Beiträge von Soulshadow

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 07:06 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria


    Rika horchte auf, als Yukiko den zweiten Teil ihrer Antwort aussprach. Sie blickte zu Yuki und sah an deren Körperhaltung, dass sie mit etwas Probleme hatte. Eine Unbehaglichkeit, die sie mit dem Meide-Verhalten der Mädchen in Verbindung brachte. Als Yukiko dann noch eine der ältesten Sorgen anführte hätte Rika fast gelacht, nachdem sie ihre Überraschung überwand.
    „Nein, nein, mit der Schminke ist alles in Ordnung, Yuki“, versicherte sie ihr. „Ob einige da einen Zusammenhang mit Inugami-san und dem Vorfall von gestern knüpfen, kann man wohl nicht ganz ausschließen, aber es wird nicht der Hauptgrund sein.“
    Die Anmerkung mit dem kleinen Spiegel war dabei durchaus sinnvoll, da Rika auch bei einigen Aktionen am Morgen diese kleine Hilfe für den anderen Sichtwinkel vermisst hatte.
    Sie blickte Yukiko einen Moment lang an und ließ ihre Bewegungen auf sich einwirken.
    Ihre Bewegungen hatten eine gezierte Eleganz, die man oft einem höheren Stand zuordnete. Da Yukiko sich immer wieder unsicher fühlte, hielt sie sich dann auch oft abseits.
    „Es hat, glaube ich, eher mit deiner Zurückhaltung zu tun, Yuki“, setzte Rika dann zu einer Erklärung an. „Du hältst dich von den Mädchen fern und nimmst oft eine Körpersprache an, die außerhalb der Familie eher als „Prinzessin-Gehabe“ interpretiert wird.“
    Sie unterbrach sich an dem Punkt, als sie sich der Mehrdeutigkeit dieser Aussage bewusst wurde.
    „Sie kennen dich eben nicht und sehen nur den äußeren Schein. Die Perfektion zusammen mit dem Abseits-Stehen lässt sie meinen, dass du nicht mit ihnen zu tun haben willst. Wenn du dir einen Moment ihre Sichtweise erlaubst, dann sitzt du alleine mit einer vom Abschlussjahrgang am Tisch, hast beim Wohnheim extra neben dem Weg auf diese gewartet und sprichst auch nur mit ihr.
    Yuki, man hat dir nie die Möglichkeit gegeben, mit normalen Schülern zu reden! Du musst versuchen, ihnen auch etwas entgegen zu kommen, damit sie erkennen können, wie nett du eigentlich bist!“
    Yukiko hatte sich bei ihren Worten noch etwas versteift und hielt den Tee als ob sie in einer offiziellen Veranstaltung wäre.
    „Hier bist du nicht mehr das Aushängeschild deines Vaters! Aber du musst dir selbst auch die Chance geben, dich mit anderen Schülern auf einer Basis von reinem Informationsaustausch zu unterhalten. Hier geht es nicht immer um Beziehungen und Ansehen, obwohl auch das eine Rolle spielt. Es ist nur nicht die Profiliga!“ Rika erlaubte sich ein kleines Lächeln, um die Worte etwas zu entschärfen.
    „Lass dir und ihnen etwas Zeit, damit ihr euch kennen lernen könnt.“

