[Rika Sumiyoshi]
13:44 Uhr - Lehrerwohnheim - Büro des Direktors
Die Szenerie beim betreten des Raumes war schon irgendwie komisch. Rika hatte mitbekommen, dass Akuma-san etwas an der Tür gemacht hatte. Gab es hier so etwas wie ein geheimes Klopfzeichen?
Dazu passte die Bemerkung des Mädchens bei ihrem Eintreten nicht so ganz. Es sei denn, man wollte etwas bestimmtes erreichen. Rika musste kurz nachdenken, um den Namen wieder ins Gedächtnis zu holen. Sakamato-san, Erstklässlerin nach der Uniform.
Als sie sich nach der Begüßung höflich in ihre Richtung verbeugte, erwiderte Rika den Respekt mit einer kurzen Verbeugung. Dabei fiel ihr das knallrote Gesicht des ausländischen Jungen auf, der den Blick gesenkt hielt. Er war nicht so, wie Nukui-san. Trotzdem wirkte er unstetig, was Rika nicht gerade beruhigend empfand.
"Habt ihr etwas Neues herausgefunden?"
[Hayato Akuma]
Jetzt waren beinahe alle, die beim Erwachen an der Treppe zuerst miteinander gesprochen hatten, im Büro des Direktors versammelt. Und trotzdem waren inzwischen verschiedene Erlebnisse den Einzelnen widerfahren. Hayato bemerkte in Yukikos Gesicht einen, wie er meinte, verkniffenen Ausdruck. Etwas schien sie zu bedrücken. Ihre abschließende Frage wirkte daher wie eine Ablenkung auf ihn.
"Es gibt scheinbar ein paar Möglichkeiten in dieser Welt, die nicht jedem offen stehen!" antwortete Hayato direkt auf diese Frage. "Dazu sollte vielleicht Sumiyoshi-san die Erklärung übernehmen, da sie diese Entdeckungen gemacht hat."
Er trat etwas zur Seite, um dem rothaarigen Mädchen das weitere zu überlassen.
Rika hatte sich inzwischen überlegt, wie sie den anderen am Besten zeigen konnte, was es mit dem "Erschaffen" von Dingen auf sich hatte. Nicht das ihre Kleidung bereits ein Indiz dafür gewesen wäre. Anhand einer kleinen Haarklammer, die sie aus etwas mitgebrachten Schmutz erschuf, konnte sie ihnen zwar den Vorgang vor Augen führen, aber nicht die dahinter stehenden Vorgänge.
Während sie die neu geschaffene Haarspange rumgehen ließ, versuchte sie den anderen zu erklären, dass nur jemand, der einen Gegenstand bis ins kleinste Detail kannte, diesen hier auch mit dieser Methode erschaffen konnte.
"Es reicht nicht, einfach nur einen bestimmten Gegenstand lange benutzt zu haben, sondern man muss ihn wirklich bis ins Kleinste kennen. Somit wird diese Replikation auch nicht auf Lebensmittel anwendbar sein, da wohl niemand so tiefgreifendes Interesse an diesen besessen hat, um beispielsweise einen Apfel zu erschaffen!"
Ihr kleiner Vortrag hatte bereits gute 10 Minuten gedauert und sie fühlte sich jetzt etwas müde.
"Dieser Schülerratspräsident, von dem du vorhin gesprochen hattest, Sakamato-san, war das der silberhaarige Junge, den wir heute morgen schon gesehen hatten?" wechselte Rika das Thema, um sich selbst wieder etwas aus dem Fokus zu nehmen.