[Rose]
Kessaito - Restaurant “Morning Dew” - 07:30 Uhr
Mit den Händen in den Hüften stand Rose inmitten des einzigen Restaurants in ganz Kessaito und schaute sich stolz um. Es war jetzt schon einige Monate her, dass die alte Dame verstorben war und Rose in ihrem Testament das komplette Gebäude vermacht hatte. Noch immer konnte Rose ihr Glück nicht fassen. Die alte Dame hätte sie nicht aufnehmen müssen und sie einfach ihren Schulden und sonstigen Problemen überlassen können. Aber sie hat ihr ein warmes Bett, ein Dach über dem Kopf, einen vollen Magen und einen Job verschafft. Und jetzt war sie dank ihr Inhaber eines Geschäfts. Dieses Erbe antreten zu dürfen erfüllte sie mit Stolz und Tatendrang.
Der anfangs noch sehr schlichte Laden, sie hatte es zu Lebzeiten ihres Schutzengels nicht geschafft nicht von dem Vorteil diverser Veränderungen zu überzeugen, hatte sich nicht nur in seiner äußeren Erscheinung drastisch verändert.
Der vom Eingang erste Raum war es, wo sich die Gäste die meiste Zeit über aufhielten. Früher war er nach allen Maßstäben als schlicht, und nach Rose Vorstellungen als potthässlich zu beschreiben. Vier Reihen von langen Tischen aus massivem Ebenholz hatten sich bis in die hinteren Bereiche erstreckt und den ganzen Raum komplett ausgefüllt. Rose hatte es schon immer furchtbar unpraktisch gefunden, da man sich als Bedienung immer durch die Reihen kämpfen durfte.
“Es ist ein Andenken an die Anfänge Kessaitos. Damals war Komfort zweitrangig. Platz und die Möglichkeit alle Bewohner zur selben Zeit unter ein Dach zu bringen war viel wichtiger. Solange ich lebe wird hier alles so bleiben wie es ist!”, hatte sie immer gesagt und nichts hatte Rose tun können, um sie von dieser Meinung abzubringen. Nach ihrem Tot und der Überraschung das ganze Gebäude geerbt zu haben, fingen die Veränderungen an. Zuerst hatte Rose ein schlechtes Gewissen sich gegen den Willen der alten Dame zu richten, doch ihrem Testament lag nicht nur die Besitzurkunde bei, sondern auch ein Brief, in dem die alte Alte sie förmlich dazu aufforderte alles nach ihren Vorstellungen zu gestalten.
“Rose, Kleines, Respekt den Toten gegenüber ist eine Tugend, doch lass dich davon nicht abhalten das deiner Meinung nach Richtige zu tun. Unsere Generation ist nun nicht mehr, es ist eure, die jetzt an der Reihe ist”, war der exakte Wortlaut. Die Erinnerung brachte sowohl ein Lächeln auf ihre Lippen, als auch die Tränen in ihre Augen.
Mit dieser Erlaubnis hatte Rose schließlich angefangen den Laden nach und nach umzubauen. Mittlerweile war das Dorf eh zu einer kleinen Stadt herangewachsen, wodurch es unmöglich war alle Bewohner in einem einzigen Raum unterzubringen. Deswegen gab sie diese Gestaltungs-Philosophie und nutzte alles, was ihr zur Verfügung stand, um den Laden so hübsch und angenehm wie möglich zu gestalten. Die vier riesigen Tische ließ sie von Handwerkern in mehrere kleinere Tische unterschiedlicher Größe für zwei bis vier Personen zersägen. Die Bänke (welcher Mensch setzte sich denn schon freiwillig zum wohlfühlen auf eine Bank?), schmiss sie komplett raus und ersetzte sie mit gepolsterten Stühlen.
Aber auch den Raum an sich teilte sie in sich auf. Die Bereiche vor den beiden großen Fenstern zur Straße hin nahmen, wie zu erwarten, den Großteil des Restaurants ein. Sie waren hell, Blumen zierten die Rändern der Fenster und auf jedem Tisch stand mindestens eine Vase mit einer anderen Blumenart, die jeweils einen einzigartigen Duft verströmten. Da jede einzige Blume in diesem Laden von ihr selbst gezüchtet und von ihrer Magie genährt wurde, konnte sie beeinflussen, wie weit sich die Düfte der jeweiligen Pflanzen ausbreiten. Um nicht ein völliges Duftchaos zu erzeugen hatte sie daher die Reichweite der Düfte auf die entsprechenden Tische begrenzt und ihre Stärke deutlich zurück geschraubt. So wurde der Blumenduft nie zu stark und hielt ein stetes und sehr angenehmes Level.
