rena eintrat, war es angenehm warm und die Kuppel über ihr stellte einen Blauen Himmel mit wenigen weißen Wolken und einer strahlenden Sonne so bildhaft dar, als wäre man draußen.
    Heitani schloss die Tür hinter sich und trat zwei Schritte zur Seite.
    "Beginnen wir mit dem Levitieren, Murasaki." forderte er sie auf.

    Tag 2 - 08:25 Uhr - Gelände der Akademie - Krankenhaus

    Heitani Ichiru hatte das Unsichtbar machen beobachtet. Es war eine Fähigkeit, wie Ricarda Montenegro sie in ähnlicher Form besaß. Das Mädchen konnte durch die Wand hindurch greifen, so wie Ricarda auch hindurch gehen konnte.
    Er machte im System ein paar Notizen dazu und vergaß auch nicht die Verfärbung der Augen. Dahinter konnte möglicherweise noch mehr stecken, da sie ihren Körper ja direkt beeinflusste.
    Auch dazu würde man genauer nachprüfen müssen.
    "So ka. Damit haben wir deine Fähigkeiten schon mal erfasst. Jetzt gehen wir kurz rüber in die Simulationskuppel, damit wir den Grad deiner Beherrschung zu den Fähigkeiten noch feststellen!"
    Heitani stand auf und machte eine auffordernde Geste zu ihr, ihm zu folgen.


    Sie verließen das Krankenhaus wieder. Auf dem Platz waren die Schülerinnen und Schüler jetzt wieder auf dem Rückweg zum Sportplatz, die vorher keine Trainingsanzüge getragen hatten.
    Er bog vom Platz ab und ging dann auf die große Doppeltür zu, die in das Innere der Simulationskuppel führte.
    Senri Tsukamoto kam gerade mit seinem Prüfling wieder heraus und nickte ihm zu.
    "Da kommen wir wohl mit den 10 Minuten hin, die von der Rektorin eingeplant wurden!" meinte Heitani und betrat die Schleusenkammer hinter der Doppeltür mit Rena.
    "Hier werden wir jetzt ein paar Veränderungen der Umgebungsbedingungen vornehmen, während du deine Kräfte der Reihe nach anwendest. Dadurch können wir dann den Grad der Beherrschung einstufen!"
    Die Anzeige über der zweiten Doppeltür sprang um auf grün und zeigte an, dass die Kuppel vorbereitet war. Heitani öffnete einen der beiden Türflügel und machte eine einladende Geste.

    Die Papiere hatte sie mit einer Beiläufigkeit herbeiteleportiert, die auf eine lange Anwendungszeit schließen ließ.
    Heitani Ichiru verglich die elektronisch erfassten Daten mit den auf den Papieren.
    Die Angaben stimmten überein.
    Er blickte wieder auf.
    "Nachdem wir schon eine praktische Vorführung der Levitation und der Teleportation von Gegenständen hatten, bleibt nur noch dritte Fähigkeit. Wärst du so freundlich, auch diese einmal vorzuführen?"

    Heitani Ichiru betrat das Krankenhaus und wandte sich im Erdgeschoss gleich nach links. Dort waren noch vier Büroräume, die nur teilweise von den Ärzten benutzt wurden.
    Er nahm gleich den ersten Raum auf der linken Seite und öffnete die Tür.
    Auf dem Schreibtisch stand ein Computer, der sogar schon hochgefahren war.
    "Setz dich doch bitte!" forderte er sie auf und wies auf den Besucherstuhl.
    "Als erstes bräuchte ich deinen Ausweis und die Anmeldepapiere für die Akademie. Du bist auch nicht die Einzige mit einem Soloauftritt hier auf der Insel gewesen."
    Er öffnete die entsprechenden Eingabemasken auf dem Rechner und blickte dann wieder auf das Mädchen.
    Nach den Unterlagen waren neben der Levitation eben die Teleportation von Gegenständen ihre Fähigkeit. Dazu würde er dann ja wohl gleich eine Kostprobe bekommen.

