[Yukiko Sakamato]
11:32 Uhr - Schulgebäude - Block B
Yukikos Gewissen quälte sie, während sie sich durch die Menschenmasse drängte und dabei Ausschau nach Honoka hielt. Doch selbst, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, blockten die Leiber noch immer ihre Sicht. Ein Seufzen entglitt ihr. Warum hatte sie auch vergessen mit Honoka einen Treffpunkt festzulegen?
Sie unternahm einen letzten Versuch sie ausfindig zu machen, in dem sie sich an den Rand des Menschenstroms begab und ein paar Mal auf und ab hüpfte. Schnell merkte sie wie blöd die Idee gewesen war und gab mit leicht geröteten Wangen auf sie noch zu finden. Nach einem Zögern begab sie sich wieder auf den Weg zurück zum Büro. Sie hoffte, dass Honoka ihr das nicht übel nehmen würde.
Beiträge von Ryoki
-
-
[Yukiko Sakamato]
11:31 Uhr - Schulgebäude - Block BZuerst fühlte sich Yukiko wie ein Spielball der Masse. Die Körper der Schüler drängten sie immer weiter in Richtung der Verkaufsstände und weg von Honoka.
'Das war eine ganz blöde Idee!', fluchte sie innerlich, versuchte sich gleichzeitig aber auch zu beruhigen. Irgendwie bugsierte sie sich an den Rand der anstehenden Schülerschar, um jene zu beobachten, die sich bereits etwas gekauft hatten. Schüler die in Gruppen unterwegs waren, mied sie und suchte sich stattdessen diejenigen heraus, die sich alleine etwas gekauft hatten.
Ihr Blick fiel auf einen Jungen der mitten in der Masse mit seinem Getränk herum hantierte. Anscheinend hatte er großen Durst, dass er damit nicht hatte warten können. Etwas das aussah, wie eine Tüte hatte er sich unachtsam in die Tasche seiner Hose gestopft, so dass sie halb heraus hing.
Sie murmelte eine Entschuldigung, versuchte innerlich die Zweifel zur Seite zu schieben und brachte sich schnell schräg hinter ihm in Position. Dann griff sie zu. -
[Yukiko Sakamato]
11:30 Uhr - Schulgebäude - Block ANervös hörte Yukiko Honoka zu und nickte anschließend zögerlich. In der Theorie hatte es sich einfach angehört, doch jetzt wo sie all die Schüler sah, bekam sie Muffensausen. Allerdings wollte sie auch keinen Rückzieher machen. Nicht nach dem sie ihren Plan Leo gegenüber so verteidigt hatte.
"Ich hoffe nur, es klappt alles", murmelte sie und sah dann Honoka mit einem gequälten Lächeln an, "So wie ich mich kenne, werde ich direkt beim ersten Versuch erwischt." Sie zog eine Grimasse und lachte, um ihre Nervosität abzuschütteln.
"Ich schlage vor wir trennen uns. Falls eine wirklich erwischt werden sollte, hat die andere noch genügend Zeit sich zu verziehen." -
Kay, dank dir.

Also heißt das regulierende System "gesunder Menschenverstand". *gg*
Alles klar.
Was den genauen Umfang meiner Magie angeht, muss ich selbst noch schauen. Bin noch am konzipieren des Charakters.

-
Hab da noch zwei Fragen und einen Vorschlag.
In welcher Stadt beginnen wir das RPG/planen wir die Gilde zu gründen? Ich würde das gerne mit dem Hintergrund meines Chars abstimmen, wenn das in Ordnung wäre.
Planst du ein System für die Balance einzuführen? Zum Beispiel eine Begrenzung für die Anzahl der anfänglich verfügbaren Fähigkeiten für starke, durchschnittliche und schwache Magier. (z.B. hat ein starker Magier zu Beginn 7 Zauber, ein durschnittlicher 5 und ein schwacher 3)
Das würde verhindern, dass gleich jeder Spieler am Anfang für jede Situation gewappnet ist und theoretisch ganze Auftragsserien im Alleingang erledigen könnte. Nur so als Idee.
-
Yukiko war von Leos Reaktion überrascht. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er genau aus diesem Grund, wegen diesen Einschränkungen, sich Hayato und ihr angeschlossen hätte. Aber anscheinend hatte sie sich in ihm getäuscht, was ihre Freude über Honokas Beitritt deutlich trübte.
