Beiträge von Soulshadow

    Tag 25 - 07:28 Uhr - Westküste der Insel


    "Ihr seid bestimmt alle erschöpft!" sprach Valentina Amasowa die drei an, die da auf dem Rücken vor ihr lagen.
    "Was war das für eine Nummer?" fragte Hagen müde.
    "Ihr habt gerade eine Verbindung zustande gebracht, wie sie auch im Pentagramm erfolgt. Deshalb haben sich auch die Fähigkeiten so stark erhöht. Ihr habt ein ganzes U-Boot von hier in den Weltraum versetzt!" antwortete Valentina ruhig.
    Alle drei blickten sie überrascht an. Aber es war doch ganz anders als diese Verbindungen während der Übungen und Trainings gewesen.
    "Eine wirkliche Verbindung lässt nicht nur verschiedene Individuen zusammenarbeiten. Bislang wurde in den Trainings aber nichts anderes zustande gebracht! Ihr habt nun zum ersten Mal die richtige Verbindung geschafft. Damit habt ihr einen großen Schritt nach vorne gemacht!" fuhr Valentina mit fast sanfter Stimme fort. "Aber... all dies hier dürfen eure Mitschüler noch nicht wissen! Deshalb müssen wir diese Informationen in euch blocken, so dass ihr nur untereinander darüber reden könnt. Es tut mir leid, aber die Zeit ist noch nicht reif, dass alle etwas erfahren!"


    In der Simulationkuppel
    Auf der simulierten Himmelfläche wurde alles wieder wie ein schöner Morgenhimmel. In den Ohrsteckern der beiden Ausbilderinnen summte es kurz, dann öffneten sich die Doppeltüren zur Schleuse wieder.
    "Übung beendet! Da wir noch unter fünfzehn Minuten geblieben sind, geht es normal nach Tagesplan weiter!" ertönte es aus den Lautsprechern.
    Die Türen nach draußen öffneten sich und ließen die Schülerinnen und Schüler wieder hinaus. Im Osten waren nicht einmal mehr Rauchschwaden zu sehen. Nichts deutete darauf hin, das etwas passiert war. Viele der Schüler waren verwirrt und einige waren alles andere als begeistert, aber weitere Informationen bekamen sie nicht!

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 - 07:27 Uhr - Westküste der Insel - U-Boot Zentrale


    Ohne direkt darüber nachzudenken, was er da tat, griffen seine Sinne hinaus. Harukas Verzweiflung und Mais Frage waren fast gleichzeitig in seinem Kopf, während er auf bislang unbekannten Pfaden mit ihren Geistern verschmolz. Plötzlich waren da völlig neue Energien, die zur Verfügung standen!
    Die drei wurden von einem Schimmern umhüllt, dass sich zu einem gleißenden Licht verstärkte. Wo die Angreifer gerade noch den einzelnen Kräften widerstanden hatten zeigte nun diese neue Kraft Wirkung!
    Nicht von einer Fähigkeit, sondern von einer Verbindung aus drei Fähigkeiten wurden die schleimumhüllten Angreifer getroffen und regelrecht in ihre Atome zerblasen! Aber hinter ihnen floss die unheimliche Masse weiter aus den Behältern und schien sich wie auf eigene Veranlassung zu bewegen.


    Alle drei schienen sich in einem blaugrün schimmernden Raum zu befinden, der weder warm noch kalt war. Hagen spürte die Kräfte der Mädchen und gleichzeitig auch ihre Gedanken. Wie er selbst wussten sie mit der momentanen Situation nichts anzufangen!
    Aber dass er gleichzeitig mit ihnen zusammen seine Kräfte einsetzen konnte, dass hatte er schnell begriffen. Mit Mais Elektokraft hielt er die Masse zurück, während Harukas Energien auf diese einbrandete.
    Aber die Masse ließ sich nicht vollständig zerstören! Trotz das sie große teile zerstörten, floss der Rest immer weiter.


    Und diese Masse war sehr gefährlich! Obwohl Hagen sie noch nie vorher zu Gesicht bekommen hatte, verspürte er die Gefahr mit jeder Faser. Auch die Mädchen spürten sie.
    Dieses Zeug musste unbedingt weg! Er spürte die Teleportationsfähigkeit von Haruka und wusste, dass sie alleine niemals einen so großen Gegenstand bewegen konnte! Aber zusammen... Sie drei zusammen konnten diesen Gegenstand versetzen!
    Obwohl die Mädchen keine Telepathen waren, so flossen die Gedanken in diesem Augenblick zwischen ihnen hin und her, als wären sie welche. Haruka übernahm die Sprungausführung in dieser gemeinsamen Entscheidung und Mai wie auch Hagen unterstützten sie.


