Beiträge von Soulshadow

    Tag 3 – 14:44 Uhr – Simulationskuppel

    „Man hat sie nicht auf Telepathen vorbereitet!“ erklang Sean Cuttlass Gedankenstimme in Akims Kopf. Akim beobachtete das Mädchen, wie es die Position einnahm und ihre Bereitschaft erklärte.
    „Test beginnen!“ sagte er in ein kleines Mikrofon, das ihn mit der Kontrollkuppel verband.

    Die Luft in der Umgebung des Mädchens flimmerte leicht, als zwei humanoide Drohnen erschienen.
    Beide waren mit Klingen ausgestattet und griffen gleichzeitig von verschiedenen Richtungen an. Gleichzeitig wurde über Lena Kurnikowa eine Sonneneinstrahlung wie in der Wüste ausgestrahlt.
    Damit war ihre erste Aufgabe die Abwehr von zwei Angreifern bei ihr nicht genehmer klimatischer Bedingung!
    „Abwehr der Angreifer!“ schnarrte Akim. „Keine Zurückhaltung!“

    „Warum ist es bei ihr ein so militärischer Test?“ fragte Franka in Gedanken laut.
    „Sie wurde von einem Ex-PSI-Soldaten trainiert und ist an diesen Ton gewöhnt!“ kam die Antwort von Sean telepathisch. „Dies ist einfach eine Anpassung des Testverfahrens an ihre Situation.“

    Tag 3 – 14:44 Uhr – Gelände der Akademie – Freiübungsplatz



    „Yuna Sakaiba!“ rief Heitani die Schülerin an, die den Parcours in ähnlicher Form wie am Vortag überwunden hatte. Das Mädchen zuckte zusammen und blickte ihn dann an.
    „Du wirst in der Bibliothek gebraucht. Katharina Croce hat dich ausdrücklich angefordert, da gestern eine große Lieferung an Büchern eingetroffen ist, die noch erfasst und eingeordnet werden müssen!“ sprach Heitani weiter.
    Auf dem gerade noch recht betrübt wirkenden Gesicht des Mädchens breitete sich ein Lächeln wie Sonnenschein aus. Ihre Bewegungen waren gleich viel munterer, als sie sich in Richtung der Bibliothek aufmachte.

    „Rena Murasaki! Noch einmal über dieses Hindernis geflogen und du wirst die nächsten Runden mit erhöhtem Gewicht und blockierter Levitation absolvieren!“ wurde er da schon auf ein anderes Ereignis aufmerksam. Dank seiner Fähigkeit brauchte er seinen Platz nicht verlassen, um die einzelnen Parcourspunkte zu überblicken.
    „Daisuke Yuudai, du bist der Nächste!“ forderte er einen weiteren Schüler auf.

    [NPC]
    Tag 3 – 14:43 Uhr – Simulationskuppel

    Sean Cuttlass lächelte das Mädchen an und machte eine einladende Geste.
    „Begeben sie sich bitte auf die dort drüben eingezeichnete Position!“ bildeten sich gleichzeitig die Worte im Kopf von Lena Kurnikowa.
    Akim Sokolow hatte ein leichtes Schmunzeln in den Mundwinkeln.

    „Keine Fragen, jetzt beginnen wir erst mit dem eigentlichen Test!“ ließ er sich dann vernehmen. „Nehmen sie die angezeigte Position ein und reagieren sie auf die auftretenden Aktionen, Lena Kurnikowa. Halten sie dabei den Einsatzradius ihre Maßnahmen auf einen Umkreis von zwei Metern beschränkt!“ Sein Gesicht war wieder ausdruckslos geworden, als er sie ansprach. Durch die Erwähnung von Sergey Molotow war er in den militärisch fordernden Ton zurückgefallen.
    In knapp vier Meter Entfernung glomm ein Lichtkreis in der Luft auf, um die Position zu markieren, auf die das Mädchen sich begeben sollte.

    07:08 Uhr – Akademiegelände – Eingangstor

    Die beiden Wachposten schienen den Mann, der sich vor dem Tor aufgebaut hatte, vollkommen zu ignorieren. Normalerweise wurden die Nachrichten ja auch einfach abgegeben, die man für jemanden innerhalb der Akademie hatte.
    Warum der Mann diesmal dort stehen blieb und wartete, wussten die beiden Wachmänner nicht.