Für einen Augenblick stand sie kurz davor ihn zur Rede zu Stellen, überlegte es sich dann jedoch anders. Sie wollte den ersten Tag nicht noch komplizierter machen, als er ohnehin schon war. Deswegen schloss sie ihren Mund wieder und sah ihm einfach nur hinterher, wie er das Büro verließ."Er ist schon etwas merkwürdig, nicht wahr Sakamato-san?"
Honokas Worte rissen Yukiko aus ihren trübseligen Gedanken. Sie lächelte sie entschuldigend an und hörte ihren Überlegungen aufmerksam zu.
"Da lässt sich doch bestimmt was abzweigen!", meinte sie und Yukiko nickte zustimmend."So denke ich auch, Kaminari-san. Das Chaos, wenn alle Schüler anstürmen, können wir bestimmt ausnutzen... Und wenn nicht können wir immer noch auf Plan B zurückgreifen. Ablenken, zugreifen und rennen."
Dann trat sie nervös von einem Fuß auf den anderen und merkte an:
"Ich habe so was noch nie gemacht... Hoffentlich trete ich nicht in alle möglichen Fettnäpfchen... Jedenfalls sollten wir nicht noch all zu lange warten. Je mehr Zeit zur Vorbereitung wir haben, desto unwahrscheinlicher wird es... Hoffe ich."Honoka nickte, worauf sie zusammen das Büro verließen und sich ins Innere des Schulgebäudes begaben.
-
Hab den neuen Post gar nicht gesehen.
Bin wie gesagt auch dabei.So zur Info: Ich werde wahrscheinlich einen im Kampf eher schwächelnden Support Charakter spielen. Nur damit wir am Ende nicht mit 4 oder 5 Charakteren enden, die nicht einmal eine Mücke im Kampf besiegen können.

-
Wuhuuu, finde ich super.

Auch von mir ein herzliches Willkommen ins unserem kleinen Schreiber Team.
Ich werde den Anfang dann schreiben, aber kleinschrittiger als ich eigentlich geplant hatte. Power Play ist ja jetzt keine gute Idee mehr.

-
Als Yukiko die Stimme des Mädchens vernahm, fühlte sie sich erleichtert. Ein wenig weibliche Verstärkung konnte sie sehr gut gebrauche. Sie hoffte nur innig, dass Honoka sich nicht gegen die Gruppe entscheiden würde.
Schnell trat sie neben Leo und verbeugte sich dann tief, um ihre Entschuldigung zu unterstreichen und blieb auch vorerst in dieser Position:
"Sehr erfreut dich kennen zu lernen Kaminari-san. Es tut mir wirklich leid, dass wir dich nicht mehr eingebunden haben... Aber... Nun ja... Es war ein wenig... stressig. Ich war ehrlich gesagt auch überfordert. Und ich hatte im Gefühl, dass du dich nicht einbringen wolltest, weil du so schweigsam warst. Ich hoffe du kannst mir verzeihen."
Sie blickte wieder auf und lächelte sie entschuldigend an. Dann legte sie wieder ihre Hände im Rücken zusammen und sagte einladend:
"Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn du uns deine Kräfte leihen würdest."Dann drehte sie ihren Kopf und wandte sich wieder an Leo:
"Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee ist... Zum einen wissen wir nicht, ob die Marken überhaupt im Klassenraum sind. Und zum anderen...", sie machte eine kleine Pause und trat nervös von einem Fuß auf den anderen, "Hier stirbt man schon, wenn man die falsche Tür versucht zu öffnen. Ob wir wirklich versuchen sollten Schlösser zu knacken?"
Sie schluckte bei der Vorstellung, was passieren könnte. Dann schüttelte sie den Kopf, um diese Gedanken zu verscheuchen.
"Ich bin der Meinung wir sollten zumindest für den ersten Tag bei einer halbwegs sicheren Methode bleiben und die Marken erstmal links liegen lassen, bis wir mehr wissen." -
Alles klar, verstehe was du meinst.
Werde ich in Zukunft dann so handhaben.
-
Ich hab sie still gehalten, aus dem Grund, den ich mal angedeutet hatte. Wir hatten ja mal überlegt, dass Honoka von einem Spieler übernommen werden soll und dass dann ihr Charakter eventuell abgeändert werden würde.