    Draußen am Ufer der Insel begann das aufgetauchte U-Boot plötzlich zu schimmern. Und dann tat es einen gewaltigen Knall, als die Luft in das Plötzlich entstandene Vakuum zurückströmte. Das ganze U-Boot war verschwunden!


    Haruka schrie ihren Schmerz hinaus, als sie etwas unglaublich großes bewegte, aber sie tat es! Plötzlich entstand in der U-Bootzelle Eis an den Wänden und ein heulender Luftzug jaulte an ihnen vorbei durch das immer noch offene Turmluk. Auch wenn keiner der drei wusste, wie es draußen aussah, so wussten doch alle, wohin das U-Boot bewegt worden war! Mai sandte einen Stromstoß in Richtung der Raketenkontrolle, während Haruka sie alle drei wieder zurück zur Küste versetzte, wo sie am Ufer neben den überraschten Sicherheitsleuten und der Direktorin rematerialisierten. Ihre Verbindung löste sich und alle drei fielen erschöpft zu Boden, wobei sie alle den Blick in den Himmel richteten.
    Auch die übrigen Anwesenden folgten ihrem Blick und sahen weit über sich einen hellen Lichtblitz!

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 - 07:26 Uhr - Westküste der Insel - U-Boot Zentral


    "Nein!" dachte Hagen konzentriert und hoffte, dass die Mädchen nicht einfach auf die schleimüberzogenen Mitglieder der GLA zustürmen würden!
    Er wusste zwar immer noch nicht, wozu diese Masse gut war, aber alleine schon, dass sie seine Kugeln aufhielt und auch noch entgegen der Schwerkraft um diese Personen vor ihm gelegt blieb, anstatt herabzufließen, ließ ihn nichts Gutes erwarten!
    Das Gefühl der Gefahr steigerte sich schon fast in schmerzhafte Level!


    In der Simulationskuppel
    "Nein!" sagte Ricarda Montenegro zu Yuna Sakaiba. "Es droht euch hier keine Gefahr und alles andere braucht ihr nicht zu wissen."
    Kayalyn Rivet funkelte den Polen mit dem starken Nikotingeruch an, nachdem dieser seine gebleckten Zähne gezeigt hatte.
    "Halt bloß dein Temperament im Zaum!" warnte sie ihn ernst. "Dies ist keine zu was ist gerade Lust hab Veranstaltung, als geh jemand aanderem mit deiner schlechten Laune auf die Nerven!"

    Da Bomb gerade die Frage gestellt hat...


    Die Einblendungen innerhalb der Simulationskuppel sind nur eine Show für die Anwesenden, da sich ja eine gewisse Unruhe ausgebreitet hat.
    Dabei wird Fiktion mit Realität gemischt. Es sind also teilweise echte Raketenexplosionen zu sehen, aber nicht alles, was da draußen passiert. Niemand innerhalb der Kuppel bekommt von den Ereignissen außerhalb etwas mit! Sie sind innerhalb der Kuppel gut geschützt und es kommt nichts an sie heran!


    Es können auch von den Anwesenden Lehrern und Ausbildern keine Informationen ergattert werden!
    Es geht innerhalb der Kuppel nur um etwas Unterhaltung dabei. ;)

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 - 07:26 Uhr - Westküste der Insel - U-Boot Zentrale


    Hagen runzelte überrascht die Stirn, als er einen Blick auf die Leute weiter vorne im Mannschaftsbereich des U-Bootes werfen konnte. Was machten die denn da?
    Diese Leute hatten ihre Schutzanzüge geöffnet und ließen diese Masse aus größeren Behältern in diese hinein laufen. Gleichzeitig verschwanden ihre Gedankenmuster aus dem Fokus von Hagens Fähigkeit der Telepathie.
    "Was geht da nur vor?" fragte sich Hagen in Gedanken. Seine Nackenhaare richteten sich auf, als ein bedrohliches Gefühl von Gefahr in ihm aufstieg.
    Einige schienen ihre Anzüge bereits gefüllt zu haben und kamen nun auf ihn zu.
    Als Hagen seine Pistolen abfeuerte, sah er deutlich, wie die Kugeln auch trafen. Aber außer einem kurzen kinetischen Moment richteten sie keinen Schaden an!
    Diese Masse schien wie eine Panzerung um die Leute herum zu fließen.
    Ohne von seinen Kugeln beeindruckt zu werden, kamen diese Leute immer weiter auf ihn zu...