Nicht nur konnten sich die Kunden den Tisch mit ihrem Lieblingsduft aussuchen, egal wo sie sich setzten, egal unter wessen Einfluss sie sich befanden, jeder Duft hatte die Eigenschaft zu entspannen, sobald er eingeatmet wurde. Und es hatte Wunder gewirkt. Ehemals ruppige oder stets gestresste Kunden wurden ruhiger und fingen an ihre Mahlzeiten ganz offensichtlich zu genießen. Selbst die Mehrzahl der Magier aus der Gilde mochten diese Wirkung. Die wenigen, die sich nicht von Roses Magie entspannen lassen wollten, konnten den Effekt mit dem Einsatz einer minimalen Menge an Magie vollständig ausschalten.
Der große Unterschied zur früheren Aufteilung waren zwei neue Bereiche, die jeweils durch eine Rankenwand links und rechts vom Eingang hinter den Fenstern vom Hauptbereich getrennt sind. Eigentlich waren diese Bereiche nur für Leute gedacht, die lieber allein sein wollten. Deswegen gab es dort nur Einzeltische und eine etwas größere Sitzecke in Form eines runden Sofas mit entsprechendem Tisch. Die Rankenwände schützten dank ihrer Magie nicht nur vor neugierigen Blicken, sondern auch vor lauschenden Ohren. Deswegen wurden die Bereiche schnell von frisch verliebten Paaren, depressiven Leuten und Geschäftsleuten, die meinten ein diskretes Abendessen mit eventuellen Partnern wäre eine gute Idee in Beschlag genommen. Da aber diejenigen, die alleine sein wollten und bloß keine glücklichen Menschen sehen wollten, die Paare in ihrer aktuellen Verfassung wohl mit jeder Faser ihres Körpers hassten und die Geschäftsmänner sowieso keine Gesellschaft haben wollten, entwickelte sich schnell eine Eigendynamik, ohne dass Rose da nachhelfen musste.
Die Paare (insbesondere die jüngeren) nahmen den abgeschotteten Bereich links vom Eingang in Beschlag (in Anspielung darauf das die linke Hand schließlich näher am Herzen ist), während sich die Einzelgänger (meist etwas ältere Männer) in den rechten Bereich zurückzogen. Selbst die Spitznamen für die beiden Bereiche wurden von den Leuten eingeführt. Links war die “Liebeshöhle” und rechts einfach “Die Grotte”. Mit dem ersten hatte sich Rose schnell anfreunden können und unterstützte diesen Trend, auch wenn sie ihn mehr als kitschig fand. Sie ließ die Ranken satt rote Blüten sprießen, die den kompletten Eingang umwucherten. Im Inneren hatte sie anstatt normaler Beleuchtung Blumen deren glockenförmige Blütenblätter einen dunkelrot bis pink leuchtenden Fruchtstempel umschlossen aufgestellt. Sie reichten einem ausgewachsenen Mann etwa bis zur Hüfte und der Stiel bog sich kurz vor der Blüte, so dass die Lichtquellen teilweise direkt auf den Boden teilweise aber auch schräg in den Bereich hinein verliefen. Da sie nicht sonderlich stark leuchteten, war die gesamte Liebeshöhle in einen sanften Schein gebadet, der selbst den uneinfühlsamsten Pinsel in eine romantische Stimmung brachte.
