Beiträge von Soulshadow

    Tag 2 - 10:34 Uhr - Simulationskuppel


    Ricarda blickte auf das Mädchen.
    "Zeig einfach mal, was du aktiv mit dem Element Wasser machen kannst. Die Heilung von Verletzungen lassen wir erst einmal beiseite. Schließlich wollen wir uns hier nicht absichtlich verletzen!"


    Klassenraum der A-Klasse
    Senri Tsukamoto blickte auf den Stapel mit den Lösungsbogen, die von immer mehr Schülern zu seinem Schreibtisch gebracht wurden.
    Die Auswertung nach dem multiple choice Verfahren war dank der Lösungsstreifen schnell und einfach. Allerdings konnte er das nicht von dem Ergebnis sagen! Offenbar waren die schulischen Vorbildungen derart unterschiedlich, dass sich hier einfach keine Linie abzeichnen wollte. Senri seufzte leise und fuhr in der Überprüfung fort.

    Tag 2 – 10:33 Uhr – Gelände der Akademie


    Als Franka Milagrosso ihr Büro im Verwaltungsgebäude verließ, kam ihr Rika entgegen, die bereits neue Akten trug.
    „Die nächste Lieferung trifft in etwa fünf Stunden ein!“ sagte Rika statt einer Begrüßung und blickte bedeutsam auf den Aktenstapel. „Die elektronische Abwicklung von solchen Daten lernen die wohl auch nicht mehr!“
    „Das Einscannen von Originaldokumenten dauert eben seine Zeit!“ meinte Franka und lief weiter. Die Einstufungstests sollten bis zum Mittagessen abgewickelt sein. Zumindest jeder Schüler sollte bis dahin angesprochen sein. Franka seufzte erneut und beeilte sich.
    Solche Tage waren einfach nur Stress!


    In der Simulationskuppel:
    Ricarda und Akim hatten mit Yuna inzwischen ein geeignetes Gelände für den Einstufungstest innerhalb der Simulationskuppel gefunden.
    „Hier haben wir eine Wasserfläche, Yuna. Würdest du uns bitte jetzt deine Fähigkeiten demonstrieren?“ forderte Ricarda das Mädchen auf.


    Im Krankenhaus:
    Tanabe Asuno blickte Dr. van Hooten an und nickte. Sie war eigentlich als Krankenschwester hier im Krankenhaus der Akademie, aber sie war auch eine Empathin.
    Der Doktor hatte sie mit in den Beobachtungsraum geholt, um zumindest einen Teil seiner Vermutungen fundieren zu können.
    „Es gibt eine Art von Bewusstseinsspaltung bei ihr. Ihre Angst liegt zum Teil in diesem anderen Ich begründet, aber es gibt auch andere Gründe. Es tut mir leid, Herr Doktor, aber als Empathin kann ich ihnen nichts Genaueres sagen. Im Augenblick hat sie Angst! Soweit ich sagen kann, will sie nicht einschlafen. Mehr kann ihnen nur ein ausgebildeter Telepath sagen!“

    Tag 2 - 10:30 Uhr – Innere Schleusenkammer der Simulationskuppel
    „Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass es eine tiefe Angst bei dir gibt, Yuna. Aus diesem Grund wollen wir etwas direkter an die Sache heran gehen!“ antwortete Ricarda auf Yunas Frage.
    Sie öffnete die innere Tür, nachdem Akim sein Gespräch beendet hatte und ihnen gefolgt war.

    „So lange du Angst vor deinen eigenen Fähigkeiten hast, wirst du sie nicht anwenden, Yuna-san. Für ein Mitglied eines Pentagramms sollte diese Überlegung überhaupt nicht existieren. Im Einsatz bleibt nur die Zeit zu überlegen, welche Fähigkeit man wo anwendet. Über das ob darf keinerlei Zweifel bestehen!“ sagte Akim Sokolow, nachdem er beide wieder erreicht hatte.