    "Mai, Haruka! Ich brauche hier vorne Hilfe. Kommt sofort her!" sendete er eine telepathische Nachricht aus.

    Tag 25 – 07:25 Uhr – Akademiegelände - Simulationskuppel


    Die Kuppeldecke verwandelte sich von einem Augenblick zum anderen in einen Morgenhimmel, an dem Explosionen hoch über der Insel dargestellt wurden.
    „Als Teil der Übung, und um ihnen die Sache nicht zu langweilig erscheinen zu lassen, spielen wir ihnen jetzt das Szenario direkt über die Simulationsfähigkeiten der Kuppel ein!“ erklang mit den plötzlichen Explosionen eine Stimme. „Die angenommene Situation ist der Angriff durch eine terroristische Organisation, die jede Existenz von Menschen mit besonderen Fähigkeiten vom Angesicht der Erde auslöschen möchte!“
    Die Lautstärke der Explosionen wurde etwas gedämpft, nachdem man sich der Aufmerksamkeit der Anwesenden sicher sein konnte.
    „Der Angriff erfolgt durch Raketen von Schiffen aus und wie sie sehen können, werden die Raketen noch in der Luft aufgehalten. Dieses Phänomen wird durch ein Schutzfeld erreicht, die von den Türmen an der Küstenlinie erzeugt werden.“

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 - 07:26 Uhr - Westküste der Insel - U-Boot Zentrale


    Vom Druckschott des Verbindungsganges hatte Hagen einen gutes Blickfeld in die Zentrale des U-Bootes, wo man gerade ziemlich aufgeregt war. Von der Leiter zum Turmluk hing ein Mann, dessen halber Kopf fehlte. Auf dem Boden lag ein Raketenwerfer aus dem eine zähflüssige Masse heraus lief. Diese merkwürdigen Geschosse aus den komischen Pistolen vorhin hatten wahrscheinlich auch dieses Zeug enthalten.
    Hagen hatte nicht vor, den Leuten innerhalb der Zentrale eine freundliche Warnung zukommen zu lassen. Er war alleine, während dort drinnen dreizehn Frauen und Männer standen, die alle bewaffnet waren!


    "Dort draußen ist ein Scharfschütze!" erklärte gerade ein Typ, der durch das Periskop geschaut hatte. "Man hat offenbar unseren Plan erkannt und auch Truppen auf diese Seite der Insel geschickt! Die armen deformierten Kinder hätten ja eine Chance gehabt, wenn wir sie zum Glanz des galaktischen Bruders hätten führen können. Nun bleibt uns nur noch, ihnen den ewigen Frieden zu schenken!" Mit diesen Worten wandte er sich vom Periskop ab und einer Schalttafel an der Bordwand zu.
    Hagen feuerte mit beiden Pistolen gleichzeitig, während er verschiedene Ziele anvisierte. Der Mann vom Periskop war der erste, der in der Zentrale tödlich getroffen zusammenbrach. Aber ehe die anderen sich darüber wundern konnten, waren bereits weitere Personen getroffen und ausgeschaltet worden.
    Als den verbleibenden Mitgliedern der GLA klar wurde, was hier geschah, versuchten sie gleichzeitig zu der Schalttafel zu springen.


    Diejenigen unter ihnen, die ziemlich dicht beieinander standen, gerieten plötzlich in Brand. Hagen steuerte seine pyrokinetischen Ströme, so dass alle diejenigen, die fast an der Schalttafel waren, nun einen Flammenvorhang für die anderen bildeten. Gleichzeitig feuerte er weiter.
    Das die zähflüssige Masse am Boden ebenfalls in Brand geriet, fiel ihm dabei in der Hitze des Gefechts nicht auf.
    Als der Letzte in der zentrale zu Boden ging, konnte Hagen Schreie aus dem vorderen teil des U-Bootes hören. Offenbar hatten die GLA Leute dort auch versucht aus einer der Luken zu kommen! Aber Tabetha hatte sie wohl davon abgehalten!
    Hinter ihm waren Mai und Haruka, also konzentrierte er sich auf das andere Schott zum vorderen Bereich und ging dort erneut in Stellung. Rasch tauschte er die fast leergeschossenen Magazine gegen volle aus und ging dann in Warteposition.