    "Wer hat etwas von Gestern gesagt? Junge Dame, sie sollten ihre Gedanken nicht so unkonzentriert herumwirbeln lassen!" Heitani blickte sie aufmerksam an.
    "Die Fähigkeit, Dinge einfach herbei zu teleportieren, scheint ihren Geist träge gemacht zu haben!"
    Er wandte sich wieder dem Gebäude zu und ging weiter.
    "Komm nun mit hinein. Deine Unterlagen wirst du ja wohl herbeiteleportieren können, oder?"
    Sie hatte wohl ein recht einfaches Leben geführt, bei dem sich niemand groß um ihre Fähigkeiten gekümmert hatte.
    Auf alle Fälle erschien sie ihm momentan sehr sprunghaft und unkonzentriert. Ihre Aufmerksamkeit sprang von einem Punkt zum nächsten.
    Obwohl sie ihre Levitationskraft bereits sehr gut beherrschte, würde diese Unkonzentriertheit ihr bei den Trainings bestimmt Probleme bereiten.

    Tag 2 - 08:22 Uhr - Gelände der Akademie - Krankenhaus


    Heitani Ichiru justierte die Brennweite seine Augen, als das Mädchen näher geflogen kam.
    "Rena Murasaki, du warst also der nächtliche Geist, der die Insel so früh in Aufregung versetzt hat! Da du diese eigenwillige Art der Ankunft gewählt hast, müssen wir erst einmal die Anmeldeformalitäten abschließen.
    Ach ja, mein Name ist Ichiru. Ich bin Lehrer für Geologie und Biologie. Gleichzeitig werde ich euer Nahkampf und Kampfsportausbilder am Nachmittag sein."
    Das Mädchen levitierte sich vor ihm zu Boden und blickte ihn aus großen Augen an.
    "Komm erst einmal mit hinein. Das Levitieren hast du ja in der Nacht und gerade eben schon bewiesen. Deine anderen Fähigkeiten werden wir nach dem Schreibkram erledigen!"

    Akim Sokolow beobachtete das Mädchen, dass durch ihre Fähigkeit der Levitation die Runden ganz locker gelaufen war.
    Mit einigen schnellen Schritten, die man seinem massigen Körper nicht zugetraut hätte, war er neben ihr.
    "Rena Murasaki! Du meldest dich bei Heitani Ichiru für die Anmeldung! Er wird danach auch deine Befähigungen testen."

    Tag 2 - 08:16 Uhr - Gelände der Akademie - Sportplatz

    "Akim, ich bestimme meinen Schwierigkeitsgrad selbst... Das solltest du wissen!"
    Der Junge war in seinem üblichen Outfit vor ihn getreten, um das zu sagen.
    Akim Sokolow zog seine Mundwinkel noch etwas mehr in die Breite.
    "Nicht in meinem Unterricht, Ryu-san!" meinte er und ließ seine großen Prankenhände auf die Schultern des Jungen fallen. Dabei manipulierte er mit einer seiner Fähigkeiten wieder das Gewicht, so dass Ryu plötzlich die dreifache Erdanziehung auferlegt bekam.
    "Erst einmal zehn Runden auf der Bahn, meine Damen und Herren!" wandte er sich dann auch wieder an die Übrigen.

    Wie kommts?
    Die Rede nicht durchgelesen, sondern nur überflogen?


    Im Schulgebäude gibt es im Erdgeschoss Umkleideräume für Mädchen und Jungen, dort hat jeder noch einen Spind, in dem bereits Trainingsanzüge bereit gelegt worden sind.
    Die tests sind nicht die Hauptsache, sondern der Sport. Es werden immer nur einige rausgezogen, um sich den Tests zu unterziehen.

