Beiträge von Ryoki

    "Du scheinst sehr gefasst zu sein selbst bei der Lage in der wir alle stecken. Wie ist dein Name?"


    "Ryan heiße ich", antwortete antwortete er der Runde und kratzte sich am Hinterkopf.
    "Panik, nützt uns nichts und ich will so schnell wie möglich hier raus." Darauf folgte ein weiterer Blick in die Runde, wobei sein Blick an den beiden Mädchen kurz hängen blieb. Sie schienen verängstigt und er konnte es auch sehr gut nachvollziehen. Auch an ihm nagte Angst, aber er wenn man sich von ihr leiten ließ, dann erreichte man nichts.
    Dann wanderten seine Augen weiter zu dem alten Mann. Ryan war sich sicher, dass er die Mädchen besser besänftigen konnte als er selbst. So wie er es sah, war er der größte aus der Runde und seine Erfahrungen hatten ihn gelehrt, dass sein Äußeres die Leute eher abschreckte. Zudem war seine teils zerrissene Arbeitskleidung bestimmt auch nicht vertrauenserweckend. Deswegen nickte er dem Mann leicht zu, bevor er seinen Blick wieder abwandte.


    "Wir wissen nicht warum wir hier sind, aber ich vermute es hat einen Grund, warum wir zusammen in diesen Raum gesteckt wurden. Es wäre nicht verkehrt, wenn wir zusammenarbeiten würden, um hier heraus zu kommen. Ich wette ihr wollt genauso so sehr wie ich, in euer Leben zurückkehren." Mit diesen Worten ging er in Richtung der einheitlichen Wände in der Hoffnung einen Hinweis auf einen Ausweg zu finden.

    [Ryan]


    Für Ryan war es ein ganz normaler Tag gewesen. Von der Schule aus war geradewegs zu seinem Job in der Gärtnerei gegangen. Er hatte damit wirklich Glück gehabt. Die Arbeit war zwar hart, aber trotzdem sehr begehrt unter den Schülern, einfach weil sie gut bezahlt wurde. Man konnte locker die steuerfreien 400 € pro Monat verdienen, wenn man sich reinhängte. Und wenn man dann auch noch auf der guten Seite der Besitzer stand, was bei ihm der Fall war, bekam die ein oder andere Stunde noch extra unter der Hand bezahlt.
    Ryan gehörte mit seinen zwanzig Jahren zu den älteren Aushilfen. Es war halt ein typischer Schülerjob und dementsprechend wimmelte es in den Gewächshäusern und auf den Feldern von pubertierenden 16 jährigen, die sich einen Spaß daraus machten sich untereinander einen Konkurrenzkampf zu leisten, oder beständig Scheiße bauten, die er dann wieder ausbügeln musste. Aber das war ihm auch egal. Zwar hatte er eigentlich besseres zu tun gehabt, die Abschlussprüfungen des Abiturs standen kurz bevor, aber er brauchte das Geld. Und er würde sich den guten Verdienst nicht nehmen lassen. Egal was passieren würde.


    Zumindest dachte er das. Nachdem er Feierabend gemacht hatte, wollte er sich auf den Weg zu Lillian machen. Mittlerweile war das eine feste Routine, die er ihr versprochen hatte. Die Straßenlampen gingen gerade an und die Dunkelheit senkte sich immer weiter über die Stadt. Als er an einer Ampel anhielt und darauf wartete, dass sie grün wurde, kamen zwei weitere Gestalten dazu. Lederjacken, einer hatte einen Irokesen Schnitt, Piercings und Ohrringe. Die typischen Punks. Sie lachten laut und warfen immer wieder Blicke zu ihm herüber. Es steigerte sich. Der eine schubste den Irokesen in meine Richtung. Ganz klar waren sie auf Konfrontation aus.
    Ryan trat einen Schritt zurück und ließ ihn ins Nichts hinein stolpern. Er machte sich noch nicht einmal die Mühe seine Hände aus den Taschen seiner billigen Arbeitsjeans zu ziehen. Es war nicht notwendig. Ein warnender Blick von oben herab auf die beiden Clowns reichte völlig aus.
    "Überlegt es euch gut, sonst habt ihr Probleme", war die Nachricht, die seine stechenden, stahlblauen Augen herüber brachten. Und die Punks verstanden es. Sie grollten und schimpften bevor sie sich von der Ampel verzogen. Ryan schnaubte verächtlich und setzte seinen Weg fort, sobald die Ampel auf Grün sprang. Auf halbem Weg wankte er plötzlich. Ein Stöhnen entglitt ihm und er versuchte sich aufrecht zu erhalten. Erfolglos. Er ging in die Knie. Seine Sicht verschwamm. Zuerst wurden die Ränder schwarz und jegliche Farben wurden zu einem einheitlichen Grau. Er versuchte zu kämpfen und bei Bewusstsein zu bleiben, doch die Schwärze breitete sich immer weiter von den Rändern seines Sichtfelds aus, bis sie ihn schließlich vollständig umschlossen hatte.