Deswegen habe ich sie einfach so wenig wie möglich eingebunden, um demjenigen, der dies tun würde, keine Steine in den Weg zu legen. Ich z.B. hätte keine Lust sie so zu spielen.
-
Lehrerwohnheim - Büro des Direktors
Und schon wieder hatte es Leo geschafft sie aus ihrer Fassung zu bringen. Durch ihre Respektlosigkeit hatte er das Recht gehabt sie zu bestrafen, aber stattdessen half er ihr hoch und tat so als wäre nichts passiert. Ihre Schultern bebten.
"Ich verstehe diese Welt nicht...", flüsterte sie so leise, dass es Leo nicht hören konnte. So hoffte sie zumindest.Als sie sich wieder auf den Beinen befand, war es ihr nicht möglich seinem Blick zu begegnen. Verunsicherte starrte sie auf den Boden und ordnete ihre Gedanken.
"Wir sollten weder den anderen Schülern, noch uns selbst irgendwas tun. Wenden wir Gewalt an, wissen wir nicht, was das für Konsequenzen haben könnte. Immerhin werden wir schon zu Matsch verarbeit, wenn wir das Büro des Direktors, den es anscheinend gar nicht gibt, betreten wollen ohne die Losung zu kennen... Bevor wir nicht mehr wissen, ist es ziemlich dumm durch Gewalt eine direkte Konfrontation zu provozieren."
Sie machte eine Pause, um zu überlegen.
"Wie gesagt wir halten uns am besten vorerst an die Bentos. Einer von uns sorgt für eine kleine Ablenkung, während der andere zugreift. Das machen wir dann ein paar Mal, um für alle etwas zu besorgen. Ich könnte zum Beispiel simulieren in Ohnmacht zu fallen und den Männern könnte ich schöne Augen machen. Irgendwie sowas."Sie warf einen Blick auf die Uhr an der Wand gegenüber vom Schreibtisch. Sie durchsuchte ihre Erinnerungen nach dem Beginn der ersten Pause. Auf gar magische Art und Weise flossen ihr die Informationen zu, wie es in dieser Welt üblich war, auch wenn es noch immer Angst machte, dass jemand solch eine Macht über ihre Gedanken hatte.
"Die Pause beginnt um 11:30 und dauert eine halbe Stunde an. Wir haben also noch genügend Zeit uns was zu überlegen. Aber wenn es dann so weit ist, sollten wir es schnell durchziehen. Sonst wird irgendjemand hungern müssen." -
Sein Vorschlag weckte einen tiefen Widerwillen in Yukiko. Sie sprang von ihrem Stuhl auf und rief entgeistert aus:
"Das kannst du doch nicht ernst meinen, Leo-kun! Du hast doch noch vorhin gesagt, dass du alles tun würdest, damit wir hier glücklich leben können. Schließt du dich da nicht mit ein? Natürlich gehörst du dazu! Als ob ich befürworten würde, dass ihr euch prügelt, nur damit wir was zu essen haben! Typisch Männer!"
Während sie schimpfte, war sie unbewusst zu ihm gegangen. Mit ihren Händen in den Hüften sah sie zu ihm auf und beschoss ihn mit tadelnden Blicken.
"Wir werden eine Möglichkeit finden, ohne uns gegenseitig zu verletzen oder ins in irgendeiner anderen Art und Weise fertig zu machen!"
Er war über 20 cm größer als sie, weswegen sie ihren Kopf leicht in den Nacken legen musste, um aus der Nähe Blickkontakt zu halten. Nach mehreren Wimpernschlägen wurde ihr jedoch bewusst, was sie da gerade getan hatte. In ihrem Inneren legten ihre Erinnerungen einen Hebel um, der sie in eine angelernte Routine leitete.
Zuerst zitterte ihre Lippe, als sie versuchte sich von der Logik, die in ihrem Verstand eingefräst worden war, los zusagen. Jedoch dauerte dieser innere Kampf nur den Bruchteil einer Sekunde.
'Er ist ein Mann. Wahrscheinlich ist er sogar älter als ich. Er steht über mir und ich hatte ihn Maßregeln wollen. Was ist bloß in mich gefahren?'
Das Zittern weitete sich auf den Rest ihres Körper aus, während die bellende Stimme ihres Vaters ihren Kopf ausfüllte. Unfähig sich zu widersetzen fiel Yukiko auf die Knie und kauerte sich vor Leo in traditionell japanischer Manier zusammen, um sich zu entschuldigen.