    Tag 36 – 13:33 Uhr – Verwaltungsgebäude – Speisesaal

    Nach der Erkenntnis, dass seine Wahrnehmung manipuliert wurde, hatte Hagen auch sofort die Auswirkungen gespürt. Wer oder was auch immer seine Wahrnehmung überwachte reagierte mit einer Maßnahme, die ihn wahrscheinlich auch mit einem Flackern aus der Simulation heraus nahm.
    Für ihn selbst war es so, als würde er in eine Art Traum verfallen in dem seine Umgebung nicht näher definiert war.
    Aber der Druck, der auf ihn einwirkte, ließ plötzlich nach. Seine Gedanken konnten wieder klarer die Situation erfassen. Damit einher ging eine erste Wahrnehmung seiner tatsächlichen Umgebung. Dass diese Möglichkeit nicht von dem Steuersystem gewollt war, merkte er an den Impulsen die auf ihn einwirken wollten.
    Sein gesicherter Bereich innerhalb seines Bewusstseins konnte die Eindrücke jetzt auch unterscheiden. Die künstlich erzeugte Umgebung des Speisesaal wurde eindeutig von außerhalb eingespielt, denn sie hatte durch die körperlichen Wahrnehmungen stark an Substanz verloren. Obwohl er noch lange nicht die Kontrolle über seinen Körper zurück gewonnen hatte, so funktionierten seine PSI-Sinne plötzlich wieder. Während der Körper sich ziemlich merkwürdig anfühlte, war sein Kopf schnell imstande die äußeren Einwirkungen abzublocken.
    Mit seiner wieder einsetzenden Wahrnehmung erfasste er ein bekanntes Gedankenmuster in seiner direkten Umgebung. Milani war in seinem direkten Umfeld und scheinbar damit beschäftigt, ihn aus seiner derzeitigen Lage zu befreien.
    Hagen bekam über sie einen Eindruck von der Umgebung und den aufrecht stehenden Zylindern, die mit Rohren, Schläuchen und Kabeln verbunden waren. Sie hockte wohl auf dem Zylinder, in dem er sich tatsächlich befand.
    „Sie haben also tatsächlich an diesem System weiter gearbeitet!“ dachte er in jäher Erkenntnis, um was sich das Ganze um ihn herum handelte. Sie hatten die künstliche Beeinflussung des Bewusstseins also doch noch vollenden können. Trotz seiner Gegenmaßnahme hätte er sich alleine niemals aus dem System befreien können, da die drogenverursachte Blockade der Fähigkeiten dieses effektiv verhindert hatte. Jetzt waren die Schläuche aber abgetrennt und die blockierenden Drogen liefen außen am Tank herunter.
    Damit waren die Kopfschmerzen, die sonst sofort einsetzten, auch gleich auf ein erträgliches Maß reduziert. Allerdings würden die Sensoren an seinem Körper bestimmt den beobachtenden Personen melden, dass er keineswegs mehr im Tiefschlaf war.
    Hagen wusste, dass er wohl nur diese eine Chance bekommen würde, um aus dieser Anlage zu fliehen. Aus den Gedanken von Milani konnte er entnehmen, dass zumindest die Zeitangabe und das Datum den tatsächlichen Begebenheiten entsprach. Wahrscheinlich brauchte das System einen Teil der Wirklichkeit für die perfekte Täuschung.
    Noch während seine Gedanken zu rasen begannen, nahm er eine weitere Präsenz in seiner Nähe wahr. Da die Drogen noch längst nicht abgebaut waren, konnte sie nur sehr dicht bei ihm sein. Das Gedankenmuster war irgendwie seltsam und kam ihm trotzdem doch vertraut vor.
    Es dauerte einen Augenblick, bis er seine Eindrücke zuordnen konnte. Das Gedankenmuster hatte er bei den Leuten auf dem U-Boot zuletzt wahrgenommen. Dort ganz speziell bei den Personen, die von dieser schleimigen Masse bedeckt waren.
    Hagen griff hinaus nach dem fremden Bewusstsein und nahm dadurch die Umgebung durch diese wahr. Eine schleimbedeckte Gestalt, die sich zwischen Leitungen und Zylindern bewegte. Ein bestimmter Zylinder war in deren Sichtfeld auf dem oben ein Mädchen hockte, dass sich mit Schläuchen und Leitungen beschäftigte.
    Obwohl unter dem Schleim ein Mensch steckte, war das Gedankenmuster nicht rein menschlich. War das die wahre GLA? So musste es sich anfühlen, wenn man in einen Teil eines Gemeinschaftswesens hinein blickte. Hagen konnte keine Individualität in den Gedanken feststellen, obwohl es zielstrebig die Bedrohung der Planung anging.
    Dieses Wesen hatte die klare Anweisung, das Mädchen auf dem Zylinder zu töten!
    Hagen konnte sehen, dass Milani durch ihre Arbeit zu abgelenkt war, um die Gefahr wahrzunehmen. Und das Wesen war schon fast bei ihr angekommen.
    Ob die Leute an den Überwachungsmonitoren die unterschiedlichen Fähigkeiten unterscheiden konnten, wusste er nicht, aber in dem Augenblick, in dem er den Teil seines Gehirns aktivierte, das für die Pyrokinese zuständig war, würden bei den die Glocken schrillen.
    Hagen erfasste das Wesen und ließ die Kraft auf seinen Gedanken in das Wesen gelangen. Sofort begann die Temperatur des Wesens zu steigen. Die Gedanken ließen von dem Auftrag ab, als die ungewöhnliche Veränderung registriert wurde. Aber für das Wesen war es da bereits zu spät!
    Die schleimige Masse begann zu dampfen, als die Temperatur auch sie beeinflusste, um dann zusammen mit dem ganzen Körper in Flammen aufzugehen.
    Die erzeugte Energie ließ eine brüllende Flammensäule bis an die Decke der Halle aufragen, die selbst im weiter weg liegenden Kontrollraum gesehen werden konnte. Das Wesen selbst spürte sein Ende nicht mehr kommen, denn die Entwicklung war zu schnell.
    Milena blickte erschrocken auf, als so plötzlich eine Flammensäule neben ihr auftoste. Sie konnte noch den Umriss des Wesens für einen kurzen Moment erkennen, bevor dieses in der Hitze zu Staub zerfiel. Für einen kurzen Moment schlug ihr die heiße Luft entgegen, aber da fiel die Säule auch schon wieder in sich zusammen.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 – 07:05 Uhr – Gelände der Schule - Cafeteria

    Rika hatte die neuen Produkte nach der Dusche benutzt, um sich ein Bild von der Praxis zu verschaffen. Dabei hatte sich durchaus noch Verbesserungspotential gezeigt, auch wenn sich alles benutzen ließ.
    Heute würde ja die Premiere auf dem Schulgelände stattfinden, wobei sie nicht zu offensichtlich vorgehen wollte, um nicht die falschen Leute aufmerksam zu machen. Aber selbst ein dezenter Gebrauch von Schminke würde den anderen Mädchen auffallen. Somit ließe sich eine Mundpropaganda auslösen, die dann im Stillen für sie arbeitete.
    Da sie heute Morgen im Schulgebäude längere Zeit zu tun haben würde, zog sie die Schuluniform an, wobei sie aber eine der neuen Blusen anstelle der hier zur Verfügung gestellten trug. Noch konnte sie den Präsidenten des Schülerrates nicht so richtig einschätzen, so dass sie lieber keine Konfrontation provozieren wollte.
    Sich die langen Haare wieder richtig hochzustecken brauchte auch noch seine Zeit. Schließlich war sie bereit, den neuen Tag anzugehen und machte sich auf den Weg.
    Andere Schülerinnen waren ebenfalls auf den Korridoren und nickten oder grüßten sie sogar, wenn sie aus den unteren Klassenstufen kamen. Rika erwiderte alles im Rahmen der Höflichkeit, wobei einige Mädchen bereits aufmerksam wurden.
    Zwei Mädchen aus ihrer Klassenstufe sprachen sie auf die Schminke an und Rika lud sie zur Pause ins Krankenzimmer ein, um sich selbst ein Bild zu machen.
    Als sie schließlich aus dem Gebäude kam musste sie sich kurz umsehen, damit sie Yuki ausfindig machen konnte. Sie hatte sich etwas abseits postiert.
    Rika musste zugeben, dass Yuki wirklich mit Schminke umgehen konnte.
    Sie erzählte ihr von den ersten Kontakten, die sie auf dem Weg bereits geknüpft hatte, während sie zur Cafeteria gingen.
    Wie in der vorherigen Welt waren es nicht so viele Schüler, die morgens schnell aufstanden. Deshalb war es an den Tischen noch recht übersichtlich besetzt.
    Sie hatten noch gerade genug Marken von der ersten Tauschaktion zusammenkratzen können, um ein vernünftiges Frühstück zusammen zu bekommen. Natürlich zogen sie auch hier die Blicke einiger Mädchen an, denen die Veränderung auffiel.
    Außerdem entdeckte Rika Honoka an einem der anderen Tische. Sie hatte Kopfhörer um den Hals hängen und sprach hauptsächlich mit einem Jungen. Durch die Geräuschkulisse konnte sie nicht hören, über was sie an dem anderen Tisch sprachen, aber es sah alles recht gewöhnlich aus. Honoka reagierte auch gar nicht auf sie oder Yuki.
    War sie etwa zu einem NPC geworden?
    Bevor Rika mit Yuki dieses Thema ansprechen konnte, kam ein weiteres Mädchen an den Tisch. Sie fragte mit gedämpfter Stimme nach der Schminke und Rika antwortete in der gleichen Lautstärke, dass sie zur Pause doch einen Blick in die Krankenstation werfen sollte. Da ließe sich zu dem Thema doch viel ungestörter reden. Das Mädchen nickte verstehend und ging zurück an ihren Tisch, wo sie mit den Mädchen dort tuschelte.
    „Sieht so aus, als würde es mit der Mundpropaganda schneller klappen, als vermutet“, meinte sie zu Yuki und nahm einen Schluck Tee.