    Mit dröhnenden Kopfschmerzen wachte er wieder auf. Ein Stöhnen entglitt ihm, während er seine Augen öffnete. Diffuses Licht und Schwärze begrüßten ihn. Er registrierte, dass er auf dem Rücken lag, auf einem Teppich, der einen alten, muffigen Geruch absonderte. Über ihm war es schwarz und an den Seiten erkannte er Lampen.
    "Diese verdammten Punks...", brummte er, während er versuchte sich aufzurichten. Vorsichtig tastete er seinen Kopf ab, in der Erwartung eine Beule zu finden. Sie mussten ihn niedergeschlagen und verschleppt haben.
    Doch dann entdeckte er, dass er nicht alleine war. Überrascht weiteten sich seine Augen, als er die anderen Gestalten entdeckte, die noch auf dem Teppich lagen. Er schluckte und wischte sich die glatten, schwarzen Haarsträhnen aus dem Gesicht, die ihm immer wieder die Sicht versperrten. Er hätte schon länger mal zu Friseur gemusst, doch geizig wie er war, hatte er es immer wieder vor sich her geschoben.
    Er stand auf und sah sich noch einmal um. Auf den ersten Blick konnte er keine Tür erkennen und auch nach einem zweiten Blick nach oben, machten seine Augen nur Schwärze aus. Eine Decke schien völlig zu fehlen.
    'Das gefällt mir ganz und gar nicht... Ich muss hier raus... Aber vorher...'
    Nun glitt sein Blick über die Körper der anderen. Seine erste Wahrnehmung hatte anscheinend getäuscht. Sie waren alle gar nicht so regungslos, wie er gedacht hatte. Vier Personen regten sich bereits. Ein kleines Mädchen, das er beinahe übersehen hatte, weil sie von seiner Position aus hinter einem weiteren Mädchen saß. Dieses tastete gerade nach ihrer Brille und schien mindestens so verwirrt zu sein wie er selbst. Für einen kurzen Augenblick baute er mit jedem Blickkontakt auf und sagte dann laut mit einer tief vibrierenden und rauen Stimme:
    "Okay was ist hier los? Wer seid ihr und wo sind wir? Hat jemand eine Ahnung?"
    Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu:
    "Wahrscheinlich nicht... Ich glaub wir sind alle gleichermaßen planlos oder?"

    [Yukiko Sakamato]
    14:03 Uhr - Lehrerwohnheim - Haupttreppe des Lehrerwohnheimes


    Nicht nur Rika reagierte auf den bedrohlichen Mechanismus in der Decke. Die Erklärung hatte Yukiko die lebhaften Erinnerungen an die Leichen, so ironisch das auch war, zurück ins Gedächtnis gerufen. Unwillkürlich zog sie den Kopf ein Stückchen ein, während sie ihrer Sempai in den Flur folgte. Zuerst hatte sie befürchtet wie eine Besserwisserin rübergekommen zu sein, da Rika ihr nicht antwortete.
    Erst mit Rikas Entschuldigung zerstreuten sich Yukikos Sorgen und sie lächelte verstehend. Sie wurde anfangs ja auch von seiner viel zu vertraulichen Art überrascht. Aber sie wusste auch, dass er es alles andere als böse meinte oder es gar absichtlich tat.


    "Da wir jetzt erst einmal wegen der Essensmarken zeitlich gebunden sind, müssen wir direkt zum Schulgebäude. Aber wenn es einen Rechner gibt, dann besteht die Möglichkeit auf weitere Elektronik. Vielleicht sogar MP3-Player oder Mini-Disks. Ich weiß nicht, wie ihr darüber denkt, aber ich würde mir gerne so viel wie möglich von dem Equipment besorgen, dass ich einmal besessen habe!"

    "Von dem, was wir einst besessen haben...", murmelte Yukiko und schweifte gedanklich in ihre Vergangenheit ab. Gab es etwas, das sie sich in dieser Welt wünschte? Ihr Blick glitt über Rikas neues Outfit. Kleider? Die Schuluniform war nicht hässlich, aber in dieser Welt musste sie niemanden gefallen. Sah sie gerne hübsch aus? Sicherlich, aber war es notwendig? Ganz klar nein. Und sonst? Es gab kein "sonst". Sie hatte nichts, dass sie sich wünschte. Wahrscheinlich unterschied sie das sogar von allen anderen der Gruppe.
    Sie schluckte diese bittere Gewissheit herunter und zwang sich für die Gruppe zu denken, um sich nicht in Selbstmitleid oder Neid zu suhlen.


    "Wenn das wirklich möglich ist, dann könnte man sicherlich das ein oder andere nützliche Gerät erschaffen... Oder bauen, je nach dem wie man es bezeichnen möchte. Der Welt einen Sinn zu geben und den Zweck unseres Aufenthalts hier herauszufinden ist eine Sache... Aber falls wir hier festsitzen und nicht wieder wegkommen, werden wir etwas brauchen um uns die Zeit zu vertreiben. Es gibt nur wenige Dinge die schlimmer sind als ewige Langeweile", sagte Yukiko während sie Rika die Treppe hinab folgte.