    Als dann vom Schulgelände her eine Schülerin näher kam, bewegte sich der Mann kurz und blickte ihr entgegen. Das Mädchen schien ebenfalls überrascht zu sein, das jemand am Tor wartete. Als sie hinaus trat übergab der Mann ihr einen offiziellen Umschlag, nickte ihr knapp zu und entfernte sich dann rasch.

    [NPC]
    Tag 3 – 14:42 Uhr – Gelände der Akademie – Freiübungsplatz


    Franka Milagrosso und Sean Cuttlass erwarteten die beiden bereits in der Simulationskuppel. Akim stellte Lena die beiden Ausbilder auf Russisch vor, um Verständnisproblemen vorzubeugen.
    Sean nickte ihr knapp zu, während er eine kurze telepathische Nachricht an Franka sandte. Als Franka dann Lena ihre Hand reichte, ließ sie kurz ihre Energien fließen und entfernte die Entzündung und die Schwellung ihres Knöchels dabei.
    „Würden sie und dann bitte einmal kurz umreißen, welche Beherrschungsformen im Element Eis von ihnen bereits gemeistert wurden?!“ wandte sich danach Akim sofort wieder an sie, um ihr nicht zu viel Zeit zum Überlegen zu lassen.

    [NPC]
    Tag 3 – 14:42 Uhr – Gelände der Akademie – Freiübungsplatz


    Waisenhaus in Sibirien. Ihre Reaktionen ließen auf einen Hang zum Perfektionismus schließen. Akim ließ sich die Informationen noch einmal durch den Kopf gehen.
    „Lena Kurnikowa? Mein Name ist Akim Sokolow und ich begleite sie zu dem Eignungstest in die Simulationshalle. Dort geht es darum, ihre Fähigkeiten und den Grad ihrer Entwicklung einzustufen. Dafür werden wir verschiedene Situationen einspielen!“ sprach er die am Boden sitzende auf Russisch an.
    Die Schwellung ihres Knöchels war deutlich zu sehen und sie schien ihre Kräfte einzusetzen, um diesen zu kühlen. Ihre Haltung drückte Stolz aus, also sprach Akim diesen Punkt erst gar nicht an.
    „Da der Einzellauf bereits erfolgt ist, sollten wir jetzt gleich gehen!“ fügte er noch hinzu.

    [Hikaru Khanzu]
    07:00 Uhr – Sonnenwohnheim – Speisesaal

    Hikaru fühlte sich sehr viel besser und hatte großen Appetit. Der Schlaf der letzten Nacht hatte den Wunden genug Zeit gegeben, so dass sie jetzt nur noch etwas zeckten. Der rote Traubensaft, den er bereits in größeren Mengen getrunken hatte, tat sein Übriges.
    Trotzdem kam ihm einiges seltsam vor, an diesem Morgen. Noch waren wohl nicht alle aus dem Bett gekommen, was nach dem Alkoholkonsum nicht verwunderlich war. Einige brüteten vor ihren Getränken vor sich hin und schienen die Umgebung gar nicht wahrzunehmen.

    Verwunderlich war für ihn, dass die Lehrer alle völlig entspannt zu sein schienen. Irgendwie hatte er mehr Stress wegen den Vorkommnissen gestern erwartet. Hikaru sah kurz zu Takeya, der auch über einem Kaffee vor sich hinbrütete. Vielleicht hing er ja den Gedanken an gestern nach? Er war ja mit Chinatsu am See gewesen.
    Auch die Hunterin Tori blickte noch etwas verknittert in die Welt und schüttete Saft in sich hinein. Ob sie wohl wusste, wer sie gestern ins Bett gebracht hatte? Hikaru glaubte nicht daran. Sie war doch ziemlich ausgenockt gewesen!
    Hikaru ging noch einmal los, um sich noch etwas Obst als Nachtisch zu besorgen.

    [NPC]
    Tag 3 – 14:42 Uhr – Gelände der Akademie – Freiübungsplatz

    Akim Sokolow blickte auf die kurze Mitteilung, die ihm von Rika übergeben worden war. Es hatte während des Mittagessens im Außenbereich einen PSI Ausbruch gegeben. Als Verursacherin war Lena Kurnikowa identifiziert worden. Die Guardians hatten sie eindeutig identifiziert!
    Rika hatte noch eine kleine Fußnote angefügt, in der sie darauf aufmerksam machte, das Lena im Japanischen sich nicht sicher fühlte.

