Beiträge von Soulshadow

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 - 08:00 Uhr - Gelände der Akademie - Vorplatz des Verwaltungsgebäudes


    Pünktlich mit dem Sekundenzeiger der Uhr am Schulgebäude trat Valentina Amasowa an das Mircrofon und begann ihre morgendliche Ansprache.
    "Ihnen allen einen guten Morgen! Mit dem Beginn des heutigen Tagesprogrammes wird für die Meisten unter ihnen bereits die Tagesroutine anfangen. Auf dem Unterrichtsplan stehen Sprachen, Biologie und Geschichte für alle. Die Schülerinnen und Schüler, die erst gestern angekommen sind, werden heute während der Traingszeiten zu ihren Einstufungsprüfungen aufgerufen werden!" ließ sie ihre Stimme erklingen.


    "Ab dem heutigen Tag steht für alle hier in der Abunai Akademie ein Postfach hier im Verwaltungsgebäude zur Verfügung, in dem Nachrichten von außerhalb, wie auch interne Meldungen und Informationen zu finden sein werden! Einige haben die kleinen Schließfächer vielleicht schon auf dem Weg nach draußen bemerkt. Sollte jemand ein Päckchen oder Paket erhalten, so wird eine entsprechende Nachricht in dem Fach vorliegen, da wir aus Platzgründen die Fächer auf ein Minimum beschränken müssen!" fügte sie die erste Neuerung hinzu.
    "Während der heutigen Nachmittagsveranstaltung wird jeder Schülerin und jedem Schüler die Möglichkeit eines Schusswaffentests gegeben, die daran interessiert sein sollten. Meldungen sind heute in der letzten Unterrichtsstunde nach dem Unterricht abzugeben. Es ist kein Zwang, wie ich noch einmal ganz deutlich sagen möchte! Zeitgleich wird in einem Teil des Freigeländes ein Nahkampftraining angeboten. Falls jemand beides mitmachen möchte, soll er sich entsprechend anmelden. Für alle gilt außerdem das Fähigkeitentraining!"


    "Besteht bei Einzelnen unter ihnen noch ein Bedarf zu einem Einzelgespräch, dann möchten sich diese an der Rezeption melden, damit ein Termin vereinbart werden kann!" Sie hielt einen Moment lang inne und blickte über die Menge vor ihr.
    Noch immer war deutlich eine gewisse Verunsicherung bei vielen zu erkennen, denen der Zweck der Akademie nicht klar war.


    "Wie es viele von ihnen bereits kennen, handelt es sich nach dem Prinzip der High School bei vielen Unterrichtsfächern um Pflichtfächer. Der Unterrichtsstoff entspricht aber einem College. Dies sei nur dazu gesagt, falls einige unter ihnen zu der Meinung gekommen sind, dass es hier alles sehr locker im Unterricht abgeht! Es werden auch in den nächsten Wochen für die Klassen Guidance Countselors, also Betreuungslehrer, gewählt werden, also schauen sie sich genau um!" Wieder legte sie eine kurze Pause ein.

    [Hikaru Khanzu] [Mhairi Khanzu]
    20:16 Uhr – Schulgelände bei der Sonnenbrücke - Seeufer


    Als die beiden das Pärchen am Seeufer entdeckten, blieben sie stehen.
    "Takeya und Chinatsu!" erkannte Hikaru die beiden. Sie standen irgendwie verloren am Seeufer und unterhielten sich.
    "Sie wissen über Vampire bescheid!" flüsterte Felic ihm zu, da ihr Gehör bedeutend besser war.
    "Mich stört es nicht, wenn sie es wissen. Vielleicht brauchen wir sogar mehr Menschen hier in der Schule, die über die Hintergründe informiert sind!" antwortete Hikaru leise.
    Falls die beiden am Seeufer sich noch etwas zu sagen hatten, wollte er dabei nicht stören.

    Nun, Moody,


    Ganz so einfach lassen sich ältere Menschen nicht aus ihrem gewohnten Show- und Nachrichtenalltag herauslösen. Gib ihnen einen Manga-Band in die Hand und sie kommen erst einmal nicht damit klar! Und das liegt nicht nur an der umgekehrten Leseweise, sondern auch, dass die Bilderfolge nicht linear aufgebaut ist.
    Uns allen ist beim Lesen eines Mangas dieser Aufbau bereits verinnerlicht, so dass es keine Probleme bereitet!