    [Takeshi Okamura]
    Tag 3 - 07:05 Uhr – Gelände der Schule – Cafeteria


    Takeshi hatte sich ein gutes Frühstück an den Automaten zusammengestellt und sich eine ruhige Ecke in der Cafeteria gesucht, um dieses in Ruhe einzunehmen.
    Als das große blonde Mädchen an seinen Tisch trat blickte er fragend auf. Ihr langes Haar hing ihr auch über dem Gesicht.
    „Guten Morgen, Präsident des Schülerrats Okamura“, begrüßte sie ihn. „Ich komme mit einer ernsten Angelegenheit.“ Ihre etwas hagere Gestalt ragte ziemlich vor ihm auf, da sie sehr gerade stand.
    Das System dieser Welt kam Takeshi wieder zur Hilfe, indem es ihm den Namen des Mädchens mitteilte.
    „Guten Morgen, Kirishima-san. Wie kann ich dabei helfen?“ antwortete er dabei fließend.
    Susano Kirishima zog einen Fetzen Papier aus der Tasche und legte ihn neben dem Tablett auf den Tisch. Takeshi sah eine manuell gefertigte Kopie einer Automatenmarke, die jemand wohl recht schnell mit einem Stift angefertigt hatte. Mehr als einen sehr flüchtigen Blick hielt dieses Werk nicht stand.
    „Ein Mitschüler ist gestern direkt vor mir gestolpert. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die richtige Marke in der Hand. Nachdem ich ihm beim Sturz aufhelfen wollte, habe ich auf dem Boden nur noch dieses Ding dort gefunden!“ berichtete sie ihm.
    Takeshi blickte noch einmal auf die gemalte Marke. Hierbei handelte es sich um einen klaren Betrug!
    „Erinnerst du dich noch, wie dieser Schüler aussah, der vor dir gestolpert ist?“ hakte er nach. Auch wenn er vielleicht nicht der Betrüger war, so hatte der Austausch durch seinen Stolperunfall stattgefunden.
    „Er war nicht ganz so groß wie ich, schwarz-graue Stachelfrisur. Wirkte eher wie ein Europäer“ zählte sie ihm mit nachdenklichem Gesichtsausdruck auf.
    Takeshi hatte dazu sogar ein passendes Gesicht vor Augen. Nach dem Vorfall gestern Abend hatte er nicht mehr an Leopold-san gedacht, aber die Beschreibung brachte sein Bild sofort zurück.
    Er hatte gestern in der Cafeteria einen wenig schmeichelhaften Auftritt hingelegt und eigentlich hatte Takeshi vor gehabt, ihm mal richtig ins Gewissen zu reden. Durch den Angriff von Akuma-san war dieses Vorhaben dann irgendwie hinfällig geworden.
    „Ich werde mich darum kümmern, Kirishima-san. Darf ich dieses Beweisstück behalten?“
    Sie nickte in einer abgehackten Art und schien sogar kurz zu lächeln. Mit einem kurzen Heben der Hand verabschiedete sie sich und ließ Takeshi mit seinem Frühstück wieder alleine.


    [Hayato Akuma]
    Nachdem Hayato in der letzten Nacht wieder von seinen letzten Eindrücken in der Welt vorher geträumt hatte, war er nicht gerade gut gelaunt. Hinzu kam, dass er scheinbar alleine dastand. Nachdem gestern Leo mit der Zicke gegangen war, hatte er kaum etwas von den anderen zu sehen bekommen.
    Somit hatte er sich jetzt auch in eine Ecke der Cafeteria zurück gezogen, wo er vor den meisten Blicken geschützt war. Er hatte durch den relativ leeren Raum die kurze Szene beim grünäugigen Teufel mitbekommen. Ohne genau zu wissen, was dort tatsächlich Thema gewesen war.
    Außerdem hatte er Honoka-san gesehen, die mit einigen anderen an einem Tisch gesessen hatte, wo sie sich über Musik und bestimmt Gesangsgruppen unterhalten hatte. Dabei war sie Hayato so interessiert vorgekommen, dass er sie nicht von den anderen armen Seelen unterscheiden konnte.
    War sie dem verfluchten Einfluss zum Opfer gefallen? Konnte es dann nicht ihnen allen passieren, dass sie plötzlich zu braven Schülern wurden?
    Er wollte auf keinem Fall zu einem solchen hörigen Schüler werden, der gar nicht mehr mitbekam, wie sich die Tage für ihn endlos dahin zogen. Aber derzeit schien er wohl eher auf sich selbst achtgeben zu müssen. Während er sich mit seinem Frühstück beschäftigte, gab er sich die größte Mühe nicht aufzufallen.

    So ka, danke für die Info.
    Denk nur dran, wenn du die ganze Nacht da was rumwuseln willst, dass trotzdem nichts zu holen ist.
    Wäre jetzt halt auch das Problem, wenn sie irgendwo etwas aufgebrochen oder beschädigt hat, dass niemand es wissen kann, bis du es dann in deinem Post bringst. Daher gib dazu bitte ne PN-Info, da ich sonst niemanden loslaufen lassen kann.
    Der Morgen wird jetzt gebraucht, da wir Honoka erst mal in die NPC Schiene setzen wollen. Da sie dann brav zum Unterricht geht, ist nach 8 Uhr da nichts mehr zu wollen.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 3 - 06:30 Uhr - Wohnheime der Schüler (4) - Mädchenwohnheim - Rikas Zimmer