    Nun war er auf dem Weg zu Lena, um sie zu ihrem Einstufungstest abzuholen. Da sie ihren Lauf über den Parcours bereits absolviert hatte, sah er sie zu einem anderen Schüler humpeln. Heitani Ichiru, der die Aufsicht hatte, wollte gerade auf sie zugehen, um sie nach der Ursache des Hinkens zu fragen.
    Akim legte ihm eine Hand auf die Schulter und hielt ihn so zurück.
    „Lass mich das machen!“ sagte er mit seiner ruhigen tiefen Stimme.

    Heitani nickte zustimmend und blieb stehen. Akim ging langsam weiter.

    [NPC]
    Tag 3 - 14:30 Uhr - Freiübungsplatz


    Heitani Ichiru blickte über die versammelten Schülerinnen und Schüler, die auf dem Freigelände zum Konditionstraining angetreten waren.
    "Auch wenn einige unter ihnen nach dem gestrigen Abend vielleicht nicht erfreut sein werden, aber der Parcours erwartet sie auch heute wieder!" begann er seine kurze Ansage. "Diejenigen unter ihnen, die bereits alle Stationen kennen, können sie den gestern neu Angekommenen ja erklären! Wir beginnen mit einem Einzeldurchgang für jeden. Wenn jemand zu seinem Einstufungstest aufgerufen wird oder andere Aufgaben zu erfüllen hat, der meldet sich bei mir ab!"
    Mit einer weit ausholenden Geste deutete er auf die Freiübungsfläche und überhörte das Stöhnen in den Reihen.

    [Valentina Amasowa]
    Tag 3 – 13:18 Uhr - Verwaltungsgebäude – 1. Stock, Büro der Rektorin


    Valentina sah kurz auf, als der Bildschirm den Tagesterminplan aktualisierte.
    "Gesprächstermin 19:10 Uhr, Neue Schülerin Kurnikowa, Lena, Präsent von Sergey Molotow." Diese Informationen waren von Rika dort eingetragen worden.
    Dieser Name sagte ihr noch etwas. Sergey war damals ebenfalls ein junger Soldat in der PSI-Force gewesen, der an der Schlacht bei Bystraya teilgenommen und auch überlebt hatte. Hatte er sich nicht in Sibierien zur Ruhe gesetzt?
    Für einen kurzen Moment glitten ihre Gedanken in die Vergangenheit zurück:


    Über den glitzernden Schnee hinweg stürmten die Gestalten auf die geschlossenen Reihen der Soldaten zu. Offiziere brüllten Befehle und bemühten sich nach Kräften, die eigenen Truppen im Glied zu halten.
    Von den heranstürmenden Gestalten kam kein einziger Laut. In völliger Stille rannten sie auf den Sperrkordon der Soldaten zu. Und gerade dieser Umstand machte die Soldaten noch nervöser! Endlich ließen die Offiziere das Feuer eröffnen und ein wahrer Bleihagel schlug den anstürmenden Gestalten entgegen. Wie eine gigantische Säge mähte der Kugelhagel durch diese Massen!
    "Sie bleiben nicht stehen!" keuchte ein Soldat, ohne den Finger vom Abzug zu nehmen. Nach dem metallischen Klick des Schlagbolzens warf er ohne bewusst darüber nachzudenken, das leere Magazin aus und rammte ein frisches in den Schacht. In diesem Moment stürzten weitere Wesen sich direkt aus dem Himmel auf sie!
    Die unbeirrte Art der Angreifer ließ die Unruhe der Soldaten wachsen, aber noch hatten die Offiziere die Lage unter Kontrolle. Als sich dann die fliegenden Angreifer gezielt auf die Offiziere stürzten, gerieten die Reihen ins Wanken!
    An diesem Punkt war dann das PSI-Force aus den Hubschraubern abgesetzt worden...


    Mit einem bewussten Ruck riss sich Valentina von diesen Erinnerungen los. Dabei war es damals doch nur der Anfang gewesen... Die eigentliche Schlacht hatte erst dann begonnen!
    Das Gesicht des jungen Sergey erschien kurz vor ihrem geistigen Auge. Nun, dann hatte er offenbar seinen Frieden gefunden!
    Sie bestätigte kurz den Termin und wandte sich dann wieder einem Stapel Akten zu.