    Tag 2 - 08:15 Uhr - Gelände der Akademie - Sportplatz

    Akim Sokolow trat in einem blauen Trainingsanzug auf das Rasenfeld in den Laufbahnen. Die meisten Schüler hatten sich hier bereits eingefunden, obwohl genügend dabei waren, die immer noch ihre Schuluniformen trugen.
    Das Grinsen, das sich über sein breites Gesicht zog, machte ihn nicht wirklich freundlicher.
    "A-Klasse!" rief er die Schüler mit einer Stimme an, die getrost auf jede Verstärkung verzichten konnte. Die Schülerinnen und Schüler zuckten zusammen und wandten sich etwas verwirrt in seine Richtung.


    "Ich weiß ja nicht, wo ihr bislang euren Sportunterricht absolviert habt, aber hier tragen wir dazu auch das entsprechende Sportzeug! Also werden alle diejenigen, die hier noch die Uniformen tragen, sich im Dauerlauf zurück zum Schulgebäude begeben. Erdgeschoss, rechts herum sind die Schülerspinde. Eure Namen stehen dran. Umziehen, Los!"


    Während ein Großteil der Schüler sich in Bewegung setzten, um sich entsprechend umzukleiden, ging Akim zu den verbliebenen Schülern. Aus der Hosentasche zog er einen kleinen Stapel Karten auf dem die Schülerinnen und Schüler mit Bild und Namen verzeichnet waren.
    Er rief zwei Namen auf, von denen, die noch verbleiben waren, und schickte sie zum Krankenhaus. Dort würden sich Senri Tsukamoto und Franka Milagrosso um die beiden kümmern.


    Mit den übrig gebliebenen Schülern begann er dann ein leichtes Aufwärmtraining.

    Nur die Ruhe :D
    Wir arbeiten hier an keiner Kurzgeschichte, da wird schon noch einiges anderes passieren, bevor derartiges möglicherweise auftritt.
    Wie aus der Rede zu entnehmen war, ist jetzt eine Trainingsphase vorgesehen, in der die verschiedenen Kräfte erprobt, eingestuft und dann trainiert werden sollen.


    Und schließlich bringen einige Chars auch noch eigene Nebenhandlungen mit, die sich auch gerade erst entfalten ;)

    Der werte Herr hat zu arbeiten bis 16 Uhr!
    Dank eines freundlichen Arbeitgebers kann ich zwischedrin mal reinschauen, aber eben nur kurz.

    Geh Frühstücken! :D
    Deine Anmeldung machen wir anschließend, bei den Einstufungstests gleich mit.

    Tag 2 – 08:00 Uhr - Gelände der Akademie - Vor dem Verwaltungsgebäude


    „Ihnen allen einen guten Morgen! Heute beginnt für sie alle die Schulung und Ausbildung hier an der Abunai-Akademie.
    Sie werden hier am Vormittag Unterricht in Schulfächern bekommen, die ihnen allen mehr oder weniger geläufig sind.
    Aber sie alle wurden für diese Akademie ausgewählt, weil sie besondere Fähigkeiten besitzen, die andere Menschen nicht haben! Diese Fähigkeiten werden von ihnen in verschiedenen Stufen beherrscht. Eines unser ersten Anliegen ist es, ihnen ihre eigenen Fähigkeiten wirklich nutzbar zu machen! Ihnen zu zeigen, wie sich deren volles Potential ausschöpfen lässt.
    Zu diesem Zweck werden in den Nachmittagsstunden spezielle Trainingsrunden stattfinden.
    Diese Trainingseinheiten sind in den jeweiligen Fähigkeitsgruppen ebenfalls Pflichtfächer, die sie wahrzunehmen haben!


    Inzwischen dürften sie alle mit den neuen Schuluniformen ausgestattet worden sein. Als nächstes werden die neuen Trainingsanzüge an sie verteilt werden. Diese sind für die Trainings am Nachmittag gedacht, nicht für den Sportunterricht am Vormittag. Sie werden alle feststellen, dass dazu geeignete Sportbekleidung in den Spinden des Schulungsgebäudes bereitgestellt wurde.