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:25 Uhr - Küste hinter dem Hauptlager - U-Boot Kapitänskajüte


    Der Rematerialisationsschmerz war recht stark gewesen und blockierte für einen Moment seine telepathischen Sinne, aber die benötigte er in diesem Moment nicht! Vor ihnen im Gang waren drei Männer, die Schutzanzüge trugen. Einer starrte direkt zu ihnen hinein.
    "Das sind Mutanten!" brüllte er in diesem Augenblick auch schon los. In den Händen der Männer erschienen klobige Waffen, die Hagen nicht identifizieren konnte. Die sehr großen Mündungen richteten sich auf die drei in der Kajüte. Platz zum Ausweichen hatten sie in dem engen Raum nicht!
    Noch während Hagen zu seinen beiden Pistolen griff, wusste er, dass es zu spät war!
    In einer der klobigen Waffen klickte es bereits und mit einem dumpfen Laut kam etwas aus dem Lauf heraus. Aber es war kein Projektil, da es ziemlich langsam war. Es wirkte er wie ein flüssigkeitsgefüllter Ballon.
    Mit einem einzigen Gedanken aktivierte er seine andere Kraft und die drei Männer auf dem Gang standen im gleichen Moment in Flammen!
    Ihre Schreie würden bestimmt gehört werden. Seine beiden Pistolen waren jetzt in seinen Händen und er sprang vor, noch ehe die Männer ganz zusammengebrochen waren.
    "Wir müssen alle hier drin ausschalten!" rief er dabei und sprang über die brennenden Körper hinweg.


    "Verblendete!" kreischte eine Frau und stürmte vom nächsten Verbindungsluk her auf ihn zu. Hagen zielt kurz und schoss. Zwei Kugeln trafen direkt in Kopf und Herz.
    Er musste sofort zur Zentrale des U-Bootes, um ein erneutes Tauchen zu verhindern.
    "Ihr müsst da hinten die Maschinen zerstören! Wenn die mit dem U-Boot wieder auf Fahrt gehen, dann sind wir erledigt!" brüllte er noch im Laufen zu den beiden Mädchen zurück.


    Am Ufer
    Tabetha sah den Kopf durch das jetzt offene Turmluk erscheinen und auch eine Art Raketenwerfer, die von der Person getragen wurde. Ihr erster Schuss war sauber platziert und tötete den Mann, der gerade die Waffe in den Anschlag brachte. Hinter sich hörte sie Schritte, was dann wohl hieß, dass Verstärkung eingetroffen war.
    "Es war also tatsächlich ein Ablenkungsmanöver!" hörte sie die Stimme der Direktorin.


    Auf der anderen Seite der Insel
    Die verbliebenen Boote hatten ihren Raaketen verschossen und wendeten nun zu einem Absetzmanöver. Aber Ryu hatte nicht vor, auch nur ein einziges Boot entkommen zu lassen! Über ihnen verblassten die letzten Explosionen.

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:25 Uhr – Akademiegelände - Küste hinter dem Hauptlager - Westseite der Insel


    "Was sollen wir nur tun?"
    Hagen hörte die Frage und er spürte die Angst, die sich bei Haruka breit machte. Mai hatte sich etwas besser im Griff, während Tabetha ihr Gewehr bereits in Stellung gebracht hatte und das Turmluk des U-Bootes im Visier hielt.
    "Wir können eigentlich nur eins tun!" erwiderte Hagen langsam. Seine Sinne griffen hinaus uns suchten nach den Gedanken der Insassen des U-Bootes. Erst schien es so, wie bei den Besatzungen der Boote zu sein, denn er empfing nur verschwommene Impulse. Aber dann erfasste er deutlich einen Eindruck, den jemand innerhalb des U-Bootes von seiner Umgebung hatte.
    "Wir schlagen als Erstes zu!" fuhr er fort und wandte sich zu den Mädchen um. Er blickte direkt in Harukas Augen, während er den Eindruck des Menschen aus dem U-Boot auf sie übertrug. "Du kannst doch sicher an diesen Ort teleportieren, oder?"
    Er griff nach dem rechten Arm von Mai und dem linken von Haruka, damit sie den Sprung zu dritt ausführen konnten.
    "Erledige jeden, der seinen Kopf da oben rausstreckt!" rief er noch Tabetha zu und wartete auf den Entmaterialisierungsschmerz des Sprunges.

