Tag 2 - 20:33 Uhr - Gelände der Akademie - Kellergeschoss des Funhouse
Kaori Yamada hatte sich noch immer nicht so richtig mit den Verhältnissen auf der Insel anfreunden können. Aber trotz der ziemlichen Lautstärke innerhalb der unteren Etagen des Funhouse hatte sie einen Zeitvertreib gefunden. Die virtuellen Egoschooter waren etwas, an dem die Langeweile zumindest für eine gewisse Zeit verschwand.
Wie das ganze hier nun eigentlich funktionieren sollte, hatte sie noch immer nicht verstanden. Ständig passierten Dinge, die einen geplanten Ablauf durcheinander brachten. Sie hoffte nur, dass soetwas nur Startschwierigkeiten waren!
Nicht weit entfernt hatte Takashi Yamiro einen Platz am Rande der Tanzfläche gefunden, wo er sich auf einen umlaufenden Handlauf stützte und das Treiben auf der Tanzfläche beobachtete. Durch verschiedene Beleuchtungssysstem und Spiegelkugeln wurden innerhalb der Tanzfläche interessante Lichteffekte erzeugt.
Einer der Tänzer hatte keinen Bodenkontakt mehr sondern schwebte einige Zentimeter über der Tanzfläche, was seine Bewegungen aber nicht weiter beeinträchtigte.
Takashi kannte das Gesicht aus der Klasse. Der Vorname war Gino, aber den Nachnamen hatte er sich nicht gemerkt. Offenbar setzte er seine Fähigkeiten ganz selbstverständlich ein. Vieles war hier anders, aber ob es wirklich besser war, konnte Takashi bis jetzt auch nicht sagen.
Als die Glastüren sich öffneten, schlug Ricarda ein wahrer Geräuschorkan entgegen. Da sie aber schon öfter in solchen Spielhallen gewesen war, auch wenn sie nicht so richtig verstand, was die Japaner daran begeisterte, kannte sie diesen Effekt schon. Die geschwungenen Glaswände, die den Weg zur Treppe abschirmten, hielten gleichzeitig auch die Töne ab, so dass sie sich vorkam, als wenn man aus einem heulenden Orkan in das Auge des Sturms gerät.
Ricarda gestattete sich einen erleichterten Seufzer und schritt dann an den Hinweisschildern vorbei.
Zum Kino im zweiten Stock wollte sie nicht, aber sie hatte sich einen der kleineren Karaoke-Räume vorbestellt. Franka und Rika waren bestimmt auch schon auf dem Weg. Nach dem Tag brauchte sie einfach eine Ablenkung, um sich auf andere Gedanken zu bringen!