    Heute wird während der Sportstunden noch etwas Zeit für die Einteilung in die Fähigkeitsgruppen verwendet werden, damit sie bis zum Mittag auch wissen, zu welcher Gruppe sie gehören!
    Ihre Fähigkeiten wurden ja bereits auf ihren Meldeformularen festgelegt und sind anhand der Farben, die sie tragen, ersichtlich. Aber um die unterschiedlichen Fertigkeiten in den Kräften zu berücksichtigen, muss eben eine Einteilung vorgenommen werden. Zu diesem Zweck werden sie während der Sportstunden aufgerufen. Man wird sie einem kurzen Test unterziehen, bei dem sich ihr Fertigkeitsgrad festlegt. Keine Angst, es ist nichts Schlimmes.
    Wir haben genug Spezialisten hier vor Ort, um diese Tests schnell absolvieren zu können.


    Die Frage, die wohl die Meisten von ihnen hier beschäftigt, dürfte nach wie vor „Was wollen die von mir?“ sein. Ich will jetzt nicht einen auf Militäranwerber machen, obwohl es mir leichter fallen würde. Ihre Fähigkeiten und Kräfte sind der Grund, weshalb man sie hierher gebracht hat! Das dies bei einigen nicht freiwillig geschah, sollte für sie ein Anhalt für die Dringlichkeit sein. Sie alle wurden zwar nicht direkt eingezogen, aber sie wurden Teil einer verdeckten Organisation. Ihre Fähigkeiten werden, nachdem sie damit richtig umgehen können, zur Rettung der Menschheit dienen. Gut, es mag so ein wenig pathetisch klingen, aber es ist so!


    Aber falls einige die Befürchtung haben, sie würden als Attentäter gegen andere Menschen eingesetzt, so kann ich sie beruhigen. Die Bedrohung, gegen die sie einmal antreten sollen, hat nichts mit Menschen zu tun!
    Solange wir in dieser frühen Phase sind, werden sie keine tief greifenden Informationen bekommen. Das ist keine Böswilligkeit, sondern dient mehr ihrem Schutz. Wir rechnen mit genügend internen Problemen, während sie sich hier zusammen raufen müssen, so dass wir damit genug zu tun haben werden. Da waren die kleinen Zwischenfälle auf dem Schiff, die sie möglicherweise mitbekommen haben, nur ein kleiner Auftakt!


    Die große Kuppel, die man ihnen auf der Führung gestern schon als Simulationshalle vorgestellt hat, wird für die Trainingsgruppen ab einem festgelegten Grad der Fähigkeitenbeherrschung verwendet. In ihrem Inneren lassen sich die verschiedensten Umgebungsbedingungen simulieren. Sie können sich beispielsweise vorstellen, dass sie ihre Kräfte in einem Sandsturm einsetzen müssen. Zusätzlich lassen sich weitere Variablen dort manipulieren, die ihre Konzentration auf eine harte Probe stellen werden. Sie können sich denken, dass derartige Übungen nicht ungefährlich sind! Aus diesem Grund werden solche Übungen nicht nur vom Computer, sondern auch von menschlichen Operateuren überwacht.
    Der menschliche Faktor erhöht gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad.


    Damit sollten sie erst einmal genügend Stoff zum Nachdenken haben! Begeben sie sich jetzt zum Schulgebäude. In der Eingangshalle sind Klassenlisten ausgehängt, auf denen sie sich wieder finden werden. Die Klassen A und B beginnen dann mit dem Sportunterricht. Einteilungen für die Klassen C und D begeben sich in die zugewiesenen Klassenräume.
    Das wäre vorerst alles.“
    Nach einem abschließenden Blick in die Runde trat die Direktorin vom Rednerpult zurück.

    Tag 2 – 07:15 Uhr - Gelände der Akademie – Der Bunker


    Hagen kaute lustlos auf dem Brötchen, welches man ihm mit seinem Frühstück gebracht hatte.
    Offenbar frühstückten die Wachleute lieber im westlichen Stil, so dass er diese Brötchen bekommen hatte.
    Nachdem sie ihn schon um 06:30 Uhr geweckt hatten, indem sie mit irgendeinem Gegenstand an die Tür gedonnert hatten, war das Frühstück erst eine Viertelstunde später gekommen. Das hatte wohl mit dem Mädchen zu tun, die ihre Nacht, die recht kurz gewesen war, in einer Zelle verbracht hatte. Man hatte sie wohl gleich raus gelassen, damit sie mit den anderen Frühstücken konnte.