    Auch ältere Leute Zeigen Interesse, aber meist ist es ihnen zu mühevoll, sich diese Leseweise anzugewöhnen...


    Und einfach einen Anime, als Abendfilm einzulegen... Jeder kennt seine Familie und auch sein Umfeld, da wird er dann auch wissen, ob es überhaupt akzeptiert wird.


    In vielen Fällen stehen die eingefahrenen Wege des Alltags den Leuten im Weg, etwas Neues zu entdecken. Das sich nicht immer alles um die Themen in den Seifenopern drehen muss!
    Denn eines hab ich schon mehrfach festgestellt... wenn sich jemand darauf einlässt, springt dann auch der Funke schnell über!
    Und dann entwickelt diese Person schnell eigene Interesse in der weiten Bandbreite der Anime und Mangas.

    [NPC]
    Tag 3 - 07:32 Uhr - Verwaltungsgebäude - Rezeption


    Rika musste einen Augenblick warten, da der junge Mann etwas in Gedanken schien. Als er dann doch reagierte, bemerkte sie die zögerliche Aussprache des Begriffes Schießplatz.
    Mit einem immer noch verbindlichen Lächeln zog sie eine Lageplan im DIN A4 Format aus einer der Schubladen. Erst dabei beendete der junge Mann seinen Satz.
    "Gut, vielen Dank der Nachfrage!" antwortete sie ihm, während sie den Lageplan in sein Sichtfeld auf dem Tresen schob. "Die Anlage, die hier unter dem Namen Schießstand läuft, ist zum größten Teil unterirdisch. Wenn sie aus dem Gebäude hier herausgehen, dann einfach geradeaus auf das Schulgebäude zu, dass am anderen Ende des Platzes liegt. Am Schulgebäude dann rechts, dem schmaleren Weg folgen, am Haus der Direktorin vorbei. Dann gelangen sie direkt dorthin."
    Ihr Blick fiel kurz auf das Schwert, das der junge Mann am Gürtel trug.
    "Die Registration einer Waffe dauert nicht sehr lange, da nicht viele Schülerinnen oder Schüler soetwas besitzen!" ergänzte sie noch, während sie den Weg auf dem Plan kennzeichnete.

    [NPC]
    Tag 3 – 07:30 Uhr – Verwaltungsgebäude – Rezeption


    Rika horchte auf, als die Klingel vorne an der Rezeption erklang. Noch war die Versammlungsrede doch gar nicht gehalten worden. War da trotzdem schon jemande wegen einem Termin? Sie war noch einmal einen kontrollierenden Blick auf die beiden Mechaniker, die an den Fachstrukturen in der Wand letzte Justierungen vornahmen. Da diese noch beschäftigt waren, konnte sie schnell mal nachsehen, wer da schon etwas wollte.
    Der schwarzhaarige Junge schien zumindest warten zu können, denn er betätigte die Klingel nicht noch einmal.
    Mit schnellen Schritten durchmaß Rika die Empfangshalle und warf dabei noch einen schnellen Blick auf die Fachklappen, die die neuen Postfächer von der Halle aus verschlossen.
    Machte doch alles einen ordentlichen Eindruck!


    "Ja, bitte? Womit kann ich Ihnen behilflich sein?" fragte sie mit einem dienstlichen Lächeln den wartenden Jungen.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 07:27 Uhr – Verwaltungsgebäude – Büro der Direktorin


    Aha, dachte sie, als der Junge sich mit diesen Worten umdrehte. Zumindestens sickert einiges durch.
    "In der heutigen Zeit gibt es viele Kampfformen und Mittel diese auszuführen, Satoshi-san. Hier auf dieser Insel werden alle Formen trainiert!" setzte sie zu einer Antwort an. Wie viel er von ihren Worten tatsächlich aufnehmen würde, konnte sie dabei nicht sagen.
    "Aus diesem Grund gibt es hier die Regel, dass keine Kämpfe ohne Schiedsrichter stattfinden dürfen! Ob Schwertkämpfer, Schütze oder andere Formen des Kampfes, hier wird alles trainiert. Die Kampfgruppierungen werden nach Klassen erfolgen, also wirst du im Training nicht auf diese anderen Kämpfer stoßen! Der Ehrenkodex wird nicht mißachtet!"
    Sie hoffte wirklich, dass er nicht zu lange brauchen würde, um die Wirklichkeit seiner Begabung zu erkennen.