    Tag 25 – 07:24 Uhr – Akademiegelände - Simulationskuppel


    "So langsam werden einige unter ihnen unruhig!" meinte Ricarda leise zu Kayalyn. Die grinste nur breit.
    "Jetzt können die werden, was sie wollen! Die Kuppel ist versiegelt und lässt niemanden mehr raus!" meinte sie kaum hörbar. "Und die Kräftefelder kennen die Schülerinnen und Schüler ja schon gut genug, um zu wissen, dass sie daran nichts ausrichten!"
    Ricarda entspannte sich wieder. Richtig, sie hatte die Kräftefelder vergessen, die hier innerhalb der Kuppel errichtet werden konnten.

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:24 Uhr – Akademiegelände - Küste hinter dem Hauptlager - Westseite der Insel


    "Nein, es ist keine Übung!" bestätigte Hagen Haruka. "Es handelt sich vielmehr um einen Angriff einer terroristischen Organisation mit dem Namen Globally Lifeform Agitation, oder kurz auch GLA."
    Das Donnern von Explosionen hallte von der anderen Seite der Insel herüber, wo gerade die ersten Raketen detonierten.
    Also würde es hier jetzt auch gleich losgehen!
    Da Hagen auch keine Ahnung hatte, welche Art von Angriff von diesem U-Boot ausgehen würde, konnten Fähigkeiten wie Teleportation durchaus nützlich sein.
    Mit Unbehagen dachte er an die Geschichte von Yakutat, die er in den Archiven gefunden hatten.
    "Hört zu! Dies hier ist kein Spiel und die Leute da in dem U-Boot könnten verrückt genug sein, eine Atombombe zünden zu wollen!" sprach er weiter, ohne sich umzudrehen. "Und die werden jeden Moment hervorkommen!"
    Die Explosionen auf der anderen Seite der Insel wurden zu einem Stakkato und auf dem Turm des U-Bootes begann sich das Luk zu öffnen.


    Simulationskuppel
    Außer dem Summen der Gespräche von den vielen Mädchen und Jungen war in Inneren der Simulationskuppel nichts zu hören. Ricarda und Kayalyn waren im Bereich der großen Doppelschleuse geblieben, die sich hinter ihnen geschlossen hatte. Hier drin konnte ihnen nichts weiter passieren.

    [Hikaru Khanzu]
    09:11 Uhr – Akademiegelände – Vor dem Schulgebäude


    "Hey Sousuke!" rief Hikaru den Jungen an, der gerade in Richtung Schultor lief. Auf dieser Seite des Gebäudes war noch nicht so viel los und die Wachen unten am Tor wirkten recht entspannt. Der angerufene Junge blieb stehen und wandte sich um.
    "Oi Hikaru", antwortete er ruhig. "Ich habe heute noch eine Verabredung und wollte mir noch etwas dafür in der Stadt besorgen!"
    Das war zwar interessant, aber Hikaru wunderte sich trotzdem über die ungefragte Auskunft.
    "Sag mal, wegen gestern...", setzte er wieder an.
    "Das war doch echt ein toller Ball, oder nicht?!" rief Sousuke sofort begeistert aus. "Mann, was habe ich getanzt! Und dabei ist auch noch gleich eine Verabredung für heute abend herausgekommen!" Er lachte auf.
    Hikaru nickte, um sein Stirnrunzeln zu verbergen. Irgendwie musste Sousuke auf einem anderen Ball gewesen sein.
    "Und die Nummer mit dem Punsch... Wie sie das nur jedesmal wieder hinbekommen! Einige waren wohl ziemlich fertig danach!" wieder lachte Sousuke. Ihm schien das alles inj bester Erinnerung geblieben zu sein. "Aber das du so viel mit deiner Schwester getanzt hast... Sie ist ein heißer Feger, klar", Sousuke blickte ihn an.
    Hikaru musste seine ganze Beherrschung zusammennehmen, um nicht seine Gesichtszüge entgleisen zu lassen. Was war das denn nun für eine Geschichte?


    "Man könnte glatt meinen, du stehst auf deine Schwester!" fuhr Sousuke fort. Hikaru blickte ihm nun ernst in die Augen.
    "Gerüchte sind eine schlimme Sache, Sousuke. Man kann damit sehr viel Unheil anrichten!" sagte er mit leicht knurrendem Unterton.
    Wieder lachte der Junge vor ihm auf.
    "Mensch, war doch nur nen Scherz!" winkte er ab. "Aber entschuldige mich, ich komme sonst noch zu spät." Er wandte sich ab und schritt dann durch das Tor nach draußen.
    Hikaru blickte ihm nachdenklich hinterher. Er hatte nicht mit Felic getanzt! Wieso erinnerte sich Sousuke daran, dass es angeblich so gewesen war? Alleine dieser merkwürdige Teil des Gespräches unterstützte seinen Verdacht wegen der verschwundenen Erinnerungen. Nur waren sie nicht einfach verschwunden, sondern durch andere ersetzt worden, die denjenigen sehr viel glaubwürdiger erschienen!
    Würde man ihnen jetzt erzählen, was in Wirklichkeit passiert war, dann stand man selbst als Spinner da! Hikaru verspürte ein leichtes Frösteln. Das jemand hinter all diesem steckte, war nun klar, aber leider waren die Motive nach wie vor im Dunklen!