    „Es ist also unsere Aufgabe, diese Angst in dir ausfindig zu machen und dir bei der Bewältigung zu helfen!“ ergänzte Ricarda.
    Sie führten Yuna am Rand der inneren Kuppel entlang zu einem kleinen See, wo die ersten Tests mit ihren Manipulationsmöglichkeiten des Wassers stattfinden sollten.

    Im Krankenhaus:
    Dr. van Hooten blickte auf das lesende Mädchen. Durch den Monospiegel konnte sie ihn nicht sehen.
    „Sie hat sich wieder Gegenstände herbeigeholt. Ihr augenblicklicher Zustand kann wohl als entspannt bezeichnet werden. Bei der zweiten Untersuchung hatten sich ein Teil der Verletzungen wieder geschlossen. Hier ist unbedingt erforderlich, den Grund für ihre unbewusste Regelung herauszufinden!“ sprach er in ein Aufzeichnungsgerät.

    Tag 2 - 10:30 Uhr - Schleusenbereich der Simulationskuppel


    Akim Sokolow blieb noch einen Moment stehen, um kurz mit Hanagata Kanazawa zu sprechen.
    "Sie haben die Fähigkeit der Energieblitze nicht getestet?" fragte er nach.
    "Nein, das Gefährdungspotential wäre innerhalb eines Gebäudes zu hoch. Die Kraft soll am Nachmittag außerhalb in Augenschein genommen werden. Die Direktorin hat dazu speziell Anweisungen erteilt." gab Hanagata zurück.
    "Solche Fähigkeiten bergen immer eine Gefahr für andere in dem Pentragramm. Aus dem Weg eines Energieplasmablitzes kann man nicht mal eben heraustreten!" nickte Akim verstehend.


    Ein Bild aus vergangenen Tagen erschien kurz vor seinem inneren Auge, als vier Mitglieder eines Pentragramms bei dem Einsatz durch die Energieblitze ihres eigenen Teamführers zu Asche verbrannt waren. Die Direktorin hatte sie allen gekannt! Deshalb ließ sie bei solchen Kräften immer ein erhöhten Sicherheitsfaktor einbauen. Man brauchte schon einen kinetischen Abwehrschild, oder die Fähigkeit der kleinen Sakeiba. Aber bei gestoppter Zeit bewegte sich niemand innerhalb der Zone! Die Direktorin vermutete aber, das es dem Mädchen durchaus möglich sein musste, sich selbst zu bewegen! Er ging den anderen beiden nach.


    Im Krankenhaus:
    Dr. Joost van Hooten strich sich eine wiederspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht und blickte auf das Röntgenbild.
    "Hm", machte er und runzelte die Stirn. "Die alte Verletzung durch die Kugel war verheilt! Jetzt sind Risse im Gewebe und an den Muskeln aufgetaucht, die nicht durch herkömmliche Belastungen zu erklären sind.
    Ich habe die starke Vermutung, das sich das Mädchen durch tief verwurzelte Schuldgefühle selbst verletzt! Wie dazu die Möglichkeiten aussehen, sollte dann lieber ein Spezialist klären."

    Weitere Personen im Dienst der Akademie:


    Katharina Croce
    Größe: 1,67m
    Augen: dunkelviolett (trägt eine schmale Brille)
    Haare: rot (funkeln bei Lichteinfall)


    Funktion: Bibliothekarin


    Thoralf Haegeson
    Alter: 42 Jahre
    Größe: 1,72m
    Augen: braun
    Haare: dunkelblond (Bürstenschnitt)


    Funktion: Waffenmeister und Leiter des Schießstandes


    Rika van den Haas
    Alter: 24 Jahre
    Größe: 1, 65m
    Augen: blaugrau
    Haare: hellbraun (Kurzhaarfrisur)


    Funktion: Verwaltungsassistentin


    Tanabe Asuno
    Alter: 26 Jahre
    Größe: 1, 54m
    Augen: rotbraun
    Haare: schwarz mit einer rosa Strähne