Die Grotte dagegen hatte Rose noch nie gemocht. Die Leute, die sich freiwillig in einen Bereich mit solch einem Ruf zurückzogen taten ihr Leid. Und deswegen wollte sie dem Trend soweit wie möglich entgegen wirken. Zum einen hörte sie auf außerhalb gebuchten Reservierungen Alkohol auszuschenken. Das hatte für ordentlich Protest gesorgt und für einen Einbruch bei den Einnahmen, doch das war ihr egal, da die Bilanz noch immer mehr als gut für sie aussah. Das war allerdings auch mehr eine praktische Entscheidung gewesen. Wenn sich unzufriedene Leute in einem Punkt konzentrierten, war vorherzusehen, dass es irgendwann zu Reibungen kommen würde. Insbesondere wenn der Alkohol ins Spiel kommt. So hatte sie sich gezwungen gefühlt nach der vierten Schlägerei innerhalb einer Woche das Verbot auszusprechen. Und seitdem war Ruhe. Zum einen kamen jene nicht mehr, die sich nur besaufen wollten und zum anderen wirkten die beruhigenden Düfte besser.
Des weiteren wollte sie im Gegensatz zur Liebeshöhle den Trend nicht durch dunkle Töne weiter fördern. Stattdessen gestalte sie die Grotte bedeutend heller, als sein Gegenstück. Die Rankenwand spross Blüten in den verschiedensten Grüntönen, was sich auch im Inneren weiter fortsetzte. Auch hier gab es Blumen als Lichtquellen, die sich aus Roses Magie speisten. Allerdings waren diese von einem hellen grün, das beinahe schon als weiß durchgehen konnte. Auch die Form dieser Lichtpflanzen war anders. Anstatt der gebogenen Stile mit den glockenförmigen Blüten, waren die Pflanzen hier ausgesprochen gerade und bedeutend größer. Für Rose drückte diese Form eine unausgesprochene Entschlossenheit aus, von der sie hoffte, dass sie auf alle überspringen würde, die sie brauchten. Besonders an dieser Pflanze war, dass sie keine wirkliche Blüte besaß. Vielmehr war es ein ein einziger, zapfenförmiger Knubbel aus Fruchtfleisch, der das Licht ausstrahlte. Da es durch keine Blütenblätter gedämpft wurde, war der Bereich dementsprechend heller. Trotzdem reichte es nicht aus, den Bereich komplett auszuleuchten und zu erhellen. Das war für Rose ein Kompromiss zwischen ihrem Wunsch ihre Stimmung zu erhellen und ihnen die Ruhe, und meist auch den Wunsch nichts zu sehen, zu geben, für die sie gekommen waren.
Das war so ziemlich alles, was die normalen Kunden von dem Laden mitbekamen. Versteckt hinter einer weiteren Rankenwand, vor dem Eingang zur Liebeshöhle, war ein Gang der zur Küche, zur Treppe in den ersten Stock und zum Garten führte. Rechts davon ein wenig schräg gegenüber vom Eingang war die Bar, wo sich auch die Kasse befand.
Im ersten Stock lebte Rose. Er war bedeutend kleiner als das Erdgeschoss, aber für eine Person war es mehr als ausreichend. Sie hatte sogar genügend Räume zur Verfügung um den Angestellten dort einen Raum zum Umziehen und zum Lagern diverser Klamotten zur Verfügung zu stellen. Die Küche befand sich links gegenüber der Treppe und zum Garten gelangte man, wenn man geradewegs dem Gang folgte.
Ursprünglich hatte sie den Garten für alle Kunden geöffnet als eine Art Teegarten. Allerdings stellte sie schnell fest, dass dabei zu schnell zu viel Schaden an ihren wertvollen Blumen entstand, die sie ebenfalls dort züchtete. Egal ob es unachtsame Kerle waren, die in die Beete trampelten, oder halbstarke Kinder, die meinten sich beweisen zu müssen, in dem sie die schönsten Blüten nachts pflückten und sie ihren Freunden als Beweis ihres Mutes brachten.
Und so schloss sie den Teegarten nach nur wenigen Wochen wieder. An den Bänken hatte sie nichts geändert, die Tische und Stühle dagegen hatte sie entsorgt. Nur einen ließ sie stehen, im Fall von Besuch oder wenn sie sich einfach mal selbst entspannen wollte. Das führte aber auch dazu, dass sie schnell mehr Blumen hatte, als sie für den Laden brauchte. Und so entwickelte sich schnell ein neuer Weg Geld zu machen. Insbesondere die Frauen von Kessaito waren fasziniert von den einzigartigen Blumen, die in ihrem Laden zu finden waren und waren bereit erstaunliche Summen für bestimmte Arten zu zahlen. Deswegen machte Rose nun ab und zu Führungen mit kleinen Gruppen von Interessierten und verdingte sich als Blumenhändlerin.