    Und wieder war es der Wecker, der das Ende der Nacht ankündigte. Rika setzte sich im Bett auf und blickte für einen Moment verwirrt um sich. Der Anblick des Zimmers brachte sie wieder auf den Boden der Tatsachen. Die Welt nach dem Leben...Ihr Blick fiel auf einen Teil des Tauschgutes, den sie gestern Abend nach dem Besuch in der Bibliothek noch aus dem Labor mitgenommen hatte. Ihre Haare fielen ihr ins Gesicht, als sie den Arm nach dem lästigen Wecker ausstreckte.Heute würde also die neue Aktion starten. Sie würden richtig in den Tauschhandel einsteigen und sich eine Basis zum Überleben ohne den Unterricht schaffen. Yuki hatte ihr bislang nur kurz die Sache mit Kouta erklärt. Er war wohl ihr Opfer für den Lebensmittelraub am ersten Tag gewesen.Allerdings war die viel interessantere Frage, ob diese Aktion bei ihm das "Erwachen" bewirkt hatte.Rika schwang die Beine aus dem Bett. Heute musste sie sich wenigstens nicht frei strampeln, was sie zufrieden feststellte.Die Beretta schaute unter ihrem Kopfkissen hervor, wo sie diese gestern beim Schlafen gehen auch deponiert hatte.Irgendwie fühlte sie sich heute viel munterer im Gegensatz zu dem gestrigen Morgen. Wahrscheinlich lag es daran, dass für heute ein Plan bestand, der hervorragende Chancen auf Erfolg hatte.


    Rika ging in den Waschraum, der zu ihrem Zimmer gehörte und drehte das Wasser in der Dusche an. Es dauerte auch hier immer einen Moment, bis es warmes Wasser gab. Aber wenigstens gab es überhaupt warmes Wasser!Sie ließ ihr Nachthemd auf den Boden fallen und trat unter die Strahlen heißen Wassers.
    Während das heiße Wasser ihren Körper belebte, dachte sie an die Aktionen des letzten Abends. Nachdem sie in der Bibliothek ihre Recherchen abgeschlossen hatten, waren sie ins Labor zurückgekehrt und hatten noch ein paar Experimente durchgeführt.Dabei War die Sprache wieder auf die Sicherheit ihrer Tauschware gekommen. Kouta hatte das Labor als zu offen befunden, falls sich jemand, wie z. B. Nukui-san Zutritt verschaffen wollte. Bevor man ihr also einfach Beute zukommen lassen wollte, wäre ein anderes Lager vielleicht doch besser.So hatten sie dann alle bereits fertiggestellten Materialien in einen unterirdischen Geheimraum gebracht, was dann fast schon den Rest des Abends ausgefüllt hatte. Der Raum, der von Kouta auf einem Streifzug durch Zufall entdeckt worden war, verhieß mit seiner Geheimtür eine bessere Sicherheit. Rika hatte wegen des Raumes die Vermutung geäußert, dass sich womöglich noch mehr geheime Gänge auf dem Gelände befanden.


    [Takeshi Okamura]
    Suchend tastete der Arm unter der Bettdecke hervor, als der Wecker begann zu nerven. Takeshi schlug die Decke zurück und fand endlich den Störenfried und konnte ihn abschalten. Gähnend schwang er die Beine aus dem Bett und setzte sich auf die Kante.Als sein Blick auf den Laptop auf seinem Schreibtisch fiel, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. Obwohl er gestern lange an den Modifikationen gearbeitet hatte, war er mit dem Erfolg sehr zufrieden. Noch einmal würde man ihn nicht so kalt erwischen, wie es gestern auf der Brücke passiert war. Takeshi wusste nicht so recht, ob er den Angriff auf sich als einen Vergeltungsangriff wegen des Unfalls am Vormittag sehen sollte. Scheinbar war die Aktion von Akuma-san als bewusster Angriff gewertet worden. Demnach musste der ihn wohl für einen blutdürstenden Psychopathen halten. Überhaupt war es mit den Schulschwänzern sehr seltsam. Einige ihrer Aussagen deutete darauf hin, dass sie ihn für eine Art von Gefängniswärter hielten.Takeshi hatte sich klar machen müssen, dass aus dieser Überlegung ein Angriff auf ihn für diese Schüler durchaus Sinn machen könnte. Nur hatte er keine Lust, hier als Prügelknabe herzuhalten. Mit seinen neuen Maßnahmen würde das auch nicht passieren!

    Zu Black Butler ist jetzt auch ein live-action Film in Arbeit.
    Die Handlung wird dabei in das Jahr 2020 verlegt und spielt in einer asiatischen Stadt in der die westliche und die asiatische Kultur sich miteinander vermischen.
    Hiro Mizushima spielt Sebastian.


    Nach Anime News Network gibt es dazu auch schon Trailer.

    Tag 2 - 18:06 Uhr - Gelände der Schule - Bibliothek


    Kouta bemerkte eine gewisse Freude bei Sakamato-san, die ihm irgendwie nicht so ganz begreiflich war. Allerdings konnte er ihr Bedauern in Bezug auf die Fähigkeit durchaus nachvollziehen. Er hatte es anfangs gar nicht glauben können, dass sich einfach so etwas erschaffen ließ.
    Er hatte jedoch nicht gewusst, dass die Fähigkeit begrenzt auf einige Personen war.
    In den Gesprächen mit Rika hatten sie sich mehr um Details gekümmert. Waren immer in den eher wissenschaftlichen Bereichen geblieben, in denen sich Kouta am Wohlsten fühlte.
    "Wollen wir nicht zu Rika-senpai gehen, damit sie auch davon erfährt? Bevor sie sich noch wundert, dass wir nicht zurückkommen."
    Erst als Sakamato-san es aussprach, fiel Kouta wieder ein, dass Rika zu einem höheren Jahrgang gehören musste. Da sie keine Schuluniform trug und mit ihm eher technische Gespräche führte, war sie eher so etwas wie ein Labor-Partner. Er hatte gar nicht weiter darüber nachgedacht, ob sie vielleicht schon in der Abschlussklasse war.
    Es ging schließlich nicht um Ausgehen oder miteinander gehen... Kouta verspürte wieder diese unnatürliche Unruhe, die ihn bei diesen Themen befiel. Da wandte er lieber schnell seine Gedanken wieder anderen Bahnen zu.