"Verzeih mir Leopold-kun... Ich weiß nicht was in mich geraten ist. I-ich wollte nicht... I-ch... Es tut mir leid...", stotterte sie, während ihre Nase nur wenige Millimeter vom Fußboden entfernt war. -
Wunderbar Soul. Du hast einfach wie immer ein super Timing. *gg*
Genau das hatte ich noch einmal nachfragen wollen.
Gut, dass Yukiko sich eh nicht mit Leos Plan zufrieden gegeben hätte. -
Erneut errötete Yukiko. Selbst für sie, die nie eine richtige Beziehung hatte führen können, war sein Verhalten mehr als offensichtlich. Und das brachte sie zum wiederholten Male völlig aus der Fassung.
In diesem Moment inständig dankbar dafür zu sitzen. So konnte sie ihre Hände zwischen ihren Beinen in den Falten ihres Rocks vergraben, hilflos den Kopf einziehen und Leos Seitenprofil einen verunsicherten Blick zuwerfen. Stotternd erwiderte sie:
"D-danke, Leo-kun, aber wir sollten uns wirklich auf unser Versorgungsproblem konzentrieren. Sonst verhungern wir alle noch. Und das kann ich dir sagen ist furchtbar unangenehm."
Sie holte Luft um ihre brennenden Wangen zu beruhigen und fuhr fort:
"Du hattest mit deiner Vermutung recht. Alles läuft über die Marken. Ohne Marken keine vollen Mägen. Allerdings müssten wir für diese Marken am Unterricht teilnehmen, was wir ja gerade vermeiden wollen...
Hayato hatte die Idee, das wir uns bei den normalen Schülern in der ersten Pause ein paar Bentos klauen, um die ersten Tage zu überstehen. Die Idee gefällt mir zwar persönlich gar nicht, ich möchte nicht zu einer Kleinkriminellen werden, aber so wie ich es sehe ist es gerade unsere einzige Möglichkeit, bis wir herausgefunden haben, wie wir an die Marken für die Mensa kommen."
Sie machte eine Pause und fragte dann:
"Einer lenkt die Schüler ab, während der andere sich ums Klauen kümmert. Machst du mit? Oder hast du eine bessere Idee?" -
Ich fass es net. Ein Julien. Wuhuuu ein Namensbruder.

Herzlich willkommen in unserer kleinen Runde.
Wobei klein mittlerweile auch relativ ist. Wir wachsen stetig. *gg*Wenn du auf Bleach stehst, wirst du noch viele andere, insbesondere bessere Animes finden. Hier werden dir bestimmt einige gerne dabei helfen. Bin gerade zugegebenermaßen ein wenig zu müde, um vernünftige Vorschläge abzuliefern. Ich hoffe du verzeihst mir. *Gg*
Und als Zocker verweise ich dich doch einfach mal auf folgenden Thread: http://board.animefanwiki.de/f-141/mitspieler-gesucht-4197/
Wenn du willst kannst du dich da ja eintragen und vielleicht den ein oder anderen Mitspieler finden.
Mit lieben Grüßen
Ryoki
-
"Du brauchst dich nicht dazu zwingen, Leo-kun!", meinte Yukiko besorgt, "Wenn du..."
Doch als sie seinen entschlossenen Blick sah, verstummte sie.
"Danke", murmelte sie, "Das Lehrergebäude ist da vorne, rechts vom Schulgebäude."10:25 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors
Nach wenigen Minuten hatte sie ihr Ziel erreicht. Dort angekommen bedeutete Yukiko Leo aufmerksam zu sein und sie zu beobachten. Zuerst klopfte sie drei Mal an die Tür. Dann kam eine Pause bevor das vierte Klopfen folgte.
Dann sagte sie mit klarer und fester Stimme:
"Gekettet ans Leben im Tod, frei zu wählen den eigenen Weg."Daraufhin ertönte ein leises Klicken, das die Deaktivierung des Sicherheitsmechanismusses begleitete. So hoffte Yukiko zumindest. Immerhin war sie noch nicht zu Brei zerquetscht worden, was ein gutes Zeichen war. Mit einer zitternden Hand griff sie nach der Türklinke und drückte sie herunter. Sie schloss die Augen und bereitete sich auf einen Aufprall vor. Doch nichts geschah. Ängstlich öffnete sie ihr linkes Augen und spähte ihre Umgebung aus. Nichts hatte sich verändert. Erleichtert atmete sie aus und lächelte Leo entschuldigend zu.