    [Yukiko Sakamato]
    14:01 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors


    "Dann lasst uns losziehen, um zu sehen, was wir zusammen bekommen!"
    Yukiko nickte und sah zu abwartend zu Honoka. Diese bewegte sich ebenfalls in Richtung Tür, allerdings ohne etwas zu sagen. Dass sie nun auch so still geworden war, beunruhigte Yukiko ebenfalls. Nicht so stark wie die Veränderung bei Leo, aber trotzdem merkte sie es. Wahrscheinlich kämpfte sie gerade mit ihren Erinnerungen, weswegen Yukiko sich dafür entschied sie vorerst in Ruhe zu lassen. Sie wollte schließlich auch nicht, dass die anderen anfingen sie über ihren Tod auszufragen.
    Bevor sie den Raum verließen bemerkte Yukiko Rikas Zögern, bevor sie die Tür öffnete. Und da fiel ihr ein, dass Rika das erste Mal im Büro war und dementsprechend noch nicht über den Mechanismus bescheid wusste.
    "Sempai, ich weiß nicht wie weit Sie aufgeklärt worden sind, aber dieses Büro wird von einer Art Mechanismus geschützt. Wenn Sie hereinkommen, müssen sie die Losung aus einer Abfolge von Klopfzeichen und einem Passwort eingeben. Sie haben es bestimmt bei Hayato-kun gesehen. Beim Verlassen des Raums dagegen ist es egal. Das erste Mal wurde der Mechanismus nur ausgelöst, weil die Losung noch nicht festgelegt worden war."
    Mit einem Nicken deutete Yukiko auf den Laptop und fuhr fort:
    "Ich habe es dann eingegeben und seitdem kann man ohne Probleme den Raum verlassen. Nur beim Betreten bloß nicht die Losung vergessen... Ich möchte nicht miterleben wie noch jemand von diesem Hammer, oder was auch immer das ist, zerquetscht und die Tiefe geschleudert wird."


    Hmm ich werde vermutlich nicht mitschreiben, aber trotzdem ist die Frage vielleicht für die Allgemeinheit interessant:


    Was für eine Story hast du dir überlegt? Auch so ein endlos RPG wie bei Fairy Tail?

    Freut mich. :)


    Wenn du dir dabei was gedacht hast, brauchst du es nicht umschreiben. Diese Szenen steht momentan für sich alleine (außer in deinem Kopf) und deshalb kann ich sie auch nur als alleinstehende Szene beurteilen. Wenn ich etwas sage, dass völlig gegen dein Konzept geh, ignoriere es einfach. :P
    Du kennst deine Geschichte am besten. Am Ende ist es schließlich das Gesamtbild, das zählt.


    Kleiner Erfahrungsbericht meinerseits am Rande: Das Überarbeiten nimmt dir die Motivation weiterzuschreiben. Also mach es erst am Ende, wenn die Geschichte steht. ;)

    Definitiv Code:Breaker. Ob gewollt oder nicht, aber die Ähnlichkeiten sind wirklich extrem auffällig. ^^


    Dein Stil ist wirklich alles andere als verkehrt. :)
    Beim Lesen hatte ich ein Bild vor meinem geistigen Auge und hatte keine Probleme mir den Schauplatz oder die Handlungen vorzustellen. Du schreibst auch recht flüssig, hast kaum Probleme mit Wiederholungen (eine ist mir aufgefallen, zweimal das Adjektiv "schwarz" in einem Satz) und produzierst auch keine unübersichtlichen Bandwurmsätze.


    Vom Schriftbild sieht es also wirklich ganz gut aus. Allerdings macht es nicht alles vom Text aus. Soul hat es schon angedeutet, aber ich möchte darauf ein wenig genauer eingehen, um meine Sicht der Dinge zu verdeutlichen. (Bitte nichts des Folgenden als goldene Regel auffassen. Und auch nicht als 'Gebashe', sondern als gut gemeinte Verbesserungsvorschläge.)


    Dem Prolog kann man verschiedene Fakten entnehmen:


    1. Es gibt ein altes Lagerhaus.
    2. Dort versteckt sich jemand.
    3. Ein Mann im Anzug kommt aus unbekannten Gründen ins Lagerhaus, obwohl er anscheinend weiß, dass ihn der Tod erwarten könnte.
    4. Er stirbt durch Verbrennung/Magie.



    Fragen die sich mir stellen:


    1. Wer ist der Tote gewesen?
    2. Warum wurde er umgebracht?
    3. Warum ging der Tote in das Lagerhaus, wenn er doch vorhersehen konnte, was ihn erwartet?



    Alle drei Fragen sind für mich persönlich wenig interessant. Warum?
    Weil es niemanden gibt, der mein Interesse geweckt hat. Der Mann im Anzug ist nur in der Szene gewesen um zu sterben, man weiß rein gar nichts über ihn, abgesehen davon, dass er genügend Geld für eine Waffe und einen Anzug hat. Und das er einen Grund hatte, warum er trotz der bestehenden Gefahr in das Lagerhaus gegangen ist.
    Über den Täter weiß man noch weniger. Er kann töten und sonst ist alles ein großes Fragezeichen. Nicht mal eine Andeutung einer Handlungsmotivation.
    Kurz zusammengefasst: Der Tote ist im Prolog interessanter als dein Protagonist, weil er mehr Fragen aufwirft. Der Prota ist bis auf seine Kaltblütigkeit völlig gesichtslos.