    [Rika Sumiyoshi]
    Rika hatte sich auf ein Buch zur Entwicklung der Kosmetik konzentriert, aber ihre Gedanken schweiften trotzdem immer wieder ab. Als sie Koutas Stimme vernahm, wandte sie sich um, aber Yuki hatte scheinbar etwas anders im Sinn und verschwand mit ihm zwischen den Regalen.
    "Ob sie sich doch kennen?" wunderte sie sich in Gedanken.
    Wegen der möglichen Bedrohung durch die Gelüste von Nukui-san schwenkten ihre Überlegungen immer wieder zu Waffen ab, die man auf kürzere Distanzen verwendete. Dabei könnten Computer tatsächlich sehr nützlich sein, weil sie dreidimensionale Darstellungen der ganzen Konstruktion ermöglichten, die sich auch noch bewegen ließen.
    Lange schien das, was auch immer Yuki gewollt hatte, dann doch nicht gedauert zu haben.
    Auch wenn Yuki im Großen und Ganzen zufrieden wirkte, bemerkte Rika doch eine Unruhe in ihrem Gesicht.
    "Wir sollten tatsächlich die Möglichkeiten der Computer nutzen, da sie uns grafisch sehr viel mehr zeigen können", meinte sie zu den beiden, als sie nah genug waren, dass sie reden konnte ohne die Lautstärke anzuheben. Ein kurzes Verziehen in Yukis Gesicht gab ihr dabei doch noch einen Hinweis.
    "Falls du damit noch nicht gearbeitet hast, bleib einfach erst einmal bei mir!" raunte sie ihr zu, da sie glaubte, dass Yuki in ihren bisherigen Kreisen vielleicht nicht so etwas profanes wie einen Computer hatte nutzen dürfen. Sie blinzelte ihr zu, so dass Kouta es nicht sehen konnte und schob sie dann hinter Kouta her.

    Tag 2 - 18:06 Uhr - Gelände der Schule - Bibliothek


    Das Mädchen schien doch sehr erleichtert zu sein. Kouta musste im Stillen schlucken, als sie sich erneut verbeugte. Sie stellte sich ihm daraufhin mit ihrem vollen Namen vor. Nach einem kurzen Zögern bot sie ihm dann sogar an, sie beim Vornamen nennen zu dürfen.
    Kouta wusste erneut nicht, was er darauf erwidern sollte. Eigentlich war er doch immer eher der Unsichtbare gewesen, den man in der Klasse möglichst ignoriert hatte. Na ja, immer noch besser, als es den anderen Typen ergangen war, die schikaniert wurden.
    Da er in bestimmten Fächern echt etwas drauf hatte, wurde er nicht diesen Gebräuchen unterworfen, um seine Unterstützung im Notfall erhalten zu können. Denn mit Prügel oder Schlägen ließ er sich nicht einschüchtern.
    Trotzdem hatte er in der Gegenwart von Mädchen immer Probleme. Früher war es nie so gewesen, aber ab einem gewissen Alter beschleunigten sie plötzlich seinen Herzschlag.
    "Vorhin hat es so ausgesehen, als ob du eine von uns kennen würdest. Da ich es nicht bin, kann es sein, dass du Kouta-kun bist?"
    Ihr letzter Satz brachte ihn wieder in Verlegenheit, denn sie kannte tatsächlich seinen Vornamen.
    Sie hatte ihn also von Rika erfahren, deren Freundin sie war.
    "Ähm ja, Nemura Kouta mein Name", brachte er trotzdem recht flüssig heraus.
    Um seine Verlegenheit los zu werden, dachte er wieder an den eigentlichen Grund, weshalb er die beiden angesprochen hatte.
    "Es gibt hier auch Computer, über die man etwas gezielter seine Nachforschungen zur Reproduktion von Dingen anstellen kann", begann er auf den technischen Aspekt zu sprechen zu kommen. "Ich hab da schon wegen verschiedener chemischer Verbindungen nachgesehen, die bei einigen Artikel helfen könnten. Leider ist die Fähigkeit des Erschaffens wohl von der Vorstellungskraft abhängig, so dass ich bei Chemikalien ganz gut bin, aber andere Dinge schafft Rika einfach spielend im Gegensatz zu mir."
    In diesen etwas gewohnteren Bahnen gewann seine Stimme ihre Sicherheit sofort zurück.

    Tag 2 - 18:06 Uhr - Gelände der Schule - Bibliothek


    Kouta wusste gar nicht so recht, wie ihm denn geschah, als das andere Mädchen ihn nach einer kurzen Bitte an einem Zipfel seiner Uniform hinter sich her zerrte. Sie hatte ihn im ersten Moment ganz normal wie jemand, der in ein Buch vertieft gewesen war angesehen, um dann schlagartig einen betroffenen Gesichtsausdruck zu bekommen.
    Als sie hinter zwei Regalreihen vor den Blicken der anderen geschützt waren hielt sie an und wandte sich ihm, nachdem sie irgendetwas gemacht hatte, wieder zu. Fast noch aus der Bewegung setzte sie zu einer tiefen Verbeugung an. Dabei streckte sie ihm eine Essensmarke, die sie ehrerbietig in beiden Händen hielt, entgegen.
    "Es tut mir leid! Ich war es, die dir gestern deine Essensmarke geklaut hatte. Es ist einiges passiert und ich wusste nicht wirklich, was ich deswegen tun sollte... Und habe mich dann falsch entschieden. Wirklich, es tut mir Leid. Ich hoffe als Wiedergutmachung akzeptierst du diese Marke für die Schulmensa! Bitte nimm sie an."
    Die Worte überrumpelten ihn etwas und Kouta wusste nicht, was er sagen sollte. Das Mädchen mit den grünen Augen kam ihm nicht im Mindesten bekannt vor. Eigentlich war er davon ausgegangen, dass sie die Freundin von Rika war.
    "Ehm... Ja... weißt du...", stotterte Kouta, der immer noch auf den gerade bloß liegenden Nacken des Mädchens starrte. "Ich hab es kaum bemerkt... weil ich sowieso Kopfschmerzen hatte." Irgendwie wollte es ihm nicht gelingen einen zusammenhängenden Satz heraus zu bringen.
    Seinem Magen war die Bedeutung der Marke jedoch sofort klar, da er sich mit einem lauten Knurren zu Wort meldete. Kouta lief rot an, da ihm diese Reaktion das ganze noch peinlicher erscheinen ließ. Er hatte fast immer Probleme, wenn er mit Mädchen sprechen sollte. Dann stotterte er vor Aufregung. Aber er konnte auch die Entschuldigung des Mädchens nicht einfach so im Raum stehen lassen.
    "Ich... hrm... Ich danke dir für deine Ehrlichkeit und nehme die Entschuldigung an", brachte er dann von einem Räuspern unterbrochen heraus. Dabei nahm er ihr vorsichtig die Marke, ebenfalls mit beiden Händen, aus den Fingern.