"Das ist die Losung für diesen Raum. Merk sie dir gut. Ohne sie kommst du nicht lebendig in den Raum hinein."
Dann hielt sie ihm die Tür auf und bat ihn lächelnd herein.Als sie die Tür hinter sich schloss spürte sie ein angenehmes Gefühl der Sicherheit. Im Moment war dieses Büro ihr sicherer Hafen. Dem schweigsamen blonden Mädchen schenkte sie ein Lächeln und wandte sich dann wieder an Leo.
"Leg ihn doch bitte auf das Sofa... Meine Wiederbelebung hat nicht so lange gedauert. Anscheinend ist es von Person zu Person unterschiedlich... Und vielen dank Leo. Ohne dich hätte ich das nicht so problemlos geschafft."
In Gedanken versunken wanderte sie dann durch den Raum. Ihre Übelkeit hatte sich nicht wieder gelegt. Und sie war sich sicher, dass Leo nicht so robust war, wie er vorgab zu sein. Trotzdem hatte Hayato vor seinem Ableben ein wichtiges Problem angesprochen. Irgendwie mussten sie heute noch an Essensmarken kommen.
Sie tigerte durch den Raum und ließ sich auf dem ersten verfügbaren Stuhl nieder, der ihren Weg kreuzte. Sie merkte nicht, dass es der Stuhl am Schreibtisch des Direktors war.
"Leo-kun weißt du schon über die Essensvergabe an dieser Schule bescheid?", fragte sie dann. -
Leo überraschte sie mit seinem Gefühlsausbruch. Ganz offensichtlich war er doch kein hilfloser Welpe, wie sie zuerst gedacht hatte. Zwar weinte er und trug offen seine Schwäche nach außen, doch gleichzeitig zeigte er, dass er seine Last tragen konnte.
'Ich weiß nicht was ihm zugestoßen ist, weswegen ich seine Tränen nicht verstehen kann. Ich bin nicht in der Lage ihn zu trösten. Meine einzige Möglichkeit ist es zu akzeptieren, was er mir zeigt.'"Vielen, vielen Dank, Leo-kun", sagte sie und zeigte ihm dabei ihr dankbarste Lächeln.
Dann legte sie wieder ihre Hände hinter ihrem Rücken zusammen, beugte sich ein wenig vor und baute Blickkontakt mit ihm auf. Sie fragte:
"Ich weiß, dass ich viel von dir verlange, obwohl wir uns gerade erst getroffen haben. Aber könntest du mir helfen Hayatos Körper ins Büro des Rektors zu tragen? Dort hätten wir unsere Ruhe vor etwaigen neugierigen Nasen. Insbesondere die Pause macht mir Sorgen." -
Als sie hörte wie er ihren Namen ohne Suffix verwendete, lief sie erneut rot an. Die Hitze brannte auf ihren Wangen und brachte sie erfolgreich aus der Fassung.
"Du kannst doch nicht einfach so meinen Vornamen verwenden!", rief sie aus, während sie ihre Hände vor sich ineinander legte und schützend ihre Schultern hochzog. Sie hätte es erwarten müssen. Er schien die einfachsten Regeln nicht zu kennen. Wenn er nur mit seinen Eltern gesprochen hatte, war das nachzuvollziehen. Es machte Sinn, dass sie intim miteinander waren. Aber doch nicht gegenüber einer völlig Fremden, die er gerade erst getroffen hat!"Benutz gefälligst san! Von mir aus auch chan. Wenn du willst, kannst du mich auch Yuki nennen. Aber wir haben uns doch gerade erst getroffen! So nahe stehen wir uns nicht, Leo-kun!", brabbelte sie panisch.