    Funktion: Krankenschwester
    Fähigkeit: Empathie (Wahrnehmung von gefühlsmäßiger Ausstrahlung)


    Doktor Joost van Hooten
    Alter: 49 Jahre
    Größe: 1, 69m
    Augen: graugrün
    Haare: Dunkelbraun mit weißen Schläfen


    Funktion: Chefarzt im Krankenhaus


    Und ein weiterer Lehrer:


    Sean Cuttlass
    Alter: 28 Jahre
    Größe: 1.97m
    Augen: blau
    Haare dunkelblond


    Fähigkeit: Telepath
    Besonderheit: Hat keine Stimme mehr und spricht nur in Gedanken

    Tag 2 - 10:28 Uhr - Schleusenbereich der Simulationskuppel


    Akim Sokolow blickt auf das Mädchen hinunter, die mit der Gurtweste einen eigentümlichen Anblick bot.
    "Wir haben die Daten von verschiedenen Ereignissen ausgewertet und sind dabei auf diese räumlich begrenzten Phänomene gestoßen. Da alle Angehörigen des Mädchens sich bei der Auslösung der Null-Zeit-Zone im Einflussbereich befunden haben, gingen die natürlich davon aus, dass es ein umfassendes Problem sei!
    Damit haben sie dir bestimmt eine Heidenangst eingejagt, nicht wahr Yuna?!" setzte Ricarda ihre Erklärungen fort.


    Neben ihnen entstand eine leichte Druckwelle, als sich zwei weitere Personen innerhalb der Zugangsschleuse materialisierten. Hanagata Kanazawa sah seine Kollegen an und wirkte etwas müde.
    Haruka Takahashi schien die ganze Teleportiererei nicht im Geringsten ermüdet zu haben.
    "Na, Kollege? Sie hat dir wohl so langsam den Schneid abgekauft, wie?!" meinte Akim grinsend.


    "Takahashi-san hat eine größere Reichweite und weitaus bessere Sprungkapazitäten, als ich sie je besessen habe!" erklärte Hanagata ihnen. Er wandte sich zu seinem Prüfling um und verbeugte sich.
    "Ich danke ihnen, Takahashi-san. Damit wären ihre Qualifikationstests abgeschlossen! Wenn sie sich dann bitte zum Schulgebäude begeben wollen, um den Einstufungstest in Mathe durchzuführen." bedankte er sich bei dem Mädchen.

    Und auf vielfachen Wunsch an dieser Stelle den Thread für die interessanten Nebenfiguren des RPG.

    Die Direktorin:
    Valentina Amasowa, ehemaliger Major der russischen PSI-Force.
    Größe: 1,82m
    Augen: grau
    Haare: Blondes gewelltes schulterlanges Haar
    Fähigkeit: ausgebildete Telekinetin


    Nach der Schlacht gegen die Bedrohung, bei der sie ein Auge verlor, wurde sie von dem neuen Zusammenschluss der geheimdienste als Direktorin der Abunai-Akademy ausgewählt.


    Besonderes Kennzeichen: Augenklappe über dem linken Auge.


    Die Lehrerschaft an der Akademie

    Heitani Ichiru
    Größe: 1,74m
    Haare: schwarz
    Geschichte:
    Wurde nach seinem Abschluss an der Todai zu den PSI truppen geholt und hat an dem ersten Kampf teilgenommen. Ist von seinem Pentagramm der einzige Überlebende. Dadurch etwas melancholisch, aber ein recht netter Kerl.
    Sieht sein Lehramt als Aufgabe, anderen etwas beizubringen und zwar durch Verständnis des Stoffes.
    Fähigkeit: Späher. Kann den Fokus seiner Augen verändern und somit weiter als ein Fernglas sehen, ohne dabei die Schärfe des Blickfeldes zu verlieren.