    [Hayato Akuma]
    Tag 2 - 18:06 Uhr - Gelände der Schule - Lehrerwohnheim - Zimmer des Direktors


    Nachdem Hayato seine Ausgangsbasis für sich gesichert hatte, fand er noch ein paar andere Programme auf dem Laptop, mit dessen Hilfe sich Gebäudestrukturen und taktische Übersichten anzeigen ließen. Man konnte sogar mit Hilfe einer Programm-Gestützten Remotekontrolle eine Leinwand hinter dem Schreibtisch herunterfahren lassen.
    Leider ließ sich aber keine Überwachung oder ähnliche Sicherheitsmaßnahmen mit dem gerät vornehmen. Außer der Zugangssicherung dieses Raumes ließ sich das System dieser Welt nicht weiter in die Karten schauen.
    Nachdem nun die anderen sich scheinbar ihren eigenen Zielen zugewandt hatten, war die Beanspruchung dieses Raumes für ihn eine notwendige Maßnahme gewesen. Yukiko war mit der Rothaarigen zusammen, die Dank ihrer Gabe auch für sie sorgen würde. Deshalb brauchte er sich erst einmal keine Sorgen in der Richtung zu machen.
    Aber da er momentan alleine gegen den Gott dieser Welt und seine Vasallen stand, musste er sich so viele Vorteile wie nur irgend möglich verschaffen. Um nicht so einfach die Kontrolle über diesen Raum wieder verlieren zu können, hatte er den Zugang zum Laptop auch gleich noch geschützt. Viel mehr konnte er vorerst nicht tun.
    Deshalb hatte er auch den kleinen Vorrat an Essensmarken im Schreibtisch des Direktors gelassen, da dieser Raum vorerst nur von ihm betreten werden konnte.
    Nun hatte er den Raum hinter sich gesichert und machte sich auf den Weh zum Wohnheim, wo er erst einmal duschen wollte, um sich dann noch ein wenig mit dem Durchdenken der Situation zu beschäftigen.

    Tag 2 - 18:05 Uhr - Gelände der Schule - Bibliothek


    Kouta sah sich in der nur leicht gefüllten Haupthalle der Bibliothek um. Wegen einiger Nachforschungen hatte er sich vor einiger Zeit hierher begeben und war dann im Computerzimmer hängen geblieben, wo er detaillierte Zeichnungen und Explosionsdarstellungen von einigen Waffen entdeckt hatte.
    Nachdem er die Beretta bei Rika gesehen hatte, war er mit dem Gedanken losgezogen, sich ebenfalls etwas in der Art zuzulegen. Schließlich war er mit dem Treibmittel für die Munition schon ziemlich weit gekommen. Leider war das mit der genauen Vorstellung von einer Waffe gar nicht so einfach. Selbst mit den Details einer Explosionsdarstellung im Computer konnte er keine reale Kopie erzeugen.
    Nachdem sich dann auch noch der Hunger gemeldet hatte, wurde er ja vor ein weiteres Problem gestellt. Er hatte nicht am Unterricht teilgenommen und somit auch keine Marken erhalten. Eigentlich hatte er gestern schon nichts gegessen. Nach dem ersten Unterrichtsblock war er mit Brötchen und einem Getränk in der Menge beklaut worden. Wegen der Kopfschmerzen hatte er es zu dem Zeitpunkt gar nicht richtig wahrgenommen. Aber wegen der Kopfschmerzen war er auch nicht zum zweiten Unterrichtsblock gegangen und somit nicht zu den anderen Marken gekommen.
    Heute morgen hatte er Hikaru aus seiner Klasse getroffen, der ihm etwas von seinem Essen abgegeben hatte, was aber seinen Magen eher angeregt als gesättigt hatte. Inzwischen war das Knurren zu einem unangenehmen Störfaktor geworden, so dass er seine Nachforschungen unterbrechen musste.
    Als er dann in einer der Regalreihen Rika entdeckte, die offenbar ebenfalls Nachforschungen betrieb, ging er langsam zu ihr rüber. Dabei entdeckte er das andere Mädchen, dass jetzt eine andere Bluse trug, als die zur Schuluniform gehörende. Das musste die Freundin sein, von der Rika ihm erzählt hatte.
    "Ähem, Hallo. Es gibt hier auch einen Computerraum!" wandte er sich laut an die beiden.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:48 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    "Ich denke, es wird ausreichen, wenn wir uns das Wissen dort aneignen. Dazu sollten wir uns auf bestimmte Projekte einigen, damit wir dann die Informationen zusammenführen können", antwortete Rika.
    Da so viele Dinge des täglichen Lebens eine Selbstverständlichkeit geworden waren, hatte man auch nur eine ziemlich wage Vorstellung von ihnen. Um sie in dieser Welt erschaffen zu können, musste man also die Vorstellung sehr stark präzisieren. Rika ging davon aus, dass bei bestimmten Artikeln längere Versuchsreihen notwendig sein würden, um sich diese Vorstellung anzueignen.
    "Du kannst am besten mit den chemischen und biologischen Grundlagen anfangen, Yuki. Je besser du eine Vorstellung vermitteln kannst, desto schneller bekommen wir ein Ergebnis." Rika bedeutete ihr, sich fertig anzuziehen.
    Das sie gerne schraubte und mechanischen Dingen auf den Grund ging, bedeutete nicht automatisch, dass sie sich auch mit Chemie und Biologie gerne befasste. Da würde sie schon einiges an Hilfe gebrauchen.
    Als Yukiko sich wieder präsentabel gemacht hatte, zog Rika sie mit sich in Richtung der Bibliothek.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:48 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    Das Nukui-san versuchen würde, hier das Monopol an sich zu reißen war ein fast schon amüsante Annahme. Rika war überzeugt, dass das System dieser Welt eine solche Gangster-Schmonzette nicht dulden würde. Anhand von ihren Untersuchungen ging sie davon aus, dass massive Abweichungen durch systeminterne Maßnahmen eingedämmt und rückgängig gemacht wurden. Das Gelände dieser Schule war nicht groß genug ausgelegt, um hier Banden und Territorialkämpfe abhalten zu können.
    Das dieses Mädchen versuchen würde, sich an die Spitze der Nahrungskette zu setzen, war wohl unvermeidbar, wenn man ihr bisheriges Verhalten zugrunde legte. Aber es gehörten immer mehrere Faktoren zu so etwas. Und Rika hatte bestimmt nicht vor, hier so eine Art Hofzauberer zu werden.
    Aber es könnte durchaus angebracht sein, wenn man die eigentliche Lagerung der Hauptproduktionen nicht zu offen vornahm.
    Auf diesem Gelände musste es noch mehr geben! Vielleicht sogar ein paar Verbindungs- und Wartungsgänge von Versorgungsleitungen und andere unterirdische Räume.
    Rika hielt es auch für besser, wenn möglichst wenig Leute von dieser Tauschware erfahren würden.
    "Was wollen wir dann den Abend über machen? Weitere Forschungen, oder schon mal den Raum vorbereiten?" fragte Yukiko nachdem sie wohl selbst noch ein paar Überlegungen unternommen hatte.
    "Wir sollten mit der Forschung weiter machen, da Aktivitäten am Krankenrevier um diese Zeit auffallen würden. Es wäre bestimmt gut, wenn wir noch einmal die Bibliothek aufsuchen würden, um geeignetes Informationsmaterial zu besorgen."
    Rika behielt dabei im Auge, dass die genaue Vorstellung das Schwierigste am ganzen Prozess war.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:47 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum

    So weit hatte sie also einen Plan.
    "Dann machst du also morgen den Anfang mit der Werbung, während ich die ersten Dinge eintausche. Ab dem Nachmittag werde ich dann auch dazu stoßen und dem ein oder anderen Klub einen Besuch abstatten? Was machen wir dann während die anderen im Unterricht sitzen? Nachforschungen bezüglich anderer Stoffe anstellen? Und vor der ersten Pause sollten wir noch den Raum herrichten. Ein wenig Platz schaffen und vielleicht die Betten so positionieren, dass wir die Vorhänge für ein wenig Privatsphäre nutzen können."
    Rika wollte nicht unbedingt zu viel aktive Werbung machen, da die Mundpropaganda bedeutend besser für ihren Zweck geeignet war. Wenn jemand in der Öffentlichkeit etwas herum posaunte, dann machte das zwar schneller große Wellen, würde aber auch unliebsame Aufmerksamkeit nach sich ziehen.
    "Wir sollten das nicht zu laut machen, Yuki. Lieber ein paar geschickt platzierte Zettel am schwarzen Brett. Wenn wir zu aktiv Werbung machen, könnten auch andere aufmerksam werden." schränkte sie deshalb ein.
    Auf alle Fälle würden sie aber den Raum vorbereiten müssen. Am Besten auch gleich ein paar Verstecke vorbereiten, damit die Tauschwaren nicht zu offensichtlich rumstanden.
    "Das Krankenzimmer sollten wir morgen auf alle Fälle bis zur Pause vorbereitet haben. Danach ein paar dezente Runden durch die Schülerschaft, um die Information einzustreuen. Dadurch werden sie uns nicht gleich die Türen einrennen, was ja auch nur wieder auffallen würde." Rika grinste bei dem Gedanken. Wenn plötzlich die Schülerinnen in langer Schlange vor der Krankenstation standen, dann wären die Lehrer und wer sonst noch alles schnell da. Mit den Lehrern würde auch der Schülerrat die Information bekommen.
    Und schon hätten sie so etwas wie eine Untersuchungskommission am Hals.
    "Wir können es uns im Augenblick leisten, die Sache langsam und gut geregelt anlaufen zu lassen, da wir nicht viele sind. Wenn die Kunde dann erst einmal herum ist, dann werden es schnell mehr werden. Dann müssten wir spätestens dafür sorgen, dass man uns die Essensmarken nicht einfach wieder klaut. An dem Punkt würde ich dann Akuma-san als Wache einbauen, wenn er denn mitspielt. Er wird für seine Dienste entlohnt und die Tauschbude hat ihren Schutz, was meinst du?"
    Bei einem langsamen Start würden sie die Kontrolle über den Zugang behalten. Rika war nach der ersten Aktion davon überzeugt, dass Interesse nicht das Problem sein würde. Die meisten der Schülerinnen waren gerne bereit, einen Teil ihrer Essensmarken gegen ein paar schicke Accessoires zu tauschen. Und in der ersten Pause würde es ja eh die anderen Marken geben, die für die kleinen Stände im Schulgebäude gedacht waren. Aber verpackte Brote und die Getränke ließen sich auch etwas aufbewahren.
    Die Nahrungsmittel aus der Cafeteria kamen fertig zum Verzehr aus den Automaten. Da ließ sich nichts wegpacken für später, wenn man etwas warmes essen wollte. Und die Getränke dort waren Mehrwegbehälter mit Inhalten zwischen 0,2 und 0,5Litern, wie man sie aus den japanischen Automaten kannte. Größere Mengen bekam man dort nur im Supermarkt, den es hier nicht gab.
    Wenn es gelang, dass sie Thermokannen erschaffen konnten, dann wäre auch der grüne Tee eine Möglichkeit zum Mitnehmen.
    Nachforschungen würden in den nächsten Tagen wohl die meiste Zeit beanspruchen.
    "Wenn nichts anderes zu tun ist, werden wir wohl weiter Nachforschungen betreiben müssen. Jedes Teil, dass erschaffen werden soll, muss schließlich sehr detailliert im Kopf vorgestellt werden können. Deshalb ist die Vorarbeit dabei das Wichtigste, der Prozess selbst ist dann eine einfache Sache." schloss Rika dann ihre Überlegungen dazu ab.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:47 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    Yukiko schien inzwischen richtig motiviert zu sein. Trotzdem behielt sie den Überblick, was die ganze Sache doch am Laufen halten würde. Das sich Akuma-san ihnen anschließen würde, glaubte Rika zwar nicht, aber er würde sie auch nicht angreifen oder beklauen. Mit ihm ließen sich möglicherweise ein paar Arrangements treffen. Je nachdem, wie sich die anderen Leute vom ersten Tag verteilt hatten, musste man sehen. Falls er plötzlich alleine war, ließ er sich vielleicht anwerben, um die kleine Geschäftsbasis zu bewachen.
    "Wann wollen wir dann mit unserem kleinen Beauty-Shop beginnen? Ab morgen?"
    Rika grinste sie breit an.
    "Wenn wir an regelmäßigen Mahlzeiten Interesse haben, wird uns wohl keine andere Wahl bleiben. Ich habe im Augenblick keine Marken mehr, obwohl ja eigentlich noch welche von gestern übrig sein müssten." erwiderte sie gut gelaunt. "Für heute bin ich zwar satt, aber morgen würde ich schon gerne wieder was essen!"
    Sie würden das Krankenrevier einfach etwas umstellen, so dass sich ein paar abgetrennte Betten ergaben, die dann als Umkleidekabinen genutzt werden konnten. Dabei ließen sich dann, ohne dass es in der Öffentlichkeit gesehen würde, die Tauschgeschäfte durchführen.
    Und falls jemand einfach so in die Krankenstation kam, dann war nicht sofort zu sehen, was sie dort machten.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:47 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    Rika brauchte einen Augenblick, in dem sie wahrscheinlich einen ziemlich fragenden Blick auf Yukiko gerichtet hatte. Da sie selbst mit den Filmfiguren angefangen hatte, waren die magischen Mädchen ja nicht ab vom Thema.
    "Und ja, es passt perfekt. Danke, Senpai! Ich würd sagen, dass ich sie ab jetzt trage, um weiter Aufmerksamkeit auf uns zu lenken? Bis sich das Wissen über unser Angebot festgesetzt hat?"
    Rika schaute sich das Ergebnis noch einmal an und nickte zufrieden.
    "Na ja, Magie wäre es eher, wenn kein Basismaterial benötigt würde. Ich könnte mir vorstellen, dass mit vollständigem Zugriff auf das System dieser Welt auch so etwas möglich wäre." ging sie noch kurz auf den vorherigen Punkt ein.
    "Denk aber auch daran, dass du die anderen aufmerksam machst, wenn du mit anderen Klamotten rumläufst", erinnerte sie Yuki noch einmal.
    Rika kam es schon beinahe so vor, als hätte sie eine Art Ausstatter-Gilde gegründet.
    Allerdings würden das Sortiment mit der Zeit bestimmt noch wachsen, denn mit weiteren Leuten, die diese Fähigkeit besaßen, würden sie auch noch mehr Dinge herstellen können.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:47 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    Yukiko war in dem kleinen Abstellraum verschwunden, um dort die Entwürfe anzuprobieren. Als sie kurze Zeit später den Kopf vorsichtig heraus streckte, war ihre Anmerkung: "Hehe, ich glaub es ist ein wenig zu groß für mich"
    Rika stand auf und ging zu der halboffenen Tür, aus der sie immer noch Yukiko anblickte.
    "Der Vorteil an dieser Art der Produktion ist wirklich eine Erleichterung, Yuki", begann sie, während sie kurz an ihre herab schaute. Der Kragen, der für ihren kleineren Halsansatz viel zu groß war, schien sich kurz zu kräuseln. Dann schob er sich zusammen und bildete eine viel schmalere Ausgabe seines vorherigen Selbst. Auch die Länge der Bluse veränderte sich auf diese Weise schnell zu einer weitaus angenehmer zu tragenden Länge.
    "Die Maßschneiderei erfolgt in wenigen Augenblicken und kann direkt auf dem Körper erfolgen!"
    Sie überzeugte sich kurz, das Halsumfang und Länge so passend wirkten.
    "So müsste es schon besser passen, oder?"