    Die Milch, die man ihm zu dem Becher Kaffee mitgegeben hatte, ließ sich Milani unter lautem Schnurren schmecken.
    Hagen schluckte den letzten Rest des Brötchens runter und spülte mit Kaffee nach. Die Nebenwirkungen der Droge waren inzwischen auch verflogen, so dass seine Kräfte wieder verfügbar waren.
    „Bist du fertig?“ erkundigte sich eine Stimme von der gerade geöffneten Tür her. Dort stand die Direktorin der Akademie.
    „Könnte man so sagen, Major!“ erwiderte er mit einem schmalen Grinsen.


    Sie trat einen Schritt zur Seite, um ihn aus der Zelle heraus zu lassen.
    „Es wäre vorerst zweckdienlich, wenn du den Betrieb hier mitmachen würdest“, begann sie und warf einen schnellen Blick auf die Katze, die zwischen ihren Beinen hindurch aus der Zelle verschwand. „Ohne weiteres kannst du von hier nicht verschwinden, also dürfte es kein so großes Problem sein, oder?!“
    Hagen blickte ihr ins Auge. Gleichzeitig nahm er die Ausstrahlung ihrer Gedanken wahr. Hier vor der Zelle wirkten die hemmenden Kräfte nicht mehr richtig. Und er konnte feststellen, dass sie ihn absichtlich diesen Blick gönnte, damit er sich von der Sinnlosigkeit eines Fluchtversuches überzeugen konnte.


    „Einverstanden, Major. Es werden andere Zeiten kommen!“ stimmte er ihr zu. Sie nickte langsam und schob ihre Hände in die Taschen des langen Mantels, den sie trug.
    „Als Zeichen des guten Willens“, meinte sie und zog zwei Walther P99 40 S/W aus den Taschen.
    „Und da du Ryu bereits kennen gelernt hast!“ Sie ließ die beiden Pistolen herumwirbeln und streckte sie ihm mit den Griffen zuerst entgegen. Hagen nahm sie entgegen, wobei er sich gleich davon überzeugte, dass sie auch geladen waren. Der Spezialhalfter war nach wie vor hinten an seinem Gürtel befestigt, so dass er sie dort verschwinden ließ.
    Sie wandte sich um und ging in Richtung Ausgang.
    „Am Besten kommst du gleich mit ins Verwaltungsgebäude, damit wir den Papierkram erledigen können!“ forderte sie ihn auf. Hagen zuckte in den Schultern und folgte ihr.

    Irgendwie fällt mir auf, dass wir die Uniformen für die Jungen nicht so ganz zuende gebracht haben.
    Bei den meisten Schulen sind die Uniformen der Jungen eher farblos, da geben die Kragenspiegel und die Farbe der Krawatte Auskunft, in welcher Stufe sie sind.


    Da wir uns jetzt ja in den ersten Unterrichtstag stürzen wollen, schlage ich vor die Jungenuniformen in dunkelblau darzustellen. Die Krawatten bekommen dann die drei bisher gewählten Farben.
    Das Wappen noch auf die Brusttasche und ab dafür ;)


    Die Versammlung der Schüler, die ab 08:00 Uhr stattfindet, ist den Schülerversammlungen an den Japanischen Schulen nachempfunden.
    Dort gibt es dann aktuelle Ansagen zum Tag oder wichtige Informationen.
    Keinen Appell oder sowas.
    Die Vollzähligkeit wird in der Klasse überprüft, was für die Langschläfer interessant sein könnte.


    Am ersten Unterrichtstag werden während des Sportunterrichts auch noch administrative Dinge zu erledigen sein.
    Bis zur dritten Stunde sind dann die Klasseneinteilungen durchgeführt.