    Ausbilder für Kampfsport und Nahkampf
    Lehrer für Geologie, Biologie und Wirtschaftswesen

    Akim Sokolow
    Größe: 1,84m
    Haare: braun
    Geschichte: Gehörte zur Roten Armee und wurde nach dem Erwachen seiner Kräfte dem russischen PSI-Kampftruppen überstellt. Hat seit dem unter Major Amasowa gedient, wenn er auch nicht in ihrem Pentagramm war. Sieht es als seine oberste Aufgabe, den neuen Schülern das Überleben im Kampf als Team beizubringen. Kennt Ryu schon länger und mag dessen Temperament nicht - denn er besitzt ein sehr ähnliches!
    Fähigkeit: Molekularverdichtung des Körpers - wird wie Stein - und Beeinflussung der Schwerkraft bei Körperkontakt (Er kann so das Gewicht von anderen bis zum 18-fachen erhöhen).

    Ausbilder für aktive Fähigkeiten, zur Fähigkeitenoptimierung
    Lehrer für Sport und Chemie

    Ricarda Montenegro
    Größe: 1,77m
    Haare: brünett
    Geschichte: Ricarda entdeckte ihre Kräfte mit 16 Jahren, verbarg dies jedoch vor allen. Sie durchlief ohne große Schwierigkeiten die High School und die Uni und wurde als Lehrerin angestellt. Durch den Stress der dicht beieinander liegenden Unterrichtszeiten setzte sie ihre Kräfte ein, um schneller in die Klassen zu kommen.
    Man entließ sie daraufhin und sie kam in das Team für die Abunai.
    Fähigkeit: Phasen. Kann mit ihrem Körper durch feste Materie hindurch gehen indem sie ihre Dichte verändert. Kann sich bis zu einer Art Nebelform wandeln.

    Ausbilderin für passive Fähigkeiten
    Lehrerin für Spanisch, Englisch und Geschichte

    Kayalyn Rivet
    Größe: 1,68m
    Haare: dunkelblond
    Geschichte: Kayalyn wuchs in New York auf und hat eine Vergangenheit im Bandenwesen. Ihre Fähigkeit der Metamorphose trat mit 16 Jahren erstmalig auf. Damit geriet sie sehr schnell in den Fokus von staatlichen Institutionen. Eine feste Hierarchie ist für sie einengend. Als man ihr die Möglichkeit bot, sich für die Abunai zu qualifizieren, nahm sie diese sofort an.
    Fähigkeit:Metamorph. Kann ihren Körper in andere Personen umwandeln.

    Ausbilderin für passive Fähigkeiten
    Lehrerin für Waffenkunde und Computertechnik

    Hanagata Kanazawa
    Größe: 1,67m
    Haare: schwarz
    Geschichte: Mit seinen 38 Jahren gehört er schon zu den Älteren. Hat in Hiroshima Ingenieurswesen unterrichtet. Der klassische japanischen Pflichtstruktur folgend hat er die Aufgabe akzeptiert, an die Abunai zu gehen und dort zu unterrichten.
    Fähigkeit: Teleporter

    Lehrer für Physik, Technik, Statik und Digitaltechnik


    Franka Milagrosso
    Größe: 1,71m
    Haare: rotbraun
    Fähigkeit: Metabiogruppierung (Heilerin)


    Lehrerin für Italienisch, Musik und Wirtschaftskunde

    Bilder und die weiteren Angaben ergänze ich dann, wenn ich es soweit fertig habe.