    Bei weiteren Gesprächen mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern würde er vorsichtiger sein müssen. Was auch immer der oder die Drahtzieher im Hintergrund vorhatten... Auf alle Fälle gehörten Felic und er zu den Zielpersonen der Auswirkungen! Diese gezielte Erinnerung wegen des Balls... was mochten andere da noch in ihren Köpfen haben?

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:24 Uhr – Akademiegelände - Küste hinter dem Hauptlager - Westseite der Insel

    Das Wasser nahe der Insel lag noch in den Schatten, aber das weiße Schäumen eines an die Oberfläche kommenden Körpers war deutlich zu sehen.
    "Sie haben ein Ablenkungsmanöver auf der anderen Seite gestartet! Und hier kommt ihr eigentlicher Vorstoß!" informierte er Tabetha, die bereits mit ihrem H&K PSP 1A1 in Stellung ging. Als er hinter sich weitere Schritte hörten, wandte sich Hagen überrascht um. Zwei der Mädchen aus seiner Klasse waren offenbar hinterher gelaufen.
    Mai und Haruka, inzwischen auch schon als die Batterieschwestern bekannt, blieben nun kurz vor ihm stehen.
    Hagen öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich wieder ohne etwas zu sagen.
    Im Augenblick wusste noch niemand, was man hier gegen sie vorbringen würde und da wären ein paar zusätzliche Fähigkeiten durchaus von Vorteil! Er nickte also nur knapp und wandte sich wieder der Wasseroberfläche zu, die nun vom Turm eines U-Bootes durchstoßen wurde.


    Ostküste der Insel
    Als die Boote fast heran waren wurden von Lafetten im hinteren Teil der Boote plötzlich Raketen gestartet! Weiter draußen trieben bereits mehrere Boote mit brennenden Aufbauten, die von Ryu einen Treffer erhalten hatten. Als jetzt die Raketen auf ihren Rauchfahnen aufstiegen, kniff er verärgert die Augen zusammen.
    "Raketenangriff!" rief einer von den Sicherheitsleuten und hob seine Waffe in den Himmel.
    Aber gleichzeitig entstand ein Flackern in der Luft, so als wäre es ein heißer Tag mit Luftspiegelungen, und die ersten Raketen explodierten an einem unsichtbaren Hindernis!

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:21 Uhr – Akademiegelände - Straße zwischen dem Krankenhaus und dem Sportplatz


    Das ungute Gefühl wuchs in Hagen weiter an. Nach dem, was er von den Einsätzen der GLA erfahren hatte, waren diese in den letzten knapp fünf Jahren zu einer vollkommen anderen Qualität entwickelt worden. Es gab gewisse Gerüchte, die innerhalb der Geheimdienstkreise kursierten, aber keinerlei Fakten.
    Dieser konzentrierte Vorstoß an der Ostseite der Insel war etwas, dass die GLA vor fünf Jahren noch abgezogen hätte. Aber die Fanatiker hatten inzwischen ganz andere Wege drauf! Alleine schon, dass ihre gedanken nicht zu lesen waren, gab ihm zu denken.
    Tabetha rannte ohne ersichtliche Anstrengung neben ihm her und trug dabei noch das PSG-Scharfschützengewehr. Sie war eine ausgezeichnete Schützin, wie Hagen in den letzten Wochen bemerkt hatte. Außerdem stellte sie keine Fragen! Und die Gedankenkontrolle, die er ihr beigebracht hatte, war von ihr konsequent geübt worden.
    Er beschleunigte noch einmal, da ihm sein Gefühl sagte, dass es hier auf das Timing ankam.
    An der Gerätehalle vorbei rannte er auf das Hauptlager zu. Links am Gebäude vorbei und dann weiter in Richtung auf die Küste zu.

    Hehe, dann sei willkommen beim AFB!