    Hayao Miyazaki, einer der Firmenbegründer von Studio Ghibli und weltweit bekannter Filmemacher, zieht sich aus der Spielfilmproduktion zurück.
    Studio Ghibli President Koji Hoshino kündigte am Sonntag die Entscheidung des Mitbegründers auf einer Pressekonferenz auf den Filmfestspielen von Venedig an.
    Der inzwischen 72 Jahre alte Filmemacher begann bereits in den 70'ger Jahren mit Produktionen wie Lupin III, Future Boy Conan und Sherlock Hound als Fernsehproduktionen seinen Ruf aufzubauen.
    Sein erster Film Lupin III: The Castle of Cagliostro, kam im Jahr 1979 in die Kinos. Und als er 1984 dann aus dem Anfang des Mangas den Film Nausicaä of the Valley of the Wind in die Kinos brachte, war eine neue Idee geboren. Zusammen mit seinem Freund Isao Takahata gründete er das Studio Ghibli.


    Ghibli schrieb eine Erfolgsgeschichte mit Produktionen wie Laputa: Das Schloss im Himmel, Sky, Mein Nachbar Totoro, Kiki's kleiner Lieferservice, Porco Rosso, Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das wandelnde Schloss, Ponyo und schließlich The Wind Rises.


    Den Ankündigungen zufolge "retire from the production of feature-length films" würden kürzere Projekte noch innerhalb der Möglichkeit liegen.


    Bei einem Interview im Fernsehsender TBS's Ō-sama no Brunch sprach Miyazaki davon, dass er einer Fortsetzung von Nausicaä aus dem Tal des Windes grundsätzlich offen stehen würde. Er würde ein solches derzeit hypothetisches Projekt dann aber Hideaki Anno überlassen, der auch seine Stimme für den Protagonisten in The Wind rises gegeben hat.

    [Rika Sumiyoshi]
    Tag 2 - 17:46 Uhr - Gelände der Schule - Laborraum


    So wie Yukiko die Blusen berührte, schien sie diese wirklich sofort anprobieren wollen. Rika wusste aber nicht, wann Kouta wieder hier auftauchen würde. Wenn Yuki gerade auf Unterwäsche stehen würde, wenn plötzlich ein Junge reinkam, würde sie bestimmt vor Scham im Boden versinken. Deshalb war es wohl besser, den kleinen Nebenraum zum Umkleiden zu benutzen, da nur die Tür vom Labor dort hinein führte.
    So weit Rika gesehen hatte, war er eine Art Archivraum.
    "Es kommt mir vor, als ob wir einen Beauty-Shop eröffnen. Es fehlen nur noch Nagellack, Lotionen und Cremes."
    Mit der Bemerkung wollte Yuki schon loslegen, aber Rika stoppte sie mit einer kurzen Handbewegung.
    "Warte! Nimm lieber den kleinen Archivraum dort hinter der Tür. Falls jemand hier plötzlich reinkommen sollte", schlug sie Yukiko vor. "Und mit all diesen Sachen lassen sich viel friedlicher die Essensmarken besorgen, ohne dass wir jemandem wehtun müssen. Wir machen ihnen, im Gegenteil, sogar noch eine Freude."
    Vielleicht wunderte sich Yukiko ja, wo das viele Zeug schon her kam, aber die Erschaffung von Dingen verlief sehr schnell. Das Langwierige war einfach, sich die genaue Vorstellung anzueignen. Rika hatte sogar im Schlaf noch einen weiteren Gegenstand erschaffen und es waren diese verdammten Stöckelschuhe gewesen, die ihr wohl noch immer im Kopf herum spukten...