    "Lass dir unten an der Rezeption einen Lageplan geben, damit du die Anlage finden kannst. Alle Waffen, die nicht für persönlichen Besitz freigegeben sind, werden dort gelagert!" ging sie noch auf den Weg ein. "Und jetzt entschuldige mich bitte, Satoshi-san, ich habe noch viel zu tun!"
    Sie drehte sich mit dem Sessel etwas zur Seite, ohne jedoch den Blickkontakt zu unterbrechen.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 07:26Uhr – Verwaltungsgebäude – Büro der Direktorin

    Für einen kurzen Moment schloss Valentina ihr Auge. Er hatte so gut wie gar nicht zugehört! Diese Fixierung auf seine eigene Welt ließ ihn alles ignorieren und ausblenden, was nicht dazu passte!
    In gewisser Weise bewunderte sie die Geduld des alten Schwertmeisters. Sie war sich nicht sicher, ob sie diese Geduld aufgebracht hätte.
    Ihr Blick fixierte ihn wieder, als er seine letzte Frage stellte.
    „Gehe zum Schießstand und melde dort bei Thoralf Haegeson. Bei ihm wirst du dein Schwert vorlegen und durch ihn registrieren lassen!“ sagte sie knapp.

    20:15 Uhr – Draußen vor dem Tor der Schule

    „Wird sie es tun?“ fragte eine Stimme aus den tiefen Schatten. Die beiden Wachposten standen mit starren Augen auf ihren Positionen und nahmen nichts um sie herum wahr.
    Kasumi Saito verzog das Gesicht zu einem Lächeln, dass ihre ebenen Gesichtszüge verschandelte.
    „Sie ist ein gehorsames Mädchen, wenn man sie zu nehmen weiß!“ antwortete sie selbstsicher.
    „Nun gut, werden wir ja sehen!“ Die Stimme im Dunkel klang nicht überzeugt.

    „Sie wird es tun, denn sie hat ja Freunde gefunden, deren Leben auf dem Spiel steht!“
    „Sie hat ja auch einen guten Schutz hier gefunden!“ erinnerte die Stimme Kasumi.
    Ihre Wangen röteten sich, denn man hatte ihre Erinnerungen gelöscht und sie würde sich ohne Hilfe gar nicht mehr an das Gewesene erinnern können!
    „Dank gewisser Umstände konnten wir das Spektrum der Möglichkeiten dieser Akademie etwas beschneiden!“ drang die Stimme viel zufriedener aus den Schatten.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 07:24Uhr – Verwaltungsgebäude – Büro der Direktorin

    Er war am Anfang nervös und zog dann aus der Berührung des Schwertes neue Selbstsicherheit, das hatte Valentina sehen können. Ein junger Mann wie er, der noch voll auf seine körperlichen Fähigkeiten ausgerichtet war, empfand bestimmt auch die Augenklappe als unangenehm. Ein schmales Lächeln grub sich in ihren rechten Mundwinkel.

    „Freud mich zu hören, Satoshi-san. Dein Meister hat uns entsprechend informiert, dass du lieber in der Natur weilst. Trotzdem wäre es im Rahmen des Zusammenlebens mit all den anderen hier von Vorteil, wenn du das dir zugeteilte Zimmer benutzen würdest. Es ist, in Anbetracht einer Möglichkeit schnell nach draußen zu kommen, im Erdgeschoss gelegen. Dein Meister hat auch empfohlen, dass du vorerst nicht mit jemandem zusammenwohnen solltest.“ Valentina sprach in entspanntem Plauderton weiter, behielt seine Schwerthand dabei jedoch genauestens im Auge.
    „Als Zuteilung wurde Raum 025 vorgegeben, das ist im Gebäude auf der rechten Seite an der hinteren Gebäudeecke!“ schloss sie dieses Thema ab.