    Dazu schlage ich vor, dass alle Life-Chars erst mal in einer Klasse bleiben, um die Nebenchars nicht so hochfahren zu müssen.

    Tag 2 – 06:35 Uhr - Auf dem Gelände der Akademie - Haus der Direktorin


    Valentina Amasowa strich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte auf den bereits gedeckten Frühstückstisch.
    Sie hatte die hilfreichen Hände sofort gehört, als diese ihre Arbeit in ihrem Haus aufgenommen hatten. Da sie schon mal wach gewesen war, hatte sie auch gleich die Dusche in Beschlag genommen und sich dann für den Tag fertig gemacht.
    Natürlich hatte sie wieder einige Zeit vor dem Spiegel gestanden und die Narbe betrachtet, die jetzt wieder unter der Augenklappe verschwunden war.


    Im Gegensatz zu den japanischen Frühstücksgewohnheiten verzichtete sie auf die umeboshi, die salzig-sauer eingelegte Pflaume, die dort traditionell zum Auftakt gegessen wird. Diese Art der kalten Dusche für den Gaumen hatte sie noch nie gemocht. Aber die Misosuppe war ihr inzwischen lieber, als ein westliches Brötchen! Trotzdem verzichtete sie nicht auf ihren Kaffee. Dieser wurde inzwischen ja auch von vielen Japanern getrunken. Reis und geräucherter Fisch waren ebenfalls auf dem Tisch.


    Sie legte ein weiches Tuch auf den kleinen Beistelltisch neben der Tür und legte die beiden Pistolen von Ryu darauf. Für ihn waren die warmen Komponenten des Frühstücks in entsprechenden Behältnissen auf den Tisch gekommen, damit sie warm blieben.


    Wie es ihre Art war, aß sie im Stehen. Die japanische Art des auf dem Boden sitzen hatte ihr noch nie zugesagt. Da blieb sie lieber gleich stehen! Nachdem sie ihre zweite Tasse Kaffee getrunken hatten, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Mit einer beiläufigen Bewegung legte sie die Notiz oben auf die Waffen. Darauf stand nur ein Wort: „Unterrichtspflicht“
    Sie konnte förmlich sein störrisches Gesicht sehen, dass er ziehen würde. Nach einem letzten Blick in die Runde verließ sie das Haus. Ihre Armbanduhr zeigte genau 06:45 Uhr an.

    Kurz vorher am Anleger:
    "Da hat sich tatsächlich jemand allein von nem Fischer übersetzen lassen!" meinte Victor Sväretson und schaute auf den Monitor.
    "Einige Schüler haben echt merkwürdige Ansichten. Das hat ihn doch ein Heidengeld gekostet."
    "Lass ihn mal rein, Kollege. Der wird Kohldampf haben. Und um Acht beginnt schon das große Spektakel!"

    Die Fähigkeit, dinge erscheinen zu lassen, müssen wir auch etwas einschränken, Rena. Nicht das du plötzlich Atombomben aus dem Nichts holst!
    Wir sprechen uns da per PN ab, ok?

    Sorry, Robin. War wohl zu hastig^^

    Tag 2 – 03:17 Uhr - Auf dem Gelände der Akademie – Haus der Direktorin

    Ryu schien wieder in seinen gelangweilten Normalzustand zurück zu fallen.
    Es hatte ihm natürlich nicht gefallen, dass sie eingegriffen hatte.
    Noch immer war die Mündung der Waffe auf das Mädchen gerichtet.

    "Major? Oh, sie haben unseren unangemeldeten Besuch bereits gefunden?!" erklang eine Stimme hinter ihr.
    Drei Wachleute traten vor, so dass sie deren Gesichter sehen konnte.
    "Wie man es nimmt. Eigentlich rette ich ihr gerade das Leben!" meinte Valentina. "Ich denke, die junge Dame wird wohl noch etwas schlafen wollen. Geben sie ihr dazu im Bunker Gelegenheit. Abführen!"

    Nachdem die Männer sich des Mädchens angenommen hatten, nahm sie die Waffe wieder gesichert zurück und ging in ihr Zimmer.