    [Noch unbekannte Person]
    Am nächsten Morgen... - Sonnenwohnheim


    In einem der Zimmer war die Nacht noch sehr lang gewesen, denn es hatte viel Material gesichtet werden müssen. An den Wänden hingen Übersichtspläne des Schulgebäudes, auf denen kleine Klebezettel prangten. An verschiedenen Orten waren dort Aufnahmegeräte angebracht gewesen, die viele Ereignisse festgehalten hatten. Einzeln und für sich gesehen, waren viele dieser Informationen nicht besonders aufsehen erregend, aber in der ausgewerteten Menge zeigte sich da eine Absicht hinter all dem Vorgefallenen!
    Irgendwann musste aber auch jeder Ermittler einmal schlafen, und so war kurz vor der Dämmerung auch hier Ruhe eingekehrt.


    Als dann der kleine Wecker anfing zu ziepen, war ein unwilliges Murmeln unter der Bettdecke zu hören. Das war nun doch viel zu früh! Aber die sofort wieder auf den erwachenden Geist einstürmenden Informationen vertrieben den Nebel des Schlafes. Nicht nur das zufällig abgehörte Gespräch mit der fremden Frau gestern Abend war merkwürdig gewesen. Dieser blonde Gast hatte da mit einigen Schülern gesprochen, die einen merkwürdig abwesenden Blick dabei gehabt hatten. Dass dann ausgerechnet diese Schüler mit dem Punsch zu tun hatten, war doch wirklich etwas zuviel Zufall gewesen!


    Das erste Licht der Sonne beleuchtete gerade die Brücke zum Schulgebäude, als draußen die Aktivitäten begannen. Nach dem durchschlagenden Erfolg des Punsches würden viele Schülerinnen und Schüler am heutigen Morgen gewaltige Probleme haben! Dabei waren in den ersten Stunden ja die Aufräumarbeiten angesetzt, damit der Ballsaal wieder seinen ursprünglichen Zustand erhielt.


    Auch wenn der Schlaf doch recht dürftig gewesen war, so waren die bislang gewonnenen Informationen doch mehr als ausreichend, um einen guten Antrieb abzugeben! Beim Frühsstück kamen da allerdings weeitere Merkwürdigkeiten auf. Viele Schüler und Lehrer reagierten an diesem Morgen merkwürdig! Gewisse Ereignisse, die ja stattgefunden hatten, waren offenbar bei ihnen aus den Köpfen verschwunden! In dem Journal in der Innentasche der Uniformjacke waren diese Ereignisse alle verzeichnet und mit Zitaten aus der Situation versehen. Aber Lehrer, die gestern noch von homerischen Strafen gesprochen hatten, waren heute vollkommen entspannt und ungterhielten sich über Kleinigkeiten aus der Zeitung!


    Es war, als ob diese Ereignisse irgendwie gelöscht worden waren! Obwohl die meisten Gesichter eher eine ungesunde Blässe aufwiesen, so waren doch auch ein paar Gesichter darunter, die sich ebenfalls verwundert umblickten. Bei diesen wenigen Personen war zu sehen, dass sie sich erinnerten! Sie empfanden ebenfalls Verwunderung, was man ihren Gesichtern ansah. Aber bei ihnen war auch erkennbar, dass sie nichts über die Hintergründe ahnten, die sich bei der Sortierung der Informationen gezeigt hatte! Die Sache war um einiges Größer, als man bislang hatte annehmen können!
    Niemand sprach beim Frühstück über die Ereignisse des letzten Abends, auch diejenigen nicht, denen sie gegenwärtig waren. Es erschien fast wie ein Nebel, der bestimmte Ereignisse und Themen verdeckte! In einer Ecke waren die Beiden, die man in den letzten Tagen oft zusammen gesehen hatte, Chinatsu und Takeya. Sie gehörten auch zu den paar Leuten, die sich mit ungläubigem Blick umgesehen hatten und dann leise miteinander geflüstert hatten.


    Das Mädchen, dass kurz vor dem Ball eingetroffen war, schien ebenfalls nichts vergessen zu haben. Aber ihr Blick war zu Boden gerichtet und sie schien mit eigenen Problemen zu kämpfen. Und dann war da noch der Junge mit der Narbe! Seinem Blick war ebenfalls anzusehen, dass er gestern einige Ereignisse miterlebt hatte, die heute vergessen zu sein schienen. Aber von ihm existierte da auch noch ein anderes Bild... und auf dem war er voller Blut gewesen!
    Das Thema Blut war an dieser Schule sowieso schon ein besonderes... und auch das Vergessen war schon ein paar Mal aufgetreten! Aus diesem Grund gab es ja auch das Journal und die Sicherheitskopie!