    Wenn man rechtzeitig die Grundlagen legt, dann ist die Bildung der Clubs später eine klare Sache, die sich für andere Leser aus dem Zusammenhang ergibt.
    Deshalb ja rechtzeitig eingeworfen ;)
    Also macht ihr dann einen Musik-Club auf... Haben alle Instrumente mitgebracht, sich nachschicken lassen, oder vor Ort besorgt?
    Räumlichkeiten sollte man sich dann auch ausgucken...
    Der Schießstand fällt schon mal weg, da dort Ryu wohl sein wird. :D

    Tag 2 - 10:27 Uhr - Eingangsbereich der Simulationskuppel


    Akim Sokolow blieb mit dem Mädchen stehen und sah zu Ricarda Montenegro, die mit einer Tragegurtweste aus der Zugangsschleuse kam.
    "Oh, sie sind ja schon da?!" gab sie überrascht von sich.
    "Dies ist Yuna Sakeiba!" stellte Akim das Mädchen noch einmal vor.
    "Wir haben diese Tragegurtweste mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, um bei einer möglichen Zeitreaktion eine Messung zu erhalten, Sakeiba-san" erklärte Ricarda ihr und hielt Yuna die Gurtweste entgegen.
    "Nach den letzten Berichten, die wir über deine Fähigkeiten erhalten haben, ist deine Fähigkeit der Zeitkontrolle nicht umfassend, sondern auf einen Bereich, wie bei einer Blase konzentriert. Du brauchst also keine Angst zu haben, die ganze Welt still zu legen!" fuhr Ricarda fort und half ihr bei den Anschlüssen der verschiedenen Meßgeräte.
    Akim Sokolow öffnete die Tür und sie betraten sie Simulationskuppel.

    Wenn es dir Spaß macht, Sayuri. Die NPC dazu kannst dann ja einführen, wenn es sonst keiner macht! ;)


    Da ich schon den Lehrer-Club habe und das große Ganze halt ich mich bei den Freizeitaktivitäten ziemlich raus. Kontrollinstanz mus reichen :D

    Die Chars sind jetzt also auf dem Gelände der Akademie angekommen und haben ihren ersten Tag vor Ort begonnen.
    Um das Ganze etwas lebhafter zu gestalten, möchte ich an dieser Stelle einmal dazu auffordern, dass sich jeder mal etwas für die Freizeitgestaltung auf dem Gelände einfallen lässt.
    Bilden sich vielleicht Clubs aus? Oder gibt es Interessengruppen, die in der Freizeit etwas gemeinsam unternehmen?

    Shopping wird dabei keine Option sein, da es keine Geschäfte dort gibt. Ausgang für einen Trip in die Stadt gibt es wegen der Entfernung auch nicht ;)

    Einige haben auch schon einen Einblick hinter die Kulissen ihres Chars gegeben. Auch dort liegt eine Menge Potential, um einen Charakter mehr Tiefe zu verleihen!
    Dabei aber auch darauf achten, dass nicht einfach eine Hintergrundgeschichte eines Anderen leicht variiert benutzt wird! Lasst euch dazu doch einfach auf eure handelnde Figur ein.

    Senri Tsukamoto hob erstunt den Kopf, als er die angespannten Gedanken eines Mädchens empfing. Irgendetwas schien ihre Aufmerksamkeit zu fesseln und ein starkes Verlangen auszulösen.
    Suchend blickte er sich nach einer möglichen Quelle um.

    Hagen verscheuchte die Erinnerungen und blickte kurz in die Runde.
    Die drängenden Gedanken von Milani leiteten seinen Blick auf die Fensterfront. Die Katze zog auf der Fensterbank mit nervös zuckendem Schwanz hin und her. Da Hagen ihre Fequenz kannte, konnte er ihre Gedanken auch verstehen.
    "Ich will nicht allein sein!" drängelte sie.
    "Milani, runter von der Fensterbank. Der Lehrer schaut schon!" sandte er zurück. Gerade bevor der Lehrer ihn erfassen konnte, verschwand Milani von der Fensterbank.