Sie atmete einmal tief durch und meinte dann gefasster:
"Du weißt es wahrscheinlich nicht, aber bei uns spricht man jemanden allein mit dem Vornamen nur dann an, wenn man dieser Person sehr, sehr nah steht. Zum Beispiel in der Familie, oder wenn man ein Paar ist... Denk bitte das nächste Mal daran.""Und... Was ich dir eigentlich zeigen wollte...", murmelte sie, um ihre Gedanken wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
"Folg mir bitte. Er ist hinten bei dem Lehrergebäude. Aber bitte bereite dich auf einen unschönen Anblick vor."Mit diesen Worten führte Yukiko ihn zu dem Ort, wo Hayatos Leiche lag. An ihm hatte sich nicht viel verändert. Sein Körper war noch immer eine zertrümmerte, unförmige Masse. Das Blut kennzeichnete das, was einmal sein Gesicht gewesen war, weil Nase und Mund die einzigen Stellen waren, aus denen offen sein Leben sickerte. Trotzdem musste man kein Arzt sein, um all die Verfärbungen durch innere Blutungen und Knochenbrüche zu erkennen, die ihm zugefügt worden waren.
"Das", begann Yukiko ihre Erklärung, "ist eins der Schicksale, die der Schöpfer dieser Welt für uns vorgesehen hat. Von uns wird erwartet uns ins Schulleben einzugliedern und uns wie gehorsame Lämmer zu verhalten. Wenn wir es nicht tun, erwartet uns der Tod."
Sie machte eine Pause, um ihre Worte wirken zu lassen. Dann suchte sie Leos Blick und fuhr fort:
"Doch das ist nicht das Grausamste an dieser Welt. Auch ich bin heute bereits einmal gestorben. Eine junge Frau, die ich unwissentlich in die selbe Lage gebracht habe, wie den armen Hayato, hat mir als Rache das Genick gebrochen, nachdem sie wiederaufgestanden ist. Und wenige Minuten später wachte ich selbst im Büro des Direktors auf."
Die folgenden Worte flüsterte sie nachdrücklich:
"Leo-kun, in dieser Welt können wir nicht sterben. Hayato wird wieder leben, genauso wie ich wiederaufgestanden bin. Aber trotzdem durchleben wir Mal für Mal den Schmerz des Todes. Und deswegen will ich mich nicht dem System, dem Schöpfer unterordnen. Hayato will auch gegen Gott kämpfen. Was meinst du, würdest du dich uns anschließen?" -
Zuerst freute sich Yukiko über seine Zusage. Als sie dann jedoch seine Träne sah, starb ihr falsches Lächeln und ihr Gewissen meldete sich zu Wort.
'Nur weil der Tod eine Erlösung für mich war, heißt es nicht, dass es für die anderen auch so ist. Beinahe hätte ich vergessen, dass alle in dieser Welt wichtige Personen verloren haben könnten.'
Als er dann jedoch völlig ohne Eleganz den Boden küsste, weil er seine Schuhe nicht gebunden hatte und dort regungslos liegen blieb, packte sie im ersten Moment die Sorge. Mit ein paar wenigen Schritten war sie bei ihm und ging neben ihm in die Hocke. Als sie sah wie sich sein Brustkorb hob und wieder senkte, schallte sie sich einen Narren. Von sowas würden Menschen nicht sterben. Die Angst verzog sich so schnell sie gekommen war. Dabei kämpfte sich ein Lachen von ihrem Bauch hoch. Sie versuchte es zu unterdrücken, was ihr aber nur in den ersten Sekunden gelang. Dann brach sie in ein ausgiebiges Kichern aus, dass jegliche Grundsätze zur Vorsicht und Wachsamkeit ihm als Mann gegenüber hinwegfegte.
Er erinnerte sie an einen kleinen Hundwelpen, der sich noch nicht an die Welt gewöhnt hatte und versuchte seine ersten Schritte zu tun. Unwillkürlich streckte sie ihre Hand aus und strich beruhigend über seine Haare."Du kannst ruhig meinen Vornamen verwenden. Immerhin sitzen wir hier im selben Boot", sagte sie und lächelte ihn dabei ehrlich an, auch wenn sein Gesicht noch immer Dreck steckte. Dann senkte sie ihre Stimme und ihren Blick. Nach einem kurzen Zögern sagte sie:
"Sei froh und stolz auf das, was sie dir gegeben haben. Fixierst du dich auf die Dinge, die dir fehlen, die nie waren oder nie sein werden, wird dich das verderben."
Sie registrierte mehr gesagt zu haben, als sie eigentlich wollte. Sie verscheuchte ihre Gedanken und meinte:
"Und jetzt hopp, steh auf. Du kannst mir nicht sagen, dass der Mann, der sich bei unserer ersten Begegnung auf mich geschmissen hat, von seinen Schnürsenkeln schlagen lässt!"