    Guckt man noch genauer hin, stellt man noch eine Sache in der Struktur des Prologs fest, die meiner Meinung nach verbesserungswürdig ist.
    Der Text fängt an mit einer Beschreibung der Gegend. Das ist in Ordnung. Wie ich bereits gesagt habe, ist dir diese Beschreibung auch wirklich gut gelungen. Allerdings enthalten Beschreibungen absolut gar keine Handlung. Wenn keine besonderen Orte, bizarre oder außergewöhnliche Situationen beschrieben werden, wird dadurch kein Interesse geweckt. Es geschieht schließlich rein gar nichts.
    Im fließenden Text ist das absolut kein Problem. Allerdings ist ein Prolog das Erste, was der Leser von deiner Geschichte vorgesetzt bekommt. Wenn dann nicht sein Interesse geweckt wird, wie kann man dann erwarten, dass er überhaupt weiter liest?
    Das ist natürlich nur mein Eindruck. Kann daher weiß Gott für niemanden sonst sprechen, was den Prolog angeht.


    Ich hoffe inständig dich jetzt nicht demotiviert, sondern dir geholfen zu haben. Zumindest ein bisschen. ^^
    Und wie gesagt ist das alles nur meine Meinung. Jeder schreibt so, wie er es selbst für richtig empfindet. Deshalb habe ich auch aus meiner Sicht deinen Text beurteilt. Du kannst es annehmen oder völlig in den Wind schlagen. Jeder hat seine eigene Art. :)

    Sehe ich auch so. Dachte aber auch, dass es selbstverständlich wäre. Man musste den Nicht-Anwesenden dann schließlich die ganze Zeit über ignorieren. Im RPG nicht unbedingt sinnvoll.

    Wie schon erwähnt, finde ich die Idee gut. Ob wir es für ein bereits existierendes RPG hinkriegen, wage ich nach wie vor zu bezweifeln, aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren. ^^


    Ein "neues" bzw. spezielles RPG für den Tag/die Tage wäre meiner Meinung sinnvoller. Da können dann vielleicht auch die Leute dran teilnehmen, die sonst nicht die Zeit haben regelmäßig an einem RPG mitzuschreiben. Die Frage ist nur wer das leiten soll. ^^'



    Was meinen Zeitplan angeht, kann ich noch nicht viel zu sagen. So aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass ich recht flexibel wäre. Allerdings besteht definitiv die Möglichkeit, dass mir etwas dazwischen kommt (Uhrzeit und Tag sind dabei recht irrelevant). Wahrscheinlich werde ich erst einen Tag vorher eine feste Zusage machen können. ^^'

    [Yukiko Sakamato]
    13:59 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors

    'Einverstanden, aber bitte sagt mir falls ich helfen kann!'
    Überrascht von seiner plötzlichen Äußerung blinzelte Yukiko zu ihm herüber und sah wie Leo mit rotem Gesicht den Boden anstarrte. Das bestärkte ihre Befürchtungen weiterhin, doch gleichzeitig erzeugte sein Verhalten auch eine andere Art der Sorge in ihr. Schon seit dem er mit Hayato und Rika ins Büro zurückgekehrt war, war ungewöhnlich still gewesen. Im Grunde war es das Erste was er überhaupt gesagt hat. Im Vergleich zu ihrer ersten Begegnung mit ihm, war das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Seine ungestüme Art, die zwar unhöflich aber keineswegs unfreundlich gewesen war, schien völlig verschwunden. Stattdessen erschien er ihr schon fast verängstigt und verloren. Sie schluckte. Anscheinend hatten sie doch etwas gemeinsam. Nur mit dem Unterschied, dass sie es am Anfang gewesen war und jetzt versuchte davon weg zukommen. Er dagegen hat diese Eigenschaft aus irgendeinem Grund erst entwickelt. Sollte sie mit ihm Reden? Die Chancen, dass er es falsch verstehen würde, waren hoch, aber schließlich hatte er ihr auch geholfen. Sie würde nur ihre Schuld begleichen.


    In dem Moment bemerkte sie, dass Rika und Hayato miteinander flüsterten. Offensichtlich wegen Leo, auch wenn sie kein Wort verstehen konnte, weil sie zu leise waren. Innerlich regte sich jedoch so etwas wie Widerstand. Sie mochte die Idee nicht, dass sie hinter seinem Rücken lästerten. Ohne Frage war sein Verhalten momentan nicht unbedingt konstruktiv, aber das musste seine Gründe haben. Schließlich hat sie den Gegenbeweis selbst miterlebt! Vielleicht war der Zwischenfall, von dem Honoka gesprochen hatte, doch bedeutender als sie zuerst angenommen hatte?