    Tag 2 - 10:23 Uhr - Treppe im Schulgebäude

    "Ein Teil deiner Kräfte bereitet uns einiges Kopfzerbrechen, Sakeiba-san. Wir werden mit den Tests zu deinen Fähigkeiten mit dem Wasser beginnen. Deine Aufgabe dabei ist einfach nur deren Anwendung. Wir werden uns so einiges einfallen lassen, um deine Konzentration zu brechen!" erklärte Akim Sokolow dem Mädchen, während sie nebeneinander die Treppe hinunter gingen.
    "Wie wir mit der als Kontrolle der Zeit beschriebenen Fähigkeit umgehen, müssen sich in der Zwischenzeit andere überlegen."

    Als sie aus dem Gebäude heraus kamen, lief Kaori Yamada an ihnen vorbei ins Gebäude hinein. Hanagata Kanazawa war scheinbar noch immer beim Test von Haruka Takahashis Teleportationsfähigkeit.

    Tag 2 - 10:24 Uhr – Klassenraum der A – Klasse


    Hagen schob die fertigen Aufgabenzettel von sich und lehnte sich etwas zurück. Mathe war zwar nicht unbedingt sein Lieblingsfach, aber er kam klar. Seinen Sperrblock erhielt er schon automatisch aufrecht. Da einige noch immer über den Aufgaben brüteten, ließ er seine Gedanken etwas abschweifen. Ein Auftrag, den er für die Geheimdienste ausgeführt hatte, war in Italien gewesen…


    „Sie begeben sich nach Verona, San Massimo, Via Antonio Oliosi!“ hatte die Anweisung gelautet. Hagen war von einem Wagen in einer Querstraße abgesetzt worden und schlenderte nun die Straße hinunter.
    Die Adresse für seinen Auftrag war nicht schwer zu finden bei all den Reihenhäusern in der Gegend. Er blickte an der Fassade hinauf.

    Niemand hatte noch aussprechen müssen, dass bei dem Auftrag keine Zeugen gebraucht werden konnten. Aufmerksam beobachtete er die Umgebung. Der Zeitpunkt war gut gewählt, die Matronen, die sonst hinter den Gardinen lauerten, hatten sich zu einem kleinen Schläfchen zurückgezogen. Seine Stiefelsohlen machten kaum ein Geräusch, als er sich dem Hauseingang näherte.


    Der Schalldämpfer schnaufte ein weiteres Mal. Vater und Mutter, sowie der Sohn waren alle in einem Raum gewesen. Nachdem sich Hagen mit einem elektronischen Dietrich Zugang verschafft hatte, war die angeordnete Tötung der Familie sehr schnell gegangen!
    In der Küche ließ sich mit Hilfe des Gasherdes ein plausibler Grund herstellen, warum es einen Brand gegeben hatte.


    Kein Gedankenmuster in der Nähe beschäftigte sich mit ihm, niemand hatte etwas bemerkt. Langsam schlenderte er die Straße wieder hinunter und warf einen Blick über die Schulter, bevor er in eine Querstraße einbog. Seine Fähigkeit entzündete in der Wohnung der Familie eine Flamme, woraufhin eine donnernde Explosion stattfand. Das ausströmende Gas der defekten Zuleitung hatte ihren Teil zu Verschleierung beigetragen.


    Noch während die Leute erschrocken zu den Fenstern eilten, wurde er schon von einem Wagen wieder eingesammelt. Die beiden Agenten im Fond sahen ihm mit ausdruckslosen Gesichtern entgegen. Keiner von den Beiden machte Anstalten, den Sprengsatz von seinem Rücken zu entfernen. Die Ladung war zwar klein, aber dafür direkt über der Wirbelsäule befestigt.


    Hagen blickte aus dem Fenster, während der Wagen Verona verließ und weiter nach Süden fuhr. Einige Teile der Landschaft gefielen ihm wirklich. Er fragte sich längst nicht mehr, warum man ihn für diesen Auftrag eingesetzt hatte. Hagen wartete nur darauf, dass sie einen Fehler begingen und er entkommen konnte! Alles andere war nicht wirklich wichtig!