    Wenn dies alles eine Art von Verschwörung war, dann mussten diejenigen, die noch davon wussten, eigentlich zusammenhalten! Aber in einer Welt voller Schein musste man seine Verbündeten auch sehr sorgfältig auswählen. Deshalb würden jetzt all die Personen, die sich ebenfalls erinnerten, noch genauer beobachtet werden! Wenn sie tatsächlich Verbündete waren, dann würden sie sich zur Aufklärung dieser Verschwörung des Vergessens auch zusammenschließen!

    N'abend und Willkommen beim AFB!


    Vielleicht ein paar mehr Daten zu den Manga und Anime, die du gelesen und gesehen hast ;)
    Ansonsten lässt sich hier zu vielen Themen etwas finden ^^

    [NPC]
    Tag 3 – 13:17 Uhr - Verwaltungsgebäude - Rezeption


    Rika nahm den Zettel entgegen und wandte sich wieder den Bildschirmen zu. Ihre Finger huschten erneut über die Tastatur, mit der sie die geplanten Einsatzzeiten aufrief.
    "Ah, da!" murmelte sie mehr zu sich selbst.
    "Um 16:20 Uhr am Schießstand. Du kennst den Waffenmeister Haegeson ja schon, Mai-san. Melde dich um diese Zeit bei ihm und bring deine Pistole dazu mit!" wandte sie sich dann wieder an Mai Tsukamoto.

    [NPC]
    Tag 3 – 13:16 Uhr - Verwaltungsgebäude - Rezeption


    "Gut, ich trage es dann entsprechend ein. 19:10 Uhr im Büro der Rektorin, 1. Stock!" bestätigte Rika noch einmal den Termin und trug ihn auch im System ein. Auch wenn sie keine PSI Kräfte besaß, so hatte sie mit ihrer Vermutung doch wohl ins Schwarze getroffen. Als das Mädchen, das sich nun mit Lena Kurnikowa vorgestellt hatte, wieder in Richtung Speisesaal davoneilte, war eine leichte Röte auf ihrem Gesicht gewesen.
    Nun, nachdem dieser Punkt erledigt war, wandte sie sich der nächsten Schülerin zu. Sie erkannte Mai Tsukamoto, die Schwester von Senri, die wohl einen der Anmeldezettel in der Hand hielt. Hinter ihr stand der junge Mann von heute morgen, der sich nun aber abwandte und dem russischen Mädchen in den Speisesaal folgte. Dabei hielt er etwas Verpacktes unter dem Arm. Offensichtlich wollte er sich nicht zu etwas anmelden, sondern dem Mädchen etwas geben.
    "Eine Anmeldung?" wandte sie sich an Senris Schwester, die gerade vorgetreten war.

    [NPC]
    Tag 3 – 13:15 Uhr - Verwaltungsgebäude - Rezeption


    Rika war etwas überrascht, dass da jemand das Training so wichtig nahm. Außerdem argwöhnte sie, das dieses Mädchen ihre Gedanken gelesen hatte. Warum sonst hätte sie sich so plötzlich vorgestellt?
    "Hm, Moment!" bat sie und begann wieder auf der Tastatur zu arbeiten.
    "Eine weitere Möglichkeit wäre dann 19:10 Uhr", schlug sie nach einem Moment dann vor. Aus dem Unterleib des Mädchens kamen recht eindeutige Laute, die auf großen Hunger schließen ließen. War die Nervosität möglicherweise auf die vielen Menschen im Speisesaal zurückzuführen?
    "Entschuldigung, falls ich mich da einmischen sollte, aber es gibt auch einen Außenbereich des Speisesaals, wo es nicht so voll ist!" schlug sie bei diesem Gedanken vor.

    [NPC]
    Tag 3 – 13:14 Uhr - Verwaltungsgebäude - Rezeption


    Rika nickte knapp nach der Antwort des Mädchens. Sie musste sich wirklich langsam daran gewöhnen, das die meisten der Schülerinnen und Schüler sich hier nicht vorstellten.
    Da sie keine PSI Fähigkeiten besaß, war sie auf die normale Kommunikation angewiesen. Aber, wie hieß es so schön? Wenn du woanders bist, dann passe dich an!
    "Selbstverständlich!" antwortete sie, ohne das irgendeiner dieser Gedanken an ihr wahrnehmbar war. "Lassen sie mich einen Blick in den Kalender werfen."
    Sie wandte sich kurz ab und trat an die Bildschirme heran, die unterhalb der Tresenhöhe in der Rezeption angebracht waren.
    Ihre Finger huschten flink über die Tastatur.
    "Der nächste mögliche Termin wäre um 16:15 Uhr heute Nachmittag, während des Trainings nach Fertigkeiten. Würde ihnen der Termin passen?" sie hatte sich bei diesen Worten wieder dem Mädchen zugewandt und blickte sie fragend an.