Rose Blick wanderte zur Uhr an der Wand hinter der Bar und dann wieder zurück zum Laden. Ein letztes Mal genoss sie das Gefühl etwas aufgebaut zu haben, bevor sie ihre Gedanken zurück zum Geschäft lenkte.
Und wie es der Zufall wollte, kündigte das leise Knarren der Tür den ersten Angestellten an. Rose lächelte warm, als sie Yuro erkannte. Der blondhaarige Junge (in Wirklichkeit war er mit 20 Jahren nur ein Jahr jünger als sie) erwiderte ihr Lächeln und sagte mit einer melodischen Stimme:
“Guten Morgen Rose. Du scheinst motiviert wie eh und je.”
“Darauf kannst du dich verlassen, Yuro! Ich werde dich auch heute nicht schonen”, antwortete sie mit einem Zwinkern.
“Du kannst dich schon umziehen. Bist heute der Erste.”
Er nickte und verschwand die Treppe hinauf. Yuro war schon länger angestellt in diesem Laden, als sie selbst. Er kannte die alte Dame und wurde von ihr aus genau dem gleichen Grund eingestellt, aus dem er von Rose weiterhin beschäftigt wurde. Nicht nur war er sehr sorgfältig und pflichtbewusst. Viel wichtiger war es, dass er die weibliche Kundschaft in den Laden lockte. Und darin war ein wirklicher Meister, auch wenn er das nicht einmal beabsichtigte. Er zeigte kein Interesse an den meisten Frauen, doch trotzdem war er der Schwarm von jedem Mädchen, das Rose kannte. Das war eine wunderbar einfache Art und Weise kompetente Arbeitskraft mit Kundenbindung zu verbinden. Abgesehen davon war er wirklich hübsch anzusehen. Das musste Rose auch für sich selbst zugeben. Es gab sogar mal eine Zeit da hatte sie sich in ihn verschossen, was für ordentliche Patzer im Geschäft gesorgt hatte. Die alte Dame hatte ihr daraufhin den Kopf gewaschen. Und das gründlich.
Deswegen machte ihr die Person, die in der Tür erschien, sobald Yuro nach oben verschwunden war, auch Sorgen. Mina war eine derjenigen, die sich Hals über Kopf in Yuro verliebt ist. Zuerst war es genau das Gegenteil. Sie hatte ihn gemieden und gehasst wie eine struppige Ratte. Deswegen hatte Rose sie auch immer zusammenarbeiten lassen, was auch wunderbar geklappt hatte. Bei der Arbeit hatten sie beide ihre Gefühle unter Kontrolle und zeigten genügend Professionalität um ihre Antipathie nicht vor den Kunden auszuleben. Was auch der einzige Grund war, warum sie die Paarung nach Minas Gefühlswandel weiterhin beibehielt. Sie ließ es sich nicht anmerken und war weiterhin so gewissenhaft und sorgfältig wie Yuro. Außerdem wollte Rose das Mädchen nicht entlassen. Sie gehörte zwar zu den hübschesten Mädchen in Kessaito, aber das sicherte ihr nicht unbedingt einen Job. Und ihre Familie gehörte auch zu den ärmeren, weswegen sie einen weiteren Grund hatte ihre Arbeit wegen Yuro nicht schludern zu lassen.
“Guten Morgen, Chefin!”, gähnte sie müde.
“Warst du wieder die ganze Nacht auf, um zu zeichnen?”, fragte ich tadelnd und betrachtete die schwachen Anzeichen der roten Augenränder, die sich unter einer Schicht stilvollem Make Ups zu verstecken versuchten. Darauf nickte sie und gähnte herzhaft. Rose seufzte und fragte:
“Bist du wenigstens fertig geworden?”
“Nein noch nicht ganz. Zwei Nächte müssen wohl noch investiert werden.”
“Wirst du es dann auch wieder dem Laden zur Verfügung stellen? Natürlich gegen eine entsprechende Summe. Ich mag meine kleine Künstlerin doch nicht hungern sehen!”, bot ich ihr an. Doch sie schüttelte nur den Kopf und lief kaum merklich rot an. Rose zog ihre Augenbrauen hoch und sagte:
“Okay… Yuro ist schon da. Du kannst dich dann auch gleich umziehen.”