    "Ich schlage vor, wir Mädchen gehen rüber in das Schulgebäude. Dann sind wir schon mal vor Ort und ihr könnte vielleicht ein paar Variationen erzeugen, die ich einbauen kann. Ist zumindest einen Versuch wert, oder?", sagte Rika schließlich wieder an Honoka und sie gewandt.
    Widerwillig nickte Yukiko, nicht ohne noch einen besorgten Blick auf Leo zu werfen. Dann sah sie zu Hayato und hoffte inständig, dass sie ihn richtig eingeschätzt hatte. Er würde mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg halten und die Abwesenheit von den Mädchen hoffentlich dazu nutzen, die Sache mit Leo zu klären. Das wäre definitiv besser, als wenn sie es versuchen würde. Ihre Erfahrung hat eindeutig gezeigt, dass Frauen in dieser Art der Gespräche eher belächelt als ernst genommen wurden. Ihr Vater hat ihr immer eingebläut, dass es ihre Aufgabe war zu akzeptieren und nicht zu kritisieren.
    Und trotzdem... Wenn Hayato keinen Erfolg haben sollte, würde sie sich definitiv mit Leo unterhalten müssen.


    Sie wandte sich wieder an Rika und antwortete:
    "Hört sich gut an. Ich... könnte vermutlich einige Formen und Muster aufzeichnen, wenn es Ihnen helfen sollte, die Dinge zu erschaffen, Sempai."
    Sie lief leicht rot an und fügte leise hinzu:
    "Früher habe ich viel Schmuck getragen, vielleicht wird das ja ausnahmsweise mal nützlich."

    Also grundsätzlich würde ich sagen, dass es super wäre, wenn du weiter postest. Allerdings hast du dich mit deinem ersten Beitrag zeitlich schon sehr weit nach vorne katapultiert.


    Ich persönlich fänds aber auch nicht schlecht, wenn wir insgesamt zeitlich dahingehend auch ein wenig aufholen würden. Es ist (wie bei ABA xD) noch immer der erste Tag und den ewig lang zu strecken ist nicht unbedingt ein Ziel, das man sich setzen sollte.


    Sawa könnte seine Sidestory ohne weiteres vorantreiben (ich weiß er brennt geradezu darauf ^^), meine Charaktere sind auch unabhängig, es hängt also an Never und Natsu ihre Chars in der Zeitleiste nach vorne zu bringen. Der Char von Mayornese ist auch noch sehr flexibel und kann dementsprechend reagieren.
    Ich würde also sagen, dass du noch ein wenig wartest bis die Chars der Beiden abgeschlossen haben, was sie tun sollten und dann kannst wieder komplett einsteigen.
    War ein wenig verfänglich, dass du gleich mehrere Stunden in deinem ersten Posting überbrückt hast.
    Allerdings glaube ich kaum, dass ein paar Minuten mehr großartig was aus machen. Also kannst du definitiv kleine Postings schreiben, solange du nicht mit anderen Chars, die noch nicht so weit sind, interagierst.


    Was man als Abmachung treffen könnte wäre folgendes: Sagen wir vor 17:30 wird niemand mehr mit Rose und Co. von den anderen Charakteren in Kontakt treten. Dann könnte es sich dein Char im Morning Dew gemütlich machen. ^^

    [Yukiko Sakamato]
    13:58 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors


    "Was meint ihr?", fragte Rika.
    Yukiko warf daraufhin einen Blick zu Hayato und Leo. Es war ziemlich offensichtlich, warum sie es zu einer reinen Mädchen-Aktion machen wollte. Hätte Hayato ihr nicht versprochen sie zu beschützen und ihr vorher schon geholfen, hätte sie definitiv mehr Angst vor ihm als Vertrauen zu ihm gehabt. Und Leo war zwar lieb und nett, aber er war unhöflich und zu schnell zu vertraulich, um vernünftig mit Außenstehenden kommunizieren zu können.
    Langsam nickte Yukiko und sagte:
    "Können wir gerne so machen. Ich fände es auch komisch, wenn mich plötzlich zwei Männer anquatschen und mir Schmuck andrehen wollen."

    [Yukiko Sakamato]
    13:57 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors,

    Fasziniert beobachtete Yukiko wie Rika weitere Haarklammern und Spangen erschuf, während sie ihren Ausführungen lauschte. Yukiko war sowohl unglaublich erleichtert, als auch ein wenig enttäuscht, dass ihre Idee im Grunde völlig überflüssig gewesen war. Rika hatte exakt die gleiche Beobachtung gemacht. Aber trotzdem zog es sie nicht runter. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn sie diesem Weg beständig folgen könnte, würde sie vielleicht irgendwann ihr Ziel erreichen und sich ändern. Immer einen Schritt nach dem anderen. Zumindest wollte sie es in diesem Moment glauben.


