[Chinatsu]
Die Zusammenhänge begannen selbst für sie, sich zu einem furchtbaren Bild zusammen zu setzen. Chi zitterte und klammerte sich weiterhin an Takeyas Arm. Sie spürte auch die kalte Wut, die von ihm wie ein Hochofen ausstrahlte. Sie war froh, dass sie ihm erzählt hatte, an was sie sich bislang erinnerte. Das sie immer wieder ein Schaudern verspürte, wenn sie an diese Zeit dachte, machte es ihr auch nicht leichter.
Der Direktor hatte also nicht übertrieben, dass man eigentlich auf dem Gelände der Akademie vor Nachstellungen sicher war! Shinji hatte es also nicht alleine geschafft, hierher zu kommen. Er brauchte Unterstützung! War es dann nicht auch möglich, dass sie als Menschen mit etwas Unterstützung gegen diese Bedrohung vorgehen konnten?
Takeya traute keinem der Vampire hier, das spürte sie sehr deutlich. Seine Wut lag in beträchtlichem Maße bei dem, was Shinji ihr angetan hatte.
Zum anderen war da der Angriff auf Tori gewesen...
Sie hatte auch den kurzen Blickkontakt zwischen dem Vampir im Mantel und Takeya bemerkt. Dieser Vampir stand jetzt zusammen mit einem weinenden Mädchen, dass erst kurz auf der Akademie war. Aber auch sie war offenbar in diese Ereignisse verstrickt und wurde auch verfolgt. Chi verstand zwar nicht, was diese dem Vampir erzählte, aber sie spürte eine gewisse Verbundenheit.
"Takeya? Vielleicht sollten wir mit ihm reden...", flüsterte sie. Ihre Angst, dass ihm etwas zustoßen könnte, war nicht verschwunden, aber sie sah zumindest eine Chance. Nach den Gefühlen, die in den letzten Minuten hier spürbar gewesen waren, traute hier kaum jemand dem anderen. Es war wohl mehr ein Zwangsbündnis. Trotzdem war eine Chance besser, als erneut alleine in die Fänge von Shinji zu gelangen!
[Hikaru]
Tori entschwand aus seinem Sichtfeld. Alle hier waren schon ein seltsamer Haufen! Trotzdem machte er sich keine Gedanken wegen den anderen Huntern. Der Bann, der auch den Direktor betraf, würde auch deren Eingreifen hier verhindern.
Wer auch immer hinter dieser Verschwörung steckte, verfolgte nicht nur ein Ziel. Felic hatte ihm bereits gesagt, dass selbst die Oberhäupter der Adelsfamilien untereinander nicht gerade den offenen Umgang pflegten. Bündnisse und Fehden waren da eher an der Tagesordnung!
Hier müsste auch eine Art von Bündnis geschlossen worden sein, aber es bezog sich nicht auf ein gemeinsames Interesse. Ai Minamoto konnte niemals das Ziel des Clans sein, der Felic und ihn verfolgte. Der Adlige, der hinter Yume Tsuyu her war, hatte auch nichts mit dem Clan zu tun. Damit waren mindestens drei Parteien mit unterschiedlichen Zielen beteiligt. Dazu kam dann Kohana, das Mädchen, dass auf das Gelände der Akademie geflohen war. Hikaru hatte mit ihr eigentlich nur das eine Mal auf dem Dach des Sonnenwohnheims gesprochen. Auch ihr Problem schien nichts mit dem der anderen zu tun zu haben.
Alles zusammengerechnet ergab das eine Macht, deren Kräften jeder für sich nichts entgegen zu setzen hätte!
Ihnen blieb eigentlich keine Wahl, als sich gegen diese Bedrohung zu verbünden.
Felic trat an seine Seite und hakte sich ein.
Hikaru seufzte innerlich. Wenn er ehrlich war, traute er hier außer Felic auch niemandem!