    Tag 2 - 10:22 Uhr - Klassenraum der A-Klasse


    Senri Tsukamoto seufzte erneut tief und blendete das nervige Kinderlied aus, das Mai als Strafe für ihn in Gedanken sang.
    Es waren schon viele Schüler mit den Aufgabenzetteln fertig.
    Ohne an der Tür zu klopfen betrat Akim Sokolow den Raum. Senri erlaaubte sich einen kurzen Blick in seine bewussten Gedanken.


    "Yuna Sakeiba, gib bitte deine Aufgaben am Lehrerpult ab. Dann wirst du Herrn Sokolow zur Simulationskuppel folgen, wo dein Einstufungstest stattfinden wird." sagte Senri dann laut, ehe Akim seine Stimme erheben konnte.
    "Kaori Yamada wird gleich ihren test beendet haben und zum Unterricht erscheinen!" fügte Akim hinzu und wandte sich wieder um.

    Senri schnellte herum und gab ein kurzes "Ah Ah!" von sich, um Mamorus Bewegung zu stoppen.
    "Irgendwie scheint ihr partout nicht zu kapieren, das Telepathie nicht verschwindet, wenn ich euch den Rücken zuwende!" sagte er ernst und blickte auf seine Schwester.
    "Und du, Mai, solltest das am Besten wissen! Dies hier ist Unterricht und nicht spielen zuhause! Falls du das nicht kannst, solange ich dein Lehrer bin, dann wirst du die Klasse wechseln müssen!" fuhr er fort. Dabei tat er das nicht gerne, aber hier standen Pflicht und Familie gegenüber!

    Auch wenn er sie noch so gerne hatte, durfte er hier nicht parteilich sein.
    Die Direktorin würde ihn sofort von seinen Ämtern entbinden, wenn er es sein würde. Er hatte so viel in Bewegung gesetzt, um sie hier wiedersehen zu können, das würde er nicht so einfach zerstören!

    Mamoru hatte den Zettel gleich wieder zurückgezogen, als Senri sich umgewandt hatte.

    Tag 2 – Gelände der Akademie – Schulgebäude, 1. Stock
    10:20 Uhr

    Senri Tsukamoto blickte kurz in die Richtung von Ryu, dessen Aufgabenzettel bereits ausgefüllt vor ihm lagen. Obwohl die ganze Haltung Ablehnung und die verschränkten Arme deutlich eine Ausgrenzung signalisierten, verrieten seine Gedanken das Interesse.
    Und auch den Hintergrund des Interesses.
    Die Direktorin hatte ihm zu dem Jungen ein paar Anweisungen gegeben, daher wusste Senri, dass er sein Wissen nicht direkt anwenden durfte.
    „Wir sind ja eh alle nur PSI-Freaks für ihn!“ dachte er bedauernd.

    Nachdem Ryu mit dem Aufgabenzettel erwartungsgemäß schnell fertig gewesen war und auch, wie vom Major vorhersehbar seinen herausfordernden Kommentar gegeben hatte, nahm Senri den vorbereiteten Aufgabenblock und ließ ihn auf den Tisch des Jungen plumpsen.
    „Da ist tatsächlich noch etwas!“ sagte er dazu mit neutraler Stimme. „Mechanik, Vektorenrechnung, verschiedene Variablen.“

    Im Weitergehen warf er einen Blick auf seine Schwester, die immer noch mit grimmigem Gesicht über den Aufgaben brütete. Er schmunzelte und ging weiter.
    Der andere Krisenherd in der Klasse war wohl der junge Mann mit dem Namen Hagen. Er saß in der Raumecke, so dass er den Rest der Klasse im Blickfeld hatte. Er schrieb die Lösungswege zu den Aufgaben mit der linken Hand, obwohl er eigentlich Rechtshänder war. Außerdem war auch er Telepath! Als sich Senri auf ihn konzentrierte, blickte er sofort auf. Nach einem stummen Blickduell wandte er sich wieder den Aufgaben zu.
    Senri seufzte und ging zu seinem Pult zurück.