    „Die Fähigkeiten mit dem Schwert werden hier nur als Teil des Ganzen betrachtet, Satoshi-san. Falls es zu Herausforderungen kommen sollte, werden diese nur in Beisein eines Schiedsrichters vollzogen! Dies merke ich nur für den Fall an, dass es zu so etwas kommen sollte! Kämpfe werden hier grundsätzlich überwacht, da sich sonst der Fortschritt nicht einstufen ließe.“ Diesmal floss ein etwas schärferer Ton ein, um ihren Standpunkt deutlich zu machen. „Es wird dir mit der Zeit deutlich werden, dass es dir unbekannte Waffenformen hier gibt. Und was Gegner betrifft… Dein Meister hat dich nicht ohne Grund hierher geschickt, Satoshi-san!“
    Valentina lehnte sich bequem zurück, ohne ihren Blick zu lösen.

    „Es gibt hier dir unbekannte Trainingsmethoden, an denen du dein Können selbst beurteilen kannst! Aber wie es auch schon dein Meister vorgegeben hat, ist nicht nur der reine Kampf zu trainieren. Ein Teil des Gemeinschaftstrainings besteht aus Konditionsvermögen, Belastbarkeit und Koordination des Körpers. Du wirst an diesen Trainings teilnehmen!
    Außerdem wird hier in den Vormittagsstunden Schulunterricht gegeben, der ebenfalls als Pflichtveranstaltung anzusehen ist. Diese Punkte stehen nicht zur Debatte und sind als fester Bestandteil des Ganzen zu sehen!“
    Nach den letzten Worten legte sie eine Pause ein, um dem Jungen Zeit zu geben, dass gehörte zu verarbeiten. Es war gar nicht so einfach, die Worte möglichst auf seine Vorstellung bezogen zu wählen! Daher war ihr die kurze Pause durchaus recht.

    [Hikaru Khanzu]
    20:15 Uhr – Eingang des Ballsaals

    Nachdem Hikaru einige Zeit auf die Gedanken von Felic gelauscht hatte, indem er das Amulett in den Händen hielt, hatte er sich in einem unbeobachteten Moment aus der Krankenstation geschlichen.
    Im Ballsaal hatte sich die Belegschaft schon ziemlich ausgedünnt, so dass er die wild tanzende Gestalt sofort ausmachen konnte.
    Hikaru hatte seine Verbände unter seiner Lederjacke verborgen, die er in seinem Spind deponiert hatte. Die Nähte der Ärztin schmerzten ihn zur noch, aber es ließ sich aushalten. Mit einem Blick auf eine vorbeitaumelnde Gestalt dachte er belustigt, dass er lieber auf einen Testschluck des Punsches verzichten sollte! Nach dem Blutverlust würde er wohl sofort betrunken sein!

    Als Hikaru die Tanzfläche erreichte wurden die fast schon aggressiven Bewegungen von Felic langsamer. Sie spürte seine Anwesenheit. Ihre Bewegungen kamen zu einem abrupten Halt, als er zwei Schritte neben ihr stand.
    Im nächsten Augenblick hatte sie ihre Arme um seinen Hals geschlungen und den Kopf an seine Schulter gelegt.
    „Es geht dir gut“, flüsterte sie leise. „Sie wollten mich nicht zu dir lassen!“
    „Es sah schlimmer aus, als es wirklich ist. Hauptsächlich hat mich der Blutverlust umgehauen!“ beruhigte er sie. Er legte seinen unverletzten Arm um sie und führte sie von der Tanzfläche.

    Noch während er sie aus dem Ballsaal führte, begann hinter ihnen die Band wieder zu spielen. Die Tanzfläche wurde wieder zu ihrem eigentlichen Zweck benutzt. Felic hatte einen Arm um Hikarus Hüfte gelegt, während sie die Tasche in der anderen Hand hielt.
    „Wird die Ärztin nicht schimpfen?“ fragte sie.
    „Bei all den Schnapsleichen, die heute hier zusammenkommen? Ich glaube, sie hat erst einmal zu tun!“ versicherte er ihr.
    Zero rannten mit einem wütenden Gesichtsausdruck an ihnen vorbei.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 07:23Uhr – Verwaltungsgebäude – Büro der Direktorin