Sie lächelte entschuldigend und machte sich auf den Weg nach oben.
Wenige Minuten später standen die beiden in ihren Uniformen zusammen mit Rose in der Küche und mussten sich ihren kritischen Blicken unterziehen. Sie beide waren eine Augenweide. Wie immer sah Yuro in seiner schwarzen Kombination (Stoffhose, Jackett, weißes Hemd mit hochgestelltem Kragen, schwarze Krawatte) und seiner schlanken Statur mehr als nur elegant aus. Das einzige, was Rose störte, war wie unglaublich locker er seine Krawatte band. Jedes Mal aufs Neue. Sie warf ihm einen bösen Blick zu, während sie an heran trat und den Knoten ein wenig fester zog. Er seufzte ließ es aber über sich ergehen, während er Rose Blick auswich.
“Du lernst es nie, oder?”, seufzte sie, worauf er nur erwiderte:
“Ich könnte es, aber ich will es nicht.”
“Irgendwann werde ich dir deswegen eine Lohnkürzung verpassen”, drohte Rose mit einem Augenzwinkern. Yuro lächelte und sagte:
“So oft wie du mir damit jetzt schon gedroht hast, müsste ich eigentlich umsonst arbeiten.”
“Da siehst du wie viel ich von dir halte. Der Glaube, dass du dich bessern wirst, ist noch immer nicht erloschen”, seufzte Rose überzogen theatralisch und wandte sich dann Mina zu.
Das Mädchen war in Rose Augen die Definition von Niedlichkeit. Große rehbraune Augen, schulterlange kupferrote Haare, zierliche Statur, ein quirliges Wesen und auch wenn sie mit 17 Jahren noch nicht ausgewachsen war, so war es so ziemlich jedem in Kessaito klar, dass sie niemals größer als 1,55 werden würde. Auch wenn sie selbst fest davon überzeugt war, im letzten Moment noch einen Schuss nach oben zu machen. Ihre Maid-Uniform war die selbe, die auch Rose trug. Kurze schwarze Ärmel, ein Herzausschnitt aus hellblauem Stoff verziert am Rand mit aufwendiger Spitze der einen winzigen Einblick in das Dekolleté der Mädchen ermöglichte, ein Faltenrock bis kurz über die Knie und Kniestrümpfe mit einem niedlichen Schleifchen, die bis genau zu dem Punkt reichten, wo der Rock endete. Sie waren figurbetont geschnitten, zeigten aber so gut wie keine Haut. Rose hatte nichts gegen Sexappeal aber sie wollte nicht, dass die Männer auf falsche Ideen kamen. Aus den Zeiten, wo sie selbst noch nicht Inhaberin war, wusste sie, wie schwer es war die Männer davon abzuhalten ihre Hände zu den falschen Orten wandern zu lassen.
“Ihr seht wunderbar aus. Kaya wird heute erst gegen Mittag kommen, das heißt Mina bis dahin wirst du die Küche übernehmen. Wenn du Hilfe brauchst sage mir einfach Bescheid”, instruierte Rose. Mina nickte, worauf Rose sich an Yuro wandte.
“Und du… Wehe du wagst es noch ein einziges Mal auf eigene Faust Mina auszuhelfen. Du bist das Vorzeigebeispiel für Verfechter von Vorurteilen. Auch nach drei Jahren verwandelt sich alles, was du in der Küche anfasst zu purem Gift.”
Sein Mundwinkel zuckte schuldbewusst und er nickte. Er wusste, dass Rose es ernst meinte und sie ihm tatsächlich eine Lohnkürzung aufbrummen würde, wenn er noch einmal dafür sorgte, dass sich die Gäste übergaben oder nicht mehr die Toilette freigaben.
“Gut, dann an die Arbeit. Die ersten Gäste müssten bald kommen. Und nicht vergessen. Immer lächeln wie der Sonnenaufgang!”, sagte Rose und schickte die beiden an die Arbeit. Sie selbst schenkte den Tischen einen letzten untersuchenden Blick, während sie auf den Beginn ihres Arbeitstages und die ersten Gäste wartete.