    Du wirst hier jede Menge Empfehlungen für Serien im Bereich Anime oder auch Manga bekommen können - musst einfach mal die Leute fragen ;)
    Beim Thema verrückt drängt sich die Frage auf, wie viele andere Ich-Alternativen du dann besitzt! Falls du so damit nichts anfangen kannst, frag Ren ^^


    Tja, und so es dein Wunsch ist, bei einem gewissen RPG mitzuschreiben, solltest du dich dort auch gleich mal anmelden ;)

    [Valentina Amasowa]
    Tag 25 – 07:21 Uhr – Akademiegelände Ostküste

    Als Valentina an der Küstenlinie der Insel eintraf, waren die Sicherheitsleute bereits in Stellung gegangen. Die heranbrausenden Schnellboote waren inzwischen trotz der Sonnenreflexionen deutlich zu erkennen. Valentina hatte sich eine Sonnenbrille aufgesetzt und blickte auf die Angreifer. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit. Irgendetwas war da doch faul…
    Eine so offensichtliche Art des Vorgehens war für die GLA absolut untypisch. Taktische Erwägungen und jahrelange militärische Erfahrung ließen nur einen Schluss zu… Ablenkungsmanöver!
    Noch während der Gedanke in ihrem Kopf war, hatte sie das Mobiltelefon bereits am Ohr.
    Als sich am anderen Ende Steve Walker meldete, teilte sie ihm ihre Rückschlüsse mit.

    [Hagen Kosaka]
    Hagen blickte kurz zur Direktorin und erfasste einen Begriff trotz des Gedankenblocks: Ablenkungsmanöver! Ohne weiter darüber nachzudenken wandte er sich in die entgegengesetzte Richtung und rannte los. Begleitet wurde er von den jetzt regelmäßigen Abschüssen der Snipergewehre.
    Während des Rennens suchte Hagen telepathisch nach Tabetha. Die Crow hatte sich ebenfalls eine PSG am Schießstand geholt und war gerade auf dem Weg zur Ostküste. Hagen übermittelte ihr seine Gedanken und dirigierte sie zur anderen Seite der Insel.
    Auf dem großen Platz liefen sie nebeneinander an den anderen Schülerinnen und Schülern vorbei, die sich langsam in Richtung der Simulationskuppel bewegten.

    So, der Sprung ist erfolgt!
    Jetzt befinden wir uns am 25. Tag morgens und es wird etwas unruhig auf der Insel!
    Dies ist nur der Auftakt zu einer ereignisreicheren Zeit, die jetzt auf die Schülerinnen und Schüler auf der Abunai Akademie zu kommt. Die GLA, eine terroristische Organisation, hat die Position der Insel gefunden. Was wollen sie von den dort lebenden Schülerinnen und Schülern?
    In der Zwischenzeit wurden auch neue Wege zum Transport von weiteren Schülern ausgearbeitet, so dass auch noch weitere Neulinge in der Zeit eintreffen werden.


    Somit haben wir jetzt von der Einleitung zur eigentlichen Handlung übergeleitet. Keine Angst, es wird jetzt kein Kriegsschauplatz aus der Insel werden! Aber es kommt ab jetzt öfter einmal zu unerwarteten Vorfällen!
    Und die Kontrollen für Neuzuschleusungen wurden immens erhöht, um eine Infiltration zu verhindern.
    In der Folgezeit werden einige Ereignisse der vergangenen Jahre in einem neuen Licht erscheinen und einige Puzzlestücke für das Mosaik geliefert, dass die im Hintergrund lauernde Bedrohung darstellt ;)

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 07:20 Uhr – Akademiegelände Ostküste


    Die Sonne war eine gute Handbreite über dem Horizont, so dass die von dort heranrasenden Boote in dem Glitzern und Gleißen nicht richtig zu erkennen waren. Hagen blieb an der Küstenlinie stehen und sah sich kurz um. Einige Schritte weiter oben machte er Ryu aus, der bereits mit seinem Scharfschützengewehr in Position gegangen war. Hinter ihnen waren weitere Schritte zu hören, als die ersten Sicherheitsleute ankamen.
    Hagen blickte an der felsigen Inselkante hinunter. Hier würden die bestimmt nicht an Land gehen! Die Felsen im Wasser würden die Schiffe schon vorher aufschlitzen und sinken lassen. Warum nahmen sie also diesen Weg?
    Noch einmal starrte er auf das Wasser hinaus und streckte seine telepathischen Sinne den Angreifern entgegen. Aber irgendetwas störte den Empfang. Die GLA wusste also, dass hier jede Menge PSI Begabte waren!
    Mit einem trockenen Knall feuerte Ryus Waffe ihr erstes Projektil in Richtung der angreifenden Boote.
    Irgendetwas an diesem Angriff ist faul, dachte Hagen angespannt.