    Der Blick des einen Auges musterte den Jungen in seinem schwarzen Outfit, das sie an einen Yoseikan Anzug erinnerte. Seine Haltung drückte leichte Nervosität aus. Das Schwert war im Gürtel, aber er hatte es wohl kürzlich in der Hand gehabt.
    „Diese alte Gesprächseinleitung ist längst nicht so wirksam, wie man sich davon versprochen hat, Samirall Satoshi. Ich bin die Direktorin und Leiterin der Abunai Akademie, mein Name ist Valentina Amasowa. Dein Meister hat dich aus einem ganz bestimmten Grund hierhergeschickt, wie er dir sicher auch gesagt hat!“ begann sie nach einem Moment der Musterung.
    „Daher ist es für einen Schüler von Schwertmeister Tsuyoshi auch nicht gerade ein Aushängeschild, wenn er sich nicht korrekt an seinem neuen Trainingsort anmeldet!“ fuhr sie dann in etwas schärferen Ton fort. „Wenn es dein Wunsch sein sollte, im Freien zu nächtigen, dann ließe sich das einrichten. Aber dieses ist eine große Gemeinschaft, die zusammen trainiert, da müssen die Einzelnen schon ein wenig Rücksicht auf andere nehmen!“

    Ihr einziges Auge ließ den Blick des Jungen bei ihren Worten nicht los. Er war so etwas wie ein Freidenker, der sein Herz wohl auf dem rechten Fleck hatte, sich aber nur unter Mühen in eine Gemeinschaft einfügen konnte. Daher musste sie hier gleich ein paar Eckpunkte in seinem Geist verankern. Das einige Schüler gegen ihren Willen hierher transportiert worden waren, war auch ein Problem, dass sie zu lösen hatte. Aber einen Jungen, der meinte, er würde sich auf einen großen Wettkampf vorbereiten? Er ahnte noch nicht einmal, was hier tatsächlich vor sich ging!

    Sein eigener Meister hatte ihm eine sehr selektive Sichtweise attestiert. Er würde also bis zu einem gewissen Übersättigungspunkt alle Tatsachen um ihn herum leugnen und ignorieren! Nichtsdestotrotz würde er jede Herausforderung zu einem Duell annehmen! Jetzt musste nur noch geklärt werden, was er tatsächlich als Herausforderung ansah und welche Trainingsmethoden eben nicht.
    Sie strich sich eine Haarsträhne über der Augenklappe beiseite.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 07:22 Uhr – Verwaltungsgebäude – Büro der Direktorin

    Die Berge von Personalakten waren bereits kleiner geworden, trotzdem lösten sie einen stummen Seufzer bei Valentina aus. Schreibtischarbeit hatte ihr noch nie sonderlich gefallen, es war einfach nur eine Pflicht, die sie zu erfüllen hatte!
    Mit einem schnellen Blick zur Uhr überzeugte sie sich davon, dass bis zur morgendlichen Versammlung noch etwas Zeit war.
    Nachdem sie sich heute Morgen davon überzeugt hatte, dass Samirall Satoshi tatsächlich nicht in seinem Zimmer gewesen war, hatte sie den Brief des alten Waffenmeisters Tsuyoshi noch einmal konsultiert.

    Der Junge zog die Natur einer künstlichen Umgebung vor. Prinzipiell war ja nichts dagegen einzuwenden, solange das Umfeld nicht darunter zu leiden hatte. Nach den Beschreibungen des Waffenmeisters schien der Junge eine Art von Schwarz-weiß Denken zu praktizieren. Freunde waren jeden erforderlichen Schutz wert, andere wurden einfach ausgeblendet.
    Mit dem Leben in einer Gemeinschaft würde er wohl etwas Schwierigkeiten haben. Und dass er sich in einem Vorbereitungslager für einen großen Ausscheidungskampf befand… Nun ja, sie würde sehen!
    Als es an der Tür klopfte kam ihr etwas schnarrend klingendes „Herein“ sofort.

    Auf halber Höhe oberhalb der gerade stattgefundenen Begegnung bewegte sich ein Schatten innerhalb der Dunkelheit. Ein Microfon blinkte kurz im Licht einer Laterne auf, als dieses nach oben gezogen wurde. Ein leicht grünlich schimmerndes Objektiv verdunkelte sich, als die Energie abgeschaltet wurde.
    Was war das für ein Gespräch gewesen? Vampire? Level E? Hier ging doch etwas vor!
    Für einen kurzen Augenblick blitzten Zähne bei einem breiten Lächeln auf. Ein großes Geheimnis, oder auch eine Verschwörung! Der große Wurf!
    Aber die Bild und Tonaufzeichnung alleine reichte da nicht. Dafür wurden handfeste Beweise benötigt!
    Diese Frau gehörte nicht zum Personal dieser Akademie, also hatte sie gar nicht hier sein dürfen.
    Ein richtiger Fall!