    "Wie sich das ganze ausbauen lässt, können wir immer noch entscheiden, wenn wir gegessen haben, oder?", fragte Rika, worauf Yukiko nickte. Diesmal ohne anfängliches Stottern und hohe Stimmlage, stimmte sie zu:
    "Etwas zu essen wäre wirklich nicht schlecht... Insbesondere da ich als Diebin ganz offensichtlich nichts tauge."
    Sie lächelte ein wenig gequält und fragte:
    "Bringen wir Ihnen dann bis zum Beginn der Pause genügend Dreck... Und jeder versucht dann einen Teil der Accessoires gegen Marken einzutauschen? Treffen wir uns dann vorher noch einmal, falls die einen mehr Glück haben sollten als ein anderer, damit keiner leer ausgeht?"

    [Yukiko Sakamato]
    13:55 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors


    Die fehlende Reaktion von Rika auf ihre Antwort verunsicherte Yukiko weiter. Wahrscheinlich war es wirklich so wie sie es befürchtete. Sie war wirklich nutzlos. Frustriert blickte sie zu Boden. Nichts hatte sich verändert. Sie würde weiterhin von anderen mitgeschleift werden. Sie würden ihr sagen, was sie zu tun hatte und wenn alles zu kippen drohte, würde man sie zurücklassen.
    Das wurde ihr in diesem Moment klar. Die anderen waren ihr fremd und so war auch sie ihnen eine Fremde. War es das was sie wollte? War sie zufrieden mit dem Stand der Dinge?
    Die Antwort war ihr klar: Natürlich nicht!
    Selbst in ihrem zahmen Geist kristallisierte sich die Formulierung 'Ich habe die Schnauze sowas von voll!' heraus. Und das nicht erst seit ein paar Minuten, sondern seit dem ihr bewusst geworden war, dass ihr Vater sie nach allen Regeln der Kunst ausgenutzt hatte. Er hatte sie auf einem Amboss aus der Autorität des einzigen Elternteils mit einem Hammer aus Angst, gespielter Zuneigung und Gier zu seinem Wunschprodukt geformt. Das kleine süße Mädchen, auf das ihr Vater stolz sein konnte, weil es keinen eigenen Willen hatte, weil sie Angst davor hatte sich ihre eigenen Gedanken zu machen, gegen Regeln zu verstoßen.
    Und wahrscheinlich würde sie die Regeln, die ihr in ihren Geist geschmiedet wurden, nie wieder loswerden. Auch wenn sie in dieser Welt nicht existierten. Sie durfte denken. Sie durfte sich von ihrem eigenen Willen leiten lassen. So beängstigend das auch für sie war.


    Sie riss ihren Blick vom Boden weg und sah grübelnd die Haarklammer an. Angestrengt durchforstete sie die Informationen, die sie hatten nach etwas, das ihnen weiterhelfen würde. Nach nur wenigen Augenblicken bildete sich vor ihrem geistigen Auge eine Szene bei den Essensständen ab, bevor sie vom Kaichou erwischt wurde. Honoka und sie beobachteten gerade noch die Schülermassen, als ihr auffiel, wieso Rikas Vorschlag durchaus erfolgreich sein könnte.


    Schüchtern blickte Yukiko in die Gesichter der Anwesenden. Ihr Magen verkrampfte sich, als sie versuchte ihren Mut zu sammeln. Warum mussten es auch so viele Leute sein? Ihr fiel es schon immer schwer vor Gruppen zu sprechen.
    "A-ano", begann sie, wobei ihre Stimme zu Beginn viel zu hoch und wahrscheinlich auch zu laut war. Schlagartig lief sie rot an und zwang sich in einem flüsternden Ton fortzufahren, wobei ihre Stimme zitterte:
    "Sumiyoshi-sempai, Sie haben gesagt, dass es wichtig ist die Beschaffenheiten der Gegenstände zu kennen richtig? Wenn Sie eine Haarklammer aus diesem Material erschaffen können, könnten sie es dann auch mit Ringen, Broschen, Ketten und sonstigen Accessoires aus dem selben Material machen?"
    Für einen Moment schwieg sie, bis ihr klar wurde, dass sie die Erklärung vergessen hatte. Hastig schob sie hinterher:
    "Die Schüler hier haben nur das Notwendige. Keine einzige Schülerin, die ich in der ersten Pause gesehen habe, trug einen Ring, Armbänder oder sonstiges. Auch scheint es hier kein Make Up zu geben... Und... Zumindest Mädchen -natürlich gibt es auch Ausnahmen- vermissen das bestimmt. Ich kann mir vorstellen, dass einige von ihnen gewillt sind ihre Marken gegen eine schöne Kette einzutauschen."
    Sobald sie das letzte Wort gesprochen hatte, fühlte sie alle Blicke auf sich. Sofort verkrampfte sie sich und die Nervosität ließ sie in sich zusammenschrumpfen. Das Gefühl etwas richtig Dummes gesagt zu haben kehrte wieder zurück. Doch diesmal unterdrückte sie den Drang sich zu entschuldigen und begegnete dafür den Blicken der anderen. Zwar immer nur kurz bevor sie wieder zu Boden sah, doch sie war nicht gewillt ihre Aussage zurückzunehmen.