    [NPC]
    Tag 3 – 13:13 Uhr - Verwaltungsgebäude – Haupthalle - Rezeption


    "Zu früh gefreut!"dachte Rika, als das Mädchen sie ansprach. Dabei war sie doch erst an ihr vorbeigelaufen und in den Speisesaal gegangen.
    Ihre Aussprache war nicht besonders gut, aber zumindest verständlich.
    Trotzdem schien das Mädchen der Rede am Morgen nicht wirklich zugehört zu haben. Man wurde doch nicht mal eben schnell zur Direktorin geführt.
    Da Rika einige Fremdsprachen beherrschte und der Akzent des Mädchens auf eine russische Abstammung schließen ließ, wechselte sie in diese Sprache.
    "Die Direktorin ist ohne Voranmeldung nicht zu sprechen. Wenn es nur etwas abzugeben ist, dann können sie es auch hier bei mir lassen und ich bringe es ihr bei Gelegenheit!" antwortete sie dann. "Sollte eine persönliche Übergabe gewünscht sein, so müssen wir erst einen Termin vereinbaren!"


    Nach ihren Worten blickte sie regungslos in die kalten Augen des Mädchens, deren ganze Haltung Unsicherheit und Unwohlsein ausdrückte.

    [NPC]
    Tag 3 – 13:13 Uhr - Verwaltungsgebäude – Haupthalle

    Rika summte entspannt vor sich hin. Bislang hatten sich nur Schüler wegen der Anmeldung zu Nahkampf- oder Schußwaffentests bei ihr gemeldet.
    "Wegen mir kann es auch so bleiben!" dachte sie.
    Irgendwelche Gesprächstermine mit der Direktorin zu vereinbaren war manchmal etwas schwierig, deshalb war sie keineswegs böse, wenn niemand danach fragte.
    Da einige Schüler recht schnell mit dem Essen waren, würden wohl bald weitere wegen der Anmeldungen aus Richtung des Speisesaals erscheinen.
    Sie zog sich die Stehhilfe zurecht und blickte wieder in Richtung Haupteingang.

    Wie gut, das gerade Buchmesse ist ;)


    Auch wenn dieses Jahr dort viel in Richtung elektronischer Reader geht. Als Frage wird jetzt ja gerne gestellt, ob diese elektronischen Geräte das Buch vollkommen ablösen werden.

    [Mhairi Khanzu]
    20:22 Uhr – Gelände des Mondwohnheimes
    Felic schmunzelte noch immer vor sich hin, als sie an den Anblick von Hikarus schlafendem Gesicht dachte. Als sie zu seinem Zimmer zurückgelaufen war, hatte er schon auf dem Bett gelegen und geschlafen. Sie hatte ihn dann auch nicht mehr geweckt, sondern die längliche Tasche einfach neben ihn gelegt und eine Decke über Hikaru gelegt.
    Als sie nach der Abkürzung über den Bach wieder vor dem Mondwohnheim ankam, hörte sie leise Schluchzlaute.

    „Dieser Abend scheint allgemein ziemlich danebengegangen zu sein!“ überlegte sie bei diesen Geräuschen. Ihre grünen Augen glitzerten etwas, als sie die Dunkelheit ausglichen. Das kleine Vampirmädchen hockte dort auf den Knien und ließ ihren Tränen freien Lauf.
    Felic hatte sie schon gesehen und wusste auch, dass sie wegen einiger Unbeherrschtheiten unter Hausarrest gestanden hatte oder vielleicht sogar noch stand.
    Dann nahm sie noch jemand anderen wahr… Das Mädchen, das am selben Tag hier auf die Schule gekommen war. Sie war doch so etwas wie eine Freundin der Kleinen. Scheinbar wollte sie etwas sagen, wandte sich dann doch wieder ab und verschwand.

    Sie war jedenfalls noch nicht lange genug hier, um die Situation richtig einschätzen zu können. Viel schwerer wog derzeit sowieso, dass man sie hier aufgespürt hatte!
    An diesem Punkt ihrer Überlegungen angekommen fiel ihr wieder ein, dass sie unbedingt noch telefonieren musste. Die neue Situation musste unbedingt durchgesprochen werden! Völlig von diesem Gedanken beschäftigt lief sie weiter.