    Die Geschichte der silberäugigen Hexen folgt dem Manga in diesem Anime bis zum Abschluss des ersten Zyklus.
    Die Frage nach den Zielen der Organisation wird darin nicht beantwortet.

    Die schwarze Karte, welche jede dieser Kriegerinnen in ihrem Schwert mit sich führt, bekommt schon am Anfang des Anime ihre Bedeutung zugewiesen.

    Wie bei uns ist am 23. September Herbstanfang.
    In Japan heisst es Herbstäquinotikum (Shuubun-no-hi).
    Äquinoktium (lat. aequus „gleich“, nox „Nacht“), auch Tagundnachtgleiche
    Am 22. oder 23. September läuft die Sonne durch den Herbstpunkt und überschreitet den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Danach befindet sie sich auf der südlichen Himmelshälfte, das heißt die Südhalbkugel der Erde ist der Sonne zugewandt.

    Gleichzeitig ist es dort auch ein Feiertag:
    Tagundnachtgleiche (o-higan)
    Zur Zeit der Tagundnachtgleiche im Frühjahr und im Herbst geht die Sonne genau im Westen unter, wo sich nach dem Buddhismus das göttliche Land befindet. Man besucht daher an diesem Tag Gräber und betet für die Toten.

    Tag 3 - 07:20 Uhr - Naturwiese gegenüber dem Sportplatz

    Akim Sokolow sah dem davoneilenden Jungen nach, der jetzt in Richtung des Verwaltungsgebäude rannte.
    "Ein Mensch der Extreme", meinte er nachdenklich. Das Mädchen schaute immer noch etwas bedrückt und stand noch auf der gleichen Stelle.
    "Nekomi Mao, du brauchst dir keine Sorgen zu machen! Das Training der Fähigkeiten ist eines der wichtigsten Themen hier und keineswegs ein Grund sich zu schämen." Akim blickte zu ihr.
    "Innerhalb der nächsten Wochen werdet ihr viele neue Möglichkeiten im Umgang mit den Fähigkeiten lernen, dann wirst du auch sehen, wie viele Arten der Abwehr es gibt um telekinetisch bewegte Objekte abzufangen."
    Er nickte ihr noch einmal zu und machte sich dann selbst auf den Weg zum Verwaltungsgebäude.

    Valentina Amasowa wandte sich vom Fenster ab und ging an ihren Schreibtisch. Jetzt begann also der dritte Tag.

    Akim Sokolov blickt mit einer angehobenen Braue auf den Jungen, der sich gerade tief verbeugte. Wem wollte er denn hier diese Geschichte verkaufen?
    Und diese laute Nummer... Das würde ja noch einen langen Weg bedeuten.
    "Sie sind mir unbekannt, Schüler. Demzufolge haben sie gestern wohl die Veranstaltungen verpasst und sind wohl auch nicht im Wohnheim gewesen, richtig?!" sprach er den Jungen an. Da dessen Gesicht noch zum Boden zeigte, konnte er die Reaktion auf seine Worte nicht sehen.
    "Waffen sind ohne Anmeldung nicht im persönlichen Besitz erlaubt, daher sollten sie dahingehend schnell Abhilfe schaffen. Außerdem sind sie jetzt verpflichtet, sich innerhalb der nächsten 30 Minuten bei der Direktorin zu melden!"


    Seine Augen wanderten zu dem Mädchen, die immer noch leicht am zittern war.
    "Gutes Bewegungsmoment. Aber kaum Wucht!" sagte er mit gesenkter Stimme zu ihr. "Sie meinen doch nicht, mich mit soetwas verletzen zu können, junge Dame?"

    Schon von weitem konnte Akim die beiden Schüler unterscheiden. Nekomi, die Telekinetin, schien endlich etwas aus ihrem Schneckenhaus gekrochen zu sein.
    Der Junge neben ihr sah aus, als hätte er in den Klamotten geschlafen, die er trug. Außerdem war Akim das Gesicht nicht bekannt.
    Das konnte dann nur der Schüler sein, der heute morgen Teil des Lehrergespräches gewesen war.
    Na, mal schauen, was ihn da so zufrieden dreinschauen ließ.


    "Guten Morgen, ihr beiden!" grüsste er mit lauter Stimme.