    [Rose]
    Kessaito - Restaurant "Morning Dew" - 14:14 Uhr


    Rose lächelte und meinte scherzhaft:
    "Du könntest dir auch überlegen einen ganz normalen Job zu suchen. Magie hat auch außerhalb des Gildenlebens äußerst praktische Qualitäten."
    Sie leerte ihre Tasse und wurde wieder ernster. Für mehrere Momente versank sie in einer nachdenklichen Stille und wägte derweil ab, was sie tun sollte. Ihr kamen spontan mehrere Leute in den Sinn, die seine Hilfe benötigen könnten. Doch dann kam ihr eine klasse Idee. Wenn die Gilde ihn wegen moralischer Bedenken abgelehnt hatte, könnte er vielleicht ein wenig Unterstützung gebrauchen von jemanden, der bedeutend länger auf dieser Welt wandelte als Xanxes und sie zusammen. Mit einem schelmischen Lächeln sagte sie:
    "Sie sollten mal mit Daisuke reden. Um die Zeit sollte er im Park sein... Keine Angst er ist leicht zu erkennen. Etwa 1,80, weißes Haar, trägt eine Augenklappe und hat Metallringe um seinen Hals. Er ist kaum zu übersehen."
    Rose warf ihm noch einen letzten prüfenden Blick zu, bevor sie sagte:
    "Und vergiss nicht, dass ich nicht garantieren kann, dass er deine Hilfe auch annimmt. Ich bin nur eine Vermittlerin und kein schwarzes Brett, wie es in der Gilde vorhanden ist."

    [Rose]
    Kessaito - Restaurant "Morning Dew" - 14:13 Uhr


    Rose hörte ihm aufmerksam zu. Als er geendet hatte, nahm sie einen kleinen Schluck von ihrem Tee und genoss den sanften Geschmack. Langsam setzte sie die Tasse wieder ab und begegnete Xanxes Blick mit prüfender Unnachgiebigkeit. Ihre nächsten Worte wählte sie mit Bedacht:
    "Das hätte ich in der Tat, Herr Xanxes. Die Gilde proklamiert Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Stärke. Das sind noble Ziele, doch nicht alle Menschen streben diese auch an. Dementsprechend gibt es natürlich die ein oder anderen Probleme, die nicht an die Gilde weitergeleitet werden."
    Sie machte eine Pause in der sie einen erneuten Schluck ihres Tees zu sich nahm.
    "Die Frage ist nur, was für Jobs Sie sich vorgestellt haben?"

    [Yukiko Sakamato]
    13:54 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktor

    Zuerst war Yukiko skeptisch, als Rika versuchte die Möglichkeit Dinge zu erschaffen, die es in der Welt nicht gab, zu erklären. Doch als sie sah, wie sich der Schmutz in den Handflächen der Rothaarigen langsam zu einer Haarklammer formte, weiteten sich ihre Augen vor lauter Staunen. Sie erwischte sich dabei wie sie für einen Moment mit offenem Mund auf das kleine Ding starrte, als wäre es eins der sieben Weltwunder. Während mit wachsender Faszination Rikas Erklärungen lauschte wurde ihr die Haarklammer angereicht. Fast ehrfürchtig nahm sie sie in die Hand. Sie fühlte sich tatsächlich an, wie eine ganz normale Haarklammer. Nichts unterschied sie von Yukikos Erinnerungen an eine richtige Haarklammer aus der Welt der Lebenden. Niemals hätte sie gedacht, dass die Klammer vor wenigen Augenblicken nur ein kleines Häufchen Dreck gewesen war.
    "Es reicht nicht, einfach nur einen bestimmten Gegenstand lange benutzt zu haben, sondern man muss ihn wirklich bis ins Kleinste kennen", als sie das hörte, hatte sie im Stillen bereits eine Wertung getroffen. Das waren keine normalen Kräfte, die ein normaler Mensch besitzen dürfte. Aus praktisch Nichts etwas zu schaffen, war mehr als die Fähigkeit aus einer bestimmten Menge Rohmaterialien ein verfeinertes Endprodukt zu erstellen. Sie erschuf es aus ihren Gedanken, aus ihrem Wissen und aus Dreck Dinge mit einem Nutzen. Für Yukiko, für jemanden der in seinem Leben noch nie etwas geschaffen hatte, war das eine mehr als bewundernswerte Kraft.


    Sie war noch immer in der Betrachtung der Haarklammer vertieft, als plötzlich das Wort an sie gerichtet wurde. Sie vernahm nur ihren Namen und schreckte hoch. Während sie überrascht blinzelte, reimte sie sich aus dem Ende des Satzes zusammen, was Rika wissen wollte. Gleichzeitig fühlte sie sich trotzdem ertappt ihren Fokus verloren zu haben und reichte die Haarklammer mit einem schlechten Gewissen an Honoka weiter.