    Auf dem Platz vor dem Wohnheim
    Ricarda Montenegro und Kayalyn Rivet hatten den Auftrag bekommen, sich um die Schüler zu kümmern. Um die Unruhe nicht in andere Reaktionen umschlagen zu lassen, sollten sie nichts von dem Angriff verlauten lassen und die Schülerinnen und Schüler erst einmal in die Simulationskuppel bringen. Noch immer heulten die Sirenen und verunsicherten die nach draußen strömenden Bewohner.
    "Das ist eine Übung, bitte begeben sie sich direkt zur Simulationskuppel!" riefen die beiden synchron über die Menge hinweg.

    [Hagen Kosaka]
    Tag 25 – 06.05.2010 – 07:15 Uhr – Wohnheim Block 1 – Zimmer 225

    Etwas stimmte nicht! Hagen blieb mitten in der gerade begonnenen Bewegung stehen und lauschte mit seinen telepathischen Sinnen. Das Hintergrundsummen der Gedanken von den Guardians war zu einer erstaunlichen Stärke angeschwollen.
    Da Hagen schon öfter in das Netzwerk der Guardians hinein gelauscht hatte, konnte er die Impulse ohne Probleme lesen. Etwas kam auf die Insel zu, was nicht freundlich gesinnt war!

    Mit der Richtungsinformation, aus der die Bedrohung auf die Insel zukam, hatte er alle Informationen zusammen und zog sich dann in großer Eile an. Nachdem die beiden Pistolen in dem Doppelhalfter am Rücken verschwunden waren, setzte er sich schon in Marsch. Auf dem Flur, während die Zimmertür hinter ihm ins Schloss knallte, zog er die Lederjacke an und rannte dann in voller Geschwindigkeit die Treppe hinunter.

    Einige Schülerinnen und Schüler, die sich ebenfalls auf dem Weg nach draußen befanden, umging er mit weiten Sätzen, oder einem Flanken über das Treppengeländer. Draußen vor dem Gebäude rannte er gleich um die Ecke in Richtung des Freigeländes weiter.
    Die Guardians hatten inzwischen den Angreifer identifizieren können. Es war die GLA, die Globally Lifeforce Agitation, die auf die Insel aufmerksam geworden waren!

    Beim Schiffsanleger – Unterkunft der Wachmannschaft – Büro des Leiters
    Steve Walker schlug mit der linken Hand auf den roten Taster der Alarmsirene, während er noch den Telefonhörer in der Hand hatte. Im Gebäude heulten die Sirenen los und rissen die Mitarbeiter der Sicherheitsgruppe aus der ruhigen Morgenroutine.
    „Achtung, Achtung! Eine Gruppe von Schnellbooten nähert sich von Osten her der Insel! Identifiziert als GLA. Vollalarm! Mit einem Angriff ist innerhalb der nächsten 15 Minuten zu rechnen. Alle Mann zu den Waffen!“ informierte er die komplette Sicherheitsgruppe mit einer Durchsage.

    Gleichzeitig begannen auf der Insel Sirenen zu heulen, von denen die Schülerinnen und Schüler bislang nicht gewusst hatten dass sie da waren! Die meisten zuckten bei dem unbekannten Geräusch zusammen und blickten sich verwirrt um.

    [Valentina Amasowa]
    Mit einem herzhaften Fluch ließ Valentina den Telefonhörer auf die Gabel fallen und öffnete mit einem schnellen Tippen auf einem Zahlenfeld den Waffenschrank im Flur ihres Hauses. Die Maschinepistole war bereits geladen, so dass sie diese einfach nur an sich nehmen musste. Die Aufschläge des Mantels wehten hoch, als sie aus dem Haus rannte und sich in Richtung der Ostküste wandte. Sie wusste, das Ryu bereits dort sein würde!

    Seit dem Vorfall in Alaska war die GLA weltweit zu den Terrororganisationen gezählt worden, obwohl diese Tat der breiten Öffentlichkeit niemals bekannt geworden war. Man hatte damals ein Tankerunglück gut 160 Meilen entfernt in den Medien forciert. Nur in eingeweihten Kreisen wusste man, was genau es mit der GLA auf sich hatte!

    Die Schülerinnen und Schüler würden jetzt beunruhigt sein, da die Sirenen auf der ganzen Insel gellten. Valentina wollte sich jedoch erst einmal um den Angriff kümmern, denn noch waren die Fanatiker nicht auf der Insel!