    "Ehh...", begann sie zögernd. Sie hoffte inständig, dass ihre Logik sie in dem Augenblick nicht im Stich gelassen hatte. Außerdem musste sie die Impulse unterdrücken die Fragen, die ihr auf der Zunge lagen im Takt eines Maschinengewehrs zu stellen. Sie brannte darauf mehr über ihren Sempai zu erfahren.
    "Groß, silberhaarig und grüne Augen... Ich bin mir ziemlich sicher, dass er auch heute Morgen am Platz war, als wir aufgewacht sind..."
    Sie schwieg für einen Moment, als sie plötzlich einen inneren Druck verspürte. In den Blicken der anderen meinte sie plötzlich verschiedene Erwartungen zu finden. Und sie schallt sich einen Narren. So sehr sie sich auch wünschte ihre eigenen Probleme zu regeln, so taten die anderen ihr Bestes diese fremde Welt und ihre Geheimnisse zu ergründen. Und was tat sie? Gar nichts. Wie immer war sie nur ein hübsches Anhängsel.
    "Ano...", stotterte sie und wandte den Blick wieder ab, "Seinen Namen habe ich aber nicht erfahren. Er hat ihn mir nicht verraten."
    Dann trat sie einen Schritt zurück und verbeugte sich tief.
    "Tut mir leid!"

    [Rose]
    Kessaito - Restaurant "Morning Dew" - 14:12 Uhr

    In der Grotte, bot sie Xanxes einen Platz in dem hinteren Bereich an und setzte sich ihm gegenüber. Die wenigen Leute, die um diese Zeit in der Grotte ihren Gedanken nach hingen waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie die beiden beachten würden.
    Ohne herumzudrucksen kam Xanxes zur Sache.
    "Was wollen Sie wissen?", fragte er. Sie lächelte ihn an und bemerkte wie ernst ihm die Suche nach einem Job war.
    "Kessaito ist ein kleines Dorf. Nach außen sehr idyllisch und unbestreitbar wirklich ruhig und friedlich. Besonders da jetzt die Gilde hier ist, wird es bestimmt auch so bleiben. Ruhe und Frieden liegen auch in meinem Interesse. Und deswegen frage ich mich natürlich, warum Sie es nicht über die Gilde versucht haben. Oder hatte Yuro recht und Sie sind von der Gilde abgelehnt worden?"


    In der Zwischenzeit kam Mina mit einem Tablett an den Tisch und servierte den Tee. Zwei reich verzierte Porzellantassen mit dazu passender Teekanne enthielt die duftende Mischung aus besonderen Lavendel, Kamille und Melissenblättern, die alle von ihr selbst angebaut und durch eine Prise Magie eine eigene Note im Geschmack bekommen haben.
    Zum Abschluss lächelte Mina den Gast herzlich an und sagte:
    "Ich hoffe es wird Ihnen schmecken."
    Sie verabschiedete sich mit einer Verbeugung und verließ die Grotte.

    [Yukiko Sakamato]
    13:44 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktor



    Yukiko war zu sehr in ihren Gedanken vertieft, als dass sie das Klopfzeichen hätte registrieren können. Erst als die Tür aufging sah sie blinzelnd auf und erkannte die Gesichter von Hayato, Leo und Sumiyoshi-sempai. Zu ihrem Gefühlschaos gesellte sich die Erleichterung, dass Hayato ganz offensichtlich wohlauf war. Zur Begrüßung stand sie auf, zwang sich zu einem Lächeln und sagte leicht scherzend:
    "Okaeri nasai, ich freu mich, dass es euch allen gut geht."
    In Richtung von Rika verbeugte sie sich leicht und ergänzte ein respektvolles "Sempai".
    Nach einer kurzen Pause fragte sie:
    "Habt ihr etwas Neues herausgefunden?"


    Leos knallrotes Gesicht ignorierte sie bewusst. Sie hatte nicht die entfernteste Ahnung, wie sie mit ihm umgehen sollte, da seine Reaktion mal wieder mehr als offensichtlich war.

    [Yukiko Sakamato]
    13:41 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors


    Ein unterdrücktes Seufzen entglitt ihr, nachdem Yukiko Honokas Herumgedruckse als solches erkannte. Sie wollte offensichtlich nicht verraten, was tatsächlich vorgefallen war. Das allein war schon ein Wink mit dem Zaunpfahl. Kraftlos ließ sie sich gegen die Lehne des Sofas fallen und starrte die Decke an.
    “Ich habe schon genügend Probleme mit mir selbst. Meine Vergangenheit ist vielleicht nicht mehr von großer Bedeutung, aber trotzdem kann ich sie nicht einfach abschütteln. Als ob ich nicht allein damit nicht schon völlig überfordert wäre!”


    Erneut seufzte sie, zog ihre Knie an ihren Oberkörper heran und warf Honoka einen entschuldigenden Blick zu. Sie lächelte schwach und sagte:
    “Entschuldige, ich wollt dich nicht mit meinen Problemen langweilen. Ich weiß nur nicht was ich denken soll und wie ich an die Dinge heran gehen soll, über die ich nachdenken muss.”
    Ein drittes Seufzen das größer war als die beiden vorhergegangenen entschlüpfte ihr und sie murmelte mit gesenktem Blick:
    “Überall wo ich hingehe nerve ich die Leute. Vielleicht wäre es eine gute Sache, wenn der Schülerratspräsident mich morgen als Bestrafung einfach für ein paar Tage weg sperren würde. Früher hat es auch geholfen, wenn auch in einer anderen Art und Weise…”